Archiv der Kategorie: Reiseberichte

Ricos Reiseberichte 2021

23.8.2021
Moin aus Nizza! Es sind schon wieder 30 Grad und es ist etwas gewittrig.
Heute wird das Schiff weiter vorbereitet und die letzten Einkäufe werden in Kürze via Lieferservice gebracht.
Morgen geht es dann los.
Leider ist beim Einbau des Plotters irgendetwas schief gegangen.
Das Gerät funktioniert nicht mehr und wir müssen via Internet ein neues Gerät beschaffen.

24.8.2021
Heute sind heute nach einem turbulenten Segeltörn von drei Windstärken bis Gewitter mit Böen bis zu 34 Knoten in einer kleinen beschaulichen Marina in La Figueirette angekommen.
Unterwegs waren die Küste und sämtliche Ankerplätze voll mit Luxus-Yachten. Vom Flughafen Nizza flogen pausenlos Privat-Hubschrauber über unsere Köpfe zu ihren Anwesen oder Schiffen.
Der Reichtum in dieser Gegend im Vergleich zu der Hungersnot in anderen Gebieten macht einem schon etwas nachdenklich.
Jetzt wird erstmal gekocht. Es gibt Steak mit Blumenkohl.

25.08.2021
Salut! Wir sind heute nach einem sehr ruhigen Segeltag in den Hafen von Les Issambres eingelaufen.
Das ist ein kleiner Ort in der Nähe von Saint Tropez.
Das Wetter hat sich wieder beruhigt, die Sonne scheint bei 27 Grad und das Wasser hat noch super 25 Grad.
Wir trinken jetzt ein Hafenbier und dann gehe ich erstmal baden.

26.08.2021
bonne soirée, so kann sich das Blatt wenden….
Wir sind heute nach einem turbulenten Segeltag in Grande Plage du Lavandou angekommen.
Bei Gewitter-Böen bis 39 Knoten stampfte die Yssabeau schwer in der See.
Es wurden zwei Reffs am Großsegel und eins am Genuasegel fällig.
Die Gangway ist durch die Welle zerbrochen und wir treten mit dem Schiff bei um Ordnung an Deck zu schaffen.
Unter Deck sah es aus als wäre eine Horde Wildschweine durchgelaufen.
Wir müssen uns nun eine neue Bohle besorgen denn die alte ist nicht mehr zu reparieren.
Außerdem wurde am Mast der Einfädler durch den enormen Druck der Segellatte beschädigt und muss ersetzt werden.

27.8.2021
Bonsoir aus dem schönen Süd-Frankreich!
In Anbetracht der Segler-Ereignisse ist nun auch mal wieder ein kleiner Reisebericht fällig.
Nach den ersten Starkwind-Törns beruhigt sich das Wetter langsam wieder und es gibt sehr angenehme Temperaturen und den zugehörigen Segelwind.
Wir sind heute von Hyeres nach Saint Mandriersur – Mer … gegenüber von Toulon gesegelt.
Hyeres ist ein sehr schönes Segel-Revier auf dem auch die legendären 12er und andere wunderschöne Segel-Klassiker zu Hause sind.
Es ist faszinierend diese Schiffe unter Segeln zu beobachten, auch wenn sie ziemlich langsam sind.
Jetzt liegen wir mit der Yssabeau in Saint Mandriersur Mer, einem herrlichen, französisch-typischen Hafenort.
Wir haben lecker mediterran gegessen (außer Jörg) und genießen den schönen Abend.

Eine 12er
Leider hat sich vor dem beschriebenen erlebten eine Katastrophe im Hafen von Hyeres  ereignet.
Während unseren Reparaturen am Mast im Hafen flog, vermutlich durch eine Gasflasche ausgelöst, ein Motorboot nicht weit von uns in die Luft.
Der Knall war unbeschreiblich laut und erinnerte irgendwie an die Explosion einer Weltkriegsbombe.
Die Trümmer flogen einige hundert Meter durch die Luft und es waren Schreie zu hören.
Was dann folgte kann sich wohl nur ein Feuerwehrmann vorstellen…
Das Motorboot brannte in sehr kurzer Zeit lichterloh und entzündete auch die nebenliegenden Segler.
Die GFK-Bootskörper und auch die Segel entzündeten sich in unglaublich kurzer Zeit.
Nachdem die Feuerwehr den Brand nicht mehr unter Kontrolle bekam, wurde das brennende Boot schließlich auf das offene Meer geschleppt, wo es dann unterging.
Das zeigte mir das mit Propangas aber nicht wirklich zu spaßen ist…

30.8.2021
Wir befinden uns nun in einem wunderschönen Stadthafen in La Ciotat und haben auf unserer Strecke Nizza, Saint Tropez, Cannes und Toulon hinter uns gelassen.
In Toulon liegt die legendäre Westwind-Flotte der Französischen Marine mit imposanten Flugzeugträgern und Fregatten.
Das Segeln gegen die hier vorherrschenden Mistral-Winde ist zeitweise knackig – gegenan und mit nur mit Reff machbar.
Ab Marseille wird sich der Wind aber dann erwartungsgemäß drehen und achterlich uns voranschieben.
Die Temperaturen werden auch hier nun langsam moderat und man muss Abends und beim Segeln was überziehen.
Aber wir genießen die schöne Landschaft, die sehr netten Leute und die vielen kleinen Hafenstädtchen…
Jörg treibt etwas Sport …

Toulon


La Ciotat

31.08.2021
Salut, heute wieder ein kleiner Reisebericht vom Segel-Törn an der Mittelmeerküste in Frankreich!
Wir haben nun so langsam das Gebiet um die Cote d’Azur verlassen und sind gestern in einem kleinen Hafen gegenüber von Marseille in Port du Friol eingelaufen.
Leider müssen wir zunächst einen ca, 24 x25 cm großen Flicken beidseitig auf das Großsegel nähen.
Die letzten Törns waren zu vie für das Material.
Aber ich habe auch Material für den Bau einer neuen Gangway gefunden und werde diese in den nächsten Tagen zusammenbauen.
Vor Marseille wird man neben der imposanten Großstadt mit dem Station und den vielen Kreuzfahrern zuerst auf das berüchtigte Gefängnis Château d’If, eine Festung auf der Insel Île d’If vor der Küste von Marseille, aufmerksam.
Hier soll der Graf von Monte Christo eingesperrt gewesen sein nachdem er als Seemann am Tage seiner Verlobung verhaftet wurde.
Von dieser Stelle sind wir heute mit angenehmen halben Wind weiter Richtung Carro – sozusagen in die Provence gesegelt.

Château d’If

04.09.2021
Nachdem wir uns von Marseille entfernten lies auch der Mistral nach und es dominierte halber- oder achterlicher Wind der uns in zwei Tagen 50 Seemeilen voran brachte.
Dabei ging es immer an den Mündungsarmen der Rhone im respektvollen Abstand entlang.
Die Rhone schwemmt Unmengen von Sedimenten in das Mittelmeer und daraus entstehen riesige Sandbänke.
Eine Navigation entlang der vielen Untiefen-Tonnen mit Seekarten, GPS und Tiefenmesser waren unbedingt notwendig um nicht auf Grund zu laufen.
In der Camargue findet man noch Wildpferde und auch Flamingos.
Zwei von diesen schönen Flamingos habe ich auch zum ersten Mal fliegen sehen.
Beim diesem Anblick stellte sich bei mir eine Gänsehaut auf.
Auf unserer letzten Etappe nach Montpellier wurden wir von einem großen Gewitter-Gebiet mitten auf See überrascht.
Nach unserer schlechten Erfahrung wurden die Segel diesmal sofort eingeholt beziehungsweise auf kleinste Stufe gerefft.
Der Wind verhielt sich diesmal jedoch moderat aber es regnete in Strömen, blitzte und donnerte und unsere Ölzeug wurde so langsam auch innen nass.
Jetzt liegen wir erstmal bis Montag in Montpellier, reparieren ein paar Sachen an der Yssabeau und machen auch mal Reinschiff, denn am Montag kommen die Mädels an Bord.
Ich liege am herrlichen Sandstrand und schaue mir das Meer mal von der anderen Seite an…

8.9.2021
Nach dem Crew-Wechsel in Montpellier wurden zunächst neben einigen kleineren Reparaturen am Schiff die Vorräte aufgefüllt, neues Frischwasser an Bord genommen und dann ging es am Dienstag los Richtung Cap d’ Agde.
Die 30 Seemeilen bis dahin waren für unsere Mädels gleich eine erste Herausforderung.
Wir teilten uns die Aufgaben wie Navigation, Steuern gut untereinander ein und erlebten bei halben Wind einen sehr schönen Segeltag.
Abends erkundeten wir den tollen Strand der mich irgendwie an den Atlantik erinnert und gingen natürlich auch baden.
An Bord wurde von der restlichen Crew ein leckeres Abendessen zubereitet und es wurde ein schöner Abend mit viel Spaß und dem dazugehörigen französischen Wein.
Am nächsten Morgen schliefen alle erstmal richtig aus, und gegen Mittag machten wir uns auf Richtung Gruissan.
Wir entschieden uns bei den vorherrschenden Winden nur das Genua-Segel gerefft zu setzen und waren damit auf der richtigen Seite.
Die Winde gingen achterlich bis auf 20 Knoten und die Welle baute sich gerade in den geringeren Tiefen mächtig auf.
Nachdem wir die schmale Hafeneinfahrt von Gruissan mit Maschine und Genua-Segel sowie seitlicher Welle gut passierten, konnten wir im gut geschützten Hafen direkt längs neben einigen Hafenkneipen fest machen.
Leider ist für heute Nacht und auch morgen Sturm und Gewitter angesagt und es blitzt bereits rund um uns.
Wir haben noch das Schiff mit zusätzlichen Leinen – den Springs – gesichert und gehen so langsam in die Kojen.
Ich habe mich über die Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung informiert und hoffe das wir dazu morgen etwas Zeit und gutes Wetter finden …

Die Bucht von Cap d’ Agde


Die Altstadt von Gruissan mit ihren davor gelagerten Salz-Lagunen.

12.09.2021
Wir verlassen nun morgen das mir so an das Herz gewachsene Frankreich und werden planmäßig den ersten Hafen in Spanien erreichen.
Vorher haben wir jedoch den Ort Gruissan mit seiner wunderschönen in Schnecken-Form angelegten Altstadt um die Burgruine, der Meeres-Salz-Gewinnung und Banyuls, eine noch schönere alte Hafenstadt mit einem direkt angrenzenden Uni-Meeres-Forschungsinstitut kennengelernt.
Hier gefällt es mir auf unserer Reise besonders gut.
Die Mischung aus Meer, den hier beginnenden Pyrenäen, den freundlichen Menschen, dem herrlichen Wein sowie der Meeres-Forschung begeistern mich.
Ich konnte mir nicht die Gedanken unterdrücken hier zu bleiben.
Das gemeinsame heutige Muschel-Abendessen an Bord passte gut zu diesem Gedanken.
Wir zirkelten noch einmal unsere bevorstehenden Seemeilen auf den Seekarten ab und beschlossen, dass noch genügend Zeit für einen Besuch der Meeres-Aquarien in Banyuls drin ist.
Auch das Segel-Wetter passte in die schönen Erlebnisse der letzten Tage mit halben Wind ohne Welle ganz gut als Urlaubs-Segel-Wetter…

Banyuls mit seinem Viadukt

19.09.2021
Adios Spanien … nachdem wir den Golf von Leon bis zur Costa Brava durchsegelten, endet nun die abenteuerliche Reise für mich nach 483 Seemeilen – das sind ca. 895 Kilometern in Barcelona.
Dabei habe ich von wunderbaren Seegeltagen, Starkregen, Windböen bis 39 Knoten alles erlebt was man sich im Wassersport vorstellen kann.
Wir haben Spanien mit seinen sehr sauberen und gepflegten Marinas sowie der herrlichen Landschaften entlang Port de la Selva, L’Escala Port d’Aro bis Port Balis kennengelernt.
Lediglich die stellenweise Betonklotz-artigen Hotelanlagen an einigen Küsten trübten die ansonsten wunderschönen Eindrücke.
In Barcelona angekommen gönnten wir uns noch einige Stunden am Strand bis zu unseren gestrigen Abflug in die doch ziemlich kalte Heimat …

Teil 8: Segeln von Pisa nach Saint-Laurent-du-Var (bei Nizza)

So wie geplant ging es nun am 09.07. los. Ohne Komplikationen mit dem Lufthansaflieger nach Frankfurt, umsteigen in einen Flieger von Air Dolomiti (hatte ich bisher auch noch nie gehört) und dann planmäßige Landung in Pisa. Sogar unser Gepäck landete mit uns in Pisa, was ja nicht unbedingt immer so klappt.

Wir hatten einen Mietwagen gebucht, den wir dann nach längerem Suchen auf einem Riesenparkplatz auch fanden. So gelangten wir ziemlich unkompliziert nach Arnovecchio, wo die Yssabeau schon auf uns wartete. Das Unterwasserschiff war mit Antifouling gestrichen, der Rumpf poliert, nur das Deck war völlig verdreckt. Da gab es dann außer den üblichen Arbeiten wie Segel anschlagen, Bimini und Sprayhood anbauen etc. noch einiges zu tun.

Das Schiff sollte dann am Montag ins Wasser, so dass wir Samstag und Sonntag Zeit hatten, einige Dinge zu erledigen, wobei sich unser Mietwagen als wahrer Segen entpuppte. Wir konnten in die Stadt fahren und beim Lidl unseren Proviant für die kommende Zeit einkaufen. Vor allem mußten wir die Getränke nicht durch die Gegend schleppen.

Hatten wir am Freitagabend noch Glück, dass wir nach zwei Versuchen einen Platz in einem Restaurant ergattern konnten, so erwies sich das am Samstag als unmöglich. Ohne Reservierung ging da gar nichts. Die Rettung war dann eine Dönerbude, von wo wir ein Takeaway Kebab mit aufs Schiff nahmen.

Am Montagnachmittag wurde die Yssabeau dann ins Wasser gekrant und wir verholten auf einen Liegeplatz an einem Steg. Werner brachte das Auto zum Vermieter am Flughafen und ich kümmerte mich ums Schiff. Beim Blick in den Motorraum stellte sich heraus, dass die Kühlwasserpumpe leckte und jede Menge Wasser in der Bilge stand. Somit war ich erst einmal damit beschäftigt, die Bilge zu lenzen.

Auf einen Motormechaniker, der die Kühlwasserpumpe abdichten sollte, mußten wir dann einen Tag warten, was aber nicht besonders schlimm war, hatten wir doch ohnehin noch genug zu tun.

Man glaubt’s ja nicht, aber aus nicht so richtig nachvollziehbaren Gründen funktionierten einige Dinge nicht mehr, die vor der Außerdienststellung noch funktioniert hatten.

So verbrachten wir fast einen ganzen Tag damit, die LED-Leuchte über der Pantry wieder zum leuchten zu bringen. Die Stromverteilung und das Kabel waren völlig marode und wurde von Werner und mir erneuert.

An Arbeit mangelte es nicht, was dazu führte, dass wir erst am Freitag den 16.07. los kamen. Für die drei Tage, die wir nach dem Slippen auf dem Wasserliegeplatz gelegen haben, durften wir dann nochmal 30,- € pro Tag extra bezahlen.

Bei mäßigem Wind ging es dann elf Meilen nach Viareggio. Unterwegs stellten wir dann fest, dass weder die Logge noch der Drehzahlmesser des Motors irgendetwas anzeigten. Der Ausfall der Logge ist zwar ärgerlich aber nicht so dramatisch. Das hatten wir ja schon öfter, wenn sich irgendein Treibgut im Impeller festgesetzt hatte. Der Drehzahlmesser machte mir da größere Sorgen. Auch mit reichlich Kontaktspray war das Ding nicht wieder zum Leben zu erwecken.

Beim Bilgencheck in Viareggio fand ich wieder Kühlflüssigkeit in der Motorbilge, nicht mehr so viel wie vorher, aber doch mehr als nur ein paar Tropfen. Da war ich dann wieder mit Bilge trocknen beschäftigt.

In der Hoffnung, dass sich vielleicht doch noch am Samstag ein Monteur für den Motor findet, verbrachten wir den Samstag in der Marina, wieder mit diversen Arbeiten am Boot.

Natürlich läßt sich am Wochenende kein Handwerker auftreiben und so beschließen wir, am Sonntag nach Carrara zu fahren.

Den größten Teil der 13 Meilen Strecke segeln wir bei abflauenden drei Windstärken, da ich den Motor nicht beanspruchen will. Man weiß ja nicht, was da mit der Kühlung ist.

Carrara ist ein großer Hafen – immerhin werden hier die Marmorblöcke verschifft – und es dauert eine ganze Weile, bis ich über UKW einen Marinero vom Club Nautico zu fassen kriege, der uns dann einen Liegeplatz zuweist. Wir schildern ihm unser Problem und er verspricht, sich am Montag darum zu kümmern. Also wieder ein Hafentag.

Am Montagmorgen, auf dem Rückweg von den Sanitäranlagen, treffe ich Luciano (so heißt der Marinero von gestern) zufällig bei der Krananlage. Auf meine Nachfrage bezüglich eines Motormechanikers greift er zum Telefon und unternimmt offenbar mehrere Versuche, einen Mechaniker zu organisieren, was ihm aber nicht gelingt. Die sind angeblich alle ausgebucht und beschäftigt.

 

Mittlerweile haben sich noch zwei weitere Personen zu uns gesellt und machen Vorschläge, wen man noch alles anrufen könnte. Einer von denen spricht ganz gut Englisch, so dass eine Verständigung über unser Problem zustande kommt.

Tatsächlich findet sich dann doch noch ein Mechaniker, der verspricht, irgendwann im Laufe des Nachmittags am Schiff vorbei zu kommen. Und tatsächlich, er taucht dann wirklich auf, stellt sich als Fillipo vor und erklärt gleich in gut verständlichem Englisch, dass er, weil er ein paar Jahre in Amerika gelebt hat, Amerikanisch spricht und mit Englisch nichts zu tun haben will.

Mir war das egal, konnte man doch ganz gut mit ihm auf Englisch kommunizieren.

Nachdem ich ihm unsere Probleme – glibberiges Wasser in der Motorbilge und ein nicht funktionierender Drehzahlmesser – geschildert hatte, machte er sich gleich daran, den Motor zu checken, um nach einiger Zeit des Suchens festzustellen, dass nirgendwo eine Undichtigkeit zu finden war. Um sicher zu gehen meinte er, müßten wir aus dem Hafen rausfahren und den Motor unter Last prüfen.

Für den Drehzahlmesser fühlte er sich nicht so richtig zuständig, da er kein Elektriker sei.

Also fuhren wir erst einmal vor den Hafen und drehten dort Kreise unter Motor. Irgendwelche Undichtigkeiten an der Maschine konnten wir nicht feststellen und nach einigen Überlegungen kamen wir zu dem Schluß, dass die Firma, die in Arnovecchio den Motor gewartet hatte, wohl mit dem Auffüllen des Kühlmittels etwas großzügig verfahren war und der Überschuß in die Bilge gedrückt worden war. Also, das Problem war gelöst.

Während wir unsere Kreise drehten, erhielt unser Mechaniker mehrere Anrufe auf seinem Handy und er fragte dann, ob wir ein Segelboot mit Motorschaden, welches irgendwo vor dem Hafen herumsegelte, abschleppen könnten. Keine Frage, das wollten wir dann wohl machen.

Unser Mechaniker Fillipo hatte schon angekündigt, dass wir es wohl mit einer ziemlichen Chaotencrew zu tun bekämen. Und so war’s dann auch.

Die kamen dann mit zwei Mann Besatzung angesegelt und hatten – bevor sie überhaupt irgendwelche Vorbereitungen für einen Schlepp getroffen haben – nichts besseres zu tun, als ihr nachgeschlepptes Dingi an Deck zu hieven. Das dauerte und derweil fuhren wir neben denen her.

Warum die sich nicht selbst mit ihrem Dingi abschleppen konnten, ist mir auch nicht klar geworden. Jedenfalls konnten wir nach einiger Zeit die von uns vorbereitete Schleppleine übergeben und dann langsam in Richtung Hafen motoren.

Der Steuermann der geschleppten Yacht fuhr hinter uns wilde Kurven nach links und rechts hinter uns her, bis Fillipo ihm lautstark klar machte, das er gefälligst geradeaus hinter uns Kurs halten solle.

So schafften wir es dann die beiden „Helden“ in den Hafen bis kurz vor die Werft zu schleppen, wo die die Schleppverbindung dann loswarfen. Fillipo hatte telefonisch schon ein paar Leute aktiviert, die dann das langsam auf die Pier zu treibende Segelboot in Empfang nahmen. Für uns war’s das und wir fuhren zu unserem Liegeplatz beim Club Nautico.

Mit dem Hinweis, er hätte noch etwas anderes zu tun, verabschiedete sich Fillipo von uns, versprach aber, sich hinsichtlich der Elektrik für den Drehzahlmesser zu informieren und am nächsten Tag wieder zu kommen. Für uns hätte das ggf. einen weiteren Hafentag bedeutet.

Werner und ich beschlossen, den Tag als erledigt zu betrachten und uns erst einmal einen Gin Tonic zu gönnen.

Kaum stand das Getränk bereit, erschien Fillipo mit noch einem Menschen, den er als Elektriker ausgab. Dieser Mensch verstand offenbar etwas von seinem Handwerk. Nachdem die beiden das Instrumentenpanel aus- und auseinandergebaut hatten und an allen möglichen Kabelverbindungen an und vom Motor mit einem Meßgerät geprüft hatten, kam man zu dem Schluß, das die sich am Instrumentenpanel befindliche Steuereinheit kaputt sei. Ein Ersatz sei auf die Schnelle ohnehin nicht zu beschaffen, aber sie hätten die elektrischen Funktionen soweit wieder hergestellt, dass zumindest der Alarmpieper und die Leuchten wieder funktionieren. Auf den Drehzahlmesser müßten wir allerdings verzichten.

O.K., damit mußten wir dann leben. Man kann den Motor auch nach Gehör fahren.

Für die ganze Aktion zahlte ich dann 90,- €, was angesichts der Zeit die Fillipo und auch der Elektriker verbracht hatten durchaus angemessen war.

Eine angenehme Überraschung erlebten wir dann am nächsten Tag im Marinabüro beim ausklarieren. Für die zwei Tage im Club Nautico zahlten wir gerade einmal 20,- € pro Tag, also 40,- €. Das war mit Abstand der billigste Tarif der ganzen Reise.

Die nächsten Tage verliefen mehr oder weniger ereignislos. Der Wind schwächelte so dass wir etliche Meilen unter Motor zurücklegen mußten.

Von Carrara aus ging es über Lavagna Marina, Marina di Varazza, Marina di Loarno und Marina Andora nach San Remo.

In der Marina di Loarno erhielten wir sogar 10% Rabatt auf die Liegegebühren. Bei der Anmeldung im Hafenbüro entdeckte die Mitarbeiterin meinen Mitgliedsausweis der DSV Kreuzerabteilung zwischen den Schiffspapieren und bot von sich diesen Rabatt an. Mit 52,75 € war’s immer noch teuer genug.

Gekrönt wurde unser Aufenthalt in der Marina di Loarno noch von einem abendlichen Rockkonzert in unmittelbarer Nähe unseres Liegeplatzes, welches auf einer großen Freifläche in luftiger Höhe vor dem Hafenbüro statt fand. Mein Musikstil war das nicht unbedingt, aber dafür war es ziemlich laut und nach gut einer Stunde auch schon vorbei.

Alles in allem verlief der Törn wenig aufregend, da der Wind eher mäßig blies und der Motor häufiger zum Einsatz kam. Unterwegs zeigte die Logge dann auf einmal wieder die Geschwindigkeit an, ohne dass wir etwas daran gemacht hatten. Geht doch, warum nicht gleich so?

In San Remo hatten wir die Wahl zwischen der Marina oder dem Porto Communale. Wir entschieden uns für letzteren, auch weil er näher an der Altstadt liegt.

Wir guckten uns einen freien Platz an der Südmole aus, an der schon zwei Schiffe lagen und quetschten uns mit Hilfe eines Crewmitgliedes der hinter uns liegenden französischen Yacht zwischen die beiden. Die Möglichkeiten zum Festmachen waren sehr begrenzt, die wenigen Poller standen weit auseinander und die Ringe an der Hafenmauer waren durchgerostet. Nach einigem Gefummel hatten wir die Yssabeau dann ganz gut festgemacht, um dann festzustellen, dass es weder Strom noch Wasser gab und auch die Sanitäranlegen verschlossen waren.

Dafür haben wir dann auch kein Liegegeld bezahlt, obwohl Werner pflichtschuldigst das Hafenbüro aufgesucht hat, welches allerdings geschlossen und niemand erreichbar war.

Zum Abendessen gingen wir in die Stadt. San Remo ist selbstverständlich ein von Touristen bevölkerter Ort. Aber auch die Italiener selbst tragen dazu bei, dass es in der gesamten Altstadt von Menschenmassen nur so wimmelt. Es war schon schwierig, ein für uns passendes Restaurant zu finden. Schließlich gelang uns das in einer relativ engen Gasse, wo wir dann ganz gut gegessen haben und das auch noch für Italienische Verhältnisse zu halbwegs vernünftigen Preisen.

Am nächsten Morgen – es war Sonntag – unternahmen wir erst gar nicht den Versuch, im Hafenbüro Liegegeld zu bezahlen und machten uns einfach vom Acker.

Der Wind wehte mäßig bis gar nicht, so dass wir erst einmal eine ganze Weile motorten. Irgendwann kam dann doch etwas Wind auf, so dass wir über die immaginäre italienisch-französische Grenze segeln konnten. Wir waren in Frankreich.

Das machte sich sofort bemerkbar, als wir in den Hafen von Menton einliefen. In der Marina Menton Garavan gab es eine Anmeldepier neben der Tankstelle, an der man zuerst festmachen mußte, um sich dann im Hafenbüro anzumelden. Hier bekam man dann einen Liegeplatz zugewiesen, an den man dann verholen konnte, was wir dann auch taten. Ein junger Mann stand schon dort und war uns beim anlegen behilflich.

Von Menton aus ging es dann die Küste entlang, an Monaco vorbei in Richtung Nizza. Wir konnten sogar segeln.

Aus der Ferne machte Monaco keinen besonders guten Eindruck auf mich. Von der Altstadt, so es denn eine gibt, war von See aus nicht allzuviel zu erkennen. Das imposanteste Gebäude war das Meeresmuseum, welches direkt am Ufer steht. Ansonsten ragen Hochhäuser in den Himmel und ein paar Super-Motoryachten, die vor und im Hafen lagen, zierten die Stadtansicht. Wohnen möchte ich dort nicht, aber ich brauche auch kein Steuerparadies.

Wir passierten Nizza in nicht all zu weitem Abstand, so dass wir einen schönen Blick auf die Stadt hatten und segelten parallel zur Landebahn des Flughafens nach Saint Laurent du Var.

Da unser Dieseltank ziemlich leer war, machten wir erst einmal an der Tankstelle fest und bunkerten 70 Liter Diesel.

Die Tankstellenpier war auch gleichzeitig Einklarierungspier. Das Hafenbüro war gleich nebenan.

Wir hatten uns zwar übers Internet angemeldet, aber offenbar war die Mail nicht auffindbar. So dauerte es ein wenig bis man einen Liegeplatz für uns gefunden hatte.

Wir verholten dorthin und wurden von einem hilfreichen Marinamitarbeiter in Empfang genommen.

Hier endete dann erst einmal der Sommersegeltörn. Die Nachfolgecrew hatte abgesagt und Werner und ich flogen am 29.07. nach Hause.

Ich fand den Reiseabschnitt von Pisa nach Nizza eigentlich recht schön. Die Küstenlandschaft ist von grüner Vegetation geprägt, obwohl natürlich auch

bebaut.

Nach meinem Empfinden lebt hier auch ein ganz anderer Menschenschlag, als in Süditalien. Wir begegneten immer freundlichen und hilfsbereiten Leuten und irgendwie machte die ganze Atmosphäre in den Häfen und auch in den Orten einen entspannteren Eindruck. Ich hatte nie das Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden, eher das Gegenteil war der Fall.

 

Alles in allem war es ein ganz netter Saisonauftakt, sieht man einmal von den Reparaturen ab, die trotz der teuren Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen im Winterlager dann doch noch unterwegs anfielen.

Ricos Reiseberichte 2020

Samstag, der 5.9.20

 

Ein Buongiorno von den Liparischen Inseln! Auf der für uns letzten Überfahrt nach Milazzo nun auch der letzte Reisebericht von diesem schönen Segelabeteuer. Nachdem wir am Donnerstag in einer wunderschönen Bucht vor der Insel Vulcano vor Anker lagen und unsere mitgebrachten Steaks am Achterdeck auf den Grill gepackt hatten, wurden wir mit einem traumhaften Sonnenuntergang verwöhnt.

Gestern fuhren wir dann in den Hafen der Insel um an Land uns ein Bad in den Schwefel-Quellen direkt am Strand zu gönnen. Am Nachmittag war dann der Aufstieg auf den ca. 300 Meter hohen Vulkankrater geplant. Der beschwerliche Aufstieg wurde mit einer atemberaubenden Aussicht von Stromboli bis Lipari belohnt. Heute Abend werden wir uns in Milazzo noch ein nettes Lokal suchen um noch einmal die italienische Küche zu genießen.

 

Montag, den 31.8.20 

Moin, heute mal wieder ein kleiner Reisebericht. Nachdem Max am Samstag pünktlich zum Schulstart nach Hause flog, kamen die Mädels Elisabeth und Sabine an Bord. Die beiden müssen sich nun erstmal an die Hitze gewöhnen. Nun segeln wir zu fünft weiter Richtung Norden in die Straße von Messina über Riposto nach Regio de Calabria weiter zu den Liparischen Inseln mit dem berühmten Stromboli. Dabei wollen wir noch die letzten südlichen Winde vor einer nahenden Gewitterfront aus Tunesien nutzen. Auf See gab es eine schöne Badepause bei der ich unter das Boot tauchte um die Logge ( ein kleines Rädchen das die Geschwindigkeit in Knoten zu den Instrumenten überträgt) von Algen zu befreien und wieder gängig zu machen. Eine extra ausgebrachte Achterleine (am Heck des Schiffes) mit einem daran angebrachten Fender sorgten für Badespass. Elisabeth bekommt nach und nach eine umfassende Einweisung in das seemännische Handwerk. Abends kochten die Mädels mediterrane Küche mit leckeren Muscheln und einem Salat aus den herrlichen italienischen Tomaten. Leider berichten Segelfreunde aus Griechenland, dass die Spannungen zwischen den Griechen und den Türken zunehmen und deshalb das dortige Revier verlassen und sich auf den Weg nach Sizilien machen. Wir sind froh davon und von Corona Risikogebieten fern zu sein.

Mittwoch, den 2.9.20

Moin, nachdem wir gestern einen Besuch im noblen Stadtteil von Reggio de Calabria mit seinen unendlichen Schuh- und Modegeschäften machten, setzen wir heute unsere Reise fort und verließen das Ionische Meer Richtung Tyrrhenisches Meer vorbei an der Meerenge an der Straße von Messina. An der Grenze dieser beiden Meere konnten wir die eigenartigen Verwirblungen auf Grund der enormen Strömungen beobachten, welche in der griechischen Sage den Ort der beiden Meeresungeheuer Skylla und Charybdis beschreiben. Zitat Homer Odyssee: „ Während wir nun, in der Angst des Todes, alle dahinsahn,Neigte sich Skylla herab, und nahm aus dem Raume des Schiffes

Mir sechs Männer, die stärksten an Mut und nervigen Armen.

Als ich jetzt auf das eilende Schiff und die Freunde zurücksah, 

Da erblickt‘ ich schon oben die Händ‘ und Füße der Lieben,

Die hoch über mir schwebten; sie schrien und jammerten alle… „. 

Nach dem Passieren dieses mystischen Ortes zeigte sich der mächtige Vulkan Stromboli Steuerbord voraus und die Insel Vulcano an der Backbordseite am Horizont. Neuer Kurs und Ziel des heutigen Tages ist der Hafen der kleinen Stadt Milazzo.

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23.08.2020:

Moin, nun will ich mich nochmal melden. Nachdem wir in Crotone an Bord gingen und uns die Kojen eingerichtet hatten, war erstmal Einkaufen angesagt. Wir transportierten jede Menge Getränke an Bord aber auch einiges von dem guten italienischen Schinken. Gestern ging es dann nach einem guten Frühstück auf See und Max durfte seine Kräfte beim Segel setzen unter Beweis stellen und anschließend auch steuern. Am Nachmittag waren wir dann in Le Castello, ein netter kleiner Ort mit einem kleinen Hafen. Max holte sich seinen Fotoapparat und schaute sich das Städtchen an, unter Deck wurden Spaghetti zubereitet und ich kümmerte mich um die Rückflüge. Nun steht fest, dass wir nach Sizilien Richtung Crotone weiter in die Straße von Messina fahren. Heute Morgen ging es dann gegen 7 Uhr los, denn wir müssen 44 sm schaffen. Die technischen Probleme an der Elektrik und am Kühler der Yssabeau sind behoben und das Schiff läuft wieder….

 

25.08.2020:

Buongiorno! Heute mal wieder ein kleiner Reisebericht. Der gestrige Segeltag hatte zum Anfang etwas mehr Seegang. Max wurde immer ruhiger und fütterte schließlich die Fische. Wir konnten ihm aber vorher noch an die Lee-Seite schicken (die Wind-abgewandte Seite) und so blieb das Schiff sauber. Etwas später beruhigte sich die See wieder und wir wurden mit einem kurzen Delfin-Besuch belohnt. Es ist schon faszinierend wie schnell diese schönen Tiere im Wasser sind. Nachdem wir dann im Hafen unseren nächsten Großeinkauf mit Hilfe eines Lieferservices erledigten, stärkten wir uns in der Pizzeria am Hafen. Das war auch nötig, da wir beschlossen hatten am Abend auszulaufen und einen Nacht-Segeltörn für die bevorstehenden 70 sm einzulegen. Wir checkten noch einmal die Beleuchtung des Schiffes und dann ging es los. Die Wachablösung wurde einstimmig alle vier Stunden bestimmt. Nachdem ich die erste Wache mit Jörg unter einem schönen Sternenhimmel verbracht hatte, zeigte sich heute Morgen der gewaltige Aetna mit seinen 3300 Metern Höhe. Diesen steuern wir nun direkt an. Zwischendurch drehte der Wind in der Düse in der Straße von Messina bis auf 22 Knoten und ein Reffmanöver auf die 1. Reffstufe am Großsegel und auf Genua 3 waren notwendig. Jetzt steuern wir direkt das Tor zum Aetna – Riposto an….

 

27.08.2020:

Moin, gestern gönnten wir uns einen Tag Pause in Riposto. Wir erkundeten die kleine Innenstadt, probierten mal wieder das leckere italienische Eis und waren baden. Am Nachmittag wurden wir Zeuge einer sizilianischen Hochzeit bei der die Braut von ihrem Vater mit dem Boot zum Bräutigam geschafft wurde. Abends kauften wir uns an dem kleinen Markt am Hafen frische Schwertfisch-Stücke und machten uns ein leckeres Abendessen. Heute Vormittag sind wir dann aus der ziemlich hochpreisigen Marina ausgelaufen und nehmen Kurs auf eine kleine Bucht vor Catania. Max hat sich Reisetabletten besorgt und sieht heute auf See besser aus. Peter macht uns unter Deck leckeres Bruschetta. Sollte uns diese gefallen, werden wir heute Nacht da vor Anker ?? gehen….

 

28.08.2020:

Buonasera, heute mal wieder ein neuer Reisebericht. Nachdem wir gestern von Riposto mit achterlichen Wind die Segel setzen, war unser eigentliches Ziel in einer der Buchten zwischen den Zyklopen-Inseln und Catania zu Ankern. Leider war die Welle so hoch, dass wir unseren Plan begraben mussten. Also beschlossen wir direkt nach Catania weiter zu segeln. Hier liegen wir nun in einer kleinen Marina mitten im großen Stadthafen umgeben von den großen Fähren Richtung Neapel und Salerno. Nach einer ruhigen Nacht waren wir heute Morgen ziemlich erstaunt wie der Aetna unser Schiff mit schwarzer Asche bedeckt hatte. Überhaupt waren in der Marina alle schon mit Reinschiff beschäftigt. Die Mühen wurden aber mit einem Besuch der schönen Altstadt von Catania belohnt. Diese Stadt wurde schon einmal durch die Vulkan-Lava und einen Erdbeben vollständig zerstört und wieder aufgebaut.
















Warten in Brindisi

Nr.3

Montag der 10.08.2020

Buongiorno

Jörg und ich sind morgens so aufgestanden , dass die Mechaniker um 08:00 Uhr mit der Arbeit am Wärmetauscher, der sich unter Jörgs Koje befindet, anfangen können. Frühstücken werden wir, wenn ich wiederkomme. Jörg bleibt an Bord und ich gehe in den größeren 3 km entfernten Supermarkt in Brindisi. Hier bekomme ich Obst, Gemüse, Fleisch etc. alles was man so braucht. Bei meiner Rückkehr nach 2 h sind die Mechaniker noch nicht da. Wir frühstücken, keine Mechaniker. Wir warten den ganzen Tag, mahnen über die Marina an, nichts passiert.

Gegen 18:00 Uhr hab ich die Faxen dicke und begebe mich auf das ziemlich große Werftgelände um ihn zu suchen, finde ihn aber nicht. Finde aber das Office und dort ist auch Claudia, unserer telefonischer Kontakt auf der Werft. Sie spricht gut Englisch und verspricht mir das selbe wie schon seit Tagen, diesmal aber ins Angesicht und nicht nur am Telefon, der Mechaniker ist in einer Stunde da. Sollte das nicht der Fall sein so möchte ich Sie heute abend wieder persönlich ansprechen, sie ist auf einer Feier in der Marina. Wollen mal sehen!!!

Natürlich ist er nicht nach einer Stunde da. Um 20:00 Uhr erscheint er, freundlich lächelnd. Ich führe ihn unter Deck, zeige ihm wie vor3 Tagen denn Schaden am Wärmetauscher und er sagt „Pot“ und verschwindet wieder mit der Bemerkung Claudia.

Was soll ich dazu sagen? Wir können auch nicht zu einer anderen Werft mit dem Schaden, wenn wir den Motor anschmeißen säuft die Yssabeau ab, da die Kühlerpumpe das Kühlwasser direkt in die Bilge pumpt.

Weinchen trinken, und den Puls runterfahren.

 

Dienstag der 11.08.2020

Nicht gut geschlafen. Die Temperaturen gehen auch nicht mehr unter 28 Grad und kein Windhauch kühlt nachts den aufgeheizten Rumpf der Yssabeau. Ich gehe nach dem Duschen ins Marina Cafe und trinke einen Espresso. Meine Gelassenheit stellt sich irgendwie nicht so recht ein.

Frisches Brot kaufen, frühstücken, Claudia anrufen, werden auf 11:30 Uhr vertröstet, er kommt wieder nicht. Jörg bleibt weiter an Bord und ich fahre mit dem Bus in die Stadt Brindisi. Bei knappen 30 Grad stellt sich keine große Entspannung ein.

Das Städtchen ist hübsch aber gegen Mittag ist es fast gänzlich ausgestorben. Es ist wie überall sehr leer, Cafés haben fast alle geschlossen, keine Touristen. Ich suche eines mit schöner Aussicht, finde aber keins, also kaufe ich noch etwas ein und fahre mit dem Bus gegen 18:00 Uhr zurück. Das Schiff ist zu einem Wäschetrockenplatz geworden, Jörg hat gewaschen und es war kein Mechaniker an Bord, anrufen und vertrösten auf morgen. Jörg macht uns Huhn auf Reis und wir begrüßen eine Deutsche Familie die neben uns an Bord gehen, klönen ein bisschen und genießen den Abend bei einem Bierchen. Ich bin müde vom Tag und gehe früh in die Koje.

 

Mittwoch der 13.08.2020

Moin allen Reisebegleitern.

Noch einen Hinweis an alle. Wenn Ihr eine Mitteilung an mich habt, schreibt mir auf meiner Adresse „Peter Haslbeck“,  wenn Ihr einfach auf Reisebegleiter antwortet lesen das ALLE Reisebegleiter.

Stehe früh auf und gehe Kaffee trinken. Schreibe am Reisebericht und genieße die Ruhe des anbrechenden Tages. Als ich an Bord komme ist tatsächlich ein Mechaniker da und baut den Wärmetauscher aus, nach 5 Tagen. Er braucht eine halbe Stunde. Der Wärmetauscher hat im Boden ein Loch, der Fehler. Er nimmt das Teil und verschwindet lächelnd. Mal sehen wie lange er für das Schweißen braucht?

Es ist auch heute ziemlich heiß. Wir machen ein paar kleine Reparaturen, dösen etwas, essen nachmittags ein Eis in der Gelateria und lassen die ruhige Atmosphäre auf uns wirken. Die Crew einer Segelschule übt im Hafenbecken, ein paar wenige Menschen schlendern über den Steg, irgendwo klappert ein Fall (das Tau mit dem man das Segel hochzieht und wieder fallen lässt), eine Möwe schwimmt im Hafenbecken, Jörg legt seine Wäsche zusammen, eine andere Segelyacht legt irgendwo an, entspannen!

17:30 Uhr das Loch ist nicht mehr zu schweißen, der Wärmetauscher muss neu gefertigt werden, jetzt kann es eng werden für das Aufsteigen der neuen Crew Rico + Max.

Wir haben aber wie immer einen Plan B. Wenn wir einen Nacht Törn über den Golf von Tarento einlegen und Gas geben würden, wird die Strecke in der Hälfte der Zeit zu schaffen sein. Vorausgesetzt, der Wärmetauscher würde in dieser Woche noch kommen, mal sehen und die Hoffnung nicht verlieren.

Essen erst einmal Tortellini mit einem leckeren Salat und lauschen an Deck einer Jazz Band die auf dem Gelände ein Konzert gibt. Gute Musik bis 24:00 Uhr. Jörg geht schlafen und ich genieße noch die nächtliche Ruhe.

Gute Nacht und bis dann.

Peter


Die leere Marina


Spaziergang durch die Stadt

Villanova bis Brindisi

Samstag der 08.08.2020

Moin Ihr Lieben.

Die Nacht unter Anker war sehr erholsam und der Morgenspaziergang fällt wegen mangelnder Landberührung aus. Dank des Spirituskochers gibt es aber Kaffee und nach einem ausgiebigen Frühstück heißt es um 10:20 Uhr Anker auf.

Der Wind ist mit uns und bläst mit gemütlichen 3Bft aus NE (Nord Osten) so das wir bei raumen Wind ( er kommt von der Seite)und leichter Bewölkung bei angenehmen 25 Grad nach Brindiesi segeln.

Für die nicht Segler:

Ein-und auslaufen passiert immer unter Maschine. So auch heute: Genua (das kleine Vorsegel) einrollen, Großsegel runter und am Baum befestigen, Motor an, in den Hafen einlaufen und festmachen. So auch heute in Brindisi.

Was anders ist? Das Schiff ist voller Wasser, bis über die Bodenbretter. Sch………. bedeutet: Bilsch Pumpe anmachen, Schiff leer pumpen, den Rest ca 100 L. mit Schwamm und Eimer  nach Außenbords befördern und vor allen Dingen schauen, wo kommt das Wasser her.

Technik: Wasser zum kühlen des Motors wird natürlich warm. Über einen Wärmetauscher wird es mit Meerwasser gekühlt. Vermutung: Dieser Wärmetauscher ist leck und die Pumpe pumpt das Wasser nicht ins Meer sondern ins Schiff. Der angerufene Mechaniker kommt schnell und wir vermuten dass er unsere Vermutung teilt. Fremdsprachen spricht in diesem Teil Italiens so gut wie keiner. Da morgen Sonntag ist wird er Montag um 08:00 Uhr kommen und den Wärmetauscher ausbauen. Das bedeutet für uns, mehrere Tage im Hafen bleiben. Und für Jörg Kosten.

Nächstes Desaster, gegen die Auswahl im hiesige Minimarket ist meine Speisekammer zu Hause ein Schlaraffenland. Bedeutet: Montag in den 3 km entfernen Supermarkt gehen und Vorräte auffüllen. Darauf gönnen wir uns eines der letzten Biere. kratzen die letzten Reste der Vorräte zusammen und brutzeln uns was zum Abendessen.

Gute Nacht.

 

Sonntag der 09.08.2020

Erwache gerädert vom Vortag. Da der Mechaniker um den Schaden zu lokalisieren die Maschine gestern noch einmal eine Minute laufen lassen mußte haben wir wieder 60 L Wasser im Schiff, schwamm, Eimer und die selbe Prozedur wie gestern. Natürlich haben wir erstmal ausgiebig gefrühstückt.

Am Nachmittag habe ich mein schlosserisches Wissen für ein paar  Bastelarbeiten welche an Bord immer anfallen, wie der Aufmerksame Leser meiner Berichte weiß, genutzt und Abends sind wir mangels Vorräten in das Restaurant auf dem Gelände gegangen und haben hochpreisig aber gut gegessenen.

Anreise, Bari bis Villoanova

Mittwoch 05.08.2020

Nach einem guten Flug über Paris in Bari gelandet.Das Flugzeug war nicht ausgebucht und somit hatte ich immer einen Platz neben mir frei. In Paris und in Bari wurde beim ein- und aussteigen Fieber gemessen. Ich habe mich Corona mäßig sicher gefühlt.

In Bari erwartet mich Italien mit Gewitter und Platzregen, also Taxi und ab zur Yssabeau.

Werner war schon abgeflogen und ich heuerte auf einem dry shipp an. Weder Bier, Kaffee, noch Brot an Bord, also?? Das Gewitter und den Regen abwarten. Erst Einkaufen und anschließend fantastischEssen gehen. In einer kleinen Trattoria do Pesce in der Altstadt Wein und Polpo. An Bord noch ein Weinchen und ab in die Koje.

 

Donnerstag 06.08.2020

Morgens wieder in die erwachende Stadt gegangen. Ihr wisst es Schon, schlendern, Käffchen, schauen, es mir gut gehen lassen.

An Bord zurückgekehrt, schön frühstücken und den Plan für heute besprechen.

Wir segeln nach Polignano a Mare ca. 17SM. Die Küste ist hier sehr bebaut, das wird sich aber, je weiter wir nach Süden kommen, ändern. Bei achterlichem Wind Stärke 5 Bft. geht es anfangs nur mit der Genua 3 ( kleines vorsegel) in 3h in die Marina. Guter erster Tag. Die Marina ist sehr komfortabel und lange nicht voll belegt. Am nächsten Tag erfahren wir auch Warum. 110€ für eine Nacht möchte nicht jeder bezahlen. Abends kochen wir an Bord, Koteletts mit Zwiebeln, Kartoffeln und einem leckeren Salat.

 

Freitag 07.08.2020

Um 06:00 Uhr ausgeschlafen und ab in die 3km entfernte Stadt Pilognano a Mare. Eine alte auf hohen Felsen gelegene Stadt.

Es ist auch die Heimatstadt von Domenico Moduclo, der Namen sagt euch nichts? Mir auch nicht. Aber das Lied mit dem er einen Welt Hit landete kennen zumindest die Älteren unter uns „Volare“

Die Stadt hat ihm ein Denkmal gesetzt.

Ist zur Zeit mein Persönliches ProfilBild bei WATSAP.

Ich gehe durch alte sehr, sehr schmale Gassen, immer wieder einen Blick auf das Meer erhaschend, der aus dieser Höhe umwerfend ist, schlängel ich mich durch die schöne und sehr saubere Stadt. Zum Schluss ein Käffchen plus einem Hörnchen. Urlaub.

Zurück, Früstücken und weiter den Italienischen Stiefel entlang gen Südosten nach Villanova do Ostuni.

Bei gutem Wind segeln wir gemütlich immer an der Küste entlang. Gegen 16:00 Uhr laufen wir nach 23 SM und 5h in den Hafen der kleinen Stadt Vilanova ein.

Rappeldickevoll mit einheimischen Booten belegt. Da wo noch ein Plätzchen frei zu sein scheint, werden wir abgewiesen. Zu flach, wir brauchen 2 Meter Wassertiefe, oder das ist ein Eigner Platz und der kommt später noch.

Was Tun? Sichere Ankerbuchten  gibt es an diesem Küstenabschnitt nicht. Einziger Ausweg….. im Hafen Ankern, gesagt getan. Mitten im Hafen werfen wir auf 2,60 m den Anker.

Anlegerbierchen, schauen und Wohlfühlen. Jörg macht uns Spagetti Bolo und wir genießen den Sonnenuntergang. Ach so ja

Sonne, die Temperaturen liegen für Italiens Süden bei sehr angenehm 25 Grad.

 

Teil 7: Segeln in italienischen Gewässern

22.10.2020

Nun bin ich nach einer etwas abenteuerlichen Reise  wieder zu Hause in Kiel. Die Yssabeau liegt in der Marina Arnovecchio in der Nähe von Pisa ein Stück den Fluß Arno hoch. Recht Idyllisch, aber auch etwas rustikal die Anlage.

Wirklich super war, dass mir meine letzte Crew – Kathrin,  Ralf und Christian – tatkräftig bei der Außerdienststellung zur Seite gestanden haben. Bewährt hat sich auch der Mietwagen, den wir für zwei Tage gemietet hatten und mit dem wir dann am Dienstag in der Nacht nach Bergamo gefahren sind, wo wir über „Booking.com“ eine Unterkunft gebucht hatten.

Am 21.10. gab es keine zumutbare Flugverbindung nach Hamburg, weder von Pisa aus noch von Bergamo. Also flog ich mit den anderen nach Berlin, stieg in Schönefeld in den Zug, umsteigen in Berlin Hauptbahnhof und dann wieder in Hamburg.

Wie das dann so ist bei dem „Unternehmen Zukunft“ fiel der Anschlusszug nach Kiel komplett aus. Also ging es mit dem Regionalexpress nach Neumünster, wo ich dann noch einmal umsteigen durfte. Alles etwas mühsam mit 20 Kilo Gepäck plus Tasche als Handgepäck. Vom Kieler Bahnhof gönnte ich mir dann ein Taxi nach Hause. Es war ein langer Tag.

…. Requiesce in pace.

11.10.2020

Endlich einmal wieder Zeit und Muße und ein funktionierendes WiFi. Wir sind eingeweht. Wo? In Santa Marinella. Netter kleiner Hafen mit netten Leuten und für Italienische Verhältnisse fast preiswert, sieht man einmal von Ostia ab.

Der Crewwechsel in Neapel hat gut geklappt. Nur das Wetter hat verrückt gespielt. Vier Tage lang nur Regen und Starkwind, Da sind wir auch am Montag noch im Hafen geblieben. Dann aber ging’s ab nach Capri. Wir wollten dort ankern, weil schon klar war, dass die dortige Marina horrende Liegegebühren verlangen würde.

…. der Vesuv. Nun haben wir sie alle drei!

Wir klapperten alle im Segelhandbuch aufgeführten „Ankerplätze“ ab, um festzustellen, dass man dort bestenfalls einen Badestopp einlegen konnte. Es war zu tief und zu nah am Ufer und der Schwell war so stark, dass es einem das Bier von der Back fegte.

…. wenn bei Capri die Sonne rot im Meer versinkt …..

Notgedrungen motoren wir also dann doch in den Hafen und bissen in den sauren Apfel. 130 Euro für die Nacht!!! das war bisher die Krönung und man kann nicht behaupten, dass die Marinaeinrichtungen besonders komfortabel sind.

Wir begnügten uns mit dem bisher gewonnenen Eindrücken von der Insel und segelten weiter nach Ischia, wo wir dann vor dem Hafen von Sant’Angelo ankerten. Hier haben wir wenigstens das Liegegeld gespart. Wir hatten eine ruhige Nacht bis am Morgen Wind auf kam und die Welle genau in die Bucht stand. Der Anker slippte und wir machten uns hurtig davon. Das war dann Ischia.

Wir segelten dann die Küste entlang, von Hafen zu Hafen, die Marinas rufen unterschiedlich teure Preise auf, der gebotene Komfort steht selten im angemessenen Verhältnis zum Preis. Es gibt keine brauchbaren Ankermöglichkeiten.

In Ostia – in der Nähe von Rom – fand der letzte Crewwechsel statt und nun geht es in Richtung Pisa, wo ich in der Marina Arnovecchio für’s Winterlager eingebucht habe.

Wir werden voraussichtlich am 18. oder 19.10. die Marina anlaufen, dann das Schiff an Land stellen und für den 21.10 ist der Flieger nach Hause gebucht.

23.09.2020

Gleich vorweg: Es gäbe noch ein oder zwei Plätze in der Zeit vom 03.10. bis 09.10. für Kurzentschlossene. Von wo nach wo? Irgendwo zwischen Rom und Pisa oder so.

Wir haben uns entschlossen, die Äolischen oder auch Liparischen Inseln abzuklappern. Vulkano hatten wir ja schon und nun ging’s nach Lipari, Filicudi, Salina und dann nach Stromboli. Die Inseln sind wirklich sehr schön, aber natürlich auch vom Tourismus gebeutelt. Das gilt natürlich auch für Segler und auch noch in der Nachsaison.

Wir sind bei Tag an der Nordseite des Stromboli entlang gesegelt, konnten aber kaum irgendwelche imposanten Vulkanaktivitäten beobachten. Die Mooringboje vor der kleinen Inselstadt Bartolomeo kostete uns dann 60- € inklusive Shuttlesevice an Land und wieder zurück.

Das Besteigen des Vulkans haben wir uns dann verkniffen.

Wir sind dann rüber aufs Italienische Festland nach Tropea – ein sehr schöner Ort – und dann weiter an der Küste entlang Richtung Norden. Mangels Wind haben wir viel motoren müssen; von dem zu diesem Zeitpunkt in Griechenland tobenden Medicane haben wir nichts mitbekommen. Eher das Gegenteil: Flaute!

Über Salerno und Amalfi bewegen wir uns nun in Richtung Neapel, wo dann am kommenden Wochenende ein Crewwechsel stattfinden wird.

Der Stromboli explodiert gerade nicht!

Wo bleibt er denn, der Lavafluss?

07.09.2020

Wir sind immer noch auf Sizilien. Nach dem Abstecher zur Insel Vulcano (s. Ricos Reiseberichte) sind wir nun nach 25 Seemeilen Motoren mangels Wind  in in der Marina Capo Orlando gelandet.

Von Vulcano aus sind wir wieder zurück nach Milazzo in die Marina Poseidon. Dort haben wir ein Auto gemietet, um Rico und Elisabeth zum Flughafen nach Catania zu bringen.

Für die Hinfahrt wählten wir die Tour durch die Berge, fantastisch. Spektakuläre Serpentinenstraßen, herrliche Ausblicke auf Berge und Täler, schöne Örtchen, wenn auch ein bisschen morbide, ausgesprochen nette Tour.

Zurück dann über die – natürlich – mautpflichtige Autostrada mit unendlich vielen Tunneln und dann noch Einkaufen beim „Lidl“. So ein Mietwagen hat schon was.

Noch ein Wort zur Liegeplatzsituation: Auf Vulcano haben wir in einer Bucht geankert, wo, abgesehen davon davon, dass es eh rappelvoll war, die Touriausflugsboote für reichlich Schwell gesorgt haben ( dafür hat es aber nichts gekostet). Am nächsten Tag  sind wir dann sozusagen um die Ecke gefahren nach Porto Levante, um dann für sage und schreibe 90,- € an einem wackeligen Schwimmsteg festmachen zu dürfen, Strom und Wasser inclusive.

Das ist der Blick aus unserer Ankerbucht auf Vulcano

….und das auch noch

Der von den Ausflugsbooten und Fähren verursachte Schwell machte das Liegen hier nicht gerade angenehm.

Das Gleiche gilt für die Poseidon Marina in Milazzo. Eigentlich ist das ein netter Hafen, wäre da nicht der zeitweilige, durch die zahlreichen Motorboote und vor allem die regelmäßig verkehrenden Schnellfähren verursachte Schwell. Da geht’s richtig zur Sache. Es hat uns das Frühstücksgeschirr vom Tisch gewischt.

Um das ′mal richtig deutlich zu machen: Italienische Motorbootfahrer sind eine Pest. Es gibt für deren Geschwindigkeitszustände nur zwei Varianten : Full Power oder Null, d.h. vor Anker liegen und angeln. Niemand nimmt Rücksicht auf andere Bootfahrer, schon gar nicht auf Segelboote.

Auf der anderen Seite muß man auch berücksichtigen, das das Personal in den Marinas ausgesprochen hilfsbereit und freundlich ist. Auch wenn es Sprachprobleme gibt, alles richtet sich zum Besten. Kostet aber auch!.

Wir überlegen noch, wie es weiter geht. Einig sind wir uns darüber, dass wir die Äolischen Inseln absegeln wollen, aber unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt, wie es dann weiter geht. Ich bevorzuge, in Richtung Italienisches Festland zu gehen, um dann das Boot irgendwo nördlich von Rom ins Winterlager zu geben. Konkret ist da noch gar nichts. Wir werden sehen.

03.09.2020

Das ist der Etna. Der hat uns eingeäschert!

02.09.2020

Bisher ist alles gut gelaufen. Nach einem Hafentag in Reggio die Calabria – bei fünf Windstärken aus Nord-West hatten wir keine Lust die Straße von Messina aufzukreuzen – geht’s heute weiter wieder rüber nach Sizilien und dann zu den Äolischen Inseln.

Hier in Reggio di Calabria haben wir ein Deutsches Ehepaar getroffen, die aus Griechenland direkt nach Italien „geflüchtet“ sind. In Crotonne durften die gar nicht erst anlegen und hier hat man sie dann erst einmal für fünf Tage in Quarantäne gesteckt. Der Coronawahnsinn läßt grüßen.

Übrigens: Es gibt nun auch Ricos Reiseberichte.

29.08.2020

Wir verbrachten dann noch einen Tag in der Marina dell Etna. Mit 97,- € pro Tag kann man nicht gerade behaupten, dass das ein Schnäppchen war.

Nun liegen wir in Catania am Steg des Club Nautico, Max ist heute morgen nach Hause geflogen und wir warten auf Sabine und Elisabeth (Ricos Frau), die heute abend ankommen.

Man kann nicht sagen, dass es sich bei unserem  Liegeplatz um eine Oase der Ruhe handelt. Catania ist ein großer Fährhafen und der Lärm des Fähr- und Hafenbetriebes und der ständige Schwell im Hafen machen den Aufenthalt nicht gerade angenehm. Aber es ist nicht weit zum Flughafen.

Als kleines Highlight bedachte uns der Ätna in der vergangenen Nacht noch mit einer Wolke aus feinem schwarzem Staub, mit dem das ganze Schiff überzogen war. Da war erst einmal putzen angesagt.

Morgen werden wir wieder gen Norden segeln, um dann durch die Straße von Messina an die Nordküste Siziliens zu gehen. Wie’s dann weiter geht, werden wir sehen.

25.08.2020

Es ist viel passiert. Von Kroatien aus sind Werner und ich an die Italienische Ostküste gesegelt. Ausklarieren auf der Insel Vis und ankommen in Viestre (Italien) war schon abenteuerlich. Mehr hierzu zu einem späteren Zeitpunkt.

In Brindisi stieg Werner plangemäß aus und Peter kam an Bord.

Entgegen meiner ursprünglichen Vorstellung erwies sich die adriatische Ostküste Italiens als seglerisch nicht besonders attraktiv, außer in der Gegend zwischen Viestre und Manfredonia. Malerische Felsformationen mit höhlenartigen Einschnitten und türkies blauem Wasser.

Ansonsten gab es alles, was man als Segler so erleben kann: Häfen, aus denen man gleich wieder ‚rausgejagt wurde, weil es angeblich keinen Platz mehr gab ( wir haben tatsächlich mitten im Hafen ankern müssen!), kostenloses Liegen an von Anglern bevölkerten Betonpiers ohne jegliche Infrastruktur bis hin zu einer Luxusmarina (110,00 €/Nacht) mit entsprechend guter Infrastruktur.

Hinzu kamen technische Probleme. Wir mußten sechs Tage in Bari in der Marina verbringen, weil der Auspufftopf durchgerostet war und wir beim Motoren jede Menge Wasser im Schiff hatten. Warum die Werft so lange brauchte ist mir nicht eingängig. (s. Peters Reiseberichte).

Kaum war dieses Problem behoben, tauchte das nächste auf: Die gesamte Elektrik brach zusammen. Nichts ging mehr, kein Plotter, das Spidometer zeigte nur Mist an und das Echolot und die Windanzeige gar nichts und das GPS Gerät funktionierte auch nicht.  Also wurde wie in alten Zeiten sozusagen mit der Hand navigiert, Strecken gekoppelt, Landmarken gepeilt. Geht ja auch, habe ich ja schließlich ‚mal gelernt.

Wir kamen abends um ca. 20:00 h in Otranto an und fanden, nachdem wir ein paar Angler verjagt hatten einen Platz an einer Betonpier. Offenbar ist Otranto ein Platz für Ankerlieger, wenn Yachten nur auf der Durchreise sind. Nirgendwo war ein Platz an einem der Schwimmstege zu finden.

Morgens früh tauchten dann auch zwei Beamte der Guardia Costiera auf und wollten uns des Platzes verweisen. Die sprachen kein Wort Englisch, aber so viel war klar: Dies sei militärisches Sperrgebiet. Ich erklärte denen unser Problem mit der Elektrik und nachdem die eine sehr gut Englisch sprechende Kollegin herbei telefoniert hatten, hieß es, dass uns jemand abholen und zu einem anderen Liegeplatz bringen würde.

So kam es dann auch. Nach einiger Zeit erschien ein Boot mit einem Mann, der uns zu einem Liegeplatz lotste, der nach Handbuch an der Pier lag, die für Transitreisende vorgesehen war, aber selbstverständlich immer belegt ist. Für uns mußte eine Motoryacht weichen. (Seltsam?) Der besorgte uns dann auch einen angeblichen Elektriker, der dann ohne weitere Messungen und Prüfungen meinte, das Problem läge an den Verbraucherbatterien, die seien alle kaputt, was weder Peter und ich nicht so richtig glaubten, aber was sollten wir machen.

Nach einem Tag rumgelungere im Hafen brachte der Typ dann auch früh morgens drei neue Batterien und baute sie ein. Das Problem war damit nicht behoben, wie sich dann später herausstellte, als wir Otranto verlassen hatten. Viel Geld bezahlt für nichts, außer unnötiger Weise neuen Batterien.

Wir segelten weiter nach Crotonne, wo wir am Steg des Yacht Club Crotone freundlich empfangen wurden. Ich schilderte dem Hafenmeister gleich beim Anlegen unser Problem und eine Stunde später stand in Elektriker auf der Matte.

Der sprach nun außer Italienisch nichts anderes, aber begriff nach langanhaltenden Erklärungen unser Problem und machte sich mit einem Messgerät zielgerichtet an die Arbeit. Nach zwei Stunden hatte er den Fehler gefunden – ein Masseschluß am Batteriekasten (Peter und ich hatten ähnliches auch schon vermutet) – , den der vorherige Elektriker eigentlich auch hätte erkennen müssen.

Fazit: Der Mann hat einen guten Job gemacht, bis heute funktioniert alles.

In Crotone stießen Rico und sein Sohn Max zu uns und wir segelten nach Santa Maria de Leuka über den Golf von Tarent nach Roccalla Ionica und von dort in einer Nachtfahrt nach Riposto auf Sizilien, wo wir heute ankamen. Der Ätna läßt grüßen.

Heute bleiben wir erst einmal hier! Dann wird  rund um oder hin und her um Sizilien gesegelt.

Mehr demnächst. Schaut auch auf die Rubrik „Reiseberichte“.

06.08.2020

Segeln mit Lothar und Ruth war wieder einmal ausgesprochen nett. Wir haben uns dann auf der Insel Vis getrennt und sind dann von dort nach Viestre in Italien gesegelt. Leider mussten wir die Tremati Inseln auslassen,  weil das Ausklarierungsprozedere auf Vis nicht so funktionierte, wie wir es eigentlich erhofft hatten. Die 70 Meilen nach Viestre gestalteten sich sehr moderat und nachts gegen 02:00 h liefen wir in den Hafen ein, wo uns sogar noch ein Marinero empfing und uns einen Liegeplatz direkt gegenüber einer „Bum Bum Discobar“ zu wies. Ich protestierte und wir konnten an einen anderen Liegeplatz verholen, nun zwischen zwei Discos, aber nicht mehr ganz so laut. Nach drei Anleger Gin Tonics verstummte auch die „Bum Bum“ Musik und wir hatten eine ruhige Nacht. Das junge Volk, dass sich auf der Pier tummelte, verschwand dann auch so poe a poe, Corona ist hier dann wohl auch nicht so das Thema. Aus 1,5 Meter Abstand werden dann wohl eher 1,5 Zentimeter!. Von Viestre aus sind wir dann weiter über Manfredonia und Barletta nach Bari gesegelt, wo dann der Crewwechsel statt fand. Werner flog von Bari aus nach Hause und Peter kam an Bord.

28.07.2020

Entgegen der ursprünglichen Planung sind wir nun doch nach Kroatien gesegelt, auch wenn uns dort die Bürokratie wieder im Griff hatte. Die Italienische Küste der nördlichen Adria ist wohl aus seglerischer Sicht nicht so interessant. In Iz Veli auf der Insel Iz haben wir dann Lothar und Ruth getroffen und sind mit ihnen auf zwei Schiffen zusammen bis nach Primosten gesegelt, wo wir heute in der Marina Kremik eingecheckt haben. Herrliches Segeln bei 3 bis 4 Windstärken und ein paar nette Ankerbuchten gab’s auch. Allerdings wurden wir auch von einem Sommergewitter mit einer Böenwalze mit bis zu 42 Knoten Wind erwischt, mit entsprechender Regenflut.

Die Gewitterfront hat’s in sich.

Wir werden noch ein paar Tage zusammen bis zur Insel Vis segeln. Von dort aus werden Werner und ich dann nach Italien rübersegeln, wo dann am 05.08. der Crewwechsel stattfinden wird. Werner geht, Peter folgt.

Mehr gibt’s später.

 

Vom Abenteuer mit dem Billigflieger zu fliegen

Servicewüste „Lastminute.de“

Am 01.07 2020 buchte ich über die Internet Buchungsplattform „Lastminute.de“ einen Flug am 13.07.2020 von Hamburg mit einem Stopp in Wien nach Venedig für mich, und einen Mitreisenden, Werner Lange. Der Flug sollte am 13.07.2020 um 06:50 h von Hamburg aus starten. Umgehend erhielt ich die Buchungsbestätigung, mußte aber feststellen, dass an erster Stelle der Buchung, wo eigentlich mein Name hätte stehen sollen, aus mir unerklärlichen Gründen, der Name „WernerLange/Lange“ (genau so!) eingetragen war. Ich hatte dort selbstverständlich meinen Namen – Jörg Gegenfurtner – zusammen mit meinem Geburtsdatum, welches dort auch richtig hinterlegt wurde, eingetragen. Wie es zu diesem falschen Eintrag gekommen ist, ist mir schleierhaft.

Die Daten meines Mitreisenden – Werner Lange – wurden im System von „Lastminute.de“ korrekt übernommen, so wie ich diese eingetragen habe.

Ebenfalls am 01.07. erhielt ich von „Lastminute.de“ eine E-Mail mit einem Link, mit dem ich meinen Account aktivieren sollte, was ich dann auch tat. Dieser Account sollte es mir ermöglichen, Änderungen an meiner Buchung vorzunehmen. Dieses funktionierte aber überhaupt nicht. Irgendwelche Änderung vorzunehmen ging gar nicht.

Ich versuchte über die so genannte „Serviceline“ von „Lastminute.de“ telefonischen Kontakt mit der Firma auf zu nehmen, was mir nach einiger Zeit Verharrens in der obligatorischen Warteschleife und durch wählen diverser Auswahlnummern auf dem Telefon (Bsp.: Wenn Sie dieses oder jenes wollen, wählen Sie die …. 1/2/3… etc.) auch gelang. Die Verbindung war darüber hinaus „grottenschlecht“, die Mitarbeiterin kaum zu verstehen.

Nachdem ich mein Anliegen auf Namenskorrektur in der ersten Buchungsposition vorgetragen hatte, versicherte mir die Mitarbeiterin, dass sie den Sachverhalt an die zuständige Stelle weiterleiten würde. Sie selber könne da gar nichts machen und ich würde eine Nachricht erhalten.

Da ich nun tagtäglich darauf wartete, dass ich eine entsprechende Nachricht hinsichtlich der Namenskorrektur erhalten würde und ich auch immer wieder versuchte, die Namenskorrektur auf der „Lastminute.de“ Internetseite vorzunehmen, was mir nicht gelang, rief ich dann ebenso tagtäglich bei der Lastminute Serviceline an, mit immer dem gleichen Prozedere und dem gleichen Ergebnis. Man würde mein Anliegen weiterleiten. Diese Anrufe haben mich eine Menge Zeit und Nerven gekostet, zumal die Kommunikation ausgesprochen schwierig war. Passiert ist gar nichts!

Am 12.07.2020 erhielt ich dann um 19:46 h von „Lastminute.de“ eine E-Mail mit der Aussage (Zitat): „Leider sind aufgrund der Vertragsbedingungen der Fluggesellschaft des von Ihnen erworbenen Tickets keine Änderungen erlaubt. Deshalb bleibt Ihre Buchung unverändert.

Wenn Sie die Reise nicht antreten können und Sie die Möglichkeit einer Rückerstattung prüfen möchten, setzen Sie sich bitte unter der untenstehenden Nummer mit unserem Kundenservice in Verbindung.“ (Zitat Ende).

Das war dann ca. 11 Stunden vor Abflug! Wie soll man da noch etwas in die Wege leiten können, zumal dieser s.g. Kundenservice alles andere als hilfreich zu sein scheint?

Die Rechnung mit der Nr. 20FDE-095212, datiert vom 01.07.2020 über einen Betrag von 410,99 mit Datum vom 01.07.2020, konnte ich mir dann am 07.07.2020 über die „Lastminute“ Internetseite herunterladen. Der in Rechnung gestellte Betrag in Höhe von 410,99 € entspricht den bei der Buchung vereinbarten Konditionen inklusive irgendwelcher für mich nicht nachvollziehbarer zusätzlichen Kosten für zwei Personen und ist demnach wohl in Ordnung. Dieser Betrag wurde am 03.07.2020 von einer Fa. Rumbo, Madrid, von meinem Visa Konto abgebucht. Da war man also ziemlich schnell dabei.

Da es mir nicht gelang, nach den zigfachen telefonischen Versuchen über die Serviceline der Buchungsplattform „Lastminute.de“ irgendetwas bezüglich einer Namenskorrektur zu erreichen, versuchte ich es dann irgendwann direkt über die Hotline von Eurowings. Diese Firma führte den Flug von Hamburg nach Wien durch. Auch hier endloses Hängen in der Telefonwarteschleife – da habe ich mir locker einmal 1 ½ Stunden die selbe Musik angehört – ohne das es überhaupt zu einem Kontakt gekommen ist.

Am 10.07.2020 sendete ich daraufhin eine E-Mail mit dem folgenden Text an die Firma Eurowings, auf die ich jedoch bis heute keine Antwort erhalten habe (Zitat): „Über die Buchungsplattform Lastminute habe ich für den 13.07. einen Flug nach Venedig über Wien gebucht. Buchungs ID von Lastminute 165794470, Flugnummer EW7752. Diese Buchung wurde mir für den „Check In“ mit dem Buchungscode SHOUSV bestätigt. Allerdings läßt sich der Check In auf elektronischem Wege nicht durchführen. Hier erhalte ich die Nachricht: „Zu Ihren eingegeben Daten konnte keine Buchung im System gefunden werden.“ Bei der Buchung gab es einen Falscheintrag bei den Namen. Mein Mitreisender Werner Lange ist an zweiter Stelle richtig eingetragen, wobei das Geburtsdatum auf 1956 geändert werden muß. An erster Stelle sollte mein Name – Jörg Gegenfurtner – eingetragen sein. Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen wurde hier der Name WernerLange/Lange eingetragen. Versuche über Lastminute eine Namenskorrektur herbei zu führen sind mißlungen. Eine telefonische Kontaktaufnahme mit Ihnen gelingt nicht. Bitte führen Sie die Namensänderung und den Check In durch. MfG J. Gegenfurtner“ (Zitat Ende).

Da mir mittlerweile klar wurde, dass es hinsichtlich der Namenskorrektur für meine Flugbuchung zu Komplikationen kommen würde, sandte ich am 11.07.2020 nochmals eine E-Mail an die Firma Eurowings mit der dringlichen Bitte um telefonischen Rückruf zwecks Klärung der Angelegenheit, der dann allerdings auch nicht erfolgte. Nachfolgend der Text der E-Mail:

„Joerg Gegenfurtner <joerg.gegenfurtner@web.de>

Sie haben eine Anfrage über das Kontaktformular erhalten. E-Mail: joerg.gegenfurtner@web.de[~1068284]

An: buchungsinfo@eurowings.com

gesendet: 11.07.2020 um 20:16 h

erbitte dringend Rückruf wegen Namensänderung Tel.: 0431 78 77 75

Jörg GEGENFURTNER“

Es erfolgte keinerlei Reaktion von Eurowings.

Mit Hilfe eines Freundes, der bis zu seiner Zurruhesetzung in einem Reisebüro gearbeitet hatte, gelang es mir, über die in der Rechnung von Lastminute angegebene e-ticket Nr.: 2203377903541 eine Boardingcard auf meinen Rechner herunter zu laden, die ich dann mit Datum vom 11.07. auch erhielt.

(Nebenher gefragt, wer kommt denn schon auf so eine Idee, wenn von dem Buchungsanbieter eine völlig andere PNR: (= SHOUSV) angegeben wurde, die ja nicht funktionierte. (s.o.)

Diese Boardingcard lautete allerdings auch auf den Namen Werner Lange Lange.

Da es ganz offensichtlich infolge der Ignoranz des Reiseanbieters „Lastminute.de“ und der Fluggesellschaft „Eurowings“ keinerlei Möglichkeiten gab, eine Namenskorrektur für meine Flugtickets von Hamburg nach Wien und Venedig herbei zu führen, ging ich das Risiko ein, dass es auch keine derartigen Möglichkeiten beim „Check In“ am Flughafenschalter von Eurowings in Hamburg geben würde und fuhr trotzdem nach Hamburg zum Flughafen, wo ich dann frühzeitig am Schalter von Eurowings den Eincheckprozess durchführen wollte.

Und so kam es denn auch. Der Mitarbeiter von Eurowings weigerte sich – aus welchen Gründen auch immer – eine Namenskorrektur in meinem Boardingpass vor zu nehmen. Da war absolut nichts zu machen, obwohl ja mein Sitzplatz reserviert war, nur auf den falschen Namen meines Mitreisenden Werner Lange (Lange).

Nach all dem Gezerre mit dem Eurowingsmitarbeiter hatte ich dann noch ca. 10 Minuten Zeit bis zum Schalterschluß, mir über das Flughafeninternet ein neues Ticket für den Flug von Hamburg nach Wien zum Preis von sage und schreibe 222,99 € zu besorgen. Das ging dann auch und der Flug nach Wien war gesichert.

Interessant ist an dieser Stelle auch, dass der mir dann neu zugewiesene Stzplatz direkt neben meinem ursprünglich reservierten Platz lag und dieser dann auch während des Fluges noch unbesetzt war.

In Wien angekommen, dann das gleiche Problem. Obwohl ich einen Boardingpass von Austrian Airlines auf den Namen Wernerlange Lange am Schalter vorweisen konnte (man beachte die Schreibweise!), mit entsprechender Sitzplatzreservierung, konnte ich dort nicht einchecken. Eine Namenskorrektur war auch hier für mich aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht möglich.

Angeblich war der Flieger ausgebucht und es gab angeblich nur noch einen Platz in der Business Class.

Dies, obwohl ja mein ursprünglich über „Lastminute.de“ gebuchter Platz in der Economy Class ja eigentlich hätte frei sein müssen.

Auf wiederholtes Nachfragen erhielt ich nur die Antwort, dass in der Economy Class nichts mehr frei sei und ich nur noch einen Platz in der Business Class für den Flug nach Venedig zum Preis von 401,33 € erhalten könnte.

Notgedrungen biß ich in den sauren Apfel und buchte das Ticket, da ich ja erstens meinen Mitreisenden, Werner Lange, nicht alleine nach Venedig fliegen lassen wollte und wir zum zweiten einen Transferdienst vom Flughafen Venedig in die Marina Punta Gabbiani gebucht hatten.

Für mich stellt sich der Sachverhalt so dar, dass der Mitarbeiter von Eurowings am Hamburger Flughafenschalter in dem Moment, wo er meinen über „Lastminute.de“ gebuchten Flug von Hamburg nach Wien als nicht durchführbar registriert hat, auch die Stornierung des Fluges Wien – Venedig vorgenommen hat. Anders kann ich mir nicht erklären, dass mein vormals reservierter Platz in der Economy Class bei Austrian Airlines nach Aussage des Austrian Airlines Schaltermitarbeiters nicht mehr zur Verfügung stand, als ich dort einchecken wollte.

Wie mein Mitreisender Werner Lange dann auch noch bestätigt hat, war der von mir ursprünglich über „Lastminute.de“ gebuchte Sitzplatz in der Economy Class dann auch anderweitig besetzt.

Und dann stellt sich an dieser Stelle die Frage, warum der Mitarbeiter am Eurowingsschalter in Hamburg keine Namenskorrektur auf den Boardingcards von Eurowings und Austrian Airlines vornehmen konnte, aber eine Stornierung eines Sitzplatzes bei Austrian Airlines?

Die Buchung der beiden neuen Tickets an den Flughafenschaltern kostete mich dann zusammen 624,32 Euro, so dass ich alles in allem für den Flug von Hamburg nach Venedig 829,82 Euro gekostet hat.

Da ich nach meiner Meinung den Falscheintrag meines Namens (WernerLange Lange statt Jörg Gegenfurtner) auf der Buchungsplattform des Reiseanbieters Lastminute.de nicht zu vertreten habe und ich mit einem erheblichen Zeitaufwand versucht habe, den Fehler über die s.g. Serviceline dieser Firma zu korrigieren, fordere ich von Lastminute.de die mir für die Buchung der zweiten Tickets entstandenen Kosten in Höhe von 624,32 Euro zurück.

Inwieweit man Eurowings für die erhöhten Kosten für den Flug in der Business Class in Regress nehmen kann, bedarf einer dahingehenden Prüfung.

Darüber hinaus wäre zu klären, warum eine simple Namenskorrektur weder über die beiden s.g. Servicelines noch an den Flughafenschaltern von Eurowings nicht möglich war.

Mein Rechtsanwalt macht meine Schadenersatzforderungen bei der Fa. „Lastminute.de“ geltend.

Fazit für mich: Nie wieder eine Buchung über „Lastminute.de“!

Peters Reisebericht 2019

 

Dieser Reisebericht beschreibt den Segeltörn wie ich ihn erlebt habe von Korfu, über Albanien, Montenegro und endet in Zadar in Kroatien. Es geht vom 13.07.2019. bis 07.09.2019

Wir liegen seit drei Tagen in Korfu bei Regen und werden wohl morgen nach Albanien segeln. 

Von da kann ich mich nur noch melden, wenn ich WLAN habe. In Albanien kostet die Minute telefonieren 5 €.

Sind am 13.07 nach einem guten Segeltag bei 3 Bft in Albanien angekommen. Sehr freundlicher Empfang und jetzt in die Stadt Sarande und Fisch essen.

 

Moin.

haben gestern abend fantastisch gegessen, Fisch im benachbarten Fischgeschäft ausgesucht, gegrillt, eine Fischsuppe, gegessen, lecker Bierchen, sehr zuvorkommende Bedienung, Trester und Nachtisch aufs Haus, zwischendurch noch eine Portion lecker Muscheln durch drei geteilt, Espresso und nach drei Stunden zurück aufs Schiff 55 € für alle, was möchte der Segler mehr? 

Am nächsten morgen früh durch die Straßen geschlendert und danach zum Frühstück aufs Schiff, um weiter bei bestem Segelwetter an der Küste gen Norden zu Segeln. 

 

Moin,

Wir sind gerade in der Marina Oricum (der einzigen Marina in Albanien) angekommen. Wollen morgen einen Tag ein Auto mieten und die Gegend erkunden. Das Land und die Leute sind einfach klasse, nur mit ihrem Englisch ist es oft schwierig. 

Während der ganzen 120 SM an der Albanischen Küste sehen wir immer wieder Bunker. Während der Zeit unter Enva Hoxha wurden über 700.000 Bunker gebaut, weil man sich gegen eine Invasion wehren wollte. Paranoia gibt es bis in die höchsten Kreise.

Diese Bunker nenne ich inzwischen Hoxhas, sie gibt es hier zu Hauf. Gefühlt alle 50 m.  Mir gefällt das Land aber sehr gut.

 

Moin, an alle.

Albanien ist ein super Land. Allerdings in allen Häfen (zwei haben wir angelaufen, einmal geankert) müssen wir mit einem Agenten immer wieder einklarieren und das kostet zwischen 50 und 70 €. Das grenzt schon an Wegelagerei. Keine Duschen, kein Wasser und heute liegen wir unter Entladungskränen und die Pier ist gut 2 m hoch, aber die Menschen in den Städten sind überaus freundlich und Fremden gegenüber sehr aufgeschlossen. Die Landschaft klasse.

Haben gestern Fisch gegessen. Werner und ich eine Platte für zwei für 27 € mit Beilagen und Getränken.

Kaffee auf meinen morgendlichen Entdeckungstouren zwischen 40 und 80 Cent. Sind zur Zeit in Durres und kreuzen heute weiter Richtung Montenegro. Müssen für Wifi immer in ein Café gehen. Melde mich im nächsten Café.

Peter

 

Die letzten 5 Tage in Albanien 

Waren sehr abenteuerlich in den Häfen. Seglerisch ist Albanien noch in den 20ger Jahren. Keine Duschen, WC, anlegen nur in Industrie Häfen. Riesen Schiffe beanspruchen unseren Liegeplatz, Boot verholen (umlegen ) neuer Platz, wieder ein großes Schiff, verholen und morgens das selbe, diesmal kein verholen.

Er liegt direkt neben uns. Ein Fischtrawler. Dass so ein Schrottkahn überhaupt noch schwimmt und es stinkt nach Fisch. Also ablegen und raus auf die See. Motoren, da kein Wind, Wind kommt auf aber aus der falschen Richtung, also volle Kreuz usw. und so fort, ab Richtung Montenegro.

 

24.07.2019

Wir sind in Bar. Hier können wir einklarieren, sprich uns  im Land anmelden.

Werden wohl erst einmal hier bleiben da die Ruderanlage spinnt.

Es gibt hier gute Duschen, WC und Strom. Klasse. Mache jetzt meine Morgenrunde und melde mich.

Wir legen einen Hafentag ein, um die Ruderanlage reparieren zu lassen, was Dank eines russischen Monteurs auch gut gelungen ist.

Der Wind läßt leider zu wünschen übrig, zu schwach.

Liegen jetzt 13 SM nördlich von Sv. Stefan in einer kleinen lieblichen Ankerbucht. Montenegro ist sehr gut erschlossen und auch hier sind die Menschen sehr freundlich. Haben ein neuseeländisches Segler Ehepaar wieder getroffen, welche schon in Albanien neben uns lagen. Sie haben uns mit ihrem Dingi mitgenommen und wir sitzen jetzt in einer Taverne und werden Essen.

 

Moin.

Wir sind jetzt in Herceg Novi am Eingang des Golfes von Kotova in einem kleinen sehr netten Stadthafen.

Haben Samstag und Sonntag einen Sturm an einer Muringboje abgewettert. Es hat die letzten 2 Tage fürchterlich geregnet. Jetzt scheint die Sonne und alles kann trocken werden. Werden die nächsten Tage den Golf von Kotova erkunden. Es soll hier traumhafte Ankerbuchten geben. Danach geht es nach Kroatien. Ausklarieren, einklarieren und Werner in der Nähe von Dubrovnik absetzen. Dann mit Jörg 3 Wochen allein Richtung Split. 

Ich sitze mal wieder in einem kleinen Kaffee und genieße die erwachende Stadt.

Grüße
Peter

 

Moin 

Wir sind jetzt in Kotor ganz am Ende des Kotova Golfes. Eine traumhafte Altstadt. Weltkulturerbe.

Werden heute in Montenegro ausklarieren und morgen in Kroatien einklarieren.

Die Kreuzfahrer Überfluten die Altstadt täglich. Wenn Sie am Nachmittag weg sind, ist die Stadt richtig gemütlich. 

Melde mich beim nächsten WiFi.

Peter

 

Moin, an alle,

Einklarieren heißt, sich in einem nicht dem Schengen Abkommen beigetreten Land anzumelden, ausklarieren eben abmelden. Das würde uns erwarten, wenn die EU zerbricht. Unsere Kinder kennen nur grenzenlosen Verkehr. Es wäre, meiner Ansicht nach, schön wenn sich die Grenzen zumindest in Europa noch mehr öffnen würden.

Wir sind jetzt in Dubrovnik. Werner ist jetzt abgestiegenen und Jörg und ich werden heute Dubrovnik erkunden und morgen die teure Marina (208 € inklusive Wochenendaufschlag für 2 Tage) verlassen. Ja, Kroatien ist für Segler kein Billigland! 

Gestern beim Einlaufen mussten wir einer brennenden Yacht ausweichen. Das Schlimmste, was auf See passieren kann. Zum Glück war es im Fjord. Und die Feuerwehr war schon da.

Die Marina ist klasse, was den Service betrifft. 

Sind heute mit dem Bus nach Dubrovnik rein und haben die Altstadt besichtigt. Sehenswert! Die Masse Mensch muß aber auch bewältigt werden. Versuch hier, über den Preis. 28 €, um auf der gut restaurierten Mauer die Altstadt zu Umrunden. Hab ich gemacht, bei 33 Grad, hat sich gelohnt. Siehe Fotos. Ich bin jetzt kaputt .

 

Moin.

Sind jetzt in Ston, 500 Einwohner. Ein befestigter Außenposten der Republik Dubrovnik (um 1500) im Jugoslawischen Krieg zerstört und klasse wieder aufgebaut. Liegt am Ende eines Fjords sehr idyllisch.

Gestern haben wir in einer Ankerbucht gelegen und waren des Nachts das einzige Schiff, was möchte man mehr. Ankern ist hier recht gut. Am Tage viele Motorbratzen, oft überfüllt, aber abends verziehen sie sich und es wird ruhig.

Sind in einer kleinen Bucht gelandet. Der Steg gehört zu Luca und seiner kleinen Taverne. Jörg hat Übelkeit und eben um 15:00 h von Luca heute das erste gegessen, Rinderbrühe. Diese Übelkeit hatte ich vor drei Tagen auch.

Werden auch morgen hier bleiben.

Im Mittelmeer macht man oft an Mooringleinen fest. Das sind mehr oder weniger dicke Taue, die an schweren Betonblöcken ca 30-40m vorm Kai versenkt sind. Ihr anderes Ende ist mit einer Hilfsleine am Kai festgebunden. Wenn wir rückwärts an den Kai ranfahren, müssen wir die Hilfsleine mit dem Bootshaken aufnehmen, damit schnell zum Bug gehen, dabei die Leine dicht holen und am Bug auf der Klampe belegen, um dann am Heck die bootseigenen Festmacherleinen am Kai zu belegen (festzurren). So läuft das.

 

Moin. 

Werde mich in den nächsten Tagen wohl nicht melden, da wir wahrscheinlich um die Mittagszeit ablegen werden und die nächsten Tage in Ankerbuchten schwimmen werden. 

Sitze wie so oft in einer kleinen Taverne bei meinem ersten Morgenkaffe, nachdem ich den kleinen 10? Seelenort in der Morgenfrische  (ca 24 Grad) erkundet habe.

Eine kleine Kapelle welche ich auf meinem Morgenspaziergang entdeckt habe.

 

Moin!

Bin wieder online. Haben 2 Tage in traumhaften Buchten verbracht. Man muss sich nur nachmittags trauen in einer Badeanstalt zu ankern. Um 19:00 h verabschieden sich alle Badegäste inkl. Motorboote und du bist völlig allein. Hier gibt es so viele Inseln und Buchten in der Nähe von Touristenzentren, dass diese am Tage sehr gut besucht sind. Leider ist die Adria aber sehr schlecht mit Wind ausgerüstet. Nur motort. Liegen jetzt nach zwei Abweisungen in einem kleinen Stadthafen. Sehr schön.

Essen zur Zeit Oktopussalat und Dorade. Natürlich bei einem Gläschen Wein.

Peter

Eines möchte ich noch erzählen!

In Bar, wo wir nach Kroatien einklariert haben, haben wir Marko mit seiner Familie auf seiner Segeyjacht Wisky kennengelernt. Ein Glücksfall!!!  Bei Luca haben wir in wieder getroffen. Er hat uns stundenlang Tips gegeben. Wo die besten Ankerplätze sind, wie der Kroatische Hafenmeister tickt, wo die Bojenragazzis sind etc.. Er hat sich stundenlang Zeit genommen. Die Tips segeln wir jetzt ab. Man kann nämlich in Kroatien mal eben gute 60-80€ dafür bezahlen, um in einer Bucht zu ankern; haben wir  bisher jedoch noch nicht erfahren müssen. Danke Marko.

Bojen Ragazzis sind Menschen, die teils lizensiert, teils unlizensiert Geld für Mooringbojen in Buchten verlangen.

 

Moin.

Bin wieder mal durch die erwachende Stadt geschlendert. Jetzt sitze ich in einem Kaffee und genieße den aufkommenden Wind. Es wird gleich Gewitter geben. Ich hoffe, dass dann die Schwüle der letzten zwei Tage vorbei ist. Werden heute wohl einen Hafentag einlegen und das Schiff vom Regen waschen lassen.

 

Moin.

wir sind jetzt in Vela Luca. Haben unsere Ankerbuchten verlassen, da der Kühlschrank seinen Geist aufgegeben hat. Scheiße. Verpflegung wird warm und Bier auch. Reparatur scheint sich schwierig zu gestalten, da kein Fachmann hier ist. Mal sehen. Jetzt habe ich meinen morgendlichen Spaziergang hinter mir, sitze beim Käffchen am Hafen und genieße die erwachende Stadt.

Haben die letzten zwei Nächte in sehr idyllischen Ankerbuchten verbracht. Tagsüber ist der Wind auf unserer Seite und wir konnten  traumhaft segeln. Gestern sind wir mit achterlichem Wind in den Hafen hier eingelaufen. Segel auf Schmetterling gestellt (heißt: Die Genua zur einen Seite und das Großsegel zur anderen Seite). Ist immer wieder für den Rudergänger, Peter, eine schöne Herausforderung da Mann den Kurs genau halten muss. Klasse. Dann hat uns auch noch ein anderer Segler unter Spinnacker (großes buntes Vorwindsegel) langsam im Fjord (hier Luke genannt) überholt.

Das ist Segelromantik.

 

Bis dann

Peter

 

Die Ausfahrt.

 

Eine der vielen Lucas (Ankerbuchten)

 

Unsere Yssabeau die zweite von links.

 

 

18.08.19, 08:20 – Peter Haslbeck:

Moin.

Sitze in einem Eiskaffee bei einer Tasse Kaffee. Haben gestern einen Hafentag eingelegt um einen Kältetechniker zu finden. Waren aber nicht erfolgreich.

Müssen wohl nach Split. Werden 4 Tage brauchen. Wir behelfen uns zur Zeit mit Eiswürfeln, welche wir zum kühlen in den Kühlschrank legen. Bedeutet: 24 Stunden Kälte, dann wieder Eiswürfel. Da wir die Eiswürfel aber in Ankerbuchten schlecht bekommen werden, müssen wir unsere Tour und den Essenplan anpassen.

Vorm Ablegen Lebensmittel kaufen, in einem Hotel um Eis bitten, da es hier kein Eis zu kaufen gibt, heute Abend aufessen und morgen abend wieder in einem Hafen Eis bunkern. Das selbe von Mittwoch auf Donnerstag und in Split auf eine Reparatur hoffen.

Da Sabine am Samstag in Split aufsteigen wird und Sie die Stadt auch gerne anschauen möchte haben wir dann 3-4 Tage für die Beseitigung dieses Ärgernisses. Wird schon klappen!

Euch eine schöne Zeit und bis zum nächsten Wifi.

Peter

 

19.08.19, 21:06 – Peter Haslbeck:

Moin.

Was es in der Welt so alles gibt, man glaubt es ja nicht!!!!

Man segelt in der schönsten Natur und dann fällt eine Flottille von 6 (Segelschiffe, die gemeinsam chartern) ein und beballern die ganze Bucht stundenlang mit Diskotheken Musik. Passiert gestern Abend. Ich um 22:00 h ins Bett, was sollst du machen. Jörg hat gemacht.

Gegen 23:00 h werde ich durch ein Geräusch, welches von Außenbords kommt, wach. Nachsehen, Jörg nicht mehr an Bord. Im Wasser Bewegungen eines Schwimmers.

Jörg hatte vorher schon erzählt, dass man denen die Landleinen kappen müsste dann haben die zu tun und es wird ruhig. Er tut es wirklich. 10 Minuten später großer Alarm bei der Flottille. Ich höre Stimmen, Geschrei, Taschenlampen und die Disko ist aus.

10 Minuten später kommt Jörg geschwommen und erzählt mir völlig euphorisch „jetzt hat’s a Ruha“. Er hat 5 Landleinen gekappt.

Das macht man nicht, aber die Situation hat es gefordert! Haben ruhig geschlafen.

Morgens werde ich geweckt von einer Stimme Außenbords. „Kapitän der Yssabeau kommen Sie bitte an Deck“. Jörg pennt, ich an Deck.

Wir sind von drei Flottillen Booten umstellt. Er erklärt mir das heute Nacht ein Schwimmer bei Ihnen war und versucht hat einen seiner Leute „ fast zu ermorden“ und sie die Polizei eingeschaltet haben. Ich, völlig überrascht, wie innerhalb von Stunden aus Leinen kappen ein Mordversuch wird, antwortete ihm, dass ich mir das gar nicht vorstellen kann, und er mich gerade geweckt hat.

Er beteuert mir dass das so war, entschuldigt sich für die Störung und fährt zum nächsten Schiff.

Das war die Erste Flottillen Geschichte.

  1.  Paul Webers Lithografie „ Das Gerücht“ fällt mir dazu ein.

Eine Stunde später. Eine Flottille von 50 (in Worten: Fünfzig) Schiffen beansprucht den Buchtabschnitt von uns und zwei weiteren Schiffen.

Ein Katamaran mit einer mindestens 1000 W Anlage beschallt die Bucht und fährt bis auf 20m an uns heran.

Laut schlägt leise.

Anker auf und in der nächsten Bucht ein ruhiges Frühstücken.

Morgen mehr.

Peter

 

 

20.08.19, 07:28 – Peter Haslbeck:

Moin

sind nach einem schönen Segeltag in Stari Grad auf der Insel Hvar. Älteste Stadt in Kroatien, Weltkulturerbe.

Sehr, sehr schön. Viele Touristen aber abends für einen Stadthafen ruhig. Kein Ballermann. Werden uns heute eine kleine Bucht suchen und dann morgen in der Marina Split einen Kältetechniker besorgen.

Bis dann

Peter

Gestern Abend unser Restaurante. Beim Lamm, klasse

 

22.08.19, 08:45 – Peter Haslbeck:

Moin

Haben vorgestern in einer kleinen Ankerbucht gelegen. Anker raus, 30 m Kette gesteckt, achtern zwei Leinen an Land geschwommen und an Steinen befestigt, Reste warm gemacht und eine sehr ruhige Nacht verbracht.

Ausgeschlafen, gefrühstückt und mit 0 Wind nach Split in die Marina Kastela motort.

Zur Zeit schwüle 34 Grad. Dann war Wäsche waschen angesagt. Die Yssabeau ist mit Bettwäsche, Unterhosen und T-Shirts beflaggt.

Unsere Ankerbucht

 

22.08.19, 08:50 – Peter Haslbeck

Marina Kastela, Fotografiert aus unserem, mit einem Sonnen Segel geschützten Cockpit.

 

23.08.19, 09:10 – Peter Haslbeck: ‎

Moin.

Der Kühlschrank läuft wieder, klasse. War gerade Einkaufen und hab ihn gefüllt.

Morgen kommt Sabine und übermorgen werden wir Split erkunden, freue mich schon sehr. Bis dann.

Peter

 

23.08.19, 09:10 – Peter Haslbeck:

 

23.08.19, 09:10 – Peter Haslbeck:

Das Wäsche Schiff

 

24.08.19, 08:21 – Peter Haslbeck

Das waren dann doch keine kleinen Fische…. Sondern ein ein ausgewachsener Schaden….. Man gut, dass es noch richtige Handwerker gibt und nicht nur Teiletauscher….

Dann man Prost… mit KALTEM  Bier!

 

 24.08.19, 08:21 – Peter Haslbeck:

Moin.

Hatten einen schönen Abend bei gegrillter Dorade und Wein auf dem Schiff von Lothar und Ruth. Mitsegler von Jörg, die zur Zeit mit ihrem Schiff auch hier unterwegs sind. War sehr nett.Werden uns bestimmt noch in den nächsten 14 Tagen nochmals irgendwo wieder treffen.

Der Defekt am Kühlschrank war folgender: Er hat in den letzten Tagen Jahren langsam Kühlflüssigkeit verloren. Dadurch stimmte das Mischungsverhältnis zwischen dem Öl aus dem Generator und der Kühlflüssigkeit nicht mehr und hat das System dicht gesetzt.

Die Fachleute haben einen klasse Job gemacht. Zwei Monteure haben 3 h lang das halbe Schiff zerlegt, um den Generator und die Leitungen frei zu legen, die Kühlelemente in dem Kühlschrank auszutauschen und den Thermostat zu wechseln. Gelötet, neue Kühlelemente mit einer speziellen Biegevorrichtung  angepasst, läuft.

Werde jetzt meinen Kaffee zu Ende trinken und dann Brot kaufen, um auf dem Schiff zu frühstücken.

Dobre Jutro

Peter

Moin.
Montag 26.08.
Haben am Freitag versucht mit Sikaflex ein kleines Leck im Vorschiff zu schließen. Bei 34 Grad und Windstille im Schiff zu werkeln ist kein Vergnügen und leider ist es uns auch nicht gelungene, so dass am Samstag ein Fachmann zu Rate gezogen werden musste. Der hatte die richtigen Ideen und das richtige Material. Hoffen das es jetzt dicht ist.
Zwischen Ankerkasten und der Vorschiffs Kabine, bei der Kabeldurchführung, kam immer wenn wir „knackig“ gesegelt sind etwas Wasser durch. Wasser im Schiff ist nicht gut.
Abends habe ich dann Sabine vom Flughafen abgeholt. Klasse, jetzt ist Sie da.
Sonntag sind Sabine und ich nach Split gefahren und durch die Altstadt geschlendert. Sehr schöne Stadt wenn Mann davon absieht das neben uns noch tausende anderer Touristen das selbe gemacht haben.
Hat sich aber gelohnt.
Heute werden wir weiter segeln und die nächsten drei Tage von Ankerbucht zu Ankerbucht segeln.
Bis dann
Peter

13.08.2019:

Moin!
Bin wieder online. Haben 2 Tage in traumhaften Buchten verbracht. Mann muss sich nur nachmittags trauen in einer Badeanstalt zu Ankern. Um 19:00h verschiedenen alle Badegäste inkl. Motorboote und du bist völlig allein. Hier gibt es so viele Inseln und Buchten in der Nähe von Touristen Zentren das diese am Tage sehr gut besucht sie. Leider ist die Adria aber sehr schlecht mit Wind ausgerüstet. Nur motort. Liegen jetzt nach zwei Abweisungen in einem kleine Stadthafen. Sehr schön.

Essen zur Zeit Oktopussalat und Dorade. Natürlich bei einem Gläschen Wein.
Peter

17.08.2019:

Moin wir sind jetzt in Vela Luca. Haben unsere Ankerbuchten verlassen da der Kühlschrank seinen Geist aufgegeben hat. Scheiße. Verpflegung wird warm und Bier auch. Reparatur scheint sich schwierig zu gestalten da kein Fachmann hier ist. Mal sehen. Jetzt habe ich mein Morgenlichen Spaziergang hinter mir, sitze beim Käffchen am Hafen und genieße die erwachende Stadt.
Haben die letzten zwei Nächte in sehr idyllischen Ankerbuchten verbracht. Tagsüber ist der Wind auf unserer Seite und wir konnten traumhaft segeln. Gestern sind wir mit achterlichen Wind in den Hafen hier eingelaufen. Segel auf Schmetterling gestellt (heißt: Die Genua zur einen Seite und das Großsegel zur anderen Seite. Ist immer wieder für den Rudergänger, Peter, eine schöne Herausforderung da Mann den Kurs genau halten muss. Klasse. Dann hat uns auch noch ein anderer Segler unter Spinacker ( großes buntes Segel) langsam im Fjord (hier Luca genannt) überholt.
Das ist Segelromantik.
Bis dann
Peter

18.08.2019:

Moin.
Sitze in einem Eiskaffee bei einer Tasse Kaffee. Haben gestern einen Hafentag eingelegt um einen Kältetechniker zu Finden. Waren aber nicht erfolgreich.
Müssen wohl nach Split. Werden 4 Tage brauchen. Wir behelfen uns zur Zeit mit Eiswürfeln welche wir zum kühlen in den Kühlschrank legen. Bedeutet: 24 Stunden Kälte dann wieder Eiswürfel . Da wir die Eiswürfel aber in Ankerbuchten schlecht bekommen werden müssen wir unsere Tour und den Essenplan anpassen.
Vorm ablege Lebensmittel kaufen, in einem Hotel um Eis bitten, da es hier kein Eis zu kaufen gibt, heute Abend aufessen und Morgen Abend wieder in einem Hafen Eis Bunkern. Das selbe von Mittwoch auf Donnerstag und in Split auf eine Reparatur hoffe. Da Sabine am Samstag in Split aufsteigen wird und Sie die Stadt auch gerne anschauen möchte haben wir dann 3-4 Tage für die Beseitigung dieses Ärgernisses. Wird schon klappen!
Euch eine schöne Zeit und bis zum nächsten Wifi.
Peter

22.08.2019:

Moin
Haben vorgestern in einer kleinen Ankerbucht gelegen. Anker raus, 30 m Kette gesteckt, achtern zwei Leinen an Land geschwommen um an Steinen befestigt, Reste warm gemacht und eine sehr ruhige Nacht verbracht.
Ausgeschlafen, gefrühstückt und mit 0 Wind nach Split in die Marina Kastella motort.
Zur Zeit schwüle 34 Grad. Dan war Wäsche waschen angesagt. Die Yssabeau ist mit Bettwäsche, Unterhosen und T-Shirts beflaggt.

23.08.2019:

Moin.
Der Kühlschrank läuft wieder, klasse. War gerade Einkaufen und hab ihn gefüllt.
Morgen kommt Sabine und übermorgen werden wir Split erkunden, freue mich schon sehr. Bis dann.
Peter

24.08.2019:

Moin.
Hatten einen schönen Abend bei gegrillter Dorade und Wein auf dem Schiff von Lotar und Rut. Mitsegler von Jörg, die zur Zeit mit ihrem Schiff auch hier unterwegs sind. War sehr nett.werden uns bestimmt noch in den nächsten 14 Tagen nochmals irgendwo wieder treffen.
Der Defekt am Kühlschrank war folgender: Er hat in den letzten Tagen Jahren langsam Kühlflüssigkeit verloren. Dadurch stimmte das Mischungsverhältnis zwischen dem Öl aus dem Generator und der Kühlflüssigkeit nicht mehr und hat das System dicht gesetzt.
Die Fachleute haben einen klasse Job gemacht. Zwei Monteure haben haben 3h lang das halbe Schiff zerlegt um den Generator und die Leitungen frei zu legen, die Kühlelemente in dem Kühlschrank auszutauschen und den Thermostat zu wechseln. Gelötet neue Kühlelemente mit einer speziellen Biegevorrichtung angepasst, läuft.
Werde jetzt meinen Kaffee zu Ende trinken und dann Brot kaufen um auf dem Schiff zu frühstücken.
Dobre Jutro
Peter

26.08.2019:

Moin.
Montag 26.08.
Haben am Freitag versucht mit Sikaflex ein kleines Leck im Vorschiff zu schließen. Bei 34 Grad und Windstille im Schiff zu werkeln ist kein Vergnügen und leider ist es uns auch nicht gelungene, so dass am Samstag ein Fachmann zu Rate gezogen werden musste. Der hatte die richtigen Ideen und das richtige Material. Hoffen das es jetzt dicht ist.
Zwischen Ankerkasten und der Vorschiffs Kabine, bei der Kabeldurchführung, kam immer wenn wir „knackig“ gesegelt sind etwas Wasser durch. Wasser im Schiff ist nicht gut.
Abends habe ich dann Sabine vom Flughafen abgeholt. Klasse, jetzt ist Sie da.
Sonntag sind Sabine und ich nach Split gefahren und durch die Altstadt geschlendert. Sehr schöne Stadt wenn Mann davon absieht das neben uns noch tausende anderer Touristen das selbe gemacht haben.
Hat sich aber gelohnt.
Heute werden wir weiter segeln und die nächsten drei Tage von Ankerbucht zu Ankerbucht segeln.
Bis dann
Peter

30.08.2019:

Moin Ihr Daheimgebliebenen.
Schreibe jetzt von Sabines Handy, hab meins wieder mal versenkt.
Aber von vorne.
Wir sind die ganze Woche bei Split gesegelt, Insel Brac, Hvra und Solina. Sind zur Zeit mit zwei Segelschiffen unterwegs. Lothar und Ruth segeln parallel. Wenn wir Ankern binden wir die Schiffe zusammen, so daß wir aufs Nachbarschiff übersteigen können. Nach einem guten Essen und schöne Abend auf dem Nachbarschiff wollte Jōrg auf die Yssabeau übersteigen. Lots und ich hatten aber inzwischen die Schiffe auseinander gebunden und so hat Jörg beim Übersteigen die Grätsche gemacht und ist ins Wasser gefallen. Ich ohne zu überlegen hinterher gesprungen, Handy am Mann, dumm gelaufen.
Heute geht es wieder nach Split, morgen steigt Rico auf.
Werde mich vielleicht noch mal melden.
Peter

Moin wir sind zur Zeit in Skradin.
Wettern eine Bora (So werden hier die Fallwinde genannt) ab. Skradin liegt am Ende eines ca. 18km langen Fjordes an dessen Ende der Nationalpark Krka beginnt. Heute waren wir in dem Park bei den Krka-Wasserfällen, sehr, sehr beindruckend. Wie schön doch die unbelassene Natur ist. Hier ein paar Bilder.

 

07.09.2019:

Moin.
Sind heute in Betina auf Murte abgestiegen und mit dem Bus nach Zadar gefahren. Werden heute Abend um 20:45 h nach Hamburg abfliegen.
Betina ist ein kleines beschauliches Fischerdorf, wenig Touristen und wie alles in Kroatien sehr sauber. Werde jetzt meine Reiseberichte enden lassen. Jörg wird noch bis Anfang Oktober weiter mit wechselnder Crew segeln um dann das Schiff in 🇮🇹 aus dem Wasser zu holen. Ich wünsche Euch eine schöne Zeit und freue mich jetzt auf unser Zuhause.
Peter

Teil 6: Segeln im Mittelmeer

06.10.2019

Plangemäß sind Andrea und Dawn in Omisalj in der nähe von Rijeka ausgestiegen und nach Hause geflogen und Dietmar und Knut sind eingestiegen. Das klappte problemlos. Michael, der Dritte angekündigte Mitsegler ist leider aus Krankheitsgründen nicht mit gekommen.

Bis Pula hatten wir einige nette Segeltage, allerdings mußten wir auch einen Bora Regentag in Medulin einlegen. Knut verließ uns dann plangemäß am Freitag in Pula.

Dietmar und ich segelten dann weiter und sind heute in der Marina in Vrsar angekommen. Sehr, sehr nette Marina und endlich einmal nicht überteuert für das, was die hier bieten.

Dietmar und ich haben in dem nächstgelegenen Restaurant auch hervorragend gegessen und das zu einem passablen Preis.

Nun nähert sich mein diesjähriger Südlandtörn dem Ende. Wir werden jetzt in Richtung Italien segeln, in Umag ausklarieren und dann  noch ein wenig Norditalien erkunden.

Wie schon erwähnt, werden wir am 11.10. in der Marina Punta Gabbiani in der Nähe von Lignano Sabbiadoro einlaufen und das Schiff wird am 12.10. an Land gesetzt.

Am 13.10. werde ich dann von Venedig aus nach Hause fliegen.

Dann gibt’s noch einmal eine persönliche Rundmail an alle, die es vielleicht interessiert.

23.09.2019

Plangemäß sind Sabine und Peter in Zadar ausgestiegen und Dawn und Andrea zu gestiegen. Nach einem Hafentag mit ausgiebiger Stadtbesichtigung von Zadar ging es gleich in eine Ankerbucht auf der Insel Mola. 

Die nächste Station war eine ACI Marina in dem Ort Simuni auf der Insel Pag. Weise Entscheidung, denn abends beim Kochen fiel die Landstrom-Elektrik aus. Damit war ein Hafentag vorprogrammiert. Die Frauen gingen baden, ich wartete auf den Elektriker, da Strom ja nun wirklich nicht mein Ding ist. Die kamen dann auch am Nachmittag gleich mit zwei Mann. Es wurde hier gemessen, da gefummelt und irgendwie fummelte einer der Männer an dem Fehlerschutzschalter unter der Navi herum und schon gab es wieder Strom.

Um Missverständnissen vor zu beugen: Es lag nicht am Hebelchen des Sicherungsschalters – so schlau war ich auch schon, um das zu prüfen – sondern irgendwie innerhalb der grauen Dose. Man hat versucht, es mir zu erklären, ich hab’s nicht begriffen.

Ja und dann mußten wir noch zwei weitere Hafentage einlegen. Die Bora hatte uns überfallen und fest im Griff. Da geht man nicht mehr segeln. Wir fuhren mit dem Taxi in den Hauptort der Insel, nach Pag. Taxi kostete hin und zurück 360,- Kuna, ungefähr 54,- Euro. Mietwagen oder sonst irgendwelche Gefährte gab’s nicht mehr zu mieten, nicht einmal ein Fahrrad, die Saison ist hier schon zu Ende

03.09.2019

Gestern sind wir mit Lothar und Ruth zusammen mit zwei Schiffen in den Fluß Krka eingefahren und durch herrliche Landschaft nach Skradin gesegelt. In der Nacht hat es gewittert und geregnet und anschließend kam die Bora. Aber hier in der ACI Marina liegt man so sicher, wie in Abrahams Schoß. Ist allerdings auch nicht so ganz billig. 

Einfahrt in den Kanal „Sveti Ante“

Heute sind wir mit einem Ausflugsdampfer zu den Krka Wasserfällen gefahren. Mit dem eigenen Boot ist es verboten, weiter den Fluß hinauf zu fahren, als bis Skradin.

Es hat sich deutlich abgekühlt, was für diesen Ausflug nicht schlecht war.

Übrigens: Es gibt sie wieder „Peters Reiseberichte“ 

25.08.2019

Nach zweimal ankern sind wir nun in Split in der Marina Kastela gelandet. In unserer ersten Ankerbucht wurden wir von gleich zwei Flottillen mit ohrenbetäubendem Discomusiklärm beglückt. Von der ersten am Abend bis in die Nacht und die zweite kam schon früh morgens mit sage und schreibe fünfzig Schiffen und vertrieb uns noch vor dem Frühstück. Die ankerten einfach im Kreis, Schiff an Schiff, und wir mitten drin. Da kannten die nichts, keine Hemmungen. Eine derartige Unverschämtheit hatte ich noch nie erlebt. Die fallen wie ein Heuschreckenschwarm über Häfen und Buchten her und unser einer hat kaum eine Chance mehr einen ruhigen Liegeplatz zu finden.

Hier in der Marina Kastela bekamen wir auch unseren Kühlschrank repariert, d,h. eigentlich wurde alles komplett erneuert – Verdampfer, Kompressor, Ventilator, Thermostat – alles neu. Jetzt gibt’s wieder richtig kaltes Bier.

Wir haben Lothar und Ruth getroffen, die ja früher bei mir mit gesegelt sind, und die nun mit Lothars eigenem Schiff unterwegs sind. Wir haben einen netten Abend gemeinsam hier in der ortsansässigen Taverne verbracht und einen zweiten auf deren Schiff mit grillen und Salat und natürlich Wein. Wir haben uns für nächsten Donnerstag in Stari Grad verabredet.

Seit gestern ist auch Sabine an Bord und wir werden dann noch ein wenig „buchteln“, hoffentlich ohne auf Flottillen zu treffen. 

Krusica auf der Insel Solta – eine unserer ruhigen Ankerbuchten

17.08.2019

In aller Kürze: Ich habe ein Winterlager gefunden. Es ist die Marina Punta Gabbiani in Norditalien, das liegt zwischen Venedig und Triest. Das war ein gnadenlos günstiges Angebot, dass man nicht ausschlagen konnte. (www.marinapuntagabbiani.it)

Seit gestern liegen wir in dem Städtchen Vela Luka auf der Insel Korcula. Warum? Hier die Preisfrage: Welches ist das größte Übel, das einen Segler im Mittelmeer ereilen kann?

Die Antwort: Warmes Bier!!! Die Kühlbox hat ihren Geist aufgegeben und wir hatten uns hier im Ort erhofft, jemanden zu finden, der das reparieren kann. Ist aber nicht. Man hat uns nach Split verwiesen. Jetzt schnorrt Peter Eiswürfel in der Kneipe und bis Split müssen wir sehen, wie wir kältemäßig über die Runden kommen.

……. und ich versuche immer noch, ausführlichere Reiseberichte zu erstellen.

05.08.2019

Mein Crewproblem im Oktober hat sich erledigt. Ich habe zwischenzeitlich Mitsegler für den noch offenen Zeitraum gefunden.

Vorgestern sind wir in Dubrovnik angekommen und haben uns für teures Geld in der ACI Marina eingebucht. Stadtbesichtigung haben wir gestern erledigt. Ist ja bei einem Weltkulturerbe ein Muß!

Dubrovnik – Eingang zur Altstadt

Albanien haben wir glücklich hinter uns gebracht. War spannend und auch teuer. In jedem Hafen mußte ein Agent zum Ein- bzw.  Ausklarieren angeheuert werden; kostete jedes Mal 50 – 60 Euro außer in der Marina Orikum.  Um es gleich vorweg zu nehmen: Aus seglerischer Sicht ist nach meiner Meinung  das Land nicht so der Hit. Die Häfen sind eher für die Berufsschifffahrt ausgelegt, es gibt nur die eine o.g. Marina und die ist auch noch recht rudimentär und preislich auch nicht gerade ein Schnäppchen und geeignete Ankerbuchten sind eher rar.

Landschaftlich ist das Land durchaus sehenswert, spektakuläre Küstenformationen und auch das Landesinnere ist nicht uninteressant, wie wir bei einem Ausflug mit einem Mietwagen feststellen durften.

Die Montenegrinische Küste

Die Leute dort sind sehr freundlich und hilfsbereit – Italienisch ist allerdings die Sprache der Wahl – und das Preisniveau bei Lebensmitteln und Restaurants ist verhältnismäßig niedrig, so lange man sich von den von Touristen und Urlaubern frequentierten Plätzen fern hält.

Wir haben jedenfalls nach einem gefühlten „Gewaltmarsch“ durch Sarande, wo wir einklariert hatten, ein wirklich gutes und vor allem preiswertes Restaurant außerhalb der Touri-Meile gefunden.

Beim Einklarieren in Bar in Montenegro erfuhr ich dann, warum so ein Agent sein Geld wert war. Ich bin selber zum Hafenamt, zur Port Police und zum Zoll marschiert, nachdem man uns aus der Marina, in der wir gerade fest gemacht hatten, vertrieb, weil wir nicht zuerst an der Einklarierungspier angelegt hatten. Das hat gedauert und wir durften dann auch dort nicht über Nacht liegen bleiben sondern mußten im Dunkeln wieder zu unserem vorherigen Liegeplatz in die Marina. Da hatte ich ziemlich die Nase voll von dem ganzen Behördenklüngel.

Wir blieben zwei Tage in der Marina Bar u.a. auch, weil sich jemand fand, der das schwergängige Ruder reparierte. Für 80,- €, ein fairer Preis für den Job.

In Montenegro erlebten wir dann zum ersten Mal den „Jugo“, einen starken Wind aus südlichen Richtungen. In Bigova lagen wir auf Empfehlung des Besitzers der örtlichen Taverne an einer Mooringtonne, obwohl wir dort ursprünglich ankern wollten.

Der Mann hatte Recht. Am nächsten Morgen pfiff der Wind im Rigg und es regnete ohne Unterlass. 

Ein Neuseeländisches Ehepaar, die in direkter Nachbarschaft zu uns ankerten nahm uns dann auch in ihrem Dingi mit an Land und wir verbrachten einen netten Abend in der Taverne.

Wir segelten dann einige Tage im Golf von Kotor, mit ankern in einer Badebucht, wo wir hauptsächlich von lauten und Wellen verursachenden Jet-Ski Fahrern belästigt wurden und natürlich dem Besuch von Kotor, wo wir schon einmal einen Vorgeschmack auf Dubrovnik erhielten.

Kotor – Stadtmauer

Allgemein gesprochen ist die Küste Montenegros auch nicht unbedingt das perfekte Segelrevier – sieht man einmal von der grandiosen Berglandschaft ab -, außer eben im Golf von Kotor, der schon von einer imponierenden Landschaft eingeschlossen ist, allerdings auch ringsherum besiedelt und zugebaut ist und natürlich vom Tourismus überlaufen wird.

Da stellt man sich dann doch die Frage, ob es all diesen Aufwand wert ist, den man da so treiben muß.

Das Einklarierungsprozedere nach Kroatien in Cavtat war dann auch wieder ein wenig abenteuerlich, durften wir uns an der viel zu kurzen  Einklarierungspier dann mit einigen Supermotoryachten um den Platz streiten. Wer hat da wohl gewonnen?

So weit erst einmal ein Vorbericht. Leider finde ich nicht die Zeit und Muße um ausführliche Reiseberichte zu schreiben. Ich arbeite daran.

18:45 Uhr

Exkurs: Peter hat verbotener Weise Zwei Meeräschen aus dem Hafen geangelt. Geht auch ohne Lizenz. Jetzt gibt’s Fisch! 

Peters Anglerglück – Meeräschen

14.07.2019

Gestern sind wir auf Korfu angekommen und haben in der Marina Gouvia festgemacht. Katrin und Chris sind plangemäß nach Hause geflogen und Peter ist dann abends auch noch eingetrudelt. Werner kommt heute an und dann soll es in Richtung Albanien gehen.

Korfu Festung

03.07.2019

Kurzinfo:

Wir sind in Nidri am Steg von Skorpios Chachtcharter, wo ich vor vier Jahren auch schon einmal gelegen habe.

Der Crewwechsel auf Zakynthos klappte problemlos. Dieter und Ingrid hatten einen Mietwagen gebucht und holten meine „Mädelscrew“ vom Flughafen ab.

Meine Mädelstruppe in „George’s Restaurant“ auf Kalamos (v. links: Susanne, Chris, ich und Ina)

Mit denen war dann wieder Segeln gen Norden angesagt, mit „Buchteln“ und Häfen (Poros,  Kalamos und Nidri), wobei das mit dem Segeln zeitweilig wegen Flaute in Motoren geändert werden mußte.

]Wer hat hier das Sagen?

Der nächste Crewwechsel findet am kommenden Wochenende statt und dann geht’s ab in Richtung Korfu.

Reiseberichte sind in Arbeit.

28.06.2019

Der Crewwechsel in Lefkas verlief relativ problemlos, wenn man einmal davon ab sieht, dass das Großraumtaxi, mit dem Michael und Erwin nach Igoumenitsa fahren wollten, unterwegs einen Unfall hatte.

Kleiner Reisebericht von Michael:

„Hallo Jörg,
Erwin und Ich sind gestern Nacht in Hamburg angekommen. Allerdings war die Reise wenig entspannt. Unser Mercedesbustaxi ist 40 km vor Igoumenitsa in ein Auto reingerauscht das nach links abbiegen wollte. Die ganze Front des Busses war zersört, das andere Fahrzeug, ein Kleinwagen, hatte Totalschaden. Ich hatte ein wenig gedöst und bin vom dem Aufprall und Knall wachgeworden. Gott sei Dank wurde niemand verletzt. Da hatten wir echt einen Schutzengel. Nur mein rechter Zeh ist übelst verstaucht.
Wir sind in ein anderes Taxi umgestiegen und sind noch zeitig zum Flughafen gekommen. Dort ging die Odysee weiter. Condor war kaum in der Lage die Passagiere einzuchecken. Als alle endlich im Flugzeug waren,mussten noch mal 10 Personen umgesetzt werden. Dann teilte man uns mit, dass der Flug um eine Stunde verspätet starten würde, angeblich wegen viel Betrieb in Hamburg.
In Hamburg endlich angekommen mussten wir über eine Stunde auf unser Gepäck warten, weil Condor das Gepäck mit anderen Flügen ausladen lässt.
Zum Glück haben wir dann noch die letzte Bahn nach Lüneburg gekriegt.
Tja…. Wenn einer eine Reise tut…. „.

Am Sonntagabend kamen dann Dieter Mühlhausen und seine Freundin Ingrid an Bord. Am Montag starteten wir dann nach einer Einkaufsaktion unseren Törn in Richtung Zakynthos, wo wir plangemäß heute am 28.06. im „Yacht Club Zakynthos“ (YCZ) festgemacht haben.

Der Reisebericht für diesen Teil der Reise folgt (hoffentlich) noch.

Nun erwarte ich erst einmal meine „Mädelstruppe“ oder zumindest einen Teil davon.

Übrigens ist es hier viel zu heiß ( Durchschnitt: 31 Grad) und viel zu viel Flaute!

19.06.2019 

Nun hat sich mein Crewproblem im September gelöst. Ich habe zwei Mitseglerinnen gefunden, so dass ich erst einmal bis zum 27.09. Crew habe. Danach wird man sehen.

05.06.2019

Nun habe ich die ersten fünf Tage in Patras überstanden. So richtig gemütlich ist das hier nicht. Die sanitären Einrichtungen sind eher rudimentär, das Wasser der Duschen ist kalt, weil der Boiler kaputt ist und wenn ich ein funktionierendes WiFi haben will, muß ich mich vor das Hafenmeisterbüro setzen.  George, der Hafenmeister, spendiert dann auch schon ‚mal einen Kaffee.

An Versorgungsmöglichkeiten ist alles vorhanden, nur etwas weit weg. Es gibt sogar einen Lidl.

Langeweile kommt nicht auf. Es gibt genug am Boot zu tun, tausend Kleinigkeiten, die zu erledigen sind.

Gestern gab es eine Hafenreinigungsaktion. Zuerst fiel eine Schulklasse über das Marinagelände her und sammelte den herumliegenden Müll ein, begleitet von Beamten der Port Police, Mitarbeitern der kommunalen Straßenreinigung und einem Kamerateam und Fotographen und dann kamen zwei Taucher zum Einsatz, die den Grund des Hafenbeckens nach Müll abfischten. Man glaubt ja nicht, was die alles zu Tage förderten. Neben dem üblichen Plastikmüll und etlichen Autoreifen reichte das Spektrum von mehreren verrosteten Auspufftöpfen, alten Ankern und Draggen sowie diversem undefinierbarem Eisenmaterial und anderem seltsamen Zeugs. Das Highlight war dann ein verrostetes Moped, welches Taucher und Landmannschaft mit vereinten Kräften an Land hievten. Das Ding liegt jetzt immer noch auf der Pier. Alles andere füllte die Ladefläche eines Pickups.

Der Vormittag war jedenfalls nicht langweilig.

Vielleicht noch ein Satz zum Wetter: Für griechische Verhältnisse war es bisher deutlich zu kalt für Ende Mai/Anfang Juni. Sogar Regen ab und an und häufig wolkenbedeckter Himmel. Jetzt scheint es langsam besser zu werden, obwohl es abends immer noch recht frisch ist. Da braucht dann schon noch ein wärmendes Jäckchen.

Tagsüber gab’s in den letzten Tagen aber herrlichstes Segelwetter und ich hänge hier im Hafen herum. Warum will eigentlich keiner mit mir segeln?

….. und weil ich ja des abends nichts besonderes zu tun habe, gibt es einen neuen Reisebericht unter „Reiseberichte“. Bilder folgen noch nach. Mir wird das jetzt hier zu kalt vor dem Hafenbüro.

14.05.2019

Erster Reisebericht unter dem Menüpunkt : Reiseberichte – Reiseberichte 2019 – Jörgs Reiseberichte. Mehr folgt.

02.05.2019

Wie geplant, bin ich am 23.04. nach Athen geflogen.  Abgesehen davon, dass der Flieger ein wenig Verspätung hatte, verlief alles plangemäß. Ich hatte ja über Booking.com ein Apartment gebucht. Meine Vermieterin  – Mary – hatte den Transfer für mich vom Flughafen zu dem bei ihr gebuchten Apartment organisiert (40 €). Transport in einer Luxuskarrosse namens Audi.

Das Apartment war o.k.. Kleinigkeiten im Kühlschrank, Schlafzimmer, Bad, Küche – alles gut. Der Weg zum Stadthafen war allerdings für meine Verhältnisse etwas weit, aber auch o.k. Das wußte ich vorher. Mary ist eine ausgesprochen nette Person, die mich dann auch noch mit meinem Gepäck am Freitag zum Hafen zu meinem Boot gefahren hat. 

Seit vergangenem Donnerstag liegt das Schiff im Wasser und wurde am Steg von HDM Sailing festgemacht.

Da mein erster Mitsegler mich schmählich im Stich gelassen hat, muß ich nun die Zeit vom 27.04. bis zum 04.05. überbrücken. Dann kommt meine nächste Crew. Unglücklicherweise liegt diese Zeit im orthodoxen Osterfest und beinhaltet auch den 01. Mai, der genau wie bei uns ein Feiertag ist. An diesen Tagen ist hier im wahrsten Sinne tote Hose.

Was hat mich gerettet? Simone und Mario. Die  hatte ich seglerisch schon längst abgeschrieben, da sie ihr Schiff ja eigentlich verkaufen wollten. Haben sie aber nicht. Wir hatten uns in Portugal kennengelernt und sind immer wieder auf unserer Reise ins Mittelmeer auf einander getroffen. Und nun wieder. Wir haben zwei ausgesprochen nette Abende miteinander verbracht.

Simone, Mario und ich im Restaurant „Old Station“ in Lavrion

Nun sind sie weg, auf dem Weg nach Kalymnos.

Für mich und die HDM Leute gibt es noch genug zu tun. Das Schiff ist immer noch eine einzige Baustelle. Langeweile kommt da jedenfalls nicht auf.

Im Winter hat der Sturm mir meine UKW Antenne vom Mast gerissen. Wieder ein Arbeits- und Kostenpunkt.

Alles in allem war das ein doch etwas kostspieliges Winterlager mit all den Reparaturen und Ersatzbeschaffungen. Was soll`s, das Schiff muß ja in Ordnung sein.

Nun hat sich auch noch mein Mitsegler Lothar aus der Reiseplanung verabschiedet, so dass ich vom 01.06. bis zum 14.06. erst einmal wieder alleine bin. Ich kann nur hoffen, dass sich da noch jemand findet.

Zur Port Police muß ich auch noch und mein D.E.C.P.A. erneuern und vielleicht auch die neue „Befahrenssteuer“ (Te.P.A.I) bezahlen. Nun fangen die Griechen auch an, die Segler auszuplündern.

15.04.2019

Ja, so kann’s gehen. Nun ist mir mein erster Mitsegler aus sicherlich verständlichen Gründen ganz kurzfristig abhanden gekommen. Dies bedeutet, dass ich wohl länger als eine Woche in Lavrion herumsitzen werde in der Hoffnung, dass HDM-Sailing mich nicht von ihrem Steg davon jagt. Mein Flieger ist gebucht, umbuchen macht’s nur noch teurer, mein für drei Tage gemietetes Apartment möchte ich auch nicht stornieren – alles in allem eine unschöne Situation. Da muß ich wohl das Beste draus machen.

Die aktuellste Belegungsplanung gibt’s auf dieser Homepage.

14.07.2019

Am Sonntag, den 21.06. kamen dann planmäßig Dieter Mühlhausen und seine Freundin Ingrid an Bord. Ingrid war segelerisch ein völliger Neuling und darauf mußten wir uns einstellen. Dieter war bereits früher schon auf der Ostsee mit mir gesegelt und verfügte über entsprechende Segelerfahrungen.

Wie üblich wurde am Montag noch eingekauft und wir motorten dann durch den Kanal von Lefkas in Richtung Ionische Inselwelt. Eigentlich hatte ich Nidri als ersten Etappenort eingeplant, aber der Wind blies so verlockend, so dass wir bei der Insel Skorpios beschlossen, noch weiter zu segeln. Letztendlich landeten wir auf der Insel Meganisi und klapperten dort die Ankerbuchten unter Motor ab. Die guten Plätze waren natürlich alle schon von irgendwelchen Ankerliegern belegt. Man merkt, dass die Hauptsaison für die Charterer begonnen hat. 

Letztendlich ergatterten wir einen passablen Ankerplatz in der Bucht Ormos Abelike auf 15 Meter Grund und zwei Heckleinen zum Ufer. Ganz nett.

Bei eher schlappem Wind versuchten wir weiter in Richtung Zakynthos zu segeln, wo der nächste Crewwechsel stattfinden sollte. Letztendlich landeten wir aufgrund von widrigen Winden und mit viel motoren in Eufemia auf der Insel Kefalonia. 

Hier schafften wir gerade noch mit Mühe und Not ein Ankermanöver, bevor die Ankerwinde endgültig ihren Geist aufgab. Ein Aufholen der Ankerkette war nicht mehr möglich, die Winde drehte einfach durch.

Dieter und ich versuchten uns erst einmal an der Reparatur, um dann fest zu stellen, dass wir damit wohl ein wenig überfordert waren. Der Hafenmeister konnte helfen. Ein Mechaniker war auf einem anderen Schiff beschäftigt und würde sich dann später um uns kümmern, wenn er dort fertig sei. So warteten wir denn.

Nachdem wir beim Hafenmeister nochmals nachfragten kamen dann auch zwei freundliche Griechen und nahmen sich des Problems an.

Die erste Horrormeldung war, nachdem der Mechaniker die Winde betätigte, Zitat “You need a new Gearbox“ (Du brauchst ein neues Getriebe!). Er fummelte aber weiter.

Letztendlich – den Göttern sei’s gepriesen – stellte sich heraus, dass die Winde wohl nicht richtig zusammen geschraubt war und die Feder, die in die Antriebswelle greift, die die Kettennuß über den Motor antreibt, irgendwie verloren gegangen war.

Problem erkannt, morgen um 12:00 h sei man wieder da.

Der nächste Tag begann mit warten. Nachdem auf unsere Nachfrage hin der Hafenmeister den Mechaniker telefonisch kontaktet hatte, erschienen nach einiger Zeit auch zwei Leute, machten sich über die Ankerwinde her und nach einer halben Stunde war die Reparatur vollzogen. Kosten: 120,- € bar auf die Kralle. Kein Schnäppchen, aber angesichts der Situation durchaus noch akzeptabel, zumal das Ganze bis heute (07.07.) tadellos funktioniert.

Gegen 14:00 h konnten wir dann endlich ablegen, mußten allerdings dann mangels Wind entlang der Küste Kefalonias nach Poros motoren.

Der nächste Tag brachte uns nach anfänglich schwachem Wind, bei dem wir bis an die Südspitze Kefalonias motorten, noch eine schöne Brise aus NW, mit der wir – sehr zur Freude von Ingrid – dann nach Zakynthos segelten, wo wir dann im dortigen Yacht Club fest machten.

Hier fand dann auch der nächste Crewwechsel statt. 

Dieter und Ingrid hatten noch für eine Woche eine Ferienwohnung und ein Auto auf Zakynthos gemietet und Dieter holte die Nachfolgecrew, einen Teil meiner „Mädelstruppe“, mit dem Auto vom Flughafen ab.

Und den Einkaufsservice zum „Lidl“ gab’s auch noch.

Nun hatte ich also Ina, Chris und Susanne an Bord und es ging wieder nach Norden. 

Anfangs mit erstem Reff und Genua III (man staune) und voller Kreuz in Richtung Kefalonia, später dann mit voller Besegelung nach Poros.

Bei mäßigem Wind segelten wir dann am nächsten Tag weiter nach Norden, erst entlang der Küste von Kefalonia, dann nach Ithaka, wo wir zwischen der Insel Pegadhi und Ithaka ankern wollten. 

Bei der Erkundung der Durchfahrt zwischen den beiden Inseln mußten wir leider feststellen, dass hier irgend ein Idiot seinen Fäkalientank gelenzt hattte. Die Sauerei trieb zwar von dem Ankerplatz weg, motivierte uns aber nicht unbedingt gerade dort zu ankern. Andere bereits dort liegende Ankerlieger hatten das wohl gar nicht mit bekommen.

Wir starteten trotzdem einen Ankerversuch weiter in Luv von diesem Schweinkram, aber als wir beim Überbringen der Landleine sahen, wie Ina am Ufer gegen sie umzingelnde Wespen kämpfte und wir selber auf dem Schiff auch von Wespen umschwirrt wurden, gaben wir auf und zogen den Anker wieder hoch. 

Nachdem wir auf der Suche nach Alternativen ein paar Kreise durch die Bucht gezogen hatten – die infrage kommenden Ankerplätze waren natürlich alle belegt – motorten wir an der Küste Ithakas entlang und fanden schließlich einen passablen Ankerplatz mit Landleinen zum Ufer in einer netten Bucht weiter nördlich. Alleine waren wir dort natürlich auch nicht.

Der nächste Tag brachte mäßigen Wind, mit dem wir anfangs nach Norden trieben, um dann die letzten Meilen unter Motor nach Kioni zurück zu legen.

Ich hatte es schon befürchtet: Obwohl wir zeitig zur Mittagsstunde dort einliefen, war der kleine Hafen rappelvoll. Nicht eine einzige Lücke an der Pier und auch der Anleger, an dem wir beim letzten Besuch von Kioni am Kopfende gelegen hatten, war von Touri-Ausflugsbooten belegt und ein dickes-fettes Schild wies darauf hin, dass diese Mole für die Ausflugsdampfer reserviert sei. 

Also, keine Chance auf einen vernünftigen landzugänglichen Liegeplatz und so beschlossen wir, rüber nach Kalamos zu segeln, in der Hoffnung, dort aufgrund der Größe des Hafens noch einen Liegeplatz zu ergattern.

Aeolus hatte ein Einsehen mit uns und bei satten drei Windstärken aus NW segelten wir mit halbem Wind bis kurz vor die Hafeneinfahrt von Kalamos, wo uns George, der selbsternannte Hafenmeister mit seinem Motorboot in Empfang nahm und wie alte Bekannte begrüßte. Selbstverständlich fand er auch noch eine Lücke zwischen den bereits in langer Reihe an der Pier liegenden Yachten, in die er uns hinein dirigierte. 

Dafür gingen wir dann abends auch in seinem Restaurant essen.

Meine Mädelstruppe in „George’s Restaurant“ auf Kalamos

Eigentlich wollten wir am nächsten Tag nach Vathi auf der Insel Meganisi in die dortige Marina, aber nachdem wir dort telefonisch nach einem Liegeplatz gefragt hatten und negativ beschieden wurden, erinnerte ich mich an meine Zeit in Nidri auf der Insel Lefkas, wo ich 2015 vierzehn Tage am Steg von Skorpios Yachtcharter gelegen hatte.

Ich hatte noch die Telefonnummer von damals und so konnte ich zu dem neuen Stegmanager – Conny – Kontakt aufnehmen und einen Liegeplatz für uns buchen. 

Richard, der Stegmanager von damals, mit dem ich so manches Bier in George’s Taverne „Ola Kala“ getrunken hatte, war offenbar nicht mehr da.

Fortsetzung gibt’s demnächst.

18.06.2019

Am Freitag, den 14.06. endlich hatte die Not ein Ende. Michael Bringmann und Erwin Gruber kamen plangemäß an Bord. Man glaubt es kaum, aber die vierzehn Tage alleine an Bord habe ich ohne größere Schäden an Leib und Seele überstanden. Die Zeit verging eigentlich recht schnell, ich hatte genug zu tun. Alleine die Einkauferei kostete mich schon einen Haufen Zeit.

Am Schiff gab es natürlich auch einiges zu tun: Ausgefranste Tauerwerksenden mit dem Lötkolben neu verschweißen, Schrumpfschläuche auf die Tauwerksenden schrumpfen, Niro putzen, die Bilge trocken legen – wo kommt eigentlich immer das Wasser her? – und, als Krönung des Ganzen, die Markierungen an der Ankerkette erneuern. Die Leute von HDM haben zwar die Kettenabstände im Winterlager irgendwie markiert, aber aus dem System bin ich nicht schlau geworden. Auch durch nachmessen wurde ich nicht schlauer. Also ergänzte ich die vorhandenen gelben und roten Markierungen noch durch blaue, so dass man zumindest die 10 Meter Abstände ausmachen kann.100 Meter Ankerkette per Hand aus dem Ankerkasten zu hieven, ist schon eine Tat.

Bevor meine beiden Mitsegler an Bord erschienen, galt es noch das Schiff zu putzen. Und schon waren die vierzehn Tage um.

Am Freitagabend gingen wir in der nahe gelegenen Taverne essen und beschlossen, am Samstag noch einzukaufen und aus Patras aus zu laufen. So haben wir das dann auch gemacht. Während die beiden den ortsansässigen „Lidl“ ausplünderten, klarte ich das Schiff auf, bunkerte noch `mal Wasser und ging ins Hafenmeisterbüro, um das Liegegeld für meinen sechzehntägigen Aufenthalt zu bezahlen. Insgesamt 162,35 € inklusive Strom und Wasser scheinen mir da durchaus noch moderat.

Viele Optionen hatten wir ja nicht, also ging es – für mich wieder einmal – nach Mesolonghi. Selbstverständlich war die Marina immer noch nicht in Betrieb; also ging’s an die Stadthafenpier, wieder ohne Strom.

Kanal von Mesolonghi

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich nach Astakos, aber Aeolus (für diejenigen, die`s nicht wissen: Der griechische Gott der Winde) war komplett gegen uns. Es wehte mäßig bis gar nicht aus der Richtung, in die wir wollten. 

Nachdem wir eine kurze Gewitterboe überstanden hatten, bei der wir kurzzeitg die Genua eingerollt haben, entschlossen wir uns in der Bucht von Petala zu ankern. Wirklich schöner Ankerplatz.Natürlich waren wir dort nicht allein, aber die Belegung hielt sich in Grenzen.

Erwin und Michael meinten, an dem steilen Ufer, vor dem wir ankerten, eine Höhle entdeckt zu haben. Die wollten sie am nächsten Tag erkunden.

Auf meinen Rat hin mit Schuhen an den Füßen und mit meinem wasserdichten Notfallbehälter, in dem sich Handy, Kamera, Taschenlampe u.a. befanden, im Schlepptau, schwammen die beiden dann los. 

Das ganze Unterfangen erwies sich als recht ambitioniert, wurde die zu schwimmende Strecke doch deutlich unterschätzt, das Ufer war von spitzen Muscheln und Steinen gesäumt und auf dem Weg zur Höhle wurde den beiden das Leben nicht nur von pieksigem Bewuchs schwer gemacht, sondern sie wurden auch von diversem Insekten-Viehzeug gepiesackt. Die Höhle haben sie dann auch nicht mehr gefunden. Dafür gibt es ein schönes Foto von der „Yssabeau“ und einem anderen Ankerlieger.

Bucht von Petala

Diese Aktion konnten wir uns leisten, weil wir danach nur noch knapp 12 Meilen bis Astakos hatten.

Noch in der Bucht von Petala zogen wir nach dem Ankeraufgehen das Großsegel hoch – das war’s dann aber auch erst einmal. Null Wind, so daß wir den größten Teil der Strecke motorten.

Die letzten Meilen hatte Aeolus dann doch noch Erbarmen und sandte uns einen „flotten Dreier“ mit dem wir halbwinds bis vor den Hafen von Astakos segelten.

Ankermanöver rückwärts an die Pier, es gab wieder helfende Hände, Strom und Wasser gab’s auch, alles o.k., „Olla Kalla“, wie der Grieche sagt.

Angesichts der eher flauen Wetterlage entschlossen wir uns möglichst rasch nach Norden zu kommen, was sich auch als richtig erwies. Wir motorten nach Kalamos, der Hauptstadt der gleichnamigen Insel. Kaum ein Windhauch, dafür knallte die Sonne.

George, der selbsternannte Hafenmeister und „Mooring Man“, aber in erster Linie der Betreiber des ersten Restaurants am Ende der Hafenmole, half uns professionell beim anlegen, sicherlich nicht ganz uneigennützig. Wir sind dann auch bei ihm eingekehrt und haben dort recht gut und auch nicht überteuert gegessen.

Kalamos ist ein wirklich netter Ort, noch relativ ursprünglich, aber leider haben dies auch andere Segler erkannt. Der Hafen war am Abend rappelvoll. Allerdings mußten wir auch kein Hafengeld bezahlen, Wasser und Strom gab’s aber auch nicht.

Hafen von Kalamos

Der nächste Tag bescherte uns dann Segelwetter vom Feinsten. Moderate zwei Windstärken brachten uns mit einigen Kreuzschlägen durch den Stenon Kalamon und dann halbwinds in Richtung der Insel Meganisi, wo wir dann allerdings mangels Wind in die Bucht von Vathi unter Motor einliefen.

Zum Anlegen gibt es dort mehrere Optionen. Wir entschieden uns für die Marina. Ein wenig Luxus war angesagt. Freundliche, hilfsbereite und kompetente Marineros empfingen uns mit dem Schlauchboot, wiesen uns einen Liegeplatz zu, halfen beim Festmachen, die junge Frau im Hafenbüro war locker drauf, alles in allem herrschte eine entspannte Atmosphäre und wir genossen einen ebenso entspannten Nachmittag bei Kaffee und Bier auf der Bistroterrasse der Marina, inklusive Hafenkino.

Die sanitären Einrichtungen sind allerdings, wie fast überall in den griechischen Marinas, für meine Begriffe eher bescheiden.

Zwei Klos und eine Duschkabine scheint mir etwas mager, obwohl alles sauber und gepflegt ist. Für mich sind diese Einrichtungen aber unbrauchbar. Eine Dusche ohne Sitzgelegenheit, vernünftige Ablage- oder Abhängemöglichkeiten für die Klamotten muß ich gar nicht erst konsultieren. Da komme ich ‚raus, wie ich ‚reingekommen bin. Schweißgebadet. Nur dass das T-Shirt nicht mehr so stinkt, weil ich mir ein frisches gegönnt habe. Da lobe ich mir meine Borddusche, alles an Deck, sitzen, frische Luft und Bewegungsfreiheit.

Für Erwin und Michael war das wohl in Ordnung, die haben’s genutzt und wohl auch genossen.

Letztendlich haben wir 36,- € für diese eine Nacht bezahlt, inklusive Strom (Wasser haben wir nicht benötigt), was ich angesichts des Ambientes auch nicht so ganz schrecklich überteuert finde, zumal man das dann durch drei teilt. Offenbar gewöhnt man sich im Laufe der Zeit an die Preise hier und wird da irgendwie schmerzfrei.

Michael und Erwin hatten ihren Flieger nach Hause am Samstag, den 22.06 von Korfu aus gebucht. Die Nachfolgecrew sollte in Lefkas zu steigen. Das war auch alles so abgestimmt.

Wir mußten jetzt nur noch entscheiden, wann wir in Lefkas einlaufen wollten. 

In Vathi hatten wir ein gut funktionierendes Internet und wir versuchten alle möglichen Reiseverbindungen von Lefkas nach Korfu heraus zu finden. Das war gar nicht so einfach und wenig ergiebig. Wir beschlossen, schon Donnerstagabend in Lefkas ein zu laufen, so dass die beiden den ganzen Freitag Zeit haben würden, um Ihre Reisemöglichkeiten zu erkunden.

Im Nachhinein aus meiner Sicht eine gute Entscheidung.

Bei Totenflaute legten wir in Vathi ab und ich startete erst einmal eine ordentliche Duschorgie an Deck.

Kaum war ich damit durch, gab’s auch schon ein wenig Wind, nicht ganz so aus der Richtung, in die wir wollten, aber ein paar Kreuzschläge brachten uns dann in die Einfahrt des Kanals von Lefkas. Ab da, war dann motoren angesagt.

Offenbar wurde der Kanal in den letzten Jahren irgendwie auf Vordermann gebracht. Es gibt eine rechtskonforme Betonnung (rot an BB, grün an Stb) und die Wassertiefe hat auch die Solltiefe von sechs Metern.

Auf der Hinfahrt in die Ägäis im Jahr 2015 sind wir ja dort noch im Schlick stecken geblieben.

Schöne Fahrt unter Motor durch den Kanal. Aber dann: Liegeplatzsuche. 

Wir hatten im Internet die Liegepreise der Lefkas Marina eruiert. 55,- €/Tag waren uns dann doch etwas zu happig, zumal es von der Marina in die Stadt noch ein kräftiger Fußmarsch ist. Also Stadthafen.

Ich hatte das schon geahnt: Lefkas ist Basis von diversen Charterfirmen und die belegen ein Gutteil der Stadthafenpier.

Mooringleinen kreuz und quer, Ankerketten dazwischen, wir quetschten uns irgendwie in ein freies Loch und kaum hatten wir, wie kann es anders sein, vor Buganker festgemacht, aufgeräumt, unser großes Sonnensegel aufgespannt, kam wieder einmal ein Grieche angelaufen und meinte, dass wir auf einem Platz einer Charterfirma liegen würden und dass wir morgen, also am Freitag dort weg müßten. Für die Nacht von Donnerstag auf Freitag sei das in Ordnung. Der Typ half uns auch noch das Stromkabel zu verlegen.

Wir beschlossen, erst einmal da liegen zu bleiben. Michael und Erwin erkundeten ihre Reisemöglichkeiten.

Ich hatte keine Lust, mich am nächsten Tag mit irgendwelchen Leuten anzulegen. Nach einem ausgiebigen Frühstück bauten wir unser Sonnensegel ab und gingen Anker auf, was auch problemlos klappte und suchten uns einen anderen Liegeplatz weiter nördlich, aber immer noch an der Stadthafenpier.

Nun werden wir ab abends um 23:00 h von einer Schicki-Micki-Disco beschallt, mit „0pen End“.

Die beiden sind dann am Samstagmorgen mit dem Taxi nach Igoumenitsa gefahren, um dann mit der Fähre nach Korfu über zu setzen. 

….. und ich lasse mich hier weiter beschallen, grauslich!

04.06.2019

Kaum hatten wir in Sami an der Pier hinter einem Deutschen Motorsegler festgemacht, kam auch schon ein Grieche auf seinem Moped angeknattert und lamentierte herum, dass wir hier nicht bleiben könnten. Dieser Platz sei nur für Motoryachten reserviert und demnächst (?) würde eine große Yacht kommen.

Der Typ vermittelte nicht den Eindruck einer Autoritätsperson und so beschlossen wir, erst einmal zu bleiben, worin uns der Deutsche auf dem Motorsegler vor uns auch noch bestätigte. War der etwa eine große Motoryacht?

Und wieder einmal passierte NICHTS! Mittlerweile habe ich ziemlich die Nase voll von sich aufplusternden Griechischen Möchtegernhafenbewachern, Liegeplatzorganisatoren oder Leinenanehmern, die von Nichts eine Ahnung haben, aber den Schlauen machen. Es nervt!

Am Donnerstag, den 23.05., segelten Dietmar und ich bei wirklich moderaten Winden zwischen 2 und 4 Bft. aus erst SW-licher Richtung, später dann W nach Kyllini, einem ziemlich grauslichen Fähr- und Fischereihafen an der Südwestspitze des Golf von Patras. Den kannte ich ja bereits und ich wußte genau, wo ich anlegen wollte, da es der einzige Platz war, wo es Strom und Wasser gab.

Mit uns zeitgleich war eine Dänische Yacht eingelaufen, die nach meiner Auffassung etwas ziellos im Hafen herumfuhr. Kaum hatte ich den von mir ausgeguckten Liegeplatz auf’s Korn genommen, kam diese Yacht mit einem Ehepaar besetzt, angerauscht und drängelte sich zwischen mich und die Pier. Ich verzichtete auf irgendwelche Aktionen und legte ein Stückchen weiter vor denen an. Meine Laune wurde dadurch aber nicht besser!

Wie bereits während unserer bis dahin gemeinsamen Segelzeit und in den vorherigen Häfen erwies sich Dietmar als wirklich kompetenter und vorausschauender Segler, auf den ich mich bei allen Aktionen verlassen konnte, auch wenn es manchmal unvorhergesehene Situationen gab, bei denen schnelles Reagieren angesagt war. Das war schon gut.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich hier seine Qualitäten als Handwerker, sprich Elektriker. Während einer Flautenfahrt unter Motor fummelte er die Anschlüsse des Autopiloten in der grauen Steuerungsbox (oder wie immer das Ding auch heißt) in dem Schapp hinter meiner Koje wieder zusammen. Da fiel immer wieder ein Stecker ab, so dass der Automat nicht funktionierte. Ich hatte es noch nicht einmal geschafft, den Deckel von der Kiste ab zu kriegen. So wie Dietmar das dann dargestellt hat, hat er alles nun mit Kabelbinderstrapsen fixiert und nichts kann mehr auseinanderfallen. Das hätten diejenigen, die in der Vergangenheit mehrmals an dieser Kiste herumgefummelt haben auch leisten sollen, haben sie aber nicht. Eben griechisch.

Wie geplant kamen am Abend Volker und Felix an Bord. Gemeinsam hatten wir das „Vergnügen“ zu beobachten, wie hinter uns ein großer Fischtrawler vor zwei Bugankern rückwärts an der Pier fest machte. Das Schiff war keine drei Meter von uns entfernt. Hut ab, die Jungs haben es drauf. Mir war ja dann doch etwas mulmig, ob sie mein Schiff während ihrer Rangiererei nicht doch vielleicht etwas platt machen würden.

Wir fanden noch eine Taverne mit preiswertem und leckerem Essen nicht weit vom Hafen entfernt und hatten noch einen netten Abend mit der neuen Crew.

Volker und Felix Siegert und ich

Eigentlich wollten wir am nächsten Morgen noch im Supermarkt einkaufen gehen. Aber ein Beamter der Port Police forderte uns auf, unseren Liegeplatz schnellstmöglich zu verlassen, da weitere Trawler erwartet wurden. Flexibel, wie wir sind, beschlossen wir, nach Mesolonghi zu segeln und dort einzukaufen. Die vor uns liegenden Dänen waren nicht an Bord! Die sollten auch weg. (Hoffentlich hat ein Fischtrawler die beim Anlegen plattgemacht 😁)

Gesagt, getan, wir segelten ganz gemütlich nach Mesolonghi. Ein paar Schiffe lagen schon längs der Pier, kein Strom, kein Wasser, kein Hafengeld, nur der Weg in die Stadt zum Einkaufen war denn doch etwas weit. Meine drei Mitsegler haben es heldenhaft gemeistert.

Wir hatten alles, was wir brauchten und starteten am nächsten Tag (25.05.) bei achterlichem Wind in Richtung Navpaktos. Ich ließ mich “breit schlagen“, den Spinnaker zu setzen, was auch mit einigen kleinen Schwierigkeiten gelang. Dank des Einsatzes von Dietmar bekamen wir das Ding dann unvertörnt hoch und konnten ca. eineinhalb Stunden Spi-segeln vom Feinsten genießen. Leider mußten wir den Spi noch vor der Durchfahrt der Rion-Andirrion Brücke bergen, da wir sonst hätten shiften müssen. Das war mir dann doch zu aufwändig und wie sich im Nachhinein dann auch herausstellte, gut so, da der Wind auf fünf Bft. zulegte.

Dietmar Köhn unter Spinnaker Richtung Rion-Andirrion Brücke im Golf von Patras

Nur unter Großsegel unterquerten wir die Brücke, die Kommunikation mit der Traffic Control verlief diesmal problemlos, aber wir mußten dann bei fünf Windstärken und entsprechender Welle an dem Schwimmsteg von Navpaktos festmachen. Die Crew war eingespielt. Es klappte makellos.

Wir unterqueren die Riron-Andirrion Brücke, Dietmar am Ruder

Plangemäß verließ uns Dietmar am nächsten Morgen, um nach Hause zu fliegen. Wir, Volker, Felix und ich segelten nach Trizonia – kenne ich ja schon. Nichts aufregendes, außer, dass der Wind wieder einmal gegen uns war. Also kreuzen. Trotzdem waren wir früh dort, fanden einen guten Liegeplatz längsseits der Pier (selbstverständlich ohne Strom und Wasser, aber auch ohne Hafengeld), so dass Volker und Felix noch einem Badevergnügen? (Wassertemperatur 18 Grad) nachgehen konnten.

Am nächsten Tag (27.05.) ging es wieder einmal nach Galaxidhi. Drehende zu- und abnehmende Winde aus erst SE lichen, dann NE lichen Winden machten einige Segelmanöver notwendig, bis wir dann bei Flaute unter Motor in den Hafen von Galaxidhi einliefen und wie schon einmal gehabt, an der Außenseite der Pier längsseits festmachten, weil der Hafen selbstverständlich `mal wieder rappel voll war. 

Und, wie kann es anders sein: Schon wieder tauchte ein Grieche auf, der meinte, er müßte uns sagen, wo wir denn gefälligst festzumachen hätten, weil ja wieder ein großes Motorboot an der Stelle anlegen würde, an der wir gerade lagen. Es gab aber kaum eine andere Möglichkeit außer mit Buganker und Heckleinen außen an der Pier, längsseits einer Yacht mit Australischer Flagge, wobei der einhandsegelnde Australier sich durchaus als hilfsbereit und nett erwies.

Dem Griechen beschied ich erst einmal ein klares „No, I don’t move“, worauf dieser sich von dannen machte und sich auf einer Bank ein paar Meter weiter niederließ. Es stellte sich heraus, dass der Typ eigentlich der Besitzer des Tankwagens war, der die Yachten mit Diesel versorgen wollte, nichts anderes.

Draußen in der Bucht ankerte eine große Motoryacht vom Typ „Gin-Palast“ deren Crew bereits vor unserem Anlegemanöver an der Pier mit ihrem 300 PS Dingi festgemacht hatte. Die warteten wohl auf ihre Chartergäste, die sich auf Landgang befanden, um sich dann mit denen wieder an Bord zu begeben. So kam es dann auch.

Volker und Felix hatten sich zum Einkaufen in den Ort begeben. Ich saß allein an Bord und wie konnte es anders sein, zwei uniformierte Beamte der Port Police. tauchten auf und fragten in aller Höflichkeit, ob ich bereit sei, mein Boot anders wohin zu verholen. Die beiden Beamten erklärten, dass sie eigentlich gar nicht zuständig seien, aber sie seien von der Hafenverwaltung gebeten worden, mich zu fragen, ob ich bereit sei, Platz zu machen für die Motoryacht, die da kommen sollte. Das hatte ich so noch nie erlebt. Ich zeigte mich kooperativ und fragte, wo sie mich denn hin haben wollten. Ja, da war guter Rat teuer. Wir marschierten gemeinsam die voll belegte Hafenpier entlang, bis zu den Plätzen, wo die Fischerboote lagen, aber so richtig fündig wurden wir nicht.

Zwischenzeitlich hatte sich auch die Hafenmeisterin, oder was immer sie auch war, jedenfalls kassierte sie die Liegegebühren, dazugesellt und meinte, der Platz zwischen den Fischerbooten sei doch ideal. Diese Meinung konnte ich dann doch nicht teilen und wir einigten uns darauf, dass ich dann doch mittels Buganker und Heckleinen längsseits des Australiers am Molenkopf anlegen sollte.

Das Problem war allerdings, dass meine Crew nicht da war. Die waren einkaufen! Nun sollte ich die beiden über Handy anrufen, um sie zum Schiff zu beordern, um den Liegeplatz zu räumen. Dazu hatte ich allerdings nicht die geringste Neigung. Erstens, weil die beiden dadurch ohnehin nicht schneller am Schiff gewesen wären und zweitens zeichnete sich in keinster Weise ab, dass da irgendeine Eile notwendig gewesen wäre. So war’s auch. Während wir noch über telefonieren oder nicht telefonieren debattierten, tauchten die beiden vollbeladen mit ihren Einkäufen auf und, nachdem wir den ganzen Kram unter Deck gebracht hatten, fuhren wir das Manöver. Ablegen, Buganker fieren, rückwärts an den Molenkopf und mit Hilfe des netten Australiers lagen wir dann relativ gut. Alle waren’s zufrieden. Port Police, Hafenmeisterin und wir mehr oder weniger auch.

Wir gingen in der gegenüber liegenden Kneipe essen. 

Von hier aus durften wir dann auch das Anlegemanöver des Supertrumms von einer Motoryacht bewundern. Herumwuselnde Crew, dümmlich auf dem Achterdeck herumstehende Passagiere und an Land dienstbeflissene Helfer – wer braucht so `was? 

Zurück an Bord durften wir dann auch noch das sich ein Stockwerk über uns befindliche Gelage der offenbar der Sprache nach osteuropäischen Chartergäste genießen, welches bis ca. fünf Uhr morgens dauerte. Ich gebe es unumwunden zu: Meine Ressentiments gegen derartige Vertreter der menschlichen Gesellschaft wachsen zunehmend.

Warum diese Herrschaften nun umbedingt an der Pier anlegen mußten, ist mir immer noch nicht recht eingänglich. An Land waren sie schon vorher mit ihrem Dingi und die Hucke voll saufen hätten sie sich auch vor Anker draußen in der Bucht können.

Das Highlight gab’s dann noch am nächsten Morgen, wir saßen gerade beim Frühstück, als der erste von den Typen an Deck erschien und mit Hilfe einer Flasche Bier eine weitere Flasche öffnete, wie man das so macht, wenn man keinen Flaschenöffner hat, Kronkorken an Kronkorken, ein Schwall Bier ergißt sich über Deck, wen kümmerts. Offenbar ist an Bord dieser millionenschweren Luxusyacht ein Flaschenöffner ein unbekanntes Instrument oder nur für dahingehend ausgebildete Crew verfügbar.

Wie krank müssen solche Typen sein, um sich gleich nach dem Aufstehen morgens um 10 Uhr das erste Bier `rein zu zimmern?

Während unseres Frühstücks wurden wir dann auch noch mit deren Abgaswolke beglückt und Volker durfte dann auch noch an Land springen und deren letzte Landleine loswerfen. Ganz ohne fremde Hilfe geht’s bei „Millionärs“ dann wohl doch nicht.

Unser Start gestaltete sich erst einmal unspektakulär. Felix wollte unbedingt noch einmal ankern und so hatte ich eine – jedenfalls nach dem Handbuch – nette Ankerbucht etwas westlich des Kap Psaromita ausgeguckt. Kallithea.

Mit mäßigem Wind aus südöstlicher Richtung segelten wir ganz kommod Richtung Westen, bis sich eine umlaufende Flaute breit machte. Wir dümpelten in alle möglichen Richtungen dahin und sahen dann eine Yacht mit achterlichem Wind auf uns zu kommen, begleitet von weißen Schaumkronen auf den Wellen. Da kam was auf uns zu. So war’s auch. Schlagartig drehte der Wind auf West und legte auf sechs Windstärken zu.

Die Genua wurde verkleinert, das erste Reff ins Groß gebunden, dann das zweite. Zeitweilig wehte es mit bis zu 27 Knoten. Und natürlich volle Kreuz.

Als wir dann endlich abends um 19:00 h in der Bucht von Kallithea ankamen, waren wir froh, nach drei Ankerversuchen endlich einigermaßen ruhig zu liegen. 

Es gab zwar Fallwinde aus allen möglichen Richtungen und das Boot fuhr vor der Ankerkette hin und her, aber ich fühlte mich eigentlich ziemlich sicher. Felix verzichtete auf sein geplantes Badevergnügen.

Eine mit Öestereichern besetzte Charteryacht ankerte dann auch noch in einiger Entfernung und leistete uns dann auch noch Gesellschaft.

Der nächste Tag brachte dann zwar etwas weniger Wind, es waren aber immerhin noch fünf Windstärken aus WNW und natürlich volle Kreuz. Mit erstem Reff und auf Genua III Größe eingerolltem Vorsegel kreuzten wir den ganzen Tag über den Golf von Korinth auf, hin und her, bis wir dann um 18:30 h wieder am Schwimmsteg in Navpaktos festmachten. Das war schon etwas „heavy“, wie man so auf Neudeutsch sagt. Da frage ich mich, wieso ich eigentlich aus der Ägäis abgehauen bin, treffe ich doch hier auf die gleichen Windverhältnisse wie dort.

Der nächste Tag (30.05.) brachte dann etwas moderatere Windverhältnisse. Bei drei Windstärken aus SW hatten wir wenigstens ein „langes Bein“ – wie man so sagt – in Richtung Patras.

Wie ich schon an anderer Stelle erwähnte, sind die Schwimmstege, an denen die Gäste normalerweise anlegen, von einem Sturm zerstört und es gibt nur ganz wenige freie Plätze, die ansonsten von einheimischen Stammliegern belegt sind. Gut, dass ich mich bei meinem letzten Aufenthalt und dann noch einmal über Internet vorher angemeldet habe. 

Wie geplant verließen mich am Freitagmorgen nach dem Frühstück Volker und Felix, um zu ihrer Familienfeier nach Berlin zu fliegen.

Nun darf ich erst einmal die nächsten vierzehn Tage bis zum Eintreffen der neuen Crew hier alleine verbringen. Schau’n wir `mal, wie’s wird. Es gibt genug zu tun.

Ich werde berichten.

Mein „idyllischer“ Liegeplatz in der Patras Marina

10.05.2019

Weiter geht’s am Freitag, den 10.05., nach Kiato. Seglerisch nicht weiter aufregend. Ein typisch griechischer Fischereihafen, ohne irgendwelche Versorgungsmöglichkeiten was Strom und Wasser an der Pier an geht. 

Der Versuch, bei der Port Authority die TEPAI-Steuer zu bezahlen, war nicht erfolgreich. Stattdessen erklärte der Beamte uns, dass wir am nächsten Tag von unserem Liegeplatz verschwinden sollten, was wir natürlich nicht taten. Es passierte auch nichts weiter.

An diesem Tag kam wie geplant Claudia Nohle an Bord.

Da ja die Griechen behaupteten, dass die Bezahlung der TEPAI-Steuer nun übers Internet funktionieren würde, versuchten Johannes und ich uns daran. Irgendwie funktionierte das Internet im Hafen recht gut und siehe da, wir kamen auf die entsprechende Seite mit all dem Formularkram. Das klappte sogar. Auch die SEPA-Überweisung von meinem Konto an die Bank of Greece funktionierte. Nun bin ich mein Geld los, eine Bestätigung von den Griechen habe ich bis heute aber nicht. Geht man auf die entsprechende Internetseite erhält man die Nachricht „Under Construction“. Wenig hilfreich.

Am Sonntag, 12.05. machten wir uns dann bei mäßigem bis gar keinem Wind auf in Richtung Itea, einem Ort auf der gegenüber liegenden Seite des Peloponnes. Das ist der ehemalige Hafen des antiken Delfi. Die Stadt selbst, ist nicht der Hit, der Hafen ist o.k., es gibt Strom und Wasser, aber ansonsten ziemlich tot. Das Wetter war auch nicht so prickelnd und so beschlossen wir, uns ein Auto zu mieten und das Orakel von Delfi aufzusuchen. Gesagt, getan. Die 12 Euro Eintritt waren es wert. Das „Raufgekraxle“ durch die antiken Trümmer war für mich zwar wirklich mühsam, aber es hat sich gelohnt. Was die alten Griechen damals so gebaut hatten: Fantastisch. Und dann noch der Ausblick über das darunter liegende Tal und die umgebenden Berge: Grandios. Der Ausflug war’s wert. Und was hat uns die Pythia, das Orakel, geweissagt? …Nichts!

Das Theater von Delfi und die Tempelanlagen in grandioser Landschaft

Die fünf Meilen Fahrt nach Galaxidhi am nächsten Tag legten wir unter Motor zurück. Der Hafen war weitgehend von einer Flottille belegt, aber dennoch fanden wir einen Platz längsseits der Pier. 

Das sah alles nach ziemlicher Party aus, man baute eine kleine Bühne und Lautsprecherboxen auf. Aber als wir von unserem Tavernenbesuch zurückkamen, war alles wieder abgebaut und Friede, Freude, Eierkuchen.

Von Galaxidhi ging es nach Trizonia. Abgesehen davon, dass wir bei fünf Windstärken das erste Reff einbinden mußten, auch kein besonderes Ereignis. der Hafen war relativ leer, wir fanden einen Liegeplatz längsseits der Pier. Die alte Yacht, die seit ewigen Zeiten versunken im Hafen gelegen hatte, die Peter und Rico noch bei unserem letzten Besuch schnorchelnd erkundet hatten, war nicht mehr da. Ansonsten, das Übliche: Kein Strom, kein Wasser.

Der nächste Ort, den wir ansegelten, war Navpaktos, kurz vor der Brücke, die den Golf von Patras überspannt. Dahin mußten wir kreuzen, sogar mit einem Reff im Groß. Der alte, von den Venezianern erbaute Hafen ist so winzig, dass ich mich nicht getraut habe, dort an irgendeiner Anlegestelle an zu legen. Es gibt dort eigentlich nur drei Möglichkeiten, an einer Anlegestelle fest zu machen, die aber für ein Schiff, wie ich es habe, aus meiner Sicht ungeeignet sind, es sei denn, man versucht es mit Buganker und Heckleinen. Bei der vorgegebenen Windrichtung erschien mir das aber auch wenig sinnvoll, um ruhig schlafen zu können.

Navpaktos Hafen

Außerhalb der mittelalterlichen Hafenmolen gibt es mittlerweile einen Schwimmsteg, an dem wir dann festmachten. Diese Anlegemöglichkeit ist in den Handbüchern, die ich habe, nicht verzeichnet. Man liegt hier etwas unruhig, weil man dem Schwell bei Windrichtungen aus allen westlichen Richtungen ausgesetzt ist, aber Strom- und Wasserversorgung funktionierten.

„Yssabeau“ am Ponton außerhalb des Hafens von Navpaktos

Wir erkundeten den wirklich netten Ort, Claudia kletterte sogar den Berg zu der Venezianischen Festung hinauf, Michael, Johannes und ich zogen es allerdings vor, durch die kleine Innenstadt zu laufen, bei einem Bier das Flair der Altstadt zu genießen und noch ein paar Lebensmittel im Mini Market einzukaufen. 

Abends fanden wir eine wirklich nette Taverne in der Altstadt mit einem für Griechische Verhältnisse außergewöhnlichen Menüangebot. Sehr lecker und dabei auch noch preisgünstig. Wir waren umgeben von Einheimischen, das sprach für den Laden.

Johannes und Michael Harden, Claudia Kohle und ich n der netten Taverne in Navpaktos

Am nächsten Tag, Freitag den 17.05., gings dann unter der Rion – Andirrion Brücke hindurch nach Patras. Das Brückenbauwerk ist wirklich beeindruckend und gilt als die längste, an Tragseilen befestigte Brücke der Welt.

Laut Handbuch soll man die „Traffic Control“ über UKW fünf Meilen bevor man die Brücke passieren will, anrufen, was ich auch mehrmals versuchte. Außer einem unverständlichen Gebrabbel kam da keine Antwort. Ich wurde dann doch ein wenig nervös. Wir passierten die Brücke und das war`s.

Der Hafenmeister in Patras wies uns einen Liegeplatz zu, der konnte sich offenbar noch von meinem letzten Besuch im Jahr 2017 an mich erinnern. Sehr freundlich, sehr hilfsbereit und nett. Allerdings mußten wir gleich für zwei Nächte im Voraus bezahlen, unabhängig davon, ob man wirklich zwei Nächte blieb.

Wir waren bereits mittags in der Marina Patras angekommen, das Schiff wurde aufgeklart und geputzt und Michael und Johannes beschlossen, angesichts der verbliebenen Zeit, doch schon abzumustern, um noch einen Tag in Athen mit Sightseeing zu verbringen.

Unser neuer Mitsegler, Dietmar Köhn, war bereits auf dem Weg und Claudia und ich suchten das nahegelegenste Restaurant auf, um auf ihn zu warten. Das klappte auch per Whatsapp und Google-Earth. Um 21:00 h saß Dietmar bei uns am Tisch.

Claudia verließ uns plangemäß am Samstag nach dem Frühstück und Dietmar und ich gingen erst einmal einkaufen. Es gab sogar in fußläufiger Entfernung einen Lidl.

Nachdem wir unsere Einkäufe aufs Schiff geschleppt und verstaut hatten, beschlossen wir, doch noch nach Mesolonghi, auf der anderen Seite des Golfes von Patras zu segeln. Wir mußten dort zwar hin kreuzen, aber angesichts von drei Windstärken war das ein ziemlich entspanntes Segeln. 

In Mesolonghi gibt es eine Marina, in der ich 2015 auch schon einmal gewesen bin. Nach einschlägigen Informationen wurde dem Betreiber in den letzten Jahren allerdings die Betriebserlaubnis entzogen. Warum auch immer. Es gab in diesem Jahr unterschiedliche Informationen, ob die Marina nun wieder in Betrieb sei oder nicht. 

Während wir durch den Kanal von Mesolonghi motorten kontaktete ich die Marina über UKW und erhielt sogar eine Antwort: „It is not possible to enter the Marina!.“

Also fuhren wir an der Marina vorbei und legten an der Stadthafenpier (oder was immer das auch ist) längsseits an. Kein Strom, kein Wasser aber auch kein Hafengeld.

Bei anfänglichen moderaten Windverhältnissen legten wir am nächsten Morgen in Mesolonghi ab, motorten durch den Kanal und nahmen Kurs auf Astakos, einem Hafen auf der Festlandsseite. Der Wind brieste mehr und mehr auf und letztendlich liefen wir nur unter Großsegel vor dem Wind in die Bucht von Astakos ein.

Wie im Handbuch beschrieben, war dieser Hafen bei der vorhandenen südlichen Windrichtung sicherlich nicht die erste Wahl. Aber es gab keine andere. 

Wir mußten mit Buganker rückwärts zur Pier anlegen und das bei sechs Windstärken Seitenwind und entsprechender Welle. Das erste Mal in dieser Saison.

Es lagen schon mehrere Yachten an der Pier und wir boten ein ziemliches Hafenkino.

Der erste Versuch, den Anker aus zu bringen, scheiterte schon daran, das die Ankerwinsch die Kette nicht aufholen konnte und diese somit immer wieder über die „Nuß“ abslippte. Bis ich erkannt hatte, dass die Bremse des Ankerspills nicht fest genug angezogen war, verging einige Zeit, in der wir ein wenig hilflos mit hängendem Anker im Hafen trieben. 

Ich erklärte Dietmar, wie er mit der im Ankerkastendeckel befestigten Kurbel die Bremse des Ankerspills festsetzen konnte und nach zwei weiteren Ankerversuchen lagen wir dann, Dank vieler helfender Hände der umliegenden Segler, sicher vertäut an der Pier.

Einem in einer roten Weste herumwuselnden Griechen, der natürlich kaum Englisch verstand und der versuchte meine Leinen irgendwie und irgendwo völlig unsachgemäß festzubinden, machte ich erst einmal klar, wer hier das Sagen hatte und dass er abhauen sollte, was er dann auch tat.

Wir lagen sehr unruhig an der Pier aber im Laufe des Abends flaute der Wind zusehends ab und wir hatten eine ruhige Nacht. Strom und Wasser gab es auch.

Von hier aus ging`s rüber nach Kioni auf der Insel Ithaka. Der Hafen war rappelvoll. Eine Flotille hatte sich breit gemacht. Die einzige Chance auf einen Landzugang war vor Buganker rückwärts an den Molenkopf zu gehen, was nach drei Anläufen auch gelang. Das Schild mit der Aufforderung, man solle diesen Platz spätestens morgens um 11:00 h verlassen haben, da dort angeblich Ausflugsboote festmachen würden, entdeckten wir erst sehr viel später.

Als wir am nächsten Morgen um zehn nach elf Anker auf gingen, war von einem Ausflugsboot weit und breit nichts zu sehen.

Bei schwachem Wind segelten wir die Küste Ithakas entlang in Richtung Vathi. Da wir aber mitbekommen hatten, das die Flotille auch nach Vathi segelte, fuhren wir einfach weiter und machten in Sami an der Pier längsseits fest. 

14.05.2019

Von Lavrion nach Korinth

Michael Harden und sein Sohn Johannes trafen wie geplant am Samstag den 04.05. auf dem Boot ein. Die Leute von HDM Sailing waren immer noch mit diversen Reparaturen beschäftigt, vor allem die Elektrik machte Probleme. Irgendwann bekamen die das aber wohl in den Griff.

Wir gingen erst einmal im Supermarkt einkaufen, da Sonntags die Läden geschlossen hatten. Nachdem die Handwerker auf dem Schiff fertig waren, konnten wir unseren vom Supermarkt angelieferten Proviant auch stauen. Zum Abendessen ging’s in die Taverne. 

Für Sonntag war Starkwind angesagt und so kam es dann auch. Wir blieben im Hafen, was auch gut so war. Selbst im Hafen baute sich eine Welle auf, so dass das Schiff am Steg ganz schön zu Kehr ging. Weise Entscheidung.

Am Montag, den 06.05. ging`s dann los Richtung Äegina. Bei anfänglich moderatem Wind querten wir die Traffic Route nach Athen. Der Wind nahm ständig ab und drehte auf SW, also genau in die Richtung, in die wir wollten, um dann wieder zuzulegen. An kreuzen war nicht zu denken. Wir rollten die Genua ein und motorten gegen immer mehr zunehmenden Wind und Wellen. Das war kein Spaß! Unter der Südküste Äginas blies es dann mit 17 bis 25 Knoten, so dass wir uns entschlossen, auch das Großsegel wegzunehmen.

Nach einer Weile Bolzerei gegenan, wobei wir kaum voran kamen, entschlossen wir uns, nach Methana ab zu laufen. Das hatte den Vorteil, dass wir mit Genua III segeln konnten.

Das letzte Stück nach Methana mußten wir dann doch noch gegenan motoren und wir wurden ordentlich naß.

Das war schon ein starker Auftakt der Segelsaison, vor allem für Johannes, der ja noch nie vorher gesegelt war. Er hat sich aber tapfer geschlagen.

Michael und Johannes Harden

Am nächsten Tag, dem 07.05. sollte es nach Nea Epidauros gehen. Ich startete den Motor, der ein paar Sekunden lief, um dann gleich wieder auszugehen. Nach einigen vergeblichen Startversuchen war klar, das die Maschine keinen Treibstoff bekam. Ein Blick in den Motorraum und ein wenig pumpen an der Kraftstoffpumpe bestätigte das, spritzte der Diesel doch aus dem Schlauch dierekt vor der Pumpe. Der Schaden war schnell behoben. Gut dass das nicht gestern unterwegs passiert ist.

Unter moderaten Bedingungen segelten wir dann nach Nea Epidauros in einen fast leeren Hafen.

Für den darauf folgenden Tag war die Durchfahrt durch den Kanal von Korinth angesagt. Anfänglich hatten wir noch guten Wind zum segeln, der aber nach und nach abflaute, so dass wir die letzten Meilen zur Kanaleinfahrt motorten, um nicht all zu spät in Korinth an zu kommen.

Das Einklarierungsprozedere verlief unkompliziert, 155,67 € bezahlt, und nach einer Stunde warten, konnten wir den Kanal durchqueren. Für mich nun das dritte Mal, aber doch immer wieder faszinierend. Vom Kanalausgang motorten wir das kurze Stück zum Hafen von Korinth.

Warten auf die Freigabe zur Einfahrt in den „Mythos“ Kanal von Korinth
Kanal von Korinth

Vor uns lief gerade eine Flotille ein und auf dem Molenkopf stand ein wild gestikulierender Grieche, der uns bedeutete, nicht ein zu fahren. Das ineressierte mich aber nicht, da mir klar war, dass der Typ nichts zu sagen hatte. Ich hatte mir bereits überlegt, an der mittleren Innenpier des Hafens an zu legen, da ich den Platz ja von früher her kannte. 

Der Typ rannte um den ganzen Hafen herum, um unsere Leinen an zu nehmen, hatte aber offensichtlich keine Ahnung, wie man ein Segelboot anbindet. Mir war klar, dass das einer der im Hafen herumlungernden Existenzen war, die fürs Leinenannehmen ein Trinkgeld erwarteten. 

Ich war mit dem Platz nicht so richtig glücklich, da wir immer wieder leicht mit dem Kiel auf Grund aufsetzten.

Ich wollte da wieder weg aber der Typ beteuerte in miserablen Englisch immer wieder, dass dies ein guter Platz sei und das Schiff sicher sei. 

Da ich an der Kaimauer sehen konnte, dass das Wasser wieder steigen würde, entschloß ich mich, erst einmal dort zu bleiben, da es hier Strom und Wasser gab, was im anderen Teil des Hafens nicht der Fall war.

Mit einer Penetranz ohnegleichen redete der Typ auf uns ein, bis Michael ihm fünf Euro gab. Dann war er erst einmal weg, um nach einiger Zeit, bei der er sich bei der Flottille herumgetrieben hatte, mit einer weiteren, ebenso dubiosen Gestalt wieder zu kommen.

Keiner von denen konnte vernünftig Englisch aber sie versuchten uns klar zu machen, dass sie zu der Flotille gehörten und wir gut und sicher liegen würden. Denen glaubte ich kein Wort. 

Als sie merkten, dass bei uns nichts mehr zu holen war, zogen die beiden ab. Später stellte sich heraus, dass zumindest einer von denen sich auf einem kleinen Fischerboot, das im inneren Teil des Hafens lag, zu schaffen machte. Von wegen Flottilenmitarbeiter. Die haben uns die Hucke voll gelogen.

Einer von denen kam dann nochmals vorbei, um uns ein Bier ab zu schwatzen, welches er dann auch bekam, nur um ihn endlich los zu werden.

Einer derartige Dreistigkeit, wie sie diese beiden Typen an den Tag legten, war mir bisher noch nicht untergekommen.

Wegen der Entfernung zur Stromversorgungssäule mußten wir unsere beiden Kabel auslegen und mit einem Adapterkabel verbinden, um an die Steckdose zu kommen. 

Am nächsten Morgen dann die böse Überraschung. Unser erstes Kabel nebst Adapterkabel war weg. Geklaut! Das erste Mal in Griechenland, dass ich bestohlen wurde. Der Verdacht fiel natürlich sofort auf die beiden Typen, die wieder im Hafen herumlungerten; zu beweisen war das nicht.

Wir beschlossen in Korinth zu bleiben, da an diesem Tag das Bezahlsystem für die neue Steuer (TEPAI) funktionsfähig sein sollte und ich diese bei der Port Authority bezahlen wollte. Ein neues Kabel nebst Steckern brauchten wir natürlich auch.

Den Diebstahl wollte ich natürlich zur Anzeige bringen, aber der Polizist, den wir vor der Polizeistation trafen, verwies uns an die Hafenpolizei.

Also wir dort hin. Da konnten wir gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche erschlagen, dachte ich.

Wir waren in Griechenland! Selbstverständlich funktionierte das Bezahlsystem nicht, von Barzahlung wollte der Beamte nichts wissen und für die Diebstahlsanzeige wurden wir, nachdem der Beamte ein längeres Telefongespräch geführt hatte, auf den Abend verwiesen. 

Bei einem Eiskaffe Frapé beschlossen wir, uns ein Taxi zu nehmen und das antike Korinth zu besichtigen, der der Elektroladen, in dem wir nach Kabel und Stecker fragten zwar elektrische Haushaltsgeräte verkaufte, aber keine dreißig Meter langen Stromkabel nebst Steckern.

Für zehn Euro brachte uns eine Taxifahrerin bis an die antike Stätte und wir vereinbarten, dass sie uns in zwei Stunden dort wieder abholen sollte. 

Die römische geprägte Tempelanlage war ganz nett anzusehen und der Rundgang bot interessante Fotomotive, aber es waren eben antike Trümmer und die sehen nunmal für einen Laien mehr oder weniger gleich aus.

Nach etwas über einer Stunde waren wir damit durch und hatten noch Zeit für ein hopfenhaltiges Kaltgetränk in einer Taverne.

Das antike Korinth

Die Taxifahrerin kam auch pünktlich und wir fragten sie, ob sie uns zu einem Marineshop fahren könnte, dessen Anschrift Johannes vorher gegoogled hatte. 

Nach längerer Fahrt stellte sich jedoch heraus, dass dieser Laden in Isthmia war, was offenbar vorher nicht klar war. Kabel und Stecker gab’s dort jedenfalls nicht.

Wir erklärten der Taxifahrerin was wir suchten und sie fuhr uns zurück nach Korinth zu einem offenbar speziellen Elektrofachhandel. Hier gab’s alles, was wir brauchten. Wir mußten das nur noch irgendwann zusammenbasteln.

Nettes – griechisches – Erlebnis nebenbei: Als wir vor dem Laden in das Taxi stiegen und die Fahrerin den Zündschlüssel umdrehte, ging die Alarmanlage des Autos an. Mehrere Versuche mit dem Schlüssel das Auto zu starten, ohne die Alarmanlage in Gang zu setzen, scheiterten. Nunsaßen wir da und warteten auf den Chef des Taxiunternehmens den die Fahrerin angerufen hatte, damit er einen neuen Schlüssel brachte. Der kam dann auch, brachte einen neuen Schlüssel und schon hörte das gehupe auf. Wir fuhren in Richtung Schiff, wurden aber durch eine Straßensperrung umgeleitet, so dass wir nicht bis vor die Hafenmole fahren konnten.

Dies wiederum hatte den Vorteil, dass ich es nicht mehr so weit zur Port Police hatte, wo ich ja meine Diebstahlsanzeige aufgeben wollte. 

Während Michael und Johannes unsere Einkäufe zum Schiff brachten, suchte ich die Port Police auf.

Zwei nette junge Beamte nahmen sich meiner an, wußten aber auch nicht so recht, was sie machen sollten, nachdem ich geschildert hatte, was ich wollte.

Nach deren Aussage gab es zwei Möglichkeiten: Die erste sei, dass ich eine Verlustanzeige aufgebe und ich einen Nachweis für die Versicherung bekäme – was in meinem Fall keinen Sinn machte, lag der Schaden doch unter 50,- Euro – und die zweite Variante sei, ich gäbe eine Anzeige auf, dafür müßte ich im vorhinein erst einmal 50,- Euro bezahlen, die Sache würde dann vor Gericht gehen, wo ich dann persöhnlich hätte erscheinen müssen, um überhaupt eine Strafverfolgung in Gang zu bringen. Dazu hatte ich erst recht keine Lust, hatte die Ersatzbeschaffung des Kabels doch gerade einmal 34,- Euro gekostet.

Ich schilderte den beiden Beamten noch den Vorfall mit den beiden Typen im Hafen ohne diese direkt des Diebstahls zu bezichtigen, was ein gewisses Maß an Heiterkeit hervorrief. Die beiden waren wohl Drogenabhängig und den Jungs von der Polizei bekannt.

Ich zog zwar unverrichteter Dinge von der Polizeistation ab, war aber doch irgendwie zufrieden, auf Gehör gestoßen zu sein.

Demnächst geht’s weiter.