Reisenotizen (Kurzberichte von Unterwegs)

11.11.2014:

Dieser letzte Reisebericht wurde von mir der Vollständigkeit halber im Nachhinein bereits zu Hause in Kiel erstellt.

Aguadulce ist von Almerimar nur 17 sm entfernt. Immerhin wehte der Wind aus SW und trieb uns in drei Stunden dorthin. Malerische Küstenlandschaft, aber zum Teil auch wieder zu betoniert.

Der Hafen von Aguadulce ist deutlich kleiner als Almerimar und versprüht einen etwas mondänen Charme, allerdings wirkt alles ein wenig ungepflegt, verfallen, es herrscht ein gewisser Instandhaltungsrückstau.

Auch hier ist das Liegegeld moderat und die Dame an der Rezeption spricht sogar recht gut deutsch. Ein Landliegeplatz über den Winter wäre hier sogar günstiger als in Almerimar. Die Werft macht einen ganz passablen Eindruck, auch wenn die Landlagerfläche deutlich kleiner ist, als dort.

Zu unserem nächsten Hafen – Almeria – sind es nur 5 sm und so bummeln wir vor dem Ablegen noch einmal die Hafenmeile entlang und werfen einen Blick auf das Werftgelände.

In den Kneipen rund um den Yachthafen ist nicht viel los, man merkt, die Saison neigt sich dem Ende zu.

Erwin überredet mich zu einem Eisbecher in einem Café. Der Becher sah zwar sehr schön aus, aber es war das schlechteste Eis, was ich je in meinem Leben gegessen habe. Keine der Sorten schmeckte wirklich und teuer war es auch noch.

Die fünf Seemeilen nach Almeria bewältigten wir bei schwül-warmer Flaute unter Maschine.

Der Hafen von Almeria ist zwar ein großer Handels- und Fährhafen, die Marina ist aber verhältnismäßig klein. Sie wird vom dortigen Club Nautico betrieben und ist überraschend preiswert – Wintertarif!

Am Sonntag kommt wie geplant Werner Lange an Bord. Wir gehen abends in die Stadt, um irgendwo in einer Kneipe zu essen. Nachdem wir anfangs ein wenig planlos durch die Straßen und Gassen geirrt sind, fanden wir dann doch in das richtige Viertel, wo es eine Bodega neben der Anderen gab.

Wir wurden von einem Mitarbeiter eines Fischrestaurants überredet dort ein zu kehren, in dem er uns anbot, eine für zwei Personen gedachte Fischplatte auf drei Personen zu erweitern, uns aber nur den Preis für die Zweipersonenplatte in Rechnung zu stellen.

Das Ambiente dieses Restaurants mutete eher etwas modern-minimalistisch an, alles in schwarz-weiß gehalten, gar nicht so, wie eine typisch spanische Bodega.

Was das Essen anging, war ich eher skeptisch, waren wir doch in dem Laden zuerst fast die einzigen Besucher.

Aber dann: Die Fischplatte war eine Wucht! Sie nahm einen Gutteil des Tisches ein und es war darauf wohl fast alles an Meergetier aufgetürmt, was man sich so vorstellen kann. Große und kleine Fische, Muscheln, Garnelen, Tintenfische, einfach alles, was das Herz begehrte und davon reichlich.

Nachdem wir schlussendlich die Platte “niedergekämpft” hatten, hatte sich auch der Laden mit Menschen gefüllt. Da war kein freier Platz mehr. Offenbar ist dieses Restaurant für Fischspezialitäten auch bei den Einheimischen sehr beliebt. Wir waren wohl einfach nur zu früh gekommen.

Der Abend endete dann doch noch in einer richtig typischen spanischen Tapperia, wo wir, vollgefressen wie wir waren, allerdings nur etliche preiswerte Biere zu uns nahmen.

Der Montag war für die Spanier ein Feiertag. Wir beschlossen, noch in Almeria zu bleiben und die alte maurische Festung “La Alcazaba” zu besichtigen, die hoch über der Stadt errichtet worden war und von der man einen herrlichen Blick auf Almeria und die Umgebung hat. Ich kann nur sagen: Der Fußmarsch da oben ‘rauf hat sich gelohnt!

Unser nächster Hafen, San Jose, ist nur knapp 22 sm entfernt. Ein kleiner, idyllisch in einer Bucht gelegener, privat betriebener Hafen mit entsprechenden Preisen.

Auch hier haben offenbar auch jahreszeitlich bedingt die Touristenbesuche abgeflaut. Die Restaurantbesitzer buhlen um Gäste. Da Erwin uns am nächsten Tag verlassen wird, entscheiden wir uns für ein Restaurant und zelebrieren ein Abschiedsessen.

Erwin fährt plangemäß mit dem Bus nach Malaga und wir segeln weiter nach Garrucha.

Was für eine Marina, riesig und leer. Es liegen nur wenige Yachten im Hafen, einige sogar längsseits an den Schwimmstegen, die offenbar aber für ein Mooringsystem vorbereitet sind.

Statt eines Marinairos empfängt uns die Crew einer deutschen Yacht, was dazu führt, dass wir als letzte längsseits hinter denen am Steg liegen und der Weg zu den sanitären Anlagen entsprechend weit ist.

Diese sind ohnehin nicht so toll, bestehen selbige doch nur aus einem Container mit zwei Toiletten und einer Dusche. Dafür ist das Hafengeld wieder einmal günstig.

Hier hält uns nichts. Auf geht’s nach Anguillas. Die etwa 18 Meilen müssen wir weitgehend motoren. Kein Wind.

Als sich das Motorgeräusch plötzlich verändert und starke Vibrationen das Schiff erschüttern, befürchte ich das Schlimmste. Sollte die Stopfbuchse ihren Geist aufgegeben haben?

Bei genauer Inspektion, vorwärts-rückwärtsfahren, Gas geben im Leerlauf und allerlei anderer Experimente kann ich an Welle und Stopfbuchse nichts außergewöhnliches erkennen. Innerhalb des Rumpfes rappelt nichts.

Wieder an Deck wird Vollgas gegeben, dass Schiff fährt allerdings nur 4,8 Knoten und die Motordrehzahl bewegt sich bei etwas über 2000 Umdrehungen. Schlussfolgerung: Wir haben uns irgendetwas mit dem Propeller eingefangen.

Also Motor aus. Ich frage Werner, ob er Lust auf ein Bad habe und ernte im ersten Moment verständnislose Blicke, bis ich ihm erklärt habe, worum es geht.

Während Werner sich die Badehose anzieht, hole ich die Taucherbrille und klariere die Badeleiter.

Nach einigen Tauchversuchen zieht Werner ein großes Stück dicke Plastikplane vom Propeller. Damit ist das Problem behoben.

Es ist diese Art Plane, mit der die Gemüsefelder hier an der Costa Blanca überall abgedeckt werden und die, wenn es vom Gebirge her stürmt, häufig zerreissen und dann ins Meer geweht werden, wo sie dann versinken.

Unter den Seglern wird kolportiert, dass es in manchen Buchten unmöglich sei, einen Anker in den Grund zu fahren, weil dieser mit Plastikplanen überzogen sei.

Da kümmert sich offenbar kein Mensch drum, aber mit dem Plastikmüll auf, im und unter Wasser nehmen die Spanier es ohnehin nicht so genau.

Ein mäßiger Windhauch treibt uns nach Aguilas, wo wir uns von den zwei möglichen Häfen für den Puerto Deportivo Juan de Montiel, einen kleinen, von einem Hotel betriebenen Yachthafen entscheiden, der dann auch dementsprechend teuer ist. Überfüllt ist der auch nicht gerade, aber dafür stimmt die Infrastruktur.

Wir entscheiden uns, die etwas über 30 Meilen direkt nach Cartagena zu fahren. Da der Wind diesmal aus östlichen Richtungen kommt, anfangs unter Motor mit gesetztem Großsegel bis zum Cabo Cope und dann unter voller Besegelung.

Die Einfahrt nach Cartagena ist schon beeindruckend. An Backbord das hohe Felsmassiv des Cabo Tinoso mit seiner Festung obendrauf und gegenüber, vor einem Felsmassiv, eine große Raffinerie, dazwischen etliche vor Anker liegende Tanker.

Der Hafen ist entsprechend groß, auch der Yachthafen, von denen es eigentlich zwei gibt, die aber direkt nebeneinander liegen. Wir entscheiden uns für den Nördlichen und ein hilfsbereiter Marinairo weist uns wunschgemäß einen Liegeplatz nicht all zu weit von den Sanitäranlagen und sogar längsseits der Pier zu.

Cartagena ist eine wirklich schöne und interessante geschichtsträchtige Stadt. Hier trotzten die spanischen Republikaner als Letzte bis 1939 dem faschistischen Francoregime. Wir beschließen zwei Tage hier zu bleiben.

Den ersten Tag verbringen wir mit einem ausgiebigen Stadtbummel, bewundern die alten schönen Häuser und Plätze mit ihrem alten Bestand an riesigen Gummibäumen und hohen Palmen, schlendern die geschäftige Haupteinkaufsstraße ‘rauf und ‘runter und natürlich auch die “Hafenmeile” entlang, wo an der Pier ein großer Zweimaster mit der Aufschrift “Sailling for Jesus” festgemacht hat. Die hatte ich irgendwann schon einmal auf der Ostsee getroffen; kommentieren will ich das weiter nicht.

Am zweiten Tag unternahmen wir eine Stadtrundfahrt mit einem dieser doppelstöckigen Touristenbusse mit offenem Dach. Ich finde, auf diese Art und Weise erhält man sehr schnell einen guten Überblick, wie eine Stadt so aussieht und erhält auch gleichzeitig viele Informationen, die man sich ansonsten anderswie mehr oder weniger mühsam besorgen muß.

Der nächste Tag beschert uns Wind aus Nordost. Anfangs moderat, in der Abdeckung des Höhenzuges um den Hafen und noch ein ganzes Stück weiter östlich, dann, kaum am Cabo de Agua vorbei, briest es auf fünf Windstärken auf. Die Genua wird gerefft, volle Kreuz gegenan.

Unser angepeiltes Ziel, Puerto de Tomas Maestre, sozusagen die Einfahrt zum Mar Menor, rückt in weite Ferne.

Der einzige noch bei Tageslicht erreichbare Hafen ist Puerto de Cabo de Palos, ein kleiner Ort mit einer laut Hafenhandbuch zur Versandung neigenden und zudem auch noch verwinkelten Einfahrt mit wenig Liegemöglichkeiten für Gäste.

Bei der Einfahrt haben wir dann auch nur noch 0,90 bis 0,70 Meter unter dem Kiel. Es geht S-förmig um mehrere Ecken in den Sportboothafen, dieser ist proppenvoll und ganz klar, Gäste sind hier nicht vorgesehen.

Wie im Handbuch empfohlen, legen wir längsseits an der Mole gegenüber eines Restaurants an. Der Wirt reibt sich schon die Hände ob der potentiellen neuen Kundschaft, denn viel ist hier nicht los.

Ein Ruf an die Capitania über UKW-Funk ist ebenso erfolglos, wie die Suche nach irgendwelchen öffentlichen sanitären Einrichtungen. Hier gibt es einfach nichts – noch nicht einmal Strom und Wasser – außer den paar Restaurants entlang der Hafenmeile.

Nachdem wir schon beschlossen hatten, in dem gegenüber liegenden Restaurant essen zu gehen, helfen wir einer mit zwei Spaniern besetzten einlaufenden Segelyacht beim Anlegen.

Die beiden Spanier sprechen leidlich Englisch und nach ein wenig Small-Talk wird die Frage an uns gerichtet, ob wir auch an Bord kochen würden. Etwas verwundert bejahen wir die Frage, worauf einer der Spanier in eine auf dem Cockpitboden stehende Styroporkiste greift und zwei in Aluminiumfolie eingewickelte Fische herauszieht.

Es sind – ohne Kopf – ca. 30 cm lange Thunfische, sozusagen küchenfertig. Auf unsere Nachfrage hin, erhalten wir auch noch einen Tip für die Zubereitung und auch noch eine Dose Tomatensauce.

Damit hat sich der Restaurantbesuch erledigt.

In Olivenöl mit der Tomatensauce, Knoblauch, Basilikum, Pfeffer und Zwiebeln und Kartoffelscheiben werden die Fische im Backofen gedünstet und geraten so zu einem Festmahl, das unsere Mägen an die Grenze ihrer Aufnahmefähigkeit bringt.

Am nächsten Morgen, Werner ist gerade auf der Suche nach einem Supermarkt, erscheint ein blau uniformierter Mensch auf einem Fahrrad und überreicht mir einen Zettel, den ich ausfüllen soll. Das Prozedere kennen wir ja schon. Nur, es werden weder Pass noch Schiffspapiere noch Versicherungsnachweis verlangt und auch kein Liegegeld (wofür auch?). So kann es also auch gehen.

Unsere spanischen Freunde sind bereits weg und als Werner vom Einkaufen zurück kommt legen wir auch ab, um dann doch noch nach Puerto de Tomas Maestre zu fahren.

Ein Segelversuch scheitert am mangelnden Wind. Der markante Leuchtturm auf dem Cabo de Palos wandert nur ganz langsam achteraus.

Es sind zwar nur knapp 9 sm nach Puerto de Tomas Maestre, aber die Einfahrt dorthin wird durch einen Kanal gebildet, der von einer Klappbrücke überspannt wird. Wir wollen möglichst zur nächsten Öffnungszeit um 14:00 h dort sein, also wird motort.

Die Einfahrt in den Kanal ist betonnt, das Fahrwasser ist relativ unproblematisch und der Kanal ist ausreichend breit und tief.

Vor uns ist eine Yacht ebenfalls in den Kanal eingelaufen und steuert mit langsamer Fahrt auf die noch geschlossene Brücke zu. Im Näherkommen erkennen wir unsere spanischen Anglerfreunde vom Vortag und diese erkennen uns auch wieder. Großes Hallo!

Der Mann am Ruder bückt sich und hält einen großen Thunfisch in die Höhe, geschätzt sicher einen Meter lang. Wir fahren noch näher an das andere Schiff heran, fotografieren und werden gefragt, ob wir noch Fisch haben wollen.

Zwei in Alufolie eingewickelte Thunfische von in etwa gleicher Größe wie gestern fliegen durch die Luft von einem Boot zum anderen und werden von Werner aufgefangen. Wieder ist das Abendessen gesichert.

Die Brücke öffnet pünktlich zur vorgesehenen Zeit und wir passieren sie gemeinsam. Bevor die beiden Spanier mit ihrer Yacht ins Mar Menor weiter fahren, erklären sie uns noch, dass man vor dem Restaurant an der Rezeptionspier eine Nacht kostenlos liegen könne, wenn man außerhalb der gelben Markierungen an der Pier fest machen würde. Dort legen wir erst einmal an.

Allerdings, besonders einladend ist es hier nicht. Vom Restaurant her werden wir mit lauter Musik beschallt, von öffentlichen sanitären Einrichtungen ist weit und breit auch nichts zu sehen und wir liegen jenseits des Zaunes der eigentlichen Marina, so dass wir erst einmal keine Möglichkeit sehen, in den Genuß einer Dusche oder eines WC zu gelangen.

Nach einiger Zeit Beschallung und einem Bier beschließen wir, doch in der Marina einzuklarieren und uns ein wenig Luxus zu gönnen, zumal wir uns ja bereits im vorherigen Hafen mit den spartanischen Bootseinrichtungen bescheiden mußten.

Der Entschluß kam uns dann doch relativ teuer zu stehen, dafür hatten wir dann eben ein fast kostenloses Abendessen.

Für unseren letzten Segeltag in diesem Jahr haben die Wettergötter beschlossen, uns den Abschied so richtig schwer zu machen.

Bei strahlendem Sonnenschein und fünf Windstärken aus Nordost segeln wir nur unter Genua I die etwa 16 sm nach Torrevieja, von wo aus dann Werner die Heimreise antreten wird und ich dann das Schiff fürs Winterlager auf der dortigen Werft auflegen werde.

 

09.10.2014: Caleta de Velez ist klasse. Nicht so zu betoniert, eher spanisch ursprünglich, die Häuser entlang der Promenade sind vermutlich noch original andalusisch, Zwei- bis maximal dreigeschossig, mit Kacheln schön verziert und mit direktem Blick aufs Meer. Leider auch mit einigen vom Verfall gezeichneten Leerständen. Und ruhig ist es hier. Es gibt zwar auch Touristen im Ort (oder sind das ständige Residenten?), im Aldi und im Lidl hört man doch sehr häufig Deutsch, meistens von etwas älteren Herrschaften gesprochen.

Am Samstagnachmittag ist “Mucke” in der Hafenkneipe angesagt. Es spielt eine Fünf-Mann-Band und zwar hauptsächlich alte Beatles- Songs. Die fingen um 14:00 h an zu spielen, um 16:00 h war auch der letzte Stuhl besetzt, die Leute saßen und standen rundherum auf der Straße und dem Platz und es wurde sogar getanzt und zwar nicht nur von irgendwelchen “Youngstern”, sondern deutlich gestandenere Herrschaften bewegten sich im Stil der 60er und 70er. Rock’n Roll!!!

Das mit den Beatles hatten die wirklich drauf. Manchmal klappte es nicht so ganz mit der Intonierung (ist für einen Sänger auch schwer, Paul Mc. Cartney oder John Lennon nach zu eifern), aber im Großen und Ganzen waren die Darbietungen gelungen. Ich saß auf meinem Boot, vielleicht 80 Meter davon entfernt und hatte einen unterhaltsamen Nachmittag mit etwas billigerem Dosenbier.

Als die Jungs dann um 18:00 h aufhören wollten, nötigte das Publikum denen noch drei Zugaben ab, wirklich stehende Ovationen.

Am Sonntag Nachmittag traf dann Erwin ein. Abends sind wir noch ins “Städele”, um ‘was zu essen und am Montag ging’s dann los, nachdem wir uns beim Lidl verproviantiert hatten. Zum Angewöhnen gerade ‘mal 10 Meilen nach Marina del Este.

Überraschung! Ein wunderschön gelegener, in die Berglandschaft eingebetteter kleiner Hafen, klar, touristisch, aber wirklich mit Charme. Zur Begrüßung gab’s von der Capitaneria eine Flasche Wein. Service und Infrastruktur stimmten, nicht ganz billig, aber wirklich o.k.. Wie es hier in der Hochsaison aus sieht, vermag ich mir allerdings nicht vor zu stellen.

Weiter ging’s nach Motril, ein Industriehafen, wie er im Buche steht. Der Club Nautico empfängt uns sehr freundlich, alles ist entspannt, die sanitären Einrichtungen sind wirklich gut, Bueno!

Weiter, ca. 34 sm nach Almerimar. Großer Hafen, perfekte Organisation. Zum ersten Mal werden wir in der Capitaneria auf Deutsch begrüßt. Da staunt man nicht schlecht. Und dann die Liegegebühren: Das hier ist der billigste Hafen an der ganzen spanischen Küste. Strom und WiFi müssen zwar extra bezahlt werden, aber trotzdem, unschlagbar billig.

Dafür gibt’s auf dem Klo auch kein Klopapier und auch keine Seife – nicht etwa, dass das vergessen wurde, es gibt einfach keine Einrichtungen dafür – aber alles ist sauber und entspricht durchaus den Anforderungen.

Almerimar ist offenbar DER Hafen für die Langzeitsegler zum überwintern. Gleich im Hafenbüro werden wir darauf hingewiesen, 1. wie preisgünstig man hier im Winter liegen kann, sowohl im Wasser, als auch an Land und 2. dass auch im Winter die Infrastruktur mit allem, was man so braucht, vorhanden ist. Offenbar überwintern hier nicht nur die Segler, sondern auch jede Menge andere Menschen aus Nordeuropa, die dem nordischen Winter entfliehen wollen. Aus meiner Sicht, keine schlechte Idee, das Ambiente stimmt. Für Erwin gibt’s sogar direkt gegenüber unseres Liegeplatzes einen englischen Pub, in dem es Guinness vom Faß gibt. Die Welt ist in Ordnung!

Morgens treffen wir Alex, eine Deutsche, die direkt gegenüber von unserem Liegeplatz eine Wäscherei betreibt. Sie beschreibt uns alle Vorzüge dieses Hafens in schillernden Farben, dies sei DER Platz zum überwintern und überhaupt, was Besseres würden wir an der ganzen spanischen Küste nicht finden. Wir unterhalten uns darüber, dass ich durchaus erwäge, hier zu überwintern, nicht zuletzt deswegen, weil ich die Stopfbuchse reparieren lassen muß und schon steht nach einer halben Stunde Frank aus Deutschland mit seinem Servicewagen auf der Pier und schaut sich meine Stopfbuchse an. Alles noch im grünen Bereich. Gemacht werden muß das trotzdem, wie gesagt, der Fall für’s Winterlager. Frank lebt hier in Almerimar und betreibt einen Motoren und Bootsservice, auch er preist das hier als das Non Plus Ultra an.

Während Erwin Gewaltmärsche um und durch den Ort unternimmt, schaue ich mir den Land-Winterlagerplatz an. Riesig, es stehen dort schon jede Menge Yachten aufgepallt, aber Platz ist dort immer noch.

Wir haben eingekauft! Der Supermarkt hier ist unschlagbar. Wir haben u.a. Pulpo (Tintenfisch) und Langostinos gekauft, das alles kannte Erwin bisher noch nicht. Ich habe ein lukullisches Abendessen zelebriert, Pulpo, mariniert in Knoblauch und Olivenöl mit gehackten Zwiebeln und marinierte Langostinos, gebraten, und dazu gemischten Salat und Brot.

Morgen geht’s weiter, geplant ist Aquadulce und dann weiter nach Almeria, wo dann am Sonntag Werner zu uns stoßen wird.

02.10.2014 : Am Montag habe ich die Nase voll, von dieser Touristenbetonburgidylle. Der Windfinder verspricht ab Mittag 6 bis 7 Knoten Wind. Ich motore los. Langweilig! Nach einer Stunde immer noch kein Wind. Da habe ich keine Lust drauf. Ich beschließe, nach Benalmadena ein zu laufen. Ich klariere ein und erhalte den selben Liegeplatz, den wir damals hatten. Die Anlage ist nun deutlich ruhiger, sehr viel weniger Touristen vor Ort , als bei unserem ersten Besuch. Das Hafenwasser riecht nun modderig und nachts werde ich von Mücken geplagt. Die Alandinseln lassen Grüßen, denkt man sich den Beton weg.

Nach fünf Stunden motoren lege ich in Caleta de Velez Malaga an. Wie überall, hilft mir ein freundlicher “Marinairo” beim Anlegen, nachdem ich mich über UKW-Funk angemeldet habe. Nicht so zu betoniert, wie weite Teile der Costa del Sol. Und, die Infrastruktur stimmt. Ab dem 01. Oktober gelten Wintertarife, man zahlt nur noch knapp 15 Euro pro Tag. Der Ort hat alles, was man sich so wünscht: Der Bäcker, 5 Minuten vom Hafen entfernt zwischen zwei kleineren Supermärkten gelegen, ALDI und LIDL  machen sich am jeweils entgegen gesetzten Ende der Stadt Konkurrenz und WiFi gibt’s in der Kneipe direkt am Hafen. Was will man mehr.

Hier werde ich nun auf Erwin warten. Der kommt am Sonntag.

28.09.2014: Wir sind zurück gesegelt. Über Puerto de la Duquesa und Puerto de Estepona ging’s wieder nach Bajadilla (Marbella) und dann nach Fuengirola.

In Duquesa waren wir Gäste einer irischen Hochzeitsparty in einer irischen Kneipe. Peter und Sabine haben getanzt, bis die Socken qualmten, gute Party mit Live-Musik von Musikern, die deutlich älter waren als unsereiner.  Die spielten die richtige Musik und ab ging die Post. Die Tanzfläche wurde von Damen okkupiert, die IHRE Musik in den 70ern hatten.  Santana, Dire Straits und Co. waren da nur die halbe Miete. Wir haben es genossen.

Estepona war nichts aufregendes, für Andalusische Küstenverhältnisse ganz normal.

In Bajadilla (Marbella) kontaktierte ich die dort ansässige Werft wegen der Undichtigkeit der Stopfbuchse, wir hatten immer Wasser in der Bilge, weil es aus der Stopfbuchse des Wellenlagers tropfte. Peter hatte das Lager schon mehrmals nachgezogen, aber jetzt war die Kontermutter gebrochen und ich wollte das von kompetenter Stelle gecheckt haben. Der Werftchef kam auch, diagnostizierte, dass das alles nicht so schlimm war, wollte wiederkommen, um die Stopfbuchse mit passendem Werkzeug nach zu ziehen, erschien aber den ganzen Tag nicht wieder.

Ich schärfte die Küchenmesser stattdessen.

Kein Werftchef, die Stopfbuchse tropft mäßig, kann man im Auge behalten, wir segeln weiter nach Fuengirola. Was für ein Name; wer merkt sich sowas?

Wir kommen am 23.09.2014 dort an. Ein Hafen, wie überall an der andalusischen Küste. Zubetoniert, aber guter Yachthafenservice und relativ preiswert. WiFi funktioniert auf dem Boot, mehr oder weniger.

Wir beschließen, hier zu bleiben. Peter und Sabine fliegen am 25.09. nach Hause. Ich werde zum Abschiedsessen in eine Kneipe eingeladen. Lecker, Paella, Wein, Schnaps, Danke Ihr beiden.

Nun habe ich die beiden am Bahnhof abgeliefert. Weg sind sie Richtung Flugplatz Malaga.

Von nun ab bin ich alleine an Bord. Erwin hat vom 27. 09. auf den 04.10. umdisponiert. Da muß ich mit leben und werde nun einhand weiter in Richtung Osten segeln.

Ich beschließe, den Freitag noch in Fuengirola zu verbringen. Auch wenn’s hier nicht traumhaft idyllisch ist, aber die Infrastruktur stimmt.

Samstagmorgen paßt gar nichts mehr. Der Himmel ist grau , totale Windstille und, wie ich es erwartet habe, es beginnt zu regnen. Regen in Andalusien, da kommt wenig Freude auf, schon gar nicht beim Segeln. Ich verzichte auf selbiges, bei Flaute im Regen zu motoren, nur um von A nach B zu kommen, muß ich nicht haben. Ich bleibe da, mache mir einen schlaffen Tag.

Die Nacht von Samstag auf Sonntag wird grauslich. Gegen vier Uhr morgens zieht ein Gewittersturm  vorbei. Ich werde vom Heulen des Windes und von den Schiffsbewegungen geweckt. Die Mooringleine quiekt dermaßen, dass ich kein Auge mehr zu machen kann (schwerhörig genug, bin ich dafür noch nicht!)

Irgendjemand gießt Tonnen von Wasser über’s Schiff. In weiser Voraussicht habe ich alle Luken dicht gemacht.

Den Sonntagmorgen beginne ich schlaff. Kein Wind, nichts, Null, Nada. Ich bleibe hier!

23.09.2014: Wir sind nach Gibraltar zurück gesegelt und es hat sich gelohnt! Wir haben uns zwei Tage vorher einen Platz in der Queensway Qay Marina per E-Mail reservieren lassen, mitten in der Stadt und man glaubt es kaum, sogar recht preiswert. Das Ambiente würde man wohl als etwas”Snobby” bezeichnen, eben “very British”.

Der Affenfelsen hat doch Einiges zu bieten und die zwei Tage dort haben wir mit “Sightseeing” und “Easy_Going” verbracht. Einmal an der südlichsten Stelle Europas zu stehen und nach Afrika ‘rüber zu schauen, hat schon ‘was.

Natürlich mußten wir auch die Affen auf dem Felsen besuchen, per Seilbahn, das war mir die 10,50 BP wert. In der Mittagshitze da hoch zu kraxeln wäre doch etwas mühselig gewesen. Die Viecher sind wirklich dreist und frech – füttern kostet übrigens 4.000,- BP !!! Strafe!

Nach zwei Tagen ging’s wieder gen Osten, ganz langsam, kein Wind. Die Touristenhochburgen und ihre Marinas gleichen sich mehr oder weniger. Die Landschaft ist im Küstenbereich zu betoniert. Nur im Hintergrund erkennt man noch ihre Ursprünglichkeit anhand des Gebirges. Die Urlauberheerscharen, die wohl im Sommer diese Stätten bevölkern, sind auch schon stark reduziert. Es wird Herbst, die Tage kürzer und die Abende kühler.

Wir sind wieder kurz vor Malaga. Sabine und Peter werden übermorgen planmäßig das Schiff verlassen und nach Hause fliegen. Wir müssen nur noch entscheiden, ob von hier aus, Fuengirola, oder von Benalmadena. Es geht auch darum, wo ich mich wohler fühle, um auf Erwin zu warten, der dann hoffentlich am 27. kommt.

13.09.2014: Wir sind jetzt im Mittelmeer! Ziel erreicht! Auf dem Weg nach Gibraltar haben wir einen marokkanischen Flüchtling aus dem Wasser gerettet. Der junge Mann war bei 19 Grad Wassertemperatur dabei, auf einem aufgeblasenen Autoreifenschlauch, nur mit Schwimmflossen an den Füßen und in kurzer Hose und T-Shirt, die Straße von Gibraltar zu überqueren. Er war noch ungefähr drei Meilen von der spanischen Küste entfernt, als wir ihn auffischten.  Völlig unterkühlt und fertig. Wir haben dann über UKW die spanischen Behörden in Tarifa benachrichtigt, die dann einen Rettungskreuzer geschickt haben, der den Mann dann von uns übernahm. Entgegen meinen Befürchtungen völlig unkompliziert. Ich hatte uns schon wegen “Menschenschmuggels” in einem spanischen Gefängnis gesehen.

Eine Nacht in Gibraltar, nächste Station Marbella (kann man vergessen), gestern in Benalmadena eingelaufen, wo wir uns einen Tag Auszeit vom Segeln genommen haben. Ruth mußte von hier aus zum Flughafen, um nach Hause zu fliegen.

Die ganze Costa del Sol ist zu betoniert, eine Bettenburg neben der anderen – wer macht hier Urlaub? Benalmadena ist auch nicht anders, man hat sich aber wenigstens um die Marina herum architektonisch etwas einfallen lassen. Über Geschmack läßt sich streiten, aber die auf maurischen Stil getrimmten Gebäude (ein bisschen “zuckerbäckerisch”) heben sich ein wenig von den viereckigen Betonhochhäusern entlang der Küste ab. Außerdem ist das Liegegeld im Vergleich zu dem, was wir bisher so bezahlt haben, verhältnismäßig moderat.

Vermutlich werden wir noch einmal nach Gibraltar zurück segeln. Das ist doch ein wenig zu kurz gekommen. Schau’n wir ‘mal.

08.09.2014: Über Magazon ging’s nach Rota am westlich gelegenen Teil der Bucht von Cadiz, wo wir gestern abend angekommen sind. Auf dem Weg  dorthin hatten wir zum ersten Mal seit Vigo Regen. Zwei kurze Schauer, das war’s. Ansonsten herrliches Segeln. Heute morgen auch wieder ein kräftiger Regenschauer, die Luft ist schwül-warm. Kein angenehmes Klima, man schwitzt ohne Ende.

Heute steigt Sabine zu, dann sind wir zu viert.

04.09.2014: Nun sind wir in Vilamoura angekommen. Wir haben uns noch einen Abstecher nach Portimao gegönnt, sind sozusagen zurück gesegelt (20 sm gekreuzt!!!), nach Westen, um diese malerische Küste noch einmal zu genießen.

Portimao kann man vergessen. Wir kamen abends nach 19:00 h an, das Hafenbüro war bereits geschlossen. Ein freundlicher Portugiese telefonierte uns den “Marinero” herbei, der uns bedeutete, dass wir die Nacht am Receptionssteg verbringen sollten und uns den Code für die Sanitäranlagen mitteilte und das alles für satte 42,80 Euro. Kein Strom, kein Wasser dafür Schwell von der vorbei fahrenden Berufsschifffahrt.

Die Kunststadt mit ihren Betonburgen reizte uns nicht. Am nächsten morgen ging’s ab gen Osten, um vom Regen in die Traufe zu kommen.

Vilamoura!!! Beton, Beton Beton !!! Ein riesiger Yachthafen, bestens durchorganisiert, rund herum Restaurants, Geschäfte und alle möglichen touristischen Attraktionen, laut (die Disco dröhnt des nachts), künstlich, steril, geschäftemacherisch und vor allem: TEUER!!!!!!!

52, 28 Euro für eine Nacht. Das ist bisher die Krönung. Selbst den Adapter für den Stromanschluß mußten wir mit 1,28 Euro Leihgebühr vergüten.

Zu unserer Freude haben wir wenigstens Simone und Mario wiedergetroffen. Wir haben den gleichen Weg.

Nichts wie weg hier!!!!!!!!!!

Achtung !!!

Es werden noch Mitsegler/Innen gesucht! Eine meiner bisherigen Mitseglerinnen ist abgesprungen und nun bin ich ab dem 27.09. alleine, bis dann Werner am 11.10. zusteigt. (s. Belegungsplan)
Wer hat Zeit und Lust?
(Meldung übers Kontaktformular)

29.08.2014: Heute nachmittag sind wir in Albufeira angekommen. Vorgestern sind wir um 21:00 h von Sines aus los gefahren, um sicher zu gehen, dass wir noch am Tage in Lagos ankommen würden. Immerhin 85 sm bis nach Lagos und nichts dazwischen.

Nach unseren Erfahrungen schläft der “Nordado”, der portugiesische Nordwind, der an der Küste von Nord nach Süd entlang bläst, nachts ein, um dann langsam am Tage zu zu nehmen, manchmal auf 6, 7 Windstärken. Dies der Grund, Nachts zu fahren.

Sternklare Nacht, moderate 4 Windstärken von schräg von hinten (raumschots), herrliches Segeln. Allerdings nur so lange, bis – entgegen unseren bisherigen Erfahrungen – der Wind auf über 20 Knoten, zeitweilig 23 Knoten, zu genommen hatte und wir zu allem Überfluß auch noch in eine  Nebelbank gerieten, für die hiesigen Verhältnisse eine durchaus als normal an zu sehende Erscheinung. Es war absolut nichts mehr zu sehen. Wir rauschten mit 8 bis 9 Knoten Fahrt dahin, die unter dem Schiff brechenden Wellen schoben uns in dieses , im wahrsten Sinne, “gräuliches” Nichts. Blindflug!!!

Was für ein Glück, dass die Verkehrssituation hier nicht der auf der Kieler Förde entsprach.

Nach ca. 1  1/2 Stunden war der Spuk vorbei. Es klarte auf, der Sternenhimmel wich der Morgendämmerung und gegen 07:00 h rundeten wir das Cabo de Sao Vincente, so zu sagen die Einfahrt in die Straße von Gibraltar.

Der Sonnenaufgang  ließ eine schroffe Felsküste in rötlichen, ockerfarbigen, schwarzen und allen möglichen anderen Schattierungen erstrahlen, ein faszinierender Anblick. Das Meer hatte tiefe Höhlen in den steil abfallenden Felsen gewaschen, obendrauf der Leuchturm, der den Seefahrern die Einfahrt in die Straße von Gibraltar weist.

Für die  alten Griechen und Phönizier war die Welt hier zu Ende, für uns begann ein neuer Abschnitt unserer Reise. Wir waren an der Algarveküste angelangt.

Wind und Wellen ließen nach, wir waren schließlich in der Abdeckung der Steilküste. Anders, als man es uns prophezeit hatte, keine brausenden Fallwinde, die Schiff und Besatzung beuteln, eher wieder moderates Dahinsegeln vor malerischer Kulisse.

Kurz nach 12:00 h dann Einlaufen in Lagos, wo wir nur diesen einen, halben Tag blieben, leider, aber wir mußten ja weiter nach Albufeira, um dort am Samstag, den 30.08., Ruth auf zu nehmen.

Übrigens: Lagos ist der bis dato absolut teuerste Hafen in Portugal – 46,13 Euro die Nacht für mein kleines “Mickerschiffchen”!

24.08.2014: Gestern sind wir in Sines angekommen. Der Sprung um die Ecke der iberischen Halbinsel nach Lagos erfolgt von hier aus. Bisher der billigste Hafen auf unserer Reise in Spanien und Portugal. Wir werden wohl einige Tage hier verbringen.

Wir haben Simone und Mario kennen gelernt, ein Außsteigerehepaar, die mit ihrer Bavaria 37 auch auf dem Weg ins Mittelmeer sind. Wir haben einen wahnsinnig netten Abend gemeinsam in einer typisch portugiesischen Kneipe verbracht und super lecker  und vor allem preiswert gegessen. Tintenfisch (Sepia) mmmmh, lecker, und Vinho tinto de la casa. Für alle vier 60,- Euro. Da kann man nicht meckern.

21.08.214: Wir sind nun wieder weiter gen Süden gesegelt und in Sesimbra gelandet. Schönes Städtchen in malerischer Umgebung. Gestern gab’s in einer netten Kneipe eine “Caldairada”, einen portugiesischen Fischtopf – lecker, preiswert und reichlich.

Wir bleiben noch einen Tag oder länger

15.08.2014: Wir sind immer noch in Lissabon. Beim Durchchecken der Ankerwinde gab diese ihren Geist auf. Die Reparatur dauerte zwei Tage, aber ich denke, die Jungs von der Yachtservicefirma haben einen guten Job gemacht. Der Motor von der Winde ist erst ein Jahr alt, aber trotzdem war schon innen drin alles vergammelt und verrostet und sogar reichlich Salz eingelagert. Einbaufehler?

Nächstes Problem: In dieser Stadt gibt es offenbar kein hochgereinigtes Petroleum für unseren Taylorskocher. Wenn wir bei den Yachtausrüstern vorstellig werden und danach fragen, schaut man uns nur verständnislos an. Bisher war ich der Meinung, in Lissabon gibt es einfach alles – denkste! Brennspiritus gibt’s auch nur zu horrenden Preisen in homöopatischen Dosierungen (0.25 L) im Supermarkt, wenn überhaupt. Da haben wir ein echtes Problem. Mal sehen, wie wir das gelöst bekommen.

09.08.2014: Fast eine Woche sind wir hier schon in Lissabon. Wir haben jeden Tag die Stadt erkundet, mit S-Bahn, Bus und Straßenbahn. Herrliches Wetter, 27 – 32 Grad, nette, hilfsbereite Leute, aber auch Tourismus ohne Ende, mit den entsprechenden Begleiterscheinungen. Belem, Al Fama, Baixa, Cascais und vieles mehr, alles mit einem 2 Tagesticket gültig für die “Yellow Touri Busse” und alle öffentlichen Verkehrsmittel. Dazwischen, auch ein wenig Ersatzteilbeschaffung und Bastelei am Boot. Der Abschied von dieser nunmehr für mich immer noch “schönsten Stadt der Welt” (von allen, die ich kenne) rückt in die nahe Zukunft. Saudade!

05.08.2014: Wir sind in Lissabon, der schönsten Stadt der Welt und haben fest gemacht im “Doca do Alcantara”! Hier werden wir erst einmal ein paar Tage bleiben. Es war herrlichstes Segeln von unserem letzten Hafen “Peniche” aus nach Lissabon. Der “Nordado” blies uns mit 3, dann zunehmend bis zu 6 Windstärken an der portugiesischen Küste entlang und den Tejo hinauf, strahlender Himmel, Sonnenschein, ein Gläschen Portwein, um’s Schiff spielende Delphine – schöner kann’s Leben nicht sein.

25.07.2014: Wir sind in Portugal!!! Der erste Hafen nach Baiona war Viana  do Castelo, wo wir gleich einen Tag mit Sightseeing verbrachten. Hat sich gelohnt. Heute, herrlichstes Segeln bei raumen drei bis vier Windstärken bis nach Porto. Hier bleiben wir erst einmal! (Trotz horrendem Hafengeld)

19.07.214: Immer noch gilt: ich komme mit der Bearbeitung dieser Homepage nicht hinterher. Peter ist mit seinem Smartphone da erfolgreicher. Wir sind jetzt in Cangas, einem kleinen Ort gegenüber von Vigo. Gestern hatten wir seit Langem das erste Mal wieder schlechtes Wetter. Erst alles grau in grau, dann zunehmender Wind bis 19 Knoten, natürlich aus der falschen Richtung, und dann auch noch strömender Regen.

Trotzdem, die Einfahrt in die “Ria de Vigo” durch den “Canal del Norte “war beeindruckend, obwohl etwas wolkenverhangen. (Norwegen in wärmer)

Jetzt bleiben wir erst einmal hier, trocknen die Klamotten und geben uns dem “Dolce Vita” hin, eben “entschleunigen”! :-)

Übrigens:

Für Schnellentschlossene:

Die können das herrliche Segeln in schöner Landschaft und auch das gute Leben durchaus noch miterleben. Von Porto oder Lissabon aus. (s. Belegungsplanung)

 

08.07.2014: Es gibt viel Neues: Ich komme mit dem Schreiben nicht mehr hinterher. Wir segeln in Galizien. Gestern haben wir in Muros festgemacht, einem kleinen Ort in der Ria de Muros.

Fantastisch. Hätte ich nie gedacht. Herrliche Landschaft, schöne, fjordähnliche Buchten (Rias), moderne Marinas mit unheimlich freundlichen Hafenmeistern (da kann sich ‘mal so mancher Deutsche Hafenmeister dran orientieren!), allerdings, auch nicht so ganz billig.

Das Wetter ist sehr wechselhaft. Wir hatten herrliche Segeltage, aber auch Tage mit Regen und Starkwind. Die Temperaturen sind moderat.

Wir machen keinen Streß. Da, wo es uns gefällt, bleiben wir auch ‘mal ein, zwei Tage.

Heute sind wir mit dem Bus nach Santiago de Compostela gefahren. Man(n) hat Buße getan :-). Kirchentreppen ‘rauf und ‘runter, den mit rucksackbepackten und mit Pflastern an der Achillessehne versehenen Pilgern und Pilgerinnen (vor allem denen!) hinterhergeschaut, dabei ein kaltes Bier genossen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Es gibt Schlimmeres!

Peter guckt Fußball in irgendeiner Kneipe (Deutschland gegen Brasilien) und ich sitze im Hafenbüro und schreibe E-Mails und trinke ein Fläschchen galizischen Rotwein. Auch nicht schlecht.

Mehr irgendwann einmal unter Reiseberichte.

30.06.2014: Es gibt Neues: Gestern, am späten Nachmittag, sind wir in La Coruna in Nordspanien angekommen. Hier werden wir ein paar Tage bleiben und Galizische Lebensart genießen.

23.06.2014: Es gibt Neues: Wir sind jetzt auf Guernsey und bereiten uns auf die Überfahrt über die Biskaya nach La Coruna vor. Unter “Reiseberichte” steht auch noch etwas.