Teil 4: Segeln im östlichen Mittelmeer

09.09.2017

Das Wichtigste in aller Kürze: Nachdem die Väter und Söhne Crew in Lavrion ausgestiegen war – ich durfte dort wieder bei HDM Sailing liegen – kam Werner als Mitsegler hinzu. Wir segelten erst einmal ans Kap Sounion und ankerten in einer Bucht unterhalb des Poseidontempels, wo wir eine partielle Mondfinsternis über der Tempelanlage beobachten durften. Das hat man nicht alle Tage.

Es folgte entspanntes Segeln im Saronischen Golf, bis zu der Insel Poros, wo Peter und Sabine dann die Crew vervollständigten. Bei moderaten Windverhältnissen – manchmal auch zu moderat, sprich: Flaute – segelten wir entlang der Halbinseln des Peloponnes in Richtung Kalamata. Das war ganz was anderes, als die Höllenritte in den Kykladen.

In Porto Heli trafen wir Waltraud und Wolfgang wieder. Die beiden hatten Werner und ich 2014 in Cartagena/Spanien kennengelernt und dann in Torrevieja im Winterlager wiedergetroffen. Die hatten es in diesem Jahr endlich auch in die Ägäis geschafft. Wir verbrachten einen sehr netten Abend in einer Taverne auf der Hafenmeile. Leider konnten wir die dann als E-Mail übermittelte Einladung zu einem Sundowner auf ihrem Boot am nächsten Tag nicht mehr wahrnehmen, da wir bereits am Morgen Porto Heli verlassen hatten. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Werner stieg nach einer Woche aus, übrig blieben Sabine, Peter und ich. Es stellte sich heraus, dass unser Ziel Kalamata unter den herrschenden Windverhältnissen doch etwas ambitioniert war. Wir mußten uns sputen, was dazu führte, das der Motor häufiger zum Einsatz kam.

Bei einer dieser Motorstrecken passierte dann etwas, mit dem ich nie gerechnet hätte:

Wir haben eine Schildkröte (Caretta Caretta) überfahren!

Man glaubt es kaum, aber während wir bei völliger Flaute so dahin Motoren, verspürte ich plötzlich einen kräftigen Schlag am Ruder. Ich dachte zuerst wir hätten ein Stück Treibholz oder etwas Ähnliches, was unter Wasser schwamm, getroffen. Aber als ich dann die Fahrt aus dem Schiff nahm, tauchte im Kielwasser diese Schildkröte auf. Ich wendete und wir fuhren ein paar Kreise um das Tier, das nach Augenschein offenbar keinen größeren Schaden erlitten hatte. Jedenfalls paddelte die Schildkröte an der Wasseroberfläche herum, ohne vor uns abzutauchen, was diese Tiere normalerweise tun, wenn man ihnen zu nahe kommt. Ich hoffe, das ihr Panzer die Schildkröte vor größerem Schaden bewahrt hat. Tun konnten wir eh nichts.

In Kalamata ist Sabine dann ausgestiegen und Rico kam hinzu. Rico hatte sich auf Empfehlung eines Bekannten bei mir gemeldet, um mit zu segeln. Ihn kannte ich nur über den Austausch von E-Mails.

Wir beschlossen, rund um den Peloponnes zu segeln, also an der Westküste entlang und dann durch den Kanal von Korinth. Das kannte ich ja schon.

Erwähnenswert ist der Ort Pilos, wo man uns aus dem Stadthafen vertrieb und auf die nahegelegene Marina verwies. Diese war, wie so Vieles in Griechenland, nicht fertig gebaut und bereits schon wieder dem Verfall preisgegeben. Es gab kein Wasser und keinen Strom, sanitäre Einrichtungen sowieso nicht, dafür kostete es auch nichts.

Über Patras ging es nach Trizonia, wo immer noch die versunkene Ketsch im Hafen lag, und dann über Korinth durch den gleichnamigen Kanal. Es gab noch eine Station im Saronischen Golf, Palaia Epidaurus, bevor wir in Aigina festmachten, wo Rico uns heute verließ. Nun segeln Peter und ich erst einmal wieder eine Woche alleine zusammen.

11.09.2017

Wir sind von Aigina aus nach Korfous gesegelt, einem sehr beschaulichen Ort auf dem Peloponnes. Heute sind wir in Vathi auf der Halbinsel Methani, noch idyllischer. Sehr, sehr nettes Ambiente.

Und nun ist der Rest der diesjährigen Südlandreise sozusagen auch in Sack und Tüten. Am 15.09. werde ich wieder in Lavrion sein und Peter wird von Bord gehen und Ina und ihre Schwester nebst Schwager werden für 14 Tage aufsteigen. 

Ich darf wieder am Steg von HDM Sailing liegen, so dass der Crewwechsel unkompliziert vonstatten gehen kann.

Der letzte Teil der Reise wird dann als Crew von Jasmin und ihrem Freund Udo bestritten und dann geht das Schiff ins Winterlager an Land.

George, von HDM Sailing hat mir in Lavrion auf der dort ansässigen Werft einen Winterliegeplatz besorgt. Preislich bisher ungeschlagen und, nachdem ich die Arbeitsleistungen von seiner Truppe selber zu meiner Zufriedenheit in Anspruch genommen habe, denke ich, dass auch die Winterarbeiten ordentlich erledigt werden.

04.08. 2017

Es ist viel Zeit vergangen. Aber keine Zeit zum Schreiben. Zwischenzeitlich gab’s neue Mitsegler/Innen und damit verbunden einige Erlebnisse. 

Eine Woche segeln mit Katrin, wie immer nett und entspanntes Segeln, dann die Erweiterung der „Mädelstruppe“ mit Chris und Sybille, wieder einmal fröhlich entspanntes Segeln mit „buchteln“ und gutem Leben, baden in angeblich verjüngenden Schwefelquellen oder sonst irgendwelchen heißen Quellen vulkanischen Ursprungs. Das mit dem „Verjüngen“ hat wohl nicht so ganz geklappt, die Stimmung war trotzdem gut.

Crewwechsel in der Zea Marina in Piräus. Volker und Christian kommen mit Ihren 16 und 17 jährigen Söhnen an Bord. Das Leben verändert sich. Verglichen mit den beiden Halbwüchsigen herrschte unter der Mädelstruppe geradezu eine preußische Ordnung verbunden mit Krankenhaussterilität. Nun herrscht im Salon Sodom und Gomorrha.

Wir segeln bei gemäßigtem bis flauen Winden  in Richtung Peloponnes, ankern in Buchten und landen an der Stadtpier von Hydra, wo wir mit einigem Mut wirklich den allerletzten Liegeplatz ergattern.

Meiner Mitsegeltruppe sind die Windbedingungen in dieser Gegend zu moderat. Entgegen der ursprünglichen Planung ist Segeln entlang des Peloponnes nicht mehr gefragt. Knackiges Segeln ist erwünscht. In den Kykladen bläst der Meltemi. Also auf in Richtung Norden. Von Hydra nach Kea in einer Rutsche. Ein schöner Segeltag, alle sind’s zufrieden. 

Einige der nördlichen Kykladeninseln werden abgeklappert, mit ankern in schönen Buchten oder auch in den Stadthäfen. Für die beiden Jungen muß das Dingi natürlich zum Einsatz kommen, mit Außenbordmotor, versteht sich. Die haben ihren Spaß und nehmen auch die Mühsal des Auf- und Abbauens in Kauf.

In der Hauptstadt von  Syros, Euphemia, erwischt uns der Meltemi mit aller Macht, ein Hafentag, den wir mit der Besichtigung des Greenpeaceschiffes „Rainbowwarrier“ verbringen, das gerade dort im Hafen liegt um eine Kampagne gegen Plastikmüll im Mittelmeer durchzuführen. Sehr interessant.

Euphemia ist eigentlich eine recht schöne und für den Segler auch relativ komfortable Stadt. Allerdings verursacht stetiger Schwell, verursacht durch Wind, aber auch durch die permanent ein- und auslaufenden Fähren eine derartige Unruhe an der Hafenmole, das es kaum zu ertragen ist.

Obwohl es am nächsten Tag mit 6 bis 7 Windstärken bläst, beschließen wir, auszulaufen. welch ein Wahnsinn! Den Versuch, nach Norden zu segeln geben wir kurz hinter der Hafenmole auf und suchen uns eine vor dem Maltemi geschützte Ankerbucht.

Fortsetzung folgt

07.07.2017

Ich habe ‚mal ein paar Erlebnisse und Gedanken unter „Jörgs Reiseberichte“ niedergeschrieben.

03.07.2017:

Nun ist die erste Woche meines Alleinseins vorüber und ich muß sagen, über Langeweile kann ich nicht klagen. Es gibt reichlich zu tun, sowohl am Boot, als auch sonstwie. 

Die erste Horrormeldung war ja die, dass trotz winterlicher Motorinstandsetzung und neuem Getriebe wieder einmal Öl in der Bilge war.

Mit Pedros, dem hiesigen Stützpunktleiter von der Yachtcharterfirma HDM Sailing, habe ich  offenbar einen guten Griff getan. Der besorgte gleich, nachdem ich ihm mein Schicksal geklagt hatte, einen Motormechaniker, der mit einem Gehilfen innerhalb von zweieinhalb Tagen den Motor vom Getriebe trennte, und einen neuen Dichtungsring in den Motor einbaute. Das war genau das Teil, was eigentlich im Winter auf Samos hätte ausgetauscht werden sollen. War es wohl aber nicht! Nun mache einmal Regressansprüche bei dem Slatko geltend, wie soll das gehen?

Jedenfalls bewundere ich diesen Motormechaniker, der bei brüllender Hitze in diesem klitzekleinen Motorraumverschlag da rumwerkelte. 

Und hier muß ich auch einmal eine Lanze für die Griechen brechen: Die arbeiten wirklich! Pedros hatte den Motormechaniker  für 17:00 h angekündigt. Ich war noch im Supermarkt einkaufen und als ich um 20 Min. vor 17:00 h an Bord kam, hatten die beiden schon den ganzen Cockpitbereich mit Pappe zum Schutz abgeklebt und saßen sozusagen schon in den Startlöchern. Um 21:00 h !!! hatten die beiden Motor und Getriebe getrennt und ich konnte den alten, defekten Simmering begutachten. Das Teil mußte dann erst aus Athen herangeschafft werden, so dass der Zusammenbau von Motor und Getriebe erst am nächsten Tag am Nachmittag erfolgen konnte. Das dauerte ebenfalls bis in die Abendstunden. 

Restarbeiten und Probelauf fanden dann am darauffolgenden Tag statt. Soweit scheint als alles in Ordnung zu sein.

Nebeneffekt 1.: Es wurde festgestellt, dass der Flansch zwischen Getriebe und Welle dabei war, ein nicht ordentlich gesichertes Elektrokabel „durchzusägen“. Das war dann Sache für einen Elektriker.

Nebeneffekt 2.: Beim Reinigen der Motorbilge stellte ich fest, dass das Frischwasserzulaufventil für das Klo undicht ist. Es dröppelt Dropche für Dropche. Nächste Baustelle.

Bemerkenswert finde ich, dass ich an keinem der Abende die beiden Jungs zu einem Feierabendbier überreden konnte. Begründung: Der nächste Job würde schon auf sie warten. Das spricht für sich!

Dann verbrachte ich einen Gutteil eines Tages mit dem Ausbau des defekten Wasserschlauches (Dusche) im  Kloraum (Harnsteinzimmer). Man wird immer klüger: Never touch a running System! Die Metallummantelung des Schlauches war zwar defekt, der Schlauch aber noch heil. Ich wollte aber etwas Heiles und vor allem auch einen längeren Schlauch. Also nahm ich das Ganze auseinander. Es war völlig klar, dass die Waschbecken- amaturen eingebaut worden waren, bevor der ganze Waschbeckenkomplex ins Boot eingebaut wurde. 

Diese Erkenntnis kam aber deutlich zu spät! Schweißtriefend gelang es mir schließlich den Schlauch von der Mischbatterie abzuschrauben und Teil zwei des Abenteuers konnte folgen.

Bei brüllender Hitze irrte ich auf der Suche nach einem neuen Schlauch durch Lavrion um festzustellen, das eventuell in Frage kommende Geschäfte aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen geschlossen hatten oder dass es einen derartigen Schlauch nicht gab. 

Wie kann man auch nur so naiv sein zu glauben, man würde in Griechenland für ein englische Segelboot passende Ersatzteile finden.

Ich klagte mein Leid Pedros. Es dauerte keine zwanzig Minuten, da stand George, sein Sohn, auf der Matte, begutachtete das Desaster und versprach eine Problemlösung. 

Zwei Tage später kam er mit einem nunmehr langem Schlauch mit passenden Anschlüssen an, und brauchte kaum eine halbe Stunde, um das von mir hinterlassene Desaster wieder zu beseitigen. Auf meine Frage hin, wie er das denn bewerkstelligt habe, kam die simple Antwort: We made it. Ich kann jetzt ganz bequem, ohne mir die Glieder zu verrenken, oben an Deck Duschen!

Das sind jetzt nur ‚mal ein paar „Highlights“ der vergangenen Woche. Es gibt an Bord genug zu tun. Der Pflege- und Instandhaltungrückstau ist doch recht groß. Die Hitze aber auch. Selbst die Griechen stöhnen unter den Temperaturen. Alle warten auf den Meltemei, der aus Norden kommend, wohl etwas Abkühlung verspricht. Warten wir’s ab.

 

Abschiedsessen in Nea Artaki

 

22.06.2017

Gestern sind Peter und ich in Lavrion angekommen und haben erst einmal an der Stadthafenpier festgemacht. Die vergangenen Wochen und Tage sind wie im Fluge vergangen.

In Thessaloniki kamen verabredungsgemäß Jutta und Vera an Bord. Obwohl beide über keinerlei Segelerfahrung verfügten, haben sie sich sehr schnell in das Bordleben eingefügt und stellten eine echte Bereicherung der Crew dar. Bei meistens sehr moderaten Winden segelten wir von Thessaloniki aus Richtung Euböa, wo die beiden dann in Nea Artaki ausstiegen, um noch eine Woche Landurlaub zu machen. Die hatten sich dort eine recht schöne Ferienwohnung gemietet, sogar mit Waschmaschine, die wir dann auch kräftig nutzten.

Einzelheiten dieses Teils der Reise sind unter dem Menüpunkt Reiseberichte sowohl von Jutta, als auch von Peter, nach zu lesen.

Peter und ich sind dann weiter nach Süden an der Küste Euböas längsgesegelt, um dann über Andros und Kea nach Lavrion zu fahren, wo Peter dann morgen aussteigen wird.

Auf Andros haben wir wegen Regens einen Hafentag eingelegt. Das war das erste Mal in Griechenland, dass ich erlebt habe, das es fast einen ganzen Tag lang regnete.

Meine Anfrage bei der Olympic Marina in Lavrion ergab, dass die für die Zeit vom 22.06. bis zum 09.07., in der ich dort mangels Crew liegen wollte, über 780,- € haben wollten. Das war deutlich zu viel. Also liefen wir erst einmal den Stadthafen an, wo ich dann mit Hilfe der Port Authority bei der Yachtcharterfirma HDM Sailing zum Preis von 400,- € einen Liegeplatz für diese Zeit erhielt. Immer noch viel Geld, aber rund um Athen sind die Preise nun einmal so.

Jedenfalls liege ich hier einigermaßen bequem – auch wenn die sanitären Einrichtungen eher rudimentär sind – und vor allem auch mit Wasser- und Stromanschluss. Stadtnah ist es auch.

Nun werde ich erst einmal die Zeit bis zum 08.07. hier alleine verbringen und auf Katrin, meine nächste Mitseglerin warten.

Übrigens: Es gibt sie wieder, die beliebten „Peters Reiseberichte“. Zu finden, unter dem Menüpunkt Reiseberi

05.07.2017
Gedanken übers Bootfahren, Schiffe, andere Segler oder auch solche, die meinen es zu sein und vor Allem: Stegimpressionen und Anekdoten.
Griechische Elektrifizierung
Ein Essay?

Jetzt liege ich schon 12 Tage seit Peters Abreise allein hier am Steg der Yachtcharterfirma HDM Sailing und ich muß sagen, so ganz schlecht habe ich es hier nicht ge­troffen. Pedros, offenbar der Chef hier, und sein Sohn George tun alles, was zur Lösung meiner Probleme bei­trägt. Der Motor scheint tatsächlich nun in Ordnung zu sein, für das Leck an dem Seeventil für die Klospülung scheint es auch eine Lösung gegeben zu haben, aber einige Dinge, wie die Installation bzw. Vernetzung des neuen Loganzeigeinstruments oder die Reparatur des Autopiloten scheinen aufgrund von Kapazitätsengpäs­sen nicht lösbar. Naja, so sei’s denn.

Aber derartiges soll nur bedingt Thema dieses Beitrages sein (s. Überschrift).

Erste Episode:

Eine ca. 13 m lange Yacht, ein ziemliches Trumm (Malö oder Najad o.ä.) unter Deutscher Flagge, gesteuert von einem älteren deutschen Ehepaar, hat neben mir an Steuerbordseite festgemacht. Sie stammen aus Frank­furt, leben aber dauerhaft auf Mallorca, wo auch das Schiff registriert ist und verbringen ihren Sommer mit dem Schiff in Griechenland, da Malle zum Segeln zu teuer ist.

Dies einmal vorweg.

Jeden Abend, aber auch wirklich immer, bis jetzt, be­ginnt so ziemlich ab 20:00 h eine Art Völkerwanderung auf unserem Steg. Alt und Jung promenieren bis ans Ende des Steges – also bis zu unser beider Liegeplätze – schwadronieren, lachen, telefonieren mit dem Handy, schauen aufs Wasser und tun sonst noch alles Mögli­che. Vornehmlich junge Leute, Männlein und Weiblein gemischt, aber auch nur Girlies oder Minimachomänner versammeln sich am Stegende zum harmlosen, aber lauten Klönschnack, Handyspielen oder herumalbern. Was die dazu treibt, auf einem wackligen Steg, mit Blick auf ein Fähranlegerverladeterminal und entsprechenden Hintergrundgeräuschen und auf harten Holzplanken sitzend ihre abendliche Freizeit zu verbringen, ist mir schleierhaft. Das dauert pro Gruppe so ca. 20 Min. bis 1 1/2 Stunden, dann geht die eine Gruppe und die nächste erscheint, mit ähnlichen Attitüden. Das scheint so Lavrions Freizeitmeile für noch nicht discoreife Nachtschwärmerteenies zu sein.

Mich stört’s eher nicht, gehe ich doch kaum vor 12:00 h ins Bett.

Meine beiden Nachbarn störte dies jedoch gewaltig in ihrer Nachtruhe, so nach dem Motto: Das sei ja wohl eine Unverschämtheit, derartige Treffen in quasi „ihrem Vorgarten“ stattfinden zu lassen. Grund genug, am nächsten Tag auf den freien Platz an meiner Backbord­seite zu verholen. Ob’s denn der Ruhefindung diente, wage ich nicht zu beurteilen.

Zweite Episode:

Ich habe einen Fehler gemacht: Ich hätte es wissen müssen! Das Wochenende ist nicht nur bei den Charter­firmen Großkampftag, sondern auch in den Supermärk­ten. Nachdem ich nun den ganzen Samstag über das Gewusel hier am Steg erleben durfte – Schiffe kamen rein, Crews stiegen aus, Pedros und seine Mannschaft rotiertierten mit Reinigungszeugs, Ersatzteilen, Diesel- und Wasserschläuchen, frischem Bettzeug und was weiß ich noch allem, Hektik all over the Place – fiel mir dann noch ein, zum Supermarkt zu laufen und dort ein­zukaufen. Ich hatte aber auch schlicht und ergreifend nichts mehr zum Essen.

In dem Moment, wo ich den Supermarkt betrat, war mir der gemachte Fehler klar. Der Laden, insbesondere der Kassenbereich, war rappelvoll. Die Chartercrews kauf­ten, was das Zeugs hielt. Es gab noch nicht einmal eine freie Einkaufskarre. Nachdem ich meinen Einkaufsruck­sack an der Information abgegeben hatte, machte ich mich auf die Suche nach einer Einkaufskarre und fand dann auch nach einigem Suchen ein Exemplar.

Das, was ich befürchtet hatte, war auch eingetroffen. Der Laden – und der ist gewiß nicht klein – war ausge­räubert. Ich ergatterte noch fünf 0,5 l Mythosbierdosen und ergänzte das Sixpack durch ein Alphabier, das mußte erst einmal reichen. Klopapier und einiges Andere, was ich so brauchte, wie Rotwein, Wurst und Fleisch und Gemüse, gab’s dann doch noch.

Das Gewusel vor den Kassen war unidentifizierbar. Ich stellte mich einfach in eine Reihe, von der ich annahm, dass diese schnell abgefertigt werden würde. So war’s dann auch. Nur, diese Kasse war die s.g. Schnellkasse für bis zu zehn Teile und als ich anfing, mein ganzes Zeugs auf das Transportband zu laden, wurde ich von dem Kassierer erst auf griechisch und dann auf englisch darauf hingewiesen. An der Decke über der Kasse, weit oben, hing auch ein dementsprechendes Hinweisschild, allerdings auf griechisch. Wer kann das schon? Mein Griechisch ist eher rudimentär.

Der Kassierer verlangte glatt von mir, mein ganzes Zeugs wieder von seinem Band räumen und mir eine andere Kasse zu suchen. Was blieb mir Anderes übrig. Ich war sauer und reihte mich in irgendeine der mir am komfortabelsten erscheinenden Reihen ein.

Nach 1 1/2 Std., und auch einer Klimaanlage dankend, schleppte ich dann mein Einkaufszeugs, mit Unterbre­chung und unter Genuß zweier Biere in mittlerweile zu meiner Stammkneipe gewordenen Taverne „Petrino“, auf’s Boot.

Dritte Episode:

Wie immer, sitze ich abends an Deck, habe gerade mein Abendessen beendet. Der Wind hat aufgebrist. So wie es der griechische Wetterbericht „Poseidon“ vorherge­sagt hat, kommt es auch. Die nächsten Tage wird der Meltemi aus nördlichen Richtungen blasen und zwar kräftig.

Ich habe es fast kaum bemerkt, dass neben mir eine Yacht anlegen will. Ich helfe natürlich beim Anlegen. Der Skipper, ein Grieche, ist mit seiner 36 Fuß Yacht alleine unterwegs und will hier eine Crew übernehmen.

Diese besteht, wie sich dann zeigt, aus vier jungen Män­nern, die offenbar vom Segeln nicht so die rechte Ah­nung haben. Großspurig erklären die auf meine Anfrage, dass sie auch bei diesen Wetterbedingungen losfahren würden.

Ich messe bei meinem „Frühstücksfernsehen“ so zwischen 15 und 25 Knoten Wind! Und das im Hafen.

Die sind dann auch losgefahren, 6 Bft, Chaoscrew, ich bewundere den Skipper. Ich hätt’s nicht getan.

Vierte Episode:

Nachdem meine deutschen Nachbarn an Backbordseite meinten, sie müßten den angekündigten Starkwind besser in Kalamaki, auf der anderen Seite von Attika abwettern, lag ich dann wieder goßzügig alleine an diesem Stegende.

Ich hatte den ganzen Tag mit irgendwelchen kleineren Reparaturen eingeplant, saß beim Frühstück, oder zu­mindest, was es hätte werden sollen, das Brötchen brut­zelte im Backofen, der Kaffee war gerade aufgebrüht, Pedros und Dimitri erschienen. „Wie want to fix the leak in the valve“. Also, kein Frühstück! Das war so nicht ein­geplant.

Da die Motorreparatur als abgeschlossen galt, hatte ich am Abend zuvor die Matratzen und mein ganzes Zeugs wieder in die Achterkabine geräumt und dort geschlafen. Nun mußte ich ein Gutteil von dem wieder rausräumen, damit Dimitri mit der Reparatur beginnen konnte.

Diese bestand darin, dass er, nachdem er die Stelle rund um den Borddurchlaß mit Aceton (von mir) gerei­nigt hatte, eine Art zweikomponentige Knetmasse um den Ventilsockel schmierte, die angeblich wasserbestän­dig sein sollte. War sie dann auch, wie sich später her­ausstellte.

Da hätte ich auch selber drauf kommen können, so’n Zeugs habe ich auch an Bord.

Nun endlich Frühstück! Backofen wieder angeschmis­sen, das ganze Frühstückszeugs wieder an Deck ge­stellt und, wie konnte es anders sein, George erschien mit dem nächsten Besucher.

Frühstück: Kommando zurück!

Der war dann von der Firma, die im Winterlager 2014/15 meine Ankerwinde überholt hatte und die ich jetzt direkt nach meiner Ankunft bzgl. meines neuen Loganzeigein­strumentes angemailt und von denen ich aus Kapazi­tätsengpassgründen eine Absage bekommen hatte. Die arbeiten wohl auch mit HDM zusammen und George hatte die für mich aktiviert, nicht wissend, dass ich die schon kontaktet hatte. Schief gelaufen, das Ganze.

Nachdem ich geschildert hatte was ich wollte und wir die gesamte Situation geklärt hatten, war das Ergebnis wie gehabt. Keine Zeit, in der nächsten Woche würde es vielleicht gehen. Eine Alternative gibt es angeblich nicht.

Sorry, da bin ich dann hoffentlich nicht mehr hier.

Jetzt endlich Frühstück, das eher zu einem Brunch wurde. Der Kaffee lauwarm, das Brötchen konnte ich noch retten, aber mit der Ruhe war’s vorbei. Dimitri erschien zwischenzeitlich, um eine zweite Lage seines „Knetgummies“ um das Ventil zu plazieren. Ich früh­stückte!

Fünfte Episode:

Wie ich erfahren sollte, war dieser Tag noch lange nicht zu Ende, jedenfalls was Unwägbarkeiten anging.

Es gibt, wie wohl auf jedem langzeitsegelnden Schiff, unendlich viel zu tun. Das, was man zu Hause im Win­terlager oder bei der Außer- und Indienststellung erle­digt, kommt hier einfach zu kurz. Tausend Kleinigkeiten, die sich im Laufe der Zeit subsummieren. Auch finanzi­ell!

Nichts Kriegsentscheidendes, dem Segelvergnügen oder der Schiffssicherheit tut das nicht unbedingt einen Abbruch.

Von schlichten Reinigungsarbeiten, polieren von Be­schlägen, über lockere Schrauben,die festgezogen werden müssen, losgelöstem Decks­belag, der wieder angeklebt werden muß, warten und schmieren von Rollreffanlage und Ankerwinde und, und, und.

Ein Highlight: Ich reinige die Deckenverkleidung in der Achterkabine und schon kommt mir diese entgegenge­fallen. Der Kleber hat sich schlicht und ergreifend im Laufe der Jahre aufgelöst. Was soll man davon halten?

Ich habe mir für die Zeit, die ich hier in Lavrion verbrin­gen muß, um auf meine nächste Mitseglerin zu warten, vorgenommen, jeden Tag einige dieser Kleinreparaturen ab zu arbeiten, was mir mitnichten gelingt. Den Gang in den voll klimatisierten Supermarkt mit anschließendem eiskaltem Bier in meiner „Stammkneipe“ ziehe ich alle­mal jedem reinigungs-/polier oder sonstwie schweißtrei­benden Job vor.

Nunja, an diesem besagten Tag war die Reparatur bzw. Optimierung des Verschlusses von Niedergangsschot und Schiebeluk angesagt. Da hatten die Handwerker der Samosmarina ziemlich gepfuscht (Wofür gibt man da eigentlich so viel Geld aus?). Das Schloß klemmte, das Schließblech war falsch herum eingesetzt und die Stopper für das Schiebeluk waren zu weit nach hinten montiert. All das sollte nun gerichtet werden, zumal auch eine Schraube der Verbindung des Schlosses mit dem Steckschot absolut nicht mehr halten wollte.

Und danach wäre Supermarkt und Stammkneipe ange­sagt.

Ich hatte gerade Werkzeug, Schraubenkiste, Steckschot und was sonst so benötigt wurde ins Cockpit geschafft, als Pedros erschien und mir erklärte, ich müßte mein Schiff um einen Liegeplatz nach Backbord verlegen, weil ein Katamaran den Platz neben mir an Steuerbord bele­gen wollte.

Eigentlich kein Problem, es wehte nur mit sechs Wind­stärken von vorne!

Ich ging davon aus, dass ich das Manöver in Ruhe vor­bereiten könnte, so, wie ich das gewohnt war, Leinen klarieren, Hilfsleinen ausbringen, neue Mooringleine am Bug befestigen usw. Vor Allem auch Stromanschluß und die Gangway abbauen, nichts von alledem.

Auf einmal war Hektik angesagt. Da kam ein Riesen­trumm von einem Katamaran angefahren, die Größe eines mittleren Eigenheims, bedient von zwei Leuten! So schien es jedenfalls.

Und nun beginnt das Desaster. Pedros Englisch ist nicht aller bestens und so gab es echte Kommunikationspro­bleme. Plötzlich wuselte irgendein dunkelhäutiger Mensch (was nichts mit Rassismus zu tun hat, sondern, ich hatte den nie zuvor gesehen und war der Annahme, dass er zu Pedros Mannschaft gehörte) auf meinem Schiff herum und löste die Vorleinenmooring, ohne vor­her eine andere Verbindung hergestellt, geschweige denn, mit mir kommuniziert zu haben.

Weil ich mit dem Klarieren der Heckleinen beschäftigt war, ich hatte da ja so meine Vorstellungen, wie so ein Manöver abzulaufen hatte, kriegte ich das erst mit, als „Yssabeau“ mit dem Heck gegen den Steg rummste. Pedros und noch ein anderer Helfer versuchten mein Schiff vom Steg ab zu halten, während es quer gegen das an Backbord liegende Nachbarschiff trieb.

Wer zum Teufel hatte diesem Idioten gesagt, er solle meine Vorleine lösen? Wieso war der überhaupt auf meinem Schiff?

An Steuerbord, dieses Ungeheuer von einem Katama­ran, der mit Hilfe seines Bugstrahlpropellers versuchte, sich gegen den Wind von mir frei zu halten und mich damit nur noch mehr auf das Nachbarschiff drückte. Mangels Mannschaftskapazitäten hatten die noch keine Mooringleine zu fassen. Die Fender vom Typ „Heißluft­ballon“ waren da zwar hilfreich, was die Schadensbe­grenzung an ging, nützten aber nichts, da sie an Fäd­chen vom Typ „Häkelgarn“ angebunden waren. Einer riß dann auch prompt ab.

Ich muß gestehen, hier war ich nicht mehr Herr der Situa­tion.

Während es Pedros gelang, einen dicken Fender, den er von einem der Charterboote geholt hatte, zwischen „Yssabeaus“ Heck und Steg zu plazieren, fürchtete ich um meine Badeleiter.

Der Typ auf meinem Vorschiff war sichtlich bemüht mittels seiner Armkraft zu verhindern, dass mein Anker das Nachbarschiff zersägen würde. Das bei sechs Windstärken!

Pedros und ich schafften es dann, eine meiner vorher gelösten Achterleinen auf dem Vorschiff des neben mir liegenden Schiffes auszubringen und die „Yssabeau“ vorzuziehen, so dass wenigstens das Heck meines Schiffes vom Steg frei kam.

So langsam klärte sich die Situation. Es gab eine neue Mooringleine, an der ich die „Yssabeau“ vorziehen und festmachen konnte.

Es stellte sich heraus, dass der Typ, der da auf meinem Vorschiff herumwuselte, ein Besatzungsmitglied des Ka­tamarans war und auf Anweisung des Katamaranskip­pers handelte. Das hätte ich ‚mal vorher wissen sollen!

Um es kurz zu machen – es gab noch einiges Hin und Her – hatte ich dann zwei Mooringleinen zu fassen, die ich unter Zuhilfenahme von Stoppersteg und Ankerwin­de so dicht gezogen habe, dass ich nicht befürchten mußte, mit „Yssabeaus“ Heck gegen den Steg zu trei­ben.

Der vor sich hin grinsende Mitarbeiter des Katamaranka­pitäns wollte das per Hand machen! Wie bekloppt muß man da eigentlich sein, sechs Tonnen Boot gegen sechs Windstärken Meltemi mit der Hand zu ziehen. Ich hab‘ den vom Acker gejagt.

Mit all den Arbeiten (Leinen klarieren, Stromanschluß neu verlegen, Gangway neu fixieren etc.), die dieses Chaosmanöver mit sich brachte, verbrachte ich also einnen Gutteil des Nachmittages. Nichts mit Erledigung meines s.g. Kleinkrams. Jedoch, das angefangene Steckschot-Schiebeluk-abschließ Projekt sollte zu Ende gebracht werden.

Das war dann der Rest meines „beschaulichen“ Nach­mittags. Nach einigem Werkeln passen Steckschot, Schiebeluk und Schloß nunmehr zusammen.

Ich habe keine Lust mehr auf irgendwas. Ich gieße zwei Gin-Tonics in mich hinein, schlachte eine, noch aus 2014 stammende Dose Ebsensuppe und „I called it a day“.

Sechste Episode:

Während ich das hier nun schreibe, tauchen zwei junge Mädel auf dem Steg am Heck der „Yssabeau“ auf, so ir­gendwie zwischen 13 und 15 Jahre alt. Es ist so rounda­baut 22:00 h. Ich hatte ja schon Eingangs erwähnt, dass diese Steganlage eine Art Teenietreff ist.

Ganz vorsichtig und zurückhaltend fragt eine von Ihnen, ob ich Englisch sprechen würde. Nachdem ich dies bejaht habe, schildern die mir ihr Problem: Eine von de­nen hat ihr Handy am Steg versenkt. Ob ich da helfen könne.

Das kommt mir irgendwie bekannt vor, habe ich doch 2014 mein Handy in Gosport im Hafen versenkt.

Leider muß ich denen erklären, dass bei hier ungefähr 6 Metern Wassertiefe kaum noch etwas zu machen sei.

Ich rate, sich am nächsten Tag noch einmal mit Pedros in Verbindung zu setzen. Ziemlich geknickt zogen die beiden von dannen.

So weit erst einmal. Vielleicht kann ich mit weiteren ähnlichen Geschichten ja irgendwann einmal fortfahren.

 

06.06.2017

Plangemäß sind wir am 31.05. in der Marina Aretsou in der Nähe von Thessaloniki eingelaufen, wo  dann einen Tag später Jutta und Vera die Crew bereichern. Mit denen ging’s dann über verschiedene Häfen an der Thessalischen Küste entlang nach Süden Richtung Euböa (Evvoia).  Mangels Wind mußten wir dann doch hin und wieder längere Strecken motoren. 

Meine hochgradig motivierte Segeltruppe

Gestern sind wir in Oreoi, einem kleinen beschaulichen Örtchen auf Griechenlands zweitgrößter Insel angekommen, wo wir einen Hafentag einlegen. Badestrand, Internetcafe, Strom und Wasser auf der Pier, nettes Ambiente, nette Leute, was will man mehr. Das Leben kann so schön sein!

30.05.2017

Heute sind wir in der Marina Sani auf dem westlichsten Finger (Kassandra) der Halbinsel von Chalkidiki angekommen. Bis jetzt die teuerste Bleibe in Griechenland. Aber alles vom Feinsten. Service, Sanitäranlagen, Ambiente etc.

Morgen geht’s nach Thessaloniki Marina Aretsou, wo Jutta und Vera am Donnerstag zu steigen werden.

27.05.2017

Es ist geschafft. Slatko hat den Auspuffkrümmer repariert. mit von der Planung abweichender Verspätung von sechs Tagen sind wir in Richtung Chios aufgebrochen. Es bleibt leider keine Zeit für irgendwelche Besichtigungstouren. 

Auslaufen aus Chios bei gutem räumen Wind, bis an die Nordspitze der Insel, dann Flaute. Der Rest der Strecke nach Lesbos wurde unter Motor zurückgelegt. Slatkos Reparatur hat sich bewährt

Auch auf Lesbos kein Sightseeing, was wir mehr als bedauern. Wir wollten in dem kleinen Hafen von Sigri an der Westküste von Lesbos übernachten, aber man verweigerte uns die Einfahrt mit der Begründung, der Hafen sei nur für Militär und Polizei zugänglich. Also hinter der Nordmole in der Bucht frei ankern. Ging auch.

Dann mit fantastischem raumen Wind in Richtung Lemnos. Segeln vom Feinsten. Etliche Meilen vor der Insel drehte der Wind auf West, um dann nach und nach gänzlich zu erschlaffen. Also den Rest der Strecke nach Myrinai motort. Wir ergattern den letzten freien Liegeplatz an der Stadthafenmole und beschließen, am nächsten Tag einen Hafentag einzulegen. Es zeichnet sich ab, dass wir nun genügend Zeit haben, um Thessaloniki rechtzeitig zum Crewwechsel zu erreichen.

21.05.2017

Shit happens! Bei Supersüdwind sind wir heute aus der Samos Marina ausgelaufen, um nach ca. zwei Meilen motoren wieder zurückzukehren. Die Temperaturanzeige der Maschine  kletterte in den roten Bereich. Irgendetwas stimmte mit der Kühlung nicht.  Slatko, der Motormechaniker, war sofort zur Stelle, konnte aber erst einmal auf Anhieb das Problem auch nicht lösen. Nun ist uns mindestens ein weiterer Tag in der Samos Marina vergönnt. 

Am 12. Mai bin ich nach Samos geflogen, um die „Yssabeau“ aus dem Winterschlaf zu erwecken.

Die Marina hat gut gearbeitet. Das Unterwasserschiff ist frisch gemalt, sogar den Rumpf haben die Marinaleute poliert.

Die Maschine ist frisch überholt und ein neues Getriebe eingebaut.

Das Schiebeluk wurde auch repariert, aber da mußte ich dann doch noch auf Nachbesserung bestehen.  Mit dem „Kleinkram“ haben die Griechen es offenbar nicht so.

Wie geplant ging „Yssabeau“ am 15.05.  zu Wasser.  Der Meltemi blies mit 5, in Böen bis zu 6 Bft. und ich war  wirklich dankbar, dass mir zwei Deutsche, die ihr Schiff auch hier überwintert hatten, beim Verholen zum Liegeplatz halfen.

Eigentlich sollte Peter heute auf Samos ankommen. Aber: In Athen streikt irgendwelches Flughafenpersonal und Peters Flug vom Hamburg nach Athen wurde gestrichen. Nun Kommt er einen Tag später an. Damit verschiebt sich wohl auch unser Termin zum Lossegeln. Macht nichts, es gibt immer noch genügend zu tun.