Archiv für den Monat: Mai 2016

Teil 3: Segeln im östlichen Mittelmeer

09.10.2016: Entgegen unserer vorherigen Planung sind wir bereits gestern auf Samos angekommen und haben in der Marina Fest gemacht. (s. Peters Reisebericht)

Am 16.10. geht es mit zwei Fliegern von Samos über Athen nach Hamburg.

Bis dahin werden wir uns hier auf Samos vergnügen. Am Schiff gibt’s ja für die Außerdienststellung auch noch genügend zu tun.

03.10.2016: Wir sind jetzt wieder in Griechenland. Das Winterlager ist in der Marina auf der Insel Samos für den 15.10. gebucht. Jetzt sind wir in Lakki auf der Insel Leros und werden uns Insel für Insel in Richtung Samos begeben. Auch hier wird es langsam Herbst. Ab 20:00 h ist es bereits stockfinster und die Temperaturen sinken auch. Trotzdem, noch ist’s hier herrliches Segeln – der Meltemi hat uns bisher weitgehend verschont – und abends im T-Shirt sitzen geht auch noch.

Mit dem Flieger von Samos aus nach Hause gestaltet es sich z.Zt. etwas problematisch. Alles, was gut und günstig ist, ist ausgebucht. Entweder man fliegt für über 500,- € nach Hamburg oder man ist stundenlang unterwegs. Auf beides haben Peter und ich keine Lust. Schau’n wir ‚mal, was sich in den nächsten Tagen so tut.

O1.09.2016: Nun bin ich in Göcek und wir haben in der D-Marina festgemacht. Sehr hochpreisig, aber das Geld wohl wert. Ruth ist heute morgen um 05:00 h von Bord gegangen und nun warte ich hier auf Peter und Sabine.

Von Bosburun aus sind wir direkt nach Ekincik gesegelt. Man kann dort an der Pier eines Nobelrestaurants festmachen und wenn man dort im Restaurant einkehrt, zahlt man keine Liegegebühren. Ansonsten kostet es 70,- TL, was zu vertreten ist. Wir verzichteten auf den Restaurantbesuch. Der wäre deutlich teurer gekommen.

Was das Anlegen dort interessant macht, ist der Ausflug zu der alten lykischen Stadt Kaunos (Trümmer besichtigen), die Flussfahrt den Daliyan hinauf durch das Delta, ein Blick auf die lykischen Gräber hoch oben in den Felsen und natürlich ein Stadtbummel durch die Stadt Daliyan, wo gerade ein Bauernmarkt stattfand, mit einem Angebot an Obst und Gemüse zu Preisen, von denen man anderenorts nur zu träumen wagt.

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Lyrische Felsengräber am Ufer des Dalyan

Mit dem Segelboot kann man nicht direkt hin fahren. Man ist auf das Angebot der in Ekincik ansässigen Kooperative der Besichtigungsbootanbieter angewiesen und muß sich von denen für ca. 100,- bis 140, Euro – je nach dem welche Tour man da so bucht – zu den antiken Attraktionen schippern lassen.

Wir hatten Glück und erwischten einen sehr netten älteren Herrn, der seine etwas rudimentären Deutschkenntnisse durch einen mehrjährigen Arbeitsaufenthalt in Olpe im Sauerland erworben hatte.

Der holte uns morgens zur vereinbarten Zeit vom Boot ab, schipperte uns an der Küste entlang in das Flussdelta und setzte uns an einem Steg ab, von dem es dann zu Fuß zu den antiken Stätten ging.

Ich war dort ja schon einmal vor irgendwie 20/ 25 Jahren dort und es hatte sich Einiges geändert. Die Wege waren vorgegeben, man mußte Eintrittsgeld bezahlen, aber der Besichtigungsparcours war auch deutlich organisierter, mit Hinweistafeln und Erklärungen, worauf man gerade herumkletterte.

Natürlich erklommen wir das alles in brüllender Mittagshitze, aber anders als damals, kletterte keiner von uns bis auf die höchste Erhebung dieser Ansiedlung. Die Hälfte reichte. Man hatte auch so eine schöne Aussicht über das Flussdelta.

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Amphitheater von Kaunas

Unser Ausflusskipper erwartete uns sozusagen am anderen Ende des Besichtigungsparcours und schipperte uns dann an einen Restaurantsteg in Daliyan, wo wir erst einmal einen kleinen Imbiss und ein kaltes Bier zu uns nahmen.

Und dann: Stadtbesichtigung! Es wurde eingekauft, was der Bauernmarkt so her gab. Wer sollte das essen?

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Bauernmarkt in Dylan

Auf dem Rückweg hielt unser Bootsführer noch bei einem Fischerboot an, bei dem wir auf dem Hinweg drei Portionen gekochte Krebse geordert hatten ( so ähnlich, wie auf Helgoland die Kniepers) und damit war unser Abendessen für jeweils 20,- TL/ Person gesichert. Wir brauchten das Nobelrestaurant in Ekincik nicht.

18.08.2016: Ich weiß, lange habe ich mich nicht mehr um die Pflege der Homepage gekümmert. Ausreden hätte ich genug, warum ich die Berichterstattung habe schludern lassen. Einzige Erklärung: Es ist das Tier in mir. Es ist nämlich ein Faultier!

Dies zur Erklärung.

Nun segele ich schon eine geraume Zeit in der Türkei. Dieter Memmeler ist von Bodrum aus gut nach Hause gekommen und meine drei Kieler Mädels sind in Turgutreis dazu gestiegen. Ina kam dann eine Woche später nach Ören und wir hatten eine schöne Segelzeit miteinander. Mir hat die Segelei mit den Vieren wieder einmal gut gefallen, entspanntes Buchtenbummeln, ankern, Besichtigung von alten Trümmern (Knidos), und leckeres Essen.

Von Turgutreis ging es in den Gökova Golf, dort hin und her und kreuz und quer, dann um die Datca Halbinsel herum nach Data und dann wieder zurück nach Bodrum, von wo aus die Vier nach Hause flogen und Ruth und Lothar als Nachfolgecrew einstiegen.

Alles verlief sehr unproblematisch. Die Ein- und Ausklarierei übernahm ein Agent – ohne den geht hier gar nichts – der natürlich seinen Obolus haben wollte. Das alles verläuft aber entspannter, als man denkt, wenn’s auch Zeit und Geld kostet.

Ansonsten ist hier von irgendwelchen politischen Wirren nichts zu spüren. Allerdings ist der Tourismus wohl deutlich eingebrochen, was man vor allem in den Ankerbuchten und an den Restaurantstegen merkt. Für uns nur gut, es gibt ausreichend Platz, die Kneipenwirte reißen sich um Einen, was sich aber leider nicht im Preisniveau niederschlägt. Die Türkei ist ein richtig teures Land geworden. Vorbei die Zeiten, wo man sich für zwanzig Mark vollfressen konnte, inklusive Wein und Schnaps. Unter dreißig Euro sind wir selten aus der Kneipe gekommen.

Auch Lebensmittel sind nicht gerade preisgünstig, vor allem Wein und Schnaps sind überdimensional teuer. Das schmälert die Lebensfreude.

Mit Ruth und Lothar gab’s dann auch noch ‚mal einen kurzen Abstecher in den Gökova Golf, dann um die Datca Halbinsel herum in den Hisarönü Golf nach Orhaniye, wo wir von einem perfekt Deutsch sprechenden Restaurantbesitzer bewirtet wurden. Nicht billig, aber sehr nett.

Auch hier wieder Anker- und Badebuchten zwischendurch, dann in den Yesilova Golf nach Bosburun, wo wir einen Hafentag einlegten, um mit dem Bus nach Marmaris zu fahren.

Ein Tag in einer pulsierenden Stadt. Die Basare waren allerdings nicht so mit Menschen angefüllt, wie man es erwartet hätte, die Restaurants fast leer und die Güllets, die sonst die Touristen über den Golf von Marmaris schippern, lagen verwaist an der Pier. Da macht sich dann doch wohl die Weltpolitik irgendwie bemerkbar. Uns tangiert das weniger, auch wenn Lothar vor Beginn seiner Reise arge Bedenken hatte, in die Türkei zu fliegen. Aber nun ist alles gut, alle Bedenken zerstreut und wir genießen das Leben hier, 28 Grad warmes Wasser, so zwischen 35 und vierzig Grad Lufttemperatur – was doch ein wenig reichlich ist, aber auf dem Wasser merkt man es nicht so.

Ein Tag Marmaris mit Erklimmen der Festung und Altstadtbummel reicht uns. Viel hatte ich nicht mehr aus unserer Charterzeit vor zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren in Erinnerung. Die Netzel Marina hat sich kaum verändert, die Promenade wohl auch nicht viel, aber die Stadt allgemein kommt mir moderner und „businessorientierter“ vor , als damals, auch wenn der Muezzin immer noch genauso vom Minarett plärrt.

Die Busfahrt nach und von Marmaris war auch interessant, führte sie doch durch eine schöne Gebirgslandschaft mit häufigem Blick auf das Meer – alles in allem ein gelungener Ausflug.

Nun sind wir von Bosburun aus unterwegs in Richtung Fethye, wobei wir Marmaris mit dem Boot auslassen werden.

Eine Ankerbucht, Bozukkale, haben wir ohne Festmachen am Kneipensteg besucht, heute ist wieder ein Restaurantsteg im Ciftlik Limani angesagt. Mal sehen, wie’s Essen wird.

04.07.2016: Es ist geschafft: wir sind gestern auf Mykonos angekommen. Gestern sind wir von Nausa auf der Insel Paros gestartet. Lange haben wir mit uns gerungen, ob wir überhaupt los segeln sollten. Alle Wetterberichte und auch die Einheimischen warnten uns vor dem herannahenden Meltemi, der angeblich dann mehrere Tage wehen sollte. Allerdings erst ab Sonntagnachmittag. Es gab nur zwei Möglichkeiten: Entweder tagelang in Nausa im Hafen liegen und damit den anstehenden Crewwechsel verlegen zu müssen oder das Zeitfenster nutzen und gegen den herrschenden Nordwind, der Sonntagmorgen noch moderat blies, anzukreuzen, in der Hoffnung, noch vor dem Starkwind die Tourlos Marina auf Mykonos zu erreichen.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wir starteten. Es wurde ein langes Bein gen Norden bei 12 bis 16 Knoten Wind aus nordwestlichen Richtungen, alles ganz entspannt mit gereffter Genua und vollem Großsegel. Wir konnten sogar fast die Einfahrt zwischen den Inseln Mykonos und Delos anliegen.

Kurz nach 15:00 h, wir waren schon unter der Südküste von Mykonos, ging’s dann los. Der Wind legte schlagartig zu, das zweite Reff folgte umgehend dem ersten, jetzt wurde es knackiges Segeln. Aufkreuzen zwischen den beiden Inseln, zunehmender Wind und damit verbunden zunehmender Seegang, wir spielten U-Boot. Wir hatten locker sechs Windstärken, in den Böen auch sieben. Innerhalb kürzester Zeit hatte sich eine derartig steile und grobe See aufgebaut, wie ich mir das hier zwischen den Inseln kaum vorstellen konnte. Aber wir segelten, sogar nach Luv und wir schafften es, am späten Nachmittag in der Tourlos Marina unter den Augen kritischer Beobachter ohne Komplikationen vor Buganker rückwärts an die Pier zu gehen. Kein Hafenkino!

Nun sitzen Peter und Ich hoch über der Marina im Hafenkaffee und schauen auf die Bucht von Mykonos, wo die Wellen sich mit weißen Schaumkronen an der Hafenmole brechen und wo dann doch noch hin und wieder eine Yacht einläuft, je nach den Fähigkeiten des Skippers mit Hafenkino oder auch ohne.

So langsam habe ich mich auch daran gewöhnt, dass die „Yssabeau“ meistens das kleinste Schiff mit dem kürzesten Mast zwischen all den Charterbombern ist – unter 40 Fuß geht offenbar gar nichts, ganz zu schweigen von diesen Riesenkatamaranen von der Größe eines mittleren Eigenheims. Da frage ich mich, was ist hier noch Segeln?

So, das Wichtigste ist erzählt. Peter wird am 08.07. plangemäß von hier nach Hause fliegen und Dieter und Wolf werden am Mittwoch zu steigen. So lange darf der Meltemi blasen so viel wie er will.

….. und dann gibt’s doch noch eine Geschichte: (Rückblick)

Beim Auslaufen aus dem Hafen von Paronikia auf der Insel Paros am Samstagmorgen gerieten wir zwischen eine einlaufende und eine auslaufende Fähre. Die passierten uns im Abstand von wenigen zig Metern und wir gerieten in die sich kreuzenden Heckseen der beiden. Ein gewaltiger Wasserberg überspülte das Vorschiff der „Yssabeau“, allerdings ohne uns besonders naß zu machen.

Erst eine ganze Zeit später, als Peter unter Deck ging, offenbarte sich das Unheil. Er hatte vergessen, das Vorluk zu verriegeln und die von uns eingefangene Welle hatte das ganze Vorschiff unter Wasser gesetzt. Da blieb im wahrsten Sinne des Wortes kein Auge mehr trocken.

Peters Nachmittagsbeschäftigung dann in Nausa: Polster mit Süßwasser spülen und zum Trocknen an Deck drapieren; meine Beschäftigung: Literweise Wasser aus der Bilge auffeudeln – kennt man ja. Wir nahmen es mit Gelassenheit.

Jetzt ist erst einmal Touriprogramm auf Mykonos angesagt.

27.06.2016: Wir sind auf der Insel Milos. Aber vorher :

Wer braucht schon die Karibik? Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah.

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Ankerbucht Menolonisi auf Nisos Polagios

Lufttemperatur: 29 Grad; Wassertemperatur: 23 Grad

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….. und die Ziege stört auch nicht so richtig!

22.06.2016: Nachdem wir an der Bootstankstelle 67 Liter Diesel getankt hatten, war die Insel Kalymnos unsere nächste Station.

Bei anfangs moderaten zwei, später vier Windstärken war es schönes Segeln dort hin, nur kam der Wind leider aus der falschen Richtung. Also wieder einmal volle Kreuz.

Trotzdem genossen wir es. Es war warm, die Sonne schien, die Inseln Kos, Psarimos und Kalymnos und auch das türkische Festland boten optisch einen reizvollen Anblick und bei einem kalten Bier ließen wir es uns gut gehen.

Zusammen mit einer Chartercrew erreichten wir den Hafen von Kalymnos, wo wir bereits von dem Hafenmeister und einem „Mooringman“ erwartet wurden. Es war viel Platz an der Pier, den die Chartercrew dann auch benötigte, da rückwärts fahren offenbar nicht ihr Ding war und da sie ihren Anker viel zu kurz geworfen hatten, schickte der Hafenmeister sie gleich wieder los, um ein neues Manöver zu fahren.

Wir bekamen beim Anlegen allerdings auch Probleme. Die Ankerwinde gab wieder einmal ihren Geist auf, abwärts ging’s, aufwärts nicht mehr.

Zu allem Übel verhedderte sich auch noch die Ankerkette im Ankerkasten vor der Winde, so das unser Anlegemanöver sich auch ein wenig zum Hafenkino gestaltete.

Schließlich hatten wir es mit Hilfe des „Mooringman“ und des Hafenmeisters geschafft und lagen fest.

Wir klagten dem Hafenmeister unser Leid und am nächsten Morgen stand Nicos, der sich als ein Elektriker zu erkennen gab, auf der Pier, der die Winde ausbaute und mit nahm. Nach einiger Zeit kam er mit der zerlegten Winde zurück und zeigte uns das „Innenleben“, welches vorwiegend aus einer Mischung aus Dreck, Salz, Rost und irgendwelchen verkokelten Drähten bestand.

Der gute Mann war zuversichtlich, dass er die Winde reparieren könne; uns verschaffte das zwei weitere Hafentage, was wir auch nicht als so schrecklich empfanden.

Tatsächlich brachte Nicos das reparierte und vor allem auch restaurierte Teil am nächsten Tag zurück und baute es ein.

Es stand ein wenig Schwell auf die Pier und der gute Mann wurde beim Einbau auch noch Seekrank. Kein Wunder, es ist sicherlich kein Vergnügen kopfüber im Ankerkasten zu hantieren

Ärgerlich ist allerdings, dass die Ankerwinde oder irgendwelche Teile drumherum immer wieder ihren Geist aufgeben. Das Ding, bzw. die Platzierung im Ankerkasten ist eine völlige Fehlkonstruktion. Ich hatte gerade im Winterlager in Lavrion die Winde für teures Geld komplett überholen lassen. Das Windengehäuse ist nicht Wasserdicht und die Unterbringung direkt im Ankerkasten unter dem Loch im Deck, wo die Kette durchläuft und damit auch Wasser, im wahrsten Sinne des Wortes eher suboptimal.

Langfristig muß da eine andere Lösung her. Nur welche?

Mit reparierter Ankerwinde und um 100,- Euro ärmer machten wir uns bei anfänglich gutem Wind auf in Richtung Leros. Nach und nach ließ der Wind nach bis zur Flaute, so dass wir hin und wieder den Motor anschmissen, um überhaupt vorwärts zu kommen.

In der Bucht von Lakki gibt es zwei Marinas und wir entschlossen uns, in der Leros Marina festzumachen.

Es war wie immer: Anmelden über UKW-Funk, zwei freundliche Marineros wiesen uns einen Platz zu und halfen beim Festmachen.

Leros ist eine moderne Marina mit reichlich Winterlagerfläche für Boote und ordentlichen Sanitäreinrichtungen. Nur, wieder einmal gibt es keinerlei Sitzgelegenheiten in den Duschen.

Die Marina liegt etwas außerhalb des Städtchens, das ohnehin nicht all zu viel zu bieten hat. Uns hielt hier nichts und am nächsten Tag ging es gen Westen in die Kykladen zurück.

Auf dem Weg dorthin liegt die Insel Levitha mit ihrer hervorragenden Ankerbucht in der von der die Insel bewohnenden Familie Mooringtonnen ausgebracht wurden. Ich war ja vorher schon auf dem Weg nach Rhodos mit Jasmin da gewesen. Nur diesmal nahmen wir den von dem Tavernenwirt angebotenen „Shuttleservice“ mit dem Boot in Anspruch und gingen abends in der einzigen Taverne essen.

Allein der Weg vom Anleger zum Restaurant war schon ein Abenteuer, glich er doch mehr einem ausgetretenen Ziegenpfad als einem begehbaren Weg. Mir graute vor dem Rückweg.

Die Küche bot Landestypisches, für mich gab’s Ziege. Bekommt man auch nicht alle Tage, schmeckte aber sehr gut und war nicht überteuert. Alles in Allem zahlten wir für das Essen inklusive Vorspeisen und reichlich Getränken 58,- Euro.

Neben uns am Nachbartisch hatte sich auch eine dreiköpfige Crew niedergelassen, die uns dann auch ansprachen und fragten, ob wir die Segler seien, die in Nisiros die allseits bewunderten Manöver gefahren hätten, was wir ja dann auch nicht verneinten.

Offenbar hatten wir auch bei diesen Leuten einen tiefen Eindruck hinterlassen hinsichtlich unserer Segelkünste.

Irgendwie scheint es so zu sein, dass man von vielen Seglern hier vor Ort, schon geradezu als Held zur See angesehen wird, fährt man mit dem Boot auch nur halbwegs vernünftige Hafenmanöver, was ja auch bei den Kathastrophenmanövern, die hier einige Chartercrews bieten, kein Wunder ist.

Es wurde noch ein netter Abend mit Günter, Bärbel und Renate und wir waren dann auch die letzten Gäste, die übrig geblieben waren.

Ich verspürte wenig Neigung den Ziegenpfad in der Dunkelheit zum Anleger zu Fuß zurück zu legen und fragte den Tavernenwirt, der uns ja ohnehin zum Boot übersetzten mußte, ob er mich auf seinem Motorroller mitnehmen könne. Daraufhin bot er uns an, uns alle auf dem Anhänger seines Traktors zur Ankerbucht zu fahren, was wir auch dankend annahmen.

Es ging nicht über den Ziegenpfad zurück, aber viel besser war der Weg den der Traktor nahm, auch nicht, nur länger. Wir holperten langsam durch die Nacht und bekamen auf diese Weise noch einen kleinen Eindruck von der Insel.

Für diesen Service wollte der Wirt noch nicht einmal Geld annehmen. Dafür sparte er dann den Bootsshuttle, weil Günter uns mit seinem Dingi zur „Yssabeau“ brachte.

Leider ist die Insel Levitha als Geheimtip nicht mehr so geheim, aber sei’s drum, uns hat’s gefallen.

Nachdem wir am nächsten Tag unsere Mooring verlassen und unseren deutschen Freunden noch einmal zugewunken hatten, ging es mit kräftigen vier Windstärken aus nordwestlichen Richtungen nach Amorgos. Auch hier wieder unspektakuläres Segeln bis der Wind dann im Laufe des Tages abnahm und wir wieder einmal ein Stück motoren mußten.

Seltsames Kabbelwasser und drehende unstete Winde vermiesten diverse Segelversuche so dass wir die letzten Meilen nach Katapola auf der Insel Amorgos motorten.

Für 8,- Euro die Nacht inklusive Strom und Wasser durften wir dann vor Anker an der Stadtpier von Katapola liegen.

Der nächste Tag war „Sightseeing“-Tag. Für 25,- Euro plus 10 Liter Sprit, den wir kaufen mussten, mieteten wir ein Auto und klapperten die Insel ab.

Überall durchzogen Steinmauern die steilen Berghänge, Ziegen liefen auf den Straßen herum und machten keine Anstalten einem Auto auszuweichen, so dass man langsam an ihnen vorbei fahren mußte und von den Höhen hatte man einen herrlichen Blick über die Insel und das Meer.

Wir ließen es ruhig angehen, tranken in dem kleinen Hafenort Aegiali einen Eiskaffefrappè, stoppten in dem alten verlassenen Dorf Astodillitis, wo angeblich nur noch ein einsamer Ziegenhirte leben sollte und relaxten dann noch einmal am anderen Ende der Insel bei einem Dosenbier am Strand von Kalotaritissa.

Höhepunkt diese Ausfluges war sicherlich der Besuch des Klosters von Panagia Hozoviotissa, das sich hoch über dem Meer an einen steilen Berghang schmiegt und nur über einen mehr oder weniger steilen Treppenweg zu erreichen ist.

Ich sparte mir den Weg da oben hoch und blieb bei dem Devotionalienhändler – der mir dann, in der Hoffnung, ich würde eine Flasche von dem Zeug kaufen, auch noch einen inseltypischen Raki spendierte – am Parkplatz sitzen, während Peter das Kloster erklomm.

Unsere Tour endete mit dem Kauf einer Box Rotwein in dem Supermarkt der Inselhauptstadt Chora und – unsere gute Tat des Tages – in der Mitnahme eines trampenden Jungen, der von Chora aus nach Katapola wollte.

Amorgos ist eine schöne Insel, hat mir gut gefallen.

Eigentlich wollten wir von Amorgos aus nach zu der Insel Ios segeln, aber angesichts anhaltender Flaute bzw. schwachen Windes entschlossen wir uns, die 15 Meilen nach Koufonisios zu gehen.

Begrüßt wurden wir dort von einem Großen Bagger, der irgendwelche Arbeiten an der Hafenmole verrichtete und dem Hafenmeister, der mich von meinem letzten Aufenthalt mit Jasmin her wiedererkannte.

Auch hier hielt uns nichts, auch angesichts des auch am nächsten Tag herrschenden Baulärms und wir machten uns nun auf nach Ios.

Auch wieder anfänglich ein schöner Segeltag mit anfänglich gutem Wind aus Nordost, der dann immer weiter abnahm.

Wir erwischten tatsächlich noch eine freie Mooringleine und gleich beim Festmachen an der Pier von Ios Hafen begrüßte uns ein Deutscher und gab uns den Rat, guten Abstand von der pier zu halten. Die Fähren würden hier einen derartigen Schwell verursachen, so dass man unter Umständen mit dem Heck auf die Pier gedrückt würde. So stand es auch in den Hafenhandbüchern.

So kam es, dass wir mit reichlich Abstand zur Pier an der Mooringleine festmachten, um dann fest zu stellen, dass unsere Gangwayplanke zu kurz war und wir so nicht an Land gelangen konnten.

Also blieb uns nichts anderes übrig, als unser Dingi aufzublasen und es als Fender und Überstiegshilfe zu verwenden.

Diese Maßnahme erwies angesichts der Temperaturen zwar als schweißtreibend, aber genau richtig. Die Fähren verursachen hier beim Ein-und Auslaufen wirklichen einen derartigen Schwell, dass es nur so in den Festmacherleinen kracht.

Der Meltemi bläst! Gestern blieben wir im Hafen und heute auch. Es ist auch gar nicht schlecht, einmal nichts zu machen oder irgendetwas, was nichts mit Segeln zu tun hat. Im Kafenion sitzen und Eiskaffefrappè zu trinken, dank WiFi im Internet ‚rumzustöbern und auch ‚mal wieder die Homepage zu pflegen.

Hafenkino ist auch nicht schlecht. Bei manchen Leuten, die ein Segelboot bewegen, fragt man sich wirklich, ob die noch alle Tassen im Schrank haben. Zwischen unserem Liegeplatz und unserem nächsten Nachbarn gab es eine Lücke, da entweder die Mooringleine weg ist oder irgendjemand in der Reihe zwei Leinen beansprucht. Alle Mooringleinen sind an einer Kette auf dem Hafengrund befestigt, deren Verlauf durch eine gelbe Boje markiert ist, auf der dann auch noch ein ankern verboten Zeichen aufgemalt ist. Und so steht’s auch im Handbuch.

Da kommt dann tatsächlich eine Yacht unter amerikanischer Flagge mit einem älteren Ehepaar in die Lücke gefahren, obwohl wir signalisiert haben, dass es keine Mooring gibt und ohne überhaupt eine Leine auf dem Vorschiff klar zu haben und fragen, ob sie bei uns festmachen dürfen. Ja, wie denn, ohne Vorleine? Die Olle sitzt dick und bräsig achtern im Cockpit und klammert sich an die nicht ausgebrachte Achterleine und der „Skipper“ hantiert heftig mit dem Gashebel. Keiner von denen macht Anstalten, auch nur irgendetwas zur Sicherung des Bootes bei zu tragen. Und der Nachbar auf der anderen Seite hat schon das große „P“ in den Augen und schwingt mutig einen Fender, um zu verhindern, dass der Anker des Schiffes dieses Seehelden sein Boot aufschlitzt.

Unser Vorschlag, doch vielleicht erst einmal den Anker weit über die Mooringkette auszubringen und dann in die Lücke zu fahren, wird mit der Erwiderung abgelehnt, das ankern erstens verboten sei und zweitens hätten sie nur 40 Meter Ankerkette. Da fällt einem nichts mehr dazu ein.

Die sind dann auch wieder weggefahren und wir waren froh, dass wir die nicht bei uns am Schiff festmachen mußten. Bei dem Schwell, den die Fähren verursachen wäre dies eher grenzwertig geworden.

Einige Minuten später kam dann eine Charteryacht mit einer deutschen Crew rückwärts auf die Lücke zu gesteuert, die dann, nachdem wir sie vor der fehlenden Mooring gewarnt hatten, locker sagten: „Dann fahren wir eben wieder ‚raus und schmeissen den Anker!“. So taten die das auch und fuhren unter den Augen eines gerade vorbei kommenden Beamten der Port Police einen souveränen Anleger. ….. und wir bekamen zur Belohnung ein kaltes Bier herübergereicht. So kann’s auch gehen.

Morgen soll der Meltemi immer noch mit sechs Windstärken blasen. Eigentlich kein Problem, wenn die Richtung stimmt. Entschlossen unentschlossen wollen wir eigentlich nach Milos hinüber. Schau’n wir ‚mal, wie’s morgen wird.

11.06.2016: Peter, Erwin und Michael sind plangemäß in Rhodos zugestiegen. Wir gönnten uns einen Tag Sightseeing in Rhodos-Stadt.

Von Rhodos aus ging es dann wieder nach Symi auf der gleichnamigen Insel. Nächste Station war dann die Insel Tilos und danach ging es nach Nisiros.

Von Silos nach Nisiros hatten wir richtigen starken Wind und wir kreuzten unter gereffter Genua und mit dem ersten Reff im Großsegel bis kurz vor den Hafen. Dieser war bereits rappelvoll und wir hatten Schwierigkeiten einen Liegeplatz zu finden.

Auf der Pier standen reichlich Leute und signalisierten uns, wo wir denn überall ‚reinfahren sollten. Schließlich machte eine Deutsche Chartercrew und ein deutscher Langzeitkipper eine Lücke zwischen ihren Booten frei, indem sie die Landleinen etwas verlegten. Unser Anker fiel zwischen die ihrigen und mit Hilfe vieler Hände landeten wir zwischen den beiden. Das war nette, freundliche Hilfsbereitschaft, die bei dem starken Seitenwind sehr willkommen war.

Später erfuhren wir, dass man uns wohl allgemein bewundert hat, dass wir bei dem Starken Wind (zwischen 17 und 24 Knoten) von Tilos herüber gesegelt waren. Unsere Chartercrewnachbarn waren die gleiche Strecke voll motort.

Am nächsten Tag gingen wir bei 14 Knoten Wind Anker auf, drehten in dem nunmehr fast leeren Hafenbecken ein paar Runden um das Schiff zu klarieren und setzten dann auch noch das Großsegel im Hafenbecken um dann mit achterlichem Wind hinaus zu segeln, was offenbar wieder allgemeines Staunen bei den im Hafen Hinterbliebenen auslöste, wie ich dann später in Kos erfuhr, wo die besagte Chartercrew dann einen tag später eintraf.

Die Strecke nach Kos gestaltete sich dann doch im Laufe des Tages etwas mühsam, da der Wind stetig zu nahm und zum guten Schluß mußten wir mit dem zweiten Reff und Genua III noch voll gegenan bis zur Marineeinfahrt kreuzen. Das reichte dann auch. Eine Woche Starkwind war genug.

Zu allem Überfluß erwies sich das hintere Salonfenster über der Navigation auch noch als undicht. Über das Marinabüro in Kos konnte dann sogar ein Handwerker aufgetrieben werden, der das Fenster dann ausgebaut, abgedichtet und wieder eingebaut hat. Kostete natürlich auch eine Stange Geld. Hoffentlich hälts.

Nun sind Erwin und Michael abgereist und Peter und ich segeln erst einmal alleine weiter, nachdem wir uns heute einen Hafentag gegönnt haben.

02.06.2016: Gestern sind wir auf Rhodos angelandet. Eine Nacht verbrachten wir auf der Insel Symi in dem gleichnamigen wunderschönen Ort. Das war wirklich Griechenland pur, allerdings auch von der touristischen Seite. Die Tagesausflügler von Rhodos überfielen den Ort und wir flüchteten.

Dann ging’s in eine nette Ankerbucht namens Panormitis auf der Südwestseite der Insel – Ruhe, bis auf die morgendlichen liturgischen Gesänge der Mönche aus dem nahe gelegenen Kloster.

Nun liegen wir in der nagelneuen und auch noch nicht ganz fertigen Marina Rhodos, etwas ab vom Schuß, aber dafür ruhig und mit allem Komfort.

Heute war Stadtbesichtigung von Rhodos. Gut das wir nicht in die Marina Mandraki eingelaufen sind. Eng, laut, keine Infrastruktur, allerdings stadtnah.

Rhodos Stadt ist ein Touristenmekka ohne Gleichen. Die alten Kreuzritter würden sich wohl im Grabe umdrehen, wüßten sie von dem heutigen Treiben. Man kann wirklich keinen Schritt gehen, ohne dass man von irgendwelchen Leuten angemacht wird, in deren Restaurant einzukehren oder irgendwelchen Touritinnef zu kaufen.

Die beeindruckenden Festungsmauern und die Paläste der Kreuzritter fallen vor lauter Touristenrummel kaum noch ins Auge.

Ein Tag Rhodos Stadt hat uns gereicht.

Die Rücktour zur Marina mit dem öffentlichen Bus gestaltete sich zwar preiswert, aber auch abenteuerlich. Der Bus brach einfach mitten auf der Strecke unter Ausstoß diverser Rauchwolken zusammen. Ein Ersatzfahrzeug brachte uns dann nach einiger Wartezeit zurück in die Marina. Wir nahmen es mit südländischer Gelassenheit.

Jasmin fliegt morgen nach Hause. Wir gönnten uns ein Abschiedsessen beim direkt der Marina gegenüber liegenden Griechen und haben es nicht bereut. Ursprüngliche griechische Küche, lecker, preiswert und nettes Ambiente.

Samstag kommt die nächste Crew und dann geht’s weiter.

28.05.2016: Gestern abend sind wir auf der Insel Kos in der gleichnamigen Stadt angelandet. Die Marina bietet alles, was das Seglerherz begehrt.

Von Levitha aus ging es wieder mit 4, 5, in Böen auch 6 Windstärken in die Dodekanes, eben nach Kos.

Wir haben beschlossen, angesichts der anhaltenden Starkwindsituation einen Tag hier zu verbringen. Wir haben jetzt genügend Zeit, um nach Rhodos zu gelangen, wo der nächste Crewwechsel stattfinden wird.

Die Wettersituation ist wirklich erstaunlich. Seit drei Tagen gibt es Starkwind aus nördlichen Richtungen, kein Meltemi, und zwischendurch immer wieder schwache Winde aus Süd. Wie soll man da vernünftig planen? Außerdem ist der Norwind auch noch recht frisch, ein wärmendes Jäckchen ist angesagt.

Allerdins regnet es nicht und Segeln mit Wind von hinten bei strahlend blauem Himmel hat ja auch ‚was.

Mal sehen, was die nächsten Tage so bringen.

26.05.2016: Nach zwei Tagen Starkwindaufenthalt auf Serifos ging’s dann endlich weiter nach Paros. Wir wurden belohnt. Wind aus NW, drei, vier Windstärken, Sonnenschein, Segeln wie man es sich erträumt.

Wir steuerten die Marina Nausas an, wo es laut Hafenhandbuch angeblich alle den Segler erfreuende Einrichtungen geben sollte. Aber Nichts da. Es gab wieder einmal keine Klos, keine Duschen, keinen Strom, aber Wasser, das aus irgendwelchen Gründen dann nur sporadisch aus den Hähnen floß und von mir quasi zufällig entdeckt wurde.

Wir ergatterten hier mit Hilfe einer französischen Seglerin die wohl letzte freie Mooringleine, die allerdings vom Durchmesser her einen wenig vertrauenswürdigen Eindruck machte. Hat aber bis zu unserer Abfahrt gehalten.

Immerhin wurde auch kein Hafengeld fällig.

Eigentlich wollten wir am nächsten Tag zwischen den Inseln Paros und Naxos in Richtung Süden segeln.

Wir starteten auch bei moderaten Windbedingungen aus SSE aber kaum steckten wir unsere Nase aus der Bucht von Naousa hinaus, bekamen wir satte 5 Windstärken auf die Nase, aus genau der Richtung, in die wir wollten.

Es reichte gerade zu einem Anlieger nach Naxos auf der gleichnamigen Insel. Zum Kreuzen hatten wir keine Lust.

So kam es, das wir bereits zu früher Mittagsstunde in der Marina von Naxos vor eigenem Anker fest machten. Wir nutzten die Gelegenheit zu einem ausgiebigen Stadtbummel, was dieser auch wert war.

Die Altstadt von Naxos zieht sich labyrinthartig einen Berg entlang, verwinkelte enge Gassen mit Souvenierläden und kleinen Restaurants prägen dieses Quartier. Man kann sich hier wirklich verlaufen. Spannend ist es aber auch.

Im Zuge unserer Stadterkundung entdeckten wir auch die allgemein zugänglichen öffentlichen sanitären Einrichtungen. Das Hafenhandbuch hatte uns ja bereits schon gewarnt, aber die Realität erwies sich als jenseits aller Vorstellungskraft. Derartig heruntergekommene, verdreckte und marode Toiletten und Duschen hatte ich mein Lebtag noch nicht gesehen. Dass selbige überhaupt von irgend jemanden benutzt werden, mag man nicht glauben, aber dennoch ist es wohl so, wie die eindeutigen Hinterlassenschaften menschlicher Bedürfnisse signalisieren.

Jasmin und ich krönten unseren Stadtbummel mit einem Eis-Caffe-Frappé in einem Bistro mit Blick auf den Hafen, um uns dann in einem Supermarkt mit dem Nötigsten für die nächsten Tage zu versehen.

Der nächste Morgen wartete dann auch gleich mit Überraschungen auf. Die Erste erschien in Gestalt eines freundlichen Herrn, der unseren Bootsnamen notierte und uns dann mitteilte, dass man doch bitte noch vor 15:00 h im Büro der Port Police erscheinen sollten.

Jasmin machte sich daraufhin nach dem Frühstück mit allen erdenklichen Papieren dorthin auf, war aber nach verhältnismäßig kurzer Zeit wieder zurück und wir um 13,52 € ärmer. Also: Alles harmlos.

Die zweite Überraschung gestaltete sich dann doch etwas abenteuerlicher. Ich hatte mich am Abend zuvor schon gewundert, warum unser Anker bei gerade einmal zehn Meter ausgebrachter Kette derartig gut hielt. Es war mir kaum möglich gewesen, mit Maschinenkraft richtig dicht an die Pier zu gehen, so dass wir doch einen guten Abstand hatten und unsere Laufplanke (sprich Gangway) gute Dienste leistete.

Wie ich bereits vermutet hatte, zogen wir beim Ankeraufgehen mit unserem Anker irgendein nicht näher zu identifizierendes kettenartiges Eisenteil in die Höhe, allerdings nur auf ungefähr zwei Meter unter die Wasseroberfläche, dann versagte die Ankerwinde. Nun hingen wir da, fast mitten im Hafen und nichts ging mehr, kein Vor, kein Zurück, unser Anker hatte sich gut an diesem Kettenteil verhakt.

Nach kurzer Beratschlagung erklärte sich Jasmin bereit (ansonsten wäre ich es gewesen) ins Wasser zu gehen und eine Leine unter dieses Kettengedöns zu ziehen. Dazu musste man natürlich etwas abtauchen, kein besonders angenehmes Vergnügen, angesichts des ganz sicher nicht naturreinen Hafenwassers.

Das Manöver gelang. Wir fierten unseren Anker, das Kettengedöns wurde durch unsere Leine hochgehalten, unser Anker kam frei, wurde aufgeholt und der Hilfsstrick einfach losgeworfen, das war’s. Dank an Jasmins heldenhaften Einsatz.

Dafür durfte sie sich auch danach mit der Borddusche mit Süßwasser abduschen.

Nun kam der Plan vom Vortag zu tragen. Zuerst moderater Wind aus nordwestlicher Richtung, dann vier Windstärken aus West trieben uns zwischen den beiden Inseln Paros und Naxos in Richtung Süden. Wieder ein nahezu perfekter Segeltag, der in einer kleinen gleichnamigen Marina auf der Insel Koufonisos endete.

Allein die Ansteuerung dieses Hafens zwischen den Inseln Kato und Koufonisos war es wegen der malerischen Küstenformationen wert.

Ein netter hilfsbereiter Hafenmeister half uns beim Anlegen, kassierte 17,40 €, es gab Strom und Wasser und vor Allem: Ruhe. Ein wirklich netter Ort. Hat mir gut gefallen.

Gemäß Planung sollte es dann am nächsten Tag eigentlich zu der Insel Amorgos gehen. Aber direkt beim Start von Koufonisos aus wehte der Wind so verlockend mit 3 Bft. aus Nordwest, dass wir gleich auf Ostkurs gingen, wo ich mit Hilfe des Kartenmaterials und der Handbücher in 45 Meilen Entfernung die Insel Levitha aus gemacht hatte.

Das sollte uns ein gutes Stück in Richtung Dodekanes und damit nach Rhodos bringen.

Im Laufe des Tages nahm der Wind stetig zu. Wir rauschten unter Vollzeug – sprich Genua und Groß – mit raumem Wind und 6 bis 7 Knoten Fahrt an der Nordspitze von Amorgos vorbei.

Rauschefahrt! Bei zeitweilig 25 bis 27 Knoten Wind hatte Jasmin wohl auch ihre Grenzerlebnisse am Ruder, zumal die Welle von schräg von der Seite ordentlich schob. Aber sie hat sich wacker geschlagen.

Irgendwann wurde es dann auch mir zu viel und wir rollten die Genua ein.

Je mehr wir uns unserem Ziel näherten, desto mehr nahm der Wind ab. Unter Großsegel liefen wir in die Bucht von Troumpa auf der Insel Levitha ein, wo uns dann, nachdem wir das Großsegel geborgen hatten, ein netter Grieche in einem Dingi empfing und uns beim Festmachen an einer Mooringtonne behilflich war.

Für 7,- € durften wir dann an dieser Moorig in malerischer Umgebung liegen, allerdings nicht alleine, es gab noch etliche weitere Bojen, an denen andere Yachten lagen. Schön ist’s trotzdem hier. Die einzige Taverne auf der Insel könnte man ja auch noch ausprobieren, so man denn ein aufgeblasenes Dingi zur Verfügung hätte.

22.05.2016: Noch ein Hafentag!

In der Nacht vom 21.05. zum 22.05. regnete es wieder einmal. Der Tag begann mit Starkwind so um die 15/16 Knoten, der dann im Laufe des Tages auf in Böen 25 Knoten zu nahm. Erst überlegten wir, los zu segeln, aber nachdem unser englischer Nachbarlieger uns vor dem zunehmenden Wind am Nachmittag gewarnt hatte und wir auch noch Zeuge eines ziemlich abenteuerlichen Ablegers einer deutschen Chartercrew wurden, verzichteten wir auf den schnellen Rutsch nach Paros, in der Hoffnung, dass die Windbedingungen morgen moderater sind.

Jedenfalls entbehren die verschiedenen Wetterberichte nicht einer gewissen Interpretationsspanne.

Mehr demnächst.

21.05.2016: Der dritte Teil der Reise im Südland hat begonnen.

(Hier erst einmal eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse)

Wie immer, läuft alles längst nicht nach Plan. Aufgrund des griechischen orthodoxen Osterfestes, welche einen Monat nach dem unsrigen statt fand, mußte ich meinen Flug nach Athen zwei Mal verschieben. Zu diesem Zeitpunkt geht in Griechenland gar nichts, aber das haben mir die Leute von der Olympic Marina offenbar im Herbst, als ich das Schiff an Land gestellt habe, nicht mitteilen können.

So flog ich dann erst am 04.05. nach Athen und traf mich mit Lothar und dessen Bruder Peter dort auf dem Flughafen. Mit dem Bus ging es dann weiter nach Lavrion und in die Marina.

Die Werft hatte weitgehend die Arbeiten erledigt, die ich beauftragt hatte, es blieb aber trotzdem noch genug für uns zu tun.

Laurenz steß dann einen Tag später zu uns und am 06.05. ging das Schiff dann zu Wasser.

Ein paar Dinge zu tun, bei denen die Dienste der Werft in Anspruch genommen werden mußten,  blieben immer noch übrig und so konnten wir erst am Dienstag in See stechen, weil ja wieder ein Wochenende dazwischen lag.

Nick, ein griechischer Kollege von Lothar, hat uns am Freitagabend in ein Restaurant in Lavrion eingeladen und wir haben wirklich gespeist, wie die Götter, alles was die griechische Küche an Spezialitäten so her gab.

Den Sonntag nutzten wir allerdings zu einem kleinen Probeschlag in den Gewässern vor der Marina.

Unser erster Anlaufpunkt war dann die Insel Kea. Wir drehten die Runde über die Inseln Kythnos, Syros, Tinos, Andros und dann wieder Kea zurück in die Olympic Marina.

Eine nette Tour zum angewöhnen, auch wenn das Wetter noch nicht so richtig südländisch war, wie man es eigentlich hätte erwartet.

Am letzten Tag fabrizierten wir noch beim Reffen einen Riß ins Großsegel, so dass es wieder einen Aufenthalt in der Olympic Marina gab, bis das Segel repariert war. Außerdem mußte wieder einmal der „Up“- Knopf der Ankerwinde repariert werden und zu allem Überfluß hatte der Betriebsstundenzähler des Motors auch noch seinen Geist aufgegeben, da waren wieder einmal einige Kabel weggerottet. Die Elektrik auf dem Schiff ist wirklich eine Katastrophe, aber der Elektriker der Werft hatte es drauf.

Jasmin erwartete uns bereits und nach einer Nacht zu Fünft an Bord verließen Lothar, Peter und Laurenz die „Yssabeau“ und flogen nach Hause.

Alles in Allem war es ein sehr netter Auftakt mit der ersten Crew und nun geht es mit Jasmin als einzige Mitseglerin erst einmal gen Rhodos.

Wir mußten noch einen Tag in der Marina verbringen bis alle Reparaturen vollbracht waren und wir uns im Supermarkt in Lavrion für die nächsten Tage mit Vorräten eingedeckt hatten.

Der Lieferservice des Supermarktes brachte unsere Einkäufe, die wir allein kaum hätten schleppen können, samt uns zur Marina zurück und das abends um 20:00 h. So etwas nenne ich Service.

Unsere erste Station war diesmal die Insel Kythnos, wo wir dann nach einem herrlichen Segeltag die Nacht verbrachten, um dann am nächsten Tag zur Insel Seriphos zu segeln.

Dieser Tag war allerdings wettermäßig eher bescheiden. Der Himmel war grau und von Wolken bedeckt, Wind eher mäßig aus wechselnden südlichen Richtungen, also von dort, wo wir hin wollten, und zum guten Schluß mußten wir noch rund zwei Stunden motoren, um überhaupt noch unser Ziel zu erreichen. Und so richtig südländisch warm war es auch nicht.

Seriphos verfügt mittlerweile über eine richtig nette kleine Marina, die noch nicht im Hafenhandbuch verzeichnet ist, die aber auch noch nicht so ganz fertig ist. Es gibt  Moorings, Trinkwasser, aber noch keinen Strom und sanitäre Einrichtungen.

Des Nachts regnete es in Strömen, um dann gegen Morgen in Starkwind über zu gehen. Für uns ein Grund, einen Hafentag ein zu legen.

Mehr demnächst.