Archiv der Kategorie: Reiseberichte

Ricos Reiseberichte 2020

Samstag, der 5.9.20

 

Ein Buongiorno von den Liparischen Inseln! Auf der für uns letzten Überfahrt nach Milazzo nun auch der letzte Reisebericht von diesem schönen Segelabeteuer. Nachdem wir am Donnerstag in einer wunderschönen Bucht vor der Insel Vulcano vor Anker lagen und unsere mitgebrachten Steaks am Achterdeck auf den Grill gepackt hatten, wurden wir mit einem traumhaften Sonnenuntergang verwöhnt.

Gestern fuhren wir dann in den Hafen der Insel um an Land uns ein Bad in den Schwefel-Quellen direkt am Strand zu gönnen. Am Nachmittag war dann der Aufstieg auf den ca. 300 Meter hohen Vulkankrater geplant. Der beschwerliche Aufstieg wurde mit einer atemberaubenden Aussicht von Stromboli bis Lipari belohnt. Heute Abend werden wir uns in Milazzo noch ein nettes Lokal suchen um noch einmal die italienische Küche zu genießen.

 

Montag, den 31.8.20 

Moin, heute mal wieder ein kleiner Reisebericht. Nachdem Max am Samstag pünktlich zum Schulstart nach Hause flog, kamen die Mädels Elisabeth und Sabine an Bord. Die beiden müssen sich nun erstmal an die Hitze gewöhnen. Nun segeln wir zu fünft weiter Richtung Norden in die Straße von Messina über Riposto nach Regio de Calabria weiter zu den Liparischen Inseln mit dem berühmten Stromboli. Dabei wollen wir noch die letzten südlichen Winde vor einer nahenden Gewitterfront aus Tunesien nutzen. Auf See gab es eine schöne Badepause bei der ich unter das Boot tauchte um die Logge ( ein kleines Rädchen das die Geschwindigkeit in Knoten zu den Instrumenten überträgt) von Algen zu befreien und wieder gängig zu machen. Eine extra ausgebrachte Achterleine (am Heck des Schiffes) mit einem daran angebrachten Fender sorgten für Badespass. Elisabeth bekommt nach und nach eine umfassende Einweisung in das seemännische Handwerk. Abends kochten die Mädels mediterrane Küche mit leckeren Muscheln und einem Salat aus den herrlichen italienischen Tomaten. Leider berichten Segelfreunde aus Griechenland, dass die Spannungen zwischen den Griechen und den Türken zunehmen und deshalb das dortige Revier verlassen und sich auf den Weg nach Sizilien machen. Wir sind froh davon und von Corona Risikogebieten fern zu sein.

Mittwoch, den 2.9.20

Moin, nachdem wir gestern einen Besuch im noblen Stadtteil von Reggio de Calabria mit seinen unendlichen Schuh- und Modegeschäften machten, setzen wir heute unsere Reise fort und verließen das Ionische Meer Richtung Tyrrhenisches Meer vorbei an der Meerenge an der Straße von Messina. An der Grenze dieser beiden Meere konnten wir die eigenartigen Verwirblungen auf Grund der enormen Strömungen beobachten, welche in der griechischen Sage den Ort der beiden Meeresungeheuer Skylla und Charybdis beschreiben. Zitat Homer Odyssee: „ Während wir nun, in der Angst des Todes, alle dahinsahn,Neigte sich Skylla herab, und nahm aus dem Raume des Schiffes

Mir sechs Männer, die stärksten an Mut und nervigen Armen.

Als ich jetzt auf das eilende Schiff und die Freunde zurücksah, 

Da erblickt‘ ich schon oben die Händ‘ und Füße der Lieben,

Die hoch über mir schwebten; sie schrien und jammerten alle… „. 

Nach dem Passieren dieses mystischen Ortes zeigte sich der mächtige Vulkan Stromboli Steuerbord voraus und die Insel Vulcano an der Backbordseite am Horizont. Neuer Kurs und Ziel des heutigen Tages ist der Hafen der kleinen Stadt Milazzo.

Unbekannt.jpg

Unbekannt_1.jpgUnbekannt_2.jpgUnbekannt_3.jpg

 

23.08.2020:

Moin, nun will ich mich nochmal melden. Nachdem wir in Crotone an Bord gingen und uns die Kojen eingerichtet hatten, war erstmal Einkaufen angesagt. Wir transportierten jede Menge Getränke an Bord aber auch einiges von dem guten italienischen Schinken. Gestern ging es dann nach einem guten Frühstück auf See und Max durfte seine Kräfte beim Segel setzen unter Beweis stellen und anschließend auch steuern. Am Nachmittag waren wir dann in Le Castello, ein netter kleiner Ort mit einem kleinen Hafen. Max holte sich seinen Fotoapparat und schaute sich das Städtchen an, unter Deck wurden Spaghetti zubereitet und ich kümmerte mich um die Rückflüge. Nun steht fest, dass wir nach Sizilien Richtung Crotone weiter in die Straße von Messina fahren. Heute Morgen ging es dann gegen 7 Uhr los, denn wir müssen 44 sm schaffen. Die technischen Probleme an der Elektrik und am Kühler der Yssabeau sind behoben und das Schiff läuft wieder….

 

25.08.2020:

Buongiorno! Heute mal wieder ein kleiner Reisebericht. Der gestrige Segeltag hatte zum Anfang etwas mehr Seegang. Max wurde immer ruhiger und fütterte schließlich die Fische. Wir konnten ihm aber vorher noch an die Lee-Seite schicken (die Wind-abgewandte Seite) und so blieb das Schiff sauber. Etwas später beruhigte sich die See wieder und wir wurden mit einem kurzen Delfin-Besuch belohnt. Es ist schon faszinierend wie schnell diese schönen Tiere im Wasser sind. Nachdem wir dann im Hafen unseren nächsten Großeinkauf mit Hilfe eines Lieferservices erledigten, stärkten wir uns in der Pizzeria am Hafen. Das war auch nötig, da wir beschlossen hatten am Abend auszulaufen und einen Nacht-Segeltörn für die bevorstehenden 70 sm einzulegen. Wir checkten noch einmal die Beleuchtung des Schiffes und dann ging es los. Die Wachablösung wurde einstimmig alle vier Stunden bestimmt. Nachdem ich die erste Wache mit Jörg unter einem schönen Sternenhimmel verbracht hatte, zeigte sich heute Morgen der gewaltige Aetna mit seinen 3300 Metern Höhe. Diesen steuern wir nun direkt an. Zwischendurch drehte der Wind in der Düse in der Straße von Messina bis auf 22 Knoten und ein Reffmanöver auf die 1. Reffstufe am Großsegel und auf Genua 3 waren notwendig. Jetzt steuern wir direkt das Tor zum Aetna – Riposto an….

 

27.08.2020:

Moin, gestern gönnten wir uns einen Tag Pause in Riposto. Wir erkundeten die kleine Innenstadt, probierten mal wieder das leckere italienische Eis und waren baden. Am Nachmittag wurden wir Zeuge einer sizilianischen Hochzeit bei der die Braut von ihrem Vater mit dem Boot zum Bräutigam geschafft wurde. Abends kauften wir uns an dem kleinen Markt am Hafen frische Schwertfisch-Stücke und machten uns ein leckeres Abendessen. Heute Vormittag sind wir dann aus der ziemlich hochpreisigen Marina ausgelaufen und nehmen Kurs auf eine kleine Bucht vor Catania. Max hat sich Reisetabletten besorgt und sieht heute auf See besser aus. Peter macht uns unter Deck leckeres Bruschetta. Sollte uns diese gefallen, werden wir heute Nacht da vor Anker ?? gehen….

 

28.08.2020:

Buonasera, heute mal wieder ein neuer Reisebericht. Nachdem wir gestern von Riposto mit achterlichen Wind die Segel setzen, war unser eigentliches Ziel in einer der Buchten zwischen den Zyklopen-Inseln und Catania zu Ankern. Leider war die Welle so hoch, dass wir unseren Plan begraben mussten. Also beschlossen wir direkt nach Catania weiter zu segeln. Hier liegen wir nun in einer kleinen Marina mitten im großen Stadthafen umgeben von den großen Fähren Richtung Neapel und Salerno. Nach einer ruhigen Nacht waren wir heute Morgen ziemlich erstaunt wie der Aetna unser Schiff mit schwarzer Asche bedeckt hatte. Überhaupt waren in der Marina alle schon mit Reinschiff beschäftigt. Die Mühen wurden aber mit einem Besuch der schönen Altstadt von Catania belohnt. Diese Stadt wurde schon einmal durch die Vulkan-Lava und einen Erdbeben vollständig zerstört und wieder aufgebaut.
















Warten in Brindisi

Nr.3

Montag der 10.08.2020

Buongiorno

Jörg und ich sind morgens so aufgestanden , dass die Mechaniker um 08:00 Uhr mit der Arbeit am Wärmetauscher, der sich unter Jörgs Koje befindet, anfangen können. Frühstücken werden wir, wenn ich wiederkomme. Jörg bleibt an Bord und ich gehe in den größeren 3 km entfernten Supermarkt in Brindisi. Hier bekomme ich Obst, Gemüse, Fleisch etc. alles was man so braucht. Bei meiner Rückkehr nach 2 h sind die Mechaniker noch nicht da. Wir frühstücken, keine Mechaniker. Wir warten den ganzen Tag, mahnen über die Marina an, nichts passiert.

Gegen 18:00 Uhr hab ich die Faxen dicke und begebe mich auf das ziemlich große Werftgelände um ihn zu suchen, finde ihn aber nicht. Finde aber das Office und dort ist auch Claudia, unserer telefonischer Kontakt auf der Werft. Sie spricht gut Englisch und verspricht mir das selbe wie schon seit Tagen, diesmal aber ins Angesicht und nicht nur am Telefon, der Mechaniker ist in einer Stunde da. Sollte das nicht der Fall sein so möchte ich Sie heute abend wieder persönlich ansprechen, sie ist auf einer Feier in der Marina. Wollen mal sehen!!!

Natürlich ist er nicht nach einer Stunde da. Um 20:00 Uhr erscheint er, freundlich lächelnd. Ich führe ihn unter Deck, zeige ihm wie vor3 Tagen denn Schaden am Wärmetauscher und er sagt „Pot“ und verschwindet wieder mit der Bemerkung Claudia.

Was soll ich dazu sagen? Wir können auch nicht zu einer anderen Werft mit dem Schaden, wenn wir den Motor anschmeißen säuft die Yssabeau ab, da die Kühlerpumpe das Kühlwasser direkt in die Bilge pumpt.

Weinchen trinken, und den Puls runterfahren.

 

Dienstag der 11.08.2020

Nicht gut geschlafen. Die Temperaturen gehen auch nicht mehr unter 28 Grad und kein Windhauch kühlt nachts den aufgeheizten Rumpf der Yssabeau. Ich gehe nach dem Duschen ins Marina Cafe und trinke einen Espresso. Meine Gelassenheit stellt sich irgendwie nicht so recht ein.

Frisches Brot kaufen, frühstücken, Claudia anrufen, werden auf 11:30 Uhr vertröstet, er kommt wieder nicht. Jörg bleibt weiter an Bord und ich fahre mit dem Bus in die Stadt Brindisi. Bei knappen 30 Grad stellt sich keine große Entspannung ein.

Das Städtchen ist hübsch aber gegen Mittag ist es fast gänzlich ausgestorben. Es ist wie überall sehr leer, Cafés haben fast alle geschlossen, keine Touristen. Ich suche eines mit schöner Aussicht, finde aber keins, also kaufe ich noch etwas ein und fahre mit dem Bus gegen 18:00 Uhr zurück. Das Schiff ist zu einem Wäschetrockenplatz geworden, Jörg hat gewaschen und es war kein Mechaniker an Bord, anrufen und vertrösten auf morgen. Jörg macht uns Huhn auf Reis und wir begrüßen eine Deutsche Familie die neben uns an Bord gehen, klönen ein bisschen und genießen den Abend bei einem Bierchen. Ich bin müde vom Tag und gehe früh in die Koje.

 

Mittwoch der 13.08.2020

Moin allen Reisebegleitern.

Noch einen Hinweis an alle. Wenn Ihr eine Mitteilung an mich habt, schreibt mir auf meiner Adresse „Peter Haslbeck“,  wenn Ihr einfach auf Reisebegleiter antwortet lesen das ALLE Reisebegleiter.

Stehe früh auf und gehe Kaffee trinken. Schreibe am Reisebericht und genieße die Ruhe des anbrechenden Tages. Als ich an Bord komme ist tatsächlich ein Mechaniker da und baut den Wärmetauscher aus, nach 5 Tagen. Er braucht eine halbe Stunde. Der Wärmetauscher hat im Boden ein Loch, der Fehler. Er nimmt das Teil und verschwindet lächelnd. Mal sehen wie lange er für das Schweißen braucht?

Es ist auch heute ziemlich heiß. Wir machen ein paar kleine Reparaturen, dösen etwas, essen nachmittags ein Eis in der Gelateria und lassen die ruhige Atmosphäre auf uns wirken. Die Crew einer Segelschule übt im Hafenbecken, ein paar wenige Menschen schlendern über den Steg, irgendwo klappert ein Fall (das Tau mit dem man das Segel hochzieht und wieder fallen lässt), eine Möwe schwimmt im Hafenbecken, Jörg legt seine Wäsche zusammen, eine andere Segelyacht legt irgendwo an, entspannen!

17:30 Uhr das Loch ist nicht mehr zu schweißen, der Wärmetauscher muss neu gefertigt werden, jetzt kann es eng werden für das Aufsteigen der neuen Crew Rico + Max.

Wir haben aber wie immer einen Plan B. Wenn wir einen Nacht Törn über den Golf von Tarento einlegen und Gas geben würden, wird die Strecke in der Hälfte der Zeit zu schaffen sein. Vorausgesetzt, der Wärmetauscher würde in dieser Woche noch kommen, mal sehen und die Hoffnung nicht verlieren.

Essen erst einmal Tortellini mit einem leckeren Salat und lauschen an Deck einer Jazz Band die auf dem Gelände ein Konzert gibt. Gute Musik bis 24:00 Uhr. Jörg geht schlafen und ich genieße noch die nächtliche Ruhe.

Gute Nacht und bis dann.

Peter


Die leere Marina


Spaziergang durch die Stadt

Villanova bis Brindisi

Samstag der 08.08.2020

Moin Ihr Lieben.

Die Nacht unter Anker war sehr erholsam und der Morgenspaziergang fällt wegen mangelnder Landberührung aus. Dank des Spirituskochers gibt es aber Kaffee und nach einem ausgiebigen Frühstück heißt es um 10:20 Uhr Anker auf.

Der Wind ist mit uns und bläst mit gemütlichen 3Bft aus NE (Nord Osten) so das wir bei raumen Wind ( er kommt von der Seite)und leichter Bewölkung bei angenehmen 25 Grad nach Brindiesi segeln.

Für die nicht Segler:

Ein-und auslaufen passiert immer unter Maschine. So auch heute: Genua (das kleine Vorsegel) einrollen, Großsegel runter und am Baum befestigen, Motor an, in den Hafen einlaufen und festmachen. So auch heute in Brindisi.

Was anders ist? Das Schiff ist voller Wasser, bis über die Bodenbretter. Sch………. bedeutet: Bilsch Pumpe anmachen, Schiff leer pumpen, den Rest ca 100 L. mit Schwamm und Eimer  nach Außenbords befördern und vor allen Dingen schauen, wo kommt das Wasser her.

Technik: Wasser zum kühlen des Motors wird natürlich warm. Über einen Wärmetauscher wird es mit Meerwasser gekühlt. Vermutung: Dieser Wärmetauscher ist leck und die Pumpe pumpt das Wasser nicht ins Meer sondern ins Schiff. Der angerufene Mechaniker kommt schnell und wir vermuten dass er unsere Vermutung teilt. Fremdsprachen spricht in diesem Teil Italiens so gut wie keiner. Da morgen Sonntag ist wird er Montag um 08:00 Uhr kommen und den Wärmetauscher ausbauen. Das bedeutet für uns, mehrere Tage im Hafen bleiben. Und für Jörg Kosten.

Nächstes Desaster, gegen die Auswahl im hiesige Minimarket ist meine Speisekammer zu Hause ein Schlaraffenland. Bedeutet: Montag in den 3 km entfernen Supermarkt gehen und Vorräte auffüllen. Darauf gönnen wir uns eines der letzten Biere. kratzen die letzten Reste der Vorräte zusammen und brutzeln uns was zum Abendessen.

Gute Nacht.

 

Sonntag der 09.08.2020

Erwache gerädert vom Vortag. Da der Mechaniker um den Schaden zu lokalisieren die Maschine gestern noch einmal eine Minute laufen lassen mußte haben wir wieder 60 L Wasser im Schiff, schwamm, Eimer und die selbe Prozedur wie gestern. Natürlich haben wir erstmal ausgiebig gefrühstückt.

Am Nachmittag habe ich mein schlosserisches Wissen für ein paar  Bastelarbeiten welche an Bord immer anfallen, wie der Aufmerksame Leser meiner Berichte weiß, genutzt und Abends sind wir mangels Vorräten in das Restaurant auf dem Gelände gegangen und haben hochpreisig aber gut gegessenen.

Anreise, Bari bis Villoanova

Mittwoch 05.08.2020

Nach einem guten Flug über Paris in Bari gelandet.Das Flugzeug war nicht ausgebucht und somit hatte ich immer einen Platz neben mir frei. In Paris und in Bari wurde beim ein- und aussteigen Fieber gemessen. Ich habe mich Corona mäßig sicher gefühlt.

In Bari erwartet mich Italien mit Gewitter und Platzregen, also Taxi und ab zur Yssabeau.

Werner war schon abgeflogen und ich heuerte auf einem dry shipp an. Weder Bier, Kaffee, noch Brot an Bord, also?? Das Gewitter und den Regen abwarten. Erst Einkaufen und anschließend fantastischEssen gehen. In einer kleinen Trattoria do Pesce in der Altstadt Wein und Polpo. An Bord noch ein Weinchen und ab in die Koje.

 

Donnerstag 06.08.2020

Morgens wieder in die erwachende Stadt gegangen. Ihr wisst es Schon, schlendern, Käffchen, schauen, es mir gut gehen lassen.

An Bord zurückgekehrt, schön frühstücken und den Plan für heute besprechen.

Wir segeln nach Polignano a Mare ca. 17SM. Die Küste ist hier sehr bebaut, das wird sich aber, je weiter wir nach Süden kommen, ändern. Bei achterlichem Wind Stärke 5 Bft. geht es anfangs nur mit der Genua 3 ( kleines vorsegel) in 3h in die Marina. Guter erster Tag. Die Marina ist sehr komfortabel und lange nicht voll belegt. Am nächsten Tag erfahren wir auch Warum. 110€ für eine Nacht möchte nicht jeder bezahlen. Abends kochen wir an Bord, Koteletts mit Zwiebeln, Kartoffeln und einem leckeren Salat.

 

Freitag 07.08.2020

Um 06:00 Uhr ausgeschlafen und ab in die 3km entfernte Stadt Pilognano a Mare. Eine alte auf hohen Felsen gelegene Stadt.

Es ist auch die Heimatstadt von Domenico Moduclo, der Namen sagt euch nichts? Mir auch nicht. Aber das Lied mit dem er einen Welt Hit landete kennen zumindest die Älteren unter uns „Volare“

Die Stadt hat ihm ein Denkmal gesetzt.

Ist zur Zeit mein Persönliches ProfilBild bei WATSAP.

Ich gehe durch alte sehr, sehr schmale Gassen, immer wieder einen Blick auf das Meer erhaschend, der aus dieser Höhe umwerfend ist, schlängel ich mich durch die schöne und sehr saubere Stadt. Zum Schluss ein Käffchen plus einem Hörnchen. Urlaub.

Zurück, Früstücken und weiter den Italienischen Stiefel entlang gen Südosten nach Villanova do Ostuni.

Bei gutem Wind segeln wir gemütlich immer an der Küste entlang. Gegen 16:00 Uhr laufen wir nach 23 SM und 5h in den Hafen der kleinen Stadt Vilanova ein.

Rappeldickevoll mit einheimischen Booten belegt. Da wo noch ein Plätzchen frei zu sein scheint, werden wir abgewiesen. Zu flach, wir brauchen 2 Meter Wassertiefe, oder das ist ein Eigner Platz und der kommt später noch.

Was Tun? Sichere Ankerbuchten  gibt es an diesem Küstenabschnitt nicht. Einziger Ausweg….. im Hafen Ankern, gesagt getan. Mitten im Hafen werfen wir auf 2,60 m den Anker.

Anlegerbierchen, schauen und Wohlfühlen. Jörg macht uns Spagetti Bolo und wir genießen den Sonnenuntergang. Ach so ja

Sonne, die Temperaturen liegen für Italiens Süden bei sehr angenehm 25 Grad.

 

Teil 7: Segeln in italienischen Gewässern

Vom Abenteuer mit dem Billigflieger zu fliegen

Servicewüste „Lastminute.de“

Am 01.07 2020 buchte ich über die Internet Buchungsplattform „Lastminute.de“ einen Flug am 13.07.2020 von Hamburg mit einem Stopp in Wien nach Venedig für mich, und einen Mitreisenden, Werner Lange. Der Flug sollte am 13.07.2020 um 06:50 h von Hamburg aus starten. Umgehend erhielt ich die Buchungsbestätigung, mußte aber feststellen, dass an erster Stelle der Buchung, wo eigentlich mein Name hätte stehen sollen, aus mir unerklärlichen Gründen, der Name „WernerLange/Lange“ (genau so!) eingetragen war. Ich hatte dort selbstverständlich meinen Namen – Jörg Gegenfurtner – zusammen mit meinem Geburtsdatum, welches dort auch richtig hinterlegt wurde, eingetragen. Wie es zu diesem falschen Eintrag gekommen ist, ist mir schleierhaft.

Die Daten meines Mitreisenden – Werner Lange – wurden im System von „Lastminute.de“ korrekt übernommen, so wie ich diese eingetragen habe.

Ebenfalls am 01.07. erhielt ich von „Lastminute.de“ eine E-Mail mit einem Link, mit dem ich meinen Account aktivieren sollte, was ich dann auch tat. Dieser Account sollte es mir ermöglichen, Änderungen an meiner Buchung vorzunehmen. Dieses funktionierte aber überhaupt nicht. Irgendwelche Änderung vorzunehmen ging gar nicht.

Ich versuchte über die so genannte „Serviceline“ von „Lastminute.de“ telefonischen Kontakt mit der Firma auf zu nehmen, was mir nach einiger Zeit Verharrens in der obligatorischen Warteschleife und durch wählen diverser Auswahlnummern auf dem Telefon (Bsp.: Wenn Sie dieses oder jenes wollen, wählen Sie die …. 1/2/3… etc.) auch gelang. Die Verbindung war darüber hinaus „grottenschlecht“, die Mitarbeiterin kaum zu verstehen.

Nachdem ich mein Anliegen auf Namenskorrektur in der ersten Buchungsposition vorgetragen hatte, versicherte mir die Mitarbeiterin, dass sie den Sachverhalt an die zuständige Stelle weiterleiten würde. Sie selber könne da gar nichts machen und ich würde eine Nachricht erhalten.

Da ich nun tagtäglich darauf wartete, dass ich eine entsprechende Nachricht hinsichtlich der Namenskorrektur erhalten würde und ich auch immer wieder versuchte, die Namenskorrektur auf der „Lastminute.de“ Internetseite vorzunehmen, was mir nicht gelang, rief ich dann ebenso tagtäglich bei der Lastminute Serviceline an, mit immer dem gleichen Prozedere und dem gleichen Ergebnis. Man würde mein Anliegen weiterleiten. Diese Anrufe haben mich eine Menge Zeit und Nerven gekostet, zumal die Kommunikation ausgesprochen schwierig war. Passiert ist gar nichts!

Am 12.07.2020 erhielt ich dann um 19:46 h von „Lastminute.de“ eine E-Mail mit der Aussage (Zitat): „Leider sind aufgrund der Vertragsbedingungen der Fluggesellschaft des von Ihnen erworbenen Tickets keine Änderungen erlaubt. Deshalb bleibt Ihre Buchung unverändert.

Wenn Sie die Reise nicht antreten können und Sie die Möglichkeit einer Rückerstattung prüfen möchten, setzen Sie sich bitte unter der untenstehenden Nummer mit unserem Kundenservice in Verbindung.“ (Zitat Ende).

Das war dann ca. 11 Stunden vor Abflug! Wie soll man da noch etwas in die Wege leiten können, zumal dieser s.g. Kundenservice alles andere als hilfreich zu sein scheint?

Die Rechnung mit der Nr. 20FDE-095212, datiert vom 01.07.2020 über einen Betrag von 410,99 mit Datum vom 01.07.2020, konnte ich mir dann am 07.07.2020 über die „Lastminute“ Internetseite herunterladen. Der in Rechnung gestellte Betrag in Höhe von 410,99 € entspricht den bei der Buchung vereinbarten Konditionen inklusive irgendwelcher für mich nicht nachvollziehbarer zusätzlichen Kosten für zwei Personen und ist demnach wohl in Ordnung. Dieser Betrag wurde am 03.07.2020 von einer Fa. Rumbo, Madrid, von meinem Visa Konto abgebucht. Da war man also ziemlich schnell dabei.

Da es mir nicht gelang, nach den zigfachen telefonischen Versuchen über die Serviceline der Buchungsplattform „Lastminute.de“ irgendetwas bezüglich einer Namenskorrektur zu erreichen, versuchte ich es dann irgendwann direkt über die Hotline von Eurowings. Diese Firma führte den Flug von Hamburg nach Wien durch. Auch hier endloses Hängen in der Telefonwarteschleife – da habe ich mir locker einmal 1 ½ Stunden die selbe Musik angehört – ohne das es überhaupt zu einem Kontakt gekommen ist.

Am 10.07.2020 sendete ich daraufhin eine E-Mail mit dem folgenden Text an die Firma Eurowings, auf die ich jedoch bis heute keine Antwort erhalten habe (Zitat): „Über die Buchungsplattform Lastminute habe ich für den 13.07. einen Flug nach Venedig über Wien gebucht. Buchungs ID von Lastminute 165794470, Flugnummer EW7752. Diese Buchung wurde mir für den „Check In“ mit dem Buchungscode SHOUSV bestätigt. Allerdings läßt sich der Check In auf elektronischem Wege nicht durchführen. Hier erhalte ich die Nachricht: „Zu Ihren eingegeben Daten konnte keine Buchung im System gefunden werden.“ Bei der Buchung gab es einen Falscheintrag bei den Namen. Mein Mitreisender Werner Lange ist an zweiter Stelle richtig eingetragen, wobei das Geburtsdatum auf 1956 geändert werden muß. An erster Stelle sollte mein Name – Jörg Gegenfurtner – eingetragen sein. Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen wurde hier der Name WernerLange/Lange eingetragen. Versuche über Lastminute eine Namenskorrektur herbei zu führen sind mißlungen. Eine telefonische Kontaktaufnahme mit Ihnen gelingt nicht. Bitte führen Sie die Namensänderung und den Check In durch. MfG J. Gegenfurtner“ (Zitat Ende).

Da mir mittlerweile klar wurde, dass es hinsichtlich der Namenskorrektur für meine Flugbuchung zu Komplikationen kommen würde, sandte ich am 11.07.2020 nochmals eine E-Mail an die Firma Eurowings mit der dringlichen Bitte um telefonischen Rückruf zwecks Klärung der Angelegenheit, der dann allerdings auch nicht erfolgte. Nachfolgend der Text der E-Mail:

„Joerg Gegenfurtner <joerg.gegenfurtner@web.de>

Sie haben eine Anfrage über das Kontaktformular erhalten. E-Mail: joerg.gegenfurtner@web.de[~1068284]

An: buchungsinfo@eurowings.com

gesendet: 11.07.2020 um 20:16 h

erbitte dringend Rückruf wegen Namensänderung Tel.: 0431 78 77 75

Jörg GEGENFURTNER“

Es erfolgte keinerlei Reaktion von Eurowings.

Mit Hilfe eines Freundes, der bis zu seiner Zurruhesetzung in einem Reisebüro gearbeitet hatte, gelang es mir, über die in der Rechnung von Lastminute angegebene e-ticket Nr.: 2203377903541 eine Boardingcard auf meinen Rechner herunter zu laden, die ich dann mit Datum vom 11.07. auch erhielt.

(Nebenher gefragt, wer kommt denn schon auf so eine Idee, wenn von dem Buchungsanbieter eine völlig andere PNR: (= SHOUSV) angegeben wurde, die ja nicht funktionierte. (s.o.)

Diese Boardingcard lautete allerdings auch auf den Namen Werner Lange Lange.

Da es ganz offensichtlich infolge der Ignoranz des Reiseanbieters „Lastminute.de“ und der Fluggesellschaft „Eurowings“ keinerlei Möglichkeiten gab, eine Namenskorrektur für meine Flugtickets von Hamburg nach Wien und Venedig herbei zu führen, ging ich das Risiko ein, dass es auch keine derartigen Möglichkeiten beim „Check In“ am Flughafenschalter von Eurowings in Hamburg geben würde und fuhr trotzdem nach Hamburg zum Flughafen, wo ich dann frühzeitig am Schalter von Eurowings den Eincheckprozess durchführen wollte.

Und so kam es denn auch. Der Mitarbeiter von Eurowings weigerte sich – aus welchen Gründen auch immer – eine Namenskorrektur in meinem Boardingpass vor zu nehmen. Da war absolut nichts zu machen, obwohl ja mein Sitzplatz reserviert war, nur auf den falschen Namen meines Mitreisenden Werner Lange (Lange).

Nach all dem Gezerre mit dem Eurowingsmitarbeiter hatte ich dann noch ca. 10 Minuten Zeit bis zum Schalterschluß, mir über das Flughafeninternet ein neues Ticket für den Flug von Hamburg nach Wien zum Preis von sage und schreibe 222,99 € zu besorgen. Das ging dann auch und der Flug nach Wien war gesichert.

Interessant ist an dieser Stelle auch, dass der mir dann neu zugewiesene Stzplatz direkt neben meinem ursprünglich reservierten Platz lag und dieser dann auch während des Fluges noch unbesetzt war.

In Wien angekommen, dann das gleiche Problem. Obwohl ich einen Boardingpass von Austrian Airlines auf den Namen Wernerlange Lange am Schalter vorweisen konnte (man beachte die Schreibweise!), mit entsprechender Sitzplatzreservierung, konnte ich dort nicht einchecken. Eine Namenskorrektur war auch hier für mich aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht möglich.

Angeblich war der Flieger ausgebucht und es gab angeblich nur noch einen Platz in der Business Class.

Dies, obwohl ja mein ursprünglich über „Lastminute.de“ gebuchter Platz in der Economy Class ja eigentlich hätte frei sein müssen.

Auf wiederholtes Nachfragen erhielt ich nur die Antwort, dass in der Economy Class nichts mehr frei sei und ich nur noch einen Platz in der Business Class für den Flug nach Venedig zum Preis von 401,33 € erhalten könnte.

Notgedrungen biß ich in den sauren Apfel und buchte das Ticket, da ich ja erstens meinen Mitreisenden, Werner Lange, nicht alleine nach Venedig fliegen lassen wollte und wir zum zweiten einen Transferdienst vom Flughafen Venedig in die Marina Punta Gabbiani gebucht hatten.

Für mich stellt sich der Sachverhalt so dar, dass der Mitarbeiter von Eurowings am Hamburger Flughafenschalter in dem Moment, wo er meinen über „Lastminute.de“ gebuchten Flug von Hamburg nach Wien als nicht durchführbar registriert hat, auch die Stornierung des Fluges Wien – Venedig vorgenommen hat. Anders kann ich mir nicht erklären, dass mein vormals reservierter Platz in der Economy Class bei Austrian Airlines nach Aussage des Austrian Airlines Schaltermitarbeiters nicht mehr zur Verfügung stand, als ich dort einchecken wollte.

Wie mein Mitreisender Werner Lange dann auch noch bestätigt hat, war der von mir ursprünglich über „Lastminute.de“ gebuchte Sitzplatz in der Economy Class dann auch anderweitig besetzt.

Und dann stellt sich an dieser Stelle die Frage, warum der Mitarbeiter am Eurowingsschalter in Hamburg keine Namenskorrektur auf den Boardingcards von Eurowings und Austrian Airlines vornehmen konnte, aber eine Stornierung eines Sitzplatzes bei Austrian Airlines?

Die Buchung der beiden neuen Tickets an den Flughafenschaltern kostete mich dann zusammen 624,32 Euro, so dass ich alles in allem für den Flug von Hamburg nach Venedig 829,82 Euro gekostet hat.

Da ich nach meiner Meinung den Falscheintrag meines Namens (WernerLange Lange statt Jörg Gegenfurtner) auf der Buchungsplattform des Reiseanbieters Lastminute.de nicht zu vertreten habe und ich mit einem erheblichen Zeitaufwand versucht habe, den Fehler über die s.g. Serviceline dieser Firma zu korrigieren, fordere ich von Lastminute.de die mir für die Buchung der zweiten Tickets entstandenen Kosten in Höhe von 624,32 Euro zurück.

Inwieweit man Eurowings für die erhöhten Kosten für den Flug in der Business Class in Regress nehmen kann, bedarf einer dahingehenden Prüfung.

Darüber hinaus wäre zu klären, warum eine simple Namenskorrektur weder über die beiden s.g. Servicelines noch an den Flughafenschaltern von Eurowings nicht möglich war.

Mein Rechtsanwalt macht meine Schadenersatzforderungen bei der Fa. „Lastminute.de“ geltend.

Fazit für mich: Nie wieder eine Buchung über „Lastminute.de“!

Peters Reisebericht 2019

 

Dieser Reisebericht beschreibt den Segeltörn wie ich ihn erlebt habe von Korfu, über Albanien, Montenegro und endet in Zadar in Kroatien. Es geht vom 13.07.2019. bis 07.09.2019

Wir liegen seit drei Tagen in Korfu bei Regen und werden wohl morgen nach Albanien segeln. 

Von da kann ich mich nur noch melden, wenn ich WLAN habe. In Albanien kostet die Minute telefonieren 5 €.

Sind am 13.07 nach einem guten Segeltag bei 3 Bft in Albanien angekommen. Sehr freundlicher Empfang und jetzt in die Stadt Sarande und Fisch essen.

 

Moin.

haben gestern abend fantastisch gegessen, Fisch im benachbarten Fischgeschäft ausgesucht, gegrillt, eine Fischsuppe, gegessen, lecker Bierchen, sehr zuvorkommende Bedienung, Trester und Nachtisch aufs Haus, zwischendurch noch eine Portion lecker Muscheln durch drei geteilt, Espresso und nach drei Stunden zurück aufs Schiff 55 € für alle, was möchte der Segler mehr? 

Am nächsten morgen früh durch die Straßen geschlendert und danach zum Frühstück aufs Schiff, um weiter bei bestem Segelwetter an der Küste gen Norden zu Segeln. 

 

Moin,

Wir sind gerade in der Marina Oricum (der einzigen Marina in Albanien) angekommen. Wollen morgen einen Tag ein Auto mieten und die Gegend erkunden. Das Land und die Leute sind einfach klasse, nur mit ihrem Englisch ist es oft schwierig. 

Während der ganzen 120 SM an der Albanischen Küste sehen wir immer wieder Bunker. Während der Zeit unter Enva Hoxha wurden über 700.000 Bunker gebaut, weil man sich gegen eine Invasion wehren wollte. Paranoia gibt es bis in die höchsten Kreise.

Diese Bunker nenne ich inzwischen Hoxhas, sie gibt es hier zu Hauf. Gefühlt alle 50 m.  Mir gefällt das Land aber sehr gut.

 

Moin, an alle.

Albanien ist ein super Land. Allerdings in allen Häfen (zwei haben wir angelaufen, einmal geankert) müssen wir mit einem Agenten immer wieder einklarieren und das kostet zwischen 50 und 70 €. Das grenzt schon an Wegelagerei. Keine Duschen, kein Wasser und heute liegen wir unter Entladungskränen und die Pier ist gut 2 m hoch, aber die Menschen in den Städten sind überaus freundlich und Fremden gegenüber sehr aufgeschlossen. Die Landschaft klasse.

Haben gestern Fisch gegessen. Werner und ich eine Platte für zwei für 27 € mit Beilagen und Getränken.

Kaffee auf meinen morgendlichen Entdeckungstouren zwischen 40 und 80 Cent. Sind zur Zeit in Durres und kreuzen heute weiter Richtung Montenegro. Müssen für Wifi immer in ein Café gehen. Melde mich im nächsten Café.

Peter

 

Die letzten 5 Tage in Albanien 

Waren sehr abenteuerlich in den Häfen. Seglerisch ist Albanien noch in den 20ger Jahren. Keine Duschen, WC, anlegen nur in Industrie Häfen. Riesen Schiffe beanspruchen unseren Liegeplatz, Boot verholen (umlegen ) neuer Platz, wieder ein großes Schiff, verholen und morgens das selbe, diesmal kein verholen.

Er liegt direkt neben uns. Ein Fischtrawler. Dass so ein Schrottkahn überhaupt noch schwimmt und es stinkt nach Fisch. Also ablegen und raus auf die See. Motoren, da kein Wind, Wind kommt auf aber aus der falschen Richtung, also volle Kreuz usw. und so fort, ab Richtung Montenegro.

 

24.07.2019

Wir sind in Bar. Hier können wir einklarieren, sprich uns  im Land anmelden.

Werden wohl erst einmal hier bleiben da die Ruderanlage spinnt.

Es gibt hier gute Duschen, WC und Strom. Klasse. Mache jetzt meine Morgenrunde und melde mich.

Wir legen einen Hafentag ein, um die Ruderanlage reparieren zu lassen, was Dank eines russischen Monteurs auch gut gelungen ist.

Der Wind läßt leider zu wünschen übrig, zu schwach.

Liegen jetzt 13 SM nördlich von Sv. Stefan in einer kleinen lieblichen Ankerbucht. Montenegro ist sehr gut erschlossen und auch hier sind die Menschen sehr freundlich. Haben ein neuseeländisches Segler Ehepaar wieder getroffen, welche schon in Albanien neben uns lagen. Sie haben uns mit ihrem Dingi mitgenommen und wir sitzen jetzt in einer Taverne und werden Essen.

 

Moin.

Wir sind jetzt in Herceg Novi am Eingang des Golfes von Kotova in einem kleinen sehr netten Stadthafen.

Haben Samstag und Sonntag einen Sturm an einer Muringboje abgewettert. Es hat die letzten 2 Tage fürchterlich geregnet. Jetzt scheint die Sonne und alles kann trocken werden. Werden die nächsten Tage den Golf von Kotova erkunden. Es soll hier traumhafte Ankerbuchten geben. Danach geht es nach Kroatien. Ausklarieren, einklarieren und Werner in der Nähe von Dubrovnik absetzen. Dann mit Jörg 3 Wochen allein Richtung Split. 

Ich sitze mal wieder in einem kleinen Kaffee und genieße die erwachende Stadt.

Grüße
Peter

 

Moin 

Wir sind jetzt in Kotor ganz am Ende des Kotova Golfes. Eine traumhafte Altstadt. Weltkulturerbe.

Werden heute in Montenegro ausklarieren und morgen in Kroatien einklarieren.

Die Kreuzfahrer Überfluten die Altstadt täglich. Wenn Sie am Nachmittag weg sind, ist die Stadt richtig gemütlich. 

Melde mich beim nächsten WiFi.

Peter

 

Moin, an alle,

Einklarieren heißt, sich in einem nicht dem Schengen Abkommen beigetreten Land anzumelden, ausklarieren eben abmelden. Das würde uns erwarten, wenn die EU zerbricht. Unsere Kinder kennen nur grenzenlosen Verkehr. Es wäre, meiner Ansicht nach, schön wenn sich die Grenzen zumindest in Europa noch mehr öffnen würden.

Wir sind jetzt in Dubrovnik. Werner ist jetzt abgestiegenen und Jörg und ich werden heute Dubrovnik erkunden und morgen die teure Marina (208 € inklusive Wochenendaufschlag für 2 Tage) verlassen. Ja, Kroatien ist für Segler kein Billigland! 

Gestern beim Einlaufen mussten wir einer brennenden Yacht ausweichen. Das Schlimmste, was auf See passieren kann. Zum Glück war es im Fjord. Und die Feuerwehr war schon da.

Die Marina ist klasse, was den Service betrifft. 

Sind heute mit dem Bus nach Dubrovnik rein und haben die Altstadt besichtigt. Sehenswert! Die Masse Mensch muß aber auch bewältigt werden. Versuch hier, über den Preis. 28 €, um auf der gut restaurierten Mauer die Altstadt zu Umrunden. Hab ich gemacht, bei 33 Grad, hat sich gelohnt. Siehe Fotos. Ich bin jetzt kaputt .

 

Moin.

Sind jetzt in Ston, 500 Einwohner. Ein befestigter Außenposten der Republik Dubrovnik (um 1500) im Jugoslawischen Krieg zerstört und klasse wieder aufgebaut. Liegt am Ende eines Fjords sehr idyllisch.

Gestern haben wir in einer Ankerbucht gelegen und waren des Nachts das einzige Schiff, was möchte man mehr. Ankern ist hier recht gut. Am Tage viele Motorbratzen, oft überfüllt, aber abends verziehen sie sich und es wird ruhig.

Sind in einer kleinen Bucht gelandet. Der Steg gehört zu Luca und seiner kleinen Taverne. Jörg hat Übelkeit und eben um 15:00 h von Luca heute das erste gegessen, Rinderbrühe. Diese Übelkeit hatte ich vor drei Tagen auch.

Werden auch morgen hier bleiben.

Im Mittelmeer macht man oft an Mooringleinen fest. Das sind mehr oder weniger dicke Taue, die an schweren Betonblöcken ca 30-40m vorm Kai versenkt sind. Ihr anderes Ende ist mit einer Hilfsleine am Kai festgebunden. Wenn wir rückwärts an den Kai ranfahren, müssen wir die Hilfsleine mit dem Bootshaken aufnehmen, damit schnell zum Bug gehen, dabei die Leine dicht holen und am Bug auf der Klampe belegen, um dann am Heck die bootseigenen Festmacherleinen am Kai zu belegen (festzurren). So läuft das.

 

Moin. 

Werde mich in den nächsten Tagen wohl nicht melden, da wir wahrscheinlich um die Mittagszeit ablegen werden und die nächsten Tage in Ankerbuchten schwimmen werden. 

Sitze wie so oft in einer kleinen Taverne bei meinem ersten Morgenkaffe, nachdem ich den kleinen 10? Seelenort in der Morgenfrische  (ca 24 Grad) erkundet habe.

Eine kleine Kapelle welche ich auf meinem Morgenspaziergang entdeckt habe.

 

Moin!

Bin wieder online. Haben 2 Tage in traumhaften Buchten verbracht. Man muss sich nur nachmittags trauen in einer Badeanstalt zu ankern. Um 19:00 h verabschieden sich alle Badegäste inkl. Motorboote und du bist völlig allein. Hier gibt es so viele Inseln und Buchten in der Nähe von Touristenzentren, dass diese am Tage sehr gut besucht sind. Leider ist die Adria aber sehr schlecht mit Wind ausgerüstet. Nur motort. Liegen jetzt nach zwei Abweisungen in einem kleinen Stadthafen. Sehr schön.

Essen zur Zeit Oktopussalat und Dorade. Natürlich bei einem Gläschen Wein.

Peter

Eines möchte ich noch erzählen!

In Bar, wo wir nach Kroatien einklariert haben, haben wir Marko mit seiner Familie auf seiner Segeyjacht Wisky kennengelernt. Ein Glücksfall!!!  Bei Luca haben wir in wieder getroffen. Er hat uns stundenlang Tips gegeben. Wo die besten Ankerplätze sind, wie der Kroatische Hafenmeister tickt, wo die Bojenragazzis sind etc.. Er hat sich stundenlang Zeit genommen. Die Tips segeln wir jetzt ab. Man kann nämlich in Kroatien mal eben gute 60-80€ dafür bezahlen, um in einer Bucht zu ankern; haben wir  bisher jedoch noch nicht erfahren müssen. Danke Marko.

Bojen Ragazzis sind Menschen, die teils lizensiert, teils unlizensiert Geld für Mooringbojen in Buchten verlangen.

 

Moin.

Bin wieder mal durch die erwachende Stadt geschlendert. Jetzt sitze ich in einem Kaffee und genieße den aufkommenden Wind. Es wird gleich Gewitter geben. Ich hoffe, dass dann die Schwüle der letzten zwei Tage vorbei ist. Werden heute wohl einen Hafentag einlegen und das Schiff vom Regen waschen lassen.

 

Moin.

wir sind jetzt in Vela Luca. Haben unsere Ankerbuchten verlassen, da der Kühlschrank seinen Geist aufgegeben hat. Scheiße. Verpflegung wird warm und Bier auch. Reparatur scheint sich schwierig zu gestalten, da kein Fachmann hier ist. Mal sehen. Jetzt habe ich meinen morgendlichen Spaziergang hinter mir, sitze beim Käffchen am Hafen und genieße die erwachende Stadt.

Haben die letzten zwei Nächte in sehr idyllischen Ankerbuchten verbracht. Tagsüber ist der Wind auf unserer Seite und wir konnten  traumhaft segeln. Gestern sind wir mit achterlichem Wind in den Hafen hier eingelaufen. Segel auf Schmetterling gestellt (heißt: Die Genua zur einen Seite und das Großsegel zur anderen Seite). Ist immer wieder für den Rudergänger, Peter, eine schöne Herausforderung da Mann den Kurs genau halten muss. Klasse. Dann hat uns auch noch ein anderer Segler unter Spinnacker (großes buntes Vorwindsegel) langsam im Fjord (hier Luke genannt) überholt.

Das ist Segelromantik.

 

Bis dann

Peter

 

Die Ausfahrt.

 

Eine der vielen Lucas (Ankerbuchten)

 

Unsere Yssabeau die zweite von links.

 

 

18.08.19, 08:20 – Peter Haslbeck:

Moin.

Sitze in einem Eiskaffee bei einer Tasse Kaffee. Haben gestern einen Hafentag eingelegt um einen Kältetechniker zu finden. Waren aber nicht erfolgreich.

Müssen wohl nach Split. Werden 4 Tage brauchen. Wir behelfen uns zur Zeit mit Eiswürfeln, welche wir zum kühlen in den Kühlschrank legen. Bedeutet: 24 Stunden Kälte, dann wieder Eiswürfel. Da wir die Eiswürfel aber in Ankerbuchten schlecht bekommen werden, müssen wir unsere Tour und den Essenplan anpassen.

Vorm Ablegen Lebensmittel kaufen, in einem Hotel um Eis bitten, da es hier kein Eis zu kaufen gibt, heute Abend aufessen und morgen abend wieder in einem Hafen Eis bunkern. Das selbe von Mittwoch auf Donnerstag und in Split auf eine Reparatur hoffen.

Da Sabine am Samstag in Split aufsteigen wird und Sie die Stadt auch gerne anschauen möchte haben wir dann 3-4 Tage für die Beseitigung dieses Ärgernisses. Wird schon klappen!

Euch eine schöne Zeit und bis zum nächsten Wifi.

Peter

 

19.08.19, 21:06 – Peter Haslbeck:

Moin.

Was es in der Welt so alles gibt, man glaubt es ja nicht!!!!

Man segelt in der schönsten Natur und dann fällt eine Flottille von 6 (Segelschiffe, die gemeinsam chartern) ein und beballern die ganze Bucht stundenlang mit Diskotheken Musik. Passiert gestern Abend. Ich um 22:00 h ins Bett, was sollst du machen. Jörg hat gemacht.

Gegen 23:00 h werde ich durch ein Geräusch, welches von Außenbords kommt, wach. Nachsehen, Jörg nicht mehr an Bord. Im Wasser Bewegungen eines Schwimmers.

Jörg hatte vorher schon erzählt, dass man denen die Landleinen kappen müsste dann haben die zu tun und es wird ruhig. Er tut es wirklich. 10 Minuten später großer Alarm bei der Flottille. Ich höre Stimmen, Geschrei, Taschenlampen und die Disko ist aus.

10 Minuten später kommt Jörg geschwommen und erzählt mir völlig euphorisch „jetzt hat’s a Ruha“. Er hat 5 Landleinen gekappt.

Das macht man nicht, aber die Situation hat es gefordert! Haben ruhig geschlafen.

Morgens werde ich geweckt von einer Stimme Außenbords. „Kapitän der Yssabeau kommen Sie bitte an Deck“. Jörg pennt, ich an Deck.

Wir sind von drei Flottillen Booten umstellt. Er erklärt mir das heute Nacht ein Schwimmer bei Ihnen war und versucht hat einen seiner Leute „ fast zu ermorden“ und sie die Polizei eingeschaltet haben. Ich, völlig überrascht, wie innerhalb von Stunden aus Leinen kappen ein Mordversuch wird, antwortete ihm, dass ich mir das gar nicht vorstellen kann, und er mich gerade geweckt hat.

Er beteuert mir dass das so war, entschuldigt sich für die Störung und fährt zum nächsten Schiff.

Das war die Erste Flottillen Geschichte.

  1.  Paul Webers Lithografie „ Das Gerücht“ fällt mir dazu ein.

Eine Stunde später. Eine Flottille von 50 (in Worten: Fünfzig) Schiffen beansprucht den Buchtabschnitt von uns und zwei weiteren Schiffen.

Ein Katamaran mit einer mindestens 1000 W Anlage beschallt die Bucht und fährt bis auf 20m an uns heran.

Laut schlägt leise.

Anker auf und in der nächsten Bucht ein ruhiges Frühstücken.

Morgen mehr.

Peter

 

 

20.08.19, 07:28 – Peter Haslbeck:

Moin

sind nach einem schönen Segeltag in Stari Grad auf der Insel Hvar. Älteste Stadt in Kroatien, Weltkulturerbe.

Sehr, sehr schön. Viele Touristen aber abends für einen Stadthafen ruhig. Kein Ballermann. Werden uns heute eine kleine Bucht suchen und dann morgen in der Marina Split einen Kältetechniker besorgen.

Bis dann

Peter

Gestern Abend unser Restaurante. Beim Lamm, klasse

 

22.08.19, 08:45 – Peter Haslbeck:

Moin

Haben vorgestern in einer kleinen Ankerbucht gelegen. Anker raus, 30 m Kette gesteckt, achtern zwei Leinen an Land geschwommen und an Steinen befestigt, Reste warm gemacht und eine sehr ruhige Nacht verbracht.

Ausgeschlafen, gefrühstückt und mit 0 Wind nach Split in die Marina Kastela motort.

Zur Zeit schwüle 34 Grad. Dann war Wäsche waschen angesagt. Die Yssabeau ist mit Bettwäsche, Unterhosen und T-Shirts beflaggt.

Unsere Ankerbucht

 

22.08.19, 08:50 – Peter Haslbeck

Marina Kastela, Fotografiert aus unserem, mit einem Sonnen Segel geschützten Cockpit.

 

23.08.19, 09:10 – Peter Haslbeck: ‎

Moin.

Der Kühlschrank läuft wieder, klasse. War gerade Einkaufen und hab ihn gefüllt.

Morgen kommt Sabine und übermorgen werden wir Split erkunden, freue mich schon sehr. Bis dann.

Peter

 

23.08.19, 09:10 – Peter Haslbeck:

 

23.08.19, 09:10 – Peter Haslbeck:

Das Wäsche Schiff

 

24.08.19, 08:21 – Peter Haslbeck

Das waren dann doch keine kleinen Fische…. Sondern ein ein ausgewachsener Schaden….. Man gut, dass es noch richtige Handwerker gibt und nicht nur Teiletauscher….

Dann man Prost… mit KALTEM  Bier!

 

 24.08.19, 08:21 – Peter Haslbeck:

Moin.

Hatten einen schönen Abend bei gegrillter Dorade und Wein auf dem Schiff von Lothar und Ruth. Mitsegler von Jörg, die zur Zeit mit ihrem Schiff auch hier unterwegs sind. War sehr nett.Werden uns bestimmt noch in den nächsten 14 Tagen nochmals irgendwo wieder treffen.

Der Defekt am Kühlschrank war folgender: Er hat in den letzten Tagen Jahren langsam Kühlflüssigkeit verloren. Dadurch stimmte das Mischungsverhältnis zwischen dem Öl aus dem Generator und der Kühlflüssigkeit nicht mehr und hat das System dicht gesetzt.

Die Fachleute haben einen klasse Job gemacht. Zwei Monteure haben 3 h lang das halbe Schiff zerlegt, um den Generator und die Leitungen frei zu legen, die Kühlelemente in dem Kühlschrank auszutauschen und den Thermostat zu wechseln. Gelötet, neue Kühlelemente mit einer speziellen Biegevorrichtung  angepasst, läuft.

Werde jetzt meinen Kaffee zu Ende trinken und dann Brot kaufen, um auf dem Schiff zu frühstücken.

Dobre Jutro

Peter

Moin.
Montag 26.08.
Haben am Freitag versucht mit Sikaflex ein kleines Leck im Vorschiff zu schließen. Bei 34 Grad und Windstille im Schiff zu werkeln ist kein Vergnügen und leider ist es uns auch nicht gelungene, so dass am Samstag ein Fachmann zu Rate gezogen werden musste. Der hatte die richtigen Ideen und das richtige Material. Hoffen das es jetzt dicht ist.
Zwischen Ankerkasten und der Vorschiffs Kabine, bei der Kabeldurchführung, kam immer wenn wir „knackig“ gesegelt sind etwas Wasser durch. Wasser im Schiff ist nicht gut.
Abends habe ich dann Sabine vom Flughafen abgeholt. Klasse, jetzt ist Sie da.
Sonntag sind Sabine und ich nach Split gefahren und durch die Altstadt geschlendert. Sehr schöne Stadt wenn Mann davon absieht das neben uns noch tausende anderer Touristen das selbe gemacht haben.
Hat sich aber gelohnt.
Heute werden wir weiter segeln und die nächsten drei Tage von Ankerbucht zu Ankerbucht segeln.
Bis dann
Peter

13.08.2019:

Moin!
Bin wieder online. Haben 2 Tage in traumhaften Buchten verbracht. Mann muss sich nur nachmittags trauen in einer Badeanstalt zu Ankern. Um 19:00h verschiedenen alle Badegäste inkl. Motorboote und du bist völlig allein. Hier gibt es so viele Inseln und Buchten in der Nähe von Touristen Zentren das diese am Tage sehr gut besucht sie. Leider ist die Adria aber sehr schlecht mit Wind ausgerüstet. Nur motort. Liegen jetzt nach zwei Abweisungen in einem kleine Stadthafen. Sehr schön.

Essen zur Zeit Oktopussalat und Dorade. Natürlich bei einem Gläschen Wein.
Peter

17.08.2019:

Moin wir sind jetzt in Vela Luca. Haben unsere Ankerbuchten verlassen da der Kühlschrank seinen Geist aufgegeben hat. Scheiße. Verpflegung wird warm und Bier auch. Reparatur scheint sich schwierig zu gestalten da kein Fachmann hier ist. Mal sehen. Jetzt habe ich mein Morgenlichen Spaziergang hinter mir, sitze beim Käffchen am Hafen und genieße die erwachende Stadt.
Haben die letzten zwei Nächte in sehr idyllischen Ankerbuchten verbracht. Tagsüber ist der Wind auf unserer Seite und wir konnten traumhaft segeln. Gestern sind wir mit achterlichen Wind in den Hafen hier eingelaufen. Segel auf Schmetterling gestellt (heißt: Die Genua zur einen Seite und das Großsegel zur anderen Seite. Ist immer wieder für den Rudergänger, Peter, eine schöne Herausforderung da Mann den Kurs genau halten muss. Klasse. Dann hat uns auch noch ein anderer Segler unter Spinacker ( großes buntes Segel) langsam im Fjord (hier Luca genannt) überholt.
Das ist Segelromantik.
Bis dann
Peter

18.08.2019:

Moin.
Sitze in einem Eiskaffee bei einer Tasse Kaffee. Haben gestern einen Hafentag eingelegt um einen Kältetechniker zu Finden. Waren aber nicht erfolgreich.
Müssen wohl nach Split. Werden 4 Tage brauchen. Wir behelfen uns zur Zeit mit Eiswürfeln welche wir zum kühlen in den Kühlschrank legen. Bedeutet: 24 Stunden Kälte dann wieder Eiswürfel . Da wir die Eiswürfel aber in Ankerbuchten schlecht bekommen werden müssen wir unsere Tour und den Essenplan anpassen.
Vorm ablege Lebensmittel kaufen, in einem Hotel um Eis bitten, da es hier kein Eis zu kaufen gibt, heute Abend aufessen und Morgen Abend wieder in einem Hafen Eis Bunkern. Das selbe von Mittwoch auf Donnerstag und in Split auf eine Reparatur hoffe. Da Sabine am Samstag in Split aufsteigen wird und Sie die Stadt auch gerne anschauen möchte haben wir dann 3-4 Tage für die Beseitigung dieses Ärgernisses. Wird schon klappen!
Euch eine schöne Zeit und bis zum nächsten Wifi.
Peter

22.08.2019:

Moin
Haben vorgestern in einer kleinen Ankerbucht gelegen. Anker raus, 30 m Kette gesteckt, achtern zwei Leinen an Land geschwommen um an Steinen befestigt, Reste warm gemacht und eine sehr ruhige Nacht verbracht.
Ausgeschlafen, gefrühstückt und mit 0 Wind nach Split in die Marina Kastella motort.
Zur Zeit schwüle 34 Grad. Dan war Wäsche waschen angesagt. Die Yssabeau ist mit Bettwäsche, Unterhosen und T-Shirts beflaggt.

23.08.2019:

Moin.
Der Kühlschrank läuft wieder, klasse. War gerade Einkaufen und hab ihn gefüllt.
Morgen kommt Sabine und übermorgen werden wir Split erkunden, freue mich schon sehr. Bis dann.
Peter

24.08.2019:

Moin.
Hatten einen schönen Abend bei gegrillter Dorade und Wein auf dem Schiff von Lotar und Rut. Mitsegler von Jörg, die zur Zeit mit ihrem Schiff auch hier unterwegs sind. War sehr nett.werden uns bestimmt noch in den nächsten 14 Tagen nochmals irgendwo wieder treffen.
Der Defekt am Kühlschrank war folgender: Er hat in den letzten Tagen Jahren langsam Kühlflüssigkeit verloren. Dadurch stimmte das Mischungsverhältnis zwischen dem Öl aus dem Generator und der Kühlflüssigkeit nicht mehr und hat das System dicht gesetzt.
Die Fachleute haben einen klasse Job gemacht. Zwei Monteure haben haben 3h lang das halbe Schiff zerlegt um den Generator und die Leitungen frei zu legen, die Kühlelemente in dem Kühlschrank auszutauschen und den Thermostat zu wechseln. Gelötet neue Kühlelemente mit einer speziellen Biegevorrichtung angepasst, läuft.
Werde jetzt meinen Kaffee zu Ende trinken und dann Brot kaufen um auf dem Schiff zu frühstücken.
Dobre Jutro
Peter

26.08.2019:

Moin.
Montag 26.08.
Haben am Freitag versucht mit Sikaflex ein kleines Leck im Vorschiff zu schließen. Bei 34 Grad und Windstille im Schiff zu werkeln ist kein Vergnügen und leider ist es uns auch nicht gelungene, so dass am Samstag ein Fachmann zu Rate gezogen werden musste. Der hatte die richtigen Ideen und das richtige Material. Hoffen das es jetzt dicht ist.
Zwischen Ankerkasten und der Vorschiffs Kabine, bei der Kabeldurchführung, kam immer wenn wir „knackig“ gesegelt sind etwas Wasser durch. Wasser im Schiff ist nicht gut.
Abends habe ich dann Sabine vom Flughafen abgeholt. Klasse, jetzt ist Sie da.
Sonntag sind Sabine und ich nach Split gefahren und durch die Altstadt geschlendert. Sehr schöne Stadt wenn Mann davon absieht das neben uns noch tausende anderer Touristen das selbe gemacht haben.
Hat sich aber gelohnt.
Heute werden wir weiter segeln und die nächsten drei Tage von Ankerbucht zu Ankerbucht segeln.
Bis dann
Peter

30.08.2019:

Moin Ihr Daheimgebliebenen.
Schreibe jetzt von Sabines Handy, hab meins wieder mal versenkt.
Aber von vorne.
Wir sind die ganze Woche bei Split gesegelt, Insel Brac, Hvra und Solina. Sind zur Zeit mit zwei Segelschiffen unterwegs. Lothar und Ruth segeln parallel. Wenn wir Ankern binden wir die Schiffe zusammen, so daß wir aufs Nachbarschiff übersteigen können. Nach einem guten Essen und schöne Abend auf dem Nachbarschiff wollte Jōrg auf die Yssabeau übersteigen. Lots und ich hatten aber inzwischen die Schiffe auseinander gebunden und so hat Jörg beim Übersteigen die Grätsche gemacht und ist ins Wasser gefallen. Ich ohne zu überlegen hinterher gesprungen, Handy am Mann, dumm gelaufen.
Heute geht es wieder nach Split, morgen steigt Rico auf.
Werde mich vielleicht noch mal melden.
Peter

Moin wir sind zur Zeit in Skradin.
Wettern eine Bora (So werden hier die Fallwinde genannt) ab. Skradin liegt am Ende eines ca. 18km langen Fjordes an dessen Ende der Nationalpark Krka beginnt. Heute waren wir in dem Park bei den Krka-Wasserfällen, sehr, sehr beindruckend. Wie schön doch die unbelassene Natur ist. Hier ein paar Bilder.

 

07.09.2019:

Moin.
Sind heute in Betina auf Murte abgestiegen und mit dem Bus nach Zadar gefahren. Werden heute Abend um 20:45 h nach Hamburg abfliegen.
Betina ist ein kleines beschauliches Fischerdorf, wenig Touristen und wie alles in Kroatien sehr sauber. Werde jetzt meine Reiseberichte enden lassen. Jörg wird noch bis Anfang Oktober weiter mit wechselnder Crew segeln um dann das Schiff in 🇮🇹 aus dem Wasser zu holen. Ich wünsche Euch eine schöne Zeit und freue mich jetzt auf unser Zuhause.
Peter

Teil 6: Segeln im Mittelmeer

06.10.2019

Plangemäß sind Andrea und Dawn in Omisalj in der nähe von Rijeka ausgestiegen und nach Hause geflogen und Dietmar und Knut sind eingestiegen. Das klappte problemlos. Michael, der Dritte angekündigte Mitsegler ist leider aus Krankheitsgründen nicht mit gekommen.

Bis Pula hatten wir einige nette Segeltage, allerdings mußten wir auch einen Bora Regentag in Medulin einlegen. Knut verließ uns dann plangemäß am Freitag in Pula.

Dietmar und ich segelten dann weiter und sind heute in der Marina in Vrsar angekommen. Sehr, sehr nette Marina und endlich einmal nicht überteuert für das, was die hier bieten.

Dietmar und ich haben in dem nächstgelegenen Restaurant auch hervorragend gegessen und das zu einem passablen Preis.

Nun nähert sich mein diesjähriger Südlandtörn dem Ende. Wir werden jetzt in Richtung Italien segeln, in Umag ausklarieren und dann  noch ein wenig Norditalien erkunden.

Wie schon erwähnt, werden wir am 11.10. in der Marina Punta Gabbiani in der Nähe von Lignano Sabbiadoro einlaufen und das Schiff wird am 12.10. an Land gesetzt.

Am 13.10. werde ich dann von Venedig aus nach Hause fliegen.

Dann gibt’s noch einmal eine persönliche Rundmail an alle, die es vielleicht interessiert.

23.09.2019

Plangemäß sind Sabine und Peter in Zadar ausgestiegen und Dawn und Andrea zu gestiegen. Nach einem Hafentag mit ausgiebiger Stadtbesichtigung von Zadar ging es gleich in eine Ankerbucht auf der Insel Mola. 

Die nächste Station war eine ACI Marina in dem Ort Simuni auf der Insel Pag. Weise Entscheidung, denn abends beim Kochen fiel die Landstrom-Elektrik aus. Damit war ein Hafentag vorprogrammiert. Die Frauen gingen baden, ich wartete auf den Elektriker, da Strom ja nun wirklich nicht mein Ding ist. Die kamen dann auch am Nachmittag gleich mit zwei Mann. Es wurde hier gemessen, da gefummelt und irgendwie fummelte einer der Männer an dem Fehlerschutzschalter unter der Navi herum und schon gab es wieder Strom.

Um Missverständnissen vor zu beugen: Es lag nicht am Hebelchen des Sicherungsschalters – so schlau war ich auch schon, um das zu prüfen – sondern irgendwie innerhalb der grauen Dose. Man hat versucht, es mir zu erklären, ich hab’s nicht begriffen.

Ja und dann mußten wir noch zwei weitere Hafentage einlegen. Die Bora hatte uns überfallen und fest im Griff. Da geht man nicht mehr segeln. Wir fuhren mit dem Taxi in den Hauptort der Insel, nach Pag. Taxi kostete hin und zurück 360,- Kuna, ungefähr 54,- Euro. Mietwagen oder sonst irgendwelche Gefährte gab’s nicht mehr zu mieten, nicht einmal ein Fahrrad, die Saison ist hier schon zu Ende

03.09.2019

Gestern sind wir mit Lothar und Ruth zusammen mit zwei Schiffen in den Fluß Krka eingefahren und durch herrliche Landschaft nach Skradin gesegelt. In der Nacht hat es gewittert und geregnet und anschließend kam die Bora. Aber hier in der ACI Marina liegt man so sicher, wie in Abrahams Schoß. Ist allerdings auch nicht so ganz billig. 

Einfahrt in den Kanal „Sveti Ante“

Heute sind wir mit einem Ausflugsdampfer zu den Krka Wasserfällen gefahren. Mit dem eigenen Boot ist es verboten, weiter den Fluß hinauf zu fahren, als bis Skradin.

Es hat sich deutlich abgekühlt, was für diesen Ausflug nicht schlecht war.

Übrigens: Es gibt sie wieder „Peters Reiseberichte“ 

25.08.2019

Nach zweimal ankern sind wir nun in Split in der Marina Kastela gelandet. In unserer ersten Ankerbucht wurden wir von gleich zwei Flottillen mit ohrenbetäubendem Discomusiklärm beglückt. Von der ersten am Abend bis in die Nacht und die zweite kam schon früh morgens mit sage und schreibe fünfzig Schiffen und vertrieb uns noch vor dem Frühstück. Die ankerten einfach im Kreis, Schiff an Schiff, und wir mitten drin. Da kannten die nichts, keine Hemmungen. Eine derartige Unverschämtheit hatte ich noch nie erlebt. Die fallen wie ein Heuschreckenschwarm über Häfen und Buchten her und unser einer hat kaum eine Chance mehr einen ruhigen Liegeplatz zu finden.

Hier in der Marina Kastela bekamen wir auch unseren Kühlschrank repariert, d,h. eigentlich wurde alles komplett erneuert – Verdampfer, Kompressor, Ventilator, Thermostat – alles neu. Jetzt gibt’s wieder richtig kaltes Bier.

Wir haben Lothar und Ruth getroffen, die ja früher bei mir mit gesegelt sind, und die nun mit Lothars eigenem Schiff unterwegs sind. Wir haben einen netten Abend gemeinsam hier in der ortsansässigen Taverne verbracht und einen zweiten auf deren Schiff mit grillen und Salat und natürlich Wein. Wir haben uns für nächsten Donnerstag in Stari Grad verabredet.

Seit gestern ist auch Sabine an Bord und wir werden dann noch ein wenig „buchteln“, hoffentlich ohne auf Flottillen zu treffen. 

Krusica auf der Insel Solta – eine unserer ruhigen Ankerbuchten

17.08.2019

In aller Kürze: Ich habe ein Winterlager gefunden. Es ist die Marina Punta Gabbiani in Norditalien, das liegt zwischen Venedig und Triest. Das war ein gnadenlos günstiges Angebot, dass man nicht ausschlagen konnte. (www.marinapuntagabbiani.it)

Seit gestern liegen wir in dem Städtchen Vela Luka auf der Insel Korcula. Warum? Hier die Preisfrage: Welches ist das größte Übel, das einen Segler im Mittelmeer ereilen kann?

Die Antwort: Warmes Bier!!! Die Kühlbox hat ihren Geist aufgegeben und wir hatten uns hier im Ort erhofft, jemanden zu finden, der das reparieren kann. Ist aber nicht. Man hat uns nach Split verwiesen. Jetzt schnorrt Peter Eiswürfel in der Kneipe und bis Split müssen wir sehen, wie wir kältemäßig über die Runden kommen.

……. und ich versuche immer noch, ausführlichere Reiseberichte zu erstellen.

05.08.2019

Mein Crewproblem im Oktober hat sich erledigt. Ich habe zwischenzeitlich Mitsegler für den noch offenen Zeitraum gefunden.

Vorgestern sind wir in Dubrovnik angekommen und haben uns für teures Geld in der ACI Marina eingebucht. Stadtbesichtigung haben wir gestern erledigt. Ist ja bei einem Weltkulturerbe ein Muß!

Dubrovnik – Eingang zur Altstadt

Albanien haben wir glücklich hinter uns gebracht. War spannend und auch teuer. In jedem Hafen mußte ein Agent zum Ein- bzw.  Ausklarieren angeheuert werden; kostete jedes Mal 50 – 60 Euro außer in der Marina Orikum.  Um es gleich vorweg zu nehmen: Aus seglerischer Sicht ist nach meiner Meinung  das Land nicht so der Hit. Die Häfen sind eher für die Berufsschifffahrt ausgelegt, es gibt nur die eine o.g. Marina und die ist auch noch recht rudimentär und preislich auch nicht gerade ein Schnäppchen und geeignete Ankerbuchten sind eher rar.

Landschaftlich ist das Land durchaus sehenswert, spektakuläre Küstenformationen und auch das Landesinnere ist nicht uninteressant, wie wir bei einem Ausflug mit einem Mietwagen feststellen durften.

Die Montenegrinische Küste

Die Leute dort sind sehr freundlich und hilfsbereit – Italienisch ist allerdings die Sprache der Wahl – und das Preisniveau bei Lebensmitteln und Restaurants ist verhältnismäßig niedrig, so lange man sich von den von Touristen und Urlaubern frequentierten Plätzen fern hält.

Wir haben jedenfalls nach einem gefühlten „Gewaltmarsch“ durch Sarande, wo wir einklariert hatten, ein wirklich gutes und vor allem preiswertes Restaurant außerhalb der Touri-Meile gefunden.

Beim Einklarieren in Bar in Montenegro erfuhr ich dann, warum so ein Agent sein Geld wert war. Ich bin selber zum Hafenamt, zur Port Police und zum Zoll marschiert, nachdem man uns aus der Marina, in der wir gerade fest gemacht hatten, vertrieb, weil wir nicht zuerst an der Einklarierungspier angelegt hatten. Das hat gedauert und wir durften dann auch dort nicht über Nacht liegen bleiben sondern mußten im Dunkeln wieder zu unserem vorherigen Liegeplatz in die Marina. Da hatte ich ziemlich die Nase voll von dem ganzen Behördenklüngel.

Wir blieben zwei Tage in der Marina Bar u.a. auch, weil sich jemand fand, der das schwergängige Ruder reparierte. Für 80,- €, ein fairer Preis für den Job.

In Montenegro erlebten wir dann zum ersten Mal den „Jugo“, einen starken Wind aus südlichen Richtungen. In Bigova lagen wir auf Empfehlung des Besitzers der örtlichen Taverne an einer Mooringtonne, obwohl wir dort ursprünglich ankern wollten.

Der Mann hatte Recht. Am nächsten Morgen pfiff der Wind im Rigg und es regnete ohne Unterlass. 

Ein Neuseeländisches Ehepaar, die in direkter Nachbarschaft zu uns ankerten nahm uns dann auch in ihrem Dingi mit an Land und wir verbrachten einen netten Abend in der Taverne.

Wir segelten dann einige Tage im Golf von Kotor, mit ankern in einer Badebucht, wo wir hauptsächlich von lauten und Wellen verursachenden Jet-Ski Fahrern belästigt wurden und natürlich dem Besuch von Kotor, wo wir schon einmal einen Vorgeschmack auf Dubrovnik erhielten.

Kotor – Stadtmauer

Allgemein gesprochen ist die Küste Montenegros auch nicht unbedingt das perfekte Segelrevier – sieht man einmal von der grandiosen Berglandschaft ab -, außer eben im Golf von Kotor, der schon von einer imponierenden Landschaft eingeschlossen ist, allerdings auch ringsherum besiedelt und zugebaut ist und natürlich vom Tourismus überlaufen wird.

Da stellt man sich dann doch die Frage, ob es all diesen Aufwand wert ist, den man da so treiben muß.

Das Einklarierungsprozedere nach Kroatien in Cavtat war dann auch wieder ein wenig abenteuerlich, durften wir uns an der viel zu kurzen  Einklarierungspier dann mit einigen Supermotoryachten um den Platz streiten. Wer hat da wohl gewonnen?

So weit erst einmal ein Vorbericht. Leider finde ich nicht die Zeit und Muße um ausführliche Reiseberichte zu schreiben. Ich arbeite daran.

18:45 Uhr

Exkurs: Peter hat verbotener Weise Zwei Meeräschen aus dem Hafen geangelt. Geht auch ohne Lizenz. Jetzt gibt’s Fisch! 

Peters Anglerglück – Meeräschen

14.07.2019

Gestern sind wir auf Korfu angekommen und haben in der Marina Gouvia festgemacht. Katrin und Chris sind plangemäß nach Hause geflogen und Peter ist dann abends auch noch eingetrudelt. Werner kommt heute an und dann soll es in Richtung Albanien gehen.

Korfu Festung

03.07.2019

Kurzinfo:

Wir sind in Nidri am Steg von Skorpios Chachtcharter, wo ich vor vier Jahren auch schon einmal gelegen habe.

Der Crewwechsel auf Zakynthos klappte problemlos. Dieter und Ingrid hatten einen Mietwagen gebucht und holten meine „Mädelscrew“ vom Flughafen ab.

Meine Mädelstruppe in „George’s Restaurant“ auf Kalamos (v. links: Susanne, Chris, ich und Ina)

Mit denen war dann wieder Segeln gen Norden angesagt, mit „Buchteln“ und Häfen (Poros,  Kalamos und Nidri), wobei das mit dem Segeln zeitweilig wegen Flaute in Motoren geändert werden mußte.

]Wer hat hier das Sagen?

Der nächste Crewwechsel findet am kommenden Wochenende statt und dann geht’s ab in Richtung Korfu.

Reiseberichte sind in Arbeit.

28.06.2019

Der Crewwechsel in Lefkas verlief relativ problemlos, wenn man einmal davon ab sieht, dass das Großraumtaxi, mit dem Michael und Erwin nach Igoumenitsa fahren wollten, unterwegs einen Unfall hatte.

Kleiner Reisebericht von Michael:

„Hallo Jörg,
Erwin und Ich sind gestern Nacht in Hamburg angekommen. Allerdings war die Reise wenig entspannt. Unser Mercedesbustaxi ist 40 km vor Igoumenitsa in ein Auto reingerauscht das nach links abbiegen wollte. Die ganze Front des Busses war zersört, das andere Fahrzeug, ein Kleinwagen, hatte Totalschaden. Ich hatte ein wenig gedöst und bin vom dem Aufprall und Knall wachgeworden. Gott sei Dank wurde niemand verletzt. Da hatten wir echt einen Schutzengel. Nur mein rechter Zeh ist übelst verstaucht.
Wir sind in ein anderes Taxi umgestiegen und sind noch zeitig zum Flughafen gekommen. Dort ging die Odysee weiter. Condor war kaum in der Lage die Passagiere einzuchecken. Als alle endlich im Flugzeug waren,mussten noch mal 10 Personen umgesetzt werden. Dann teilte man uns mit, dass der Flug um eine Stunde verspätet starten würde, angeblich wegen viel Betrieb in Hamburg.
In Hamburg endlich angekommen mussten wir über eine Stunde auf unser Gepäck warten, weil Condor das Gepäck mit anderen Flügen ausladen lässt.
Zum Glück haben wir dann noch die letzte Bahn nach Lüneburg gekriegt.
Tja…. Wenn einer eine Reise tut…. „.

Am Sonntagabend kamen dann Dieter Mühlhausen und seine Freundin Ingrid an Bord. Am Montag starteten wir dann nach einer Einkaufsaktion unseren Törn in Richtung Zakynthos, wo wir plangemäß heute am 28.06. im „Yacht Club Zakynthos“ (YCZ) festgemacht haben.

Der Reisebericht für diesen Teil der Reise folgt (hoffentlich) noch.

Nun erwarte ich erst einmal meine „Mädelstruppe“ oder zumindest einen Teil davon.

Übrigens ist es hier viel zu heiß ( Durchschnitt: 31 Grad) und viel zu viel Flaute!

19.06.2019 

Nun hat sich mein Crewproblem im September gelöst. Ich habe zwei Mitseglerinnen gefunden, so dass ich erst einmal bis zum 27.09. Crew habe. Danach wird man sehen.

05.06.2019

Nun habe ich die ersten fünf Tage in Patras überstanden. So richtig gemütlich ist das hier nicht. Die sanitären Einrichtungen sind eher rudimentär, das Wasser der Duschen ist kalt, weil der Boiler kaputt ist und wenn ich ein funktionierendes WiFi haben will, muß ich mich vor das Hafenmeisterbüro setzen.  George, der Hafenmeister, spendiert dann auch schon ‚mal einen Kaffee.

An Versorgungsmöglichkeiten ist alles vorhanden, nur etwas weit weg. Es gibt sogar einen Lidl.

Langeweile kommt nicht auf. Es gibt genug am Boot zu tun, tausend Kleinigkeiten, die zu erledigen sind.

Gestern gab es eine Hafenreinigungsaktion. Zuerst fiel eine Schulklasse über das Marinagelände her und sammelte den herumliegenden Müll ein, begleitet von Beamten der Port Police, Mitarbeitern der kommunalen Straßenreinigung und einem Kamerateam und Fotographen und dann kamen zwei Taucher zum Einsatz, die den Grund des Hafenbeckens nach Müll abfischten. Man glaubt ja nicht, was die alles zu Tage förderten. Neben dem üblichen Plastikmüll und etlichen Autoreifen reichte das Spektrum von mehreren verrosteten Auspufftöpfen, alten Ankern und Draggen sowie diversem undefinierbarem Eisenmaterial und anderem seltsamen Zeugs. Das Highlight war dann ein verrostetes Moped, welches Taucher und Landmannschaft mit vereinten Kräften an Land hievten. Das Ding liegt jetzt immer noch auf der Pier. Alles andere füllte die Ladefläche eines Pickups.

Der Vormittag war jedenfalls nicht langweilig.

Vielleicht noch ein Satz zum Wetter: Für griechische Verhältnisse war es bisher deutlich zu kalt für Ende Mai/Anfang Juni. Sogar Regen ab und an und häufig wolkenbedeckter Himmel. Jetzt scheint es langsam besser zu werden, obwohl es abends immer noch recht frisch ist. Da braucht dann schon noch ein wärmendes Jäckchen.

Tagsüber gab’s in den letzten Tagen aber herrlichstes Segelwetter und ich hänge hier im Hafen herum. Warum will eigentlich keiner mit mir segeln?

….. und weil ich ja des abends nichts besonderes zu tun habe, gibt es einen neuen Reisebericht unter „Reiseberichte“. Bilder folgen noch nach. Mir wird das jetzt hier zu kalt vor dem Hafenbüro.

14.05.2019

Erster Reisebericht unter dem Menüpunkt : Reiseberichte – Reiseberichte 2019 – Jörgs Reiseberichte. Mehr folgt.

02.05.2019

Wie geplant, bin ich am 23.04. nach Athen geflogen.  Abgesehen davon, dass der Flieger ein wenig Verspätung hatte, verlief alles plangemäß. Ich hatte ja über Booking.com ein Apartment gebucht. Meine Vermieterin  – Mary – hatte den Transfer für mich vom Flughafen zu dem bei ihr gebuchten Apartment organisiert (40 €). Transport in einer Luxuskarrosse namens Audi.

Das Apartment war o.k.. Kleinigkeiten im Kühlschrank, Schlafzimmer, Bad, Küche – alles gut. Der Weg zum Stadthafen war allerdings für meine Verhältnisse etwas weit, aber auch o.k. Das wußte ich vorher. Mary ist eine ausgesprochen nette Person, die mich dann auch noch mit meinem Gepäck am Freitag zum Hafen zu meinem Boot gefahren hat. 

Seit vergangenem Donnerstag liegt das Schiff im Wasser und wurde am Steg von HDM Sailing festgemacht.

Da mein erster Mitsegler mich schmählich im Stich gelassen hat, muß ich nun die Zeit vom 27.04. bis zum 04.05. überbrücken. Dann kommt meine nächste Crew. Unglücklicherweise liegt diese Zeit im orthodoxen Osterfest und beinhaltet auch den 01. Mai, der genau wie bei uns ein Feiertag ist. An diesen Tagen ist hier im wahrsten Sinne tote Hose.

Was hat mich gerettet? Simone und Mario. Die  hatte ich seglerisch schon längst abgeschrieben, da sie ihr Schiff ja eigentlich verkaufen wollten. Haben sie aber nicht. Wir hatten uns in Portugal kennengelernt und sind immer wieder auf unserer Reise ins Mittelmeer auf einander getroffen. Und nun wieder. Wir haben zwei ausgesprochen nette Abende miteinander verbracht.

Simone, Mario und ich im Restaurant „Old Station“ in Lavrion

Nun sind sie weg, auf dem Weg nach Kalymnos.

Für mich und die HDM Leute gibt es noch genug zu tun. Das Schiff ist immer noch eine einzige Baustelle. Langeweile kommt da jedenfalls nicht auf.

Im Winter hat der Sturm mir meine UKW Antenne vom Mast gerissen. Wieder ein Arbeits- und Kostenpunkt.

Alles in allem war das ein doch etwas kostspieliges Winterlager mit all den Reparaturen und Ersatzbeschaffungen. Was soll`s, das Schiff muß ja in Ordnung sein.

Nun hat sich auch noch mein Mitsegler Lothar aus der Reiseplanung verabschiedet, so dass ich vom 01.06. bis zum 14.06. erst einmal wieder alleine bin. Ich kann nur hoffen, dass sich da noch jemand findet.

Zur Port Police muß ich auch noch und mein D.E.C.P.A. erneuern und vielleicht auch die neue „Befahrenssteuer“ (Te.P.A.I) bezahlen. Nun fangen die Griechen auch an, die Segler auszuplündern.

15.04.2019

Ja, so kann’s gehen. Nun ist mir mein erster Mitsegler aus sicherlich verständlichen Gründen ganz kurzfristig abhanden gekommen. Dies bedeutet, dass ich wohl länger als eine Woche in Lavrion herumsitzen werde in der Hoffnung, dass HDM-Sailing mich nicht von ihrem Steg davon jagt. Mein Flieger ist gebucht, umbuchen macht’s nur noch teurer, mein für drei Tage gemietetes Apartment möchte ich auch nicht stornieren – alles in allem eine unschöne Situation. Da muß ich wohl das Beste draus machen.

Die aktuellste Belegungsplanung gibt’s auf dieser Homepage.

14.07.2019

Am Sonntag, den 21.06. kamen dann planmäßig Dieter Mühlhausen und seine Freundin Ingrid an Bord. Ingrid war segelerisch ein völliger Neuling und darauf mußten wir uns einstellen. Dieter war bereits früher schon auf der Ostsee mit mir gesegelt und verfügte über entsprechende Segelerfahrungen.

Wie üblich wurde am Montag noch eingekauft und wir motorten dann durch den Kanal von Lefkas in Richtung Ionische Inselwelt. Eigentlich hatte ich Nidri als ersten Etappenort eingeplant, aber der Wind blies so verlockend, so dass wir bei der Insel Skorpios beschlossen, noch weiter zu segeln. Letztendlich landeten wir auf der Insel Meganisi und klapperten dort die Ankerbuchten unter Motor ab. Die guten Plätze waren natürlich alle schon von irgendwelchen Ankerliegern belegt. Man merkt, dass die Hauptsaison für die Charterer begonnen hat. 

Letztendlich ergatterten wir einen passablen Ankerplatz in der Bucht Ormos Abelike auf 15 Meter Grund und zwei Heckleinen zum Ufer. Ganz nett.

Bei eher schlappem Wind versuchten wir weiter in Richtung Zakynthos zu segeln, wo der nächste Crewwechsel stattfinden sollte. Letztendlich landeten wir aufgrund von widrigen Winden und mit viel motoren in Eufemia auf der Insel Kefalonia. 

Hier schafften wir gerade noch mit Mühe und Not ein Ankermanöver, bevor die Ankerwinde endgültig ihren Geist aufgab. Ein Aufholen der Ankerkette war nicht mehr möglich, die Winde drehte einfach durch.

Dieter und ich versuchten uns erst einmal an der Reparatur, um dann fest zu stellen, dass wir damit wohl ein wenig überfordert waren. Der Hafenmeister konnte helfen. Ein Mechaniker war auf einem anderen Schiff beschäftigt und würde sich dann später um uns kümmern, wenn er dort fertig sei. So warteten wir denn.

Nachdem wir beim Hafenmeister nochmals nachfragten kamen dann auch zwei freundliche Griechen und nahmen sich des Problems an.

Die erste Horrormeldung war, nachdem der Mechaniker die Winde betätigte, Zitat “You need a new Gearbox“ (Du brauchst ein neues Getriebe!). Er fummelte aber weiter.

Letztendlich – den Göttern sei’s gepriesen – stellte sich heraus, dass die Winde wohl nicht richtig zusammen geschraubt war und die Feder, die in die Antriebswelle greift, die die Kettennuß über den Motor antreibt, irgendwie verloren gegangen war.

Problem erkannt, morgen um 12:00 h sei man wieder da.

Der nächste Tag begann mit warten. Nachdem auf unsere Nachfrage hin der Hafenmeister den Mechaniker telefonisch kontaktet hatte, erschienen nach einiger Zeit auch zwei Leute, machten sich über die Ankerwinde her und nach einer halben Stunde war die Reparatur vollzogen. Kosten: 120,- € bar auf die Kralle. Kein Schnäppchen, aber angesichts der Situation durchaus noch akzeptabel, zumal das Ganze bis heute (07.07.) tadellos funktioniert.

Gegen 14:00 h konnten wir dann endlich ablegen, mußten allerdings dann mangels Wind entlang der Küste Kefalonias nach Poros motoren.

Der nächste Tag brachte uns nach anfänglich schwachem Wind, bei dem wir bis an die Südspitze Kefalonias motorten, noch eine schöne Brise aus NW, mit der wir – sehr zur Freude von Ingrid – dann nach Zakynthos segelten, wo wir dann im dortigen Yacht Club fest machten.

Hier fand dann auch der nächste Crewwechsel statt. 

Dieter und Ingrid hatten noch für eine Woche eine Ferienwohnung und ein Auto auf Zakynthos gemietet und Dieter holte die Nachfolgecrew, einen Teil meiner „Mädelstruppe“, mit dem Auto vom Flughafen ab.

Und den Einkaufsservice zum „Lidl“ gab’s auch noch.

Nun hatte ich also Ina, Chris und Susanne an Bord und es ging wieder nach Norden. 

Anfangs mit erstem Reff und Genua III (man staune) und voller Kreuz in Richtung Kefalonia, später dann mit voller Besegelung nach Poros.

Bei mäßigem Wind segelten wir dann am nächsten Tag weiter nach Norden, erst entlang der Küste von Kefalonia, dann nach Ithaka, wo wir zwischen der Insel Pegadhi und Ithaka ankern wollten. 

Bei der Erkundung der Durchfahrt zwischen den beiden Inseln mußten wir leider feststellen, dass hier irgend ein Idiot seinen Fäkalientank gelenzt hattte. Die Sauerei trieb zwar von dem Ankerplatz weg, motivierte uns aber nicht unbedingt gerade dort zu ankern. Andere bereits dort liegende Ankerlieger hatten das wohl gar nicht mit bekommen.

Wir starteten trotzdem einen Ankerversuch weiter in Luv von diesem Schweinkram, aber als wir beim Überbringen der Landleine sahen, wie Ina am Ufer gegen sie umzingelnde Wespen kämpfte und wir selber auf dem Schiff auch von Wespen umschwirrt wurden, gaben wir auf und zogen den Anker wieder hoch. 

Nachdem wir auf der Suche nach Alternativen ein paar Kreise durch die Bucht gezogen hatten – die infrage kommenden Ankerplätze waren natürlich alle belegt – motorten wir an der Küste Ithakas entlang und fanden schließlich einen passablen Ankerplatz mit Landleinen zum Ufer in einer netten Bucht weiter nördlich. Alleine waren wir dort natürlich auch nicht.

Der nächste Tag brachte mäßigen Wind, mit dem wir anfangs nach Norden trieben, um dann die letzten Meilen unter Motor nach Kioni zurück zu legen.

Ich hatte es schon befürchtet: Obwohl wir zeitig zur Mittagsstunde dort einliefen, war der kleine Hafen rappelvoll. Nicht eine einzige Lücke an der Pier und auch der Anleger, an dem wir beim letzten Besuch von Kioni am Kopfende gelegen hatten, war von Touri-Ausflugsbooten belegt und ein dickes-fettes Schild wies darauf hin, dass diese Mole für die Ausflugsdampfer reserviert sei. 

Also, keine Chance auf einen vernünftigen landzugänglichen Liegeplatz und so beschlossen wir, rüber nach Kalamos zu segeln, in der Hoffnung, dort aufgrund der Größe des Hafens noch einen Liegeplatz zu ergattern.

Aeolus hatte ein Einsehen mit uns und bei satten drei Windstärken aus NW segelten wir mit halbem Wind bis kurz vor die Hafeneinfahrt von Kalamos, wo uns George, der selbsternannte Hafenmeister mit seinem Motorboot in Empfang nahm und wie alte Bekannte begrüßte. Selbstverständlich fand er auch noch eine Lücke zwischen den bereits in langer Reihe an der Pier liegenden Yachten, in die er uns hinein dirigierte. 

Dafür gingen wir dann abends auch in seinem Restaurant essen.

Meine Mädelstruppe in „George’s Restaurant“ auf Kalamos

Eigentlich wollten wir am nächsten Tag nach Vathi auf der Insel Meganisi in die dortige Marina, aber nachdem wir dort telefonisch nach einem Liegeplatz gefragt hatten und negativ beschieden wurden, erinnerte ich mich an meine Zeit in Nidri auf der Insel Lefkas, wo ich 2015 vierzehn Tage am Steg von Skorpios Yachtcharter gelegen hatte.

Ich hatte noch die Telefonnummer von damals und so konnte ich zu dem neuen Stegmanager – Conny – Kontakt aufnehmen und einen Liegeplatz für uns buchen. 

Richard, der Stegmanager von damals, mit dem ich so manches Bier in George’s Taverne „Ola Kala“ getrunken hatte, war offenbar nicht mehr da.

Fortsetzung gibt’s demnächst.

18.06.2019

Am Freitag, den 14.06. endlich hatte die Not ein Ende. Michael Bringmann und Erwin Gruber kamen plangemäß an Bord. Man glaubt es kaum, aber die vierzehn Tage alleine an Bord habe ich ohne größere Schäden an Leib und Seele überstanden. Die Zeit verging eigentlich recht schnell, ich hatte genug zu tun. Alleine die Einkauferei kostete mich schon einen Haufen Zeit.

Am Schiff gab es natürlich auch einiges zu tun: Ausgefranste Tauerwerksenden mit dem Lötkolben neu verschweißen, Schrumpfschläuche auf die Tauwerksenden schrumpfen, Niro putzen, die Bilge trocken legen – wo kommt eigentlich immer das Wasser her? – und, als Krönung des Ganzen, die Markierungen an der Ankerkette erneuern. Die Leute von HDM haben zwar die Kettenabstände im Winterlager irgendwie markiert, aber aus dem System bin ich nicht schlau geworden. Auch durch nachmessen wurde ich nicht schlauer. Also ergänzte ich die vorhandenen gelben und roten Markierungen noch durch blaue, so dass man zumindest die 10 Meter Abstände ausmachen kann.100 Meter Ankerkette per Hand aus dem Ankerkasten zu hieven, ist schon eine Tat.

Bevor meine beiden Mitsegler an Bord erschienen, galt es noch das Schiff zu putzen. Und schon waren die vierzehn Tage um.

Am Freitagabend gingen wir in der nahe gelegenen Taverne essen und beschlossen, am Samstag noch einzukaufen und aus Patras aus zu laufen. So haben wir das dann auch gemacht. Während die beiden den ortsansässigen „Lidl“ ausplünderten, klarte ich das Schiff auf, bunkerte noch `mal Wasser und ging ins Hafenmeisterbüro, um das Liegegeld für meinen sechzehntägigen Aufenthalt zu bezahlen. Insgesamt 162,35 € inklusive Strom und Wasser scheinen mir da durchaus noch moderat.

Viele Optionen hatten wir ja nicht, also ging es – für mich wieder einmal – nach Mesolonghi. Selbstverständlich war die Marina immer noch nicht in Betrieb; also ging’s an die Stadthafenpier, wieder ohne Strom.

Kanal von Mesolonghi

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich nach Astakos, aber Aeolus (für diejenigen, die`s nicht wissen: Der griechische Gott der Winde) war komplett gegen uns. Es wehte mäßig bis gar nicht aus der Richtung, in die wir wollten. 

Nachdem wir eine kurze Gewitterboe überstanden hatten, bei der wir kurzzeitg die Genua eingerollt haben, entschlossen wir uns in der Bucht von Petala zu ankern. Wirklich schöner Ankerplatz.Natürlich waren wir dort nicht allein, aber die Belegung hielt sich in Grenzen.

Erwin und Michael meinten, an dem steilen Ufer, vor dem wir ankerten, eine Höhle entdeckt zu haben. Die wollten sie am nächsten Tag erkunden.

Auf meinen Rat hin mit Schuhen an den Füßen und mit meinem wasserdichten Notfallbehälter, in dem sich Handy, Kamera, Taschenlampe u.a. befanden, im Schlepptau, schwammen die beiden dann los. 

Das ganze Unterfangen erwies sich als recht ambitioniert, wurde die zu schwimmende Strecke doch deutlich unterschätzt, das Ufer war von spitzen Muscheln und Steinen gesäumt und auf dem Weg zur Höhle wurde den beiden das Leben nicht nur von pieksigem Bewuchs schwer gemacht, sondern sie wurden auch von diversem Insekten-Viehzeug gepiesackt. Die Höhle haben sie dann auch nicht mehr gefunden. Dafür gibt es ein schönes Foto von der „Yssabeau“ und einem anderen Ankerlieger.

Bucht von Petala

Diese Aktion konnten wir uns leisten, weil wir danach nur noch knapp 12 Meilen bis Astakos hatten.

Noch in der Bucht von Petala zogen wir nach dem Ankeraufgehen das Großsegel hoch – das war’s dann aber auch erst einmal. Null Wind, so daß wir den größten Teil der Strecke motorten.

Die letzten Meilen hatte Aeolus dann doch noch Erbarmen und sandte uns einen „flotten Dreier“ mit dem wir halbwinds bis vor den Hafen von Astakos segelten.

Ankermanöver rückwärts an die Pier, es gab wieder helfende Hände, Strom und Wasser gab’s auch, alles o.k., „Olla Kalla“, wie der Grieche sagt.

Angesichts der eher flauen Wetterlage entschlossen wir uns möglichst rasch nach Norden zu kommen, was sich auch als richtig erwies. Wir motorten nach Kalamos, der Hauptstadt der gleichnamigen Insel. Kaum ein Windhauch, dafür knallte die Sonne.

George, der selbsternannte Hafenmeister und „Mooring Man“, aber in erster Linie der Betreiber des ersten Restaurants am Ende der Hafenmole, half uns professionell beim anlegen, sicherlich nicht ganz uneigennützig. Wir sind dann auch bei ihm eingekehrt und haben dort recht gut und auch nicht überteuert gegessen.

Kalamos ist ein wirklich netter Ort, noch relativ ursprünglich, aber leider haben dies auch andere Segler erkannt. Der Hafen war am Abend rappelvoll. Allerdings mußten wir auch kein Hafengeld bezahlen, Wasser und Strom gab’s aber auch nicht.

Hafen von Kalamos

Der nächste Tag bescherte uns dann Segelwetter vom Feinsten. Moderate zwei Windstärken brachten uns mit einigen Kreuzschlägen durch den Stenon Kalamon und dann halbwinds in Richtung der Insel Meganisi, wo wir dann allerdings mangels Wind in die Bucht von Vathi unter Motor einliefen.

Zum Anlegen gibt es dort mehrere Optionen. Wir entschieden uns für die Marina. Ein wenig Luxus war angesagt. Freundliche, hilfsbereite und kompetente Marineros empfingen uns mit dem Schlauchboot, wiesen uns einen Liegeplatz zu, halfen beim Festmachen, die junge Frau im Hafenbüro war locker drauf, alles in allem herrschte eine entspannte Atmosphäre und wir genossen einen ebenso entspannten Nachmittag bei Kaffee und Bier auf der Bistroterrasse der Marina, inklusive Hafenkino.

Die sanitären Einrichtungen sind allerdings, wie fast überall in den griechischen Marinas, für meine Begriffe eher bescheiden.

Zwei Klos und eine Duschkabine scheint mir etwas mager, obwohl alles sauber und gepflegt ist. Für mich sind diese Einrichtungen aber unbrauchbar. Eine Dusche ohne Sitzgelegenheit, vernünftige Ablage- oder Abhängemöglichkeiten für die Klamotten muß ich gar nicht erst konsultieren. Da komme ich ‚raus, wie ich ‚reingekommen bin. Schweißgebadet. Nur dass das T-Shirt nicht mehr so stinkt, weil ich mir ein frisches gegönnt habe. Da lobe ich mir meine Borddusche, alles an Deck, sitzen, frische Luft und Bewegungsfreiheit.

Für Erwin und Michael war das wohl in Ordnung, die haben’s genutzt und wohl auch genossen.

Letztendlich haben wir 36,- € für diese eine Nacht bezahlt, inklusive Strom (Wasser haben wir nicht benötigt), was ich angesichts des Ambientes auch nicht so ganz schrecklich überteuert finde, zumal man das dann durch drei teilt. Offenbar gewöhnt man sich im Laufe der Zeit an die Preise hier und wird da irgendwie schmerzfrei.

Michael und Erwin hatten ihren Flieger nach Hause am Samstag, den 22.06 von Korfu aus gebucht. Die Nachfolgecrew sollte in Lefkas zu steigen. Das war auch alles so abgestimmt.

Wir mußten jetzt nur noch entscheiden, wann wir in Lefkas einlaufen wollten. 

In Vathi hatten wir ein gut funktionierendes Internet und wir versuchten alle möglichen Reiseverbindungen von Lefkas nach Korfu heraus zu finden. Das war gar nicht so einfach und wenig ergiebig. Wir beschlossen, schon Donnerstagabend in Lefkas ein zu laufen, so dass die beiden den ganzen Freitag Zeit haben würden, um Ihre Reisemöglichkeiten zu erkunden.

Im Nachhinein aus meiner Sicht eine gute Entscheidung.

Bei Totenflaute legten wir in Vathi ab und ich startete erst einmal eine ordentliche Duschorgie an Deck.

Kaum war ich damit durch, gab’s auch schon ein wenig Wind, nicht ganz so aus der Richtung, in die wir wollten, aber ein paar Kreuzschläge brachten uns dann in die Einfahrt des Kanals von Lefkas. Ab da, war dann motoren angesagt.

Offenbar wurde der Kanal in den letzten Jahren irgendwie auf Vordermann gebracht. Es gibt eine rechtskonforme Betonnung (rot an BB, grün an Stb) und die Wassertiefe hat auch die Solltiefe von sechs Metern.

Auf der Hinfahrt in die Ägäis im Jahr 2015 sind wir ja dort noch im Schlick stecken geblieben.

Schöne Fahrt unter Motor durch den Kanal. Aber dann: Liegeplatzsuche. 

Wir hatten im Internet die Liegepreise der Lefkas Marina eruiert. 55,- €/Tag waren uns dann doch etwas zu happig, zumal es von der Marina in die Stadt noch ein kräftiger Fußmarsch ist. Also Stadthafen.

Ich hatte das schon geahnt: Lefkas ist Basis von diversen Charterfirmen und die belegen ein Gutteil der Stadthafenpier.

Mooringleinen kreuz und quer, Ankerketten dazwischen, wir quetschten uns irgendwie in ein freies Loch und kaum hatten wir, wie kann es anders sein, vor Buganker festgemacht, aufgeräumt, unser großes Sonnensegel aufgespannt, kam wieder einmal ein Grieche angelaufen und meinte, dass wir auf einem Platz einer Charterfirma liegen würden und dass wir morgen, also am Freitag dort weg müßten. Für die Nacht von Donnerstag auf Freitag sei das in Ordnung. Der Typ half uns auch noch das Stromkabel zu verlegen.

Wir beschlossen, erst einmal da liegen zu bleiben. Michael und Erwin erkundeten ihre Reisemöglichkeiten.

Ich hatte keine Lust, mich am nächsten Tag mit irgendwelchen Leuten anzulegen. Nach einem ausgiebigen Frühstück bauten wir unser Sonnensegel ab und gingen Anker auf, was auch problemlos klappte und suchten uns einen anderen Liegeplatz weiter nördlich, aber immer noch an der Stadthafenpier.

Nun werden wir ab abends um 23:00 h von einer Schicki-Micki-Disco beschallt, mit „0pen End“.

Die beiden sind dann am Samstagmorgen mit dem Taxi nach Igoumenitsa gefahren, um dann mit der Fähre nach Korfu über zu setzen. 

….. und ich lasse mich hier weiter beschallen, grauslich!

04.06.2019

Kaum hatten wir in Sami an der Pier hinter einem Deutschen Motorsegler festgemacht, kam auch schon ein Grieche auf seinem Moped angeknattert und lamentierte herum, dass wir hier nicht bleiben könnten. Dieser Platz sei nur für Motoryachten reserviert und demnächst (?) würde eine große Yacht kommen.

Der Typ vermittelte nicht den Eindruck einer Autoritätsperson und so beschlossen wir, erst einmal zu bleiben, worin uns der Deutsche auf dem Motorsegler vor uns auch noch bestätigte. War der etwa eine große Motoryacht?

Und wieder einmal passierte NICHTS! Mittlerweile habe ich ziemlich die Nase voll von sich aufplusternden Griechischen Möchtegernhafenbewachern, Liegeplatzorganisatoren oder Leinenanehmern, die von Nichts eine Ahnung haben, aber den Schlauen machen. Es nervt!

Am Donnerstag, den 23.05., segelten Dietmar und ich bei wirklich moderaten Winden zwischen 2 und 4 Bft. aus erst SW-licher Richtung, später dann W nach Kyllini, einem ziemlich grauslichen Fähr- und Fischereihafen an der Südwestspitze des Golf von Patras. Den kannte ich ja bereits und ich wußte genau, wo ich anlegen wollte, da es der einzige Platz war, wo es Strom und Wasser gab.

Mit uns zeitgleich war eine Dänische Yacht eingelaufen, die nach meiner Auffassung etwas ziellos im Hafen herumfuhr. Kaum hatte ich den von mir ausgeguckten Liegeplatz auf’s Korn genommen, kam diese Yacht mit einem Ehepaar besetzt, angerauscht und drängelte sich zwischen mich und die Pier. Ich verzichtete auf irgendwelche Aktionen und legte ein Stückchen weiter vor denen an. Meine Laune wurde dadurch aber nicht besser!

Wie bereits während unserer bis dahin gemeinsamen Segelzeit und in den vorherigen Häfen erwies sich Dietmar als wirklich kompetenter und vorausschauender Segler, auf den ich mich bei allen Aktionen verlassen konnte, auch wenn es manchmal unvorhergesehene Situationen gab, bei denen schnelles Reagieren angesagt war. Das war schon gut.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich hier seine Qualitäten als Handwerker, sprich Elektriker. Während einer Flautenfahrt unter Motor fummelte er die Anschlüsse des Autopiloten in der grauen Steuerungsbox (oder wie immer das Ding auch heißt) in dem Schapp hinter meiner Koje wieder zusammen. Da fiel immer wieder ein Stecker ab, so dass der Automat nicht funktionierte. Ich hatte es noch nicht einmal geschafft, den Deckel von der Kiste ab zu kriegen. So wie Dietmar das dann dargestellt hat, hat er alles nun mit Kabelbinderstrapsen fixiert und nichts kann mehr auseinanderfallen. Das hätten diejenigen, die in der Vergangenheit mehrmals an dieser Kiste herumgefummelt haben auch leisten sollen, haben sie aber nicht. Eben griechisch.

Wie geplant kamen am Abend Volker und Felix an Bord. Gemeinsam hatten wir das „Vergnügen“ zu beobachten, wie hinter uns ein großer Fischtrawler vor zwei Bugankern rückwärts an der Pier fest machte. Das Schiff war keine drei Meter von uns entfernt. Hut ab, die Jungs haben es drauf. Mir war ja dann doch etwas mulmig, ob sie mein Schiff während ihrer Rangiererei nicht doch vielleicht etwas platt machen würden.

Wir fanden noch eine Taverne mit preiswertem und leckerem Essen nicht weit vom Hafen entfernt und hatten noch einen netten Abend mit der neuen Crew.

Volker und Felix Siegert und ich

Eigentlich wollten wir am nächsten Morgen noch im Supermarkt einkaufen gehen. Aber ein Beamter der Port Police forderte uns auf, unseren Liegeplatz schnellstmöglich zu verlassen, da weitere Trawler erwartet wurden. Flexibel, wie wir sind, beschlossen wir, nach Mesolonghi zu segeln und dort einzukaufen. Die vor uns liegenden Dänen waren nicht an Bord! Die sollten auch weg. (Hoffentlich hat ein Fischtrawler die beim Anlegen plattgemacht 😁)

Gesagt, getan, wir segelten ganz gemütlich nach Mesolonghi. Ein paar Schiffe lagen schon längs der Pier, kein Strom, kein Wasser, kein Hafengeld, nur der Weg in die Stadt zum Einkaufen war denn doch etwas weit. Meine drei Mitsegler haben es heldenhaft gemeistert.

Wir hatten alles, was wir brauchten und starteten am nächsten Tag (25.05.) bei achterlichem Wind in Richtung Navpaktos. Ich ließ mich “breit schlagen“, den Spinnaker zu setzen, was auch mit einigen kleinen Schwierigkeiten gelang. Dank des Einsatzes von Dietmar bekamen wir das Ding dann unvertörnt hoch und konnten ca. eineinhalb Stunden Spi-segeln vom Feinsten genießen. Leider mußten wir den Spi noch vor der Durchfahrt der Rion-Andirrion Brücke bergen, da wir sonst hätten shiften müssen. Das war mir dann doch zu aufwändig und wie sich im Nachhinein dann auch herausstellte, gut so, da der Wind auf fünf Bft. zulegte.

Dietmar Köhn unter Spinnaker Richtung Rion-Andirrion Brücke im Golf von Patras

Nur unter Großsegel unterquerten wir die Brücke, die Kommunikation mit der Traffic Control verlief diesmal problemlos, aber wir mußten dann bei fünf Windstärken und entsprechender Welle an dem Schwimmsteg von Navpaktos festmachen. Die Crew war eingespielt. Es klappte makellos.

Wir unterqueren die Riron-Andirrion Brücke, Dietmar am Ruder

Plangemäß verließ uns Dietmar am nächsten Morgen, um nach Hause zu fliegen. Wir, Volker, Felix und ich segelten nach Trizonia – kenne ich ja schon. Nichts aufregendes, außer, dass der Wind wieder einmal gegen uns war. Also kreuzen. Trotzdem waren wir früh dort, fanden einen guten Liegeplatz längsseits der Pier (selbstverständlich ohne Strom und Wasser, aber auch ohne Hafengeld), so dass Volker und Felix noch einem Badevergnügen? (Wassertemperatur 18 Grad) nachgehen konnten.

Am nächsten Tag (27.05.) ging es wieder einmal nach Galaxidhi. Drehende zu- und abnehmende Winde aus erst SE lichen, dann NE lichen Winden machten einige Segelmanöver notwendig, bis wir dann bei Flaute unter Motor in den Hafen von Galaxidhi einliefen und wie schon einmal gehabt, an der Außenseite der Pier längsseits festmachten, weil der Hafen selbstverständlich `mal wieder rappel voll war. 

Und, wie kann es anders sein: Schon wieder tauchte ein Grieche auf, der meinte, er müßte uns sagen, wo wir denn gefälligst festzumachen hätten, weil ja wieder ein großes Motorboot an der Stelle anlegen würde, an der wir gerade lagen. Es gab aber kaum eine andere Möglichkeit außer mit Buganker und Heckleinen außen an der Pier, längsseits einer Yacht mit Australischer Flagge, wobei der einhandsegelnde Australier sich durchaus als hilfsbereit und nett erwies.

Dem Griechen beschied ich erst einmal ein klares „No, I don’t move“, worauf dieser sich von dannen machte und sich auf einer Bank ein paar Meter weiter niederließ. Es stellte sich heraus, dass der Typ eigentlich der Besitzer des Tankwagens war, der die Yachten mit Diesel versorgen wollte, nichts anderes.

Draußen in der Bucht ankerte eine große Motoryacht vom Typ „Gin-Palast“ deren Crew bereits vor unserem Anlegemanöver an der Pier mit ihrem 300 PS Dingi festgemacht hatte. Die warteten wohl auf ihre Chartergäste, die sich auf Landgang befanden, um sich dann mit denen wieder an Bord zu begeben. So kam es dann auch.

Volker und Felix hatten sich zum Einkaufen in den Ort begeben. Ich saß allein an Bord und wie konnte es anders sein, zwei uniformierte Beamte der Port Police. tauchten auf und fragten in aller Höflichkeit, ob ich bereit sei, mein Boot anders wohin zu verholen. Die beiden Beamten erklärten, dass sie eigentlich gar nicht zuständig seien, aber sie seien von der Hafenverwaltung gebeten worden, mich zu fragen, ob ich bereit sei, Platz zu machen für die Motoryacht, die da kommen sollte. Das hatte ich so noch nie erlebt. Ich zeigte mich kooperativ und fragte, wo sie mich denn hin haben wollten. Ja, da war guter Rat teuer. Wir marschierten gemeinsam die voll belegte Hafenpier entlang, bis zu den Plätzen, wo die Fischerboote lagen, aber so richtig fündig wurden wir nicht.

Zwischenzeitlich hatte sich auch die Hafenmeisterin, oder was immer sie auch war, jedenfalls kassierte sie die Liegegebühren, dazugesellt und meinte, der Platz zwischen den Fischerbooten sei doch ideal. Diese Meinung konnte ich dann doch nicht teilen und wir einigten uns darauf, dass ich dann doch mittels Buganker und Heckleinen längsseits des Australiers am Molenkopf anlegen sollte.

Das Problem war allerdings, dass meine Crew nicht da war. Die waren einkaufen! Nun sollte ich die beiden über Handy anrufen, um sie zum Schiff zu beordern, um den Liegeplatz zu räumen. Dazu hatte ich allerdings nicht die geringste Neigung. Erstens, weil die beiden dadurch ohnehin nicht schneller am Schiff gewesen wären und zweitens zeichnete sich in keinster Weise ab, dass da irgendeine Eile notwendig gewesen wäre. So war’s auch. Während wir noch über telefonieren oder nicht telefonieren debattierten, tauchten die beiden vollbeladen mit ihren Einkäufen auf und, nachdem wir den ganzen Kram unter Deck gebracht hatten, fuhren wir das Manöver. Ablegen, Buganker fieren, rückwärts an den Molenkopf und mit Hilfe des netten Australiers lagen wir dann relativ gut. Alle waren’s zufrieden. Port Police, Hafenmeisterin und wir mehr oder weniger auch.

Wir gingen in der gegenüber liegenden Kneipe essen. 

Von hier aus durften wir dann auch das Anlegemanöver des Supertrumms von einer Motoryacht bewundern. Herumwuselnde Crew, dümmlich auf dem Achterdeck herumstehende Passagiere und an Land dienstbeflissene Helfer – wer braucht so `was? 

Zurück an Bord durften wir dann auch noch das sich ein Stockwerk über uns befindliche Gelage der offenbar der Sprache nach osteuropäischen Chartergäste genießen, welches bis ca. fünf Uhr morgens dauerte. Ich gebe es unumwunden zu: Meine Ressentiments gegen derartige Vertreter der menschlichen Gesellschaft wachsen zunehmend.

Warum diese Herrschaften nun umbedingt an der Pier anlegen mußten, ist mir immer noch nicht recht eingänglich. An Land waren sie schon vorher mit ihrem Dingi und die Hucke voll saufen hätten sie sich auch vor Anker draußen in der Bucht können.

Das Highlight gab’s dann noch am nächsten Morgen, wir saßen gerade beim Frühstück, als der erste von den Typen an Deck erschien und mit Hilfe einer Flasche Bier eine weitere Flasche öffnete, wie man das so macht, wenn man keinen Flaschenöffner hat, Kronkorken an Kronkorken, ein Schwall Bier ergißt sich über Deck, wen kümmerts. Offenbar ist an Bord dieser millionenschweren Luxusyacht ein Flaschenöffner ein unbekanntes Instrument oder nur für dahingehend ausgebildete Crew verfügbar.

Wie krank müssen solche Typen sein, um sich gleich nach dem Aufstehen morgens um 10 Uhr das erste Bier `rein zu zimmern?

Während unseres Frühstücks wurden wir dann auch noch mit deren Abgaswolke beglückt und Volker durfte dann auch noch an Land springen und deren letzte Landleine loswerfen. Ganz ohne fremde Hilfe geht’s bei „Millionärs“ dann wohl doch nicht.

Unser Start gestaltete sich erst einmal unspektakulär. Felix wollte unbedingt noch einmal ankern und so hatte ich eine – jedenfalls nach dem Handbuch – nette Ankerbucht etwas westlich des Kap Psaromita ausgeguckt. Kallithea.

Mit mäßigem Wind aus südöstlicher Richtung segelten wir ganz kommod Richtung Westen, bis sich eine umlaufende Flaute breit machte. Wir dümpelten in alle möglichen Richtungen dahin und sahen dann eine Yacht mit achterlichem Wind auf uns zu kommen, begleitet von weißen Schaumkronen auf den Wellen. Da kam was auf uns zu. So war’s auch. Schlagartig drehte der Wind auf West und legte auf sechs Windstärken zu.

Die Genua wurde verkleinert, das erste Reff ins Groß gebunden, dann das zweite. Zeitweilig wehte es mit bis zu 27 Knoten. Und natürlich volle Kreuz.

Als wir dann endlich abends um 19:00 h in der Bucht von Kallithea ankamen, waren wir froh, nach drei Ankerversuchen endlich einigermaßen ruhig zu liegen. 

Es gab zwar Fallwinde aus allen möglichen Richtungen und das Boot fuhr vor der Ankerkette hin und her, aber ich fühlte mich eigentlich ziemlich sicher. Felix verzichtete auf sein geplantes Badevergnügen.

Eine mit Öestereichern besetzte Charteryacht ankerte dann auch noch in einiger Entfernung und leistete uns dann auch noch Gesellschaft.

Der nächste Tag brachte dann zwar etwas weniger Wind, es waren aber immerhin noch fünf Windstärken aus WNW und natürlich volle Kreuz. Mit erstem Reff und auf Genua III Größe eingerolltem Vorsegel kreuzten wir den ganzen Tag über den Golf von Korinth auf, hin und her, bis wir dann um 18:30 h wieder am Schwimmsteg in Navpaktos festmachten. Das war schon etwas „heavy“, wie man so auf Neudeutsch sagt. Da frage ich mich, wieso ich eigentlich aus der Ägäis abgehauen bin, treffe ich doch hier auf die gleichen Windverhältnisse wie dort.

Der nächste Tag (30.05.) brachte dann etwas moderatere Windverhältnisse. Bei drei Windstärken aus SW hatten wir wenigstens ein „langes Bein“ – wie man so sagt – in Richtung Patras.

Wie ich schon an anderer Stelle erwähnte, sind die Schwimmstege, an denen die Gäste normalerweise anlegen, von einem Sturm zerstört und es gibt nur ganz wenige freie Plätze, die ansonsten von einheimischen Stammliegern belegt sind. Gut, dass ich mich bei meinem letzten Aufenthalt und dann noch einmal über Internet vorher angemeldet habe. 

Wie geplant verließen mich am Freitagmorgen nach dem Frühstück Volker und Felix, um zu ihrer Familienfeier nach Berlin zu fliegen.

Nun darf ich erst einmal die nächsten vierzehn Tage bis zum Eintreffen der neuen Crew hier alleine verbringen. Schau’n wir `mal, wie’s wird. Es gibt genug zu tun.

Ich werde berichten.

Mein „idyllischer“ Liegeplatz in der Patras Marina

10.05.2019

Weiter geht’s am Freitag, den 10.05., nach Kiato. Seglerisch nicht weiter aufregend. Ein typisch griechischer Fischereihafen, ohne irgendwelche Versorgungsmöglichkeiten was Strom und Wasser an der Pier an geht. 

Der Versuch, bei der Port Authority die TEPAI-Steuer zu bezahlen, war nicht erfolgreich. Stattdessen erklärte der Beamte uns, dass wir am nächsten Tag von unserem Liegeplatz verschwinden sollten, was wir natürlich nicht taten. Es passierte auch nichts weiter.

An diesem Tag kam wie geplant Claudia Nohle an Bord.

Da ja die Griechen behaupteten, dass die Bezahlung der TEPAI-Steuer nun übers Internet funktionieren würde, versuchten Johannes und ich uns daran. Irgendwie funktionierte das Internet im Hafen recht gut und siehe da, wir kamen auf die entsprechende Seite mit all dem Formularkram. Das klappte sogar. Auch die SEPA-Überweisung von meinem Konto an die Bank of Greece funktionierte. Nun bin ich mein Geld los, eine Bestätigung von den Griechen habe ich bis heute aber nicht. Geht man auf die entsprechende Internetseite erhält man die Nachricht „Under Construction“. Wenig hilfreich.

Am Sonntag, 12.05. machten wir uns dann bei mäßigem bis gar keinem Wind auf in Richtung Itea, einem Ort auf der gegenüber liegenden Seite des Peloponnes. Das ist der ehemalige Hafen des antiken Delfi. Die Stadt selbst, ist nicht der Hit, der Hafen ist o.k., es gibt Strom und Wasser, aber ansonsten ziemlich tot. Das Wetter war auch nicht so prickelnd und so beschlossen wir, uns ein Auto zu mieten und das Orakel von Delfi aufzusuchen. Gesagt, getan. Die 12 Euro Eintritt waren es wert. Das „Raufgekraxle“ durch die antiken Trümmer war für mich zwar wirklich mühsam, aber es hat sich gelohnt. Was die alten Griechen damals so gebaut hatten: Fantastisch. Und dann noch der Ausblick über das darunter liegende Tal und die umgebenden Berge: Grandios. Der Ausflug war’s wert. Und was hat uns die Pythia, das Orakel, geweissagt? …Nichts!

Das Theater von Delfi und die Tempelanlagen in grandioser Landschaft

Die fünf Meilen Fahrt nach Galaxidhi am nächsten Tag legten wir unter Motor zurück. Der Hafen war weitgehend von einer Flottille belegt, aber dennoch fanden wir einen Platz längsseits der Pier. 

Das sah alles nach ziemlicher Party aus, man baute eine kleine Bühne und Lautsprecherboxen auf. Aber als wir von unserem Tavernenbesuch zurückkamen, war alles wieder abgebaut und Friede, Freude, Eierkuchen.

Von Galaxidhi ging es nach Trizonia. Abgesehen davon, dass wir bei fünf Windstärken das erste Reff einbinden mußten, auch kein besonderes Ereignis. der Hafen war relativ leer, wir fanden einen Liegeplatz längsseits der Pier. Die alte Yacht, die seit ewigen Zeiten versunken im Hafen gelegen hatte, die Peter und Rico noch bei unserem letzten Besuch schnorchelnd erkundet hatten, war nicht mehr da. Ansonsten, das Übliche: Kein Strom, kein Wasser.

Der nächste Ort, den wir ansegelten, war Navpaktos, kurz vor der Brücke, die den Golf von Patras überspannt. Dahin mußten wir kreuzen, sogar mit einem Reff im Groß. Der alte, von den Venezianern erbaute Hafen ist so winzig, dass ich mich nicht getraut habe, dort an irgendeiner Anlegestelle an zu legen. Es gibt dort eigentlich nur drei Möglichkeiten, an einer Anlegestelle fest zu machen, die aber für ein Schiff, wie ich es habe, aus meiner Sicht ungeeignet sind, es sei denn, man versucht es mit Buganker und Heckleinen. Bei der vorgegebenen Windrichtung erschien mir das aber auch wenig sinnvoll, um ruhig schlafen zu können.

Navpaktos Hafen

Außerhalb der mittelalterlichen Hafenmolen gibt es mittlerweile einen Schwimmsteg, an dem wir dann festmachten. Diese Anlegemöglichkeit ist in den Handbüchern, die ich habe, nicht verzeichnet. Man liegt hier etwas unruhig, weil man dem Schwell bei Windrichtungen aus allen westlichen Richtungen ausgesetzt ist, aber Strom- und Wasserversorgung funktionierten.

„Yssabeau“ am Ponton außerhalb des Hafens von Navpaktos

Wir erkundeten den wirklich netten Ort, Claudia kletterte sogar den Berg zu der Venezianischen Festung hinauf, Michael, Johannes und ich zogen es allerdings vor, durch die kleine Innenstadt zu laufen, bei einem Bier das Flair der Altstadt zu genießen und noch ein paar Lebensmittel im Mini Market einzukaufen. 

Abends fanden wir eine wirklich nette Taverne in der Altstadt mit einem für Griechische Verhältnisse außergewöhnlichen Menüangebot. Sehr lecker und dabei auch noch preisgünstig. Wir waren umgeben von Einheimischen, das sprach für den Laden.

Johannes und Michael Harden, Claudia Kohle und ich n der netten Taverne in Navpaktos

Am nächsten Tag, Freitag den 17.05., gings dann unter der Rion – Andirrion Brücke hindurch nach Patras. Das Brückenbauwerk ist wirklich beeindruckend und gilt als die längste, an Tragseilen befestigte Brücke der Welt.

Laut Handbuch soll man die „Traffic Control“ über UKW fünf Meilen bevor man die Brücke passieren will, anrufen, was ich auch mehrmals versuchte. Außer einem unverständlichen Gebrabbel kam da keine Antwort. Ich wurde dann doch ein wenig nervös. Wir passierten die Brücke und das war`s.

Der Hafenmeister in Patras wies uns einen Liegeplatz zu, der konnte sich offenbar noch von meinem letzten Besuch im Jahr 2017 an mich erinnern. Sehr freundlich, sehr hilfsbereit und nett. Allerdings mußten wir gleich für zwei Nächte im Voraus bezahlen, unabhängig davon, ob man wirklich zwei Nächte blieb.

Wir waren bereits mittags in der Marina Patras angekommen, das Schiff wurde aufgeklart und geputzt und Michael und Johannes beschlossen, angesichts der verbliebenen Zeit, doch schon abzumustern, um noch einen Tag in Athen mit Sightseeing zu verbringen.

Unser neuer Mitsegler, Dietmar Köhn, war bereits auf dem Weg und Claudia und ich suchten das nahegelegenste Restaurant auf, um auf ihn zu warten. Das klappte auch per Whatsapp und Google-Earth. Um 21:00 h saß Dietmar bei uns am Tisch.

Claudia verließ uns plangemäß am Samstag nach dem Frühstück und Dietmar und ich gingen erst einmal einkaufen. Es gab sogar in fußläufiger Entfernung einen Lidl.

Nachdem wir unsere Einkäufe aufs Schiff geschleppt und verstaut hatten, beschlossen wir, doch noch nach Mesolonghi, auf der anderen Seite des Golfes von Patras zu segeln. Wir mußten dort zwar hin kreuzen, aber angesichts von drei Windstärken war das ein ziemlich entspanntes Segeln. 

In Mesolonghi gibt es eine Marina, in der ich 2015 auch schon einmal gewesen bin. Nach einschlägigen Informationen wurde dem Betreiber in den letzten Jahren allerdings die Betriebserlaubnis entzogen. Warum auch immer. Es gab in diesem Jahr unterschiedliche Informationen, ob die Marina nun wieder in Betrieb sei oder nicht. 

Während wir durch den Kanal von Mesolonghi motorten kontaktete ich die Marina über UKW und erhielt sogar eine Antwort: „It is not possible to enter the Marina!.“

Also fuhren wir an der Marina vorbei und legten an der Stadthafenpier (oder was immer das auch ist) längsseits an. Kein Strom, kein Wasser aber auch kein Hafengeld.

Bei anfänglichen moderaten Windverhältnissen legten wir am nächsten Morgen in Mesolonghi ab, motorten durch den Kanal und nahmen Kurs auf Astakos, einem Hafen auf der Festlandsseite. Der Wind brieste mehr und mehr auf und letztendlich liefen wir nur unter Großsegel vor dem Wind in die Bucht von Astakos ein.

Wie im Handbuch beschrieben, war dieser Hafen bei der vorhandenen südlichen Windrichtung sicherlich nicht die erste Wahl. Aber es gab keine andere. 

Wir mußten mit Buganker rückwärts zur Pier anlegen und das bei sechs Windstärken Seitenwind und entsprechender Welle. Das erste Mal in dieser Saison.

Es lagen schon mehrere Yachten an der Pier und wir boten ein ziemliches Hafenkino.

Der erste Versuch, den Anker aus zu bringen, scheiterte schon daran, das die Ankerwinsch die Kette nicht aufholen konnte und diese somit immer wieder über die „Nuß“ abslippte. Bis ich erkannt hatte, dass die Bremse des Ankerspills nicht fest genug angezogen war, verging einige Zeit, in der wir ein wenig hilflos mit hängendem Anker im Hafen trieben. 

Ich erklärte Dietmar, wie er mit der im Ankerkastendeckel befestigten Kurbel die Bremse des Ankerspills festsetzen konnte und nach zwei weiteren Ankerversuchen lagen wir dann, Dank vieler helfender Hände der umliegenden Segler, sicher vertäut an der Pier.

Einem in einer roten Weste herumwuselnden Griechen, der natürlich kaum Englisch verstand und der versuchte meine Leinen irgendwie und irgendwo völlig unsachgemäß festzubinden, machte ich erst einmal klar, wer hier das Sagen hatte und dass er abhauen sollte, was er dann auch tat.

Wir lagen sehr unruhig an der Pier aber im Laufe des Abends flaute der Wind zusehends ab und wir hatten eine ruhige Nacht. Strom und Wasser gab es auch.

Von hier aus ging`s rüber nach Kioni auf der Insel Ithaka. Der Hafen war rappelvoll. Eine Flotille hatte sich breit gemacht. Die einzige Chance auf einen Landzugang war vor Buganker rückwärts an den Molenkopf zu gehen, was nach drei Anläufen auch gelang. Das Schild mit der Aufforderung, man solle diesen Platz spätestens morgens um 11:00 h verlassen haben, da dort angeblich Ausflugsboote festmachen würden, entdeckten wir erst sehr viel später.

Als wir am nächsten Morgen um zehn nach elf Anker auf gingen, war von einem Ausflugsboot weit und breit nichts zu sehen.

Bei schwachem Wind segelten wir die Küste Ithakas entlang in Richtung Vathi. Da wir aber mitbekommen hatten, das die Flotille auch nach Vathi segelte, fuhren wir einfach weiter und machten in Sami an der Pier längsseits fest. 

14.05.2019

Von Lavrion nach Korinth

Michael Harden und sein Sohn Johannes trafen wie geplant am Samstag den 04.05. auf dem Boot ein. Die Leute von HDM Sailing waren immer noch mit diversen Reparaturen beschäftigt, vor allem die Elektrik machte Probleme. Irgendwann bekamen die das aber wohl in den Griff.

Wir gingen erst einmal im Supermarkt einkaufen, da Sonntags die Läden geschlossen hatten. Nachdem die Handwerker auf dem Schiff fertig waren, konnten wir unseren vom Supermarkt angelieferten Proviant auch stauen. Zum Abendessen ging’s in die Taverne. 

Für Sonntag war Starkwind angesagt und so kam es dann auch. Wir blieben im Hafen, was auch gut so war. Selbst im Hafen baute sich eine Welle auf, so dass das Schiff am Steg ganz schön zu Kehr ging. Weise Entscheidung.

Am Montag, den 06.05. ging`s dann los Richtung Äegina. Bei anfänglich moderatem Wind querten wir die Traffic Route nach Athen. Der Wind nahm ständig ab und drehte auf SW, also genau in die Richtung, in die wir wollten, um dann wieder zuzulegen. An kreuzen war nicht zu denken. Wir rollten die Genua ein und motorten gegen immer mehr zunehmenden Wind und Wellen. Das war kein Spaß! Unter der Südküste Äginas blies es dann mit 17 bis 25 Knoten, so dass wir uns entschlossen, auch das Großsegel wegzunehmen.

Nach einer Weile Bolzerei gegenan, wobei wir kaum voran kamen, entschlossen wir uns, nach Methana ab zu laufen. Das hatte den Vorteil, dass wir mit Genua III segeln konnten.

Das letzte Stück nach Methana mußten wir dann doch noch gegenan motoren und wir wurden ordentlich naß.

Das war schon ein starker Auftakt der Segelsaison, vor allem für Johannes, der ja noch nie vorher gesegelt war. Er hat sich aber tapfer geschlagen.

Michael und Johannes Harden

Am nächsten Tag, dem 07.05. sollte es nach Nea Epidauros gehen. Ich startete den Motor, der ein paar Sekunden lief, um dann gleich wieder auszugehen. Nach einigen vergeblichen Startversuchen war klar, das die Maschine keinen Treibstoff bekam. Ein Blick in den Motorraum und ein wenig pumpen an der Kraftstoffpumpe bestätigte das, spritzte der Diesel doch aus dem Schlauch dierekt vor der Pumpe. Der Schaden war schnell behoben. Gut dass das nicht gestern unterwegs passiert ist.

Unter moderaten Bedingungen segelten wir dann nach Nea Epidauros in einen fast leeren Hafen.

Für den darauf folgenden Tag war die Durchfahrt durch den Kanal von Korinth angesagt. Anfänglich hatten wir noch guten Wind zum segeln, der aber nach und nach abflaute, so dass wir die letzten Meilen zur Kanaleinfahrt motorten, um nicht all zu spät in Korinth an zu kommen.

Das Einklarierungsprozedere verlief unkompliziert, 155,67 € bezahlt, und nach einer Stunde warten, konnten wir den Kanal durchqueren. Für mich nun das dritte Mal, aber doch immer wieder faszinierend. Vom Kanalausgang motorten wir das kurze Stück zum Hafen von Korinth.

Warten auf die Freigabe zur Einfahrt in den „Mythos“ Kanal von Korinth
Kanal von Korinth

Vor uns lief gerade eine Flotille ein und auf dem Molenkopf stand ein wild gestikulierender Grieche, der uns bedeutete, nicht ein zu fahren. Das ineressierte mich aber nicht, da mir klar war, dass der Typ nichts zu sagen hatte. Ich hatte mir bereits überlegt, an der mittleren Innenpier des Hafens an zu legen, da ich den Platz ja von früher her kannte. 

Der Typ rannte um den ganzen Hafen herum, um unsere Leinen an zu nehmen, hatte aber offensichtlich keine Ahnung, wie man ein Segelboot anbindet. Mir war klar, dass das einer der im Hafen herumlungernden Existenzen war, die fürs Leinenannehmen ein Trinkgeld erwarteten. 

Ich war mit dem Platz nicht so richtig glücklich, da wir immer wieder leicht mit dem Kiel auf Grund aufsetzten.

Ich wollte da wieder weg aber der Typ beteuerte in miserablen Englisch immer wieder, dass dies ein guter Platz sei und das Schiff sicher sei. 

Da ich an der Kaimauer sehen konnte, dass das Wasser wieder steigen würde, entschloß ich mich, erst einmal dort zu bleiben, da es hier Strom und Wasser gab, was im anderen Teil des Hafens nicht der Fall war.

Mit einer Penetranz ohnegleichen redete der Typ auf uns ein, bis Michael ihm fünf Euro gab. Dann war er erst einmal weg, um nach einiger Zeit, bei der er sich bei der Flottille herumgetrieben hatte, mit einer weiteren, ebenso dubiosen Gestalt wieder zu kommen.

Keiner von denen konnte vernünftig Englisch aber sie versuchten uns klar zu machen, dass sie zu der Flotille gehörten und wir gut und sicher liegen würden. Denen glaubte ich kein Wort. 

Als sie merkten, dass bei uns nichts mehr zu holen war, zogen die beiden ab. Später stellte sich heraus, dass zumindest einer von denen sich auf einem kleinen Fischerboot, das im inneren Teil des Hafens lag, zu schaffen machte. Von wegen Flottilenmitarbeiter. Die haben uns die Hucke voll gelogen.

Einer von denen kam dann nochmals vorbei, um uns ein Bier ab zu schwatzen, welches er dann auch bekam, nur um ihn endlich los zu werden.

Einer derartige Dreistigkeit, wie sie diese beiden Typen an den Tag legten, war mir bisher noch nicht untergekommen.

Wegen der Entfernung zur Stromversorgungssäule mußten wir unsere beiden Kabel auslegen und mit einem Adapterkabel verbinden, um an die Steckdose zu kommen. 

Am nächsten Morgen dann die böse Überraschung. Unser erstes Kabel nebst Adapterkabel war weg. Geklaut! Das erste Mal in Griechenland, dass ich bestohlen wurde. Der Verdacht fiel natürlich sofort auf die beiden Typen, die wieder im Hafen herumlungerten; zu beweisen war das nicht.

Wir beschlossen in Korinth zu bleiben, da an diesem Tag das Bezahlsystem für die neue Steuer (TEPAI) funktionsfähig sein sollte und ich diese bei der Port Authority bezahlen wollte. Ein neues Kabel nebst Steckern brauchten wir natürlich auch.

Den Diebstahl wollte ich natürlich zur Anzeige bringen, aber der Polizist, den wir vor der Polizeistation trafen, verwies uns an die Hafenpolizei.

Also wir dort hin. Da konnten wir gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche erschlagen, dachte ich.

Wir waren in Griechenland! Selbstverständlich funktionierte das Bezahlsystem nicht, von Barzahlung wollte der Beamte nichts wissen und für die Diebstahlsanzeige wurden wir, nachdem der Beamte ein längeres Telefongespräch geführt hatte, auf den Abend verwiesen. 

Bei einem Eiskaffe Frapé beschlossen wir, uns ein Taxi zu nehmen und das antike Korinth zu besichtigen, der der Elektroladen, in dem wir nach Kabel und Stecker fragten zwar elektrische Haushaltsgeräte verkaufte, aber keine dreißig Meter langen Stromkabel nebst Steckern.

Für zehn Euro brachte uns eine Taxifahrerin bis an die antike Stätte und wir vereinbarten, dass sie uns in zwei Stunden dort wieder abholen sollte. 

Die römische geprägte Tempelanlage war ganz nett anzusehen und der Rundgang bot interessante Fotomotive, aber es waren eben antike Trümmer und die sehen nunmal für einen Laien mehr oder weniger gleich aus.

Nach etwas über einer Stunde waren wir damit durch und hatten noch Zeit für ein hopfenhaltiges Kaltgetränk in einer Taverne.

Das antike Korinth

Die Taxifahrerin kam auch pünktlich und wir fragten sie, ob sie uns zu einem Marineshop fahren könnte, dessen Anschrift Johannes vorher gegoogled hatte. 

Nach längerer Fahrt stellte sich jedoch heraus, dass dieser Laden in Isthmia war, was offenbar vorher nicht klar war. Kabel und Stecker gab’s dort jedenfalls nicht.

Wir erklärten der Taxifahrerin was wir suchten und sie fuhr uns zurück nach Korinth zu einem offenbar speziellen Elektrofachhandel. Hier gab’s alles, was wir brauchten. Wir mußten das nur noch irgendwann zusammenbasteln.

Nettes – griechisches – Erlebnis nebenbei: Als wir vor dem Laden in das Taxi stiegen und die Fahrerin den Zündschlüssel umdrehte, ging die Alarmanlage des Autos an. Mehrere Versuche mit dem Schlüssel das Auto zu starten, ohne die Alarmanlage in Gang zu setzen, scheiterten. Nunsaßen wir da und warteten auf den Chef des Taxiunternehmens den die Fahrerin angerufen hatte, damit er einen neuen Schlüssel brachte. Der kam dann auch, brachte einen neuen Schlüssel und schon hörte das gehupe auf. Wir fuhren in Richtung Schiff, wurden aber durch eine Straßensperrung umgeleitet, so dass wir nicht bis vor die Hafenmole fahren konnten.

Dies wiederum hatte den Vorteil, dass ich es nicht mehr so weit zur Port Police hatte, wo ich ja meine Diebstahlsanzeige aufgeben wollte. 

Während Michael und Johannes unsere Einkäufe zum Schiff brachten, suchte ich die Port Police auf.

Zwei nette junge Beamte nahmen sich meiner an, wußten aber auch nicht so recht, was sie machen sollten, nachdem ich geschildert hatte, was ich wollte.

Nach deren Aussage gab es zwei Möglichkeiten: Die erste sei, dass ich eine Verlustanzeige aufgebe und ich einen Nachweis für die Versicherung bekäme – was in meinem Fall keinen Sinn machte, lag der Schaden doch unter 50,- Euro – und die zweite Variante sei, ich gäbe eine Anzeige auf, dafür müßte ich im vorhinein erst einmal 50,- Euro bezahlen, die Sache würde dann vor Gericht gehen, wo ich dann persöhnlich hätte erscheinen müssen, um überhaupt eine Strafverfolgung in Gang zu bringen. Dazu hatte ich erst recht keine Lust, hatte die Ersatzbeschaffung des Kabels doch gerade einmal 34,- Euro gekostet.

Ich schilderte den beiden Beamten noch den Vorfall mit den beiden Typen im Hafen ohne diese direkt des Diebstahls zu bezichtigen, was ein gewisses Maß an Heiterkeit hervorrief. Die beiden waren wohl Drogenabhängig und den Jungs von der Polizei bekannt.

Ich zog zwar unverrichteter Dinge von der Polizeistation ab, war aber doch irgendwie zufrieden, auf Gehör gestoßen zu sein.

Demnächst geht’s weiter.

Teil 5: Segeln im östlichen Mittelmeer

15.07.2018

Auch wenn dieser Text nicht mehr ganz aktuell ist. Ich hatte ihn bereits vor einiger Zeit geschrieben, aber hatte keine Gelegenheit mehr, ihn auf dieser Homepage einzustellen. Nun also jetzt:

07.07.2018

Nun habe ich ja gewaltig lange nichts mehr auf meiner Homepage eingestellt. Jetzt habe und nehme mir auch die Zeit, ein paar Sätze los zu werden. Meine für Naxos bestimmte Crew hat die Fähre verpaßt und kommt erst morgen an. Zeit für mich.

In Skopelos verbrachten wir vier Hafentage, nicht nur um Fußball zu gucken, sondern auch wegen des Wetters. Tagsüber war es schwül-warm und gegen Nachmittag oder frühen Abend gab es dann Gewitter mit reichlich Blitz und Donner und wolkenbruchartige Regenfälle. Da wäre beim Segeln wohl nicht die rechte Freude aufgekommen. Das Wasser stand im Cockpit Zentimer hoch, bevor es abfloß, was auch dazu führte, dass sich eine Undichtigkeit unter der Steuersäule zeigte, die mir in meiner Koje nasse Füße bescherte.

Ich hatte sowieso vor, Lavrion anzulaufen, da konnte George mit seiner Truppe gleich nachbessern.

Die Zeit in den Sporaden war leider viel zu kurz. In dem wirklich niedlichen Örtchen Elios an der Südküste der Insel Skorpelos gönnten wir uns einen relaxten Hafentag, um dann die zwei Meilen nur unter Genua I in die s.g. „Schwarzwaldbucht“ (Ormos Panormos) zu segeln, wo man wirklich – fast wie im Schwarzwald – in einer von Pinien umstandenen Bucht vor Anker geht. Leider waren andere Segler auch schon auf die Idee gekommen und so ankerten wir direkt neben einer deutschen Yacht, deren Eigner uns sogar freundlicher Weise mit seinem Dingi die Heckleine ans Ufer aus brachte. Er und seine Frau kamen aus Bremerhaven und segelten schon eine ganze Weile in dem Revier. Netter Kontakt.

Wir ankerten in wirklich schönen Ankerbuchten (wie gesagt: Ormos Panormos, Ormos Patitiri auf der Insel Alonisos oder Ormos Peristeri. Ein Highlight war sicherlich die Ankerbucht Ormos Kyra-Panagias auf der gleichnamigen Insel im Naturschutzgebiet). Ich denke, Andreas und Udo kamen mit ihren Schnorchelaktivitäten auf ihre Kosten.

Die vier Tage, die wir in Skopelos verbrachten, blieben allerdings auch nicht ohne Folgen. Nunmehr mußten wir uns sputen, um rechtzeitig zum geplanten Crewwechsel in Porto Rafti zu sein. Geplant hatte ich ursprünglich über die beiden südlich gelegenen Sporadeninseln Skantzoura und Skyros nach Kymi an der Ostküste Euböas zu segeln; dazu langte die Zeit nun nicht mehr.

Vier Tage `rumschlaffen auf Skopelos und ein verlorenes Fußballspiel mußten bestraft werden. Weil es sich gerade so ergab und es ohnehin fällig war, wurden von einem gerade auf der Pier vorbei fahrenden Tankwagen noch 70 Liter Diesel gebunkert. Zum sagenhaften Preis von 1,69 €/L, was sich im Nachhinein als wahrer Segen entpuppte (nicht der Preis!).

Wir starteten in Richtung Kymi bei Totenflaute. Zu allem Überfluß ging die Logge nicht. In den vier Hafentagen hatte wohl ein wenig Dreck den Impeller blockiert. Motoren war angesagt. Den ganzen Tag über rührte sich kein Lüftchen und so blieb uns nichts anderes übrig, als die vierzig Meilen nach Kymi zu motoren. Meine Welt!

Kymi erwies sich als ein ziemlich ausgestorbener Fischereihafen. Wir erwischten einen Platz an einer kahlen Betonpier, Strom und Wasser gab es nicht. Morgens um 09:00 h parkte allerdings dann eine nette Dame ihren Kleinwagen neben uns auf der Pier und stellte sich als Vertreterin der Port Authority vor und kassierte 09,32 €.

Die 16 Meilen zum nächsten Hafen Petries legten wir am nächsten Tag so zu sagen „auf einer Rasierklinge“ dahin. Der Wind wehte aus Nordost, beginnend mit 3 Bft und letztendlich mit 5 Bft.

Petries ist ein reiner Fischereihafen und der war voll. Ich versuchte, in alle möglichen Lücken hinein zu kommen, wurde aber entweder von unfreundlichen Fischern abgewiesen oder es ging einfach nicht, entweder weil es zu flach war oder zu eng oder, oder, oder. Nachdem wir ca. eine Stunde in dem Hafen herumgekurvt waren, bedeutete uns ein Fischer, dass wir neben einem offensichtlich nicht einsatzbereiten Fischtrawler festmachen könnten. Das war die einzige Chance auf einen Liegeplatz, die wir nutzten.

Strom und Wasser gab es nur über Chipkarte (hatten wir nicht), aber immerhin lagen wir einigermaßen komfortabel.

Mit zuerst vier, dann fünf Bft, von hinten ging es am nächsten Tag die ca. 45 Meilen in Richtung Karystos an der Südküste Euböas. Das kannte ich ja nun schon. Sechs Stunden Rauschefahrt, herrliches Segeln. Meine beiden Mitsegler empfanden das hoffentlich auch so, sicher bin ich mir da nicht. Positiver Effekt: Die Logge hatte sich wieder frei geschaufelt und zeigte die Geschwindigkeit wieder an.

Wir legten längsseits der Fischerpier an – ich hatte keine Lust auf Ankermanöver rückwärts zur Pier und es gab nur ein einziges Fischerboot, welches dort lag – und prompt kam auch ein Grieche und brabbelte etwas von „Fischboat“ und „go Anker“. Das war kein Hafenmeister, und obwohl er etwas von „Port Police“ brabbelte bedeutete ich ihm, dass ich dort bleiben würde, wo ich bin und dass er mich in Ruhe lassen sollte, was er dann auch tat. Interessant ist ja, dass solche Typen immer erst dann auftauchen, wenn man sich mit dem Boot weitgeh

end etabliert hat. Vor- Achter- und Springleinen gesetzt hat, das Elektrokabel angeschlossen hat, inklusive Buchung des zu zahlenden Geldkontingents von der Chipkarte, die am nahe gelegenen Kiosk zu erwerben ist. Da hat man wenig Neigung, noch einmal den Liegeplatz zu wechseln, nur weil irgendein Hayopei da `rumlamentiert.

Wir verbrachten eine ruhige Nacht, streßfrei. Das vor uns liegende Fischerboot war weg, eine andere, größere Yacht machte noch vor uns fest. Das war’s.

Zum Abschluss wollte ich meinen beiden Mitseglern noch eine nette Ankerbucht gönnen. Bis zum Crewwechsel hatten wir nun noch einen Tag Luft. Zwischen Karystos auf Euböa und Porto Rafti auf Attika gibt es die Insel Megalo und an deren Südküste die Ankerbucht Ormos Vasiliko. Bei nördlichen Winden liegt man dort wie in Abrahams Schoß. Das waren von Karystos aus ca.10 Meilen und wir verbrachten dort noch einen sehr geruhsamen Nachmittag, den meine beiden Mitsegler mit Schnorcheln und Inselerkundung verbrachten.

Am nächsten Tag segelten wir bei mäßigem Wind aus SSE nach Porto Rafti, wo wir dann an einem bis dato nicht vorhandenen Schwimmponton längsseits festmachten. Bei meinen vorherigen Aufenthalten gab`s diesen Ponton noch nicht. Dieser erwies sich als wahrer Segen, hätten wir sonst doch keinen Liegeplatz gefunden. Ein bisschen wackelig, aber o.k.

Hier, in Porto Rafti, verließen dann am Samstagmorgen Udo und Andreas das Schiff und plangemäß stieg Edwin Mang dann dazu. Perfekt.

17.06.2018

Segeln in den Sporaden? Heute ist Fußball angesagt – Deutschland gegen Mexiko. Meine Crew und ich sitzen in einer Kneipe vor der Glotze, erstere um Fußball zu gucken, ich, um E-Mails zu schreiben und ein paar Sätze auf der Homepage.

Um es kurz zu machen: Nochmals nach Norden zu segeln, war eine gute Entscheidung. Stellte sich der Golf von Volos schon als ein nettes Revier dar (sieht man einmal von Volos-Stadt ab) so entpuppten sich die Sporaden als echtes Kleinod.

Die Insel und der Hafen von Skyathos war unser erstes Anlaufziel. Wie kann es anders sein, im Hafen von Skyathos haben sich schon diverse Charterfirmen ausgebreitet, so dass für einzelne Segler kaum noch Platz ist. Wir hatten Glück. Nach einer etwas ausgedehnteren Hafenrundfahrt, bei der wir bei diversen Anlegeversuchen von irgendwelchen unfreundlichen Mitarbeitern von Charterfirmen abgewiesen wurden, erwischten wir eine Lücke zwischen den an der Pier liegenden Charteryachten und das auch nur, weil gerade eine Yacht diesen Platz verließ. Dies aber auch nur Dank meiner Hartnäckigkeit und viel Geschrei.

Die Mitarbeiter der Charterfirmen schließen jede frei werdende Lücke, indem sie die Boote auseinander ziehen und so die Pier derart großzügig belegen, dass kein anderes Schiff mehr dazwischen paßt.

Ich bin frech in die gerade entstandene Lücke hinein gefahren, so dass die Charterjungs keine Möglichkeit hatten, ihre Schiffe zusammen zu legen. Wir wurden nicht gerade Freunde!

So, Fußball ist zu Ende. Deutschland hat 1 zu 0 verloren. Meine Crew will auf’s Schiff. 

Mehr gibt’s später.

03.06.2018

Seit gestern sind wir in Volos, einem der größten Häfen Griechenlands. Die Verhältnisse sind eher bescheiden. Die Pier des riesigen Stadthafens ist entweder von heimischen Dauerliegern oder von Charterfirmen belegt. Obwohl zwischen den hier liegenden Yachten hier und da noch ein Plätzchen frei wäre, werden wir bei unseren Anlegeversuchen mehrfach vertrieben. Nach einstündiger Hafenrundfahrt entdecken wir in einer Ecke eine Anlegemöglichkeit. Ein einziges Segelboot liegt an einem Piervorsprung und beim Näherkommen stellt sich heraus, das es die „Mentor“ von Wolfgang und Waltraud ist. Große Freude.

Der Hafen bietet nichts für uns, kein Strom, kein Wasser, aber dort, wo wir liegen, soll die Gästepier sein. Allerdings ist die Verkehrsanbindung nach Athen und Thessaloniki recht gut, also ideal für einen Crewwechsel.  Erwin und die beiden Michaels sind heute schon ausgestiegen, Jasmin, Udo und Andreas werden heute Abend ankommen.

Blick zurück: Nachdem Erwin und Michael in Nea Artaki zu uns gestoßen waren, segelten wir dann bei ständig wechselnden Windverhältnissen den Golf von Euböa entlang mit Stationen in Limni, einem sehr netten malerischen Dörfchen mit einem kleinen Hafen, dann über Loutra nach Oreos. Hier hat sich mittlerweile eine Charterbasis breit gemacht und dadurch war das Liegeplatzangebot  doch etwas knapp, auch wenn der Hafen recht groß ist.

Von Oreon aus segelten wir in den Golf von Volos zu der kleinen Insel Palaio Trikeri. Michael Bringmann hatte hier deutsche Freunde, die er aus Irland kannte und die wir treffen wollten. Wie sich herausstellte, hatten die beiden gerade auf der Insel ein Haus gekauft, um hier mehrere Wochen im Jahr zu verbringen. 

Wir trafen Peter und Marion mit ihrer Tochter und deren Freund und verbrachten einen sehr netten Abend in einem  von den  zwei in dem Örtchen vorhandenen Restaurants.

Mit achterlichen drei bis vier Windstärken ging es dann am nächsten Tag nach Volos, herrliches Segeln, so richtig zum „abgewöhnen“ für die dann scheidende Crew.

Saisonauftakt

27.05.2018

Endlich ist die „Yssabeau“ im Wasser. Natürlich mit entsprechender Verzögerung. Es waren noch reichlich „Restarbeiten“ zu erledigen.

Michael Harden kam planmäßig am Donnerstag an Bord, allerdings konnten wir erst am Samstag aus Lavrion lossegeln. Erste Station war Porto Rafti. Bei 3 bis 4 Bft. gerade richtig zum angewöhnen.

Auf dem Weg nach Karystos auf der Insel Euböa hat Michael die Vorschiffsluke nicht richtig geschlossen und das Vorschiff geflutet, inklusive seiner Tasche mit Wäsche. Das bescherte uns einen Hafentag zum Polster spülen und trocknen und Wäsche waschen.

Am Dienstag liefen wir bei moderaten 3 Bft. aus Karystos aus, aber kaum waren wir aus der Bucht heraus um die Ecke gebogen erwischte es uns mit vollen 6 Windstärken, natürlich aus der Richtung, in die wir wollten. Am Ende legte der Wind auf 26 bis 30 Knoten zu und wir rollten die Genua ein. Wir beschlossen in der Bucht Oreos Vasiliko auf der Insel Nisos Megalo Petali vor Anker zu gehen und befanden uns mit dieser Entscheidung in bester Gesellschaft.

Am nächsten Tag legten wir vorsichtshalber zwei Reffs ins Groß ein und setzten die Genua III, um dann in einer Flaute zu enden. Ausreifen half auch nicht so richtig, also mußte der Motor ran.Nach 1 1/2 Stunden motoren konnten wir wieder segeln und landeten dann in dem Hafen von Karavos/Euböa.

Nach einigem suchen trieben wir einen jungen Mann auf, der uns für 20,- € einen Chip verkaufte, mit dem wir an einer Servicesäule Strom und Wasser freischalten können sollten. Strom gabs dann auch, Wasser nicht.

Auf dem Weg nach Chalkis segelten wir erst bei moderaten 2 bis 3 Windstärken, um dann bei zunehmenden Wind auf die Genua III zu reffen. Das letzte Stück im Channel Steno Motoren wir dann und machten dann in der kleinen Marina südlich der Brücke von Chalkis fest.

Da wir ohnehin nicht am selben Abend durch die Brücke wollten, etablierten wir einen Stromanschluss und Michael suchte die Hafenbehörde auf, um die Brückenpassage für die nächste Nacht zu klären. Enttäuscht kam er wieder zurück, der Hafenbeamte wollte uns erst am nächsten Tag klarieren. Griechische Bürokratie!

Am nächsten Tag also noch einmal, 35,- € berappt und mit der Nachricht, dass die Brücke um 00:30 h öffnen würde konnten wir den Tag relaxt verbringen.

Um 00:15 h legten wir dann in der Marina ab, fuhren eine halbe Stunde vor der Brücke auf und ab, um selbige dann um 00:45 h mit etlichen anderen Yachten zu passieren. 

Den Rest der Nacht verbrachten wir längsseits der Pier nördlich der Brücke um uns dann am Freitag nach Nea Ataki drei Meilen nördlich von Chalkis zu verholen.

Und hier sind wir immer noch. Wir haben keine Lust gegen einen sehr wechselhaften und böigen Meltemi an zu kreuzen. Hier warten wir auch auf unsere beiden neuen Mitsegler Michael Bringmann und Erwin Gruber.

 

 

Juttas Reisebericht 2017

Urlaub 2017, 10 Tage „Segelleben“ vom 01. bis zum 10. Juni

Prolog

Segeln ist nicht meine Welt. Petroleum- und Dieselgeruch, die Enge von Koje und Kajüte, die ständige Angst vorm Untergang bei Schräglage des Schiffes unter Segeln und die gefühlte Klammheit aller Klamotten haben nichts Attraktives für mich. Zudem ist mir der Seglerjargon völlig fremd, und von Knoten und Segeln habe ich nicht die geringste Ahnung. Dennoch möchte ich mich auf 10 Tage „Segelleben“ einlassen, und zwar auf dem Boot meines alten Freundes Jörg, Eigner und Skipper einer Sigma 362, einem 36 Fuß Schiff, auf dem er mit wechselnder Crew den Sommer auf dem Mittelmeer verbringt. Geplant ist eine Tour in der nördlichen Ägäis von Thessaloniki vorbei an den nördlichen Sporaden bis Nea Artakis auf Euböa, wo ich das Segelschiff verlassen werde, um im Anschluss eine Woche Strandurlaub zu machen. Dies ist für mich ein echtes Abenteuer, von dem ich hier berichten möchte in einer Art Tagebuch aus der Sicht einer absoluten Laiin in Sachen Segeln. Wer es gerne professioneller hätte sollte sich die Berichte von Peter und Jörg für denselben Zeitraum ansehen.

 

Donnerstag, 01. Juni 2017

Seit Neuestem bietet Ryanair recht preiswert einen Direktflug von Dortmund nach Tessaloniki an. Also machen wir, Vera und ich, uns am frühen Morgen mit ÖPNV auf zum
Flughafen in Dortmund. Boarding und Flug verlaufen reibungslos, an Wegzehrung haben wir auch gedacht, Thessaloniki erreichen wir so satt und zufrieden nach ca 3 Stunden gegen 14:15 h. Die Marina Aretsou in Kalamaria ist dem Taxifahrer bekannt, und so kutschiert er uns für € 16 vom Flughafen direkt bis zum Hafenmeister. Nach kurzer Rückfrage wird uns die Richtung zum Liegeplatz 157 gewiesen.

Jörg und Peter haben aus einem gelben Bettlaken den perfekten Sonnenschutz gebaut, in
dessen Schatten sie uns sehr herzlich empfangen. Vera und ich sind von der Hitze (ca 25
Grad) so verschwitzt, dass wir ohne Umschweife gleich ins Badezeug schlüpfen und uns auf der Pier mit kaltem Wasser aus einem Wasserschlauch abkühlen. Erst dann sind wir in der Lage, das Begrüßungsbier zu genießen.

Nach einem ersten Austausch von Neuigkeiten und Einrichten unserer Klamotten in der
Vorschiffskoje stellen wir einen Essensplan für die nächsten 3 Tage auf. Mit der daraus
resultierenden Einkaufsliste ziehen Vera, Peter und ich los. Der erste Mini Market, den wir
anlaufen, hat zwar 24 Stunden geöffnet, ist aber wirklich mini. Obst, Gemüse und Fleisch gibt es dort nicht. Wir fragen uns also zu einem Supermarkt durch und haben Glück: 3 übervolle Einkaufskörbe mit fast allem Gewünschten werden uns sogar bis ans Schiff geliefert. Allein Fleisch muss in einer Metzgerei besorgt werden, was Vera und Peter übernehmen. Sie kommen mit derartig viel Fleisch zurück, dass wir den Vorsatz am heutigen Abend essen zu gehen fallen lassen, und Peter sich ans Kochen macht Das Menue besteht aus Salat, Spaghetti Bolo mit Parmesan und Wein und Bier.In der Abendsonne wird es auf dem Schiff serviert. Müde und erschöpft von den arbeitsreichen Tagen vor unserer Abfahrt und dem Krafttraining nach dem Abendessen (einige Gläser feinsten Ouzos, Marke Plomari, gilt es zu stemmen) sinken wir in unsere Koje.

 

Freitag, 02. Juni 2017

Die Nacht war ein wenig unruhig. Nicht wegen der Mücken (die hatten wir mittels einer Art
Gardine über der geöffneten Luke weitestgehend ausgesperrt), sondern wegen eines herumstreunenden Katers auf Veras Bettseite. Als sie den endlich erlegt hatte war es bis
Sonnenaufgang noch schön muckelig (warm) in der Koje. Nach einem üppigen Frühstück
erfolgt zunächst eine umfangreiche Sicherheitseinweisung und das Anpassen der
Rettungsweste durch den Skipper Jörg. Ich wähle das etwas schlichtere Modell einer Art
Gummikragen. Gegen 11:30 h heißt es Leinen los und mit dem Motor auf durch den
„Ententeich“ wie Peter das ruhige Meer bezeichnet. Vera wird eingewiesen am Steuer des
Schiffs und übernimmt unter Jörgs wachsamem Auge das Ruder. Nach ca. einer Stunde
frischt der Wind auf etwa Stärke 3 auf, so dass Segel gesetzt werden. Welch ein Gefühl! Die
Sonne scheint und die Sonnencreme klebt: das richtige Urlaubsfeeling stellt sich ein. Als
dann noch an backbord Delphine auftauchen ist der Tag perfekt. Den ersten sich
anbietenden Hafen (Limáni KÍTROUS) in 20 sm Entfernung lassen wir liegen, um als Tagesziel den zweiten (Lemenískos PARALÌA KATERÌNI) anzusteuern. Angekündigt als „one of the most touristic parts of Greece“ mit „good life“ scheint uns dieser als angemessen. Zu unserem Schrecken jedoch vereitelt Niedrigwasser unsere Einfahrt in den Hafen, wir laufen im Schlick auf. Seemännisch erfahren meistert Jörg die Situation mit Bravour, also soll´s Lemenískos LÌTORCHO werden. Allerdings stellt der Navigator Peter schnell fest, dass wir hier ähnliche Wassertiefen vorfinden werden wie soeben. Inzwischen ist es 17:00 h, und es wird entschieden, unter Motor doch die Marina Platamon anzufahren. Steuerbord grüßt der Olymp und wir schwadronieren ein wenig über den Schlawiner Zeus und phantasieren zum Leben der Götter. Fast halb neun erreichen wir den Hafen und werden zum Anlegen an
einen Pier direkt vor der Bar eingewiesen, Beschallung inklusive. Dies ist ein absoluter, gut
besuchter Touri-Ort. Jörg zaubert als Abendessen noch ein „Hähnchen süß-sauer“, und
geschafft von der Aufregung und dem anstrengenden Tag fallen Vera und ich ins Bett,
bewehrt mit Ohrstöpseln und Kopfhörer. Jörg und Peter nehmen noch ihren „night cup“ und genießen die Barmusik.

 

Samstag, 03. Juni

Nicht besonders früh, aber noch bevor das Städtchen und die Bar zu Leben erwachen, ist
Peter schon unterwegs zum Kaffeetrinken und Vera zum Schwimmen. Glockengeläut von der nahegelegenen Kirche spielt um 7:30 h und um 8:30 h eine helle Melodie, und etwas
zerknittert krabbel ich zum Cockpit des Schiffes. Eine Abkühlung im Meer ist unbedingt
nötig. Am Strand sind nur wenige „Frühaufsteher“ unterwegs, ein Fischer ordnet seine Netze und ein Angler träumt vor sich hin. Das Wasser ist angenehm kühl, so dass der Kreislauf langsam in Schwung kommt. Nach der Dusche im Gebäude der Bar sind auch alle wieder auf dem Boot und um den Frühstückstisch versammelt. Peter hat wie allmorgentlich alles vorbereitet (Kaffee, Tee, Wurst, Käse, Tomaten, leckeres Brot und alles was dazu gehört). Beim Frühstück erfahren wir, dass Vera mittels der an der Spitze der Koje befindlichen Fernbedienung in der Nacht das Fußende ihres Bettes höher stellen wollte. Jörg wird blass und fragt nach. Nein, es sei nichts passiert, nichts hätte sich bewegt, es habe nur ein lautes „Klock“ oder „ Klack“ gegeben. Kein gequältes „ouioiuuoioiooii“ ? fragt Jörg nach und ist beruhigt als dies verneint wird. Bei der Fernbedienung handelte es sich mitnichten um eine zum Verstellen des Bettes, sondern um die zur Bedienung der Ankerwinde. Und Weiteres lernen wir nach dem Frühstück, nämlich, dass „der Nüschel in der Backs“ läge. Es stellt sich heraus, dass Peter zum Befüllen des Wassertanks die Spritzdüse für den Wasserschlauch sucht und diese in der Backskiste liegt.

11:20 h legen wir ab mit Ziel Agiokampus ca. 20 sm südlich. Die Sonne ist uns hold, und ein
(sehr) leichter Wind weht. Wir können auch heute Segel setzen und setzen die Fahrt
gemächlich mit 2 bis 3 Knoten fort. Als der Wind zu einem Lüftchen abflaut gönnen wir,
Vera, Jutta und Peter, uns ein Bad im tiefen Meer. Nacktbaden ist in Griechenland eigentlich nicht erlaubt, aber hier, fern aller Zivilisation, genießen wir ein Stückchen Freikörperkultur. Das Wasser hat 21 Grad und ist angenehm erfrischend. Aus der Idee, sich am Fender hinter dem Boot herziehen zu lassen, wird leider nichts, denn es steht, weil der Wind sich gänzlich verflüchtigt hat. Also planschen wir ein wenig herum und genießen die Abkühlung. Nicht lange nachdem wir wieder an Bord und bekleidet sind frischt der Wind wieder auf, so dass es unter Segeln weitergeht. An Steuerbord begleiten uns Delphine, das Plätschern des Wassers ist einlullend, ein Mittagsschläfchen ist angesagt, und so kreuzen wir unserem Ziel entgegen. Um nicht erst in der Dunkelheit anzukommen, wirft Jörg gegen 17:30 h den Motor an und eine Stunde später erreichen wir unser Ziel Agiokampus. Der Hafen besteht aus einem Nord- und einem Südhafen, wobei der Nordhafen kleineren Booten vorbehalten ist. Im Südhafen legen wir längsseits an der Mole an. Unsere Nachbarn sind drei Fischkutter, die in den Augen einer Landratte wie ich es bin eher wie „Seelenverkäufer“ aussehen bestückt mit „Gerümpel“ und auf der Backbordseite mit großen Lampen. Auf den Booten sind die Männer mit dem Flicken von Netzen oder mit der Zubereitung des Abendessens beschäftigt. Es riecht nach Fisch, auf einem Schiff werden Eisblöcke angeliefert, und die „Hafenkneipe“ (bestehend aus einer Art Wohnwagenkiosk mit Tischen und Sonnenschirmen davor) ist gut besucht. Auf der Kaimauer hocken etliche Angler, die auf einen Fang hoffen. Auf unserem Boot bereitet Peter ein köstliches Lammgericht zu und serviert dazu Kartoffeln und Bohnen. Wir laden die Hafenpolizistin ein, die aus ihrem Auto steigt und um die Papiere sowie den Befähigungsnachweis des Kapitäns bittet. Sie lehnt dankend ab, alles ist in Ordnung, und wir verputzen die Köstlichkeiten bis auf den letzten Rest. Auch den Digestif, einen Ouzo, schaffen wir noch bevor das nahende Gewitter sich mit Regen entlädt.

 
 

 

Pfingstsonntag, 04. Juni

Die Nacht war kühl, und als ich mich um 7 Uhr im Cockpit niederlassen will sind Bänke und Boden nass, so dass ich mich zum Schreiben an den Navigationsplatz setzen muss. Die Kaimauer ist bereits besetzt von etlichen alten Männern, die wohl ausgesandt waren, den Fisch fürs Mittagessen aus dem Hafenbecken zu ziehen. Alle schlafen noch, und so setze ich mich auf den Navi-Platz und lasse den Vortag Revue passieren. Ich wandere auf der Kaimauer bis zum Nordhafen und sehe, dass die „Hafenkneipe“ bereits gut besetzt ist. Den Abfallcontainer finde ich auch. Sein Deckel ist zu Zweidritteln weggerostet, so dass mit einem Blick in die Tonne deren Zweck erst verifiziert werden muss. Auf meinem Weg zurück zum Boot vorbei an den Fischern werde ich fragend angeflüstert „fish?“ Ich gehe vorbei mit dem Hinweis der Kapitän sei zu fragen und komme rechtzeitig zum Frühstück beim Boot an. Peter hat in bewährter Weise alles vorbereitet, das Frühstück ist köstlich und insbesondere Jörgs liebevoll dekorierte Brote auf dem Frühstücksteller eine Augenweide, der Abwasch ist flott gemacht und die Reling klariert von Handtüchern und Wäsche. Vera ist mehr als tatendurstig, greift sich Gummihandschuhe, Eimer (Pütz!) und Schwamm und säubert die Bilge. Mehrfach entleert Jörg den Pütz über die Reling, es scheint sich einiges angesammelt zu haben. Bevor wir starten begeben Peter und ich uns derweil auf „Fischfang“ fürs Abendessen. Ein wenig warten müssen wir noch, denn so lange der Hafenpolizist auf dem Kai Patrouille fährt ist kein Handel möglich. Am ersten Kutter wird uns eine Plastiktüte mit einer Art Sardinen angeboten. So hatte ich mir eine Fischmahlzeit nicht vorgestellt. Also auf zum nächsten Schiff; auf dem dritten, der rostigsten dieser Rostlauben gibt es Makrelen, 5 für € 1 wie Peter verstanden hatte. Es stellt sich heraus, dass tatsächlich € 5 gemeint sind. 5 Fischlein zu diesem Preis sind uns zu wenig, weshalb wir um 8 bitten. 9 werden es dann, die aber wiederum € 7 kosten sollen. Das zu zahlen bin ich nicht bereit, also greife ich in die Tüte, um dem Fischer 1 Makrele zurückzugeben. Entnervt winkt dieser ab, und so ziehen wir mit unseren 9 Makrelen für € 5 von dannen. Um 10:40 h endlich legen wir ab. Totale Flaute zwingt uns zum Motoren. Wir laufen den ersten sich anbietenden Hafen Aigo Ioannis 20 sm südlich unseres Starthafens an. Es ist ein Winzding, und zu unserem Bedauern (?) schnappt uns eine Motoryacht den letzten verfügbaren Anlegeplatz vor den Nase weg. Nicht allzu traurig drehen wir ab, um weitere 18 sm bis Katigiorgis zurückzulegen. An Segel setzen ist nach wie vor nicht zu denken. Nach einer Runde Gerstenkaltschale und Kartoffelchips (Peter macht sich über den Rest Hähnchen süß-sauer her) erliegen alle bis auf den Steuermann dem postprandialen Erschlaffungssyndrom. In Katigioris angekommen liegen am Kai eine Reihe von Kleinmotor- und Schlauchbooten und zwei große Motoryachten. Die einzig freie Stelle scheint ein gelb markierter Bereich des Kais zu sein, der aber – wie sich herausstellte- für das Wassertaxi frei bleiben muss. Eine weitere Runde durch den kleinen Hafen lässt einen schmalen Spalt zwischen Motoryacht und Motorbötchen
erkennen. „Never“ denke ich, doch Jörg setzt beherzt zu Einparken an. Peter wirft auf Kommando den Anker ins Wasser und Vera und ich werden mit dem Werfen der Festmacherleinen beauftragt und damit, Abstand zu halten zu den Nachbarbooten. Leider ist niemand da, der die Leinen am Kai entgegennehmen kann. Also muss Vera an Land springen und sie selbst festmachen. Ein Mann mit Handy am Ohr erbarmt sich, legt das Mobiltelefon auf den Boden und greift sich die zweite Leine. Es ist vollbracht, die schmale Baubohle wird als Gangway ausgelegt, Vera und ich organisieren im Mini-Market eine Flasche Gin und an Bord gibt es nun den Anlegerdrink Gin-Tonic. Die Bucht diente vormals als Anlandeplatz für Fische, die für …. bestimmt waren. Aus dieser Zeit übrig geblieben ist eine berühmte Fischsuppe namens Kakaviar. Also beschließen wir, diese in einem der vier Restaurants am Strand als Abendessen einzunehmen. Der Nachbartisch ist belegt mit mehreren deutschen Familien mit ihren Kindern. Und so genießen wir „Zukunftsmusik“ und unser Essen. WiFi, das wir hier gern in Anspruch genommen hätten, ist derartig lahm, dass wir nach kurzer Zeit unsere Bemühungen aufgeben. Ein letzter Drink an Bord ist die Überleitung zur Nacht.

 

Pfingstmontag, der 05. Juni

In der Nacht hatte sich eine aufdringliche Fliege ins „Schlafzimmer“ verirrt mit dem Ergebnis, dass ich oft unvermittelt um mich schlug. Erholsamer Schlaf stellt sich erst am frühen Morgen ein. Alle, auch die Jungs, schlafen heute etwas länger. Um wach zu werden beschließt Peter, sich ins kühle Nass zu begeben und klettert über die Badeleiter ins Wasser. Mir ist das zu unheimlich zwischen den Booten hindurch ins Hafenbecken zu schwimmen, und so nehme ich den Weg über die Slipanlage. Hier muss ich aufpassen, unbeschadet an den Seeigeln vorbei zu kommen, doch es gelingt. Vera bevorzugt den Weg ins Wasser über den Strand, wo wir beiden uns dann treffen. Peter ist längst zurück auf dem Boot und kümmert sich in bewährter Weise um das Frühstück. Jörgs Stirn wird kraus und krauser ob des Sandes, den wir inzwischen alle an Bord geschleppt haben, doch Vera greift sofort zum Handfeger, um das Problem zu lösen. Peter und ich begeben uns mit den Makrelen an eine steinige Stelle des Ufer, wo wir die Fische ausnehmen und für die Zubereitung präparieren, um dies nicht auf dem Schiff erledigen zu müssen.

Bereit zum Auslaufen entscheiden wir uns für ein Ziel auf der Insel Evia, den Hafen von Oreoi, ca. 16 sm entfernt. Sonnenschein und eine Brise mit 3 Windstärken von hinten (achtern) garantieren eine „lady´s tour“. Die Segel werden gesetzt, Vorsegel und Großsegel in „Schmetterlings-Stellung“ gebracht, und mit einer Geschwindigkeit von ca. 6 Knoten gleiten wir zur Insel hinüber. Tiefe Zufriedenheit und Glücklichsein breiten sich auf dem Schiff aus. Mit Gerstensaft in der Rechten, dem Steuer in der Linken stimmt Jörg das Lied an von der Dame, die sein Herz am Band an der Taille trägt, an, nämlich die Kanaille (*). Vera wird überredet, das Steuer auch einmal unter Segeln zu übernehmen und erweist sich auch diesmal als sehr gelehrig, so dass Jörg und Peter sich zu einer kleinen Meditation zurückziehen können. Recht früh, so gegen halb vier, erreichen wir unser Ziel und finden einen wunderbaren Anlegeplatz direkt gegenüber dem Eingang zum Strand. Der Buganker hält, die Leinen sind fest, die Gangway ist ausgebracht, und dem Anlegerdrink steht nichts im Weg. Vera, Jörg und ich schlendern anschließend durch das Städtchen, um die Einkaufsmöglichkeiten auszubaldowern, während Peter auf dem Schiff Waschtag hat. Später treffen wir uns im Café am Anfang des Kais und setzen erste Mails ab, denn hier endlich gibt es mal vernünftiges WLan. Ein Bad im Meer schließt sich an mit einer schön warmen Dusche danach am Strand bevor es an die Zubereitung des Abendessens geht. Heute gibt es Makrele mit griechischem Salat und Brot. Drei Crewmitglieder genießen die Mahlzeit, während Jörg schon ein wenig säuerlich reagiert als der leckere Schafskäse im Salat unter Veras Rühren ziemlich zermanscht. Beratungsresistent lässt er sich nicht zeigen wie frau einen Fisch filetiert und die Gräten entfernt. Das Ergebnis ist ein Haufen total zerrissener Makrele auf dem Teller mit Gräten überall, die Jörg bei jedem Bissen aus den Zähnen pult. Nein, wenn überhaupt Fisch, dann nur grätenfreies Thunfischsteak oder Fischstäbchen! Dennoch findet der Abend ein versöhnliches Ende, denn sowohl der Retsina wie auch Rot- und Weißwein sind bekömmlich.

(*)
Refrain
Schön wie eine Blume war die Kanaille,
eine Kanaille als Blume getarnt.
Sie trug mein Herz am Band um die Taille,
ich armer Wicht, ich war nicht gewarnt.

 

Dienstag, der 06. Juni, Hafentag

Peter ist längst unterwegs als ich mich fürs morgendliche Bad im Meer rüste. Einige Nachbarschiffe sind bereits verschwunden und die ersten Neuankömmlinge steuern den Hafen an. Vera hat Kaffee und Tee gekocht und alles fürs Frühstück Notwendige in Position gebracht. Was fehlt ist Peter mit dem Brot. Wir bringen den genialen Sonnenschutz, das wunderbar gelbe, alte Betttuch an, damit wir im Schatten sitzen können. Wir trinken Tee und Kaffee und warten auf Peter. Um 10 h mache ich mich auf den Weg („der Herr, der schickt den Jockel aus,…“) und finde ihn im Café am Eingang zum Kai. Überrascht nimmt er zur Kenntnis, dass es bereits 10 h ist und verspricht sofort zu kommen. Das Frühstück mundet wie immer, Vera befürchtet, von den „alten“ Eiern Salmonellen zu bekommen, und im Übrigen wird es auch heute natürlich wieder gewittern 😉 (schmunzel). Nach dem Frühstück bastelt Vera einen Sonnenschutz in Verlängerung des Bimini (ein Sonnenverdeck, das aber nur dem Steuernden Schatten spendet). Ich nehme derweil eine Nachhilfestunde in Sachen Tauwerk. Ich lerne es gibt keine Stricke an Bord. Stattdessen haben wir Leinen, so zum Beispiel Reff- und Festmacherleinen, Schoten, Taue, Trosse, Fallen, Bensel, Zeisige und „Nursodas“. Besonders gefallen mir auch die Übungen zu den Seemannsknoten. Einen beherrsche ich ja schon ganz gut, den Webleinsteg. Damit bin ich geradezu dafür prädestiniert, die Fender anzubringen … . Einen anderen, den Palstek, liebe ich ganz besonders, weil ich auch hier wieder Überraschende lerne: ein „Öhrchen“ gibt es nicht dafür ein „Auge“. Das sieht zwar genauso aus wie das „Öhrchen“, heißt aber anders. Also: erst ein „Auge“, dann die „Schlange“, die eigentlich eine „Nursoda-Leine“ ist, von unten durch den
„Teich“ (der gerade noch Auge hieß). Die Schlange, die eigentlich die „Nursoda-Leine“ ist, sieht mich, bekommt Angst und läuft in einem großen Bogen, der später die Arbeitsschlaufe wird, weg vor mir (hahaha: die Leine sieht mich, bekommt Angst und läuft weg!). Dann schleicht sie von hinten unter Daumen und Zeigefinger durch und schlängelt sich von oben wieder in den Teich. Ich greife den Kopf der Schlange zusammen mit dem Ufer des Teiches und ziehe beides in die entgegengesetzte Richtung als den Schwanz der Schlange. Und schon habe ich die Arbeitsschlaufe, die ich nun um einen „Pal“ legen kann ohne dass sie sich zuzieht (im Ernstfall natürlich nicht die „Nursoda“-, sondern die Festmacherleine). So oder so ähnlich, der Palstek ist fertig.

Wir bleiben heute hier im Hafen und begeben uns in unser Lieblingscafé. Schreibzeit ist angesagt, zwischendurch ein Spaziergang zum Stier im Glaskasten, eine Postkarte für die Lieben daheim ohne Mailadresse erstehen wir auch. Die Wirtin des Cafés freute sich sehr über unsere Anwesenheit und sorgt für unser Wohlbefinden. Café Frappé, Eis, Baklava, Bier, Wasser mit Eis, Blätterteigtasche mit Füllung und alles, was das Herz begehrt verzehren wir während Peter, Jörg und ich Reiseberichte schreiben. Es ist heiß, 35 Grad, ich begebe mich zu einem Mittagsschlaf zum Boot, Peter und Vera gehen einkaufen und Jörg? Er bleibt noch ein wenig im Café. Kaum die richtige Schlafposition gefunden kommen die Einkäufer zurück, mit der Ruhe ist es vorbei. Die Einkäufe für die nächsten Tage werden angeliefert und müssen verstaut werden. Zur Abwechslung wird danach an Deck geduscht, Jörg zuerst (von Vera eingeseift, grins), dann Vera, und ich schließe mich an, nachdem ich mir das Vergnügen angesehen hatte. Steuerbord legen Bayern an, die sich das Schauspiel auf unserem Boot ansehen und dabei über Biersorten schwadronieren. Im Anschluss an das Duschvergnügen wird das Cockpit noch ausgepritzt, und nachdem die Sitzbänke wieder trocken sind wird Gemüse geschnitten für das Abendessen. Heute gibt es Aubergineneintopf mit Hackfleisch. Es sieht von der Menge her so aus als würde es die nächsten 3 Tage davon geben.

 

Mittwoch, 07. Juni

Ich wache auf und genieße wie die aufgehende Sonne das Vorstak mit der eingerollten Genua von der Spitze her mit goldenem Licht überzieht, was ich aus geschützter Position durch die Luke der Bugkajüte sehr schön beobachten kann. Alles ist ruhig, und so drehe ich mich noch einmal um. Wenig später wecken mich Regentropfen, die durch die weit geöffnete Luke fallen. Schnell sammle ich Sitzkissen, Handtücher, unser „Sonnensegelbetttuch“ und was sonst noch draußen herum liegt ein und bringe alles ins Trockene. Peter kommt vom Einkaufen zurück, muss aber sofort wieder los, weil er die Tüte mit der Wurst und den Käse in der Gemüseabteilung des Ladens hat liegen lassen. Inzwischen fallen nur noch ab und zu ein paar Tropfen, so dass wir beschließen, draußen im Cockpit zu frühstücken. Die Bänke und der Tisch sind schnell trocken gewischt, und alles ist aufgetischt. Um uns vor kleineren Regenschauern zu schützen, die ab und zu herunter kommen, bedienen Vera und ich uns zum Vergnügen der Jungs zweier Regenschirme. „Regenschirm auf einem Schiff, hahaha!“ Wir kümmern uns nicht darum was üblich ist und was nicht. Während wir lecker frühstücken legt unser Nachbarboot ab. Ein Ruck geht durchs Schiff. Sie haben unseren Anker „gefangen“. Jörg und Peter gehen nach vorn an die Bugspitze und beobachten das Manöver. Das Ende vom Lied ist, dass wir in aller Eile alles zusammenräumen und das Schiff zum Auslaufen klar machen müssen. Jörg hatte es geahnt: der, der unseren Anker anheben musste um freizukommen hat ihn über einen anderen gezogen und dann fallen lassen. So dürfen wir uns ebenfalls erst befreien bevor wir die Fahrt fortsetzen können. Jörg führt Vera und mir eindrucksvoll als Warnung vor Augen was er beabsichtigt mit Meuterinnen zu tun, die sich seinen Befehlen widersetzen würden, indem er einen Galgenstrick knotet, an dem selbige dann am Großmast hängen würden. Die Fahrt führt uns entlang der Küste von Euböa, mal unter Motor, zeitweise unter Segeln. Als (weit weg, ich geb´s ja zu) hinter uns eine Fähre ablegt, scheint mir, sie steuere direkt auf uns zu. Niemand beantwortet meine Frage nach den Vorfahrtsregeln. Beide Jungs grinsen sich eins, und ich verhalte mich wie der Strauss, der den Kopf in den Sand steckt, um nicht gesehen zu werden, indem ich meine Augen schließe und mich dem Schicksal ergebe. Natürlich steuert die Fähre weit hinter uns ihren Zielhafen an, aber wie ich im Prolog schon sagte: auf einem Segelboot wittere ich stets Untergang und Gefahr und fürchte mich dann.

Die Sonne scheint, und zu Jörgs Zufriedenheit können wir ein paar Meilen unter Segeln weiterschippern. Wieder wird ein Lied angestimmt von den Haien und den Walen, die sich an der Südpolachse aalen (*). Jörgs Laptop gibt dann noch den Song „Ich geh segeln“ und andere her, die Stimmung ist gelöst und sommerlich heiter. Eine Wassermelone wird verputzt, und Jörg übt sich im Kerneweitspucken. Wir müssen kreuzen, um unser heutiges Ziel LOUTRÁ AIDIPSOÙ anzusteuern. Der Hafen ist voll mit Fischkuttern und kleineren Fischerbooten. Wir loten die Wassertiefe an verschiedenen Stellen aus und ergattern den letzten freien Platz längsseits der Pier hinter einem Berliner. Gegenüber haben zwei große Fähren angelegt. Auf der Kaimauer befinden sich die üblichen Säulen für Strom und Wasser, die jedoch mit einer Geldkarte zu bedienen sind. In der Annahme, uns anmelden zu müssen, und mit der Absicht eine solche Karte zu kaufen, im Supermarkt noch fehlendes Gemüse zu erstehen sowie vielleicht irgendwo vorhandene Sanitäre Anlagen zu suchen, machen Vera und ich uns mit dem Päckchen der üblichen „Paper“ unterm Arm auf zur „Harbour Authority“. Einem Polizisten mit dürftigen Englischkenntnissen legen wir diese vor mit dem Hinweis wir hätten soeben angelegt. Zwei weitere Kollegen von ihm gesellen sich dazu, und nun beginnt eine Befragung nach woher und wohin und wohin danach, nach Crewliste und Passnummern, nach angeblich fehlenden Hafenstempeln usw. . All diesem fühlen Vera und ich uns nicht gewachsen, so dass Jörg übernehmen muss und die Angelegenheit zur Zufriedenheit aller regelt. Der Supermarkt ist schnell gefunden, auf die Karte für Wasser und Strom verzichten wir dankend (sie soll € 12 kosten und wäre nur dieses eine Mal zu verwenden), und die im Hafen vorhandenen WCs sind abgeschlossen. Nun denn,… Während Peter und Jörg das Abendessen vorbereiten sehen Vera und ich uns die Stadt an. Es handelt sich offenbar um eine Art Seebad mit warmer Heilquelle gegen Rheuma und sonstige Beschwerden. Wir verzichten auf das Bad im Mineralschlamm, suchen einen Schiffsausrüster und gehen zurück zum Boot. Heute gibt es Hähnchencurry mit scharfem Abgang, so dass mein Getränkebedarf zum Löschen des Feuers heute etwas höher ist. Irgendwie macht mich der Tag an frischer Meeresluft sehr müde, so dass ich mich trotz des Protestes der Jungs, die noch unterhalten werden möchten, früh in die Koje verabschiede.

(*)

Übers weite grüne Meer
Wo die Wasserkühe brüll´n
Wo die Nixen sich mit Well’ n
Und Schaum umhüll’ n
Wo die Haie mit den Walen
Sich an der Südpolachse aalen,
und wo der kleine Pinguin
einen Rollmops verdrückt,
oh, yeah, oh yeah

 

Donnerstag, der 08. Juni

Angesichts des Vollmondes und der Fische, die an der Wasseroberfläche im Hafen nach Insekten schnappten vermutete Peter gestern schon das Wetter würde umschlagen. In der Nacht hat es nun geregnet. Eine Mücke hatte sich trotz des Mückennetzes in unsere Koje eingeschlichen und sich an uns delektiert. Peter kommt, als wir dann wach sind, gut gelaunt mit frischem Brot zurück aus der Stadt. Er hatte auch bereits ein „Rheuma-Bad“ am Strand in der Nähe des Wellness Hotel genommen und gibt sich wie runderneuert. Vera wird von Jörg zum Kämmen „ihres güldenen Haars“ aufs Vorschiff verbannt, da Haare Gift für … (ja für was eigentlich?) sind. Ich suche derweil die Pier noch einmal nach einer Möglichkeit ab, Wasser zu bunkern und kann bei der Gelegenheit auch gleich den Fischern beim Flicken der Netze zusehen und ein paar Fotos machen.

Nach dem Frühstück gehen Peter und ich noch einmal in die Stadt zum Geldautomaten und um nach dem (nicht vorhandenen) Schiffsausrüster zu forschen. Wir könnten gut eine neue Klobrille gebrauchen, denn die alte war unter den Anforderungen einer Crew von vier Menschen mit ihren Bedürfnissen auch in Schräglage des Schiffes aus der Halterung gebrochen. Peter und ich sind allerdings nicht erfolgreich, und so müssen wir unverrichteter Dinge ablegen. Inzwischen lacht die Sonne auch wieder. Ich nerve Jörg so lange bis er mir tatsächlich noch einmal den Refrain des Liedes von der Kanaille vorsingt, das ich gern auf Video aufnehmen möchte. Er hat danach seine Ruhe und ich einen Ohrwurm.

Heute Abend möchten wir in einer Bucht ankern, schön einsam und ohne Lärm. So geht die Fahrt teils bei Sonne, teils bei Regen, teils unter Segeln, teils unter Motor entlang der Küste des Festlands. 27 sm südlich von Loutra Aidipsou soll die erste Anlaufstelle sein (Nsis lagonis). Peter macht Schnittchen, Vera übt sich weiter am Steuer . Bereits vor der Bucht reihen sich Fischfarmen eine nach der anderen. Unweit der Einfahrt sehen wir sogar eine Fischfabrik und, was uns abschreckt, am Ende der Bucht eine Industrieanlage, aus deren Schornstein grau-gelbe Wolken quellen. Was ist das? Auch ohne eine Antwort auf diese Frage zu finden entscheiden wir uns weitere 8 sm Richtung Süden zurückzulegen und Plan B umzusetzen. Da wir dort wohl etwas später eintreffen werden, bereiten Vera und ich die Bohnen und Kartoffeln für das für heute Abend vorgesehene Lammgericht schon einmal vor. Beim Einbiegen in O. Scorpon’eri sehen wir am gegenüber liegenden Hang verstreut einzelne Häuser oder Villen (wir vermuten Ferienhäuser, denn Menschen sind nicht zu sehen). Auch hier gibt es 2 kleine Fischzuchten. In der ihm eigenen Art erkundet der Skipper das Revier. Eine erste Möglichkeit zu ankern oder gar anzulegen an einem alten Pier bietet sich in einer Einbuchtung mit einem aufgegebenen Anwesen. Die Vermutung liegt nah es sei eine Kneipe gewesen mit benachbartem Wohnhaus, denn der Grill steht, nun verrostet, noch auf der ehemaligen Terrasse. Echolot und Peters scharfe Augen stellen fest, dass Felsen dicht unter der Wasseroberfläche ein Anlegen unmöglich machen. Also spähen wir weiter aus nach Anker- und Festmachermöglichkeiten. Vera ist das Geisterdorf ohnehin zu unheimlich. Windrichtung und Wassertiefe müssen wohl ebenfalls berücksichtigt werden, ein erster Versuch zu ankern scheitert, wir tasten uns weiter vor. Diese Stelle erweist sich, so attraktiv sie auch anfangs schien, als nicht geeignet für weitere Versuche. Unweit unserer jetzigen Position weist die Seekarte eine Einbuchtung zwischen einer kleinen Halbinsel und dem Festland als Ankerplatz aus, den wir nun ansteuern. Hier scheint alles zu passen, der Anker wird ausgeworfen und Peter macht sich bereit, an Land zu schwimmen und die Festmacherleinen (drei! Leinen müssen aneinander geknotet werden, um die passende Länge zu erreichen) dort um Steine zu legen. An Land zu kommen ist schwierig, denn die Steine sind hier scharfkantig und spitz, doch Peter bewältigt die Herausforderung zweimal mit Bravour, erklimmt nach der Aktion erschöpft die Badeleiter und braucht nun dringend ein Bier. Es dämmert bereits als wir unseren „Anleger“ (Gin Tonic) einnehmen. Während des Abendessens schütteln Wellen das Boot unerwartet durch. Ratlos rätseln wir herum woher dieser starke Schwell so plötzlich kommt. Wie dem auch sei: Digestif und ein Gläschen Wein genießen wir trotzdem, und eine Klönrunde beschießt den Tag in dieser einsamen Bucht.

 

Freitag, der 09. Juni

Während der Nacht hatte sich die Dünung gelegt, das Wasser ist wieder ruhig und Peter hechtet von der Bordwand beherzt mit einem Kopfsprung ins 22 Grad warme Nass. Wenig später sind wir anderen auch dabei und vergnügen uns beim Planschen um das Boot herum. So unbewohnt wie wir dachten scheinen die Häuser am Hang doch nicht zu sein denn drei Angler suchen Petri Heil bereits am Ufer als wir aufstehen. Nach unserem Badevergnügen trocknen wir in der Sonne, und wie am Vorabend setzt plötzlich wieder diese Dünung ein. Wir sind des Rätsels Lösung keinen Schritt näher gekommen. Vielleicht können wir der Sache bei nächster Gelegenheit mit Hilfe von Tante Google auf den Grund gehen. Während des Frühstücks beschließen wir, diesen Tag doch nicht hier in der Bucht zu verbringen, sondern das Endziel Nea Artaki 15 sm südlich schon anzusteuern. Der Hafen soll klein und von örtlichen Fischerbooten überlaufen sein. Wir hoffen, bei früher Ankunft doch irgendwie einen Liegeplatz zu ergattern. Wir legen ab, diesmal schwimmt Vera zum Ufer und löst die Festmacherleinen unter den zweifelnden Augen der Jungs. Wir lichten den Anker, setzen die Segel und prompt setzt Flaute ein. Wir dümpeln vor uns hin in Erwartung von viel Wind, wenn wir nur erst „um die eine Felsnase“ herum seien. Die Hoffnung erfüllt sich nicht, und so wird der Motor wieder angeworfen. Es ist die letzte Fahrt für Vera und mich, denn nach einer weiteren Nacht auf dem Boot im Hafen werden wir aussteigen und unsere gebuchte Ferienwohnung beziehen.

Gemütlich nähern wir uns unserem Reiseziel. In Erwartung eines überfüllten Hafens steht Peter am Bug bereits vor der Einfahrt einen möglichen Anlegeplatz auszumachen. Viele Masten sind allerdings nicht zu sehen, und, surprise, surprise, es gibt Platz ohne Ende. Der Hafen ist irgendwie zweigeteilt: im Becken zur Stadt hin liegen all die angekündigten kleinen Fischerboote und ein, zwei Kutter. Im anderen Teil haben wir die Qual der Wahl. Diese Überraschung schreiben wir zunächst unserer frühen Ankunft zu. Es stellt sich aber heraus, dass es auch später und während der Folgetage recht beschaulich zugeht. Das übliche Anlegemanöver wird gefahren, das Boot wird festgemacht, das „Sonnensegel“ ausgebracht, und wir suchen die nächste Taverne auf. Die mit der Bestellung des Frappés oder Bieres gekoppelte Frage nach dem WiFi-Code wird positiv entschieden, so dass wir eingegangene Mails beantworten und Reiseberichte schreiben können während wir auf den Hafenmeister warten, der irgendwann auftauchen soll.

Nun, da wir an unserem Urlaubsort angekommen sind, ist Vera neugierig auf die von uns bei air bnb gemietete Ferienwohnung und macht sich auf den Weg. Peter, Kavalier der er ist, begleitet sie, um ihr im Zweifelsfall in dieser fremden Stadt beizustehen. Jörg und ich suchen derweil nach günstigen Flügen von Deutschland nach Athen für denjenigen, der nach uns das Boot besteigen soll (Crewwechsel). So kurzfristig ist allerdings nichts Preiswertes mehr zu finden von der Rhein-Main-Schiene nach Athen. Was bin ich froh, dass wir uns trotz aller Unwegbarkeiten recht früh festgelegt und gebucht hatten! Vera und ich bezahlen für unseren Flug von Athen nach Düsseldorf (nonstop) zusammen € 514. Nun aber liegt der günstigste Preis für ein Einzelticket bei über € 400!

Vera und Peter kommen zurück, Vera etwas skeptisch weil die Vorderseite der Hauses, in dem unsere Ferienwohnung sein soll, an einer viel befahrenen Straße liegt, und Peter… – WOW! – gestylt mit einem gepflegten Bart! Das macht schon was her! Jörg ist an einem solchen Upgrading als Mann nicht interessiert, schade…

Appetit stellt sich ein, und der Wirt bietet an, uns unsere Wünsche zu erfüllen, eine Karte gibt es nicht. Wir ordern Sardinen, Meeresfrüchte und Salat und erhalten das schlechteste Essen des ganzen Törns. Der Hafenmeister ist immer noch nicht aufgetaucht, und wir lassen den Tag in der von allen geschätzten Weise an Bord ausklingen. 

 

Samstag, der 10. Juni, Sonntag, der 11. Juni

Time to say good bye.

Vera und ich räumen die Damenkabine und packen unsere Sachen zusammen. Da wir auf unsere schönen Hartschalenkoffer verzichten mussten und im Packen von Reisetaschen und Seesäcken nicht geübt sind, wird entsprechend chaotisch gestopft. Nächstes Mal werden wir uns mit Handgepäck begnügen, denn Standard in den letzten Tagen war sowieso immer dasselbe: Badeanzug oder Bikini, kurze oder Schlabberhose, T-Shirt, Pullover und Sandalen. Die Kultur lässt sich beschränken auf Zahnpflege, Duschgel und Sonnencreme. Eine Regenjacke für den Fall des Falles würde wohl auch noch passen. Fertig.

Vera und ich genießen noch einmal das Frühstück an Bord, dann lässt sich der Aufbruch nicht weiter hinaus schieben. Da sich in unserem Luxus-Appartement (das übrigens nicht zur Straße, sondern zum Meer hinaus geht) eine Waschmaschine befindet, beschließen wir einen Waschtag für die „Jungs“. Und so machen wir uns mit Sack und Pack auf den Weg. Bei den warmen Temperaturen trocknet die Wäsche auf dem Balkon sehr schnell, so dass alles trocken wieder an Bord geschafft werden kann.

Für den Abend hat Vera im Internet eine Restaurantempfehlung gefunden, der wir folgen. Die Terrasse ist gut besucht, und wir entern einen Tisch direkt am Wasser. Nicht einmal unsere Getränkebestellung versteht die Wirtin (man spricht nichts anderes als griechisch!), die uns eine Menuekarte (immerhin mit englischen Untertiteln…) dann auch mehr oder weniger gleichgültig auf den Tisch wirft. So bringt das alles nichts, scheint sie zu denken und spricht jemanden vom Nachbartisch an. Und siehe da: ein Deutscher, der der Landessprache mächtig ist (oder vielleicht ein Grieche, der sehr gut Deutsch spricht?) kommt auf ihr Geheiß an unseren Tisch und nun wird´s richtig familiär und wir fühlen uns willkommen und gut aufgehoben. Eine üppige Speisen- und Getränkebestellung wird aufgenommen, und der freundliche (sehr charmante  ) Gast erzählt uns, dass er und seine Freunde öfter eigens aus Athen in dieses Lokal zum Essen fahren. Er soll recht behalten mit seinen Empfehlungen, das Essen ist perfekt. Garnelen in zwei verschiedenen Soßen, Tintenfisch, Sardinen, legendäre Pommes, Wein, rot und weiß, Ouzo. Wir sind mehr als zufrieden.

Jörg und Peter werden noch einen Tag länger in Nea Artaki bleiben, um in Ruhe die Yacht zu wienern, was wir vom Balkon unserer Ferienwohnung mit dem Fernglas gut beobachten können. Wir schauen am Sonntag noch einmal bei ihnen vorbei und verabreden uns ein weiteres Mal zum Essen am Abend. Morgen, am Montag, werden die beiden ihre Fahrt fortsetzen und uns Wassertaxi-Dienste nach Chalkida leisten. Vera steht ein letztes Mal am Ruder. In Chalkida muss Jörg allerdings wieder ´ran und den Kampf mit dem „mad water“ (https://en.wikipedia.org/wiki/Trela_nera) aufnehmen, eine legendäre Strömung unter der alten Brücke hindurch, die wohl auch der Grund für den Schwell in unserer Bucht war. Die Brücke öffnet nur einmal am Tag um 23:00 h. Und hier winken wir unserm Skipper und seinem „ersten Offizier“ zu letzten Mal zu. Danke für 10 wunderbar entspannte, für uns abenteuerliche Tage, gute Fahrt, und stets eine Hand breit Wasser unterm Kiel!

 

Urlaub 2017, 10 Tage Segel-Leben

Fazit oder „bitte geben Sie eine Beurteilung ab“: highly recommended!

Wie eingangs betont bin ich was Segeln anbelangt eine totale Laiin mit „Schiss inne Büx“
vorm Untergehen. Diese Segeltour würde ich jedoch jederzeit wiederholen!

Sicher hatte ich großes Glück, dass das Wetter uns hold war und wir fast nur Sonne und wenig Wind hatten, was eine gemütliche Seefahrt garantierte. Ambitionierte Segler wären sicher vor Langeweile gestorben. Ich jedoch habe das „easy going“ richtig genossen.

Voraussetzung für ein solches Unterfangen war für mich auch, dem Skipper vertrauen zu können. Und hier muss ich Jörg ein riesiges Kompliment machen: es gab nicht eine einzige Situation, die er nicht mit Ruhe und Professionalität gemeistert hat, sei es das Festsitzen im Schlick oder „gefangene Anker“ oder Ausloten von Anlegemöglichkeiten, oder, oder, oder. Darüber hinaus erklärte er mit einer Engelsgeduld und ohne ein einziges Mal laut zu werden seine Kommandos, wiederholte zum x-ten Mal geduldig was zu tun sei und übersetzte unsere Alltagssprache wie links, rechts, Strick oder Leine, ziehen oder losbinden geduldig in den Seefahrerjargon auf dass wir es am Ende noch lernen würden. Bereitwillig überließ er Vera auf ihren Wunsch hin das Ruder, nachdem er sie ausführlich instruierte und jederzeit mit Support und Tipps zur Verfügung stand.

Ihm zur Seite stand mit Peter ein ebenfalls erfahrener Segler, der es neben der Unterstützung des Skippers zudem übernahm, uns mit Köstlichkeiten zu verwöhnen. Beide „Jungs“ haben uns wirklich entspannte Tage bereitet. Keine(r) der Crew war ein Erbsenzähler, der sein eines Wasser gegen drei Bier des anderen aufgerechnet hätte, niemand nörgelte herum, kein Kommandoton verdarb die Stimmung, es war einfach rundherum perfekt. Dafür noch einmal ganz herzlichen Dank. Ich hoffe, ich darf noch einmal wieder an Bord kommen, obwohl ich eine Klampe immer noch nicht belegen kann 😉 …