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Von Torrevieja (Alicante) in Spanien nach Lavrion (Athen) in Griechenland

Reise ins Südland

2. Teil: 30.04.2015 bis 01.11.2015

Von Torrevieja (Alicante) in Spanien nach Lavrion (Athen) in Griechenland

Wie geplant, flog ich Ende April wieder nach Alicante, um nunmehr meine „Reise im Südland“ fortzusetzen.

Ich hatte es schon fast befürchtet, aber das Schiff war keineswegs seeklar. Im vergangenen Herbst, bei der Außerdienststellung, hatte ich Sven mit seiner Yachtservicefirma beauftragt, einige notwendige Arbeiten am Schiff zu erledigen. Er hatte auch einiges gemacht, aber eben nicht alles.

Mein Vertrag für den Landliegeplatz bei der Werft lief am 30. April aus und mit einigem Druck bei Sven schafften wir dann auch, das Schiff abends um 20:00 h kurz vor dem Dunkelwerden ins Wasser zu bringen und an den von Sven besorgten Liegeplatz zu verholen. Zu tun gab es immer noch genug.

Am 04. Mai kam dann mein Freund Michael wie geplant an Bord. Mittlerweile hatte sich auch noch eine Baustelle an der Bootselektrik aufgetan, mit der sich ein von Sven aufgetriebener Elektriker, Steve Wayman, ein Amerikaner, beschäftigte.

Ich wollte das Steuergerät für den Windgenerator und das Solarpanel, dass wir mangels genügend langem Kabel in der Backskiste montiert hatten, von dort in die Navigation verlegt haben, um die Anzeigen stets ablesen zu können. Dazu musste aber auch der Fehlerschutzschalter für den Landstrom verlegt werden.

Auch die Kabelverdrahtung der Ankerwinde wurde auf meinen Wunsch hin neu installiert; die Alte war doch etwas flatterig.

Diese Arbeiten wurden von Steve auch zufriedenstellend erledigt.

Die Windmeßanlage hatte ja bereits in der vergangenen Saison Probleme bereitet und nach einigem Messen und Herumwürfen kam Steve zu der Erkenntnis, dass der Fehler wohl an der Servereinheit (Black Box) liegen würde. Das hatte im vergangenen Jahr auch der Sven gemeint und die Finger davon gelassen.

Das Problem mit meinen alten Anzeigegeräten von Silva Nexus ist, dass es keine Ersatzteile mehr gibt und neuere Geräte, vor allem die Black Box, nicht kompatibel sind.

Steve meinte, er könne noch übers Internet eine passende Black Box aus den Staaten besorgen, was aber Wohl ein paar Tage dauern würde. Außerdem sollte das Teil dann so um die 900,- Euro kosten, wofür er dann einen Tausender als Vorlasse haben wollte.

Mir war sehr daran gelegen, die Windmeßanlage wieder in Gang zu bringen und so ließ ich mich auf den Handel ein.

Es kam, wie es kommen musste: Erst verzögerte sich die Lieferung (angeblich), dann lag das Päckchen in Holland beim Zoll, dann wurde angeblich eine neuere Version der Black Box geliefert, die mit meinen Instrumenten nicht kompatibel sei,
kurz und krumm, Steve kam mit dem Teil nicht ran.

Michael und ich, wir wollten los, wir lagen schon lange genug im Hafen herum.

Steve versicherte mir, dass er alles tun würde, um eine Lösung mit der Black Box zu finden und er würde auch überall hin kommen und das Teil montieren, wo wir gerade seien. Es könne sich nur noch um ein paar Tage handeln. Das klang sehr zuversichtlich und auch glaubhaft.

So kamen wir dann erst am späten Nachmittag des 07. Mai aus Torrevieja los. Mit Station in verschiedenen Orten segelten wir die Costa Blanca entlang bis nach Alicante, wo dann Sabine und Peter die Crew vervollständigten.

Je weiter wir uns von Torrevieja entfernten, desto dünner gestaltete sich die Kommunikation mit dem Steve. Anfänglich verbreitete Steve noch Zuversicht, dass er die Box noch beschaffen könne, sowohl am Telefon als auch per E-Mail. Dann war das Telefon kaputt, dann wurden meine E-Mails nicht mehr beantwortet und dann kam gar nichts mehr.

Da musste ich mich dann wohl mit dem Gedanken anfreunden, einen Tausender zugesetzt zu haben.

Alicante

Gleich am Übergang von der Marina zur Altstadt liegt der Nachbau eines spanischen Kriegsschiffes, der „Santisima Trinidad“, in dem sowohl ein Museum als auch ein Restaurant untergebracht ist.

Das Original wurde 1769 als Linienschiff gebaut und war seinerzeit das größte spanische Kriegsschiff, welches 1805 in der Schlacht von Trafalgar kämpfte und unter ging.

Die Nachbildung – bestehend aus einem eisernen Rumpf der mit einem Holzaufbau verkleidet ist – stellt allerdings eine sehr abgespeckte Version des einst stolzen Flaggschiffes der spanischen Marine dar. So richtig authentisch ist das nicht.

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Alicante: „Nachbau der Santisima Trinidad“

Geht man an dieser Sehenswürdigkeit vorbei, landet man automatisch auf der mit roten, schwarzen, blauen und weißen Steinen wellenförmig gepflasterten  Hafenpromenade, der „Explanada de Espania“.

Umsäumt von Palmen und gußeisernen Laternen übt sie eine ganz besondere Wirkung bei demjenigen aus, der dort längs flaniert.

Flankiert von einer Unzahl von Restaurants, Bars und Bistros und Souvenierläden und Buden, die natürlich alle darauf warten, dass dort die Touristen einkehren, macht es richtig Spaß dort mit Blick auf den Hafen einen Kaffee oder ein Bier zu genießen und dem vorbei flanierenden Volk zuzuschauen.

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Alicante: „Explanada de Espania“

Ein absolutes Muß für Segler ist der Besuch des unmittelbar im Hafen gelegenen „Volvo Ocean Race Museums“, welches als Relikt des hier in Alicante im Jahr 2014 gestarteten Rennens verblieben ist.

Es besteht aus einer vor dem Museumsgebäude aufgestellten original Open 70 Rennyacht und einem modernen Ausstellungsraum mit interaktiven Einrichtungen. Der Besucher erfährt mittels modernster Ausstellungsgestaltung aus erster Hand alles über die kühnsten Segler und die verborgenen Wunder der Ozeane. Es ist ein einzigartiges Museum, das die anspruchsvollste nautische Herausforderung unserer Zeit zum Thema hat. Eine Reise durch die Geschichte der Regatta, die im Jahr 1973 unter dem Namen Whitbread Round the World Race gegründet und im Jahr 2001 in Volvo-Ocean-Race umbenannt wurde und die als “Everest des Segelns” gilt.

Phantastisch, das hat mir gut gefallen.

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Alicante: „Volvo Ocean Race Museum“

Balearen

Nach zwei Hafentagen in Alicante ging  es dann mit der nun für die nächsten Wochen vollständigen Crew erst einmal noch zwei Häfen weiter an der Küste entlang und dann von Puerto de Moraira hinüber nach Ibiza.

Bei einem steten Nordwind mit drei, manchmal auch vier Windstärken, gestaltete sich die Überfahrt sehr angenehm und entspannt.

Ibiza

Wir hatten für unsere Ankunft auf Ibiza die Cala de Port Roig als ersten Ankerplatz ausgeguckt, eine Bucht, die bei Nordwind guten Schutz bietet. Natürlich lagen wir dort nicht allein, aber wir hatten ausreichend Platz zum schwojen und fühlten uns sicher.

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Ibiza:“Cala de Port Roig“

Bei zuerst kräftigen 4 Windstärken, dann abflauend, so dass wir am nachmittag sogar den Spi setzten, ging es am nächsten Tag durch die verhältnismäßig schmale Durchfahrt zwischen Ibiza und Formenterra hindurch und dann an der Südostküste entlang nach Santa Eulalia. Die Stadt ist natürlich stark vom Tourismus geprägt, laden die langen Sandstrände und die gut ausgebaute Promenade doch zum baden und bummeln ein.

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Ibiza: „Santa Eulalia“

Der wohl eher exklusive Yachthafen zieht offensichtlich das gediegenere Publikum in die Stadt. Dementsprechend sind die Preise – aber daran hat man sich ja auch schon fast gewöhnt.

Alles in allem, ein nettes Städtchen mit einem schön restaurierten historischen Rathaus.

Wir nutzen die Gelegenheit zu einem größeren Einkauf, bevor es am nächsten Tag zu einer doch etwas fortgeschrittenen Tageszeit zu unserem ausgeguckten Ankerplatz, der Calla de Punta Grossa ganz im Norden von Ibiza geht. Die zehn Meilen sollten wohl zu schaffen sein. Von dort sollte dann der Absprung nach Mallorca erfolgen.

Allerdings hatten wir uns da gründlich verrechnet. Kurz vor Erreichen unseres Ziels, wir passierten die malerische Durchfahrt zwischen dem Cap Punta Prima und der Isla de Tagomago, flaute der Wind ab und drehte zu allem Überfluß auch noch auf Ost.

Angesichts der fortgeschrittenen Stunde blieb uns nichts anderes übrig, als in einer Legerwallsituation zu ankern. Nun lagen wir zusammen mit einer englischen Yacht, deren Besatzung aus dem Skipper und seinem Hund bestand, zwar etwas unruhig in der Bucht, aber die Wettersituation stellte sich so dar, dass mit irgendwelchen Überraschungen nicht zu rechnen war. Wir hatten genügend Platz zum schwojen und reichlich Kette gesteckt.

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Ibiza: „Calla de Punta Grossa“

Das Wasser war glasklar und die Yssabeau wurde von zahlreichen Fischen umschwärmt, was Peter dazu verleitete, sein Anglerglück zu versuchen.

Tatsächlich zog er nach kurzer Zeit auch einen Fisch an Deck, der ihm aber, nachdem er Peter mit seiner stacheligen Rückenflosse in den Finger gepiekt hatte, gleich wieder ins Wasser entwich. Das war’s mit dem Anglerglück.

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Ibiza: „Calla de Punta Grossa“

Mallorca

Die Nacht vor Anker gestaltete sich etwas unruhig, hatte der Wind ja auf Ost gedreht und ein kräftiger Schwell stand in die Bucht, so dass die Yssabeau sich von Zeit zu Zeit kräftig an der Ankerkette hin und her bewegte.

Für unsere Verhältnisse starteten wir früh in Richtung Mallorca. Bis nach Palma lagen knapp sechzig Meilen vor uns, mit nordöstlichem Wind.

Bei bedecktem Himmel und anfänglichen drei Windstärken, dann abnehmend und dann für eine kurze Zeit auf fünf Beaufort zunehmend, halfen uns auch ein paar Kreuzschläge nicht, unser Ziel Palma zu erreichen. Je mehr wir uns der Insel näherten, desto mehr drehte der Wind auf Ost.

Also entschlossen wir uns, Andraitx an zu laufen. Da hätte ich sowieso hin gewollt, nur jetzt noch nicht.

Die Einfahrt in die Bucht bietet einen durchaus interessanten Einblick in die mallorquinischen Bauaktivitäten. Auf die steilen Felsen links und rechts der Bucht wurden mehrgeschossige Häuser gebaut, von denen die Bewohner den so genannten unverbaubaren Blick aufs Meer haben oder auf die jeweils gegenüber liegende Seite der Bucht. Das ist garantiert nichts für Schwachbetuchte.

Vor dem eigentlichen Hafen gibt es für Yachten die Möglichkeit zu ankern, es stehen aber auch Mooringbojen zur Verfügung, die man über den Club de Vela buchen kann.

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Mallorca: „Andraitx – Hafen“

Eigentlich wollte ich an der Stadthafenpier fest machen; aber da weder  auf UKW-Anrufe reagiert wurde noch erkennbar war, wo und ob überhaupt dort ein Anlegen möglich war, beschlossen wir, im Club de Vela fest zu machen. Wahrhaftig kein preiswertes Vergnügen, nahm man uns doch fast 50,- Euro pro Tag ab.

Die Marina ist recht groß, aber die Infrastruktur stimmt, trotz der weiten Wege.

Andraitx gilt als einer der nobleren Orte auf Mallorca, jedenfalls für den Teil, der sich um den Hafen drapiert. Wolfgang, ein alter Schulfreund aus dem Ruhrgebiet, bereitet sich so langsam auf das Ausscheiden aus seiner beruflichen Selbständigkeit vor und hat in dem oberhalb des Hafens gelegenen älteren Teil des Ortes eine Ferienwohnung gemietet, in der er sich mehr oder weniger für ein paar Tage im Monat aufhält.

Da ich wußte, dass er sich zu dem Zeitpunkt, in dem wir in Andraitx waren, ebenfalls dort aufhielt, kontakteten wir über Handy und verabredeten uns an unserem Liegeplatz in der Marina.

Wir verbrachten einen netten Abend an Bord, man hatte ja auch ein wenig zu erzählen und es wurde beschlossen, einen weiteren Tag in Andraitx zu verbringen.

Wir erkundeten den Ort, der zu dieser Jahreszeit noch nicht so von Touristen überlaufen war um fest zu stellen, dass die Geschäfte und Restaurants rund um die Hafenpromenade und auch noch in der zweiten oder dritten Reihe, voll auf eine etwas mehr betuchte Kundenklientel eingestellt waren.

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Mallorca: „Andraitx –  Innenhof“

Am Nachmittag kam Wolfgang dann noch einmal zu einem Klönschnack an Bord und bei dieser Gelegenheit verabschiedeten wir uns auch von ihm, da wir ja am nächsten Tag weiter wollten.

Dieser begann gleich nach dem Ablegen mit einer kleinen Katastrophe. Beim Setzen des Großsegels brach der Hakenbeschlag, an dem sowohl die Kausch des Großsegelhalses mit einem Bolzen befestigt wird, als auch die beiden Haken für die beiden Reffs angeschweißt sind. Dieses Teil endet in einem Bolzen, mit dem auch der Großbaum am Lümmelbeschlag fixiert ist.

Es blieb uns nichts anderes übrig, als unseren alten Liegeplatz in der Marina wieder ein zu nehmen.

Mit den beiden Teilen des Beschlages machte ich mich auf den Weg, einen Schlosser zu suchen, der die Teile wieder zusammenschweißen konnte.

Im Marinabüro erklärte man mir, dass ich hierzu mit einem Taxi – Busverbindung gab es angeblich nicht – in die Oberstadt  fahren sollte und auch, wo ich dort eine Schlosserei finden würde.

Ich machte mich also auf den Weg über das endlos lange Hafengelände in Richtung Stadt. Ich hatte mich innerlich schon auf einen etwas längeren Gewaltmarsch eingestellt, als mir noch auf dem Hafengelände ein Kleintransporter mit der Aufschrift einer Yachtservicefirma, die offenbar von einem Deutschen betrieben wurde, entgegen kam. Den hielt ich heftig gestikulierend an.

Der Fahrer hielt auch an und entpuppte sich als Deutscher, der eben selbiges Serviceunternehmen betrieb. Leider habe ich seinen Namen vergessen.

Dem klagte ich mein Leid, er schaute sich den Beschlag an, erklärte mir aber dann, dass er selber mangels entsprechendem Gerät nicht in der Lage sei, die Reparatur durchzuführen. Er wolle mich aber zu jemandem fahren, der dazu in der Lage sei.

Ich stieg also in sein Auto und wir verließen das Marinagelände. Es ging allerdings nicht in Richtung Oberstadt sondern auf einer besseren Art Feldweg an einzelnen Häusern und abgeernteten Feldern vorbei.

Die Fahrt dauerte nicht sehr lange und wir hielten vor einem Haus. Mein freundlicher Helfer erklärte mir, dass er dem Schweißer erklären würde, was zu tun sei, ich aber zu Fuß zurück zur Marina gehen müßte, was ja angesichts der nicht allzu großen Entfernung auch nicht unbedingt ein Problem sein sollte.

Dieser Handwerker entpuppte sich als wahrer Glücksfall. Nachdem mein deutscher Helfer ihm erklärt hatte, was zu tun sei, überlies er mich meinem Schicksal und fuhr davon.

Hinter dem Haus, in einem Hofgebäude, befand sich die Werkstatt, die offensichtlich mit allem Gerät ausgestattet war, das man zur Metallverarbeitung braucht. Offenbar auch mit einer speziell zum Schweißen von Niroteilen geeigneten Anlage. Der Typ wußte was er tat und ich erhielt nach ca. einer Viertelstunde ein perfekt geschweißtes und auf Hochglanz poliertes Teil zurück.

Nach Zahlung von 30,- Euro machte ich mich zu Fuß auf den Weg, den ich vorher gefahren wurde,  zurück zur Marina. Ein im Nachhinein recht netter Spaziergang so zwischen den Feldern hindurch.

Auf dem Boot angekommen – meine Crew hatte sich natürlich für den Tag in alle Winde zerstreut – baute ich den Beschlag wieder an; alles paßte perfekt, wir konnten weiter segeln.

Palma de Mallorca

Nach einer verhältnismäßig unspektakulären Fahrt bei moderatem Wind aus Südwest entlang der Inselküste und durch die Bucht von Palma, machen wir am frühen Nachmittag im Real Club Nautico von Palma de Mallorca fest.

Da hier ein Crewwechsel geplant ist – Sabine und Michael fliegen nach Hause, Anmagret und Jasmin kommen, Peter bleibt an Bord – sind ein paar Tage Aufenthalt eingeplant.

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Palma de Mallorca: „Die Crew: Sabine, Michael, Jörg und Peter“

Die Marina ist riesig, die Infrastruktur stimmt aber und das Personal im Hafenbüro ist freundlich und hilfsbereit und im Vergleich zu Andraitx sind die Hafengebühren mit 37,- Euro ja schon fast moderat zu nennen. Außerdem liegt die Marina recht stadtnah, so dass wir leicht zu Fuß ins Zentrum und zu den Sehenswürdigkeiten gelangen können.

Während unseres Aufenthaltes in der Marina ist mir mehrmals ein Typ aufgefallen, der mit einem lebendigen Greifvogel auf seinem Arm die Pier entlang ging. Ich weiß nicht, was genau das für ein Vogel war (mit Vögeln kenne ich mich nicht so aus :-)); vielleicht ein Habicht oder Bussard. Jedenfalls flog dieser Vogel hin und wieder auch ‚mal auf einen Laternenmast und saß dann dort.

Ich fragte mich, was das wohl für ein Spinner sei, der mit einem Greifvogel auf dem Arm durch die Gegend lief, bis ich auf die Antwort kam: Mit dem Vogel wurden die Möwen von der Marina fern gehalten.

In der Tat, es war mir bis dato nie so aufgefallen, aber in und um die Marina waren kaum irgendwelche Möwen zu sehen und schon gar kein Vogelschiet auf den Steganlagen, wie man es beispielsweise in vielen Häfen an der Ostsee vorfindet.

In Galizien waren sehr häufig Angelschnüre mittels einer Art von Torbögen über die Steganlagen gespannt um zu verhindern, dass sich Möwen auf den Stegen niederließen.

Die Vögel können die dünnen durchsichtigen Nylonleinen nicht sehen und wenn sie sich auf einem derart präparierten Steg niederlassen wollen, verfangen sie sich in den Leinen und stürzen ab. Ein harter Weg für die Vögel um zu lernen, sicherlich nicht sehr tierfreundlich, aber es klappt. Die derartig geschützten Steganlagen waren frei von Exkrementen.

Die Sache mit dem Greifvogel ist hier sicherlich die tierschutzfreundlichere Maßnahme und würde bestimmt auch in Ostseehäfen, wenn man sie denn praktizieren würde, ihre Wirkung nicht verfehlen. Ich finde die Idee richtig klasse.

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Palma de Mallorca: „Real Club Nautico“

Wir unternehmen die fast schon obligatorische Stadtrundfahrt mit dem Bus und verschaffen uns auf diese Weise erst einmal einen Überblick über die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten.

Es folgt ein Gutteil des üblichen touristischen Programms, wobei wir uns den Besuch des Inneren der Kathedrale wegen des aus meiner Sicht unverschämten Eintrittspreises von 7,- Euro schenken. Eine Besichtigung des Gebäudes von außen ist auch sehr schön und außerdem hat man auch noch einen schönen Blick über die Bucht von Palma.

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Palma de Mallorca: „Kathedrale“

Schön ist es auch, am Torrent de sa Riera entlang zu bummeln, dem nunmehr kanalisierten Fuß, der in früheren Zeiten regelmäßig die Altstadt von Palma überflutete und der in direkter Nähe des Yachthafens in die Bucht von Palma mündet.

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Palma de Mallorca: „Torrent de sa Riera“

Die Tage vergehen mit (Alt)-Stadtbummel zu verschiedenen Tageszeiten, man gönnt sich einen Kaffee oder ein Bier draußen in einem Straßenbistro und natürlich geniessen wir gutes Essen in einem typisch mallorquinischen Restaurant, das uns von Helmuth, einem späteren Mitsegler, empfohlen wurde.

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Palma de Mallorca: „Straßencafe in Palma“

Der „Celler sa Premsa“ ist wirklich ein Tip. In netter Atmosphäre werden hier mallorquinische Spezialitäten zu moderaten Preisen und vor allem auch in angemessenen Portionen serviert. Wir sind dort insgesamt dreimal gewesen und haben verschiedene Gerichte ausprobiert, die allesamt sehr lecker waren.

Die Qualität dieses Etablissements konnte man schon daran fest machen, dass sich im Laufe des Abends das Restaurant bis auf den letzten Platz hauptsächlich mit Einheimischen füllte. Wir waren natürlich entgegen südländischer Tradition immer viel zu früh da.

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Palma de Mallorca: „Restaurant Celler Sa Premsa“

Einer der Höhepunkte unseres Aufenthaltes auf Mallorca war eine Reise von Palma nach Sóller oder Port de Sóller mit der historischen Ferrocarril de Sóller (FCS), im Volksmund auch „Roter Blitz“ genannt.

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Palma de Mallorca: „Ferrocarril de Sóller (FCS)“

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Palma de Mallorca: „Ferrocarril de Sóller (FCS)“

Die Eisenbahn verbindet ununterbrochen seit 1912 die Inselhauptstadt Palma de Mallorca täglich mit der Ortschaft Sóller. Die Trasse erstreckt sich über 27,3 km durch das Tramontanagebirge.

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Mallorca: „Tramontanagebirge“

Es ist schon ein Erlebnis mit dieser altertümlichen, von Siemens-Technik elektrisch angetriebenen Bahn durch die schöne mallorquinische Landschaft zu rattern, durch insgesamt 13 Tunnel und über mehrere Brücken. Erstaunlich auch die Höhenunterschiede, die dabei überwunden werden.

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Mallorca: „Tramontanagebirge“

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Mallorca: „Tramontanagebirge“

Nach ca. zweistündiger Fahrt erreichten wir den Ort Sóller, den wir erst einmal zu Fuß erkundeten, bevor wir mit der ebenfalls historischen Straßenbahn zum Hafen hinunter fuhren.

Sóller ist wirklich ein hübsches Städtchen und hat sich trotz aller touristischer Aktivitäten noch weitgehend seine Ursprünglichkeit als Zentrum des Obst- und Gemüseanbaus erhalten. So bot der Markt denn auch – abgesehen von dem offenbar unvermeidlichen Touristenkram – auch viele typisch mallorquinische Produkte.

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Mallorca: „Sóller Marktplatz und Kethedrale“

Seit 1913 betreibt die Eisenbahngesellschaft auch die ebenfalls im ursprünglichen Zustand erhaltene Straßenbahnlinie von Sóller nach Puerto de Sóller (dem Hafen von Sóller) auf einer Strecke von 4,9 km.

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Mallorca: „Sóller – Straßenbahn“

Natürlich durften wir uns den Hafen nicht entgehen lassen und so fuhren wir mit dieser Bahn nach Puerto de Sóller, was auch wieder ein Erlebnis war, bediente dieses doch etwas betagte Verkehrsmittel im Linienverkehr die Verbindung zwischen den beiden Orten. Das bedeutete, dass häufiger ‚mal angehalten wurde, um Leute ein- oder aussteigen zu lassen.

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Mallorca:: „Puerto de Sóller“

Die fast kreisrunde Bucht von Puerto de Sóller ist ausgefüllt mit Stegen, an denen vornehmlich kleinere Boote liegen. Es gibt offenbar nur wenige – wenn überhaupt –  Liegeplätze für Gästeyachten.

Um den Hafen herum drapieren sich hauptsächlich die üblichen, Tourismus  orientierten Kneipen und Restaurants, wo wir dann in einem von denen einen kleinen Imbiss zu uns nahmen, bevor wir den mit einem ganz regulären Linienbus wieder zurück nach Palma fuhren.

Leider passierte mir hier ein bedauerliches Malheur. Die Gehwegplatten der Promenade bestehen aus großen Natursteinen, die sehr uneben verlegt sind. Über eine dieser Platten stolperte ich mit meinem Fotoapparat in der Hand. Ich verlor das Gleichgewicht und mein Fotoapparat und ich fielen – jeder getrennt – voll auf das Pflaster. Ich selber habe keinen Schaden genommen aber mein Fotoapparat war dahin. Das Display zeigte nur noch Fragmente dessen an, was eigentlich im Sucher zu sehen sein sollte. Von nun an war ich auf die Fotos meiner Begleiter/Innen angewiesen, was die Dokumentation dieser Reise auch nicht einfacher machte.

Trotzdem war es alles in allem ein netter Ausflug, der uns unter anderem einen Einblick in die Ursprünglichkeit der Landschaft Mallorcas vermittelte. Noch ist nicht alles ein Opfer des Tourismus oder irgendwelcher Bauinvestoren geworden.

Palma de Mallorca bis Cala Ratjada

Nachdem dann auch noch der Crewwechsel vollzogen war – Sabine und Michael flogen plangemäß nach Hause, Anmagret und Jasmin kamen an Bord – konnte die Reise weiter gehen.

Wieder einmal wurde es Mittag, als wir starteten, weil wir uns erst noch verproviantieren mussten, aber um den kleinen Ort La Rapita zu erreichen, reichte es noch.

Das einzig Nennenswerte, was ich über diesen Ort berichten kann ist, dass er mit 56,- Euro Liegegebühren für die Nacht, mit Abstand der teuerste von den Häfen war, die wir auf Mallorca angelaufen haben.

Selbst unser nächster Hafen, Cala d’Or, war da mit 52,- Euro noch preiswerter.

Die Marina liegt am Ende der Cala Llonga, der am tiefsten von den drei ins Land einschneidenden Buchten, an denen der Ort liegt.

Nachdem wir einen Gutteil der Nacht von einer in einem nahegelegenen Hotel feiernden Hochzeitsgesellschaft beschallt worden waren, hielt uns auch hier weiter nichts und wir segelten bei moderaten 3 Windstärken aus östlichen Richtungen nach Cala Ratjada.

Dies war dann unsere letzte Station auf Mallorca, von hier aus ging es dann die knapp 30 Meilen hinüber nach Menorca.

Menorca

Vor dem Start bunkerten wir noch schnell ein wenig Proviant und dann ging es bei sehr

moderaten 3 Windstärken aus Südwest in Richtung Menorca.

Unser Ziel war Ciutadella, die altehrwürdige Bischofsstadt mit Kathedrale und Palästen im Westen Menorcas, die sich malerisch über dem romantischen Hafen erhebt. Mit ihrem mediterranen Flair gilt Ciutadella als eine der schönsten Städte von ganz Spanien.

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Menorca: „Leuchtturm an der Einfahrt in die Bucht von Ciutadella“

Den Weg in die lange, schlauchartige Bucht von Ciutadella weißt ein schwarz-weiß gestreifter Leuchtturm und in der engen Hafeneinfahrt thront das wehrhafte Castell de Sant Nicolau mit seinem achteckigen Turm aus dem 17. Jahrhundert.

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Menorca: „Castell de Sant Nicolau“

Die sich lang in das Landesinnere hineinziehende fjordähnliche Bucht wird überragt durch die mächtige Festungsanlage Bastion de Sa Font aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert, die zusammen mit der mittelalterlichen Stadtmauer, die Stadt Ciutadella und ihre Bewohner schützen sollte.
Lange Zeit wurden die Geschicke der Insel von Ciutadella, der einstigen Hauptstadt Menorcas, aus gesteuert, bis Mahon der Stadt 1722 den Regierungssitz streitig machte.

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Menorca: „Ciutadella – Club Nautico“

Der hier ansässige Club Nautico betreibt eine Steganlage, die sich etliche hundert Meter an der steilen Felswand der Bucht entlang zieht. Wie immer wollte ich natürlich möglichst dicht am Stadtzentrum festmachen. So ignorierte ich den auf dieser Steganlage herumhampelnden und winkenden Marinero und fuhr weiter in die Hafenbucht hinein.
Neben der Yacht eines englischen Ehepaars, das wir schon auf Mallorca getroffen hatten, entdeckte ich eine Lücke. Hilfreiche Hände belegten unsere Vorleinen, wir hatten die Mooringleine gerade zufassen, als der Marinero herbeigerannt kam und lamentierend die Leinen wieder los warf, so dass wir gegen das an Backbord liegende Nachbarschiff trieben.
Ich war fassungslos; so etwas hatte ich noch nicht erlebt. Mangels vernünftiger Sprachkenntnisse war aus dem Marinero auch nicht herauszubekommen, warum er uns dort nicht haben wollte. Da fehlte es auch uns leider an ausreichenden Spanischkenntnissen.

Laut Hafenhandbuch sollte es hier einen Stadthafen geben, der eben nicht vom Club Nautico gemanaged wurde, aber auf unsere vorherige Anfrage über die im Handbuch angegebene UKW-Frequenz, hatten wir keine Antwort erhalten.
Ich wähnte uns an gerade diesem stadteigenen Abschnitt der Hafenpier und somit außerhalb des Einflusses des Club Nautico. Da hatte ich mich wohl geirrt. Das Hafenhandbuch lieferte da leider auch keine klaren Erkenntnisse.
Nachdem wir uns aus der Lücke heraus bugsiert hatten und der Marinero uns deutlich zu verstehen gab, dass wir nur dort festmachen durften, wo er uns einen Liegeplatz zuwies, bissen wir in den sauren Apfel und fuhren wieder zurück, um dann ein gutes Stück vom Hafenzentrum entfernt am zugewiesenen Platz beim Club Nautico fest zu machen, wobei uns der Marinero sogar behilflich war.

Jegliche Diskussion über sein Verhalten war müßig und auch eine Beschwerde im Hafenbüro am nächsten Tag hatte eher symbolischen Charakter.

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Menorca: „Ciutadella – Hafen“

Wir waren früh genug angekommen, um einen ausgedehnten Stadtbummel unternehmen zu können, angesichts der wirklich schönen Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, den aufwendig gestalteten Stadtpalästen und der prächtigen, im Stil der katalanischen Gotik auf dem Fundament einer maurischen Moschee erbauten Kathedrale ein Muß.

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Menorca: „Ciutadella – Kathedrale“

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Menorca: „Ciutadella – Altstadtpalast“

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Menorca: „Ciutadella – Placa des Borne“

Ganz in der Nähe lädt der palmenbestandene Hauptplatz Placa des Borne zum Verweilen ein.

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Menorca: „Ciutadella – Obelisk auf der Placa des Borne“

Eindrucksvoll erinnert ein Obelisk auf dem früheren Turnierplatz an einen Überfall osmanischer Piraten auf Ciutadella im Jahr 1558.
Von der Placa des Borne führt eine Freitreppe hinab in das Hafenviertel, das mit Bars und kleinen Restaurants einlädt und einen herrlichen Blick hinauf zur Altstadt bietet.
Gleichzeitig nimmt der See- und Sporthafen von Ciutadella zu Füßen der Stadt die Besucher mit dem Charme vergangener Jahre gefangen.

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Menorca: „Ciutadella – Hafen“

Den Abend beschlossen wir zusammen mit dem englischen Ehepaar in einem Restaurant direkt gegenüber des Liegeplatzes, den wir ursprünglich einmal ausgewählt hatten und auf dem natürlich eine andere Yacht fest gemacht hatte.
Mit dem Ablegen am nächsten Morgen bzw. Mittag ließen wir uns Zeit. Die von uns ausgewählte Ankerbucht Cala Turqueta war knapp 14 Meilen entfernt.
Die Bucht entpuppte sich als geschützte Badebucht mit einem Sandstrand zwischen den Felsen. Weiße Bojen kennzeichneten den Bereich, der rein den Badenden vorbehalten ist und in dem man nicht ankern darf.

Mahon (Spanisch)/Maó (Katalanisch)

Nach dem Ankeraufgehen am nächsten Tag segelten wir bei mäßigem südöstlichem Wind die Küste entlang, vorbei an sicherlich schönen Ankerbuchten, in denen man noch gut hätte verweilen können. Aber wir wollten nach Maó oder Mahon, der Hauptstadt der spanischen Baleareninsel Menorca.

Von hier wagten wir den Absprung in Richtung Straße von Bonifacio.
Waren unsere beiden Mitseglerinnen Anmagret und Jasmin bis dato etwas unentschlossen bezüglich der Überfahrt nach Sardinien, so entschieden sie sich nun, bis Olbia dabei zu sein. Das entspannte die Situation für Peter und für mich um Einiges.

Die Stadt wurde während der Zeit der britischen Besatzung an Stelle von Ciutadella 1722 zur Inselmetropole Menorcas gemacht. Die Briten hinterließen vielerorts ihre Spuren und der Einfluß Großbritanniens ist auch heute noch allgegenwärtig.

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Menorca: „Mahon“

„Die fjordartige Bucht mit einer Länge von 5,5 Kilometern und einer Breite von bis zu 1,2 Kilometern ist der größte Naturhafen im Mittelmeer und diente in allen Epochen den seefahrenden Nationen als sichere Basis ihrer Flotte. Der Hafen von Mahon ist, nach dem Hafen von Sydney, der zweitgrößte Naturhafen der Welt. Heute ist er ein beliebtes Ziel für Yachten und Kreuzfahrer aus aller Welt.“ (Zitiert nach ESYS, Revierinformationen für Segler, Download Revierführer Spanien, Balearen)

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Menorca: „Mahon – Hafen“

Und genau so stellte sich dieser Hafen uns dar. Gleich zu Anfang unserer Einfahrt in die Bucht von Mahon durften wir die Gesellschaft eines leuchtend gelb angemalten Frachters genießen, der mit uns zusammen dort einlief und uns ziemlich nahe kam, um dann am Ende des Fahrwassers zu wenden und anzulegen.

In der sich nach und nach verengenden Bucht liegen vier Inseln, die Illa Pinto – s’Arsenal, die Illa del Rio – die Königsinsel, die Illa Plans – Quarantäneinsel und die Illa des Llatzaret, auf denen entsprechend ihrer früheren Nutzung die Relikte diverser Gebäudeanlagen vergangener Tage zu sehen sind.

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Menorca: „Mahon – Illa del Rei“

Die Ufer der Bucht von Mahon sind aber nicht nur von historischen Gebäuden gesäumt. Es hätte mich auch gewundert, wenn hier nicht, wie woanders auf den Balearen auch, auch noch in Ferienhäuser und -wohnungen investiert worden wäre. Aus geradezu exponierter Lage haben die Bewohner dieser Anlagen einen freien Blick über die Bucht mit ihrem maritimen Geschehen. Wohl nichts für „Hungerleider“.

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Menorca: „Mahon – (Ferien)-wohnanlage“

Die Marina Menorca, in die wir uns entschlossen hatten zu gehen, liegt direkt gegenüber eines Industriegebietes, das auch noch vom Schornstein eines Kraftwerks geziert wird. Nicht gerade ein besonders idyllischer Liegeplatz, aber einigermaßen stadtnah.

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Menorca: „Mahon – Hafen“

Wir verbrachten einen Tag in Mahon, den wir hauptsächlich dazu nutzten, das Schiff für die Überfahrt nach Sardinien vorzubereiten. Von den Sehenswürdigkeiten der Stadt bekamen wir deshalb nicht all zu viel mit.

Sardinien

Der Start für den Sprung nach Sardinien begann mit dem Besuch der Tankstelle, die wir nach einigem Suchen in einer Seitenbucht, der Calla Figuera, fanden. Für diese doch etwas längere Seestrecke wollte ich gewappnet sein und so bunkerten wir fast 60 Liter Diesel im Tank und zwei Kanistern. Das war, wie sich im Nachhinein herausstellte, auch gut so.
Es wurde eine eher ruhige Überfahrt nach Sardinien. Für die knapp 300 Meilen dorthin benötigten wir drei Tage. Wir hatten Wachen eingeteilt; Peter und Anmagret und Jasmin und ich wechselten uns im Vierstundenrythmus ab. Mäßige Winde aus hauptsächlich nordöstlichen Richtungen bescherten uns streßfreies Segeln mit zeitweiligem Flautenmotoren und vor allem Sonne ohne Ende.

Wir haben neben häufigen Delphinschulen auch Wale gesichtet. Nicht nur einen, sondern so zwei, drei, vier in verschiedenen Gruppen zu unterschiedlichen Zeiten. Tolles Erlebnis. Um welche Art Wale es sich handelte, weiß ich nicht, aber vermutlich handelte es sich um Finnwale, die wohl häufiger in dieser Region vorkommen sollen. Jedenfalls waren sie ziemlich groß.

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Zwischen Menorca und Sardinien: „Finnwale“

Die Überfahrt gestaltete sich abgesehen von unserer Walsichtung unspektakulär.
Segeln vom Feinsten, Sonne, mäßiger Wind aus fast immer der richtigen Richtung und gute Stimmung an Bord. Wir genossen herrliche Sonnenuntergänge – nicht ohne die mit einem obligatorischen Sundowner zu begleiten – und ebenso herrliche Sonnenaufgänge – zu denen gab’s dann aber Kaffee.

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Zwischen Menorca und Sardinien: „Sonnenuntergang“

Leider ließ uns der ohnehin schon schwächelnde Wind mehr und mehr im Stich und drehte auch noch, je näher wir der Straße von Bonifacio und damit Sardinen kamen, von Nordost über Nord auf Nordwest.

Die Einfahrt in die wegen ihrer häufig stark wehenden Winde verrufene Straße von Bonifacio gestaltete sich dann auch eher langweilig, mussten wir doch mangels Wind ein Paar Stunden motoren, denn noch eine Nacht mochten wir nicht auf See verbringen.
Am späten Nachmittag frischte der Wind wieder etwas auf und wir entschlossen uns, in den Golfo dell‘ Asinara nach Castelsardo ein zu laufen, wo wir dann am späten Nachmittag ankamen und sogar sofort einen Liegeplatz fanden.

Viel war dort eh nicht los. Das Dorf klebt unterhalb der einst von den Genuesern erbauten Festung an den Felsen und man hat von dort sicherlich einen herrlichen Ausblick über die Straße von Bonifacio, vorausgesetzt, man tut sich das an und kraxelt den Berg hoch. Ich ersparte mir das.

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Sardinien: „Castelsardo“

Von nun an hangelten wir uns so langsam die sardische Küste entlang Richtung Olbia, wo mich dann meine gesamte Crew planmäßig verlassen und meine langjährige Mitseglerin Katrin für eine Woche zu mir stoßen würde.

Der nächste Tag brachte wieder nur mäßigen Wind aus Nord, so dass wir wieder einen Gutteil der geplanten Strecke zu der Ankerbucht, die wir ausgeguckt hatten, Motoren mussten.

Nachdem wir mit drei Ankerversuchen in der vor nördlichen Winden gut geschützten Bucht La Colba gescheitert waren – das Handbuch hatte uns vor schlechtem Ankergrund gewarnt – fuhren wir um das Capo Testa, dem nördlichsten Cap Sardiniens, herum und fanden dann auch einen Ankerplatz in der Baja dis Reparata.

Hier lagen wir zwar nicht alleine, aber die Bucht bot guten Schutz und die beiden Mädel an Bord kamen auch noch in den Genuß des Anblicks nackter Männer einer Chartercrew, die wohl unbedingt unbekleidet baden mussten.

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Sardinien: „Baja dis Reparata – Anmagret“

Nach einer ruhigen, ereignislosen Nacht durften wir dann morgens beim Frühstück der besagten Chartercrew in ihrer ganzen Schönheit beim Baden und dann beim Ankeraufgehen zusehen. Nicht gerade ein weltbewegendes Ereignis.

Auch uns hielt es hier nicht länger und wir machten uns weiter in Richtung Olbia auf. Wind und Wetter waren uns wohl gesonnen und wieder einmal gab es bei 2 bis 3 Windstärken aus Nordwest Segeln vom Feinsten.

Wir segelten nun an der vielberühmten Costa Smeralda zwischen der Ostküste Sardiniens und dem Maddalenen Archipel  entlang. Nun wurde auch klar, warum sich in den Hauptmonaten des Sommers hier nicht nur die „Reichen und Schönen“ tummeln, sondern auch jede Menge Italienischer Touristen vom Festland und natürlich auch  aus anderen Ländern, vor allem auch Engländer.

Wir fuhren an wunderschönen Sandstränden entlang, die eingebettet zwischen schroffen, aber auf ihren Höhen grün bewaldeten Felsbuchten lagen und an denen sich Heerscharen von Menschen im wirklich azurblauen bis smaragdfarbenen Wasser tummelten. „Un sogno di blu“ – ein Traum in Blau, wie der Italiener so sagt.

Wie wir dann im Laufe unseres Aufenthaltes feststellen durften – man hatte uns ja schon gewarnt – waren die meisten Marinas in Sardinien – hier hauptsächlich im viel besuchten Nordteil der Insel – im Juli und August brechend voll. Zu dieser Zeit sind auch die Preise am höchsten. Davor und danach sind die Liegegelder deutlich günstiger.

Noch, es war ja noch Juni und damit Vorsaison, kamen wir nicht in den Genuß dieser inflationären Entwicklung.

Es tummelten sich zwar schon eine ganze Menge von Yachten aller Art in dem verhältnismäßig engen Fahrwassern zwischen den Maddaleneninseln und der Hauptinsel Sardinien, aber trotzdem erhielten wir in unserem nächsten Hafen, Porto Rotondo, problemlos einen Liegeplatz, nachdem wir an der Empfangspier festgemacht und einklariert hatten. Und das zu einem im Vergleich zu dem, was wir auf Mallorca bezahlt hatten, verhältnismäßig moderaten Preis, nämlich 30,- Euro für die Nacht.

Der Ort liegt im Norden Sardiniens auf einer weit ins Meer hinausreichenden Halbinsel und ist relativ neu. Er wurde erst im Jahr 1967 erbaut und gilt heute – neben Porto Cervo – als Treffpunkt der „Reichen und Schönen“.

Immerhin hat man hier, so wie an der ganzen Costa Smeralda, weitestgehend auf die ansonsten im Mittelmeerraum so weit verbreiteten Bausünden in Form von Hochhäusern und Hotelpalästen verzichtet.

Die meisten Bauten fügen sich harmonisch in die Küstenlandschaft ein und korrespondieren auch gut mit etwaigen alten gewachsenen Dorfstrukturen.

Viel los war hier nicht. Es lagen zwar jede Menge Yachten und Boote im Hafen – auch große – , aber die Restaurants und Bars rund um das Hafenbecken waren ziemlich verwaist.

Wie so oft, ließen die sanitären Einrichtungen allerdings zu wünschen übrig. Irgendwo auf dem weitläufigen Marinagelände sollte es wohl Duschen und Klos geben; mir war das aber zu weit, ich hatte keine Lust über das Hafengelände zu irren und selbige zu suchen.

In unmittelbarer Nähe zum Hafenbüro und damit auch verhältnismäßig dicht zu unserem Liegeplatz, gab es eine doch etwas rudimentäre Einrichtung im hintersten Winkel eines an oder in eine Felswand gebauten Hauses. Diese im Wesentlichen aus zwei Stehklos und einem Waschbecken bestehende Anlage sollte wohl mehr den Strandbesuchern dienen, als den Bootfahrern. Naja, für einmal reichte das gerade so.

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Sardinien: „Porto Rotondo“

Porto Rotondo war die letzte Station vor Olbia, wo dann ein kompletter Crewwechsel stattfinden würde.

Bei einem moderaten Nordostwind gestaltete sich die Fahrt dort hin trotz einiger Kreuzschläge eher entspannt. Zu später Mittagsstunde erreichten wir das Capo Figari welches die Einfahrt in die Bucht von Olbia bzw. in den Golfo Aranci an der nordöstlichen Seite markiert.

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Sardinien: „Capo Figari“

Hier verließ uns der Wind nun fast gänzlich, was wir für eine ausgiebige Badeveranstaltung nutzten. Der verbliebene Windhauch war gerade einmal so stark, dass sich meine Crew an einer an ihrem Ende mit einem Fender verknoteten Festmacherleine hinter dem Boot her ziehen lassen konnte.

Ich blieb derweil an Bord und paßte auf, dass den Dreien nichts passierte.

So trieben wir denn mehr als das wir segelten gen Olbia.

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Sardinien: „Badevergnügen am Capo Figari – Anmagret, Peter und Jasmin“

Irgendwann hatte sich der Badespaß dann erledigt, die Genua wurde eingerollt und der Motor angeschmissen, um überhaupt noch vorwärts zu kommen.

Doch je näher wir der Hafeneinfahrt nach Olbia kamen, desto mehr briste der Wind wieder auf, letztendlich sogar auf vier Windstärken, so dass wir fast geneigt waren, wieder zu segeln.

Allerdings ist es laut Hafenhandbuch verboten, innerhalb des Hafens zu segeln. Der markante Leuchtturm kennzeichnet sozusagen den Beginn des Hafens, dessen Fahrwasser sich von dort bis in die Stadt doch noch ein ganzes Stück hin zieht.

Also verzichteten wir für die noch verbleibende relativ kurze Strecke aufs Segeln.

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Sardinien: „Leuchtturm von Olbia“

Olbia

Nachdem was Seekarten und Hafenhandbücher so hergaben, hatten wir in Olbia drei Möglichkeiten zum Anlegen. Es gibt dort eine Marina, etwas außerhalb vom Stadtzentrum und garantiert nicht billig, es gibt die Möglichkeit im alten Handelshafen an der Stadtpier fest zu machen, da liegt man umsonst, hat aber auch keine Infrastruktur, und direkt auf der anderen Seite der Stadtpier gibt es noch einen kleinen Yachthafen, der vom Club Nautico betrieben wird und der ebenfalls Geld verlangen würde.

Die schlauchartige, sich verengende Einfahrt in den Hafen von Olbia ist beiderseitig gesäumt von Muschelzuchtanlagen. In Reih und Glied liegen hier wie große Fender aussehende Bojen in großen Feldern, an denen die Muscheln wachsen.

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Sardinien: „Olbia – Muschelzuchtanlagen“

Wir fuhren an der Marina vorbei und erkundeten den kleinen Hafen des Yachtclubs. Anscheinend war man dort nicht unbedingt an Gästen interessiert. Jedenfalls tauchte kein helfender Marinero auf und ein freier Liegeplatz war auch nicht zu sehen.

Also legten wir erst einmal an der Stadtpier an, wo wir erstaunlicher Weise noch ein freies Plätzchen fanden. Peter zog los, um die Gegend zu erkunden und kam nach einiger Zeit mit der Erkenntnis zurück, dass man hier zwar sehr stadtnah liegt, es aber auch wirklich nichts gibt, kein Wasser, keinen Strom, kein Klo und erst recht keine Dusche.

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Sardinien: „Olbia – Pier des alten Handelshafen“

Wir fanden auch heraus, dass man in dem Yachtclub durchaus als Gast liegen könne, aber dies zum Preis von stolzen 60,- Euro pro Nacht und das war uns dann doch etwas zu viel.

Über UKW-Funk kontakteten wir die Marina, die uns dann auch einen Liegeplatz für knapp 40,- Euro pro Tag anbot.

So warfen wir die Leinen wieder los und verholten in die Marina, wo wir von einem freundlichen und hilfsbereiten Marinero mit seinem Schlauchboot in Empfang genommen wurden und der uns dann auch einen Liegeplatz zu wies und beim Festmachen half. So weit perfekt.

Es zeigte sich, dass die Steganlagen mit den Liegeplätzen in Ordnung waren, im Hafenbereich aber noch rege Bautätigkeit herrschte. Von den geplanten Gebäuden, die einmal Geschäfte, Restaurants und Ferienwohnungen enthalten sollten, war gerade einmal eins kurz davor, bezugsfertig zu werden. Alle anderen Bauplanungen konnte man nur anhand der auf den Bauzaun geklebten Plakate erahnen.

So kamen wir auch noch in den Genuß des mit der Bautätigkeit verbundenen Lärms, der zeitweilig bis zu unserem Liegeplatz drang.

Die Sanitäranlagen waren ein gutes Stück von unserem Liegeplatz entfernt im Gebäude der Hafenverwaltung untergebracht. Die waren auch so weit o.k., bestanden allerdings jeweils bei den Damen und Herren nur aus einer Toilette, drei Duschkabinen ohne irgendeine Sitzgelegenheit und einer Art Behinderteneinrichtung bestehend aus Klo, Dusche und Waschbecken. Davor gab es einen Waschtisch mit vier Waschbecken.

Die ganze Anlage war zwar sauber und ordentlich, aber aus meiner Sicht für diese Riesenmarina deutlich unterdimensioniert, vor allem wenn man bedenkt, dass hier an den Wochenenden Heerscharen von Charterern zum Crewwechsel einfallen.

Auf Nachfrage beim Hafenpersonal erklärte man uns, dass auch nicht vorgesehen sei, noch weitere Sanitäreinrichtungen zu bauen.

Wie fast überall in den Marinas, war das Personal ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Die Mitarbeiter/Innen an der Rezeption gaben auf unsere Fragen bereitwillig Auskunft (man sprach recht gut Englisch), das Ein- und Ausklarieren verlief unproblematisch und wir wurden sogar darauf hin gewiesen, dass es auf Bestellung tagsüber einen kostenlosen Shuttleservice vom Flughafen zur Marina bzw. umgekehrt gab. Der war in den Liegegebühren inbegriffen. Das hatten wir noch nie.

Nicht all zu weit entfernt von der Marina gibt es auch ein riesiges Einkaufszentrum mit einem Supermarkt und in unmittelbarer Nähe eine Haltestelle für den Bus ins Stadtzentrum von Olbia.

                                         Sardinien: „Olbia – Corso Umberto“

Peter und Jasmin stiegen hier plangemäß als erste aus, Anmagret einen Tag später. Peter hatte einen Mietwagen gebucht, da er von Cagliari aus heim flog, Jasmin musste von Olbia aus erst noch mit dem Bus nach Alghero fahren, um von dort aus nach Hause zu fliegen.

So stiegen die beiden am frühen Morgen in den Mietwagen – Peter brachte Jasmin noch nach Olbia zum Busbahnhof – und Anmagret und ich fuhren später mit dem Bus in die Stadt und verbrachten dort einen netten Tag mit Sightseeing und bummeln und abendlichem Besuch des Restaurants „Lanterna“, das mir von Helmuth, einem späteren Mittsegler, empfohlen worden war. Nicht ganz billig, eher gehobene Kategorie, aber Essen und Ambiente stimmten.

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Sardinien: „Olbia – Restaurant Lanterna in der Altstadt“

Am darauf folgenden Tag flog Anmagret nach Hause und ich wartete auf Katrin, die dann am nächsten Tag an Bord kam.

An dem Steg, an dem ich mit meinem Schiff lag, bereitete ein Deutsches Ehepaar ihr Schiff darauf vor, es an Land zu setzen. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass die Beiden nur in der Vor- bzw. Nachsaison in sardischen Gewässern segelten. Es war für sie billiger, dass Schiff für ein paar Monate bei einer nahe gelegenen Werft an Land zu stellen, als in der Hauptsaison hier zu segeln und die horrenden Liegegelder zu bezahlen oder sich dem Stress völlig überfüllter Ankerbuchten während der Hauptferienzeit auszusetzen.

Dieses Pärchen besaß auch noch ein Wohnmobil, in dem sie während der In- und Außerdienststellungsarbeiten an ihrem Segelboot lebten und mit dem sie dann via Fähre zum Italienischen Festland nach Deutschland zurückfuhren bzw. wieder nach Sardinien zurück. Die Sommerzeit verbrachten sie dann in Deutschland. So kann man es auch machen.

Von den Beiden bekamen wir noch den Tip für ein Restaurant, wo man zu normalen Konditionen essen können und dass nicht all zu weit von der Marina entfernt sein sollte.

Katrin und ich suchten dieses dann am Abend auf – ein etwa 20-minütiger Fußmarsch entlang einer Hauptverkehrsstraße war es dann doch – aber es hatte sich gelohnt. Wir landeten in einer Art Pizzeria, in der außer Pizza auch noch andere Gerichte angeboten wurden und das zu wirklich moderaten Preisen und auch noch lecker. Sogar eine WiFi-Verbindung gab es hier.

Bezeichnend war, dass dieser Laden auch von den Einheimischen stark frequentiert wurde, da es auch einen „Take Away Service“ gab. Gesättigt und zufrieden und versehen mit den neuesten Informationen aus dem Internet beendeten wir den Abend dann noch auf dem Schiff bei einigen Gläschen Rot- bzw. Weißwein.

Bevor es Tags darauf losgehen konnte, benötigten wir natürlich Proviant. Also erst einmal ein Fußmarsch zum Supermarkt in dem Einkaufszentrum. Das verzögerte unseren Start natürlich um Einiges, für einen Ankerliegeplatz im Golfo Aranci, direkt zwischen dem Capo Figaro und der Insel Figarotto reichte es noch. Natürlich lagen wir dort nicht allein. Offenbar war diese Stelle auch bei Tagesausflüglern, besonders bei Motorbootfahrern,  beliebt. Aber mit fortschreitender Zeit lichteten sich die Reihen, so dass sich nach und nach größere Abstände zu Mitankerern ergaben.

Wir verbrachten eine herrliche Zeit mit segeln, viel ankern und baden. Unser zweiter Ankerplatz, die Calla di Volpe verhalf uns dann zu Erlebnissen ganz besonderer Art. Am Ende dieser schönen Anker- und Badebucht liegt ein Hotelkomplex von dem behauptet wird, dass er der gehobeneren Klasse zu zu rechnen und dem entsprechend wählerisch mit seiner Kundschaft sei.

Unterstrichen wird diese Aussage auch noch dadurch, dass ein reger Shuttleverkehr von den weiter draußen in der Bucht vor Anker oder an den Großmooringbojen liegenden Superyachten – meistens Motorboote – dorthin stattfindet.

Und nicht nur der. Natürlich werden sowohl von diesen Megayachten als auch von Land aus alle möglichen, offenbar lustbringende, motorbetriebene Wasserspielzeuge bewegt, die aus einer lauschigen Ankerbucht einen lärmumtosten und vom Schwell gebeutelten Tummelplatz machen.

Das war nicht nur hier in der Calla di Volpe so, anderswo gab’s das auch, aber hier schoß man wirklich den Vogel ab.

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Sardinien: „Katrin“

Maddalenen-Archipel

Es folgte ein Abstecher zu den Maddalenen, genauer, erst einmal zur Hauptstadt La Maddalena, wo wir im Porto Turistico Calla Gaveta fest machten. Hier gab es in einem kathakombenartigen Gebäude wenigstens halbwegs vernünftige Sanitäreinrichtungen, für deren Nutzung man allerdings extra bezahlen musste.

Der malerische Ort schmiegt sich entlang der Hafenfront an den Berghang und nachdem Katrin und ich durch die Gassen geschlendert waren, gönnten wir uns ein Abendessen in einem Restaurant mit Außentischen in einer wirklich engen Gasse. Das Ambiente war etwas grenzwertig, aber das Essen vorzüglich, wenn auch nicht ganz billig.

OLYMPUS DIGITAL CAMERASardinien: „La Maddalena – Porto Turistico Cala Gavetta“

Es stand wieder Ankern auf dem Programm und damit auch ein wenig Verproviantierung. Dementsprechend verließen wir La Maddalena recht spät.

Dank einer moderaten Brise aus nordwestlicher Richtung erreichten wir die Secca di Morta am späten Nachmittag. Wieder einmal ankern in einer traumhaften, aber deshalb auch mit anderen Yachten gefüllten Bucht.

Ausgerechnet hier versagte einer der zwei Schalter mit denen die Ankerwinde betrieben wird. Unglücklicher Weise auch noch die Aufwärtsfunktion, die ihren Geist auf gab.

Nachdem wir reichlich Kette gesteckt hatten, machte ich mich an die Reparatur und es gelang mir auch, die „Up“-Funktion wieder her zu stellen. Dafür funktionierte dann „Abwärts“ nicht mehr. Das war weiter nicht so schlimm, da man die Kette auch mit Hilfe der Bremse des Ankerspills fieren kann, aufholen mit der Handkurbel hätte sich etwas mühsam gestaltet.

Diese werksmäßig eingebauten Schalterchen aus Italienischer Produktion sind meines Erachtens nach für ein Seeschiff nicht geeignet und ihr Geld nicht wert. Aber was soll man machen, jetzt sind sie nun ‚mal drin.

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Sardinien: „Maddalenen – Secca di Morte“

Auch hier lichteten einige Ankerlieger gegen Abend ihre Anker und es wurde ruhiger. Katrin schwamm zum Ufer hinüber und begutachtete den Strand, der nun kaum noch bevölkert war, da die Ausflugsdampfer ihre Tagesfracht wieder eingesammelt hatten.

Gemütlich starteten wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück und nach einem herrlichen Segeltag mit moderater Backstagsbrise liefen wir wieder in der Marina Olbia ein, wo dann eine neue Crew zu stieg und Katrin mich verließ.

Wir hatten uns für die Marina entschieden, weil hier zumindest ein Hauch von Infrastruktur vorhanden war, die einem das Leben auf dem Boot bis zum Crewwechsel doch etwas angenehmer machte, als wenn man an der spartanischen Stadthafenpier festmachte. Den geradezu inflationären Anstieg der Hafengebühren auf 63,- Euro pro Tag nahmen wir gezwungenermaßen billigend in Kauf.

Bevor Katrin mich verließ, gab’s allerdings noch eine Inselrundfahrt mit dem Mietwagen.

Landpartie

Von Mitte Juni bis Anfang Juli war es mir nicht gelungen, Mitsegler/Innen aus meinem Freundes-und Bekanntenkreis zu rekrutieren. So hatte ich dann notgedrungen bereits im Frühjahr bei der Internetplattform „Hand gegen Koje“ eine Anzeige aufgegeben und auch Rückmeldungen erhalten.

Helmuth war der Erste, der sich meldete und mit dem ich vereinbarte, dass er mit segeln konnte. Es folgten Karl und Hans.

Mit Helmuth hatte ich schon vor Beginn dieser Etappe einen mehr oder weniger regen E-Mailaustausch. Er übersandte mir Proviantlisten, Vorschläge für Segelrouten, Hafenpläne und Restaurants und etliches mehr.

Von ihm stammte dann auch der Vorschlag, schon einen Tag vor dem eigentlichen Crewwechseltermin mit einem Mietwagen die Insel zu erkunden.

Dieser brachte auch noch den Vorteil mit sich, dass wir bei einem doch etwas weit von der Marina ansässigen Yachtausrüster einen Ersatz für den defekten Ankerwindenschalter erstehen konnten und dass wir das Auto vor unserem Inseestechen auch noch zum Transport unseres Einkaufs nutzen konnten.

Er hatte für sich und seine Frau Anna einen Flug nach Cagliari gebucht und wollte mit Ihr ein paar Tage bis zum Beginn unseres Törns im Hotel in Olbia verbringen. Daher der Mietwagen.

Diese Tour war auch mit Katrin im Vorwege abgestimmt und so kam es dann zu unserem Autoausflug.

Also fuhren wir am Freitag mit dem Mietwagen an der Ostküste Sardiniens entlang. Es war eine sehr schöne Tour mit einigen Stops in diversen Orten (deren Namen ich mir allerdings nicht gemerkt habe), Essen auf der Terrasse eines Restaurants in malerischer Umgebung (den Namen des Ortes habe ich leider vergessen) und Erkundung einiger Orte mit ihren Häfen entlang der Küste.

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Sardinien: „Blick vom Gebirge auf die Marina di Orosei“

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Sardinien:“ Gebirgslandschaft“

Über Landstraßen und Holperpisten ging es dann auch noch ins Gebirge, wo meine drei Mitstreiter einen Gipfel erstürmten, während ich auf einen derartigen Gewaltmarsch verzichtete und mich der Ruhe auf einer Bank eines Picnickplatzes hingab.

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Sardinien: „Vor der Gipfelkreuzerstürmung“

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Sardinien: „Der Gewaltmarschverweigerer“

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Sardinien: „Das Gipfelkreuz“

5__#$!@%!#__UnbekanntSardinien: „Helmuth, der Gipfelstürmer“

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Sardinien: „Gipfelstürmerin Katrin“

Für mich war das eine sehr entspannte Tour, Helmuth fuhr und wir anderen konnten die wirklich schöne Landschaft Sardiniens genießen.

Das Abendessen fand dann im „Mama Mia“ statt, einem Restaurant in Olbia, dass uns die Receptionistin des Hotels empfohlen hatte, in dem Helmuth und Anna wohnten. Das Restaurant wurde von einer Deutschen Frau und ihrem Sardischen Mann betrieben, so dass es keine Verständigungsschwierigkeiten gab. Das Essen war richtig klasse und das Preis-Leistungsverhältnis stimmte. Sehr zu empfehlen.

Am Samstag kam dann Karl an Bord und Katrin wurde von Helmuth zum Flughafen gefahren.

Ganz nebenbei bemerkt, der über „Hand gegen Koje“ rekrutierte potenzielle Mitsegler Hans hatte sich zwischenzeitlich recht kurzfristig per E-Mail aus dem Segeltörn mit einer aus meiner Sicht fadenscheinigen Begründung ausgeklinkt. Da war ich richtig sauer, weil ich seinetwegen anderen Interessenten, die sich noch nach ihm gemeldet hatten, absagen musste. Im Nachhinein betrachtet, stellte sich das vielleicht als glückliche Fügung heraus, war doch unsere Dreieraltherrencrew durchaus in der Lage, eine schöne Tour zu segeln.
Den Samstagnachmittag verbrachte ich mit der Reparatur bzw. dem Austausch des Ankerwindenbedienknopfes, während Karl mir ein wenig zur Hand ging und sich dann mit der Marinaanlage vertraut machte. Viel helfen konnte er mir eh nicht, bei den engen Gegebenheiten auf dem Vorschiff.

Auf Vorschlag von Helmuth gingen wir abends im Fischrestaurant „Trattoria Sperrittu“ essen. Wirklich gut, aber nicht unbedingt preisgünstig, das „Mama Mia“ hat mir besser gefallen.

Bevor es dann am Sonntag in Richtung Korsika los ging, stand noch die Verproviantierung auf der Liste. Wie gut, dass der Supermarkt auch am Sonntag geöffnet hatte und wir das Auto noch hatten.

Sardinien: „Karl beim Einkaufen“

Daher wurde es recht spät am Nachmittag, bis wir endlich los kamen. Schließlich musste der Proviant ausgeladen und im Boot verstaut werden und Helmuth musste den Wagen dem Verleiher zurückbringen.

Immerhin schafften wir es bis bis in den Golfo Aranci und wir ankerten wieder zwischen dem Capo Figari und der Insel Figarotto. Das kannte ich ja schon.

Der folgende Tag brachte Segeln vom Feinsten. Beginnend mit drei Windstärken aus nordöstlicher Richtung, steigerte sich der Wind im Laufe das Tages auf vier, dann kurzzeitig auf fünf Beaufort, Genua III und erstes Reff wurden fällig und bedingt durch den langsam über Nord auf Nordwest drehenden Wind hatten wir dann eine volle Kreuz zu den Maddalenen.

Wir kreuzten zwischen den Inseln hindurch und gegen 18:00 h fiel der Anker in der Secca di Morta. Auch diese Ankerbucht kannte ich ja bereits.

Korsika

Der nächste Tag beglückte uns mit herrlichstem Segelwetter. Drei, später vier Windstärken, allerdings aus West, so dass wir eine volle Kreuz über die Straße von Bonifacio in Richtung Korsika nach Porto Vecchio hatten.

Warum wir dort einen Hafentag einlegten, kann ich gar nicht mehr sagen. Meiner Erinnerung nach hat der Ort nicht gar so viel zu bieten und besonders preiswert ist die Marina mit 46,- Euro pro Tag auch nicht gerade.

Offenbar hat hier auch niemand aus meiner Crew fotografiert, so dass ich auch keine Bilder habe.

Lavezzi-Archipel

Nach unserem Hafentag ging’s wieder Richtung Süden, aber bevor wir nach Bonifacio segelten, gönnten wir uns einen Ankertag in einer Bucht der Ile de Cavallo im Lavezzi-Archipel.

Die Lavezzi-Inseln sind der südlichste Punkt Frankreichs in Europa und bilden zusammen mit den zu Italien gehörenden La Maddalenen-Inseln die „Bouches de Bonifacio“. Das Archipel besteht aus etwa 100 Eilanden und Granitriffen zwischen Korsika und Sardinien.

Die kleine, fast unbewohnte Inselgruppe wurde 1982 zum Naturschutzgebiet erklärt und besitzt angeblich einige der schönsten Buchten und Strände des gesamten Mittelmeeres. Bizarre Granitfelsen, smaragdgrünes Meer und hellweiß bis rosa schimmernder Sand  prägen die größeren, fast unberührten Inseln Lavezzi, Piana, Ratino, Poraggia und Perduto sowie die einzige bewohnte Insel des Archipels, die Ile de Cavallo. Die restlichen Inseln des Lavezzi-Archipels sind unbewohnt und nur Lavezzi, Cavallo und Piana dürfen überhaupt betreten werden.

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Lavezzi-Archipel: „Ile de Cavallo – Cala de Zeri“

Am 14. Feburar 1855 ereignete sich bei einem schweren Unwetter in der Meerenge ein schweres Schiffsunglück, als die französische Fregatte Sémillante mit 702 Mann Besatzung auf einer Klippe vor Lavezzi zerschellte. Hier wurde zu Ehren der Schiffbrüchigen ein Soldatenfriedhof und ein Denkmal errichtet, welches auch vom Meer aus weithin sichtbar ist.

6__#$!@%!#__UnbekanntInsel Cavallo: „Cala de Zeri“

Die Île de Cavallo ist die einzige bewohnte Insel des Lavezzi-Archipels und wurde vor allem in den 1980er Jahren als exklusives Ferien-Ressort für Millionäre und Milliardäre bekannt, auf dem extra für die reichen Eigentümer ein kleiner Privatflugplatz erbaut wurde. Auf diesem dürfen heute nur noch kleine Flugzeuge und Helikopter landen.

Der Zugang zur Insel per Schiff oder Helikopter ist bis heute nur Einwohnern, Besitzern einer der wenigen Privatvillen sowie Gästen des in den 1990er Jahren errichteten Hotels gestattet. Ein Shuttleboot fährt zur Saison mehrmals täglich von dem kleinen korsischen Hafen Piantarella auf das Eiland.

Als Ankerplatz hatten wir die Cala de Zeri auserkoren, eine nach Nordosten offene, aber doch guten Schutz bietende Bucht auf der Ile de Cavallo. Anfänglich mussten wir im Golfo de Porto Vecchio gegen einen schwachen Nordostwind ankreuzen, konnten dann aber recht gemütlich unser Ziel anliegen. Wieder einmal ein herrlicher Segeltag.

Natürlich waren wir nicht alleine in der Bucht, die wir am frühen Abend erreichten, aber wir fanden nach einigem Suchen ein geeignetes Plätzchen für unseren Anker. Dies war wirklich ein herrliches Fleckchen und wir beschlossen, hier einen Tag vor Anker zu bleiben und die schöne Umgebung und die vergleichsweise Ruhe zu genießen.

Nachdem die Reihen der Ankerlieger sich am nächsten Morgen etwas gelichtet hatten, verholten wir noch einmal etwas weiter in die Bucht hinein und ich hatte das Gefühl, hier lagen wir wirklich wie in Abrahams Schoß.

Ganz ruhig und menschenleer war es hier natürlich nicht, aber gemessen an dem Trubel, den wir anderswo erlebt hatten, war es hier geradezu abgeschieden.

Am Ende der Bucht befindet sich ein Strand, der offenbar von vielen Badegästen, die entweder auf der Insel wohnten oder als Tagesausflügler mit dem Boot von Korsika herüber kamen, bevölkert wurde.

So blieb es nicht aus, dass ab und an ‚mal ein Motorboot oder auch ein größeres, mit Touristen besetztes Ausflugsboot ihre Runden in der Bucht drehten. Das hielt sich alles in erträglichen Grenzen und auch die gegen Abend neu hinzu kommenden Ankerlieger störten nicht wirklich.

Wind und Wetter spielten auch mit und so verbrachten wir einen schönen Tag mit Baden, Faulenzen und diversen anderen Dingen. Das war Urlaub.

Der nächste Tag bescherte uns wieder allerfeinstes Segelwetter. Bei drei Windstärken aus Westsüdwest kreuzten wir mit dem auf Genua III Größe eingerollten Vorsegel zwischen Korsika und den Lavezzi-Inseln in Richtung Bonifacio.

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Korsika: „Ansteuerung Bonifacio“

Bonifacio

Die imposante Stadtanlage von Bonifacio im Süden der Insel thront hoch über dem Meer auf einem steil ins Wasser abfallenden Kreidefelsen und bietet mit ihren zerklüfteten Felsformationen, den vom Meer ausgewaschenen Höhlen im Felsenriff und der spektakulären Aussicht auf die senkrechten, weißen Felswände schon einen grandiosen Anblick. Nähert man sich der Einfahrt in die tief ins Landesinnere einschneidende Bucht, so wird man von hoch auf den Felsen erbauten Wehranlagen, Wohnhäusern und einer im ca. 45 Gradwinkel in den Fels gehauenen Treppe empfangen.

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Korsika: „Bonifacio – Oberstadt“

Die Escalier du Roi d’Aragon (dt. Treppe des Königs von Aragonien) stammt aus der Zeit der spanischen Belagerung und wurde von Franziskanermönchen in den porösen Kalkfelsen gehauen. Die steilen Stufen führen zu dem Süßwasserbrunnen Puits de Saint-Barthelemy hinab, der für die Stadt vor allem zu Belagerungszeiten als Wasserquelle wichtig war. Auch als Fluchtweg zum Meer konnte die Treppe dienen, die von der Oberstadt aus leicht zu verteidigen und überwachen war.

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Korsika: „Bonifacio – Escalier du Roi d’Aragon“

Bonifacio war sicherlich einen Besuch wert. Eine tolle, sehr malerische und historisch auch eine interessante Stadt, aber touristisch völlig überlaufen. Nicht nur, dass „Otto Normalverbraucher“ die hohlen Gassen erstürmt, eine Megayacht nach der anderen gibt sich die Mooringleine oder die Ankerkette in die Hand. Da kommt Unsereiner sich geradezu klein und mickrig vor, mit seinem 36 Fuß Schiffchen.

Ganz zu schweigen von der Höhe der Liegegelder (43,- €/Tag) und den Bierpreisen (7,- €/0,4 l)! Dagegen stehen s.g. sanitäre Einrichtungen, deren Qualität in keinem Verhältnis zu den geforderten Hafengebühren steht.

Ich will das hier alles nicht vertiefen, aber ein in einem Blechcontainer untergebrachtes Behindertenklo/Dusche, dass ohnehin den Namen nur bedingt verdient und von dem man erst die Taucheranzüge und diverse andere Utensilien von irgendwelchen ortsansässigen Tauchern wegräumen muß, um es dann zweckentsprechend benutzen zu können, spricht für sich. Ein „Megayachty“ benutzt ja auch kein öffentliches Klo!

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Korsika: „Klassische Segelyacht im Hafen von Bonifacio“

Der Hafen wird, wie kann es anders sein, von jeder Menge Schiffen frequentiert, nicht nur von den Megayachten. Das Gros der Besucherboote besteht wohl hauptsächlich aus Charteryachten, in der Hauptsaison vornehmlich aus Italien.

Mit denen durfte ich dann auch Bekanntschaft machen. Ich saß unter Deck am Navitisch – Helmuth und Karl waren in der Stadt unterwegs -, als es am Heck der „Yssabeau“ krachte. Ich stürzte den Niedergang hinauf und sah eine unter italienischer Flagge fahrende Yacht dicht am Heck meines Schiffes langsam vorbeifahren, besetzt mit einer gemischten Crew aus älteren Herrschaften, von denen aber keiner irgendwelche Anstalten machte, den Rudergänger bei seinem Manöver zu unterstützen.

Die wollten wohl an dem hinter unserem Liegeplatz liegenden Steg festmachen, hatten aber offenbar die Kurve nicht gekriegt und dadurch die „Yssabeau“ angeditscht.

Die fuhren einfach davon, um einen neuen Anlauf zum Einparken zu nehmen, kein Wort des Bedauerns, keine Entschuldigung, nichts.

Ich war gerade wieder unter Deck, als es ein zweites Mal krachte. Wieder spurtete ich den Niedergang hoch, wieder hatte das selbe Schiff uns angestoßen und fuhr knapp an „Yssabeaus“ Heck vorbei. Mir platzte der Kragen und ich fragte auf Englisch, was das denn sollte. Keine Reaktion. Man fuhr einfach weiter und ich erntete von der achtern im Heckkorb sitzenden Matrone nur ein im wahrsten Sinne des Wortes blödes Grinsen. Da blieben mir dann die Worte im Halse stecken. Ein derartig unverfrorenes Verhalten war mir selten untergekommen.

Es war weiter nichts passiert, es gab keine Macke am Schiff; aber das Geräusch beim Zusammenstoß der beiden Boote hörte sich schlimmer an, als es war.

Ich blieb jetzt erst einmal an Deck und beobachtete mehrere weitere Anlegeversuche dieser Chaotentruppe an dem hinter uns liegenden Steg. nach einigem Hin und Her und Dank der Hilfe eines dann eingetroffenen Marineros gelang dann schließlich das Einparkmanöver.

Dass solche Leute sich überhaupt trauen mit einem Segelboot durch die Gegend zu fahren, ist mir unbegreiflich. Ganz zu schweigen von der Ermangelung jeglicher Umgangsformen.

Was sich bereits bei anderen Gelegenheiten abgezeichnet hatte, wurde hier in Bonifacio offensichtlich: Die Inhomogenität meiner Crew. Die Interessenlage von Helmuth, Karl und mir war doch sehr unterschiedlich, was dazu führte, dass jeder seine eigenen Wege ging, um die Stadt zu erkunden.

Mein Bedürfnis, die steilen Treppen oder auch die etwas weniger steil nach oben führende Straße zu erklimmen, hielt sich in Grenzen. Ich investierte 5,- Euro und ließ mich mit einer Touri-Bahn in die Oberstadt kutschieren. So kam ich auch noch in den Genuß der Erklärungen einer Stadtführerin zu den Sehenswürdigkeiten, da ich offenbar zufällig mitten in eine organisierten Reisegruppe geraten war.

Es lohnte sich, kreuz und quer durch die engen Gassen zu gehen, durch die sich dann auch noch der Autoverkehr quälte. Aufgrund der schlechten Ausdehnungsmöglichkeiten auf dem Kalkplateau wurden die Häuser in die Höhe gebaut. Für breite Boulevards blieb kein Platz. 

Hin und wieder konnte ich einen Blick durch offen stehende Türen auf die teils unglaublichengen und steilen Treppenaufgänge in den Häusern werfen, von denen sich viele heute leider in einem schlechten baulichen Zustand befinden.

37__#$!@%!#__UnbekanntKorsika: „Bonifacio – Saint-Marie-Majeure“

Zwei Kirchen stehen in der Oberstadt. Die im 13. Jahrhundert erbaute, aber mehrfach umgebaute Saint-Marie-Majeure und die Saint-Jean-Baptiste.

Bei der Kirche Saint Marie-Majeure befand sich auch eine Wasserzisterne. Diese sicherte in Belagerungszeiten für lange Zeit die Trinkwasserversorgung. Das Regenwasser wurde auf den Dächern gesammelt und mittels Strebebögen zwischen den Häusern in die zentrale Zisterne geleitet.

Am Ende der Altstadt im Westen beginnt die eigentliche Zitadelle, die den Großteil der Oberstadt einnimmt. Sie war bis 1983 Stützpunkt der Fremdenlegion, der man dann auch ein Denkmal gewidmet hat.

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Korsika: „Bonifacio – Denkmal der Fremdenlegion“

Von der Oberstadt aus hat man einen phantastischen Blick über die fjordähnliche Bucht und den Hafen.

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Korsika: „Bonifacio – Hafen“

Auf der Nordseite der Bucht von Bonifacio schneidet eine kleinere Bucht, an deren Ende sich ein kleiner Sandstrand befindet, ins Land. Die Calanque de la Catena ist ein beliebter Ankerplatz für Yachten, offenbar weil man hier deutlich preiswerter liegt, als im Hafen in der Stadt, was sich dann anscheinend auch einige Langzeitlieger zu Nutze gemacht haben. Die Boote liegen hier vor eigenem Anker und mit Heckleinen zum Land.

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Korsika: „Bonifacio – Calanque de la Catena“

So, wie es aussah, lagen hier wohl einige Schiffe doch schon etwas länger, was angesichts des Pflegezustands zu vermuten war. Ein doch etwas trostloser Anblick.

13__#$!@%!#__UnbekanntKorsika: „Bonifacio – Calanque de la Catena“

Entlang des Hafens im unteren Teil der Stadt, reiht sich Restaurant an Restaurant. Dem Fremdenverkehr ist es wohl gezollt, dass sich hier die Preise nicht in unermessliche Höhen bewegen (oder hatte ich mich bereits an das gehobene Preisniveau gewöhnt?); gemessen an anderen Gegenden dieser Welt war es natürlich immer noch teuer.

Trotzdem konnten wir Drei uns durchringen, zum Abschluss unseres Aufenthaltes auf Korsika gemeinsam in einem der Hafenrestaurants zu Abend zu essen, bevor es dann am nächsten Tag wieder zurück nach Sardinien ging.

Beim Auslaufen aus der Bucht von Bonifacio wurden wir noch von einem wahren „Schmuckstück“ der Schiffbaukunst verabschiedet, welches neben der Einfahrt vor der Küste ankerte.

Die Club Med 2 der Reederei Windstar Cruises ist mit 182 Metern Länge das größte Motorsegelschiff der Welt und gehört dem französischen Touristikunternehmen Club Méditerranée. Dieses Teil ist nun wirklich zu groß, um in den Hafen einlaufen zu können und so werden die Gäste über eine ausfahrbare Klappe am Heck des Schiffes auf Motorboote verladen und an Land gebracht.
Auch eine Art zur See zu fahren. Für unsereinen eher weniger erstrebenswert ….. oder vielleicht in zwanzig Jahren.

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Korsika: „Motorsegelschiff Club Med 2“

….. und wieder Sardinien

Ganz ohne die vielerorts beschriebenen Schrecken von Starkwind und hohem Seegang, trieb uns eine sanfte Brise aus Ost über die Straße von Bonifacio in Richtung Sardinen. Am Nachmittag erreichten wir den Hafen von Santa Teresa di Gallura, ein kleines ehemaliges Fischerdorf, das am nördlichsten Ende von Sardinen an einer tief ins Land eingeschnittenen Bucht liegt.

Der hoch auf einem Berg liegende Ort wurde 1808 durch den König Vittorio Emanuele I. gegründet, der ihn nach seiner Gemahlin Maria Teresa benannt hat.

Das Hafenbecken, und damit auch die Marina, erstreckt sich rund um das Ende der Bucht, was zwangsläufig zu langen Wegen führt, will man die Infrastruktur des Hafens und des Städtchens in Anspruch nehmen.

Der Marinero hatte uns einen Liegeplatz am ersten – einlaufend gesehen – Steg zugewiesen. Damit lagen wir ein gutes Stück von den Sanitäreinrichtungen und dem Hafenbüro entfernt. Entschädigt wurden wir für den Fußmarsch durch ein überaus freundliches Hafenpersonal – die beiden jungen Frauen im Hafenbüro sprachen nicht nur gut englisch sondern waren ausgesprochen nett und hilfsbereit – und durch großzügige und saubere Sanitäreinrichtungen. Und das zum Preis von 20,- Euro pro Tag. Da konnte man nicht meckern.

Leider habe ich von diesem doch sehr netten Hafen keine Fotos.

Das Wetter war uns abermals sehr wohl gesonnen, als es am nächsten Tag um das Capo Testa herum nach La Maddalena ging. Wir segelten entspannt immer dem Küstenverlauf folgend dort hin und lagen für eine Nacht wieder im Porto Turistico Cala Gavetta. Da gibt’s nichts mehr weiter zu berichten.

Warum wir am nächsten Tag in der Cala de Volpe ankerten, weiß ich auch nicht mehr so genau. Ich hatte da ja schon so meine Erlebnisse, als ich mit Katrin dort ankerte. Klar, es ist ein wunderschöner und sicherer Ankerplatz, aber das Drumherum ist nicht besser geworden (s.o.).

Jedenfalls bot dieser Ankerplatz einen guten Absprung, um wieder zurück nach Olbia zu kommen, wo Helmuth dann aussteigen und Deborah neu hinzu kommen würde. Karl blieb noch für weitere zehn Tage an Bord.

Auf dem Weg nach Olbia gab es richtig guten Wind, allerdings aus Ost, so dass wir mit dem auf Genua III Größe eingerollten Vorsegel den einen oder anderen Kreuzschlag bewältigen mussten.

Nach einem herrlichen Segeltag fanden wir sogar an der Stadthafenpier ein Plätzchen und machten dort fest. Das Liegegeld für die Marina wollten wir uns sparen und außerdem hatte ich mit Deborah vereinbart, dass sie hier an Bord gehen sollte.

Ursprünglich war geplant, dass wir Drei abends zu einer Art Abschiedsessen ins Restaurant „Lanterna“ gehen wollten. Immerhin hatte Helmuth das entdeckt und empfohlen und Anmagret und ich hatten es ja auch schon ausprobiert. Aber es kam anders.

Helmuth hatte sich entschlossen, seine letzte Nacht auf Sardinien nicht mehr auf dem Boot sondern in einem Hotel zu verbringen. Er wollte dann, nachdem er sich dort einquartiert hatte, wieder zum Schiff zurück kommen und wir wollten dann gemeinsam zum Restaurant gehen.

Karl machte sich auch von Bord, um in der Stadt herum zu laufen. So saß ich dann alleine auf dem Schiff und wartete darauf, dass die beiden erscheinen würden.

Nachdem die Uhr sich so langsam gegen neun bewegte, wurde mir das zu bunt. Ich hatte Hunger und so machte ich mir ein paar übrig gebliebene Reste von Nudeln mit Tomatensauce warm.

Kaum hatte ich angefangen zu essen, erschien dann auch Helmuth mit der Botschaft, dass er unterwegs Karl getroffen habe und dieser sich entschlossen hatte, nicht mit uns ins „Lanterna“ zu gehen. Dem war das wohl zu teuer.

Die Sache mit dem gemeinsamen Abendessen hatte sich damit dann auch erledigt und nachdem wir uns verabschiedet hatten, zog Helmuth los, um sein Hotel aufzusuchen.

Dieses Ende unserer Dreier-Herrencrew war wohl symptomatisch. Da waren offenbar drei völlig verschiedene Charaktere aufeinandergeprallt, mit unterschiedlichen Lebensphilosophien, Einstellungen und Verhaltensweisen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Seglerisch war nichts an den beiden auszusetzen. Die Bedienung des Bootes und der Ausrüstung klappte in der Regel einwandfrei, bis auf den Petroleumkocher, da hatten beide so ihre Schwierigkeiten, was mich auch nicht verwunderte, ist das doch bei allen meiner Mitsegler und Mitseglerinnen so.

Während Helmuth akribisch jeden Morgen diverse Wetterberichte auf seinem Laptop studierte und aus diversen Segelführern und Handbüchern unsere Routen vorher plante, war Karl in dieser Hinsicht eher zurückhaltend. Ihm ging es in erster Linie darum, möglichst häufig zu ankern, um die teuren Liegegelder in den Marinas zu sparen.

Helmuth, der genau wie ich, gutem Essen zugetan war und auch gerne einmal ein Restaurant aufsuchte, der zwar keinen Alkohol trank, dies aber mit dem Genuß von Cola oder diversen Fruchtsäften kompensierte und dagegen Karl, der eher einer asketischen Lebensweise frönte, die meiner Empfindung nach schon an Geiz grenzte (Helmuth hat das wohl auch so empfunden), und dazwischen ich, mit meinem Hang zu einem erhöhten Rotweinkonsum und zu fleischhaltiger Kost, was vor allem Karl und später dann auch Deborah missfiel.

Yssabeau Olbia
Sardinien: „Olbia – Yssabeau an der Stadthafenpier“

Richtung Balearen

 

21.09.2015: Nun endlich habe und nehme ich mir die Zeit, meine Reiseberichte zu vervollständigen. Das kann naturgemäß nur aus dem Gedächtnis heraus erfolgen, da zwischenzeitlich sehr viel Zeit vergangen ist, in der ich nichts geschrieben habe.

Seit einer Woche liege ich nun in Nidri auf der Insel Lefkas am Steg von Skorpios Yachtcharter und warte auf meine neue Crew, die am kommenden Samstag hier eintreffen wird.

Wie ich schon auf der Startseite meiner Homepage schrieb, ist mir eine komplette Crew ausgefallen und alleine segeln mochte ich nicht.

Deshalb diese Pause, die mir aber auch ganz gut tut und die ich recht erholsam finde.

Mit der Fortsetzung meiner Reiseberichte möchte ich anknüpfen an Sardinien, wo dann, nachdem Helmuth, Karl und Deborah ausgestiegen waren, Sybille, Ina, und Chris zu stiegen.

In Cagliari sollte dann ein paar Tage später Katrin dazu steigen, so dass wir dann zu Viert die sardische Ostküste Richtung Süden entlang gesegelt sind.

Das Ziel, in vier Tagen von Olbia nach Cagliari zu segeln erwies sich dann als doch recht ambitioniert, zumal es an diesem Teil der Küste kaum Häfen oder brauchbare Ankerbuchten gibt.

Bei eher schwachen Winden versuchten wir also Süd zu machen, wobei wir das erste Mal ein italienisches Erlebnis der besonderen Art hatten.

Den Ort Marina di Calla Gonone erreichten wir ziemlich spät kurz vor Einbruch der Dunkelheit und auf unseren Anruf über UKW erfolgte keine Reaktion. Der Hafen war natürlich rappelvoll, allerdings weniger mit Yachten, als mit Ausflugs- und Fischerbooten. Der einzige freie Platz in den wir uns hinein quetschen konnten, war direkt an der Mole vor der Tankstelle.

Kaum waren wir fest, erschien ein Mensch, der sich als Gehilfe des Hafenkapitäns ausgab und der uns klar zu machen versuchte, dass wir dort nicht bleiben durften.

Was für ein Segen, dass Sybille italienisch spricht. Offenbar hatte der Hafenkapitän unseren UKW-Anruf sehr wohl mit bekommen, aber nicht reagiert. Aus irgendeinem Grund wollte der uns dort nicht haben – wahrscheinlich hatte er Angst, dass wir seine Tankstelle ausplündern oder diese in die Luft jagen würden – und so muß er wohl seinem Gehilfen aufgetragen haben, uns wieder auf’s Meer hinaus zu jagen.

Unter Einsatz ihres gesamten Charmes gelang es Sybille den Hafenamtsbediensteten zu überreden, uns einen Platz um die Ecke herum bei den Touriausflugsbooten zu überlassen. Da mussten wir dann allerdings am nächsten Morgen um halb sechs verschwinden, offenbar sollte der Chef das wohl nicht mit bekommen. Besser, als eine Nachtfahrt allemal.

Der Typ hat uns dann auch tatsächlich um Sechs Uhr aus der Koje gehauen, was uns zu einem Frühstück auf See bei Sonnenaufgang verhalf.

Motoren mussten wir ohnehin, null Wind und so blieb es auch den ganzen Tag über.

Wir mussten Süd machen und so motorten wir die ganze Zeit, an segeln war in Ermangelung von Wind sowieso nicht zu denken.

Wir hatten gerade Arbatax passiert, als Sybille entdeckte, dass wir Wasser im Schiff hatten, das schwappte schon über die Bodenbretter.

Das Wasser war warm! Also konnte das Leck nur an irgendeiner Stelle bestehen, nachdem das Kühlwasser durch den Kühlkreislauf des Motors geflossen war, zumal die Maschine ja anstandslos lief.

Natürlich war das unter meiner Koje. Also erst einmal Motor aus, Segel hoch und mit Schlaffiwind in Richtung Arbatax.

Nachdem wir die Bilge leergepumpt und geschöpft hatten, hatte ich das Leck schnell gefunden. Die Schweißnaht am Auspufftopf war gerissen und so ergoss sich Kühlwasser in einem feinen, aber stetigen Strahl ins Schiff.

Bis vor die Hafeneinfahrt segelten wir, bis zum Liegeplatz musste der Motor noch einmal ran, die Anmeldung erfolgte über UKW und ein freundlicher Marinero erwies sich als wahrer Segen, mussten wir doch nicht erst lange nach einem Liegeplatz suchen. Klar, war wieder ordentlich Wasser im Schiff, aber nun wußte man, wo es her kam.

Natürlich passiert so etwas an einem Wochenende, wann auch sonst. Obwohl es Samstag war, gelang es Sybille einen Motormechaniker auf zu treiben. Der baute das Ding dann aus und versprach, es am Montag wieder ein zu bauen.

Das verhalf uns zu zwei Hafentagen.

21.09.2015: Die erste Woche des Alleinseins hier in Nidri ist überstanden. Die Zeit verging rasch mit diversen kleineren Arbeiten am Boot, zuschauen, wie die Chartercrews an- und ablegen, oder auch einfach in einer Bar im Schatten sitzen und Eiskaffee trinken.

Bisher war es immer noch richtig zum schwitzen warm. Seit gestern Nacht hat sich das geändert. Es gab ein wahnsinniges Gewitter mit starken Windböen und es regnete wie aus Kübeln gegossen. Da war ich wirklich heilfroh, dass ich mit meinem Boot hier fest vertäut am Steg liege.

……. und nun regnet es schon wieder seit dem frühen Nachmittag und die Lufttemperatur ist deutlich gesunken, so 21/22 Grad. Das kann man immer noch ertragen.

Also auch Zeit und Muße einen weiteren Reisebericht zu schreiben.

!8.09..2015: Nun mußte ich mich in mein Schicksal fügen. Es hat sich keine Ersatzcrew für den u.g. Zeitraum gefunden.

Deshalb habe ich mich bei der Firma Skorpios Yachtcharter an deren Steg in Nidri auf der Insel Lefkas für 14 Tage eingebucht und mache einfach ‚mal nichts. Auch ganz schön! Preis für den Liegeplatz und Infrastruktur sind für griechische Verhältnisse o.k. und der Ort bietet alle Versorgungsmöglichkeiten, die man als Segler so braucht. Und wenn ich will, kann ich neben einem Drink in „Yannis Pool Bar“ auch noch den Swimming Pool genießen.

Der Stützpunktleiter und  die Mitarbeier/Innen sprechen Deutsch oder Englisch und sind wirklich in allen Angelegenheiten sehr behilflich. Das hat geradezu einen familiären Charakter!

Übrigens: Das ionische Meer mit seiner Inselwelt, den schönen Ankerbuchten und immer noch sehenswerten Orten und vor allem moderaten Wetterbedingungen, ist wirklich ein schönes Segelrevier. Leider haben das schon hunderte von Charterseglern auch  erkannt. Das ist  fast so – oder schlimmer – wie in der dänischen Südsee: Ab 15:00 h streitet man sich um die Liegeplätze an der Hafenpier oder in den Ankerbuchten.

Und noch etwas: Die wirtschaftliche und politische Situation hier in Griechenland empfinde ich eher als entspannt. Keinerlei Ressentiments gegen Deutsche, Geld gibt’s aus dem Automaten und alle Leute hier sind mehr als zuvorkommend. Service wird hier groß geschrieben!

Der Einkauf  im Supermarkt – und wenn es sich nur um 60 Euro handelt – wird einem bis AUF’S Boot getragen.

Am 26.09. kommen Andreas und Bettina und dann geht’s weiter.

Ich hoffe, ich schaffe demnächst auch mehr Infos unter „Reiseberichte“.

Mir sind Mitsegler abhanden gekommen! Es wird Ersatz gesucht für den Zeitraum 12.09. bis 24.09.

19.08.2015: Wie das Leben so spielt, ich komme ‚mal wieder nicht dazu, die Homepage zu pflegen.

Kurz und krumm, es ist geschafft. Ich bin in Griechenland! Das Ziel der Träume ist erreicht!

Der Crewwechsel in Crotone hat fast reibungslos geklappt. Meine beiden Mädels sind nach Hause geflogen und Ruth und Lothar kamen an Bord.

In einer flautigen Nachtfahrt mit einigen Motorstunden ging es nach Corfu, dann ankern in einer wirklich idyllischen Bucht auf dem griechischen Festland (nur ein Mitankerer) und dann nach Mourtos (Syvotas), wo wir vor ca. 25 – 30 Jahren schon einmal mit einer Charteryacht gelegen haben. Wie hat der Ort sich verändert!!! Das ist nicht mehr mein Griechenland!

Tourirummel ohne Ende, eine neue Marina ohne sanitäre Einrichtungen, aber immerhin mit zwei Dixi-Klos, dafür umsonst. Alles völlig überlaufen, abenteuerliches liegen vor Buganker mit Heckleinen zur Pier und zwischen allem, was überhaupt auf dem Wasser schwimmt.

Die Kneipen an Land nur auf Touristennepp ausgerichtet, Preise für griechische Verhältnisse völlig überteuert (ein Bier 3,50 €), ganz zu schweigen von der s.g. griechischen Küche, die auch nicht mehr das ist, was sie ‚mal war.

Seit gestern befinden wir uns in Preveza in der Cleopatra Marina. Nicht ganz billig, aber immerhin sind die sanitären Einrichtungen wirklich gut und eine Dusche war längst fällig.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand werde ich mich wohl die nächsten Wochen zwischen den Inseln Levkas und Zakynthos bewegen, also das ionische Meer abklappern, bis dann die nächste Crew kommt.

Mehr unter Reiseberichte.

06.08.2015: Endlich komme ich ‚mal wieder dazu, ‚was zu schreiben. Wir haben Sardinien und Sizilien hinter uns gelassen, die Straße von Messina überquert und sind in Crotone (Calabrien) angekommen. Hier findet der nächste Crewwechsel statt.

06.08.2015: Lange habe ich nichts mehr geschrieben. Es gab kaum Muße, Zeit und Lust und vor allem auch häufig keine brauchbare Internetverbindung. In Italien ist eben alles anders.

Nun sind wir bereits in Calabrien, genauer, in Crotone, und endlich komme ich dazu, ein paar Zeilen für die Homepage zu schreiben. Ursprünglich wollten wir noch weiter bis Tarent oder Santa Maria de Leuca, um dort einen Crewwechsel vor zu nehmen, aber der Wind hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, wir sind eingeweht und haben keine Lust gehabt, gegen 5 oder 6 Windstärken aus Nordost anzukämpfen.

So kann ich noch ein paar Anmerkungen zu den vergangenen Wochen los werden, auch wenn diese nicht alles beinhalten, was ich so erlebt habe. Das hole ich später nach, wenn ich mehr Zeit und Muße habe.

Also, nochmals Sardinien.

Eigentlich hätte die Segelei an der Sardischen Ostküste recht schön sein können, ja wenn …. Über einige Erlebnisse und Erscheinungen habe ich ja schon berichtet.

Um es noch einmal deutlich zu machen: Die sardische Ostküste ist wirklich schön, ein traumhaftes Segelrevier mit vielen schönen Anker- und Badebuchten und vor allem auch wirklich freundlichen und hilfsbereiten Menschen, wozu selbstverständlich auch das Marinapersonal zählt. Selbiges kann natürlich nichts dafür, dass ihre Brötchengeber horrende Liegegelder verlangen und dafür in den meisten Fällen kaum das Nötigste an Infrastruktur bereitstellen.

Segelhandbuch- und Reiseberichtschreiber, sowie die einschlägigen Wassersportgazetten schreiben in Ihren Traktaten über alle möglichen Schönheiten, Annehmlichkeiten und Attraktionen der jeweiligen Region ihres Berichtshorizontes; über Abzocke bei den Liegegeldern, über Skurilitäten, die sich in einer mitunter schwachsinnig erscheinenden Gesetzgebung darstellen oder über das asoziale Verhalten der „Wassersport“??? treibenden Motorwasserfahrzeugbediener verlieren die nur eher selten ein Wort.

Da werden s.g. Meeresschutzgebiete eingerichtet, die gar nicht oder nur eingeschränkt befahren werden dürfen. Direkt an deren Grenze erstreckt sich dann der Kilometer lange Badestrand mit einer Discobeschallung die man noch drei Meilen jenseits der Schutzgebietsgrenze genießen darf oder die wahrhaftig nicht untermotorisierten Motorboote donnern mit „full speed“ haarscharf an der Schutzgebietsgrenze entlang und verursachen einen Schwell, der an der Küste einen fast tsunamiartigen Wasserberg auflaufen läßt.

Das ist nicht nur Sardinien, das ist Italien!

Für einige Wochen hatte ich Mitsegler bzw. eine Mitseglerin, die ich mittels einer Anzeige bei dem Forum „Hand gegen Koje“ rekrutiert hatte. Mit denen bin ich dann von Olbia aus die Costa Smeralda rauf und runter gesegelt, auch einmal herüber nach Bonifacio auf Korsika. Das Wetter war uns ausgesprochen wohl gesonnen, wir hatten schöne Segeltage und nette Ankerbuchten, aber im Großen und Ganzen gab es doch etliche Unterschiede in der Auffassung, was die Gestaltung eines Segeltörns angeht und nicht nur darüber. Das will ich aber an dieser Stelle auch nicht vertiefen.

Demnächst geht’s weiter!

03.07.2015: Nun ist hier endgültig der Wahnsinn ausgebrochen!
Nachdem wir von Porto Vecchio aus zurück nach Bonifacio gesegelt sind und dort einen Kulturtag verbracht haben, sind wir heute wieder in Olbia. Crewwechsel.
Die Marina will 95.- € Liegegeld pro Tag! Das ist bei dem, was die so bieten, eine Unverschämtheit. Wir liegen im Stadthafen, umsonst, aber ohne Alles: Kein Strom, kein Wasser, kein Klo kein gar nichts. Auch sehr grenzwertig, zumal bei den Temperaturen.
Bonifacio war sicherlich einen Besuch wert. Tolle, sehr malerische und historisch auch eine interessante Stadt, aber touristisch völlig überlaufen. Nicht nur, dass „Otto Normalverbraucher“ die hohlen Gassen erstürmt, eine Megayacht nach der anderen gibt sich die Ankerkette in die Hand. Da kommt Unsereiner sich geradezu klein und mickrig vor, mit seinem 36 Fuß Schiffchen.
Ganz zu schweigen von der Höhe der Liegegelder (43,- €/Tag) und den Bierpreisen (7,- €/0,4 l)! Dagegen stehen s.g. sanitäre Einrichtungen, deren Qualität in keinem Verhältnis zu den geforderten Hafengebühren steht.
Ich will das hier alles nicht vertiefen, aber ein Behindertenklo/Dusche, dass ohnehin den Namen nur bedingt verdient und von dem man erst die Taucheranzüge und diverse andere Utensilien von irgendwelchen ortsansässigen Tauchern wegräumen muß, um es dann zweckentsprechend benutzen zu können, spricht für sich. Ein „Megayachty“ benutzt ja auch kein öffentliches Klo!
Wir sind dann wieder zurück nach Sardinien. Hier auch nur ein „Highlight“! Mittlerweile ziehen wir es vor, in Buchten zu ankern, als die teuren Häfen an zu laufen.
Es gibt wirklich traumhaft schöne Flecken hier, wenn …….. ja wenn.
Offenbar geht heutzutage nichts mehr ohne Krach. Ein Motorboot, mit einer Motorisierung von unter 100 PS, gilt wohl hier zu Lande als vollkommen untermotorisiert. Kaum liegt man vor Anker wird man von allen Seiten von diesen „Zierstücken“ der Bootsbaukunst umzingelt und darf in dem von denen erzeugten Schwell seinen Ankerdrink nebst Flasche und Gläsern mittels schnellem Zugriff vor dem Absturz retten.
Ergänzt wird das ganze Szenario noch durch mit Touristen voll besetzte Ausflugsdampfer, die hemmungslos durch das Feld der Ankerlieger kurven und ihren Gästen über weithin dröhnende Lautsprecher die Schönheit der jeweiligen Bucht nahe bringen.
Dankbar ist man natürlich als Ruhe suchender Ankerlieger, der den Sonnenuntergang vor malerischer Bergkulisse genießen möchte, auch für die einen umkreisenden Jet-Skies, Wasserskiläufer und, das ist wohl das skurielste, was ich bis dato gesehen habe, irgend ein Gerät, mit dem man mittels eines Schlauches durch den mit einem 300 PS-Motor eine Wassersäule erzeugt wird, auf der dann der „Wassersportler“ je nach seinen balancetechnischen Fähigkeiten bis zu 12 Meter in die Luft auf steigt, um dann irgendwann ins Wasser zu plumpsen.
Gekrönt wird dieses Szenario dann noch durch die unter Vollbeschallung mit Discomusik vorbei rauschenden Motorboote, auf denen sich mit ihren kaum bikinibedeckten  Ärschen wackelnde Partygirls und sonnengebräunte und -bebrillte Adonisse tummeln, wobei offenbar die zwei 380 PS starken Außenbordmotoren die mangelnde Libido ersetzen oder zumindest deren Geräusch.
Nach Sonnenuntergang freut man sich dann schon auf den nächsten Morgen, wo man das gleiche Szenario dann beim Frühstück genießen kann.
Viva Sardegna!
Fazit: Sardinien könnte eigentlich traumhaft sein ……. ich hab‘ die Schnauze voll!

24.06.2015: Gestern sind wir von Sardinien aus nach Porto Vecchio auf Korsika gesegelt und haben hier einen Hafentag eingelegt. Schönes Segeln bei 4, manchmal 5 Windstärken über die Straße von Bonifacio.
Morgen geht’s wieder zurück in Richtung Bonifacio und dann, ……. schau’n wir ‚mal.

20.06.2015: Immer noch in Olbia. Am Freitag fuhren wir mit dem Mietwagen, den Helmuth mit seiner Frau Anna gebucht hatte, an der Ostküste Sardiniens entlang. Sehr schöne Tour.
Abends essen im „Mama Mia“, einem Restaurant in Olbia, dass uns die Receptionistin des Hotels empfohlen hatte, in dem Helmuth und Anna wohnen. Das war richtig klasse und das Preis-Leistungsverhältnis stimmte. Sehr zu empfehlen.

Heute morgen kam dann Karl an Bord und Katrin wurde von Helmuth zum Flughafen gefahren. Tagsüber Reparatur bzw. Austausch des Ankerwindenbedienknopfes „Down“, abends essen im Fischrestaurant „Trattoria Sperrittu“. Wirklich gut, aber nicht unbedingt preisgünstig, das „Mama Mia“ hat mir besser gefallen.
Morgen geht’s los in Richtung Korsika.

18.06.2915: In Olbia sind Peter, Anmagret und Jasmin plangemäß ausgestiegen und Katrin kam statt dessen. Wir verbrachten eine herrliche Zeit mit segeln, viel ankern und baden. Ein Abstecher zu den Maddalenen, ankern in einer traumhaften, deshalb auch mit anderen Yachten gefüllten Bucht und nach einem herrlichen Segeltag mit moderater Backstagsbrise wieder in Olbia, wo am Samstag eine neue Crew zu steigen wird und Katrin mich verläßt. Dann geht’s noch ‚mal die sardische Küste ‚rauf und ‚runter.
Morgen gibt’s noch eine Inselrundfahrt mit dem Mietwagen.

06.06.2015: Es ist geschafft! Wir sind auf Sardinien. Es war eine eher ruhige Überfahrt. Mäßige Winde aus östlichen Richtungen, streßfreies Segeln mit zeitweiligem Flautenmotoren und vor allem Sonne ohne Ende.

Wir haben neben häufigen Delphinschulen auch Wale gesichtet. Nicht nur einen, sondern so zwei, drei vier in verschiedenen Gruppen zu unterschiedlichen Zeiten. Tolles Erlebnis. Um welche Art Wale es sich handelte, weiß ich nicht. Jedenfalls waren sie ziemlich groß.

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Nun werden wir uns so langsam die sardische Küste entlang Richtung Olbia bewegen – ein Ankerbuchtentag dürfte noch drin sein – und dann wird meine gesamte Crew mich verlassen.

02.06.2015: Von Palma gings’s über La Rapita, Cala d’Or, nach Cala Ratjada und dann von dort aus ‚rüber nach Menorca. Ciutadella, unsere erste Stadt auf Menorca , ist wirklich sehenswert, ganz anders als Palma. Eine Nacht vor Anker in der wunderschönen Cala Turqueta und heute Ankunft in Mahon. Von hier werden wir den Absprung in Richtung Straße von Bonifacio wagen. Unsere beiden Frauen sind dann auch bis Olbia dabei.
Bisher gab’s Segeln vom Feinsten, Sonne, mäßiger Wind aus fast immer der richtigen Richtung und gute Stimmung an Bord. Hoffentlich bleibt’s so.

25.05.2015: Beim Auslaufen aus Andraitx hatten wir Pech. Beim Setzen des Großsegels brach der Beschlag mit den Haken, an denen das Segel befestigt ist. Also zurück in den Hafen und einen Schweißer aufgetrieben. Das brachte uns einen Tag Verspätung auf dem Weg nach Palma.

Jetzt liegen wir seit zwei Tagen im Real Club Nautico Palma und haben schon einiges von dieser schönen Stadt erkundet. Gut essen gewesen, viel Altstadt erwandert, mit dem Zug nach Soller gefahren und mit dem Bus wieder nach Palma zurück, etc.
Michael und Sabine sind nach Hause geflogen, Anmagret ist heute gekommen. Jetzt warten wir nur noch auf Jasmin und dann geht’s weiter
21.05.2015: Nun sind wir auf Mallorca. Nach zweimal ankern auf Ibiza und einer Nacht in Santa Eulalia sind wir nun in Andraitx. Morgen geht’s weiter nach Palma.

12.05.2015: Das Boot ist im Wasser, so weit scheint alles klar zu sein, Michael, Sabine und Peter sind an Bord und wir sind gestern in Alicante angekommen. Weiter geht’s in Richtung Balearen.