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Ricos Reiseberichte 2022

Reisebericht 15.9.22

Moin, heute mal wieder ein kleiner Reisebericht der Atlantik-Segler. Nach zwei Segeltagen mit teils kräftiger Dünung, jedoch mit guten Windverhältnissen sind wir nach einem Zwischenstop in Mazagon nun an der portugiesischen Grenze Vila Real de Santo Antonio angekommen. Hier fuhren wir ein Stück den Grenzfluss Rio Guadiana entlang bis zu einer schönen Marina direkt vor der tollen Altstadt. Wir müssen uns nun auch mit den Gezeiten auseinandersetzen und die Tidenkalender studieren. Die Strömungen treiben das Schiff manchmal kräftig an oder stehen voll gegen an. Morgen starten wir Richtung Faro und wollen uns eine Ankerstelle suchen. Hier beginnen nun auch die Delfin 🐬 Beobachtungsgebiete und ich hoffe wir bekommen die schönen Tiere auch mal vor den Bug.

Der Autor Rico als Steuermann

Wir sind in Portugal

Der von Möwen vollgekackte Steg in Vila Real de Santo Antonio

Blick von der Marina in die Altstadt Vila Real de Santo Antonio

Der Grenzfluss Rio Guadiana mit dem Blick auf die spanische Seite Ayamonte

Reisebericht 18.9.22

Weiter geht unsere Segeltour entlang der portugiesischen Atlantik-Küste. Nach einem Super-Segelwetter bei halben Wind mit 15 Knoten erreichten wir vor zwei Tagen die Lagune vor Faro. Wir suchten uns darin ein gutes Plätzchen und ließen den Anker und ca. 35 Meter Ankerkette auf dem Grund. Das Ankermanöver gelang beim ersten Mal. Sehr schön. Die Lagune ist eine der schönsten Sehenswürdigkeiten im östlichen Teil der Algarve mit dem Naturpark Ria Formosa bei Faro. 2010 wurde dieses Gebiet zu einem der sieben Naturwunder Portugals gewählt. Leider wird die Idylle durch den starken Flugverkehr und die vielen Motorboote getrübt. Von da aus segelten wir weiter nach Quarteira und weiter bei Böen aus Ost bis zu 30 Knoten an der Hafenausfahrt bis nach Albufeira. Wir beschlossen nur mit der Genua 3 zu segeln und hatten damit eine gute Wahl bei der Größe der Segelfläche getroffen. Heute werden wir im Hafen von Albufeira ein Volksfest mit Livemusik und hoffentlich vielen Leckereien besuchen.

Wir genießen den Sonnenuntergang von unserem Ankerplatz in der Lagune von Faro und Olhao.

Wir checken an der Begrüßungspier in der Marina von Albufeira ein.

Reisebericht 20.09.22

Bom Dia aus Albufeira! Uns gefiel es hier sehr gut und wir beschlossen einen Tag länger hier zu bleiben. Am Sonntag besuchten wir ein Volksfest der Einheimischen, bei dem wir die gute portugiesische Küche und Livemusik von Revival-Bands zu Queen und Bob Marley genossen. Mit dem Motorboot ging es dann zu den berühmten, von dem wilden Atlantik ausgespülten Höhlen in dieser Küstenregion. Ein wahrer Traum.😉 Danach gab es endlich eine Begegnung mit den hier vorkommenden Delphinen. Leider werden die schönen Tiere erheblich durch den Touristen-Rummel genervt …

Der Yellow-Submarine-Felsen.

 

 

 

Elisabeth und Jörg genießen Paela, In Salata de Pulpu und Cataplana.

Oldtimer-Ausstellung mit einem T2 direkt im Hafen.

Reisebericht 24.9.22

Heute wieder ein Reisebericht. Die letzte Etappe unserer Segelreise führte uns bei geringen Wind von Albufeira und Portimão in die geschichtlich interessante Stadt Lagos. Hier erwartete uns eine wunderschöne Altstadt, die mich wegen ihrer Bauweise und der Fado-Restaurants an Lissabon mit seinem Altstadtteil Alfama erinnerte. Wir mieteten uns ein Moped und fuhren die atemberaubende Küste entlang und badeten in den herrlich versteckten Buchten. Hier endet nun auch das Segeljahr der Yssabeau. Die letzte Fahrt führte uns in die Werft von Lagos, in der das Schiff ausgekrant wurde.

Ricos Reiseberichte 2021

23.8.2021
Moin aus Nizza! Es sind schon wieder 30 Grad und es ist etwas gewittrig.
Heute wird das Schiff weiter vorbereitet und die letzten Einkäufe werden in Kürze via Lieferservice gebracht.
Morgen geht es dann los.
Leider ist beim Einbau des Plotters irgendetwas schief gegangen.
Das Gerät funktioniert nicht mehr und wir müssen via Internet ein neues Gerät beschaffen.

24.8.2021
Heute sind heute nach einem turbulenten Segeltörn von drei Windstärken bis Gewitter mit Böen bis zu 34 Knoten in einer kleinen beschaulichen Marina in La Figueirette angekommen.
Unterwegs waren die Küste und sämtliche Ankerplätze voll mit Luxus-Yachten. Vom Flughafen Nizza flogen pausenlos Privat-Hubschrauber über unsere Köpfe zu ihren Anwesen oder Schiffen.
Der Reichtum in dieser Gegend im Vergleich zu der Hungersnot in anderen Gebieten macht einem schon etwas nachdenklich.
Jetzt wird erstmal gekocht. Es gibt Steak mit Blumenkohl.

25.08.2021
Salut! Wir sind heute nach einem sehr ruhigen Segeltag in den Hafen von Les Issambres eingelaufen.
Das ist ein kleiner Ort in der Nähe von Saint Tropez.
Das Wetter hat sich wieder beruhigt, die Sonne scheint bei 27 Grad und das Wasser hat noch super 25 Grad.
Wir trinken jetzt ein Hafenbier und dann gehe ich erstmal baden.

26.08.2021
bonne soirée, so kann sich das Blatt wenden….
Wir sind heute nach einem turbulenten Segeltag in Grande Plage du Lavandou angekommen.
Bei Gewitter-Böen bis 39 Knoten stampfte die Yssabeau schwer in der See.
Es wurden zwei Reffs am Großsegel und eins am Genuasegel fällig.
Die Gangway ist durch die Welle zerbrochen und wir treten mit dem Schiff bei um Ordnung an Deck zu schaffen.
Unter Deck sah es aus als wäre eine Horde Wildschweine durchgelaufen.
Wir müssen uns nun eine neue Bohle besorgen denn die alte ist nicht mehr zu reparieren.
Außerdem wurde am Mast der Einfädler durch den enormen Druck der Segellatte beschädigt und muss ersetzt werden.

27.8.2021
Bonsoir aus dem schönen Süd-Frankreich!
In Anbetracht der Segler-Ereignisse ist nun auch mal wieder ein kleiner Reisebericht fällig.
Nach den ersten Starkwind-Törns beruhigt sich das Wetter langsam wieder und es gibt sehr angenehme Temperaturen und den zugehörigen Segelwind.
Wir sind heute von Hyeres nach Saint Mandriersur – Mer … gegenüber von Toulon gesegelt.
Hyeres ist ein sehr schönes Segel-Revier auf dem auch die legendären 12er und andere wunderschöne Segel-Klassiker zu Hause sind.
Es ist faszinierend diese Schiffe unter Segeln zu beobachten, auch wenn sie ziemlich langsam sind.
Jetzt liegen wir mit der Yssabeau in Saint Mandriersur Mer, einem herrlichen, französisch-typischen Hafenort.
Wir haben lecker mediterran gegessen (außer Jörg) und genießen den schönen Abend.

Eine 12er
Leider hat sich vor dem beschriebenen erlebten eine Katastrophe im Hafen von Hyeres  ereignet.
Während unseren Reparaturen am Mast im Hafen flog, vermutlich durch eine Gasflasche ausgelöst, ein Motorboot nicht weit von uns in die Luft.
Der Knall war unbeschreiblich laut und erinnerte irgendwie an die Explosion einer Weltkriegsbombe.
Die Trümmer flogen einige hundert Meter durch die Luft und es waren Schreie zu hören.
Was dann folgte kann sich wohl nur ein Feuerwehrmann vorstellen…
Das Motorboot brannte in sehr kurzer Zeit lichterloh und entzündete auch die nebenliegenden Segler.
Die GFK-Bootskörper und auch die Segel entzündeten sich in unglaublich kurzer Zeit.
Nachdem die Feuerwehr den Brand nicht mehr unter Kontrolle bekam, wurde das brennende Boot schließlich auf das offene Meer geschleppt, wo es dann unterging.
Das zeigte mir das mit Propangas aber nicht wirklich zu spaßen ist…

30.8.2021
Wir befinden uns nun in einem wunderschönen Stadthafen in La Ciotat und haben auf unserer Strecke Nizza, Saint Tropez, Cannes und Toulon hinter uns gelassen.
In Toulon liegt die legendäre Westwind-Flotte der Französischen Marine mit imposanten Flugzeugträgern und Fregatten.
Das Segeln gegen die hier vorherrschenden Mistral-Winde ist zeitweise knackig – gegenan und mit nur mit Reff machbar.
Ab Marseille wird sich der Wind aber dann erwartungsgemäß drehen und achterlich uns voranschieben.
Die Temperaturen werden auch hier nun langsam moderat und man muss Abends und beim Segeln was überziehen.
Aber wir genießen die schöne Landschaft, die sehr netten Leute und die vielen kleinen Hafenstädtchen…
Jörg treibt etwas Sport …

Toulon


La Ciotat

31.08.2021
Salut, heute wieder ein kleiner Reisebericht vom Segel-Törn an der Mittelmeerküste in Frankreich!
Wir haben nun so langsam das Gebiet um die Cote d’Azur verlassen und sind gestern in einem kleinen Hafen gegenüber von Marseille in Port du Friol eingelaufen.
Leider müssen wir zunächst einen ca, 24 x25 cm großen Flicken beidseitig auf das Großsegel nähen.
Die letzten Törns waren zu vie für das Material.
Aber ich habe auch Material für den Bau einer neuen Gangway gefunden und werde diese in den nächsten Tagen zusammenbauen.
Vor Marseille wird man neben der imposanten Großstadt mit dem Station und den vielen Kreuzfahrern zuerst auf das berüchtigte Gefängnis Château d’If, eine Festung auf der Insel Île d’If vor der Küste von Marseille, aufmerksam.
Hier soll der Graf von Monte Christo eingesperrt gewesen sein nachdem er als Seemann am Tage seiner Verlobung verhaftet wurde.
Von dieser Stelle sind wir heute mit angenehmen halben Wind weiter Richtung Carro – sozusagen in die Provence gesegelt.

Château d’If

04.09.2021
Nachdem wir uns von Marseille entfernten lies auch der Mistral nach und es dominierte halber- oder achterlicher Wind der uns in zwei Tagen 50 Seemeilen voran brachte.
Dabei ging es immer an den Mündungsarmen der Rhone im respektvollen Abstand entlang.
Die Rhone schwemmt Unmengen von Sedimenten in das Mittelmeer und daraus entstehen riesige Sandbänke.
Eine Navigation entlang der vielen Untiefen-Tonnen mit Seekarten, GPS und Tiefenmesser waren unbedingt notwendig um nicht auf Grund zu laufen.
In der Camargue findet man noch Wildpferde und auch Flamingos.
Zwei von diesen schönen Flamingos habe ich auch zum ersten Mal fliegen sehen.
Beim diesem Anblick stellte sich bei mir eine Gänsehaut auf.
Auf unserer letzten Etappe nach Montpellier wurden wir von einem großen Gewitter-Gebiet mitten auf See überrascht.
Nach unserer schlechten Erfahrung wurden die Segel diesmal sofort eingeholt beziehungsweise auf kleinste Stufe gerefft.
Der Wind verhielt sich diesmal jedoch moderat aber es regnete in Strömen, blitzte und donnerte und unsere Ölzeug wurde so langsam auch innen nass.
Jetzt liegen wir erstmal bis Montag in Montpellier, reparieren ein paar Sachen an der Yssabeau und machen auch mal Reinschiff, denn am Montag kommen die Mädels an Bord.
Ich liege am herrlichen Sandstrand und schaue mir das Meer mal von der anderen Seite an…

8.9.2021
Nach dem Crew-Wechsel in Montpellier wurden zunächst neben einigen kleineren Reparaturen am Schiff die Vorräte aufgefüllt, neues Frischwasser an Bord genommen und dann ging es am Dienstag los Richtung Cap d’ Agde.
Die 30 Seemeilen bis dahin waren für unsere Mädels gleich eine erste Herausforderung.
Wir teilten uns die Aufgaben wie Navigation, Steuern gut untereinander ein und erlebten bei halben Wind einen sehr schönen Segeltag.
Abends erkundeten wir den tollen Strand der mich irgendwie an den Atlantik erinnert und gingen natürlich auch baden.
An Bord wurde von der restlichen Crew ein leckeres Abendessen zubereitet und es wurde ein schöner Abend mit viel Spaß und dem dazugehörigen französischen Wein.
Am nächsten Morgen schliefen alle erstmal richtig aus, und gegen Mittag machten wir uns auf Richtung Gruissan.
Wir entschieden uns bei den vorherrschenden Winden nur das Genua-Segel gerefft zu setzen und waren damit auf der richtigen Seite.
Die Winde gingen achterlich bis auf 20 Knoten und die Welle baute sich gerade in den geringeren Tiefen mächtig auf.
Nachdem wir die schmale Hafeneinfahrt von Gruissan mit Maschine und Genua-Segel sowie seitlicher Welle gut passierten, konnten wir im gut geschützten Hafen direkt längs neben einigen Hafenkneipen fest machen.
Leider ist für heute Nacht und auch morgen Sturm und Gewitter angesagt und es blitzt bereits rund um uns.
Wir haben noch das Schiff mit zusätzlichen Leinen – den Springs – gesichert und gehen so langsam in die Kojen.
Ich habe mich über die Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung informiert und hoffe das wir dazu morgen etwas Zeit und gutes Wetter finden …

Die Bucht von Cap d’ Agde


Die Altstadt von Gruissan mit ihren davor gelagerten Salz-Lagunen.

12.09.2021
Wir verlassen nun morgen das mir so an das Herz gewachsene Frankreich und werden planmäßig den ersten Hafen in Spanien erreichen.
Vorher haben wir jedoch den Ort Gruissan mit seiner wunderschönen in Schnecken-Form angelegten Altstadt um die Burgruine, der Meeres-Salz-Gewinnung und Banyuls, eine noch schönere alte Hafenstadt mit einem direkt angrenzenden Uni-Meeres-Forschungsinstitut kennengelernt.
Hier gefällt es mir auf unserer Reise besonders gut.
Die Mischung aus Meer, den hier beginnenden Pyrenäen, den freundlichen Menschen, dem herrlichen Wein sowie der Meeres-Forschung begeistern mich.
Ich konnte mir nicht die Gedanken unterdrücken hier zu bleiben.
Das gemeinsame heutige Muschel-Abendessen an Bord passte gut zu diesem Gedanken.
Wir zirkelten noch einmal unsere bevorstehenden Seemeilen auf den Seekarten ab und beschlossen, dass noch genügend Zeit für einen Besuch der Meeres-Aquarien in Banyuls drin ist.
Auch das Segel-Wetter passte in die schönen Erlebnisse der letzten Tage mit halben Wind ohne Welle ganz gut als Urlaubs-Segel-Wetter…

Banyuls mit seinem Viadukt

19.09.2021
Adios Spanien … nachdem wir den Golf von Leon bis zur Costa Brava durchsegelten, endet nun die abenteuerliche Reise für mich nach 483 Seemeilen – das sind ca. 895 Kilometern in Barcelona.
Dabei habe ich von wunderbaren Seegeltagen, Starkregen, Windböen bis 39 Knoten alles erlebt was man sich im Wassersport vorstellen kann.
Wir haben Spanien mit seinen sehr sauberen und gepflegten Marinas sowie der herrlichen Landschaften entlang Port de la Selva, L’Escala Port d’Aro bis Port Balis kennengelernt.
Lediglich die stellenweise Betonklotz-artigen Hotelanlagen an einigen Küsten trübten die ansonsten wunderschönen Eindrücke.
In Barcelona angekommen gönnten wir uns noch einige Stunden am Strand bis zu unseren gestrigen Abflug in die doch ziemlich kalte Heimat …

Ricos Reiseberichte 2020

Samstag, der 5.9.20

 

Ein Buongiorno von den Liparischen Inseln! Auf der für uns letzten Überfahrt nach Milazzo nun auch der letzte Reisebericht von diesem schönen Segelabeteuer. Nachdem wir am Donnerstag in einer wunderschönen Bucht vor der Insel Vulcano vor Anker lagen und unsere mitgebrachten Steaks am Achterdeck auf den Grill gepackt hatten, wurden wir mit einem traumhaften Sonnenuntergang verwöhnt.

Gestern fuhren wir dann in den Hafen der Insel um an Land uns ein Bad in den Schwefel-Quellen direkt am Strand zu gönnen. Am Nachmittag war dann der Aufstieg auf den ca. 300 Meter hohen Vulkankrater geplant. Der beschwerliche Aufstieg wurde mit einer atemberaubenden Aussicht von Stromboli bis Lipari belohnt. Heute Abend werden wir uns in Milazzo noch ein nettes Lokal suchen um noch einmal die italienische Küche zu genießen.

 

Montag, den 31.8.20 

Moin, heute mal wieder ein kleiner Reisebericht. Nachdem Max am Samstag pünktlich zum Schulstart nach Hause flog, kamen die Mädels Elisabeth und Sabine an Bord. Die beiden müssen sich nun erstmal an die Hitze gewöhnen. Nun segeln wir zu fünft weiter Richtung Norden in die Straße von Messina über Riposto nach Regio de Calabria weiter zu den Liparischen Inseln mit dem berühmten Stromboli. Dabei wollen wir noch die letzten südlichen Winde vor einer nahenden Gewitterfront aus Tunesien nutzen. Auf See gab es eine schöne Badepause bei der ich unter das Boot tauchte um die Logge ( ein kleines Rädchen das die Geschwindigkeit in Knoten zu den Instrumenten überträgt) von Algen zu befreien und wieder gängig zu machen. Eine extra ausgebrachte Achterleine (am Heck des Schiffes) mit einem daran angebrachten Fender sorgten für Badespass. Elisabeth bekommt nach und nach eine umfassende Einweisung in das seemännische Handwerk. Abends kochten die Mädels mediterrane Küche mit leckeren Muscheln und einem Salat aus den herrlichen italienischen Tomaten. Leider berichten Segelfreunde aus Griechenland, dass die Spannungen zwischen den Griechen und den Türken zunehmen und deshalb das dortige Revier verlassen und sich auf den Weg nach Sizilien machen. Wir sind froh davon und von Corona Risikogebieten fern zu sein.

Mittwoch, den 2.9.20

Moin, nachdem wir gestern einen Besuch im noblen Stadtteil von Reggio de Calabria mit seinen unendlichen Schuh- und Modegeschäften machten, setzen wir heute unsere Reise fort und verließen das Ionische Meer Richtung Tyrrhenisches Meer vorbei an der Meerenge an der Straße von Messina. An der Grenze dieser beiden Meere konnten wir die eigenartigen Verwirblungen auf Grund der enormen Strömungen beobachten, welche in der griechischen Sage den Ort der beiden Meeresungeheuer Skylla und Charybdis beschreiben. Zitat Homer Odyssee: „ Während wir nun, in der Angst des Todes, alle dahinsahn,Neigte sich Skylla herab, und nahm aus dem Raume des Schiffes

Mir sechs Männer, die stärksten an Mut und nervigen Armen.

Als ich jetzt auf das eilende Schiff und die Freunde zurücksah, 

Da erblickt‘ ich schon oben die Händ‘ und Füße der Lieben,

Die hoch über mir schwebten; sie schrien und jammerten alle… „. 

Nach dem Passieren dieses mystischen Ortes zeigte sich der mächtige Vulkan Stromboli Steuerbord voraus und die Insel Vulcano an der Backbordseite am Horizont. Neuer Kurs und Ziel des heutigen Tages ist der Hafen der kleinen Stadt Milazzo.

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23.08.2020:

Moin, nun will ich mich nochmal melden. Nachdem wir in Crotone an Bord gingen und uns die Kojen eingerichtet hatten, war erstmal Einkaufen angesagt. Wir transportierten jede Menge Getränke an Bord aber auch einiges von dem guten italienischen Schinken. Gestern ging es dann nach einem guten Frühstück auf See und Max durfte seine Kräfte beim Segel setzen unter Beweis stellen und anschließend auch steuern. Am Nachmittag waren wir dann in Le Castello, ein netter kleiner Ort mit einem kleinen Hafen. Max holte sich seinen Fotoapparat und schaute sich das Städtchen an, unter Deck wurden Spaghetti zubereitet und ich kümmerte mich um die Rückflüge. Nun steht fest, dass wir nach Sizilien Richtung Crotone weiter in die Straße von Messina fahren. Heute Morgen ging es dann gegen 7 Uhr los, denn wir müssen 44 sm schaffen. Die technischen Probleme an der Elektrik und am Kühler der Yssabeau sind behoben und das Schiff läuft wieder….

 

25.08.2020:

Buongiorno! Heute mal wieder ein kleiner Reisebericht. Der gestrige Segeltag hatte zum Anfang etwas mehr Seegang. Max wurde immer ruhiger und fütterte schließlich die Fische. Wir konnten ihm aber vorher noch an die Lee-Seite schicken (die Wind-abgewandte Seite) und so blieb das Schiff sauber. Etwas später beruhigte sich die See wieder und wir wurden mit einem kurzen Delfin-Besuch belohnt. Es ist schon faszinierend wie schnell diese schönen Tiere im Wasser sind. Nachdem wir dann im Hafen unseren nächsten Großeinkauf mit Hilfe eines Lieferservices erledigten, stärkten wir uns in der Pizzeria am Hafen. Das war auch nötig, da wir beschlossen hatten am Abend auszulaufen und einen Nacht-Segeltörn für die bevorstehenden 70 sm einzulegen. Wir checkten noch einmal die Beleuchtung des Schiffes und dann ging es los. Die Wachablösung wurde einstimmig alle vier Stunden bestimmt. Nachdem ich die erste Wache mit Jörg unter einem schönen Sternenhimmel verbracht hatte, zeigte sich heute Morgen der gewaltige Aetna mit seinen 3300 Metern Höhe. Diesen steuern wir nun direkt an. Zwischendurch drehte der Wind in der Düse in der Straße von Messina bis auf 22 Knoten und ein Reffmanöver auf die 1. Reffstufe am Großsegel und auf Genua 3 waren notwendig. Jetzt steuern wir direkt das Tor zum Aetna – Riposto an….

 

27.08.2020:

Moin, gestern gönnten wir uns einen Tag Pause in Riposto. Wir erkundeten die kleine Innenstadt, probierten mal wieder das leckere italienische Eis und waren baden. Am Nachmittag wurden wir Zeuge einer sizilianischen Hochzeit bei der die Braut von ihrem Vater mit dem Boot zum Bräutigam geschafft wurde. Abends kauften wir uns an dem kleinen Markt am Hafen frische Schwertfisch-Stücke und machten uns ein leckeres Abendessen. Heute Vormittag sind wir dann aus der ziemlich hochpreisigen Marina ausgelaufen und nehmen Kurs auf eine kleine Bucht vor Catania. Max hat sich Reisetabletten besorgt und sieht heute auf See besser aus. Peter macht uns unter Deck leckeres Bruschetta. Sollte uns diese gefallen, werden wir heute Nacht da vor Anker ?? gehen….

 

28.08.2020:

Buonasera, heute mal wieder ein neuer Reisebericht. Nachdem wir gestern von Riposto mit achterlichen Wind die Segel setzen, war unser eigentliches Ziel in einer der Buchten zwischen den Zyklopen-Inseln und Catania zu Ankern. Leider war die Welle so hoch, dass wir unseren Plan begraben mussten. Also beschlossen wir direkt nach Catania weiter zu segeln. Hier liegen wir nun in einer kleinen Marina mitten im großen Stadthafen umgeben von den großen Fähren Richtung Neapel und Salerno. Nach einer ruhigen Nacht waren wir heute Morgen ziemlich erstaunt wie der Aetna unser Schiff mit schwarzer Asche bedeckt hatte. Überhaupt waren in der Marina alle schon mit Reinschiff beschäftigt. Die Mühen wurden aber mit einem Besuch der schönen Altstadt von Catania belohnt. Diese Stadt wurde schon einmal durch die Vulkan-Lava und einen Erdbeben vollständig zerstört und wieder aufgebaut.
















Warten in Brindisi

Nr.3

Montag der 10.08.2020

Buongiorno

Jörg und ich sind morgens so aufgestanden , dass die Mechaniker um 08:00 Uhr mit der Arbeit am Wärmetauscher, der sich unter Jörgs Koje befindet, anfangen können. Frühstücken werden wir, wenn ich wiederkomme. Jörg bleibt an Bord und ich gehe in den größeren 3 km entfernten Supermarkt in Brindisi. Hier bekomme ich Obst, Gemüse, Fleisch etc. alles was man so braucht. Bei meiner Rückkehr nach 2 h sind die Mechaniker noch nicht da. Wir frühstücken, keine Mechaniker. Wir warten den ganzen Tag, mahnen über die Marina an, nichts passiert.

Gegen 18:00 Uhr hab ich die Faxen dicke und begebe mich auf das ziemlich große Werftgelände um ihn zu suchen, finde ihn aber nicht. Finde aber das Office und dort ist auch Claudia, unserer telefonischer Kontakt auf der Werft. Sie spricht gut Englisch und verspricht mir das selbe wie schon seit Tagen, diesmal aber ins Angesicht und nicht nur am Telefon, der Mechaniker ist in einer Stunde da. Sollte das nicht der Fall sein so möchte ich Sie heute abend wieder persönlich ansprechen, sie ist auf einer Feier in der Marina. Wollen mal sehen!!!

Natürlich ist er nicht nach einer Stunde da. Um 20:00 Uhr erscheint er, freundlich lächelnd. Ich führe ihn unter Deck, zeige ihm wie vor3 Tagen denn Schaden am Wärmetauscher und er sagt „Pot“ und verschwindet wieder mit der Bemerkung Claudia.

Was soll ich dazu sagen? Wir können auch nicht zu einer anderen Werft mit dem Schaden, wenn wir den Motor anschmeißen säuft die Yssabeau ab, da die Kühlerpumpe das Kühlwasser direkt in die Bilge pumpt.

Weinchen trinken, und den Puls runterfahren.

 

Dienstag der 11.08.2020

Nicht gut geschlafen. Die Temperaturen gehen auch nicht mehr unter 28 Grad und kein Windhauch kühlt nachts den aufgeheizten Rumpf der Yssabeau. Ich gehe nach dem Duschen ins Marina Cafe und trinke einen Espresso. Meine Gelassenheit stellt sich irgendwie nicht so recht ein.

Frisches Brot kaufen, frühstücken, Claudia anrufen, werden auf 11:30 Uhr vertröstet, er kommt wieder nicht. Jörg bleibt weiter an Bord und ich fahre mit dem Bus in die Stadt Brindisi. Bei knappen 30 Grad stellt sich keine große Entspannung ein.

Das Städtchen ist hübsch aber gegen Mittag ist es fast gänzlich ausgestorben. Es ist wie überall sehr leer, Cafés haben fast alle geschlossen, keine Touristen. Ich suche eines mit schöner Aussicht, finde aber keins, also kaufe ich noch etwas ein und fahre mit dem Bus gegen 18:00 Uhr zurück. Das Schiff ist zu einem Wäschetrockenplatz geworden, Jörg hat gewaschen und es war kein Mechaniker an Bord, anrufen und vertrösten auf morgen. Jörg macht uns Huhn auf Reis und wir begrüßen eine Deutsche Familie die neben uns an Bord gehen, klönen ein bisschen und genießen den Abend bei einem Bierchen. Ich bin müde vom Tag und gehe früh in die Koje.

 

Mittwoch der 13.08.2020

Moin allen Reisebegleitern.

Noch einen Hinweis an alle. Wenn Ihr eine Mitteilung an mich habt, schreibt mir auf meiner Adresse „Peter Haslbeck“,  wenn Ihr einfach auf Reisebegleiter antwortet lesen das ALLE Reisebegleiter.

Stehe früh auf und gehe Kaffee trinken. Schreibe am Reisebericht und genieße die Ruhe des anbrechenden Tages. Als ich an Bord komme ist tatsächlich ein Mechaniker da und baut den Wärmetauscher aus, nach 5 Tagen. Er braucht eine halbe Stunde. Der Wärmetauscher hat im Boden ein Loch, der Fehler. Er nimmt das Teil und verschwindet lächelnd. Mal sehen wie lange er für das Schweißen braucht?

Es ist auch heute ziemlich heiß. Wir machen ein paar kleine Reparaturen, dösen etwas, essen nachmittags ein Eis in der Gelateria und lassen die ruhige Atmosphäre auf uns wirken. Die Crew einer Segelschule übt im Hafenbecken, ein paar wenige Menschen schlendern über den Steg, irgendwo klappert ein Fall (das Tau mit dem man das Segel hochzieht und wieder fallen lässt), eine Möwe schwimmt im Hafenbecken, Jörg legt seine Wäsche zusammen, eine andere Segelyacht legt irgendwo an, entspannen!

17:30 Uhr das Loch ist nicht mehr zu schweißen, der Wärmetauscher muss neu gefertigt werden, jetzt kann es eng werden für das Aufsteigen der neuen Crew Rico + Max.

Wir haben aber wie immer einen Plan B. Wenn wir einen Nacht Törn über den Golf von Tarento einlegen und Gas geben würden, wird die Strecke in der Hälfte der Zeit zu schaffen sein. Vorausgesetzt, der Wärmetauscher würde in dieser Woche noch kommen, mal sehen und die Hoffnung nicht verlieren.

Essen erst einmal Tortellini mit einem leckeren Salat und lauschen an Deck einer Jazz Band die auf dem Gelände ein Konzert gibt. Gute Musik bis 24:00 Uhr. Jörg geht schlafen und ich genieße noch die nächtliche Ruhe.

Gute Nacht und bis dann.

Peter


Die leere Marina


Spaziergang durch die Stadt

Villanova bis Brindisi

Samstag der 08.08.2020

Moin Ihr Lieben.

Die Nacht unter Anker war sehr erholsam und der Morgenspaziergang fällt wegen mangelnder Landberührung aus. Dank des Spirituskochers gibt es aber Kaffee und nach einem ausgiebigen Frühstück heißt es um 10:20 Uhr Anker auf.

Der Wind ist mit uns und bläst mit gemütlichen 3Bft aus NE (Nord Osten) so das wir bei raumen Wind ( er kommt von der Seite)und leichter Bewölkung bei angenehmen 25 Grad nach Brindiesi segeln.

Für die nicht Segler:

Ein-und auslaufen passiert immer unter Maschine. So auch heute: Genua (das kleine Vorsegel) einrollen, Großsegel runter und am Baum befestigen, Motor an, in den Hafen einlaufen und festmachen. So auch heute in Brindisi.

Was anders ist? Das Schiff ist voller Wasser, bis über die Bodenbretter. Sch………. bedeutet: Bilsch Pumpe anmachen, Schiff leer pumpen, den Rest ca 100 L. mit Schwamm und Eimer  nach Außenbords befördern und vor allen Dingen schauen, wo kommt das Wasser her.

Technik: Wasser zum kühlen des Motors wird natürlich warm. Über einen Wärmetauscher wird es mit Meerwasser gekühlt. Vermutung: Dieser Wärmetauscher ist leck und die Pumpe pumpt das Wasser nicht ins Meer sondern ins Schiff. Der angerufene Mechaniker kommt schnell und wir vermuten dass er unsere Vermutung teilt. Fremdsprachen spricht in diesem Teil Italiens so gut wie keiner. Da morgen Sonntag ist wird er Montag um 08:00 Uhr kommen und den Wärmetauscher ausbauen. Das bedeutet für uns, mehrere Tage im Hafen bleiben. Und für Jörg Kosten.

Nächstes Desaster, gegen die Auswahl im hiesige Minimarket ist meine Speisekammer zu Hause ein Schlaraffenland. Bedeutet: Montag in den 3 km entfernen Supermarkt gehen und Vorräte auffüllen. Darauf gönnen wir uns eines der letzten Biere. kratzen die letzten Reste der Vorräte zusammen und brutzeln uns was zum Abendessen.

Gute Nacht.

 

Sonntag der 09.08.2020

Erwache gerädert vom Vortag. Da der Mechaniker um den Schaden zu lokalisieren die Maschine gestern noch einmal eine Minute laufen lassen mußte haben wir wieder 60 L Wasser im Schiff, schwamm, Eimer und die selbe Prozedur wie gestern. Natürlich haben wir erstmal ausgiebig gefrühstückt.

Am Nachmittag habe ich mein schlosserisches Wissen für ein paar  Bastelarbeiten welche an Bord immer anfallen, wie der Aufmerksame Leser meiner Berichte weiß, genutzt und Abends sind wir mangels Vorräten in das Restaurant auf dem Gelände gegangen und haben hochpreisig aber gut gegessenen.

Anreise, Bari bis Villoanova

Mittwoch 05.08.2020

Nach einem guten Flug über Paris in Bari gelandet.Das Flugzeug war nicht ausgebucht und somit hatte ich immer einen Platz neben mir frei. In Paris und in Bari wurde beim ein- und aussteigen Fieber gemessen. Ich habe mich Corona mäßig sicher gefühlt.

In Bari erwartet mich Italien mit Gewitter und Platzregen, also Taxi und ab zur Yssabeau.

Werner war schon abgeflogen und ich heuerte auf einem dry shipp an. Weder Bier, Kaffee, noch Brot an Bord, also?? Das Gewitter und den Regen abwarten. Erst Einkaufen und anschließend fantastischEssen gehen. In einer kleinen Trattoria do Pesce in der Altstadt Wein und Polpo. An Bord noch ein Weinchen und ab in die Koje.

 

Donnerstag 06.08.2020

Morgens wieder in die erwachende Stadt gegangen. Ihr wisst es Schon, schlendern, Käffchen, schauen, es mir gut gehen lassen.

An Bord zurückgekehrt, schön frühstücken und den Plan für heute besprechen.

Wir segeln nach Polignano a Mare ca. 17SM. Die Küste ist hier sehr bebaut, das wird sich aber, je weiter wir nach Süden kommen, ändern. Bei achterlichem Wind Stärke 5 Bft. geht es anfangs nur mit der Genua 3 ( kleines vorsegel) in 3h in die Marina. Guter erster Tag. Die Marina ist sehr komfortabel und lange nicht voll belegt. Am nächsten Tag erfahren wir auch Warum. 110€ für eine Nacht möchte nicht jeder bezahlen. Abends kochen wir an Bord, Koteletts mit Zwiebeln, Kartoffeln und einem leckeren Salat.

 

Freitag 07.08.2020

Um 06:00 Uhr ausgeschlafen und ab in die 3km entfernte Stadt Pilognano a Mare. Eine alte auf hohen Felsen gelegene Stadt.

Es ist auch die Heimatstadt von Domenico Moduclo, der Namen sagt euch nichts? Mir auch nicht. Aber das Lied mit dem er einen Welt Hit landete kennen zumindest die Älteren unter uns „Volare“

Die Stadt hat ihm ein Denkmal gesetzt.

Ist zur Zeit mein Persönliches ProfilBild bei WATSAP.

Ich gehe durch alte sehr, sehr schmale Gassen, immer wieder einen Blick auf das Meer erhaschend, der aus dieser Höhe umwerfend ist, schlängel ich mich durch die schöne und sehr saubere Stadt. Zum Schluss ein Käffchen plus einem Hörnchen. Urlaub.

Zurück, Früstücken und weiter den Italienischen Stiefel entlang gen Südosten nach Villanova do Ostuni.

Bei gutem Wind segeln wir gemütlich immer an der Küste entlang. Gegen 16:00 Uhr laufen wir nach 23 SM und 5h in den Hafen der kleinen Stadt Vilanova ein.

Rappeldickevoll mit einheimischen Booten belegt. Da wo noch ein Plätzchen frei zu sein scheint, werden wir abgewiesen. Zu flach, wir brauchen 2 Meter Wassertiefe, oder das ist ein Eigner Platz und der kommt später noch.

Was Tun? Sichere Ankerbuchten  gibt es an diesem Küstenabschnitt nicht. Einziger Ausweg….. im Hafen Ankern, gesagt getan. Mitten im Hafen werfen wir auf 2,60 m den Anker.

Anlegerbierchen, schauen und Wohlfühlen. Jörg macht uns Spagetti Bolo und wir genießen den Sonnenuntergang. Ach so ja

Sonne, die Temperaturen liegen für Italiens Süden bei sehr angenehm 25 Grad.