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Von Torrevieja (Alicante) in Spanien nach Lavrion (Athen) in Griechenland

Reise ins Südland

2. Teil: 30.04.2015 bis 01.11.2015

Von Torrevieja (Alicante) in Spanien nach Lavrion (Athen) in Griechenland

Wie geplant, flog ich Ende April wieder nach Alicante, um nunmehr meine „Reise im Südland“ fortzusetzen.

Ich hatte es schon fast befürchtet, aber das Schiff war keineswegs seeklar. Im vergangenen Herbst, bei der Außerdienststellung, hatte ich Sven mit seiner Yachtservicefirma beauftragt, einige notwendige Arbeiten am Schiff zu erledigen. Er hatte auch einiges gemacht, aber eben nicht alles.

Mein Vertrag für den Landliegeplatz bei der Werft lief am 30. April aus und mit einigem Druck bei Sven schafften wir dann auch, das Schiff abends um 20:00 h kurz vor dem Dunkelwerden ins Wasser zu bringen und an den von Sven besorgten Liegeplatz zu verholen. Zu tun gab es immer noch genug.

Am 04. Mai kam dann mein Freund Michael wie geplant an Bord. Mittlerweile hatte sich auch noch eine Baustelle an der Bootselektrik aufgetan, mit der sich ein von Sven aufgetriebener Elektriker, Steve Wayman, ein Amerikaner, beschäftigte.

Ich wollte das Steuergerät für den Windgenerator und das Solarpanel, dass wir mangels genügend langem Kabel in der Backskiste montiert hatten, von dort in die Navigation verlegt haben, um die Anzeigen stets ablesen zu können. Dazu musste aber auch der Fehlerschutzschalter für den Landstrom verlegt werden.

Auch die Kabelverdrahtung der Ankerwinde wurde auf meinen Wunsch hin neu installiert; die Alte war doch etwas flatterig.

Diese Arbeiten wurden von Steve auch zufriedenstellend erledigt.

Die Windmeßanlage hatte ja bereits in der vergangenen Saison Probleme bereitet und nach einigem Messen und Herumwürfen kam Steve zu der Erkenntnis, dass der Fehler wohl an der Servereinheit (Black Box) liegen würde. Das hatte im vergangenen Jahr auch der Sven gemeint und die Finger davon gelassen.

Das Problem mit meinen alten Anzeigegeräten von Silva Nexus ist, dass es keine Ersatzteile mehr gibt und neuere Geräte, vor allem die Black Box, nicht kompatibel sind.

Steve meinte, er könne noch übers Internet eine passende Black Box aus den Staaten besorgen, was aber Wohl ein paar Tage dauern würde. Außerdem sollte das Teil dann so um die 900,- Euro kosten, wofür er dann einen Tausender als Vorlasse haben wollte.

Mir war sehr daran gelegen, die Windmeßanlage wieder in Gang zu bringen und so ließ ich mich auf den Handel ein.

Es kam, wie es kommen musste: Erst verzögerte sich die Lieferung (angeblich), dann lag das Päckchen in Holland beim Zoll, dann wurde angeblich eine neuere Version der Black Box geliefert, die mit meinen Instrumenten nicht kompatibel sei,
kurz und krumm, Steve kam mit dem Teil nicht ran.

Michael und ich, wir wollten los, wir lagen schon lange genug im Hafen herum.

Steve versicherte mir, dass er alles tun würde, um eine Lösung mit der Black Box zu finden und er würde auch überall hin kommen und das Teil montieren, wo wir gerade seien. Es könne sich nur noch um ein paar Tage handeln. Das klang sehr zuversichtlich und auch glaubhaft.

So kamen wir dann erst am späten Nachmittag des 07. Mai aus Torrevieja los. Mit Station in verschiedenen Orten segelten wir die Costa Blanca entlang bis nach Alicante, wo dann Sabine und Peter die Crew vervollständigten.

Je weiter wir uns von Torrevieja entfernten, desto dünner gestaltete sich die Kommunikation mit dem Steve. Anfänglich verbreitete Steve noch Zuversicht, dass er die Box noch beschaffen könne, sowohl am Telefon als auch per E-Mail. Dann war das Telefon kaputt, dann wurden meine E-Mails nicht mehr beantwortet und dann kam gar nichts mehr.

Da musste ich mich dann wohl mit dem Gedanken anfreunden, einen Tausender zugesetzt zu haben.

Alicante

Gleich am Übergang von der Marina zur Altstadt liegt der Nachbau eines spanischen Kriegsschiffes, der „Santisima Trinidad“, in dem sowohl ein Museum als auch ein Restaurant untergebracht ist.

Das Original wurde 1769 als Linienschiff gebaut und war seinerzeit das größte spanische Kriegsschiff, welches 1805 in der Schlacht von Trafalgar kämpfte und unter ging.

Die Nachbildung – bestehend aus einem eisernen Rumpf der mit einem Holzaufbau verkleidet ist – stellt allerdings eine sehr abgespeckte Version des einst stolzen Flaggschiffes der spanischen Marine dar. So richtig authentisch ist das nicht.

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Alicante: „Nachbau der Santisima Trinidad“

Geht man an dieser Sehenswürdigkeit vorbei, landet man automatisch auf der mit roten, schwarzen, blauen und weißen Steinen wellenförmig gepflasterten  Hafenpromenade, der „Explanada de Espania“.

Umsäumt von Palmen und gußeisernen Laternen übt sie eine ganz besondere Wirkung bei demjenigen aus, der dort längs flaniert.

Flankiert von einer Unzahl von Restaurants, Bars und Bistros und Souvenierläden und Buden, die natürlich alle darauf warten, dass dort die Touristen einkehren, macht es richtig Spaß dort mit Blick auf den Hafen einen Kaffee oder ein Bier zu genießen und dem vorbei flanierenden Volk zuzuschauen.

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Alicante: „Explanada de Espania“

Ein absolutes Muß für Segler ist der Besuch des unmittelbar im Hafen gelegenen „Volvo Ocean Race Museums“, welches als Relikt des hier in Alicante im Jahr 2014 gestarteten Rennens verblieben ist.

Es besteht aus einer vor dem Museumsgebäude aufgestellten original Open 70 Rennyacht und einem modernen Ausstellungsraum mit interaktiven Einrichtungen. Der Besucher erfährt mittels modernster Ausstellungsgestaltung aus erster Hand alles über die kühnsten Segler und die verborgenen Wunder der Ozeane. Es ist ein einzigartiges Museum, das die anspruchsvollste nautische Herausforderung unserer Zeit zum Thema hat. Eine Reise durch die Geschichte der Regatta, die im Jahr 1973 unter dem Namen Whitbread Round the World Race gegründet und im Jahr 2001 in Volvo-Ocean-Race umbenannt wurde und die als “Everest des Segelns” gilt.

Phantastisch, das hat mir gut gefallen.

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Alicante: „Volvo Ocean Race Museum“

Balearen

Nach zwei Hafentagen in Alicante ging  es dann mit der nun für die nächsten Wochen vollständigen Crew erst einmal noch zwei Häfen weiter an der Küste entlang und dann von Puerto de Moraira hinüber nach Ibiza.

Bei einem steten Nordwind mit drei, manchmal auch vier Windstärken, gestaltete sich die Überfahrt sehr angenehm und entspannt.

Ibiza

Wir hatten für unsere Ankunft auf Ibiza die Cala de Port Roig als ersten Ankerplatz ausgeguckt, eine Bucht, die bei Nordwind guten Schutz bietet. Natürlich lagen wir dort nicht allein, aber wir hatten ausreichend Platz zum schwojen und fühlten uns sicher.

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Ibiza:“Cala de Port Roig“

Bei zuerst kräftigen 4 Windstärken, dann abflauend, so dass wir am nachmittag sogar den Spi setzten, ging es am nächsten Tag durch die verhältnismäßig schmale Durchfahrt zwischen Ibiza und Formenterra hindurch und dann an der Südostküste entlang nach Santa Eulalia. Die Stadt ist natürlich stark vom Tourismus geprägt, laden die langen Sandstrände und die gut ausgebaute Promenade doch zum baden und bummeln ein.

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Ibiza: „Santa Eulalia“

Der wohl eher exklusive Yachthafen zieht offensichtlich das gediegenere Publikum in die Stadt. Dementsprechend sind die Preise – aber daran hat man sich ja auch schon fast gewöhnt.

Alles in allem, ein nettes Städtchen mit einem schön restaurierten historischen Rathaus.

Wir nutzen die Gelegenheit zu einem größeren Einkauf, bevor es am nächsten Tag zu einer doch etwas fortgeschrittenen Tageszeit zu unserem ausgeguckten Ankerplatz, der Calla de Punta Grossa ganz im Norden von Ibiza geht. Die zehn Meilen sollten wohl zu schaffen sein. Von dort sollte dann der Absprung nach Mallorca erfolgen.

Allerdings hatten wir uns da gründlich verrechnet. Kurz vor Erreichen unseres Ziels, wir passierten die malerische Durchfahrt zwischen dem Cap Punta Prima und der Isla de Tagomago, flaute der Wind ab und drehte zu allem Überfluß auch noch auf Ost.

Angesichts der fortgeschrittenen Stunde blieb uns nichts anderes übrig, als in einer Legerwallsituation zu ankern. Nun lagen wir zusammen mit einer englischen Yacht, deren Besatzung aus dem Skipper und seinem Hund bestand, zwar etwas unruhig in der Bucht, aber die Wettersituation stellte sich so dar, dass mit irgendwelchen Überraschungen nicht zu rechnen war. Wir hatten genügend Platz zum schwojen und reichlich Kette gesteckt.

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Ibiza: „Calla de Punta Grossa“

Das Wasser war glasklar und die Yssabeau wurde von zahlreichen Fischen umschwärmt, was Peter dazu verleitete, sein Anglerglück zu versuchen.

Tatsächlich zog er nach kurzer Zeit auch einen Fisch an Deck, der ihm aber, nachdem er Peter mit seiner stacheligen Rückenflosse in den Finger gepiekt hatte, gleich wieder ins Wasser entwich. Das war’s mit dem Anglerglück.

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Ibiza: „Calla de Punta Grossa“

Mallorca

Die Nacht vor Anker gestaltete sich etwas unruhig, hatte der Wind ja auf Ost gedreht und ein kräftiger Schwell stand in die Bucht, so dass die Yssabeau sich von Zeit zu Zeit kräftig an der Ankerkette hin und her bewegte.

Für unsere Verhältnisse starteten wir früh in Richtung Mallorca. Bis nach Palma lagen knapp sechzig Meilen vor uns, mit nordöstlichem Wind.

Bei bedecktem Himmel und anfänglichen drei Windstärken, dann abnehmend und dann für eine kurze Zeit auf fünf Beaufort zunehmend, halfen uns auch ein paar Kreuzschläge nicht, unser Ziel Palma zu erreichen. Je mehr wir uns der Insel näherten, desto mehr drehte der Wind auf Ost.

Also entschlossen wir uns, Andraitx an zu laufen. Da hätte ich sowieso hin gewollt, nur jetzt noch nicht.

Die Einfahrt in die Bucht bietet einen durchaus interessanten Einblick in die mallorquinischen Bauaktivitäten. Auf die steilen Felsen links und rechts der Bucht wurden mehrgeschossige Häuser gebaut, von denen die Bewohner den so genannten unverbaubaren Blick aufs Meer haben oder auf die jeweils gegenüber liegende Seite der Bucht. Das ist garantiert nichts für Schwachbetuchte.

Vor dem eigentlichen Hafen gibt es für Yachten die Möglichkeit zu ankern, es stehen aber auch Mooringbojen zur Verfügung, die man über den Club de Vela buchen kann.

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Mallorca: „Andraitx – Hafen“

Eigentlich wollte ich an der Stadthafenpier fest machen; aber da weder  auf UKW-Anrufe reagiert wurde noch erkennbar war, wo und ob überhaupt dort ein Anlegen möglich war, beschlossen wir, im Club de Vela fest zu machen. Wahrhaftig kein preiswertes Vergnügen, nahm man uns doch fast 50,- Euro pro Tag ab.

Die Marina ist recht groß, aber die Infrastruktur stimmt, trotz der weiten Wege.

Andraitx gilt als einer der nobleren Orte auf Mallorca, jedenfalls für den Teil, der sich um den Hafen drapiert. Wolfgang, ein alter Schulfreund aus dem Ruhrgebiet, bereitet sich so langsam auf das Ausscheiden aus seiner beruflichen Selbständigkeit vor und hat in dem oberhalb des Hafens gelegenen älteren Teil des Ortes eine Ferienwohnung gemietet, in der er sich mehr oder weniger für ein paar Tage im Monat aufhält.

Da ich wußte, dass er sich zu dem Zeitpunkt, in dem wir in Andraitx waren, ebenfalls dort aufhielt, kontakteten wir über Handy und verabredeten uns an unserem Liegeplatz in der Marina.

Wir verbrachten einen netten Abend an Bord, man hatte ja auch ein wenig zu erzählen und es wurde beschlossen, einen weiteren Tag in Andraitx zu verbringen.

Wir erkundeten den Ort, der zu dieser Jahreszeit noch nicht so von Touristen überlaufen war um fest zu stellen, dass die Geschäfte und Restaurants rund um die Hafenpromenade und auch noch in der zweiten oder dritten Reihe, voll auf eine etwas mehr betuchte Kundenklientel eingestellt waren.

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Mallorca: „Andraitx –  Innenhof“

Am Nachmittag kam Wolfgang dann noch einmal zu einem Klönschnack an Bord und bei dieser Gelegenheit verabschiedeten wir uns auch von ihm, da wir ja am nächsten Tag weiter wollten.

Dieser begann gleich nach dem Ablegen mit einer kleinen Katastrophe. Beim Setzen des Großsegels brach der Hakenbeschlag, an dem sowohl die Kausch des Großsegelhalses mit einem Bolzen befestigt wird, als auch die beiden Haken für die beiden Reffs angeschweißt sind. Dieses Teil endet in einem Bolzen, mit dem auch der Großbaum am Lümmelbeschlag fixiert ist.

Es blieb uns nichts anderes übrig, als unseren alten Liegeplatz in der Marina wieder ein zu nehmen.

Mit den beiden Teilen des Beschlages machte ich mich auf den Weg, einen Schlosser zu suchen, der die Teile wieder zusammenschweißen konnte.

Im Marinabüro erklärte man mir, dass ich hierzu mit einem Taxi – Busverbindung gab es angeblich nicht – in die Oberstadt  fahren sollte und auch, wo ich dort eine Schlosserei finden würde.

Ich machte mich also auf den Weg über das endlos lange Hafengelände in Richtung Stadt. Ich hatte mich innerlich schon auf einen etwas längeren Gewaltmarsch eingestellt, als mir noch auf dem Hafengelände ein Kleintransporter mit der Aufschrift einer Yachtservicefirma, die offenbar von einem Deutschen betrieben wurde, entgegen kam. Den hielt ich heftig gestikulierend an.

Der Fahrer hielt auch an und entpuppte sich als Deutscher, der eben selbiges Serviceunternehmen betrieb. Leider habe ich seinen Namen vergessen.

Dem klagte ich mein Leid, er schaute sich den Beschlag an, erklärte mir aber dann, dass er selber mangels entsprechendem Gerät nicht in der Lage sei, die Reparatur durchzuführen. Er wolle mich aber zu jemandem fahren, der dazu in der Lage sei.

Ich stieg also in sein Auto und wir verließen das Marinagelände. Es ging allerdings nicht in Richtung Oberstadt sondern auf einer besseren Art Feldweg an einzelnen Häusern und abgeernteten Feldern vorbei.

Die Fahrt dauerte nicht sehr lange und wir hielten vor einem Haus. Mein freundlicher Helfer erklärte mir, dass er dem Schweißer erklären würde, was zu tun sei, ich aber zu Fuß zurück zur Marina gehen müßte, was ja angesichts der nicht allzu großen Entfernung auch nicht unbedingt ein Problem sein sollte.

Dieser Handwerker entpuppte sich als wahrer Glücksfall. Nachdem mein deutscher Helfer ihm erklärt hatte, was zu tun sei, überlies er mich meinem Schicksal und fuhr davon.

Hinter dem Haus, in einem Hofgebäude, befand sich die Werkstatt, die offensichtlich mit allem Gerät ausgestattet war, das man zur Metallverarbeitung braucht. Offenbar auch mit einer speziell zum Schweißen von Niroteilen geeigneten Anlage. Der Typ wußte was er tat und ich erhielt nach ca. einer Viertelstunde ein perfekt geschweißtes und auf Hochglanz poliertes Teil zurück.

Nach Zahlung von 30,- Euro machte ich mich zu Fuß auf den Weg, den ich vorher gefahren wurde,  zurück zur Marina. Ein im Nachhinein recht netter Spaziergang so zwischen den Feldern hindurch.

Auf dem Boot angekommen – meine Crew hatte sich natürlich für den Tag in alle Winde zerstreut – baute ich den Beschlag wieder an; alles paßte perfekt, wir konnten weiter segeln.

Palma de Mallorca

Nach einer verhältnismäßig unspektakulären Fahrt bei moderatem Wind aus Südwest entlang der Inselküste und durch die Bucht von Palma, machen wir am frühen Nachmittag im Real Club Nautico von Palma de Mallorca fest.

Da hier ein Crewwechsel geplant ist – Sabine und Michael fliegen nach Hause, Anmagret und Jasmin kommen, Peter bleibt an Bord – sind ein paar Tage Aufenthalt eingeplant.

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Palma de Mallorca: „Die Crew: Sabine, Michael, Jörg und Peter“

Die Marina ist riesig, die Infrastruktur stimmt aber und das Personal im Hafenbüro ist freundlich und hilfsbereit und im Vergleich zu Andraitx sind die Hafengebühren mit 37,- Euro ja schon fast moderat zu nennen. Außerdem liegt die Marina recht stadtnah, so dass wir leicht zu Fuß ins Zentrum und zu den Sehenswürdigkeiten gelangen können.

Während unseres Aufenthaltes in der Marina ist mir mehrmals ein Typ aufgefallen, der mit einem lebendigen Greifvogel auf seinem Arm die Pier entlang ging. Ich weiß nicht, was genau das für ein Vogel war (mit Vögeln kenne ich mich nicht so aus :-)); vielleicht ein Habicht oder Bussard. Jedenfalls flog dieser Vogel hin und wieder auch ‚mal auf einen Laternenmast und saß dann dort.

Ich fragte mich, was das wohl für ein Spinner sei, der mit einem Greifvogel auf dem Arm durch die Gegend lief, bis ich auf die Antwort kam: Mit dem Vogel wurden die Möwen von der Marina fern gehalten.

In der Tat, es war mir bis dato nie so aufgefallen, aber in und um die Marina waren kaum irgendwelche Möwen zu sehen und schon gar kein Vogelschiet auf den Steganlagen, wie man es beispielsweise in vielen Häfen an der Ostsee vorfindet.

In Galizien waren sehr häufig Angelschnüre mittels einer Art von Torbögen über die Steganlagen gespannt um zu verhindern, dass sich Möwen auf den Stegen niederließen.

Die Vögel können die dünnen durchsichtigen Nylonleinen nicht sehen und wenn sie sich auf einem derart präparierten Steg niederlassen wollen, verfangen sie sich in den Leinen und stürzen ab. Ein harter Weg für die Vögel um zu lernen, sicherlich nicht sehr tierfreundlich, aber es klappt. Die derartig geschützten Steganlagen waren frei von Exkrementen.

Die Sache mit dem Greifvogel ist hier sicherlich die tierschutzfreundlichere Maßnahme und würde bestimmt auch in Ostseehäfen, wenn man sie denn praktizieren würde, ihre Wirkung nicht verfehlen. Ich finde die Idee richtig klasse.

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Palma de Mallorca: „Real Club Nautico“

Wir unternehmen die fast schon obligatorische Stadtrundfahrt mit dem Bus und verschaffen uns auf diese Weise erst einmal einen Überblick über die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten.

Es folgt ein Gutteil des üblichen touristischen Programms, wobei wir uns den Besuch des Inneren der Kathedrale wegen des aus meiner Sicht unverschämten Eintrittspreises von 7,- Euro schenken. Eine Besichtigung des Gebäudes von außen ist auch sehr schön und außerdem hat man auch noch einen schönen Blick über die Bucht von Palma.

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Palma de Mallorca: „Kathedrale“

Schön ist es auch, am Torrent de sa Riera entlang zu bummeln, dem nunmehr kanalisierten Fuß, der in früheren Zeiten regelmäßig die Altstadt von Palma überflutete und der in direkter Nähe des Yachthafens in die Bucht von Palma mündet.

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Palma de Mallorca: „Torrent de sa Riera“

Die Tage vergehen mit (Alt)-Stadtbummel zu verschiedenen Tageszeiten, man gönnt sich einen Kaffee oder ein Bier draußen in einem Straßenbistro und natürlich geniessen wir gutes Essen in einem typisch mallorquinischen Restaurant, das uns von Helmuth, einem späteren Mitsegler, empfohlen wurde.

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Palma de Mallorca: „Straßencafe in Palma“

Der „Celler sa Premsa“ ist wirklich ein Tip. In netter Atmosphäre werden hier mallorquinische Spezialitäten zu moderaten Preisen und vor allem auch in angemessenen Portionen serviert. Wir sind dort insgesamt dreimal gewesen und haben verschiedene Gerichte ausprobiert, die allesamt sehr lecker waren.

Die Qualität dieses Etablissements konnte man schon daran fest machen, dass sich im Laufe des Abends das Restaurant bis auf den letzten Platz hauptsächlich mit Einheimischen füllte. Wir waren natürlich entgegen südländischer Tradition immer viel zu früh da.

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Palma de Mallorca: „Restaurant Celler Sa Premsa“

Einer der Höhepunkte unseres Aufenthaltes auf Mallorca war eine Reise von Palma nach Sóller oder Port de Sóller mit der historischen Ferrocarril de Sóller (FCS), im Volksmund auch „Roter Blitz“ genannt.

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Palma de Mallorca: „Ferrocarril de Sóller (FCS)“

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Palma de Mallorca: „Ferrocarril de Sóller (FCS)“

Die Eisenbahn verbindet ununterbrochen seit 1912 die Inselhauptstadt Palma de Mallorca täglich mit der Ortschaft Sóller. Die Trasse erstreckt sich über 27,3 km durch das Tramontanagebirge.

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Mallorca: „Tramontanagebirge“

Es ist schon ein Erlebnis mit dieser altertümlichen, von Siemens-Technik elektrisch angetriebenen Bahn durch die schöne mallorquinische Landschaft zu rattern, durch insgesamt 13 Tunnel und über mehrere Brücken. Erstaunlich auch die Höhenunterschiede, die dabei überwunden werden.

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Mallorca: „Tramontanagebirge“

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Mallorca: „Tramontanagebirge“

Nach ca. zweistündiger Fahrt erreichten wir den Ort Sóller, den wir erst einmal zu Fuß erkundeten, bevor wir mit der ebenfalls historischen Straßenbahn zum Hafen hinunter fuhren.

Sóller ist wirklich ein hübsches Städtchen und hat sich trotz aller touristischer Aktivitäten noch weitgehend seine Ursprünglichkeit als Zentrum des Obst- und Gemüseanbaus erhalten. So bot der Markt denn auch – abgesehen von dem offenbar unvermeidlichen Touristenkram – auch viele typisch mallorquinische Produkte.

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Mallorca: „Sóller Marktplatz und Kethedrale“

Seit 1913 betreibt die Eisenbahngesellschaft auch die ebenfalls im ursprünglichen Zustand erhaltene Straßenbahnlinie von Sóller nach Puerto de Sóller (dem Hafen von Sóller) auf einer Strecke von 4,9 km.

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Mallorca: „Sóller – Straßenbahn“

Natürlich durften wir uns den Hafen nicht entgehen lassen und so fuhren wir mit dieser Bahn nach Puerto de Sóller, was auch wieder ein Erlebnis war, bediente dieses doch etwas betagte Verkehrsmittel im Linienverkehr die Verbindung zwischen den beiden Orten. Das bedeutete, dass häufiger ‚mal angehalten wurde, um Leute ein- oder aussteigen zu lassen.

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Mallorca:: „Puerto de Sóller“

Die fast kreisrunde Bucht von Puerto de Sóller ist ausgefüllt mit Stegen, an denen vornehmlich kleinere Boote liegen. Es gibt offenbar nur wenige – wenn überhaupt –  Liegeplätze für Gästeyachten.

Um den Hafen herum drapieren sich hauptsächlich die üblichen, Tourismus  orientierten Kneipen und Restaurants, wo wir dann in einem von denen einen kleinen Imbiss zu uns nahmen, bevor wir den mit einem ganz regulären Linienbus wieder zurück nach Palma fuhren.

Leider passierte mir hier ein bedauerliches Malheur. Die Gehwegplatten der Promenade bestehen aus großen Natursteinen, die sehr uneben verlegt sind. Über eine dieser Platten stolperte ich mit meinem Fotoapparat in der Hand. Ich verlor das Gleichgewicht und mein Fotoapparat und ich fielen – jeder getrennt – voll auf das Pflaster. Ich selber habe keinen Schaden genommen aber mein Fotoapparat war dahin. Das Display zeigte nur noch Fragmente dessen an, was eigentlich im Sucher zu sehen sein sollte. Von nun an war ich auf die Fotos meiner Begleiter/Innen angewiesen, was die Dokumentation dieser Reise auch nicht einfacher machte.

Trotzdem war es alles in allem ein netter Ausflug, der uns unter anderem einen Einblick in die Ursprünglichkeit der Landschaft Mallorcas vermittelte. Noch ist nicht alles ein Opfer des Tourismus oder irgendwelcher Bauinvestoren geworden.

Palma de Mallorca bis Cala Ratjada

Nachdem dann auch noch der Crewwechsel vollzogen war – Sabine und Michael flogen plangemäß nach Hause, Anmagret und Jasmin kamen an Bord – konnte die Reise weiter gehen.

Wieder einmal wurde es Mittag, als wir starteten, weil wir uns erst noch verproviantieren mussten, aber um den kleinen Ort La Rapita zu erreichen, reichte es noch.

Das einzig Nennenswerte, was ich über diesen Ort berichten kann ist, dass er mit 56,- Euro Liegegebühren für die Nacht, mit Abstand der teuerste von den Häfen war, die wir auf Mallorca angelaufen haben.

Selbst unser nächster Hafen, Cala d’Or, war da mit 52,- Euro noch preiswerter.

Die Marina liegt am Ende der Cala Llonga, der am tiefsten von den drei ins Land einschneidenden Buchten, an denen der Ort liegt.

Nachdem wir einen Gutteil der Nacht von einer in einem nahegelegenen Hotel feiernden Hochzeitsgesellschaft beschallt worden waren, hielt uns auch hier weiter nichts und wir segelten bei moderaten 3 Windstärken aus östlichen Richtungen nach Cala Ratjada.

Dies war dann unsere letzte Station auf Mallorca, von hier aus ging es dann die knapp 30 Meilen hinüber nach Menorca.

Menorca

Vor dem Start bunkerten wir noch schnell ein wenig Proviant und dann ging es bei sehr

moderaten 3 Windstärken aus Südwest in Richtung Menorca.

Unser Ziel war Ciutadella, die altehrwürdige Bischofsstadt mit Kathedrale und Palästen im Westen Menorcas, die sich malerisch über dem romantischen Hafen erhebt. Mit ihrem mediterranen Flair gilt Ciutadella als eine der schönsten Städte von ganz Spanien.

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Menorca: „Leuchtturm an der Einfahrt in die Bucht von Ciutadella“

Den Weg in die lange, schlauchartige Bucht von Ciutadella weißt ein schwarz-weiß gestreifter Leuchtturm und in der engen Hafeneinfahrt thront das wehrhafte Castell de Sant Nicolau mit seinem achteckigen Turm aus dem 17. Jahrhundert.

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Menorca: „Castell de Sant Nicolau“

Die sich lang in das Landesinnere hineinziehende fjordähnliche Bucht wird überragt durch die mächtige Festungsanlage Bastion de Sa Font aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert, die zusammen mit der mittelalterlichen Stadtmauer, die Stadt Ciutadella und ihre Bewohner schützen sollte.
Lange Zeit wurden die Geschicke der Insel von Ciutadella, der einstigen Hauptstadt Menorcas, aus gesteuert, bis Mahon der Stadt 1722 den Regierungssitz streitig machte.

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Menorca: „Ciutadella – Club Nautico“

Der hier ansässige Club Nautico betreibt eine Steganlage, die sich etliche hundert Meter an der steilen Felswand der Bucht entlang zieht. Wie immer wollte ich natürlich möglichst dicht am Stadtzentrum festmachen. So ignorierte ich den auf dieser Steganlage herumhampelnden und winkenden Marinero und fuhr weiter in die Hafenbucht hinein.
Neben der Yacht eines englischen Ehepaars, das wir schon auf Mallorca getroffen hatten, entdeckte ich eine Lücke. Hilfreiche Hände belegten unsere Vorleinen, wir hatten die Mooringleine gerade zufassen, als der Marinero herbeigerannt kam und lamentierend die Leinen wieder los warf, so dass wir gegen das an Backbord liegende Nachbarschiff trieben.
Ich war fassungslos; so etwas hatte ich noch nicht erlebt. Mangels vernünftiger Sprachkenntnisse war aus dem Marinero auch nicht herauszubekommen, warum er uns dort nicht haben wollte. Da fehlte es auch uns leider an ausreichenden Spanischkenntnissen.

Laut Hafenhandbuch sollte es hier einen Stadthafen geben, der eben nicht vom Club Nautico gemanaged wurde, aber auf unsere vorherige Anfrage über die im Handbuch angegebene UKW-Frequenz, hatten wir keine Antwort erhalten.
Ich wähnte uns an gerade diesem stadteigenen Abschnitt der Hafenpier und somit außerhalb des Einflusses des Club Nautico. Da hatte ich mich wohl geirrt. Das Hafenhandbuch lieferte da leider auch keine klaren Erkenntnisse.
Nachdem wir uns aus der Lücke heraus bugsiert hatten und der Marinero uns deutlich zu verstehen gab, dass wir nur dort festmachen durften, wo er uns einen Liegeplatz zuwies, bissen wir in den sauren Apfel und fuhren wieder zurück, um dann ein gutes Stück vom Hafenzentrum entfernt am zugewiesenen Platz beim Club Nautico fest zu machen, wobei uns der Marinero sogar behilflich war.

Jegliche Diskussion über sein Verhalten war müßig und auch eine Beschwerde im Hafenbüro am nächsten Tag hatte eher symbolischen Charakter.

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Menorca: „Ciutadella – Hafen“

Wir waren früh genug angekommen, um einen ausgedehnten Stadtbummel unternehmen zu können, angesichts der wirklich schönen Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, den aufwendig gestalteten Stadtpalästen und der prächtigen, im Stil der katalanischen Gotik auf dem Fundament einer maurischen Moschee erbauten Kathedrale ein Muß.

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Menorca: „Ciutadella – Kathedrale“

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Menorca: „Ciutadella – Altstadtpalast“

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Menorca: „Ciutadella – Placa des Borne“

Ganz in der Nähe lädt der palmenbestandene Hauptplatz Placa des Borne zum Verweilen ein.

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Menorca: „Ciutadella – Obelisk auf der Placa des Borne“

Eindrucksvoll erinnert ein Obelisk auf dem früheren Turnierplatz an einen Überfall osmanischer Piraten auf Ciutadella im Jahr 1558.
Von der Placa des Borne führt eine Freitreppe hinab in das Hafenviertel, das mit Bars und kleinen Restaurants einlädt und einen herrlichen Blick hinauf zur Altstadt bietet.
Gleichzeitig nimmt der See- und Sporthafen von Ciutadella zu Füßen der Stadt die Besucher mit dem Charme vergangener Jahre gefangen.

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Menorca: „Ciutadella – Hafen“

Den Abend beschlossen wir zusammen mit dem englischen Ehepaar in einem Restaurant direkt gegenüber des Liegeplatzes, den wir ursprünglich einmal ausgewählt hatten und auf dem natürlich eine andere Yacht fest gemacht hatte.
Mit dem Ablegen am nächsten Morgen bzw. Mittag ließen wir uns Zeit. Die von uns ausgewählte Ankerbucht Cala Turqueta war knapp 14 Meilen entfernt.
Die Bucht entpuppte sich als geschützte Badebucht mit einem Sandstrand zwischen den Felsen. Weiße Bojen kennzeichneten den Bereich, der rein den Badenden vorbehalten ist und in dem man nicht ankern darf.

Mahon (Spanisch)/Maó (Katalanisch)

Nach dem Ankeraufgehen am nächsten Tag segelten wir bei mäßigem südöstlichem Wind die Küste entlang, vorbei an sicherlich schönen Ankerbuchten, in denen man noch gut hätte verweilen können. Aber wir wollten nach Maó oder Mahon, der Hauptstadt der spanischen Baleareninsel Menorca.

Von hier wagten wir den Absprung in Richtung Straße von Bonifacio.
Waren unsere beiden Mitseglerinnen Anmagret und Jasmin bis dato etwas unentschlossen bezüglich der Überfahrt nach Sardinien, so entschieden sie sich nun, bis Olbia dabei zu sein. Das entspannte die Situation für Peter und für mich um Einiges.

Die Stadt wurde während der Zeit der britischen Besatzung an Stelle von Ciutadella 1722 zur Inselmetropole Menorcas gemacht. Die Briten hinterließen vielerorts ihre Spuren und der Einfluß Großbritanniens ist auch heute noch allgegenwärtig.

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Menorca: „Mahon“

„Die fjordartige Bucht mit einer Länge von 5,5 Kilometern und einer Breite von bis zu 1,2 Kilometern ist der größte Naturhafen im Mittelmeer und diente in allen Epochen den seefahrenden Nationen als sichere Basis ihrer Flotte. Der Hafen von Mahon ist, nach dem Hafen von Sydney, der zweitgrößte Naturhafen der Welt. Heute ist er ein beliebtes Ziel für Yachten und Kreuzfahrer aus aller Welt.“ (Zitiert nach ESYS, Revierinformationen für Segler, Download Revierführer Spanien, Balearen)

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Menorca: „Mahon – Hafen“

Und genau so stellte sich dieser Hafen uns dar. Gleich zu Anfang unserer Einfahrt in die Bucht von Mahon durften wir die Gesellschaft eines leuchtend gelb angemalten Frachters genießen, der mit uns zusammen dort einlief und uns ziemlich nahe kam, um dann am Ende des Fahrwassers zu wenden und anzulegen.

In der sich nach und nach verengenden Bucht liegen vier Inseln, die Illa Pinto – s’Arsenal, die Illa del Rio – die Königsinsel, die Illa Plans – Quarantäneinsel und die Illa des Llatzaret, auf denen entsprechend ihrer früheren Nutzung die Relikte diverser Gebäudeanlagen vergangener Tage zu sehen sind.

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Menorca: „Mahon – Illa del Rei“

Die Ufer der Bucht von Mahon sind aber nicht nur von historischen Gebäuden gesäumt. Es hätte mich auch gewundert, wenn hier nicht, wie woanders auf den Balearen auch, auch noch in Ferienhäuser und -wohnungen investiert worden wäre. Aus geradezu exponierter Lage haben die Bewohner dieser Anlagen einen freien Blick über die Bucht mit ihrem maritimen Geschehen. Wohl nichts für „Hungerleider“.

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Menorca: „Mahon – (Ferien)-wohnanlage“

Die Marina Menorca, in die wir uns entschlossen hatten zu gehen, liegt direkt gegenüber eines Industriegebietes, das auch noch vom Schornstein eines Kraftwerks geziert wird. Nicht gerade ein besonders idyllischer Liegeplatz, aber einigermaßen stadtnah.

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Menorca: „Mahon – Hafen“

Wir verbrachten einen Tag in Mahon, den wir hauptsächlich dazu nutzten, das Schiff für die Überfahrt nach Sardinien vorzubereiten. Von den Sehenswürdigkeiten der Stadt bekamen wir deshalb nicht all zu viel mit.

Sardinien

Der Start für den Sprung nach Sardinien begann mit dem Besuch der Tankstelle, die wir nach einigem Suchen in einer Seitenbucht, der Calla Figuera, fanden. Für diese doch etwas längere Seestrecke wollte ich gewappnet sein und so bunkerten wir fast 60 Liter Diesel im Tank und zwei Kanistern. Das war, wie sich im Nachhinein herausstellte, auch gut so.
Es wurde eine eher ruhige Überfahrt nach Sardinien. Für die knapp 300 Meilen dorthin benötigten wir drei Tage. Wir hatten Wachen eingeteilt; Peter und Anmagret und Jasmin und ich wechselten uns im Vierstundenrythmus ab. Mäßige Winde aus hauptsächlich nordöstlichen Richtungen bescherten uns streßfreies Segeln mit zeitweiligem Flautenmotoren und vor allem Sonne ohne Ende.

Wir haben neben häufigen Delphinschulen auch Wale gesichtet. Nicht nur einen, sondern so zwei, drei, vier in verschiedenen Gruppen zu unterschiedlichen Zeiten. Tolles Erlebnis. Um welche Art Wale es sich handelte, weiß ich nicht, aber vermutlich handelte es sich um Finnwale, die wohl häufiger in dieser Region vorkommen sollen. Jedenfalls waren sie ziemlich groß.

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Zwischen Menorca und Sardinien: „Finnwale“

Die Überfahrt gestaltete sich abgesehen von unserer Walsichtung unspektakulär.
Segeln vom Feinsten, Sonne, mäßiger Wind aus fast immer der richtigen Richtung und gute Stimmung an Bord. Wir genossen herrliche Sonnenuntergänge – nicht ohne die mit einem obligatorischen Sundowner zu begleiten – und ebenso herrliche Sonnenaufgänge – zu denen gab’s dann aber Kaffee.

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Zwischen Menorca und Sardinien: „Sonnenuntergang“

Leider ließ uns der ohnehin schon schwächelnde Wind mehr und mehr im Stich und drehte auch noch, je näher wir der Straße von Bonifacio und damit Sardinen kamen, von Nordost über Nord auf Nordwest.

Die Einfahrt in die wegen ihrer häufig stark wehenden Winde verrufene Straße von Bonifacio gestaltete sich dann auch eher langweilig, mussten wir doch mangels Wind ein Paar Stunden motoren, denn noch eine Nacht mochten wir nicht auf See verbringen.
Am späten Nachmittag frischte der Wind wieder etwas auf und wir entschlossen uns, in den Golfo dell‘ Asinara nach Castelsardo ein zu laufen, wo wir dann am späten Nachmittag ankamen und sogar sofort einen Liegeplatz fanden.

Viel war dort eh nicht los. Das Dorf klebt unterhalb der einst von den Genuesern erbauten Festung an den Felsen und man hat von dort sicherlich einen herrlichen Ausblick über die Straße von Bonifacio, vorausgesetzt, man tut sich das an und kraxelt den Berg hoch. Ich ersparte mir das.

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Sardinien: „Castelsardo“

Von nun an hangelten wir uns so langsam die sardische Küste entlang Richtung Olbia, wo mich dann meine gesamte Crew planmäßig verlassen und meine langjährige Mitseglerin Katrin für eine Woche zu mir stoßen würde.

Der nächste Tag brachte wieder nur mäßigen Wind aus Nord, so dass wir wieder einen Gutteil der geplanten Strecke zu der Ankerbucht, die wir ausgeguckt hatten, Motoren mussten.

Nachdem wir mit drei Ankerversuchen in der vor nördlichen Winden gut geschützten Bucht La Colba gescheitert waren – das Handbuch hatte uns vor schlechtem Ankergrund gewarnt – fuhren wir um das Capo Testa, dem nördlichsten Cap Sardiniens, herum und fanden dann auch einen Ankerplatz in der Baja dis Reparata.

Hier lagen wir zwar nicht alleine, aber die Bucht bot guten Schutz und die beiden Mädel an Bord kamen auch noch in den Genuß des Anblicks nackter Männer einer Chartercrew, die wohl unbedingt unbekleidet baden mussten.

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Sardinien: „Baja dis Reparata – Anmagret“

Nach einer ruhigen, ereignislosen Nacht durften wir dann morgens beim Frühstück der besagten Chartercrew in ihrer ganzen Schönheit beim Baden und dann beim Ankeraufgehen zusehen. Nicht gerade ein weltbewegendes Ereignis.

Auch uns hielt es hier nicht länger und wir machten uns weiter in Richtung Olbia auf. Wind und Wetter waren uns wohl gesonnen und wieder einmal gab es bei 2 bis 3 Windstärken aus Nordwest Segeln vom Feinsten.

Wir segelten nun an der vielberühmten Costa Smeralda zwischen der Ostküste Sardiniens und dem Maddalenen Archipel  entlang. Nun wurde auch klar, warum sich in den Hauptmonaten des Sommers hier nicht nur die „Reichen und Schönen“ tummeln, sondern auch jede Menge Italienischer Touristen vom Festland und natürlich auch  aus anderen Ländern, vor allem auch Engländer.

Wir fuhren an wunderschönen Sandstränden entlang, die eingebettet zwischen schroffen, aber auf ihren Höhen grün bewaldeten Felsbuchten lagen und an denen sich Heerscharen von Menschen im wirklich azurblauen bis smaragdfarbenen Wasser tummelten. „Un sogno di blu“ – ein Traum in Blau, wie der Italiener so sagt.

Wie wir dann im Laufe unseres Aufenthaltes feststellen durften – man hatte uns ja schon gewarnt – waren die meisten Marinas in Sardinien – hier hauptsächlich im viel besuchten Nordteil der Insel – im Juli und August brechend voll. Zu dieser Zeit sind auch die Preise am höchsten. Davor und danach sind die Liegegelder deutlich günstiger.

Noch, es war ja noch Juni und damit Vorsaison, kamen wir nicht in den Genuß dieser inflationären Entwicklung.

Es tummelten sich zwar schon eine ganze Menge von Yachten aller Art in dem verhältnismäßig engen Fahrwassern zwischen den Maddaleneninseln und der Hauptinsel Sardinien, aber trotzdem erhielten wir in unserem nächsten Hafen, Porto Rotondo, problemlos einen Liegeplatz, nachdem wir an der Empfangspier festgemacht und einklariert hatten. Und das zu einem im Vergleich zu dem, was wir auf Mallorca bezahlt hatten, verhältnismäßig moderaten Preis, nämlich 30,- Euro für die Nacht.

Der Ort liegt im Norden Sardiniens auf einer weit ins Meer hinausreichenden Halbinsel und ist relativ neu. Er wurde erst im Jahr 1967 erbaut und gilt heute – neben Porto Cervo – als Treffpunkt der „Reichen und Schönen“.

Immerhin hat man hier, so wie an der ganzen Costa Smeralda, weitestgehend auf die ansonsten im Mittelmeerraum so weit verbreiteten Bausünden in Form von Hochhäusern und Hotelpalästen verzichtet.

Die meisten Bauten fügen sich harmonisch in die Küstenlandschaft ein und korrespondieren auch gut mit etwaigen alten gewachsenen Dorfstrukturen.

Viel los war hier nicht. Es lagen zwar jede Menge Yachten und Boote im Hafen – auch große – , aber die Restaurants und Bars rund um das Hafenbecken waren ziemlich verwaist.

Wie so oft, ließen die sanitären Einrichtungen allerdings zu wünschen übrig. Irgendwo auf dem weitläufigen Marinagelände sollte es wohl Duschen und Klos geben; mir war das aber zu weit, ich hatte keine Lust über das Hafengelände zu irren und selbige zu suchen.

In unmittelbarer Nähe zum Hafenbüro und damit auch verhältnismäßig dicht zu unserem Liegeplatz, gab es eine doch etwas rudimentäre Einrichtung im hintersten Winkel eines an oder in eine Felswand gebauten Hauses. Diese im Wesentlichen aus zwei Stehklos und einem Waschbecken bestehende Anlage sollte wohl mehr den Strandbesuchern dienen, als den Bootfahrern. Naja, für einmal reichte das gerade so.

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Sardinien: „Porto Rotondo“

Porto Rotondo war die letzte Station vor Olbia, wo dann ein kompletter Crewwechsel stattfinden würde.

Bei einem moderaten Nordostwind gestaltete sich die Fahrt dort hin trotz einiger Kreuzschläge eher entspannt. Zu später Mittagsstunde erreichten wir das Capo Figari welches die Einfahrt in die Bucht von Olbia bzw. in den Golfo Aranci an der nordöstlichen Seite markiert.

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Sardinien: „Capo Figari“

Hier verließ uns der Wind nun fast gänzlich, was wir für eine ausgiebige Badeveranstaltung nutzten. Der verbliebene Windhauch war gerade einmal so stark, dass sich meine Crew an einer an ihrem Ende mit einem Fender verknoteten Festmacherleine hinter dem Boot her ziehen lassen konnte.

Ich blieb derweil an Bord und paßte auf, dass den Dreien nichts passierte.

So trieben wir denn mehr als das wir segelten gen Olbia.

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Sardinien: „Badevergnügen am Capo Figari – Anmagret, Peter und Jasmin“

Irgendwann hatte sich der Badespaß dann erledigt, die Genua wurde eingerollt und der Motor angeschmissen, um überhaupt noch vorwärts zu kommen.

Doch je näher wir der Hafeneinfahrt nach Olbia kamen, desto mehr briste der Wind wieder auf, letztendlich sogar auf vier Windstärken, so dass wir fast geneigt waren, wieder zu segeln.

Allerdings ist es laut Hafenhandbuch verboten, innerhalb des Hafens zu segeln. Der markante Leuchtturm kennzeichnet sozusagen den Beginn des Hafens, dessen Fahrwasser sich von dort bis in die Stadt doch noch ein ganzes Stück hin zieht.

Also verzichteten wir für die noch verbleibende relativ kurze Strecke aufs Segeln.

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Sardinien: „Leuchtturm von Olbia“

Olbia

Nachdem was Seekarten und Hafenhandbücher so hergaben, hatten wir in Olbia drei Möglichkeiten zum Anlegen. Es gibt dort eine Marina, etwas außerhalb vom Stadtzentrum und garantiert nicht billig, es gibt die Möglichkeit im alten Handelshafen an der Stadtpier fest zu machen, da liegt man umsonst, hat aber auch keine Infrastruktur, und direkt auf der anderen Seite der Stadtpier gibt es noch einen kleinen Yachthafen, der vom Club Nautico betrieben wird und der ebenfalls Geld verlangen würde.

Die schlauchartige, sich verengende Einfahrt in den Hafen von Olbia ist beiderseitig gesäumt von Muschelzuchtanlagen. In Reih und Glied liegen hier wie große Fender aussehende Bojen in großen Feldern, an denen die Muscheln wachsen.

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Sardinien: „Olbia – Muschelzuchtanlagen“

Wir fuhren an der Marina vorbei und erkundeten den kleinen Hafen des Yachtclubs. Anscheinend war man dort nicht unbedingt an Gästen interessiert. Jedenfalls tauchte kein helfender Marinero auf und ein freier Liegeplatz war auch nicht zu sehen.

Also legten wir erst einmal an der Stadtpier an, wo wir erstaunlicher Weise noch ein freies Plätzchen fanden. Peter zog los, um die Gegend zu erkunden und kam nach einiger Zeit mit der Erkenntnis zurück, dass man hier zwar sehr stadtnah liegt, es aber auch wirklich nichts gibt, kein Wasser, keinen Strom, kein Klo und erst recht keine Dusche.

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Sardinien: „Olbia – Pier des alten Handelshafen“

Wir fanden auch heraus, dass man in dem Yachtclub durchaus als Gast liegen könne, aber dies zum Preis von stolzen 60,- Euro pro Nacht und das war uns dann doch etwas zu viel.

Über UKW-Funk kontakteten wir die Marina, die uns dann auch einen Liegeplatz für knapp 40,- Euro pro Tag anbot.

So warfen wir die Leinen wieder los und verholten in die Marina, wo wir von einem freundlichen und hilfsbereiten Marinero mit seinem Schlauchboot in Empfang genommen wurden und der uns dann auch einen Liegeplatz zu wies und beim Festmachen half. So weit perfekt.

Es zeigte sich, dass die Steganlagen mit den Liegeplätzen in Ordnung waren, im Hafenbereich aber noch rege Bautätigkeit herrschte. Von den geplanten Gebäuden, die einmal Geschäfte, Restaurants und Ferienwohnungen enthalten sollten, war gerade einmal eins kurz davor, bezugsfertig zu werden. Alle anderen Bauplanungen konnte man nur anhand der auf den Bauzaun geklebten Plakate erahnen.

So kamen wir auch noch in den Genuß des mit der Bautätigkeit verbundenen Lärms, der zeitweilig bis zu unserem Liegeplatz drang.

Die Sanitäranlagen waren ein gutes Stück von unserem Liegeplatz entfernt im Gebäude der Hafenverwaltung untergebracht. Die waren auch so weit o.k., bestanden allerdings jeweils bei den Damen und Herren nur aus einer Toilette, drei Duschkabinen ohne irgendeine Sitzgelegenheit und einer Art Behinderteneinrichtung bestehend aus Klo, Dusche und Waschbecken. Davor gab es einen Waschtisch mit vier Waschbecken.

Die ganze Anlage war zwar sauber und ordentlich, aber aus meiner Sicht für diese Riesenmarina deutlich unterdimensioniert, vor allem wenn man bedenkt, dass hier an den Wochenenden Heerscharen von Charterern zum Crewwechsel einfallen.

Auf Nachfrage beim Hafenpersonal erklärte man uns, dass auch nicht vorgesehen sei, noch weitere Sanitäreinrichtungen zu bauen.

Wie fast überall in den Marinas, war das Personal ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Die Mitarbeiter/Innen an der Rezeption gaben auf unsere Fragen bereitwillig Auskunft (man sprach recht gut Englisch), das Ein- und Ausklarieren verlief unproblematisch und wir wurden sogar darauf hin gewiesen, dass es auf Bestellung tagsüber einen kostenlosen Shuttleservice vom Flughafen zur Marina bzw. umgekehrt gab. Der war in den Liegegebühren inbegriffen. Das hatten wir noch nie.

Nicht all zu weit entfernt von der Marina gibt es auch ein riesiges Einkaufszentrum mit einem Supermarkt und in unmittelbarer Nähe eine Haltestelle für den Bus ins Stadtzentrum von Olbia.

                                         Sardinien: „Olbia – Corso Umberto“

Peter und Jasmin stiegen hier plangemäß als erste aus, Anmagret einen Tag später. Peter hatte einen Mietwagen gebucht, da er von Cagliari aus heim flog, Jasmin musste von Olbia aus erst noch mit dem Bus nach Alghero fahren, um von dort aus nach Hause zu fliegen.

So stiegen die beiden am frühen Morgen in den Mietwagen – Peter brachte Jasmin noch nach Olbia zum Busbahnhof – und Anmagret und ich fuhren später mit dem Bus in die Stadt und verbrachten dort einen netten Tag mit Sightseeing und bummeln und abendlichem Besuch des Restaurants „Lanterna“, das mir von Helmuth, einem späteren Mittsegler, empfohlen worden war. Nicht ganz billig, eher gehobene Kategorie, aber Essen und Ambiente stimmten.

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Sardinien: „Olbia – Restaurant Lanterna in der Altstadt“

Am darauf folgenden Tag flog Anmagret nach Hause und ich wartete auf Katrin, die dann am nächsten Tag an Bord kam.

An dem Steg, an dem ich mit meinem Schiff lag, bereitete ein Deutsches Ehepaar ihr Schiff darauf vor, es an Land zu setzen. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass die Beiden nur in der Vor- bzw. Nachsaison in sardischen Gewässern segelten. Es war für sie billiger, dass Schiff für ein paar Monate bei einer nahe gelegenen Werft an Land zu stellen, als in der Hauptsaison hier zu segeln und die horrenden Liegegelder zu bezahlen oder sich dem Stress völlig überfüllter Ankerbuchten während der Hauptferienzeit auszusetzen.

Dieses Pärchen besaß auch noch ein Wohnmobil, in dem sie während der In- und Außerdienststellungsarbeiten an ihrem Segelboot lebten und mit dem sie dann via Fähre zum Italienischen Festland nach Deutschland zurückfuhren bzw. wieder nach Sardinien zurück. Die Sommerzeit verbrachten sie dann in Deutschland. So kann man es auch machen.

Von den Beiden bekamen wir noch den Tip für ein Restaurant, wo man zu normalen Konditionen essen können und dass nicht all zu weit von der Marina entfernt sein sollte.

Katrin und ich suchten dieses dann am Abend auf – ein etwa 20-minütiger Fußmarsch entlang einer Hauptverkehrsstraße war es dann doch – aber es hatte sich gelohnt. Wir landeten in einer Art Pizzeria, in der außer Pizza auch noch andere Gerichte angeboten wurden und das zu wirklich moderaten Preisen und auch noch lecker. Sogar eine WiFi-Verbindung gab es hier.

Bezeichnend war, dass dieser Laden auch von den Einheimischen stark frequentiert wurde, da es auch einen „Take Away Service“ gab. Gesättigt und zufrieden und versehen mit den neuesten Informationen aus dem Internet beendeten wir den Abend dann noch auf dem Schiff bei einigen Gläschen Rot- bzw. Weißwein.

Bevor es Tags darauf losgehen konnte, benötigten wir natürlich Proviant. Also erst einmal ein Fußmarsch zum Supermarkt in dem Einkaufszentrum. Das verzögerte unseren Start natürlich um Einiges, für einen Ankerliegeplatz im Golfo Aranci, direkt zwischen dem Capo Figaro und der Insel Figarotto reichte es noch. Natürlich lagen wir dort nicht allein. Offenbar war diese Stelle auch bei Tagesausflüglern, besonders bei Motorbootfahrern,  beliebt. Aber mit fortschreitender Zeit lichteten sich die Reihen, so dass sich nach und nach größere Abstände zu Mitankerern ergaben.

Wir verbrachten eine herrliche Zeit mit segeln, viel ankern und baden. Unser zweiter Ankerplatz, die Calla di Volpe verhalf uns dann zu Erlebnissen ganz besonderer Art. Am Ende dieser schönen Anker- und Badebucht liegt ein Hotelkomplex von dem behauptet wird, dass er der gehobeneren Klasse zu zu rechnen und dem entsprechend wählerisch mit seiner Kundschaft sei.

Unterstrichen wird diese Aussage auch noch dadurch, dass ein reger Shuttleverkehr von den weiter draußen in der Bucht vor Anker oder an den Großmooringbojen liegenden Superyachten – meistens Motorboote – dorthin stattfindet.

Und nicht nur der. Natürlich werden sowohl von diesen Megayachten als auch von Land aus alle möglichen, offenbar lustbringende, motorbetriebene Wasserspielzeuge bewegt, die aus einer lauschigen Ankerbucht einen lärmumtosten und vom Schwell gebeutelten Tummelplatz machen.

Das war nicht nur hier in der Calla di Volpe so, anderswo gab’s das auch, aber hier schoß man wirklich den Vogel ab.

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Sardinien: „Katrin“

Maddalenen-Archipel

Es folgte ein Abstecher zu den Maddalenen, genauer, erst einmal zur Hauptstadt La Maddalena, wo wir im Porto Turistico Calla Gaveta fest machten. Hier gab es in einem kathakombenartigen Gebäude wenigstens halbwegs vernünftige Sanitäreinrichtungen, für deren Nutzung man allerdings extra bezahlen musste.

Der malerische Ort schmiegt sich entlang der Hafenfront an den Berghang und nachdem Katrin und ich durch die Gassen geschlendert waren, gönnten wir uns ein Abendessen in einem Restaurant mit Außentischen in einer wirklich engen Gasse. Das Ambiente war etwas grenzwertig, aber das Essen vorzüglich, wenn auch nicht ganz billig.

OLYMPUS DIGITAL CAMERASardinien: „La Maddalena – Porto Turistico Cala Gavetta“

Es stand wieder Ankern auf dem Programm und damit auch ein wenig Verproviantierung. Dementsprechend verließen wir La Maddalena recht spät.

Dank einer moderaten Brise aus nordwestlicher Richtung erreichten wir die Secca di Morta am späten Nachmittag. Wieder einmal ankern in einer traumhaften, aber deshalb auch mit anderen Yachten gefüllten Bucht.

Ausgerechnet hier versagte einer der zwei Schalter mit denen die Ankerwinde betrieben wird. Unglücklicher Weise auch noch die Aufwärtsfunktion, die ihren Geist auf gab.

Nachdem wir reichlich Kette gesteckt hatten, machte ich mich an die Reparatur und es gelang mir auch, die „Up“-Funktion wieder her zu stellen. Dafür funktionierte dann „Abwärts“ nicht mehr. Das war weiter nicht so schlimm, da man die Kette auch mit Hilfe der Bremse des Ankerspills fieren kann, aufholen mit der Handkurbel hätte sich etwas mühsam gestaltet.

Diese werksmäßig eingebauten Schalterchen aus Italienischer Produktion sind meines Erachtens nach für ein Seeschiff nicht geeignet und ihr Geld nicht wert. Aber was soll man machen, jetzt sind sie nun ‚mal drin.

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Sardinien: „Maddalenen – Secca di Morte“

Auch hier lichteten einige Ankerlieger gegen Abend ihre Anker und es wurde ruhiger. Katrin schwamm zum Ufer hinüber und begutachtete den Strand, der nun kaum noch bevölkert war, da die Ausflugsdampfer ihre Tagesfracht wieder eingesammelt hatten.

Gemütlich starteten wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück und nach einem herrlichen Segeltag mit moderater Backstagsbrise liefen wir wieder in der Marina Olbia ein, wo dann eine neue Crew zu stieg und Katrin mich verließ.

Wir hatten uns für die Marina entschieden, weil hier zumindest ein Hauch von Infrastruktur vorhanden war, die einem das Leben auf dem Boot bis zum Crewwechsel doch etwas angenehmer machte, als wenn man an der spartanischen Stadthafenpier festmachte. Den geradezu inflationären Anstieg der Hafengebühren auf 63,- Euro pro Tag nahmen wir gezwungenermaßen billigend in Kauf.

Bevor Katrin mich verließ, gab’s allerdings noch eine Inselrundfahrt mit dem Mietwagen.

Landpartie

Von Mitte Juni bis Anfang Juli war es mir nicht gelungen, Mitsegler/Innen aus meinem Freundes-und Bekanntenkreis zu rekrutieren. So hatte ich dann notgedrungen bereits im Frühjahr bei der Internetplattform „Hand gegen Koje“ eine Anzeige aufgegeben und auch Rückmeldungen erhalten.

Helmuth war der Erste, der sich meldete und mit dem ich vereinbarte, dass er mit segeln konnte. Es folgten Karl und Hans.

Mit Helmuth hatte ich schon vor Beginn dieser Etappe einen mehr oder weniger regen E-Mailaustausch. Er übersandte mir Proviantlisten, Vorschläge für Segelrouten, Hafenpläne und Restaurants und etliches mehr.

Von ihm stammte dann auch der Vorschlag, schon einen Tag vor dem eigentlichen Crewwechseltermin mit einem Mietwagen die Insel zu erkunden.

Dieser brachte auch noch den Vorteil mit sich, dass wir bei einem doch etwas weit von der Marina ansässigen Yachtausrüster einen Ersatz für den defekten Ankerwindenschalter erstehen konnten und dass wir das Auto vor unserem Inseestechen auch noch zum Transport unseres Einkaufs nutzen konnten.

Er hatte für sich und seine Frau Anna einen Flug nach Cagliari gebucht und wollte mit Ihr ein paar Tage bis zum Beginn unseres Törns im Hotel in Olbia verbringen. Daher der Mietwagen.

Diese Tour war auch mit Katrin im Vorwege abgestimmt und so kam es dann zu unserem Autoausflug.

Also fuhren wir am Freitag mit dem Mietwagen an der Ostküste Sardiniens entlang. Es war eine sehr schöne Tour mit einigen Stops in diversen Orten (deren Namen ich mir allerdings nicht gemerkt habe), Essen auf der Terrasse eines Restaurants in malerischer Umgebung (den Namen des Ortes habe ich leider vergessen) und Erkundung einiger Orte mit ihren Häfen entlang der Küste.

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Sardinien: „Blick vom Gebirge auf die Marina di Orosei“

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Sardinien:“ Gebirgslandschaft“

Über Landstraßen und Holperpisten ging es dann auch noch ins Gebirge, wo meine drei Mitstreiter einen Gipfel erstürmten, während ich auf einen derartigen Gewaltmarsch verzichtete und mich der Ruhe auf einer Bank eines Picnickplatzes hingab.

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Sardinien: „Vor der Gipfelkreuzerstürmung“

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Sardinien: „Der Gewaltmarschverweigerer“

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Sardinien: „Das Gipfelkreuz“

5__#$!@%!#__UnbekanntSardinien: „Helmuth, der Gipfelstürmer“

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Sardinien: „Gipfelstürmerin Katrin“

Für mich war das eine sehr entspannte Tour, Helmuth fuhr und wir anderen konnten die wirklich schöne Landschaft Sardiniens genießen.

Das Abendessen fand dann im „Mama Mia“ statt, einem Restaurant in Olbia, dass uns die Receptionistin des Hotels empfohlen hatte, in dem Helmuth und Anna wohnten. Das Restaurant wurde von einer Deutschen Frau und ihrem Sardischen Mann betrieben, so dass es keine Verständigungsschwierigkeiten gab. Das Essen war richtig klasse und das Preis-Leistungsverhältnis stimmte. Sehr zu empfehlen.

Am Samstag kam dann Karl an Bord und Katrin wurde von Helmuth zum Flughafen gefahren.

Ganz nebenbei bemerkt, der über „Hand gegen Koje“ rekrutierte potenzielle Mitsegler Hans hatte sich zwischenzeitlich recht kurzfristig per E-Mail aus dem Segeltörn mit einer aus meiner Sicht fadenscheinigen Begründung ausgeklinkt. Da war ich richtig sauer, weil ich seinetwegen anderen Interessenten, die sich noch nach ihm gemeldet hatten, absagen musste. Im Nachhinein betrachtet, stellte sich das vielleicht als glückliche Fügung heraus, war doch unsere Dreieraltherrencrew durchaus in der Lage, eine schöne Tour zu segeln.
Den Samstagnachmittag verbrachte ich mit der Reparatur bzw. dem Austausch des Ankerwindenbedienknopfes, während Karl mir ein wenig zur Hand ging und sich dann mit der Marinaanlage vertraut machte. Viel helfen konnte er mir eh nicht, bei den engen Gegebenheiten auf dem Vorschiff.

Auf Vorschlag von Helmuth gingen wir abends im Fischrestaurant „Trattoria Sperrittu“ essen. Wirklich gut, aber nicht unbedingt preisgünstig, das „Mama Mia“ hat mir besser gefallen.

Bevor es dann am Sonntag in Richtung Korsika los ging, stand noch die Verproviantierung auf der Liste. Wie gut, dass der Supermarkt auch am Sonntag geöffnet hatte und wir das Auto noch hatten.

Sardinien: „Karl beim Einkaufen“

Daher wurde es recht spät am Nachmittag, bis wir endlich los kamen. Schließlich musste der Proviant ausgeladen und im Boot verstaut werden und Helmuth musste den Wagen dem Verleiher zurückbringen.

Immerhin schafften wir es bis bis in den Golfo Aranci und wir ankerten wieder zwischen dem Capo Figari und der Insel Figarotto. Das kannte ich ja schon.

Der folgende Tag brachte Segeln vom Feinsten. Beginnend mit drei Windstärken aus nordöstlicher Richtung, steigerte sich der Wind im Laufe das Tages auf vier, dann kurzzeitig auf fünf Beaufort, Genua III und erstes Reff wurden fällig und bedingt durch den langsam über Nord auf Nordwest drehenden Wind hatten wir dann eine volle Kreuz zu den Maddalenen.

Wir kreuzten zwischen den Inseln hindurch und gegen 18:00 h fiel der Anker in der Secca di Morta. Auch diese Ankerbucht kannte ich ja bereits.

Korsika

Der nächste Tag beglückte uns mit herrlichstem Segelwetter. Drei, später vier Windstärken, allerdings aus West, so dass wir eine volle Kreuz über die Straße von Bonifacio in Richtung Korsika nach Porto Vecchio hatten.

Warum wir dort einen Hafentag einlegten, kann ich gar nicht mehr sagen. Meiner Erinnerung nach hat der Ort nicht gar so viel zu bieten und besonders preiswert ist die Marina mit 46,- Euro pro Tag auch nicht gerade.

Offenbar hat hier auch niemand aus meiner Crew fotografiert, so dass ich auch keine Bilder habe.

Lavezzi-Archipel

Nach unserem Hafentag ging’s wieder Richtung Süden, aber bevor wir nach Bonifacio segelten, gönnten wir uns einen Ankertag in einer Bucht der Ile de Cavallo im Lavezzi-Archipel.

Die Lavezzi-Inseln sind der südlichste Punkt Frankreichs in Europa und bilden zusammen mit den zu Italien gehörenden La Maddalenen-Inseln die „Bouches de Bonifacio“. Das Archipel besteht aus etwa 100 Eilanden und Granitriffen zwischen Korsika und Sardinien.

Die kleine, fast unbewohnte Inselgruppe wurde 1982 zum Naturschutzgebiet erklärt und besitzt angeblich einige der schönsten Buchten und Strände des gesamten Mittelmeeres. Bizarre Granitfelsen, smaragdgrünes Meer und hellweiß bis rosa schimmernder Sand  prägen die größeren, fast unberührten Inseln Lavezzi, Piana, Ratino, Poraggia und Perduto sowie die einzige bewohnte Insel des Archipels, die Ile de Cavallo. Die restlichen Inseln des Lavezzi-Archipels sind unbewohnt und nur Lavezzi, Cavallo und Piana dürfen überhaupt betreten werden.

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Lavezzi-Archipel: „Ile de Cavallo – Cala de Zeri“

Am 14. Feburar 1855 ereignete sich bei einem schweren Unwetter in der Meerenge ein schweres Schiffsunglück, als die französische Fregatte Sémillante mit 702 Mann Besatzung auf einer Klippe vor Lavezzi zerschellte. Hier wurde zu Ehren der Schiffbrüchigen ein Soldatenfriedhof und ein Denkmal errichtet, welches auch vom Meer aus weithin sichtbar ist.

6__#$!@%!#__UnbekanntInsel Cavallo: „Cala de Zeri“

Die Île de Cavallo ist die einzige bewohnte Insel des Lavezzi-Archipels und wurde vor allem in den 1980er Jahren als exklusives Ferien-Ressort für Millionäre und Milliardäre bekannt, auf dem extra für die reichen Eigentümer ein kleiner Privatflugplatz erbaut wurde. Auf diesem dürfen heute nur noch kleine Flugzeuge und Helikopter landen.

Der Zugang zur Insel per Schiff oder Helikopter ist bis heute nur Einwohnern, Besitzern einer der wenigen Privatvillen sowie Gästen des in den 1990er Jahren errichteten Hotels gestattet. Ein Shuttleboot fährt zur Saison mehrmals täglich von dem kleinen korsischen Hafen Piantarella auf das Eiland.

Als Ankerplatz hatten wir die Cala de Zeri auserkoren, eine nach Nordosten offene, aber doch guten Schutz bietende Bucht auf der Ile de Cavallo. Anfänglich mussten wir im Golfo de Porto Vecchio gegen einen schwachen Nordostwind ankreuzen, konnten dann aber recht gemütlich unser Ziel anliegen. Wieder einmal ein herrlicher Segeltag.

Natürlich waren wir nicht alleine in der Bucht, die wir am frühen Abend erreichten, aber wir fanden nach einigem Suchen ein geeignetes Plätzchen für unseren Anker. Dies war wirklich ein herrliches Fleckchen und wir beschlossen, hier einen Tag vor Anker zu bleiben und die schöne Umgebung und die vergleichsweise Ruhe zu genießen.

Nachdem die Reihen der Ankerlieger sich am nächsten Morgen etwas gelichtet hatten, verholten wir noch einmal etwas weiter in die Bucht hinein und ich hatte das Gefühl, hier lagen wir wirklich wie in Abrahams Schoß.

Ganz ruhig und menschenleer war es hier natürlich nicht, aber gemessen an dem Trubel, den wir anderswo erlebt hatten, war es hier geradezu abgeschieden.

Am Ende der Bucht befindet sich ein Strand, der offenbar von vielen Badegästen, die entweder auf der Insel wohnten oder als Tagesausflügler mit dem Boot von Korsika herüber kamen, bevölkert wurde.

So blieb es nicht aus, dass ab und an ‚mal ein Motorboot oder auch ein größeres, mit Touristen besetztes Ausflugsboot ihre Runden in der Bucht drehten. Das hielt sich alles in erträglichen Grenzen und auch die gegen Abend neu hinzu kommenden Ankerlieger störten nicht wirklich.

Wind und Wetter spielten auch mit und so verbrachten wir einen schönen Tag mit Baden, Faulenzen und diversen anderen Dingen. Das war Urlaub.

Der nächste Tag bescherte uns wieder allerfeinstes Segelwetter. Bei drei Windstärken aus Westsüdwest kreuzten wir mit dem auf Genua III Größe eingerollten Vorsegel zwischen Korsika und den Lavezzi-Inseln in Richtung Bonifacio.

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Korsika: „Ansteuerung Bonifacio“

Bonifacio

Die imposante Stadtanlage von Bonifacio im Süden der Insel thront hoch über dem Meer auf einem steil ins Wasser abfallenden Kreidefelsen und bietet mit ihren zerklüfteten Felsformationen, den vom Meer ausgewaschenen Höhlen im Felsenriff und der spektakulären Aussicht auf die senkrechten, weißen Felswände schon einen grandiosen Anblick. Nähert man sich der Einfahrt in die tief ins Landesinnere einschneidende Bucht, so wird man von hoch auf den Felsen erbauten Wehranlagen, Wohnhäusern und einer im ca. 45 Gradwinkel in den Fels gehauenen Treppe empfangen.

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Korsika: „Bonifacio – Oberstadt“

Die Escalier du Roi d’Aragon (dt. Treppe des Königs von Aragonien) stammt aus der Zeit der spanischen Belagerung und wurde von Franziskanermönchen in den porösen Kalkfelsen gehauen. Die steilen Stufen führen zu dem Süßwasserbrunnen Puits de Saint-Barthelemy hinab, der für die Stadt vor allem zu Belagerungszeiten als Wasserquelle wichtig war. Auch als Fluchtweg zum Meer konnte die Treppe dienen, die von der Oberstadt aus leicht zu verteidigen und überwachen war.

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Korsika: „Bonifacio – Escalier du Roi d’Aragon“

Bonifacio war sicherlich einen Besuch wert. Eine tolle, sehr malerische und historisch auch eine interessante Stadt, aber touristisch völlig überlaufen. Nicht nur, dass „Otto Normalverbraucher“ die hohlen Gassen erstürmt, eine Megayacht nach der anderen gibt sich die Mooringleine oder die Ankerkette in die Hand. Da kommt Unsereiner sich geradezu klein und mickrig vor, mit seinem 36 Fuß Schiffchen.

Ganz zu schweigen von der Höhe der Liegegelder (43,- €/Tag) und den Bierpreisen (7,- €/0,4 l)! Dagegen stehen s.g. sanitäre Einrichtungen, deren Qualität in keinem Verhältnis zu den geforderten Hafengebühren steht.

Ich will das hier alles nicht vertiefen, aber ein in einem Blechcontainer untergebrachtes Behindertenklo/Dusche, dass ohnehin den Namen nur bedingt verdient und von dem man erst die Taucheranzüge und diverse andere Utensilien von irgendwelchen ortsansässigen Tauchern wegräumen muß, um es dann zweckentsprechend benutzen zu können, spricht für sich. Ein „Megayachty“ benutzt ja auch kein öffentliches Klo!

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Korsika: „Klassische Segelyacht im Hafen von Bonifacio“

Der Hafen wird, wie kann es anders sein, von jeder Menge Schiffen frequentiert, nicht nur von den Megayachten. Das Gros der Besucherboote besteht wohl hauptsächlich aus Charteryachten, in der Hauptsaison vornehmlich aus Italien.

Mit denen durfte ich dann auch Bekanntschaft machen. Ich saß unter Deck am Navitisch – Helmuth und Karl waren in der Stadt unterwegs -, als es am Heck der „Yssabeau“ krachte. Ich stürzte den Niedergang hinauf und sah eine unter italienischer Flagge fahrende Yacht dicht am Heck meines Schiffes langsam vorbeifahren, besetzt mit einer gemischten Crew aus älteren Herrschaften, von denen aber keiner irgendwelche Anstalten machte, den Rudergänger bei seinem Manöver zu unterstützen.

Die wollten wohl an dem hinter unserem Liegeplatz liegenden Steg festmachen, hatten aber offenbar die Kurve nicht gekriegt und dadurch die „Yssabeau“ angeditscht.

Die fuhren einfach davon, um einen neuen Anlauf zum Einparken zu nehmen, kein Wort des Bedauerns, keine Entschuldigung, nichts.

Ich war gerade wieder unter Deck, als es ein zweites Mal krachte. Wieder spurtete ich den Niedergang hoch, wieder hatte das selbe Schiff uns angestoßen und fuhr knapp an „Yssabeaus“ Heck vorbei. Mir platzte der Kragen und ich fragte auf Englisch, was das denn sollte. Keine Reaktion. Man fuhr einfach weiter und ich erntete von der achtern im Heckkorb sitzenden Matrone nur ein im wahrsten Sinne des Wortes blödes Grinsen. Da blieben mir dann die Worte im Halse stecken. Ein derartig unverfrorenes Verhalten war mir selten untergekommen.

Es war weiter nichts passiert, es gab keine Macke am Schiff; aber das Geräusch beim Zusammenstoß der beiden Boote hörte sich schlimmer an, als es war.

Ich blieb jetzt erst einmal an Deck und beobachtete mehrere weitere Anlegeversuche dieser Chaotentruppe an dem hinter uns liegenden Steg. nach einigem Hin und Her und Dank der Hilfe eines dann eingetroffenen Marineros gelang dann schließlich das Einparkmanöver.

Dass solche Leute sich überhaupt trauen mit einem Segelboot durch die Gegend zu fahren, ist mir unbegreiflich. Ganz zu schweigen von der Ermangelung jeglicher Umgangsformen.

Was sich bereits bei anderen Gelegenheiten abgezeichnet hatte, wurde hier in Bonifacio offensichtlich: Die Inhomogenität meiner Crew. Die Interessenlage von Helmuth, Karl und mir war doch sehr unterschiedlich, was dazu führte, dass jeder seine eigenen Wege ging, um die Stadt zu erkunden.

Mein Bedürfnis, die steilen Treppen oder auch die etwas weniger steil nach oben führende Straße zu erklimmen, hielt sich in Grenzen. Ich investierte 5,- Euro und ließ mich mit einer Touri-Bahn in die Oberstadt kutschieren. So kam ich auch noch in den Genuß der Erklärungen einer Stadtführerin zu den Sehenswürdigkeiten, da ich offenbar zufällig mitten in eine organisierten Reisegruppe geraten war.

Es lohnte sich, kreuz und quer durch die engen Gassen zu gehen, durch die sich dann auch noch der Autoverkehr quälte. Aufgrund der schlechten Ausdehnungsmöglichkeiten auf dem Kalkplateau wurden die Häuser in die Höhe gebaut. Für breite Boulevards blieb kein Platz. 

Hin und wieder konnte ich einen Blick durch offen stehende Türen auf die teils unglaublichengen und steilen Treppenaufgänge in den Häusern werfen, von denen sich viele heute leider in einem schlechten baulichen Zustand befinden.

37__#$!@%!#__UnbekanntKorsika: „Bonifacio – Saint-Marie-Majeure“

Zwei Kirchen stehen in der Oberstadt. Die im 13. Jahrhundert erbaute, aber mehrfach umgebaute Saint-Marie-Majeure und die Saint-Jean-Baptiste.

Bei der Kirche Saint Marie-Majeure befand sich auch eine Wasserzisterne. Diese sicherte in Belagerungszeiten für lange Zeit die Trinkwasserversorgung. Das Regenwasser wurde auf den Dächern gesammelt und mittels Strebebögen zwischen den Häusern in die zentrale Zisterne geleitet.

Am Ende der Altstadt im Westen beginnt die eigentliche Zitadelle, die den Großteil der Oberstadt einnimmt. Sie war bis 1983 Stützpunkt der Fremdenlegion, der man dann auch ein Denkmal gewidmet hat.

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Korsika: „Bonifacio – Denkmal der Fremdenlegion“

Von der Oberstadt aus hat man einen phantastischen Blick über die fjordähnliche Bucht und den Hafen.

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Korsika: „Bonifacio – Hafen“

Auf der Nordseite der Bucht von Bonifacio schneidet eine kleinere Bucht, an deren Ende sich ein kleiner Sandstrand befindet, ins Land. Die Calanque de la Catena ist ein beliebter Ankerplatz für Yachten, offenbar weil man hier deutlich preiswerter liegt, als im Hafen in der Stadt, was sich dann anscheinend auch einige Langzeitlieger zu Nutze gemacht haben. Die Boote liegen hier vor eigenem Anker und mit Heckleinen zum Land.

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Korsika: „Bonifacio – Calanque de la Catena“

So, wie es aussah, lagen hier wohl einige Schiffe doch schon etwas länger, was angesichts des Pflegezustands zu vermuten war. Ein doch etwas trostloser Anblick.

13__#$!@%!#__UnbekanntKorsika: „Bonifacio – Calanque de la Catena“

Entlang des Hafens im unteren Teil der Stadt, reiht sich Restaurant an Restaurant. Dem Fremdenverkehr ist es wohl gezollt, dass sich hier die Preise nicht in unermessliche Höhen bewegen (oder hatte ich mich bereits an das gehobene Preisniveau gewöhnt?); gemessen an anderen Gegenden dieser Welt war es natürlich immer noch teuer.

Trotzdem konnten wir Drei uns durchringen, zum Abschluss unseres Aufenthaltes auf Korsika gemeinsam in einem der Hafenrestaurants zu Abend zu essen, bevor es dann am nächsten Tag wieder zurück nach Sardinien ging.

Beim Auslaufen aus der Bucht von Bonifacio wurden wir noch von einem wahren „Schmuckstück“ der Schiffbaukunst verabschiedet, welches neben der Einfahrt vor der Küste ankerte.

Die Club Med 2 der Reederei Windstar Cruises ist mit 182 Metern Länge das größte Motorsegelschiff der Welt und gehört dem französischen Touristikunternehmen Club Méditerranée. Dieses Teil ist nun wirklich zu groß, um in den Hafen einlaufen zu können und so werden die Gäste über eine ausfahrbare Klappe am Heck des Schiffes auf Motorboote verladen und an Land gebracht.
Auch eine Art zur See zu fahren. Für unsereinen eher weniger erstrebenswert ….. oder vielleicht in zwanzig Jahren.

14__#$!@%!#__Unbekannt
Korsika: „Motorsegelschiff Club Med 2“

….. und wieder Sardinien

Ganz ohne die vielerorts beschriebenen Schrecken von Starkwind und hohem Seegang, trieb uns eine sanfte Brise aus Ost über die Straße von Bonifacio in Richtung Sardinen. Am Nachmittag erreichten wir den Hafen von Santa Teresa di Gallura, ein kleines ehemaliges Fischerdorf, das am nördlichsten Ende von Sardinen an einer tief ins Land eingeschnittenen Bucht liegt.

Der hoch auf einem Berg liegende Ort wurde 1808 durch den König Vittorio Emanuele I. gegründet, der ihn nach seiner Gemahlin Maria Teresa benannt hat.

Das Hafenbecken, und damit auch die Marina, erstreckt sich rund um das Ende der Bucht, was zwangsläufig zu langen Wegen führt, will man die Infrastruktur des Hafens und des Städtchens in Anspruch nehmen.

Der Marinero hatte uns einen Liegeplatz am ersten – einlaufend gesehen – Steg zugewiesen. Damit lagen wir ein gutes Stück von den Sanitäreinrichtungen und dem Hafenbüro entfernt. Entschädigt wurden wir für den Fußmarsch durch ein überaus freundliches Hafenpersonal – die beiden jungen Frauen im Hafenbüro sprachen nicht nur gut englisch sondern waren ausgesprochen nett und hilfsbereit – und durch großzügige und saubere Sanitäreinrichtungen. Und das zum Preis von 20,- Euro pro Tag. Da konnte man nicht meckern.

Leider habe ich von diesem doch sehr netten Hafen keine Fotos.

Das Wetter war uns abermals sehr wohl gesonnen, als es am nächsten Tag um das Capo Testa herum nach La Maddalena ging. Wir segelten entspannt immer dem Küstenverlauf folgend dort hin und lagen für eine Nacht wieder im Porto Turistico Cala Gavetta. Da gibt’s nichts mehr weiter zu berichten.

Warum wir am nächsten Tag in der Cala de Volpe ankerten, weiß ich auch nicht mehr so genau. Ich hatte da ja schon so meine Erlebnisse, als ich mit Katrin dort ankerte. Klar, es ist ein wunderschöner und sicherer Ankerplatz, aber das Drumherum ist nicht besser geworden (s.o.).

Jedenfalls bot dieser Ankerplatz einen guten Absprung, um wieder zurück nach Olbia zu kommen, wo Helmuth dann aussteigen und Deborah neu hinzu kommen würde. Karl blieb noch für weitere zehn Tage an Bord.

Auf dem Weg nach Olbia gab es richtig guten Wind, allerdings aus Ost, so dass wir mit dem auf Genua III Größe eingerollten Vorsegel den einen oder anderen Kreuzschlag bewältigen mussten.

Nach einem herrlichen Segeltag fanden wir sogar an der Stadthafenpier ein Plätzchen und machten dort fest. Das Liegegeld für die Marina wollten wir uns sparen und außerdem hatte ich mit Deborah vereinbart, dass sie hier an Bord gehen sollte.

Ursprünglich war geplant, dass wir Drei abends zu einer Art Abschiedsessen ins Restaurant „Lanterna“ gehen wollten. Immerhin hatte Helmuth das entdeckt und empfohlen und Anmagret und ich hatten es ja auch schon ausprobiert. Aber es kam anders.

Helmuth hatte sich entschlossen, seine letzte Nacht auf Sardinien nicht mehr auf dem Boot sondern in einem Hotel zu verbringen. Er wollte dann, nachdem er sich dort einquartiert hatte, wieder zum Schiff zurück kommen und wir wollten dann gemeinsam zum Restaurant gehen.

Karl machte sich auch von Bord, um in der Stadt herum zu laufen. So saß ich dann alleine auf dem Schiff und wartete darauf, dass die beiden erscheinen würden.

Nachdem die Uhr sich so langsam gegen neun bewegte, wurde mir das zu bunt. Ich hatte Hunger und so machte ich mir ein paar übrig gebliebene Reste von Nudeln mit Tomatensauce warm.

Kaum hatte ich angefangen zu essen, erschien dann auch Helmuth mit der Botschaft, dass er unterwegs Karl getroffen habe und dieser sich entschlossen hatte, nicht mit uns ins „Lanterna“ zu gehen. Dem war das wohl zu teuer.

Die Sache mit dem gemeinsamen Abendessen hatte sich damit dann auch erledigt und nachdem wir uns verabschiedet hatten, zog Helmuth los, um sein Hotel aufzusuchen.

Dieses Ende unserer Dreier-Herrencrew war wohl symptomatisch. Da waren offenbar drei völlig verschiedene Charaktere aufeinandergeprallt, mit unterschiedlichen Lebensphilosophien, Einstellungen und Verhaltensweisen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Seglerisch war nichts an den beiden auszusetzen. Die Bedienung des Bootes und der Ausrüstung klappte in der Regel einwandfrei, bis auf den Petroleumkocher, da hatten beide so ihre Schwierigkeiten, was mich auch nicht verwunderte, ist das doch bei allen meiner Mitsegler und Mitseglerinnen so.

Während Helmuth akribisch jeden Morgen diverse Wetterberichte auf seinem Laptop studierte und aus diversen Segelführern und Handbüchern unsere Routen vorher plante, war Karl in dieser Hinsicht eher zurückhaltend. Ihm ging es in erster Linie darum, möglichst häufig zu ankern, um die teuren Liegegelder in den Marinas zu sparen.

Helmuth, der genau wie ich, gutem Essen zugetan war und auch gerne einmal ein Restaurant aufsuchte, der zwar keinen Alkohol trank, dies aber mit dem Genuß von Cola oder diversen Fruchtsäften kompensierte und dagegen Karl, der eher einer asketischen Lebensweise frönte, die meiner Empfindung nach schon an Geiz grenzte (Helmuth hat das wohl auch so empfunden), und dazwischen ich, mit meinem Hang zu einem erhöhten Rotweinkonsum und zu fleischhaltiger Kost, was vor allem Karl und später dann auch Deborah missfiel.

Yssabeau Olbia
Sardinien: „Olbia – Yssabeau an der Stadthafenpier“

Richtung Balearen

 

21.09.2015: Nun endlich habe und nehme ich mir die Zeit, meine Reiseberichte zu vervollständigen. Das kann naturgemäß nur aus dem Gedächtnis heraus erfolgen, da zwischenzeitlich sehr viel Zeit vergangen ist, in der ich nichts geschrieben habe.

Seit einer Woche liege ich nun in Nidri auf der Insel Lefkas am Steg von Skorpios Yachtcharter und warte auf meine neue Crew, die am kommenden Samstag hier eintreffen wird.

Wie ich schon auf der Startseite meiner Homepage schrieb, ist mir eine komplette Crew ausgefallen und alleine segeln mochte ich nicht.

Deshalb diese Pause, die mir aber auch ganz gut tut und die ich recht erholsam finde.

Mit der Fortsetzung meiner Reiseberichte möchte ich anknüpfen an Sardinien, wo dann, nachdem Helmuth, Karl und Deborah ausgestiegen waren, Sybille, Ina, und Chris zu stiegen.

In Cagliari sollte dann ein paar Tage später Katrin dazu steigen, so dass wir dann zu Viert die sardische Ostküste Richtung Süden entlang gesegelt sind.

Das Ziel, in vier Tagen von Olbia nach Cagliari zu segeln erwies sich dann als doch recht ambitioniert, zumal es an diesem Teil der Küste kaum Häfen oder brauchbare Ankerbuchten gibt.

Bei eher schwachen Winden versuchten wir also Süd zu machen, wobei wir das erste Mal ein italienisches Erlebnis der besonderen Art hatten.

Den Ort Marina di Calla Gonone erreichten wir ziemlich spät kurz vor Einbruch der Dunkelheit und auf unseren Anruf über UKW erfolgte keine Reaktion. Der Hafen war natürlich rappelvoll, allerdings weniger mit Yachten, als mit Ausflugs- und Fischerbooten. Der einzige freie Platz in den wir uns hinein quetschen konnten, war direkt an der Mole vor der Tankstelle.

Kaum waren wir fest, erschien ein Mensch, der sich als Gehilfe des Hafenkapitäns ausgab und der uns klar zu machen versuchte, dass wir dort nicht bleiben durften.

Was für ein Segen, dass Sybille italienisch spricht. Offenbar hatte der Hafenkapitän unseren UKW-Anruf sehr wohl mit bekommen, aber nicht reagiert. Aus irgendeinem Grund wollte der uns dort nicht haben – wahrscheinlich hatte er Angst, dass wir seine Tankstelle ausplündern oder diese in die Luft jagen würden – und so muß er wohl seinem Gehilfen aufgetragen haben, uns wieder auf’s Meer hinaus zu jagen.

Unter Einsatz ihres gesamten Charmes gelang es Sybille den Hafenamtsbediensteten zu überreden, uns einen Platz um die Ecke herum bei den Touriausflugsbooten zu überlassen. Da mussten wir dann allerdings am nächsten Morgen um halb sechs verschwinden, offenbar sollte der Chef das wohl nicht mit bekommen. Besser, als eine Nachtfahrt allemal.

Der Typ hat uns dann auch tatsächlich um Sechs Uhr aus der Koje gehauen, was uns zu einem Frühstück auf See bei Sonnenaufgang verhalf.

Motoren mussten wir ohnehin, null Wind und so blieb es auch den ganzen Tag über.

Wir mussten Süd machen und so motorten wir die ganze Zeit, an segeln war in Ermangelung von Wind sowieso nicht zu denken.

Wir hatten gerade Arbatax passiert, als Sybille entdeckte, dass wir Wasser im Schiff hatten, das schwappte schon über die Bodenbretter.

Das Wasser war warm! Also konnte das Leck nur an irgendeiner Stelle bestehen, nachdem das Kühlwasser durch den Kühlkreislauf des Motors geflossen war, zumal die Maschine ja anstandslos lief.

Natürlich war das unter meiner Koje. Also erst einmal Motor aus, Segel hoch und mit Schlaffiwind in Richtung Arbatax.

Nachdem wir die Bilge leergepumpt und geschöpft hatten, hatte ich das Leck schnell gefunden. Die Schweißnaht am Auspufftopf war gerissen und so ergoss sich Kühlwasser in einem feinen, aber stetigen Strahl ins Schiff.

Bis vor die Hafeneinfahrt segelten wir, bis zum Liegeplatz musste der Motor noch einmal ran, die Anmeldung erfolgte über UKW und ein freundlicher Marinero erwies sich als wahrer Segen, mussten wir doch nicht erst lange nach einem Liegeplatz suchen. Klar, war wieder ordentlich Wasser im Schiff, aber nun wußte man, wo es her kam.

Natürlich passiert so etwas an einem Wochenende, wann auch sonst. Obwohl es Samstag war, gelang es Sybille einen Motormechaniker auf zu treiben. Der baute das Ding dann aus und versprach, es am Montag wieder ein zu bauen.

Das verhalf uns zu zwei Hafentagen.

21.09.2015: Die erste Woche des Alleinseins hier in Nidri ist überstanden. Die Zeit verging rasch mit diversen kleineren Arbeiten am Boot, zuschauen, wie die Chartercrews an- und ablegen, oder auch einfach in einer Bar im Schatten sitzen und Eiskaffee trinken.

Bisher war es immer noch richtig zum schwitzen warm. Seit gestern Nacht hat sich das geändert. Es gab ein wahnsinniges Gewitter mit starken Windböen und es regnete wie aus Kübeln gegossen. Da war ich wirklich heilfroh, dass ich mit meinem Boot hier fest vertäut am Steg liege.

……. und nun regnet es schon wieder seit dem frühen Nachmittag und die Lufttemperatur ist deutlich gesunken, so 21/22 Grad. Das kann man immer noch ertragen.

Also auch Zeit und Muße einen weiteren Reisebericht zu schreiben.

!8.09..2015: Nun mußte ich mich in mein Schicksal fügen. Es hat sich keine Ersatzcrew für den u.g. Zeitraum gefunden.

Deshalb habe ich mich bei der Firma Skorpios Yachtcharter an deren Steg in Nidri auf der Insel Lefkas für 14 Tage eingebucht und mache einfach ‚mal nichts. Auch ganz schön! Preis für den Liegeplatz und Infrastruktur sind für griechische Verhältnisse o.k. und der Ort bietet alle Versorgungsmöglichkeiten, die man als Segler so braucht. Und wenn ich will, kann ich neben einem Drink in „Yannis Pool Bar“ auch noch den Swimming Pool genießen.

Der Stützpunktleiter und  die Mitarbeier/Innen sprechen Deutsch oder Englisch und sind wirklich in allen Angelegenheiten sehr behilflich. Das hat geradezu einen familiären Charakter!

Übrigens: Das ionische Meer mit seiner Inselwelt, den schönen Ankerbuchten und immer noch sehenswerten Orten und vor allem moderaten Wetterbedingungen, ist wirklich ein schönes Segelrevier. Leider haben das schon hunderte von Charterseglern auch  erkannt. Das ist  fast so – oder schlimmer – wie in der dänischen Südsee: Ab 15:00 h streitet man sich um die Liegeplätze an der Hafenpier oder in den Ankerbuchten.

Und noch etwas: Die wirtschaftliche und politische Situation hier in Griechenland empfinde ich eher als entspannt. Keinerlei Ressentiments gegen Deutsche, Geld gibt’s aus dem Automaten und alle Leute hier sind mehr als zuvorkommend. Service wird hier groß geschrieben!

Der Einkauf  im Supermarkt – und wenn es sich nur um 60 Euro handelt – wird einem bis AUF’S Boot getragen.

Am 26.09. kommen Andreas und Bettina und dann geht’s weiter.

Ich hoffe, ich schaffe demnächst auch mehr Infos unter „Reiseberichte“.

Mir sind Mitsegler abhanden gekommen! Es wird Ersatz gesucht für den Zeitraum 12.09. bis 24.09.

19.08.2015: Wie das Leben so spielt, ich komme ‚mal wieder nicht dazu, die Homepage zu pflegen.

Kurz und krumm, es ist geschafft. Ich bin in Griechenland! Das Ziel der Träume ist erreicht!

Der Crewwechsel in Crotone hat fast reibungslos geklappt. Meine beiden Mädels sind nach Hause geflogen und Ruth und Lothar kamen an Bord.

In einer flautigen Nachtfahrt mit einigen Motorstunden ging es nach Corfu, dann ankern in einer wirklich idyllischen Bucht auf dem griechischen Festland (nur ein Mitankerer) und dann nach Mourtos (Syvotas), wo wir vor ca. 25 – 30 Jahren schon einmal mit einer Charteryacht gelegen haben. Wie hat der Ort sich verändert!!! Das ist nicht mehr mein Griechenland!

Tourirummel ohne Ende, eine neue Marina ohne sanitäre Einrichtungen, aber immerhin mit zwei Dixi-Klos, dafür umsonst. Alles völlig überlaufen, abenteuerliches liegen vor Buganker mit Heckleinen zur Pier und zwischen allem, was überhaupt auf dem Wasser schwimmt.

Die Kneipen an Land nur auf Touristennepp ausgerichtet, Preise für griechische Verhältnisse völlig überteuert (ein Bier 3,50 €), ganz zu schweigen von der s.g. griechischen Küche, die auch nicht mehr das ist, was sie ‚mal war.

Seit gestern befinden wir uns in Preveza in der Cleopatra Marina. Nicht ganz billig, aber immerhin sind die sanitären Einrichtungen wirklich gut und eine Dusche war längst fällig.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand werde ich mich wohl die nächsten Wochen zwischen den Inseln Levkas und Zakynthos bewegen, also das ionische Meer abklappern, bis dann die nächste Crew kommt.

Mehr unter Reiseberichte.

06.08.2015: Endlich komme ich ‚mal wieder dazu, ‚was zu schreiben. Wir haben Sardinien und Sizilien hinter uns gelassen, die Straße von Messina überquert und sind in Crotone (Calabrien) angekommen. Hier findet der nächste Crewwechsel statt.

06.08.2015: Lange habe ich nichts mehr geschrieben. Es gab kaum Muße, Zeit und Lust und vor allem auch häufig keine brauchbare Internetverbindung. In Italien ist eben alles anders.

Nun sind wir bereits in Calabrien, genauer, in Crotone, und endlich komme ich dazu, ein paar Zeilen für die Homepage zu schreiben. Ursprünglich wollten wir noch weiter bis Tarent oder Santa Maria de Leuca, um dort einen Crewwechsel vor zu nehmen, aber der Wind hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, wir sind eingeweht und haben keine Lust gehabt, gegen 5 oder 6 Windstärken aus Nordost anzukämpfen.

So kann ich noch ein paar Anmerkungen zu den vergangenen Wochen los werden, auch wenn diese nicht alles beinhalten, was ich so erlebt habe. Das hole ich später nach, wenn ich mehr Zeit und Muße habe.

Also, nochmals Sardinien.

Eigentlich hätte die Segelei an der Sardischen Ostküste recht schön sein können, ja wenn …. Über einige Erlebnisse und Erscheinungen habe ich ja schon berichtet.

Um es noch einmal deutlich zu machen: Die sardische Ostküste ist wirklich schön, ein traumhaftes Segelrevier mit vielen schönen Anker- und Badebuchten und vor allem auch wirklich freundlichen und hilfsbereiten Menschen, wozu selbstverständlich auch das Marinapersonal zählt. Selbiges kann natürlich nichts dafür, dass ihre Brötchengeber horrende Liegegelder verlangen und dafür in den meisten Fällen kaum das Nötigste an Infrastruktur bereitstellen.

Segelhandbuch- und Reiseberichtschreiber, sowie die einschlägigen Wassersportgazetten schreiben in Ihren Traktaten über alle möglichen Schönheiten, Annehmlichkeiten und Attraktionen der jeweiligen Region ihres Berichtshorizontes; über Abzocke bei den Liegegeldern, über Skurilitäten, die sich in einer mitunter schwachsinnig erscheinenden Gesetzgebung darstellen oder über das asoziale Verhalten der „Wassersport“??? treibenden Motorwasserfahrzeugbediener verlieren die nur eher selten ein Wort.

Da werden s.g. Meeresschutzgebiete eingerichtet, die gar nicht oder nur eingeschränkt befahren werden dürfen. Direkt an deren Grenze erstreckt sich dann der Kilometer lange Badestrand mit einer Discobeschallung die man noch drei Meilen jenseits der Schutzgebietsgrenze genießen darf oder die wahrhaftig nicht untermotorisierten Motorboote donnern mit „full speed“ haarscharf an der Schutzgebietsgrenze entlang und verursachen einen Schwell, der an der Küste einen fast tsunamiartigen Wasserberg auflaufen läßt.

Das ist nicht nur Sardinien, das ist Italien!

Für einige Wochen hatte ich Mitsegler bzw. eine Mitseglerin, die ich mittels einer Anzeige bei dem Forum „Hand gegen Koje“ rekrutiert hatte. Mit denen bin ich dann von Olbia aus die Costa Smeralda rauf und runter gesegelt, auch einmal herüber nach Bonifacio auf Korsika. Das Wetter war uns ausgesprochen wohl gesonnen, wir hatten schöne Segeltage und nette Ankerbuchten, aber im Großen und Ganzen gab es doch etliche Unterschiede in der Auffassung, was die Gestaltung eines Segeltörns angeht und nicht nur darüber. Das will ich aber an dieser Stelle auch nicht vertiefen.

Demnächst geht’s weiter!

03.07.2015: Nun ist hier endgültig der Wahnsinn ausgebrochen!
Nachdem wir von Porto Vecchio aus zurück nach Bonifacio gesegelt sind und dort einen Kulturtag verbracht haben, sind wir heute wieder in Olbia. Crewwechsel.
Die Marina will 95.- € Liegegeld pro Tag! Das ist bei dem, was die so bieten, eine Unverschämtheit. Wir liegen im Stadthafen, umsonst, aber ohne Alles: Kein Strom, kein Wasser, kein Klo kein gar nichts. Auch sehr grenzwertig, zumal bei den Temperaturen.
Bonifacio war sicherlich einen Besuch wert. Tolle, sehr malerische und historisch auch eine interessante Stadt, aber touristisch völlig überlaufen. Nicht nur, dass „Otto Normalverbraucher“ die hohlen Gassen erstürmt, eine Megayacht nach der anderen gibt sich die Ankerkette in die Hand. Da kommt Unsereiner sich geradezu klein und mickrig vor, mit seinem 36 Fuß Schiffchen.
Ganz zu schweigen von der Höhe der Liegegelder (43,- €/Tag) und den Bierpreisen (7,- €/0,4 l)! Dagegen stehen s.g. sanitäre Einrichtungen, deren Qualität in keinem Verhältnis zu den geforderten Hafengebühren steht.
Ich will das hier alles nicht vertiefen, aber ein Behindertenklo/Dusche, dass ohnehin den Namen nur bedingt verdient und von dem man erst die Taucheranzüge und diverse andere Utensilien von irgendwelchen ortsansässigen Tauchern wegräumen muß, um es dann zweckentsprechend benutzen zu können, spricht für sich. Ein „Megayachty“ benutzt ja auch kein öffentliches Klo!
Wir sind dann wieder zurück nach Sardinien. Hier auch nur ein „Highlight“! Mittlerweile ziehen wir es vor, in Buchten zu ankern, als die teuren Häfen an zu laufen.
Es gibt wirklich traumhaft schöne Flecken hier, wenn …….. ja wenn.
Offenbar geht heutzutage nichts mehr ohne Krach. Ein Motorboot, mit einer Motorisierung von unter 100 PS, gilt wohl hier zu Lande als vollkommen untermotorisiert. Kaum liegt man vor Anker wird man von allen Seiten von diesen „Zierstücken“ der Bootsbaukunst umzingelt und darf in dem von denen erzeugten Schwell seinen Ankerdrink nebst Flasche und Gläsern mittels schnellem Zugriff vor dem Absturz retten.
Ergänzt wird das ganze Szenario noch durch mit Touristen voll besetzte Ausflugsdampfer, die hemmungslos durch das Feld der Ankerlieger kurven und ihren Gästen über weithin dröhnende Lautsprecher die Schönheit der jeweiligen Bucht nahe bringen.
Dankbar ist man natürlich als Ruhe suchender Ankerlieger, der den Sonnenuntergang vor malerischer Bergkulisse genießen möchte, auch für die einen umkreisenden Jet-Skies, Wasserskiläufer und, das ist wohl das skurielste, was ich bis dato gesehen habe, irgend ein Gerät, mit dem man mittels eines Schlauches durch den mit einem 300 PS-Motor eine Wassersäule erzeugt wird, auf der dann der „Wassersportler“ je nach seinen balancetechnischen Fähigkeiten bis zu 12 Meter in die Luft auf steigt, um dann irgendwann ins Wasser zu plumpsen.
Gekrönt wird dieses Szenario dann noch durch die unter Vollbeschallung mit Discomusik vorbei rauschenden Motorboote, auf denen sich mit ihren kaum bikinibedeckten  Ärschen wackelnde Partygirls und sonnengebräunte und -bebrillte Adonisse tummeln, wobei offenbar die zwei 380 PS starken Außenbordmotoren die mangelnde Libido ersetzen oder zumindest deren Geräusch.
Nach Sonnenuntergang freut man sich dann schon auf den nächsten Morgen, wo man das gleiche Szenario dann beim Frühstück genießen kann.
Viva Sardegna!
Fazit: Sardinien könnte eigentlich traumhaft sein ……. ich hab‘ die Schnauze voll!

24.06.2015: Gestern sind wir von Sardinien aus nach Porto Vecchio auf Korsika gesegelt und haben hier einen Hafentag eingelegt. Schönes Segeln bei 4, manchmal 5 Windstärken über die Straße von Bonifacio.
Morgen geht’s wieder zurück in Richtung Bonifacio und dann, ……. schau’n wir ‚mal.

20.06.2015: Immer noch in Olbia. Am Freitag fuhren wir mit dem Mietwagen, den Helmuth mit seiner Frau Anna gebucht hatte, an der Ostküste Sardiniens entlang. Sehr schöne Tour.
Abends essen im „Mama Mia“, einem Restaurant in Olbia, dass uns die Receptionistin des Hotels empfohlen hatte, in dem Helmuth und Anna wohnen. Das war richtig klasse und das Preis-Leistungsverhältnis stimmte. Sehr zu empfehlen.

Heute morgen kam dann Karl an Bord und Katrin wurde von Helmuth zum Flughafen gefahren. Tagsüber Reparatur bzw. Austausch des Ankerwindenbedienknopfes „Down“, abends essen im Fischrestaurant „Trattoria Sperrittu“. Wirklich gut, aber nicht unbedingt preisgünstig, das „Mama Mia“ hat mir besser gefallen.
Morgen geht’s los in Richtung Korsika.

18.06.2915: In Olbia sind Peter, Anmagret und Jasmin plangemäß ausgestiegen und Katrin kam statt dessen. Wir verbrachten eine herrliche Zeit mit segeln, viel ankern und baden. Ein Abstecher zu den Maddalenen, ankern in einer traumhaften, deshalb auch mit anderen Yachten gefüllten Bucht und nach einem herrlichen Segeltag mit moderater Backstagsbrise wieder in Olbia, wo am Samstag eine neue Crew zu steigen wird und Katrin mich verläßt. Dann geht’s noch ‚mal die sardische Küste ‚rauf und ‚runter.
Morgen gibt’s noch eine Inselrundfahrt mit dem Mietwagen.

06.06.2015: Es ist geschafft! Wir sind auf Sardinien. Es war eine eher ruhige Überfahrt. Mäßige Winde aus östlichen Richtungen, streßfreies Segeln mit zeitweiligem Flautenmotoren und vor allem Sonne ohne Ende.

Wir haben neben häufigen Delphinschulen auch Wale gesichtet. Nicht nur einen, sondern so zwei, drei vier in verschiedenen Gruppen zu unterschiedlichen Zeiten. Tolles Erlebnis. Um welche Art Wale es sich handelte, weiß ich nicht. Jedenfalls waren sie ziemlich groß.

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Nun werden wir uns so langsam die sardische Küste entlang Richtung Olbia bewegen – ein Ankerbuchtentag dürfte noch drin sein – und dann wird meine gesamte Crew mich verlassen.

02.06.2015: Von Palma gings’s über La Rapita, Cala d’Or, nach Cala Ratjada und dann von dort aus ‚rüber nach Menorca. Ciutadella, unsere erste Stadt auf Menorca , ist wirklich sehenswert, ganz anders als Palma. Eine Nacht vor Anker in der wunderschönen Cala Turqueta und heute Ankunft in Mahon. Von hier werden wir den Absprung in Richtung Straße von Bonifacio wagen. Unsere beiden Frauen sind dann auch bis Olbia dabei.
Bisher gab’s Segeln vom Feinsten, Sonne, mäßiger Wind aus fast immer der richtigen Richtung und gute Stimmung an Bord. Hoffentlich bleibt’s so.

25.05.2015: Beim Auslaufen aus Andraitx hatten wir Pech. Beim Setzen des Großsegels brach der Beschlag mit den Haken, an denen das Segel befestigt ist. Also zurück in den Hafen und einen Schweißer aufgetrieben. Das brachte uns einen Tag Verspätung auf dem Weg nach Palma.

Jetzt liegen wir seit zwei Tagen im Real Club Nautico Palma und haben schon einiges von dieser schönen Stadt erkundet. Gut essen gewesen, viel Altstadt erwandert, mit dem Zug nach Soller gefahren und mit dem Bus wieder nach Palma zurück, etc.
Michael und Sabine sind nach Hause geflogen, Anmagret ist heute gekommen. Jetzt warten wir nur noch auf Jasmin und dann geht’s weiter
21.05.2015: Nun sind wir auf Mallorca. Nach zweimal ankern auf Ibiza und einer Nacht in Santa Eulalia sind wir nun in Andraitx. Morgen geht’s weiter nach Palma.

12.05.2015: Das Boot ist im Wasser, so weit scheint alles klar zu sein, Michael, Sabine und Peter sind an Bord und wir sind gestern in Alicante angekommen. Weiter geht’s in Richtung Balearen.

 

Reise ins Südland 1. Teil: 29.05.2014 bis 26.10.2014

Von Kiel nach Torrevieja (Alicante), Spanien.

Ausrüstung des Bootes

Schon lange, um es genau zu sagen bereits seit mehreren Jahren trug ich mich mit dem Gedanken, mich mit meinem Segelboot in wärmere Gefilde – sprich: ins Mittelmeer – zu verabschieden, zumal ein Ende meines Berufslebens absehbar war.

Reise ins Südland 1. Teil: 29.05.2014 bis 26.10.2014 weiterlesen

Helgoland – Gosport

Vorbemerkung

02.08.

Von nun an werde ich nicht mehr über jeden einzelnen Tag berichten. Dieser Text entsteht erst in Portugal, kurz vor Lissabon, und vieles entstammt nur aus der langfristigen Erinnerung und dem Logbuch. Aber ich finde es wichtig, nicht nur wesentliche Ereignisse und Erlebnisse festzuhalten und auf meiner Internetseite zu veröffentlichen, sondern auch meine ganz persönlichen Eindrücke und Empfindungen, auch wenn ich mit dem Schreiben kaum nach komme. Man erlebt einfach zu viel und es gibt auch immer etwas anderes zu tun, als ausgerechnet die Homepage zu pflegen.

Helgoland – Gosport weiterlesen

Peters Reiseberichte

An dieser Stelle erscheinen die Reiseberichte meines Mitseglers Peter Haslbeck, die er mit seinem Smartphone an seine Freunde und Bekannten versendet hat.

Die Beiträge werden von mir nur redaktionell für diese Homepage bearbeitet, sind also „O-Ton“ Peter.

Peter

1. Reisebericht

Hi, erste Nachricht.

Do., 29.05. Nach sonniger Motorfahrt durch den NOK und ruhiger Nacht im Hafen von Brunsbüttel sind wir dann am Freitag den 30., 12:00 h nach Helgoland gekreuzt, immer gegenan. Da wir noch den Windgenerator anschließen wollten 1 Hafentag.

Am Mo., den 02.06. mit dem Strom gestartet, 42 h an der NL Kueste entlang nach Ijmuiden. Klasse! 4h schlafen, 4h Wache, Lichter, mittendrin Fischer mit Netzen, aufregend. Habe viel gelernt. In Ijmuiden erst einmal schlafen. 1Hafentag, den wir in Amsterdam verbringen. Morgen unternemen wir den Versuch an die englische Küste zu kommen. Bis bald, Peter.

Auch Hafentage können anstrengend sein. 1. Tag durch die Gassen und an den Grachten schlendern, sehr sehr schön.

Fr., 06.06. Morgens um 03:30 aufstehen 05:40 ablegen und ab nach Dover, gut 170 sm. Guter Wind, klasse segeln, so muss es sein! Die Nacht durch, 2h schlafen, 4h Wache.

Sa. Morgens erwischt es uns doch. Kurz vor der Kanalquerung bei Calais Böen bis 6, Starkregen, kurze Welle, Segel reffen. Natürlich in meiner Freiwache. Aufstehen, reffen, alles nass……—Flaute. Reff raus und auf den Wind warten. Ja so ist Segeln. Freude und unausgeschlafen sein liegen dicht beieinander. Nach 2 h Entscheidung fällen, Motor an und rüber über den Kanal. Riesen Containerschiffe kreuzen unseren Kurs, einer nach dem anderen, gefülte A 7 Überquerung mit einen Fahrrad, Schweiss, Staunen, Begeisterung lösen sich ab. Nach 40h festmachen in Dover. Ich wünsche allen von euch, dass ihr eure Freizeit so erfüllt erleben könnt, wie ich. Gute Nacht.

So., 08.06. Englische Südküste gen Süden nach Eastbourn. Schöner Segeltag, starker Strom, aber gut berechnet, er ist mit uns. Warm, sonnig, aber unterbrochen durch kleine Schauer, England eben. Die Häfen haben oft Schleusen damit sie bei Ebbe nicht trockenfallen. So auch Eastbourn.

Mo., 09.06. Aufbruch zur Isle of Wight, die Erste: Sind, wie so oft, nach ausgiebigem Fruestueck erst um 11 h ausgeschleust. Bedeutet—-Strom zu früh gegen uns, keine Möglichkeit vorran zu kommen. Abbruch, Hafen suchen der tief genug fuer die Yssabeau ist, gefunden, Hafenmeister angerufen, einlaufen erst mit Hochwasser, 2 h Spaßsegeln, um dann in Shoreham einzuschleusen.

Di., 10.06. Aufbruch zur Isle of Wight, die Zweite:

Füher aufstehen, Strom mit uns. Wind gegen uns. So werden aus 40sm eben mal 83 sm. Erst gegenan kreuzen, um festzustellen, dass wir Nachtsegeln vor uns haben. Entscheidung fällen, Motor an. Nach 10h einlaufen in Portsmouth.

Mi., 11.06. Inga, steigt hier ab. Jetzt sind Jörg und ich für die nächsten 4-6 Wochen zu Zweit an Bord und gerade jetzt geht der Autopilot kaputt, sch..,,.

BRAKE

Es klappt auch in Europa!!! WIFI Verbindung gefunden. Ihr erhaltet jetzt meine erste Nachricht

Es grüßt euch Peter

2. Reisebericht

Hallo ihr Lieben.

Zuerst:

Auf einem Telefon Display zu schreiben ist, für mich als Handyverweigerer, ganz schön schwer, entschuldigt bitte einiges.

Jetzt weiter. Danke für die Rückmeldungen, Monika. Das Boot bleibt für 5 Jahre im Mittelmeer.

Sa., 14.06. Wollten morgen auf die Isles of Wight. Leider war der Monteur nicht in der Lage, den neuen Autopiloten einzubauen. Haben einen von Raymarine gefunden, der uns So. u. Mo. das Teil einbaut.

Heute große Abwechslung an Bord. Zwei deutsche Austauschschülerinnen (die Tochter einer Bekannten von Jörg und ihre Freundin) übernachten hier. Sie haben mir auch die Tastatur auf DE eingestellt. Ü + ä funktionieren jetzt auch. Sehr erleichternd.

So., 15.06. Monteure pünktlich um 9 h an Bord. Vater u. Sohn, sehr kompetentes Team. Segeln mit den Mädchen fällt aus. Die 2 liegen auf dem Vorderdeck und spielen Karten, wünschen sich noch einmal ein anständiges Mittagessen und fahren um 16 h wieder auf ihre Insel. Sehr nette Mädchen, aber mit 14 steht das Mundwerk keine Sekunde still, jetzt ist Ruhe.

Mo., 16.06. Monteure heute schon um 8 h an Bord. Um 16 h Probefahrt alles o.k., aufatmen, Jörg ist jetzt um 1.800 Pounds ärmer.

Di., 17.06. Nach dem Frühstück ab ins Seefahrtsmuseum. Die Engländer pflegen ihre Traditionen. Ein Tag reicht lange nicht aus. Also selektieren. Die Victory, das Schiff auf dem Lord Nelson die Schlacht bei Trafalgar gewann. Die Worrior, der größte Stahlsegler seiner Zeit, Baujahr 1860. Welches nie einen Schuss abgegeben hat. Wenn sie auftauchte, gaben die Feinde auf. Die Mary Rose, Baujahr 1511, welche sie 1985 gehoben und bis 2013 restauriert haben. Danach sind die Füße rund.

Mi. 18.06. Ausschlafen, mit dem Strom auslaufen und bei strahlendem Sonnenschein rüber zur Isle of Wight. Schwacher Wind, Autopilot an und abhängen. Das tut gut!!!

Do.,19.06. Da ab Samstag 17:00 h Segelschiffe die Regatta „Round the Island Race“ fahren, müssen wir bis Fr. 10:00 h auslaufen. Bedeutet: Tide und Strom berücksichtigt, Fr.,  20.06. morgens um 04:00 h auslaufen (Urlaub eben).

Aber heute ist Inselrundfahrt angesagt. Für 1 Pfund kann man mit öffentlichen Bussen 24 h über die ganze Insel fahren. Grün? Grün soweit das Auge reicht, Wald wechselt mit Feldern, zwischen drin Palmen, schon ganz anders als bei uns. Und, egal wen man anspricht, sehr freundliche, hilfsbereite und höfliche Menschen. Um 06:00 h Bordzeit (Heimatzeit haben wir eingeführt, um nicht im Almanach, dem Gezeitenkalender, durcheinander zu kommen).

3. Reisebericht

Liebe Leute,

Fr., 20.06. Heute morgen um 07:10 h Bordzeit abgelegt. Mit bis zu 9 kn durch die Meerenge zwischen dem Festland und der Insel an den Felsen, dem so genannten Needels (die zwei weißen Felsen auf den Foto) durchgerauscht.

Needles

Klasse. 8 h bei schönstem Wetter segeln, was begehrt ein Seglerherz mehr? Um 21:20 h sind wir auf der Kanalinsel Aldernay in den Hafen eingelaufen und haben an einer Mooring (eine Boje im Wasser) festgemacht.

Aldernay liegt vor der französischen Küste in Sichtweite von Le Hag. Hier kann man, wie Jörg so schön feststellte, entschleunigen. Und das beim segeln.

An einer Mooring kann ich noch besser schlafen als sonst auf der Yssabeau.Ich empfinde das Schwoien hier noch angenehmer.  Am nächsten Tag wollen wir erst mit dem Nachmittagshochwasser um 17 h auslaufen, also Ort erkunden. Aber, wo kein Steg, Dinghi aufblasen. Nach 1 h ist es geschafft, Jörg läßt den Außenborder an und 100 m zum Anleger.

Kleiner Fischerort, ein Kaufmann und eine Kneipe, einkehren ein Bier bitte, entschleunigen und mit dem Dinghi zurück.

Sa., 21.06.  Auslaufen, um den von mir errechneten, und vom Hafenmeister bestätigten Strom zu erwischen. Sch….. voll gegenan wer weiß warum. Aber nach 2 h Wind von Achtern und mit Schmetterling bei bis zu 7 kn, bis vor den Hafen von Guernsey,  St.Peter Port.

Wir bleiben hier 4 Tage.

Erster Tag: ausschlafen, ankommen, orientieren

Zweiter Tag: Stadtbummel, eine 1 1/2 stündige Inselrundfahrt bei 25 ° und strahlendem Sonnenschein vorbei an schroffen Felsenklippen, blühendem Oleander, Palmen und mediteranen Dörfern, einfach umwerfend. Und das alles für 1 £ mit öNV. Danach ein schönes Bier und Fisch and Chips und schlafen.

Dritter Tag: Stadtbummel und einkaufen für die Überfahrt nach Spanien. Wetter soll gut werden. Bei 4-5 Tagen Wachwechsel alle 4 h kochen wir lieber vor. Frikadellen, Hähnchenschenkel, Kartoffelsalat, frisches Gemüse und Obst. Vorher erst eine Waschmaschine anschmeißen und da wir keinen Strom auf dem Ponton haben, Handy und Laptop an die Steckdose im Vorraum des „Waschsalons“.

4. Reisebericht

Hallo ihr Lieben,

Do., 26.06. 02:00 h morgens.

Impressionen: habe seit 00:00h Wache, immer noch platt vorm Laken, die Yssabeau zieht ihre Bahn, der neue Autopilot ist sehr erleichternd. Ich habe die Instrumentenbeleuchtung abgestellt. Einige Sterne leuchten. An Backbord, ganz schwach, das Blinken eines Leuchtturmes an der französischen Küste nördlich von Brest und dann passiert es! Die Yssabeau zieht ein weiß/grünliches Licht in ihrem Kielwasser hinter sich her, gut 10 m lang. ☆Meeresleuchten☆. Es begleitet uns ca. 1h, dann nimmt es langsam ab und verschwindet im den Tiefen der Unendlichkeit.

Um 4 h löst Jörg mich ab. Ich schlafe tief und fest. 08:00 h aufstehen. Wind hat gedreht, voll gegenan, schaffen den Strom um die Landzunge nicht, also, 6-7 h gegen Strom und Wind. So mancher Navigationspunkt sieht uns zweimal. Will heißen, kommen nicht voran. Abends um 22:00 h haben wir die Landzunge passiert, noch mehr entschleunigt.

Fr.,  27.06. Um 03:30 h löst sich das Widerlager des neu eingebauten Autopiloten, natürlich in meiner Wache, also von Hand steuern.

Morgens machen wir einen Beilieger. Bedeutet, die Segel so stellen, daß das Schiff, auch bei Windstärke  4, ruhig liegt und wir reparieren den Autopiloten provisorisch.

Sa.,  28.06.  Wache wie gehabt von 24:00 – 04:00 h flaue Winde, knappe 2 Bft, Sternenhimmel, und ☆Meeresleuchten☆, ich liebe diese Zeit. Um 09:20 h müssen wir den Motor zum Laden der Batterie anschmeißen, offenbar laden Windgenerator und Solarpanel nicht. Oder das Display des neuen Autopiloten zieht zu viel Strom. Ab 14:00 h bläst es immer doller, kleine Genua, erstes Reff ins Groß, zweites Reff ins Groß. Alles natürlich bei Regenschauern, hart am Wind und kabbeliegen Wellen. Bedeutet: Das Schiff hat starke Schräglage, ca. 40-45°, die Wellen sind schwer auszusteuern, so daß das Schiff mit dem Bug auf die nächste Welle knallt. Um 16:00 h geht der Wind auf 5 Bft. Rauf mit Böen bis zu 6. Besprechung: das Wetter erfordert unter Umständen schnelle Manöver, nachts allein am Bug ‚rumturnen? Nein!

Bedeutet: Schlafen im Sitzen im Niedergang in den Schwerwetterklamotten. Vorteil, man(n) muß Nachts zum Wachantritt nicht in nasse Klamotten steigen. Nachteil: Ich kann das nicht.

So.,  29.06. Die Nacht ist überstanden, der Wind bläst aber immer noch mit 5-6. Manöver waren nicht nötig, Jörg geht um 10:00 h für 2 h in die Koje, gegen 12:00 h läßt der Wind nach, so daß wir, um 13:00 h ausreffen können. Ich lege mich um 15:00 h, nach 31 h in den Salon, kann aber nicht schlafen. Warum tu ich mir das an? Weil ich die Momente, wie gestern beschrieben, erleben möchte. Frei nach einer meinem Lebensmotto: „Wenn du etwas erleben möchtest, was du noch nie erlebt hast, musst du etwas tun, was du noch nie getan hast.

Um 16:30 nach 102 h und 450 sm nonstop haben wir in La Coruna festgemacht und die Biskaya bezwungen. Ich bin etwas stolz.

Spanien, genauer Galicien, empfängt uns mit Sonnenschein, aber heute ist das schönste, nach über 100 h, raus aus den Klamotten und unter die Dusche.

Bis bald Peter

5. Reisebericht

Buenos dias,

nach dem Duschen fühle ich mich wie neu geboren!

Haben sogar noch gekocht und nach 5 Tagen das erste Mal wieder eine warme Mahlzeit zu uns genommen. Wir beschließen danach, bei einem Gläschen rotem, 5 Tage hier zu bleiben, Entschleunigung.

Diese 5 Tage verbringen wir mit: Erkunden der schönen Altstadt, enge verwinkelte Gassen nach Tappas Bars absuchen, Meeresfrüchte bzw. galizische Rindersteaks (ca.500-700 g ) essen, alles total lecker und natürlich den Rotwein genießen. Zwischendurch, Siesta, auf der Yssabeau abhängen und die Seele baumeln lassen. So können die Tage vergehen.

Do., 03.07. Bin um 06:00 erwacht, geduscht und in die erwachende Stadt gegangen. Verschlafene Gesichter.

Danach sind wir fast den ganzen Tag durch die Stadt geschlendert.

Fr., 04.07. Heute gehts wieder auf die See. Ab jetzt werden wir immer an der Küste entlang segeln, heute ca. 50 sm nach Camarinas. Kein Problem bei Wind aus der richtigen Richtung. 10 h auslaufen und? Draußen? Aus der Richtung in die wir wollen, bläst er. Also wieder mal gegenan. Segeln bis das Land entschwindet, Wende, segeln bis du Angst bekommst, die Yssabeau läuft auf Fels. Wende, usw.. Knackiges Segeln, wie Jörg immer sagt, aber bringt uns nicht richtig voran.

Gegen Mittag frischt es auf, will sagen. Windstärke 5 später auf 6 Bft. Wer sich dabei schon einmal hart am Wind versucht hat die Schwerwetterklamotten anzuziehen (ca. 30 min) kann vielleicht nachvollziehen, daß ich mich dagegen entschieden habe. Sollte ich noch bereuen.

Gegen 15:00 h entscheiden wir uns 15 sm vor Camarinas nach Laxe zu gehen. Hart am Wind, die Backen zusammengekniffen, schaffen wir es die badenden Steine ca. 500 m an Backbord zu lassen und das kapp in die Ria de Corme y Laxe zu nehmen.

Inzwischen 19:00 h. In Laxe angekommen, kein Steg, wie im „Reeds“, dem allwissendem Nachschlagwerk für Segler, versprochen. Jörg schläft nicht gut am Anker, also auf die andere Seite der Bucht.

In Corme angekommen, das selbe. Nächster Steg 15 sm gegenan, ca. 6 h, Entscheidung: Ankern! Mein erstes Ankermanöver. Es fängt an zu regnen, so viel zu den Eingangs erwähnten Schwerwetterklamotten.

Jörg geht mit mir alle Einzelheiten des Manövers durch.

Anker vor den Bug fieren, auf sein Kommando Anker fallen, bei Grundberührung (hier 10 m) ) melden, weitere 10 m fieren, Jörg fährt rückwärts, bis er greift, weitere 20 m fieren, fertig! Soweit die Theorie.

Praxis – Kurzform: Die neue elektrische Ankerwinde fiert nicht, also von Hand. Beim Aufholen läßt sie sich nicht anhalten, also in die Vorluk springen ( das Deckfenster meiner Kabine ) und Strom von Hand abstellen, dabei verheddert sich die Ankerkette im Ankerkasten.

D. h. wieder raus, mit der Handkurbel versuchen, sie zu entwirren, etc. p. p.. Das Ganze so lange wiederholen, bis der Anker greift. Bei uns 4 X. Danach beobachten, driften wir? Nein also, endlich die von mir gestern gekauften Goldbutt in die Pfanne und dazu, die vorbereiteten, Spaghetti Frute di Mare, lecker. Zwei Bier, und unruhige Nacht, da zwischendurch immer wieder vergewissern, hält der Anker?

Sa., 05.07. Anker hat gehalten. Nach dem Frühstück und einem Blick an Deck, beschließen wir, vor Anker zu bleiben.

Grau in grau, Regen, Nebel und gute 6 Bft. Der Tag wird genutzt, wofür? Natürlich, Reparaturen.

Gestern beim Lageschieben ist die Niedergangtreppe abgerissen. Abgegangen wie Schmitz Katze und ich, da ich mich daran abstützte, hinterher. Zum Glück nichts passiert. Schlosser ran, durchgebohrt, Schraube rein. Da geht keiner mehr ab, auch keine Katze.

Sieb der Dusche ausgebaut und gereinigt, ach ja, ein neuer Flaggenstock inkl. Adenauer wird auch noch montiert.

Hat Deutschland eigentlich gegen Frankreich gewonnen? Keine Ahnung, hier auf dem Wasser gibt es kein Internet, klasse. Jetzt macht Jörg noch die Bilge wasserfrei, wie jeden zweiten Tag, und? Es ist schon wieder 18:00 h. Ein Bier und dann gibt es Abendessen. Auf meinen Wunsch macht Jörg galizisches Rindersteak mit Pilzen und Kartoffeln.

So., 06.07. Nach einem guten Früstück mit Spiegelei und Speck ankeraufholen und bei schönstem Segelwetter, Sonnenschein, 3 Bft. von achtern und langer Dünung nach Muxia, nur 20 sm, wo wir auch am Nachmittag in aller Ruhe an kommen. Duschen, essen gehen, in einem Restaurante das Wi Fi hat und ab die Mail.

Bis bald Peter

6. Reisebericht

Es geht weiter.
Mo., 07.07. Nach dem Frühstück um 10:10 h abgelegt. 08:00 h schönstes Segeln liegt vor uns. Blauer Himmel, Sonnenschein, 3 Bft. von schräg Achtern, also raumer Wind. Die Yssabeau macht zwischen 5 und 6 kn Fahrt. Entspannter geht es kaum noch.

Irgendwann taucht die Frage auf. „Ist es nicht schon 11:00h?“ bedeutet hier an Bord Sherryflasche entkorken und einen trinken. Am Nachmittag passieren wir das Cabo Finisterra. Jörg weiß auch hier eine Geschichte zu. Als man noch glaubte. Die alten Seefahrer dachten früher, daß hier die Welt zu Ende sei: fine= ende und terra=erde.

Gegen 18:00h machen wir in dem gemütlichen Hafen von Muros fest. Der Hafenmeister empfängt uns, wie in Spanien immer, an der Hafeneinfahrt, weist uns einen Steg zu und umarmt mich herzlich nach dem ich mich als Peter vorstelle. Sein Name ist Pedro.

Nach dem die Yssabeau aufgeklart ist, gibt es den bei Sonnenschein üblichen Anleger. Campari O-saft. Einkaufsliste erstellen und ab in den Supermarkt. Abends noch einen Klönschnack mit unseren deutschen Nachbarn, von Boot zu Boot. Wir kannten uns schon von Muxia. Sie haben die gleiche Strecke und genau wie wir….viel Zeit. Werden uns nicht das letzte mal getroffen haben. Da die Wetterprognose nicht so gut aussieht, beschließen wir, beim Roten, mehrere Tage hier zu bleiben.

Di., 08.07. Heute fahren wir mit dem Bus 70 km nach Santiago de Compostela. Da beide Uhren, sowohl Jörgs als auch meine, die Entschleunigung mit gemacht haben, gehen sie zu spät. Resultat: Bus verpaßt. Macht nichts, der nächste kommt ja in 2 h.

Chance genutzt und einen Friseur aufgesucht. Erst mit der Maschine, aua. Dann mit der Schere, ins Ohr, aua. Nachdem die Blutung gestillt ist, weiter mit der Maschine.

Das scheint ziemlich kurz zu werden, wie heisst Brille noch mal auf spanisch? Zu spät. Zum Schluss wird noch eine neue Klinge ins Rasiermesser eingelegt. Ich schliesse die Augen und denke, es wird schon gut.

Wie man aussehen kann, wenn man in einem Land, dessen Sprache man nicht beherrscht, so etwas tut, siehe Anhang.

Peters neuer Haarschnitt

Die Busfahrt dauert 1 1/2 h. Galizien ist einfach schön. Während die Küste, von See aus, schroff und felsig ist, aber dabei sehr grün, ist das Landesinnere stark bewaldet. Eukalyptusbäume, Mimosen, Pinien dazwischen Ginster. Immer wieder unterbrochen von kleinen Bergdörfern.

In Santiago angekommen, große Überraschung. Ich hatte ein kleines Bergdorf auf einer Landzunge, umbrandet vom Meer erwartet. Realität: eine pulsierende Stadt. Hätte mich vorher doch schlau machen müssen. Santiago de Compostela ist die Hauptstadt von Galizien. Nichts desto Trotz, diese Stadt ist es wert, besucht zu werden. Die Altstadt ist praktisch zwei geteilt. Die riesen Kathedrale, in der angeblich die Gebeine des Apostels Jakobus, einem Jünger Jesus ruhen.

Drum herum weitere Prachtbauten mit riesigen Plätzen und breiten Straßen dazwischen. Daran angeschmiegt, die, z. Zt. gerade mal 2 m breiten Häuser der kleinen Leute mit den typischen engen Gassen.

Heute tummeln sich hier die Touries und lassen sich überteuerte Gerichte anbieten. Aber: Es ist eine Aura über dem Gewusel, anders eben. Meines Erachtens nicht zuletzt geprägt von den vielen Pilgern mit ihren Stöcken in der Hand und den Rucksäcken auf dem Buckel.

Auf der Heimfahrt stellen wir beide fest: Hat sich gelohnt! Essen machen, Jörg den Abwasch, ich zum Fußball. Mein 2tes Spiel der WM. Deutschland gegen Brasilien. Muß ich das kommentieren? Klasse, dass ich mir das angesehen habe.

Mi., 09.07. Nach dem Spiel erst um 2 h ins Bett gekommen, dementsprechend ausgeschlafen, Premiere: Jörg ist vor mir aus der Dusche.

Heute an der Waschmaschine anstellen. Um 15:30 h ist die Maschine bestückt. Pedro (der Hafenmeiste) sagt: „Ab jetzt hast du frei, ich kümmere mich um alles weitere“. Abends ist sie getrocknet und zusammengelegt, Servis. Jörg und ich gehen noch einkaufen, essen und in die Koje. Mal sehen was morgen kommt.
Peter
7. Reisebericht

Hallo, ihr Daheimgebliebenen,

Do., 10.07. Heute ist faulenzen angesagt. Die Windanzeige zeigt, wie die letzten Tage auch, 5-6 Bft. mit Böen an die 7, kein Segelwetter. Nach dem Frühstück lasse ich mich durch die Stadt treiben, das Wetter ist hier drinnen klasse.

Sonnenschein, ca. 26°. Hier ein Foto, da in eine Kirche. Hier verweilen, da in die kleine Gasse. So kann mann auch den Tag verbringen. Zurück an Bord, Mittagschlaf, aufstehen, Käffchen und überlegen, was es zum Abendessen gibt. Nach dem selben, gehe ich noch am Fischereihafen entlang und genieße die Abendstimmung. Ein Trawler ist gerade eingelaufen. Am Kai stehen 20-30 Menschen und beobachten das Ganze. Nach dem Sonnenuntergang auf der Mole ist das Fischereischiff verlassen und vor einer Halle stehen 5 Männer. In der Halle stehen viele Menschen um Paletten mit Fischkisten. Einer redet, ohne zu unterbrechen, immer ähnliche Sätze, bis einer ein kaum merkliches Zeichen gibt und einer der Umstehenden einen Zettel mit einer Nummer in die Kisten wirft.

Fischversteigerung! Ich habe, trotz sehr aufmerksamer Beobachtung, nicht herausgefunden, welche Bewegung, den Ausschlag für den Zuschlag ergab, war es das Heben eines Augenlides?

Wie so oft, kommen wir vor 12:00 h nicht in die Koje.

Fr., 11.07. Ablegen zu einer komoden Zeit. Errechnete 43 sm liegen vor uns. Es soll nach Baiona gehen. Nach 3 Tagen mit Windstärke 6-7, sind es endlich „nur“ noch 5 aber von achtern. Kaum aus dem Hafen frischt es auf 6 auf.

Segeln nur mit der Genua 3, das ist, nach dem Sturmsegel, das Kleinste, was an Bord ist. Jörg stellt die Frage, welche mich auch bewegt. „Ob das klug war, los zu segeln?“ Der Wind steigt auf gute 7, knappe 8. Die Yssabeau läuft 7 Knoten, und das nur mit der Genua 3. Um die Anfangs gestellte Frage zu beantworten: JA. Es bringt unheimlich Spaß. Ohne Großsegel, nur mit der Genua III ist das auch wie ein Spaziergang. Nach 2 h „schlafft“ der Wind auch auf auf 4-5 ab. Wir segeln so gemütlich dahin, Jörg schmeißt die Angel ‚raus, wir fangen natürlich nichts, da zu schnell, und beschließen, am frühen Nachmittag heute nicht nach Baiona zu segeln sondern einen Abstecher in die fjordähnliche Bucht Ria de Arosa (ca. 5 km breit und 25 km tief) zu machen. Soll landschaftlich sehr, sehr schön sein.

Uns treibt ja keiner. Der Tag war so gemütlich. Wollen wir noch kreuzen? Nein! Motor an und eine Stunde Motorboot fahren. In Santa Uxia de Riveira angekommen gibt es nichts zu berichten. Morgen geht es weiter nach Vilagarcia.

Sa., 12.07. Nach einer unruhigen Nacht (wir lagen im Schwell) brechen wir auf. 11 sm gegenan bei 5 Bft., werden im Endefekt 15 sm. Segeln ist so schön. Bei traumhafter Landschaft und strahlendem Sonnenschein, machen wir, nur mit der Genua 3 gute 6 kn durch die von endlosen Muschelfarmen durchzogene Bucht. Nach 9 Schlägen (1 Wende ist ein Schlag) treffen wir gegen 13:00 h in Vilagarcia ein. Anlegen, Hafenkino beobachten, langsam und gemütlich einen Supermarkt aufsuchen, nur unterbrochen durch ein kleines Bier in einem Caffè, so ist’s gut.

Jörg möchte heute ein Menü kochen. Geplant: Salat, frische Garnelen, ein kleines Steak und zum Abschluß selbsteingelegte Pulpo und dazu leckeres Weißbrot. Als Nachtisch Wassermelone. Soweit die Planung. Wer mit Hunger einkauft, muss sich nicht wundern, wenn der Einkaufswagen zu voll wird. Kurz, der Salat und die Garnelen waren total lecker, der Pulpo und der Wein auch.

Alles andere dazwischen haben wir nicht geschafft.

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So., 13.07. Heute ist Bootstag. Die Yssabeau von Innen und Außen vom Salz und Krümeln befreit. Danach mit einem Bier belohnt und Siesta. Abends das Steak von gestern in die Pfanne und ab zum Fußball. Klasse Spiel. „Wir“ sind Weltmeister.

Bis auf bald

Peter

 8. Reisebericht

Hallo da bin ich wieder,

Mo., 14.07. Heute morgen um 07:00 h noch mal zum Abschied durch die erwachende Stadt gegangen. Auch diese Stadt alleine wäre eine Reise wert. Muß Gallizien noch mal mit Sabine und dem Wohnwagen machen!

Heute haben wir nur 6 sm vor uns. Auf die andere Seite der Bucht, nach Caraminal, haben gehört, dass es lohnenswert sein soll. Das Segeln ist es. Raumer lauer Wind, Sonnenschein, 24°. Wie Sonntags auf dem Ratzeburger See.

In Caraminal angekommen, das selbe Gefühl. Ein kleiner beschaulicher Hafen. Der Hafenmeister erinnert mich ein klein wenig an einen griechischen Wirt, oder doch an Alexis Sorbas? Graue lange Haare und Vollbart, auch die Mentalität entspricht der griechischen. Sigar, Sigar.

Di., 15.07. Morgens wieder mal in die Stadt gegangen. An und für sich nur um Brot zu kaufen. Aber, ich lasse es mir nicht entgehen den erwachenden Tag in all seinen Variationen zu erfahren. Eilende Menschen…., eilend? Nein. Bin ja nicht in Hamburg oder New York. Auch morgens sind die Menschen hier gelassen.

In den kleinen Früstückskaffees sitzen sie, warscheinlich vor der Arbeit, und trinken ihren Kaffee, schauen in die allgegenwärtigen Fernseher, lesen die neuesten Nachrichten in der Zeitung und machen sich langsam auf den Weg. Ich mich auch. Durch sehr schön angelegte Parks zurück zum Boot.

Wir haben ein nettes Paar aus München kennengelernt, Andreas und Birgit. Sie liegen mit einer Ketsch aus Stahl seit einem Jahr hier. Das Schiff ist letztes Jahr ausgebrannt und jetzt müssen noch die letzten Arbeiten verrichtet werden, bevor sie nächste Woche über Madeira in die Karibik aufbrechen.

Sie empfehlen uns, bei einem Gläschen Rotem, einen Elektriker der sich die defekte Ankerwinde anschaut. Wir beschließen 4 Tage hier zu bleiben. Der Elektriker kann die Ankerwinde reparieren, wir werden relaxen, bummeln und das Schiff einer Grundreinigung unterziehen. Dabei erforschen, wo die Yssabeau das Wasser zieht, welches wir mindestens alle zwei Tage aus der Bilge (der Keller im Schiff ) unter Zuhilfenahme eines Schwammes holen. Die Verbindungsbohrungen zwischen den Spanten mit Korken, Plastiktüten und Tesaband, verstopft und den nächsten Schlag abwarten.

Fr., 18. 07. Endlich wieder das Rauschen des Wassers unter dem Kiel. Vier Tage im Hafen reicht. Der Wind steht ungünstig, kommt genau daher, wo wir hin wollen, aus Süden. Was soll’s, kreuzen wir eben. Wir reden kaum, genießen das Plätschern des Wassers, das gelegentliche Knarren eines Taues, die schaukelnden Bewegungen der Yssabeau, die Ruhe.

Wir segeln, hart am Wind, auf den offenen Atlantik hinaus, bis die Küste nicht mehr zu sehen ist. Der Wind frischt auf.

Aus der anfänglichen 3 wird eine gute 5, und das bei voller Besegelung. Für Jörg noch zu halten, aber mir schiesst die Yssabeau immer wieder in den Wind.

Bedeutet: wenn der Wind für die Größe der Segel zu stark ist, möchte sich die Yssabeau mit dem Bug in den Wind drehen und der Rudergänger muß dem entsprechend gegen lenken. Dabei muß man möglichst an der „Windkante“, wie Jörg immer sagt, segeln.

Die Windkante ist ein sehr schmahler Bereich, zwischen: Ich komme nicht mehr voran, und der Wind fährt so stark in die Segel, das er das Schiff voll nach Lee drückt. Die Segel stehen dann so im Wind, das sie viel Wind einfangen, und das Schiff über diesen Bereich hinaus schiesst und du auf einmal eine unfreiwillige Wende fährst. So einfach.

Allerdings: diese sogenannte Windkante verändert sich permanent. Sie wird auch noch beeinflußt durch: Die Welle, welche nie konstant kommt, Windböen und der Krängung (Schräglage) des Schiffes.

Kurz um: Du brauchst mehr Erfahrung, als ich habe, um die Yssabeau bei diesen Bedingungen gut und ruhig zu lenken.

Also verändern wir die Bedingungen. Genua verkleinern, und gut. Gegen 19:00 h legen wir, nach dem wir noch gut 2 h volle Dusche mitgenommen haben, im Regen in Cangas an.

Das sei es erst einmal.

Peter

 9. Reisebericht

Holla, wie man hier sagt,

Sa., 19.07. Nach dem Ausschlafen beschliessen wir, 3 Nächte hier zu bleiben. Beim Bummeln durch die Stadt, stoßen wir auf den Markt. Diese Farben, diese Gerüche, diese Vielfalt an Früchten und Gemüsesorten. Wir füllen unsere Bordvorräte auf und ansonsten vergeht die Zeit auch, indem man nichts tut. Das erste Mal nehme ich ein Buch (Reader) in die Hand und lese.

Beim Abendessen hören wir Dudelsack. Dudelsack in Galizien? Kann nur ein Folkloreabend sein. Dudelsack Musik ist im Galizien Gang und Gäbe. Angeblich haben die Kelten diesen Landstrich von Schottland kommend besiedelt und den Dudelsack mitgebracht. Abends gehen wir der Musik nach und verbringen eine Zeit vor der Bühne mit Trachtengruppen und schriller Musik, halte ich nur begrenzt aus.

So., 20.07. Wir fahren mit der Fähre nach Vigo und besichtigen die Stadt. Ganz schön, aber ein Tag genügt.

Mo., 21.07. Heute nur 8 sm vor uns, nach Baiona. Soll ein sehr schöner Ort sein.

Segeln durch die Ria, Traumwetter, richtiger Wind und eine Landschaft, so Jörg, die an Süd Norwegen erinnert. Baiona ist schön. Auf einer Landzunge vorm Hafen eine große Festung, deren Zinnen schon einen maurischen Stil erkennen lassen.

Beim Einchecken der Schock. 49 € die Nacht an einem Steg mit Ausleger. Wir verholen die Yssabeau an einen anderen Steg mit einer Mooring achteraus. Kostet „nur“ 35 €.

Jetzt aber ans Abendessen machen. Es gibt auf meinen Wunsch, galizisches Rindersteak mit Baguette und Salat. Schmeckt nach so einem Tag hervorragend.

Danach schlendern wir durch die abendliche Stadt. Erstaunen meinerseits. Der Jachthafen liegt innerhalb der Festungsmauern. Einer der ältesten Jachtclubs Spaniens. Wir bleiben 2 Tage in Baiona. Stadt erkunden, alleine die Festung dauert einen halben Tag.

Abends gehen wir vorzüglich essen, ich natürlich Fisch. Erst lecker Calamaris, dann gekochter Plattfisch, auf den Punkt gegart, sehr, sehr lecker. Mit Hilfe des Langenscheidts stellt sich heraus, ich habe Rochen gegessen, na ja.

Mi.,23.07. Mittags ausgelaufen, Wind von vorn, kreuzen, fast nur motort. Um 18:00 h in Viana do Castelo festgemacht. Der Hafen liegt im Rio Lima und ist nur zu erreichen, indem eine Schwenkbrücke geöffnet wird.

Wir sind in Portugal! Umstellen auf Portugiesisch. Das Spanisch ist doch gleich? Denkste, ähnlich für mich als „Sprachgenie“ schwierig. Danke heißt hier nicht mehr „Gracias“, sondern „Obrigado“. OK, werde ich gelernt haben, wenn wir nach der Algarve wieder in Spanien sind.

Do., 24.07. Ein Hafentag um die Stadt kennen zu lernen. Schlendern durch enge kleine Gassen, Kaffeechen, schauen und es uns gut gehen lassen. Anschließend mit einer Seilbahn zur Kathedrale zur heiligen Lucia, den Ausblick über das Meer und die Landschaft genießen. So ist’s gut.

Inzwischen ist es auch Zeit etwas zu essen. Der Hafenmeister hat uns ein Lokal empfohlen. Ich Fisch (riesige Seezunge) lecker, Jörg Tintenfisch! Sehr, sehr gut. Da aus dieser Gegend der Vino Verde stammen soll, trinken wir das erste Glas. Er ist wirklich lecker, ist nicht das Letzte. Da inzwischen ein Musiker seine Gitarre ausgepackt hat, steigt die Stimmung. Zum Abschluß tanze ich noch mit einem spanischem Gast, und ab aufs Schiff.

DSCI0159

DSCI0160

Fr., 25.07. Auf nach? Wohin? Mal sehen was der Wind sagt. Wenn er richtig weht, nach Porto, wenn nicht, irgend ein Hafen vorher. Er weht richtig. Raumer Wind mit 3 – 4 Bft. Und jetzt ist sie da, die lange Atlantikwelle und ich darf auf ihr „surfen“, ein Traum.

Wir sind gut voran gekommen und machen um 17:00 h portugiesischer Zeit in Porto fest. Genauer gesagt, in Nova De Gaia, es liegt, durch den Rio Douro getrennt, auf der anderen Seite, mit Blick auf Porto. Neue Marina, gepfefferte Preise, 35 € die Nacht, nichts desto Trotz, an Porto fährt man nicht so vorbei. Es sollte sich lohnen.

An diesem Wochenende findet hier ein „Sardinahs Festival“l statt. Jörg möchte an Bord bleiben. Ich Fisch essen. Großes Festzelt, Bühne und wenig Menschen. Es ist 20:00 h. Da ist hier Essen und Feiern noch nicht angesagt. Habe ich noch nicht verinnerlicht.

Essen gibt es aber schon. Keiner der „Kellner“, offenbar Fischer und deren Angehörige, spricht Englisch. Hände, Füße, alles einsetzen, und? 6 auf dem Holzkohlegrill gegrillte Sardinen, Kartoffeln in Olivenöl gegart, lecker Salat, vorweg, eine vegetarische Suppe, dazu Vino Verde und zum Abschluß einen Kaffee.

Inzwischen ist es auch zwei Stunden später, der Sänger hat dje Bühne betreten und der Platz davor wird von Frauen zwischen 50 und 80 bevölkert, die ihm zu jubeln.

Sie Tanzen mit Einkaufstaschen in der Hand, Schürzen um. So eine Ungezwungenheit, einfach umwerfend.

Sa., 26.07. Heute ist Besichtigung der Portweinkellerei Churchill angesagt.

Angeblich 3 km am Ufer entlang. Nach 3 h Fußmarsch endlich erreicht, für Jörg grenzwertig, werden aber bei der Probe entschädigt. 10, 15, 20, Jahre gelagerter Port, ich passe beim letzten. Schon beeindruckend der Weinkeller. Wir dürfen erstaunt feststellen, dass die Empfehlung der „Douro Marina“ zu einer kostenlosen Weinprobe geführt hat.

Zurück im Taxi, zum Supermarkt, Kühlschrank ist leer. Der Supermarkt paßt in dieses Dorf. Keine Frischwaren. Was tun? Auf’s „Sardana Festival“. Ich, siehe gestern, Jörg, gemischte Grillplatte, klasse. Dazu Folklore auf der Bühne. Ein netter Tag.

Morgen werden wir Porto unsicher machen, aber das im nächsten Bericht.

Peter

10. Reisebericht

Moin, wie man im Norden sagt.

So., 27.07. Stadtrundfahrt durch Porto mit dem Yellow Bus, sehr empfehlenswert. Leider haben wir seit unserer Ankunft dicken Nebel, so daß wir uns Gedanken machen, wie wir hier weg kommen. Jörg sagt, das Auslaufen ginge eventuell, aber Landfall bei so dichtem Nebel möchte er nicht umbedingt erleben.

Abends gehen wir noch einmal aufs Sardinha Festival. Essen, trinken, zusschauen, genießen.

Mo., 28.07. Nebel! Nach dem Frühstück beschließen wir, trotz Nebels, aus zu laufen. Er ist nicht ganz so dicht wie die Tage zuvor. Draußen, Suppe. Also unter der Küste laufen.

Flaute, Motor an und Motorboot fahren. Der Nebel reißt zum Glück auf. Um 18:30 h passieren wir die Molenköpfe der Einfahrt nach Aveiro. Wir müssen Fluß aufwärts.

Sehr, sehr starke Strömung. Kommt uns mit 4 Knoten entgegen. Da ist der Stadthafen, oder doch nicht? Sehr klein, ca. 20 Schiffe. Festmachen, Jörg macht das Schiff klar, ich suche den Hafenmeister. Keiner, den ich treffe, spricht Englisch.

Zurück am Schiff kommt ein Traditionsschiff ‚rein. Mit solchen, bunt bemalten, schlanken Schiffen wurden früher Muscheln gesammelt. Heute Touristen durch die Gegend geschippert, so auch hier.

Der Skipper gestikuliert wild, wir liegen auf seinem Platz. Er legt neben uns an und bedeutet uns, wir können da liegen bleiben. Dies ist nicht der Stadthafen, sondern ein privater. Er fällt auch bei Ebbe ziemlich flach. Sehr freundlicher Mensch. Er überlässt uns seinen Stegschlüssel, macht noch ein Foto von dem „“großen“ Segelschiff an seinem Steg, gibt uns einen Tip wo wir gut Essen können, und geht.

Der Tip mit dem Essen war klasse. Suppe, Salat, Fisch und Fleisch, eine Flasche Vino Verde und jeder einen Brandy, 20,20 € für alles, das kennen wir anders. Die Yssabeau schlingert inzwischen nicht mehr mit den Wellen, steckt im Modder. Ungewohnt aber Ok.

Di., 29.07. Wir müssen vor 09:00 h auslaufen, sonst stecken wir wieder fest und können bis12:00 h warten bis zur nächsten Flut. Beim Auslaufèn laufen wir 9 ktn.

Der Strom des Flusses zieht mit 6 ktn. Wo Strom und Meer sich treffen, brodelt es nur, wie hinter einem Wehr. Volle Besegelung, der Wind steigert sich im Laufe des Tages auf 6 Bft. Da er von achtern kommt, lassen wir die Segel stehen, setzen einen „Bullenstander“, heißt: Damit der Baum nicht immer hin und her schlägt oder überkommt, wird er zum Bug hin festgebunden, und rauschen mit 7 ktn durch die Wellen. Ein Traum. Jörg erzählt, daß früher, auf den alten Rahseglern, der Kapitän den Rudergängern verboten hat, nach achtern zu schauen, weil sie sonst Angst bekommen könnten.

Ich sitze am Niedergang, Jörg am Ruder. Nicht nur, dass die Wellen den Horizont verdecken, nein, sie überragen auch Jörg, wenn sie langsam von achtern angerauscht kommen, dann die Yssabeau anheben und unter ihr durchrauschen. Gewaltig.

Nach 6 h machen wir in Figueira da Foz fest. Sehr touristisch.

Mi., 30.07. Laufen nach dem Frühstück aus nach Nazare. Wieder Traumsegeln. Müssen zu Anfang zwar kreuzen aber:  „Nur wo du hin gekreuzt bist, bist du auch gewesen.“ Zitat Jörg.

Dann sind sie wieder da, Delphine. Ich versuche sie zu streicheln. Lege mich aufs Schiff und halte die Hand ins Wasser. Sie kommen bis auf 10 cm heran, wollen aber nicht gestreichelt werden. Nach einer ¾ h Begleitung sind sie verschwunden.

Peters delphine 5

Nazare liegt sehr malerisch. Hinter einem sehr breiten Strand zieht es sich einen Hügel hinauf bis zum Felsenkap. Sehr kleiner Hafen, 1 Wc, 1 Dusche, aber WiFi.

Wir machen einen Hafentag, um die Bilge weiter zu erkunden. Haben durch die „Korkennummer“ die Undichtigkeit eingrenzen können. Das Wasser kommt von achtern. Vermutung: Ruderkoker oder Seeventil oder Stopfbuchse an der Welle ist undicht. Werden uns das Ganze in Lisboa ansehen, da wir da mindestens 1 Woche bleiben werden.

Nachmittags lernen wir einen Luxemburger im Cafe kennen. Er lebt hier und bietet uns an, mit seinem Auto einzukaufen, klasse. Dabei kommt auch noch eine Stadtführung heraus. Im Januar, Februar können die Wellen hier bis zu 30 m hoch werden. Hier hat Macknamara auf einer 30 m Welle einen Weltrekort im Surfen aufgestellt. Nach 3 h und einem Dankeschön Bier, verabschieden wir uns und verstauen unseren Einkauf.

Fr., 01.08. Auf nach Peniche, unsere letzte Station vor Lisboa.

Bis bald

Peter

11. Reisebericht

Bon Dia.

Fr., 01.08. Ich mag es gar nicht mehr schreiben, aber der Segeltag war einfach wieder super. Hafen, siehe Nazare, einfachst. Da die Windvorhersage für morgen gegenan sagt, bleiben wir einen Hafentag und erkunden die Stadt.

Diese Tour ist für mich wie eine Reise durch die Kulturen und Zeiten. Erst England, fühlte mich bei den Castels in Ken Folleth’s „Säulen der Erde“ versetzt. Dann Galizien, die Zeit der Cristianisierung und jetzt, in Peniche, die Mauren. Sehr beeindruckend.

Hier ist Kirmes. Die ganze Stadt voller Fahrgeschäfte, Freßbuden und kitschig bunt geschmückt. Als wir nach dem Stadtrundgang an den Hafen zurück kommen, überall große Grills aufgebaut, Fadomusik, melancholisch schwer, aber unheimlich passend und schön. Auf Nachfrage, stellt sich heraus: Heute ist das Dankesfest der Fischer an den lieben Gott. Bedeutet in der Praxis: Die Sardanahs am Kühlwagen sind kostenlos, müssen nur noch selber gegrillt werden, Brot 0.30 €, 1 L. Wein 1,50 €. Das Abendessen ist gesichert. Beim Grillen kommt man sich näher. Engländer, Franzosen und natürlich Portugiesen, mit Händen und Füßen, und viel Gelächter. Ein gelungener Abend. Leider fängt es an zu regnen und wir gehen aufs Schiff.

So., 03. 08. 6:00 h stehe ich auf, dusche, wecke Jörg und mache Frühstück. Nach dem Essen, Hafemgeld bezahlen, Schiff klar machen und um 08:50 h Leinen los um bei schwachem Wind aus der richtigen Richtung auszulaufen.

Wir haben heute mindestens 56 sm vor uns und ein Zeitfenster, durch die Tide bedingt, in welchem wir den Rio Tejo die 7 sm bis nach Alkantara fahren können.

Alkantara ist der Stadtteil von Lisboa in dem unser Jachthafen liegt. Der Wind frischt im Laufe des Tages auf, so dass wir mit guten 6 kn laufen können.

Ich bin jeden Tag aufs Neue dankbar, dass ich das erleben darf. Der Atlantik: Mit seiner langen Dünung, seiner unbeschreiblichen blauen Farbe, auf dem die Sonnenstrahlen glitzern. Kleine weiße Schaumkronen sich bilden, wie ausgelassene Kinder auf den Wellen reitend, im nächsten Moment abtauchend, um auf einer anderen wieder hervorzuschauen. Schweigend genießen.

Dann, urplötzlich sind sie wieder da, die Delphine. Sie spielen mit der Yssabeau. Schwimmen in der Bugwelle, tauchen unter ihr durch, Backbord, Steuerbord, springen aus dem Wasser und sind plötzlich wieder verschwunden.

Lisboa, eine riesen Stadt. Wir segeln den Rio Tejo aufwärts. Er ist mitten in der Stadt noch fast 2 km breit. Der Strom ist mit uns. Der Wind meint es sehr gut mit uns, bis an die 7 ktn. Bedeutet, bei nicht gerefftem Großsegel, ich habe die Großschot in der Hand und fiere sie, sobald der Druck im Großsegel zu groß wird. Siehe: „In den Wind schießen“.

Der von Jörgs Freund empfohlene Hafen liegt sehr verkehrsgünstig nahe der Altstadt, ist dadurch aber auch laut. Wir essen zu Abend und gehen nach dem frühem Aufstehen und 10:00 h Segeln in die Koje.

Mo., 04.08. Habe schlecht geschlafen, Zahnschmerzen. Nach 6 Ibuprophen 600 in den letzten 24 h und Verschlechterung, suche ich doch lieber einen Dentisten auf. Bedeutet: Hospital suchen, warten, kein Dentist, nächstes Hospital, warten, der findet die Ursache. 1 1/2 h OP. Zahn erhalten, Nerv entfernt. Nach dem Frühstück bin ich losgezogen, um 17:30 h zurück. Will Jörg noch helfen, falle aber ins Bett. Vergiss den Tag.

Di., 05.08. Bin wieder Ok. Jörg hat gestern, Dank der Eingrenzung durch die Korken, die Ursache des Wassereinbruchs, gefunden. Stopfbuchse. Meine Vermutung von Anfang an. Wir brauchen jetzt einen Spezialschlüssel, den ich schon in Kiel eingefordert habe, mal sehen wann wir den bekommen. Heute, Einkaufen, Stadtrundfahrt buchen, Spezialschlüssel suchen, und einfach treiben lassen. Abends versuchen ins Internet zu kommen. Ein Krampf in den Marinas. Sie verlangen viel Geld, haben angeblich Wifi, Reichweite aber nur 10 m, Verbindung absolut schlecht, Scheisse. Ich möchte mit Sabine über Skype telefonieren. Geht nicht, E-Mails versenden, geht nicht. Die Internetcaffees sind auch nicht nicht immer leicht zu erreichen.

Also bis bald

Peter

12. Reisebericht

Mi., 06.08. Endlich Lisboa erkunden. Mit dem Yellow Bus 2 1/2 h durch die Stadt, Kopfhörer auf und Infoinput. Danach treiben lassen, schlendern, Kaffee, schlendern und dabei Spezialschlüssel suchen. Finden die Mechanikergasse, jeder Laden Kopfschütteln. In der Altstadt esse ich das erste mal Bacalao, an der Luft getrockneter Fisch. Ein portogiesisches Nationalpericht. Auch wenn die Zubereitung besser sein könnte, habe ich nicht das letzte mal gegessen.

Do., 07.08. Auf dem Weg in die Stadt begegnen wir einem sehr freundlichen Portugiesen, der uns einen Kontakt zu einer Werkstatt herstellt, welche den Spezialschlüssel zum abdichten der Stopfbuchse anscheinend hat. Bedeuted: Lisboa fällt aus, zurück zum Schiff. Der Mechaniker kommt, kein Werkzeug dabei. Schaut sich das Wellenlager an und verspricht in 1-1 1/2 h zurück zu sein. Zeit für eine Siesta. Zwei Stunden später. Mechaniker nicht da. Ärger macht sich bei mir breit. Keine Lust, Lisboa mit warten an mir vorbeiziehen zu lassen. Was kann ich daran ändern? Hammer und Meißel zur Hand und ran an die Stopfbuchse und, siehe da, es klappt, sie ist dicht, kein Tropfen mehr. Hätte ich auch früher dran denken können.

Fr., 0 8.08. Heute nehmen wir uns das moderne Lisboa vor. 1998 wurde, zur Expo, ein völlig neuer Stadtteil erbaut. Gigantisch. Direkt am Fluß gelegen. Wohnblocks, Bürogebäude, Museen, Veranstaltungshallen. Von den Ausmaßen bestimmt fünf mal so groß wie die Hafenciti. Aber die Architektur. Ein Bau futuristischer als der andere. Da kommt Hamburg nicht mit.

Sa., 09. 08. Heute wird die Al Fama erkundet. 2000 vor Christi sind hier die ersten Menschen seßhaft geworden. Um eine Burg, auf einem der vielen Lissabonner Hügel, liegen die vielen schmalen Gassen des von Mauren erbauten Viertels. Wir fahren mit einer historischen Straßenbahn 3 h durch das Viertel. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Bergauf, Bergab, 10 cm an den Häuserwänden vorbei, Autos parken auf den Schienen bzw. dicht daneben. Die Straßenbahnfahrerin kennt ihre Bahn, fährt zentimetergenau an den Autos vorbei.

Und das Viertel. Kachel getäfelte Häuser, verfallene, neben gut restaurierten. Mir fällt es schwer das zu beschreiben, man muß es gesehen haben. Kommt nach Lisboa und schaut es euch an.

Wir steigen aus und genießen eine wunderbare Aussicht über Lisboa , welche sich den Hügel hinunter bis an den Tejo erstreckt. Trinken ein Bier, eine Kleinigkeit dazu und merken, dass hier Touripreise gelten. Ein Bier 4.80 €, Kleinigkeit 14.50 €. Ups. Wir gehen langsam, durch die schmalen Gassen, den Hügel herrunter und finden zum Glück einen der Aufzüge in die Unterstadt. Jörg fällt es schwer, die uneben gepflasterten Gassen bergab zu laufen. Schlendern weitere 2 h durch die Stadt, um in einem, gestern von Jörg entdeckten, kleinem Restaurant, gut und günstig zu essen.

So., 10.08. Heute wird das Schiff klar gemacht. Wollen morgen oder übermorgen weiter Richtung Süden. Man könnte hier noch Wochen jeden Tag neues entdecken, aber wir haben ein Segelschiff zur Verfügung und die See ruft. Das habe ich heute morgen geschrieben. Schiff ist nicht klar. Ankerwinde wieder defekt. Habe mich versucht. Wenn am Kabel gewackelt wird, geht es kurzfristig, also, Kabelbruch oder Kontakt am Motor. Ausbau des Motors. Einfach gesagt. Kein Montageplan an Bord. Bekomme die Welle nicht vom Motor getrennt. Welle über dem Deck, Motor unter Deck, scheiße. Während dessen versucht Jörg den wieder undichten Kocher zu reparieren, Fehlanzeige. Ein erfolgreicher Tag.

Mo., 11.08. Werden versuchen einen Mechaniker zu finden und siehe da. Nach 1 1/2 h sind zwei Mechaniker an Bord. Bauen den Ankerwindenmotor aus und: Völlig voll Wasser, Salzkruste und alles verrostet. Das der überhaupt noch bis jetzt gelaufen ist, ein Wunder.

Der Motor wurde, vor einem Jahr neu, von einem Bootselektriker, völlig falsch eingebaut. Die Handwerker wollen versuchen ihn zu reparieren. Ich glaube, Lisboa wird noch ein paar Tage von uns unsicher gemacht werden.

Di., 12.08. Heute ist endlich das Schiff dran. Großreinemachen. Mit Schrubber und Wurzelbürste vom Deck über das Kokpit bis in die äußersten Ecken der Toilette.

Am Nachmittag gehe ich in einen der noch nicht erkundeten Stadtteile, um ein Restaurante für den Abend auszukundschaften. Entdecke dabei ein altes Fabrikgelände auf dem sich Künstler aller Sparten niedergelassen haben. Schräg und hochpreisig, aber auch sehr interessant.

Abends gehen wir sehr gut und günstig in einem Restaurante essen, in das sich sonst kein Tourist verirren würde.

Mi., 13.08. Nach dem Frühstück sind sie wirklich da, die Mechaniker. Hätte nicht geglaubt das sie den Motor hin bekommen. Einbau eine Stunde, klasse Jungs. Geht mir heute nicht besonders gut, immer noch der Zahn. Schlafen ist immer gut. Werden morgen die Bordvorräte auffüllen und dann weiter.

Liebe Grüße

Peter

 13. Reisebericht

Do., 14.08. Die Zahnschmerzen sind schlimmer geworden. Kiefer geschwollen, ab zum Dentisten. Zwei Stunden warten, also durch die Gegend schlendern, bergauf, bergab. Lisboa ist, angeblich auf 7 Hügeln erbaut worden. Nach meinem Gefühl eher auf 70.

Mein Weg führt mich durch enge Gassen, an halb verfallenen Häusern vorbei. Gleich nebenan, prächtige Villen mit riesigen Palmen und Gummibäumen in den Vorgärten. Arm und Reich dicht nebeneinander. Zwischendurch genehmige ich mir, in einem kleinem Straßenkaffee, einen Kaffee, beobachte das bunte Treiben auf der Straße und genieße Lisboa.

Zurück zum Dentisten, Betäubung welche nicht wirkt, Drainage legen, abpumpen des Eiters, Antibiotika verschrieben und wieder aufs Schiff.

Einkaufen, Wäsche waschen und die Mechaniker bauen noch ein Ersatzteil für die Motorschaltung ein. So kann auch ein Tag vergehen.

Fr.,15.08. Nach dem Frühstück fahren wir zu Leroy Merlin. Ein riesiges Einkaufszentrum vor den Toren von Lisboa. Dort soll es Petroleum geben. Brauchen wir zum kochen. Unsere, in Kiel gebunkerten, 25 lt gehen zur Neige und es ist uns bis jetzt nicht gelungen, etwas auf zu treiben. Leider auch hier nicht. Von C&A, über STABLES bis zu IKEA ist alles vertreten, aber kein Petroleum.

Essen eine Kleinigkeit und fahren mit dem Bus zurück.

Sa., 16.08. Lernen einen Deutschen aus Chemnitz kennen, er lädt uns auf ein Bier auf sein Boot ein. Hat sich eine neue Benetau 45 in Frankreich gekauft, 320.000 €, und möchte sie in 10 Wochen nach Kroatien überführen. Ganz schöner Knüppeltörn, fährt an den schönsten Segelrevieren vorbei.

Segeln ist für mich eine der schönsten Arten zu reisen, aber eben nur die Art der Fortbewegung. Reisen macht für mich aus: Menschen, andere Kulturen, Länder, Landschaften und die Mentalität kennenzulernen, etwas davon mitzunehmen und passendes anzunehmen.

Da bestätigt sich für mich wieder. Geld haben ist das eine, Zeit haben ist jedoch ein wichtigeres Gut. Auch wenn ich irgendwie im Winter zusehen muß, wie die überzogenne Reisekasse ausgeglichen werden kann.

Hat jemand einen Job?

Jörg hat im Internet einen Petroleumhändler an der Algarve ausfindig gemacht, bis dahin reichen unsere Vorräte noch. Der Kocher leckt immer noch. Ich bekomme ihn nicht dicht. Also erst einmal Siesta.

Jörg sitzt wärend dessen am PC, funktionierendes WIFI ausnutzend und er findet eine Explosionszeichnung mit Ersatzteilliste. Zwischen Brenner und Zuleitung fehlt eine Alludichtung. Ohne Dichtung kann’s nicht dicht werden. Kram, kram und, siehe da, es finden sich welche. Kurz und gut, am Abend ist der Kocher dicht, endlich.

So., 17.08. Erkunde heute Lisboa zu Fuß und alleine. Gehe in Kathedralen, ein Kloster, lasse auf mich wirken.

In einem der unzähligen Parks auf einer Bank sitzend, euch meine Gedanken und Erlebnisse mitteilend, träumend, zwischen uralten exotischen Bäumen, Ruhe, Stille. Träumen.

Selbst die Tauben haben hier ihr geschäftiges, immer währendes Picken nach Nahrung eingestellt und sitzen verschlafen unter den Bäumen.

Beim Weitergehen durch die sonntäglich ruhige Stadt dringt Fadomusik aus den Fenstern. Melancholisch, etwas traurig und doch so schön.

Weite, Hügel auf, Hügel ab, durch die Wohnviertel. Viergeschossige Häuser, viele davon bunt gekachelt. Das hält die Feuchtigkeit draußen und reflektiert das Sonnenlicht und kühlt somit.

Nächster Park. Kaffee, eine der kleinen Pasteten, mal schmecken, was drin ist, in Brühe gekochte Hühnerbrust.

Die Pasteten sind in Portugal alle lecker. Nicht so süß. Diese ist aber besonders lecker.

Mo., 18.08. Wir bekommen Besuch von Jörgs ASV Kollegen Willi, er wohnt in Lisboa; hat uns im Vorwege schon viele gute Tips gegeben. So auch heute, sehr unterhaltsamer Nachmittag.

Di., 19.08. Nach 16 Tagen, Landratte wieder auf See, endlich. ACHTUNG WIDERHOLUNG! Traum Wetter, traum Segeln, der portugiesische Norder bringt uns gemütlich, aber auch mit 6-7 kn nach Sesimbra.

Mi., 20.08. Gehe um 07:00 h in die Stadt. Die Marina liegt etwas außerhalb, 20 Minuten Morgenspaziergang bei aufgehender Sonne und ich bin mitten in einer an den Berg geklatschten Kleinstadt.

Die Geschäfte machen schon auf, Menschen auf der Straße, geschäftiges Treiben. Ganz anders, als in der um diese Zeit, noch schlafenden Großstadt Lisboa.

Kaufe 4 Brötchen von einer verständnisvoll über mein „Portoenglisch“ lächelnden Frau. Schlendere durch belebte enge Gassen, bergauf, bergab, Portugal muss im früheren Leben eine Achterbahn gewesen sein.

Setze mich vor ein kleines Kaffee auf einen der zwei Stühle, trinke einen Kaffee mit leckerer Pastete und lasse das Leben an mir vorbeitreiben.

Auf dem Rückweg kommen mir viele Menschen mit Eimern voller Fisch entgegen. Sie kommen aus dem Fischereihafen.

Ich gehe durch den selbigen, riesiges Gelände, für so eine kleine Stadt. Überall stehen Fischer und sortieren Nylonleinen in 200 L. Plastiktonnen. An den Leinen sind ca. alle 10 cm Angelschnüre mit Haken befestigt. In jede Tonne paßt eine Nylonleine. Die in der Schraube und das war’s.

Nachmittags mit Jörg durch die Stadt gehen, hier für ein Bier hinsetzen, da für ein Foto stehen bleiben, eben „entschleunigt“.

Am frühen Abend gehen wir in ein Fischrestaurant am Hafen lecker Fisch essen. Da gibt gibt es endlich, die von Jörg schon lange angekündigte portugiesische Fischsuppe „Caldeirada“, ein aus diversen Fischen und Gemüsen bestehendes Eintopfgericht – sehr lecker – !!!

Dann, um 20:00 h, treffen wir uns mit einem Köllner Ehepaar auf deren Schiff, die seit Jahren hier an der Küste segeln, um uns gute Tipps zu holen.

Liebe Grüße

Peter

 14. Reisebericht

Do., 21.08. Bin gestern abend früh ins Bett gegangen und auch heute verbringe ich fast den ganzen Tag in der Waagerechten. Mir ist schlecht und schwindelig. Ich vermute das sind die Nebenwirkungen der Antibiotika, sind schon Hammer-Tabletten.

Fr., 22.08. Alles wieder o.k., manchmal bewirkt Ausruhen eine ganze Menge.

Checken das Boot. Kein Wasser in der Bilge, neue Windfahne an die Windsteueranlage, die alte hat der Norder mitgenommen, usw. Nachmittags kommt das Köllner Ehepaar uns besuchen, klönen ein bischen, weiterbasteln und dann ist auch schon wieder Essenmachen angesagt.

Sa., 23.08. Endlich. Bordzeit 12:25 h legen wir ab. Der portogiesische Norder treibt uns raumschots und mit guten 6 1/2 kn gen Süden. Was will ich mehr.

Sonnenschein, warm und segeln. Zum Glück fehlt nur noch Sabine und die steigt in drei Wochen auf. Nach 33 sm umd völlig entspantem Segeln laufen wir gegen 18:00 h in Sines ein. Schöner geschützter Hafen, netter Empfang durch den Hafenmeister und einen traumhaften Blick auf die Stadt. Hier werden wir ein paar Tage gut aushalten können.

Sines - Peter

So., 24.08. Stehe früh auf und mache meine morgendliche Entdeckungstour. Durch die Stadt schlendern, Kaffeechen an irgend einer schon belebten Ecke, einen Bäcker findet man immer, Brötchen kaufen, zurück schlendern und frühstücken. Schon ist es 11:00 h.

Simone und Mario, ein deutsches Aussteiger-Ehepaar, hatten Probleme mit ihrer Ruderanlage. Diese wurde zwar gestern repariert, sie sind sich aber unsicher, ob alles auch richtig funktioniert. Sie haben von dem kölner Paar aus dem letzten Hafen erfahren, daß ich Schlosser bin, ob ich mal einen Blick drauf werfen kann. Natürlich helfe ich gerne. Optisch alles o.k., Leinen los und einige Kringel fahren. Ich kann sie beruhigen, das Ruder funktioniert einwandfrei. Sie machen neben uns fest und nach einem „danke“ Sekt gehen wir zusammen zum LIDL einkaufen. Abends tauschen wir bei einem Glas Wein Erlebnisse aus, und so erfahre ich,   daß die beiden Tauchlehrer sind. Wir verabreden uns auf einen Tauchgang für morgen, klasse!

Mo., 25.08. Um 06:30 h bin ich ausgeschlafen, gehe in die Stadt in die Markthallen. Es fällt mir schwer, nicht alles aufzukaufen. Diese Fülle an frischem Obst, Gemüse und Fisch, umwerfend. Entscheide mich dann für Fisch mit Bohnen. Nachdem ich die Bohnen in eine Tüte gepackt habe kommt die Marktfrau schüttelt den Kopf, nimmt eine neue Tüte und sortiert mir, jede Bohne einzeln prüfend nur die „ganz frischen“, wie sie mir zu verstehen gibt, ein.

Leider findet der Tauchgang nicht statt. Die vermeindliche Tauchbasis ist ein Stützpunkt für Harpunenjäger, die gehen apnö ins Wasser, also können wir uns da keine Ausrüstung leihen. Stattdessen gehen wir schnorcheln. Leider sehr schlechte Sicht und A….kalt. Versuche es an der Algarve noch einmal.

Abends gibt es lecker Dorade mit Bohnen und Kartoffeln, dann auf ein Gläschen Roten zu Simone und Mario aufs Schiff und ab in die Falle.

Di., 26.08. Nach meinem morgendlichem Spaziergang und Frühstück, gehen wir an die Windsteueranlage, um sie richtig zu justieren. Gestern war ein deutscher Segelkollege vom Nachbarsteg an Bord der so eine Anlage fährt und hat sie uns so erklärt, daß wir sie jetzt auch richtig begriffen haben. An und für sich ganz einfach, wenn man weiß wie es geht.

Nachmittags geht es in die Stadt. Wieder ganz anders. Kleine enge Gassen mit der für Portogal typischen Mosaikpflasterung, zweigeschossige Häuser mit Flachdächern, aneinander gebaute schmale Stadthäuser. Die Stadt liegt gut 40 m oberhalb des Hafens. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf das Hafenkino. Einlaufende Jachten, Segel runter, Ankermanöver fahren etc. Inzwischen ist es auch schon 18:30 h. Wir haben uns mit Simone und Mario zum Essen verabredet. Kleines Restaurant, von Außen eher abrißwürdig, würde man in Deutschland nicht reingehen. Nach unserer Erfahrung aber oft die Besten. So auch hier. Gemüsesuppe, klasse. Salat, klasse,Tintenfisch spitze.

Mi., 27.08. Wir haben uns entschlossen heute abend um 22:00 Uhr loszusegeln. Von Sines nach Lagos sind es 85 sm, kein Hafen dazwischen, bedeutet: Bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 5 kn 17 h Segelzeit. Guter Wind, wir setzen einen „Bullenstander“ und lassen uns mit achterlichen Wind auf die Südspitze Portugals zuwehen.

Auf See gibt es kein Streulicht und keine Begrenzung
des natürlichen Horizonts. Sooooo….. ein Sterrnenhimmel.

Schlafen, Wache, schlafen, Wache, so der Idealfall. Die lange Atlantikwelle kommt von achtern, bedeutet: Sie schiebt uns. Mit dem Wind zusammen mit guten 7kn.

Am Ruder und an Deck völlig entspannt. Unter Deck rolle ich in meiner Koje hin und her. Überhaupt nicht entspannt. Nach einer Stunde hab ich die Schnautze voll. Sch… auf Schlaf, die Sterne warten.

Ich löse Jörg ab, der kann immer schlafen. Der Wind nimmt zu, bis auf 23 kn, gut das wir den Bullen gesetzt haben.

An Steuerbord voraus taucht ein Licht am Horizont auf kommt schnell näher. Stockdunkel. Was für ein Dampfer ist das? In welche Richtumg ist der unterwegs? Kann der gefährlich werden? Wenn der auf Kollisionskurs ist, wie weiche ich mit dem gesetztem Bullenstander aus, geht gar nicht.

Das sind Gedanken, die mir durch den Kopf gehen.

Natürlich sehe ich irgendwann die Positionslichter, Rot also Backbord, er kreuzt, bei der gepeilten Geschwindigkeit, meinen Kurs weit vorm Bug der Yssabeau. Solche Situationen gibt es öfter, spannend.

Was ist denn das? Der Horizont kommt immer näher, oder verschwindet er? Plötzlich, von gleich auf jetzt, ist der Kompass beschlagen, meine Brille auch, ach du dicke Suppe, Nebel. Sterne, futsch, Horizont, futsch überhaupt, außer der Yssabeau, alles futsch. Jöööörg, aufstehen. Dem geht es wie mir, er sieht auch nichts.

O.k. Weiterfahren. Leider fahren wir auf ein Verkehrstrennungsgebiet zu, sind sozusagen fast drin.

Ein Verkehrstrennungsgebiet muß man sich so vorstellen. Alle Frachter, die von Norden kommen und in das Mittelmeer wollen, müssen, trichterförmig in diese „Autobahn der Meere“ reinfahren. Wollen wir da im Nebel mitmachen? Nein! Also einpicken und auf’s Vorschiff, den Bullen lösen. Stockdunkel, Nebel und 7 kn Fahrt. Da wollte ich schon immer mal auf dem Vorschiff rumturnen.

Jörg sieht und hört am Ruder auch nichts. Alles geht langsam, wird ertastet und immer wider umpicken, Sicherheit hat Vorrang.

Als ich nach achtern komme, bin nicht nur ich erleichtert. Halsen und auf dem anderen Bug gen Osten auf das Cabo de Sao Vicente zu. Die südwestlichste Spitze Portugals.

Cabo de Sao Vincente

Der Nebel ist plötzlich weg, sehr gut. Der Wind bleibt, auch gut. Die Sonne geht über dem Cabo auf, gigantisch, eine senkrecht aufragende Felsenküste, auf der der Leuchturm wie ein Spielzeug wirkt.

Der Fels, an dem sich die Brandung bricht, ist von Höhlen durchzogen und zieht sich km lang hin. Da fehlen die Worte, wie klein wir Menschen dagegen sind. Ich kann verstehen, daß die Menschen vor 600 Jahren dachten, dass muß das Ende der Welt sein.

Wir segeln am Cabo vorbei. Jetzt liegt die Küste das erste mal seit Wochen nicht mehr im Osten, sondern im Norden. Schweigend genießen wir diesen Anblick…..

Um 12:00 Uhr werden wir von Simone und Mario am Anleger in Lagos begrüßt. Sie wollten einkaufen gehen, und sahen uns gerade einlaufen.

Lagos - Peter

Duschen und abhängen ist jetzt angesagt. Nachmittags gehe ich noch auf zwei Stunden in die Stadt, touristisch aber mit Charm. Allerdings bin ich auch nach 32 Std. nicht schlafen etwas wenig aufnahmefähig, also früh ins Bett.

Fr., 29.08. Sind um 12:00 h nach Albufeira ausgelaufen, nur 20 sm. Lauer halber Wind, strahlende Sonne bei 28° was möchte man sonst noch?

Zwischen lagos und Albufeira - Peter

Natürlich, da fehlt noch eine, Sabine! Aber dann wäre das Glück vollkommen.

In Albufeira angekommen, fühle ich mich wie in einer anderen Welt. Der ganze Hafen ist in den Fels gerprengt. Alles neu bebaut wie im Art Dekostil, Bonschefarben angestrichen und es gibt hier nichts, was ein Urlauber nicht braucht.

Hafeneinfahrt Albufeira - Peter

Mit einem Fallschirm von einem Boot gezogen übers Wasser. Speedboote, Gokartfahren usw. eben Touriland.

So etwas habe ich sonst nur in Florida erlebt. Abends gehen wir noch ein Bier trinken und ab ins Bett. Morgen steigt Ruth, eine neue Mitseglerin auf, kenne ich noch nicht, bin gespannt.

Bis zum nächsten Bericht

Peter

15. Reisebericht

Sa., 30.08. Heute ist rein Schiff angesagt. Geht fast der ganze Tag drauf. Nach dem Essen warten wir in einem Lokal vor der Marina bei einem Bierchen auf Ruth. Um 19:30 h kommt sie an. Wir klönen ein bisschen, Ruth isst etwas und dann ab auf’s Boot in die Kojen.

So., 31.0 8. Wir wollen wieder zurück, 12 sm westlich von hier liegt Portimao. Unsere Vorstellung ist es, gemütlich an der Algarve entlang, mal hier hin, mal da hin zu segeln. Pustekuchen. Nach 3 h und kaum Wind sind wir gerade ‚mal 3 sm voran gekommen und der Wind schläft völlig ein. Wir entscheiden uns, umzukehren. Motor an und zurück, selber Steg, selber Finger. Da der Wind morgen noch mehr schlaffen soll, werden wir noch einen Hafentag einlegen. Den Abend genießen wir an Deck bei mediteranen Temperaturen und einem Gläschen weißen.

Albufeira

Mo., 01.09. Werden nach dem Früstück in die Stadt gehen. Unser Stegnachbar, ein englischer Dauerlieger mit seiner Frau und Schwägerin, bietet an, uns mit seinem Auto reinzufahren. Das ist die Gelegenheit, schwere Gegenstände, wie Wasser-Wein-und Bierflaschen, nicht schleppen zu müssen. Ruth und ich gehen zu Fuß in die Stadt, um uns später mit dem Engländern und Jörg in der Stadt zu treffen. Im Gegensatz zur neugebauten und gestalteten Marina, hat die Stadt sehr alten Baubestand. Die Häuser sind an vielen Stellen fast in die Hügel hineingebaut worden. Enge Gassen, Treppen, welche plötzlich enden, umkehren, weiterschlendern und neuer Anlauf, um nach oben zu kommen und auf den Ort zu blicken. Von oben sieht man auf rote Ziegeldächer eingesäumt von bebauten Hügeln vor dem langen Strand und dem, von keinem Windhauch bewegten, weiten blauen Meer. Wieder im Ort, treffen wir Jörg und die Engländer. Jetzt ein kühles Bier und dann einkaufen. Abends mache ich das erste Mal frisches Tunfischsteak, wußte gar nicht, daß das so lecker schmeckt.

Albufeira Altstadt

Inzwischen sind unsere Aussteiger Simone und Mario eingelaufen. Sie kommen auf ein gläschen Wein und es wird wieder ein unterhaltsamer Abend.

Di., 02.09. Wir konnten erst um 14:00 h ablegen, da Jörg die Tankanzeige reparieren mußte. Dafür haben wir jetzt guten Wind aus der falschen Richtung, also kreuzen. Da wir nur 20 sm vor uns haben, ist das zeitlich auch gut zu machen.

Wir segeln an steilen Felsküsten entlang, durchzogen von Höhlen, in welche ganze Fischerboote passen würden. Immer wieder unterbrochen von kleinen Sandstränden, oft eingesäumt von kleinen Häuseransammlungen und Dörfern. Von See aus eine traumhafte Küste. Gegen Wind und Welle kommen wir gut voran und sind um 20:30 in Portimao. Hafenmeisterei? Geschlossen. Wir liegen neben der Tankstelle und der nette Tankwart gibt uns den WC Code und wir bleiben über Nacht.

Küste -Albufeira - Portimao

Mi., 03.09. Morgens gehe ich Brötchen holen in die Stadt. „Steilshoop“, ein zehngeschossiges Hotel neben dem anderen. Ich gehe durch Häuserschluchten und suche einen Supermercado. Nach 2 h bin ich mit Brötchen zurück und will nur noch weg. Die von See aus so wunderschöne Algarveküste ist an Land, in den Städten, zumindest welche einen Haffen haben, voller Bettenburgen, schade, aber wir haben ja ein Schiff, ablegen umd die Freiheit genießen. Bei, zum Nachmittag hin, bis zu 5 Windstärken vorm Wind, laufen wir gute 7 kn und sind schnell in Vilamoura.

Portimao

Einchecken, ups. 50 €, Steg suchen, ups. sind wir auf Mallorca? Trubel wie am Ballermann. Ok. Das Leben ist voller Überraschungen, ICH habe mir die Algarve anders vorgestellt, als ICH sie gerade erlebe. Allso einkaufen um in den nächsten Tagen den Magen zu füllen und ab zur „Trubelmarina“. Großes Gelächter, wer sitzt bei einem Bierchen in der Bar vor unserem Steg? Simone und Mario, sie sind gerade eingelaufen. Sie haben auch die Schn…., voll von dem Trubel und den Preisen, werden wohl in einem Rutsch durchsegeln nach Spanien. Ob es da besser ist? Wir verabschieden uns in der Gewißheit, dass es nicht von Dauer ist.

Vilamoura

Do., 04.09. Brechen nach dem Frühstück nach Faro auf, nur 15 sm. Faro hat keinen Hafen für Segelschiffe. Wir wollen in der Bucht davor ankern. Ich freue mich aufs Ankern. Jörg hat einen heiden Respekt vorm Ankern. Er schläft vor Anker immer schlecht. Hält der Anker? Bekommem wir in wieder los oder verhakt er. Da die Ankerbuchten oft sehr voll sind, werden die Anker auch, meistens von Chartercrews, über andere Ankerketten geworfen und dann gute Nacht. Na ja mal sehen wie das wird. Klasse Wind, schönes Segeln. Die Bucht ist voll, aber auch groß. Ankermanöver klappt beim ersten Mal, klasse. Sitzen bei Sonnenuntergang an Deck und essen, sehr schön.

Faro vor Anker

Fr., 05.09. Stehe um 06:00 h auf und setze mich an Deck. Stille. Ein Fischer zieht mit seinem kleinem Fischerboot dicht an der Yssabeau vorbei, hebt die Hand zum Gruß.

Langsam wird der Himmel an einem Punkt heller. Die Morgendämmerung breitet sich von dieser Stelle immer weiter über dem Wasser aus. Ankernde Segelboote bilden Schattensiluetten auf dem völlig stillen Meer. Dann taucht der rote Ball hinter dem Horizont auf und taucht alles in das, den neuen Tag verkündende, Licht. Verzaubert erlebe ich einen traumhaften Sonnenaufgang vor Anker, mein erster. Die anderen Besatzungsmitglieder lassen mir noch eine Stunde, um das Erlebte zu genießen.

Nach dem Frühstück motoren wir aus der Bucht in Richtung Masagon Nach 4 h motoren, ich mache gerade Siesta, beschliessen Ruth und Jörg einen anderen, näheren, Zielhafen anzulaufen. Kursänderung. Wind kommt auf. Kursänderung auf den alten Kurs, Segel setzen, Wind wird stärker, das Spinnaker-Segel gesetzt und mit 120 m/2 Segelfläche, bei bis zu 5 kn, über die Wellen gerauscht. Das macht Segeln aus! Peter am Ruder, Jörg an der Großschot, zur Sicherheit. Sollte ich in den Wind schießen, wie Ruth passiert, dann knallt und klappert es. Jörg könnte das verhindern indem er schnell die Großschot fiert. Zum Glück halte ich den Kurs. Mit 8 kn schiesst die Yssabeau durchs Wasser, Spitze. Masagon ereichen wir 1 1/2 h vor der errechneten Zeit.

Unter Spi

Sa., 06.09. Einen Hafentag nutzen wir zum einkaufen, abhängen und faulenzen. Und dann entdecken wir sie wieder, Simone und Mario. So ist das bei Langfahrten. Man trifft sich immer wieder. Es ist nett mit den beiden. Sie haben auch etwas zu erzählen. Wir lachen viel. Abends gehen wir zusammen essen, Tappas sehr lecker.

So., 07.09. Heute geht es 44 sm nach Rota, wo morgen Sabine zu uns stößt. Nach drei Monaten endlich wiedersehen!!!!!

Das bunte Segel wird in der nächsten Zeit unserer Begleiter sein, so auch heute. Klasse Spiesegeln.

Rota ist eine alte befestigte Stadt auf einer Landzunge gegenüber von Cadiz aus der Maurenzeit.

Rota

Mo., 08.09. Morgens wie gehabt, durch die erwachende Stadt. Bin aber heute nicht ganz so entspannt, eher aufgeregt. Sabine. Heute ist große Wäsche und einkaufen angesagt, geht der Tag fast bei drauf. Abends warten wir bei einem Bier in einer kleinen Bar auf Sabine. Um 19:00 h kommt sie mit einem Taxi. Großes Hallo und von mir einen dicken Kuss.

Di., 09.09. Da Ruth einen Rückflug von Malaga gebucht hat, beschließt der Crewrat, die nächsten 4 Tage keinen Hafentag einzulegen und eventuell nach Gibraltar zurück zu segeln. Bei lauem Lüftchen und mit buntem Spinnaker machen wir ganz gut Fahrt. Gegen 18:00 h machen wir in Barbate fest und Sabine macht uns ein leckeres vegetarisches Gericht.

Mi.,10.09. Heute gehts nach Gibraltar, nur 30 sm. Traum segeln, Spinnaker gesetzt und ab die Post. Dann passiert’s!

Das, was man sich nicht wünscht. Um 15:40 h, auf Position: N 36°02′,83; W 005°45’28, 2 sm vor der spanischen Küste, treibt ein Mensch und ruft um Hilfe. Unter Spinnaker und bei 6 kn ist ein Mensch über Bord Manöver schwierig. Jörg ist völlig ruhig und klar in seinen Anweisungen. Spinnakerschot fieren, anluven, Fender an die Festmacherleine anschlagen, längseits legen, Großschot los, Fender nahe an die Person im Wasser positionieren und sie ans Schiff ziehen. Das alles passiert in in kürzester Zeit, ca. 2-4 Min.

Ein junger Mann treibt auf einem Autoschlauch im Wasser, er ergreift den Fender und ich ziehe in an die Bordwand. Ich helfe ihm an Deck. Völlig erschöpft sinkt er auf die Backskiste. „Where do you come from?“ “ Marokko“. Ach du Sch……, das gibt Ärger, sagt Jörg. Wir haben einen Flüchtling an Bord. Er ist völlig durchgefroren und wir wickeln ihn in Decken ein, geben ihm Wasser und eine Banane. Danach schläft er sofort ein. Was tun? Gibraltar antwortet nicht über Funk. Also spanische Behörden in Tarifa. Die kommen nach einer 1/2 h längsseits nehmen den Flüchtling auf ihr Schiff und bedanken sich überaus freundlich. Von Schiff zu Schiff zeige ich auf mich und sage meinen Nahnen. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht und er sagt „Achmet“, schon legt die Küstenwache ab und rauscht ab. Das ganze hat 50 Minuten gedauert, und keinen Ärger! Kurze Zeit später wird die Yssabeau angefunkt, doch noch Ärger? Im Gegenteil. Die Küstenwache gratuliert uns, dass wir den Menschen gerettet haben. So kann man sich in den Behörden täuschen, schön. Jetzt erst realisiere ich das wir einem Menschen wahrscheinlich das Leben gerettet haben. Wie verzweifelt muß ein Mensch sein, um sein Leben aufs Spiel zu setzen und 15 sm über eine von Großschiffen befahrene Wasserstraße schwimmend zu queren? Wir sollten dankbar sein in einem Land wie Deutschland leben zu können………!

Wir setzen die Genua und haben nach 3 h Gibraltar vor Augen. Gewaltig. Ein riesiger Fels erhebt sich aus dem Meer. In meiner Vorstellung habe ich das viel kleiner erwartet. Leider sind die 2 Häfen auf der englischen Seite voll, so daß wir den spanischen Hafen La Linea anlaufen müssen. Gigantische Kullisse der angestrahlte Fels von Gibraltar.

Gibraltar

So jetzt erst mal Schluß. Will ja kein Buch schreiben.

Peter

 16. Reisebericht

Hallo ihr Lieben.

Do., 11.09. Legen um 11:00 h Richtung Marbella los. Werden aber in den nägsten Tagen wieder nach Gibraltar zurück kehren, um uns dann Zeit zu lassen für dieses Stückchen Erde, wann kommt man schon hier her? Von der Navigation habe ich mich schon vor drei Tagen verabschiedet. Zwei Skipper am Bord, was soll ich da als „Anfänger“ reinpfuschen. Unspektakuläres Segeln, an einer mit Hochhäusern gesäumten Küste entlang. Machen um 19:30 h in Marbella fest. Ich sag‘ nur “ Bettenburgen“

Fr., 12.09. Heute 05:00 h nach Benalmadena, ca. 8 km vor Malaga. Malaga selber hat keinen Jachthafen für Gastlieger.

Benalmadena

Sa., 13.09 Ruth steigt heute ab. Fährt früh mit dem Taxi zum Flughafen. Wir machen einen Faulen, abhängen, ein bischen schlendern, Siesta, etwas einkaufen, Essen machen, abends ein Weinchen und ab ins Bett.

So., 14.09. Fahren heute mit dem Bus nach Malaga rein ca. 8 km. Sabine sagt, die Altstadt soll sehenswert sein.

Malaga Altstadt

Der Bus fährt uns durch Häuserschluchten mit Bettenburgen. Die Costa del Sol ist zugesch… mit Beton.

Bei der Altstadt von Malaga hat Sabine aber nicht zu viel versprochen. Sehr, sehr schön. Arabisch-spanische Mischung. Verspielte, türmchenverzierte Mehrfamilienhäuser wechseln sich mit typisch spanischen, mit Eisengittern versperrten Fenstern und Balkonen, ab. Sehr enge angenehm kühle Gassen, in welche wahrscheinlich nie ein Sonnenstrahl dringt.

Vorbei am Dom, dem Picasso Museum, vor dem eine Menschenmasse auf Einlass wartet. Kleine, verwinkelte Bodegas und Läden, aber alles passend. Es ist zwar auch touristisch, aber in die Stadt integriert. Hinsetzen, Tappas essen, weiterschlendern, Kaffee Leche, Entdeckungstour fortsetzen, links oder rechts? Egal, treiben lassen.

El Pimpis

Wir stehen auf einmal vor einer Bodega, „El Pimpi“, witziger Name, mal reingehen? Ja. Die Räume sind verwinkelt und ziehen sich durch mehrere Gebäude. Überall Bilder und alte Plakate von Stierkämpfen und Flamencotänzerinnen an den Wänden. Eine Wand ist voller Fotos von Promminenten, u.a. Paola Picasso, Tonio Banderas, Placido Domingo, etc.

Fässer im "El Pimpis"

Leise Flamencoklänge runden das Ganze ab. Hier wird gegessen. Alle einen Salat, Jörg einen Grillteller, Sabine Garnelenrattatui und ich zarteste Ziege. Absolute Spitze. Ein Malaga rundet das Essen ab, was will der Mensch mehr?

Sabine, Peter und ich im "El Pimpis"

Mo., 15.09. Auf, zurück nach Gibraltar mit Zwischenstop in Bajadilla.

Di., 19.09. Da kein Wind bläst, motoren wir 23 sm. 5 sm vor Gibraltar bläst er dann wieder, aber für eine Stunde setzen wir das Segel nicht. Gibraltar von Osten anfahren ist noch gigantischer, als von Westen. Der Fels fällt fast senkrecht ins Meer. An der höchsten Stelle erhebt er sich 428 Meter aus den Wellen.

Diesmal haben wir vor 2 Tagen einen Liegeplatz direkt in Giaraltar geordert. Einkaufen ist angesagt, da fast alles ausgegangen ist. Jedoch erst einmal essen, Fisch and Chips, Sabines erstes Mal. Man kann ihn vergleichen mit dem panierten Fisch in Niendorf an der Ostsee, sehr gut. Anschließend einkaufen bei Morrison. Die verkaufen allerdings Alkohol, frische Wurst und Fleisch nur bis 21:00 h. Es ist 21:05 h. Da wir weder Wein noch Bier an Bord haben, heißt es heute Abend, dry Ship. Öfter mal was Neues.

Mi., 17.09. Morgens in die Stadt, Brötchen kaufen. Gibraltar ist zwar klein, aber dafür sehr quirlig. In einem kleinenjüdischen Kaffee gegenüber des Gebäudes, in dem der Gouverneuer von Gibraltar residiert, finde ich noch ein Plätzchen für meinen Espresso. Diese Stunde vor dem Frühstück an Bord genieße ich. Die Menschen wuseln um mich herum. Juden mit ihrer typischen Kopfbedeckung, Muslems und äusserst korrekt gekleidete Engländer. Alle bringen ihre, in Schuluniformen gekleideten Kinder in die Schule bzw. Kindergarten. Die verschiedenen Konfessionen scheinen hier sehr tolerant nebeneinander zu leben. Juden begrüßen Muslime mit einer Umarmung, freundliches Lächeln und Höflichkeit prägt das Straßenbild. Die Energie in dieser Stadt empfinde ich als überaus angenehm, das genieße ich.

Selbst der Wachwechsel vor dem Gouverneursgebäude, der 20 m von meinem Platz entfernt stattfindet, hat nichts martialisches an sich.

Zurück zum Schiff, frühstücken, Abwasch und ab zu Morrison, um unsere Vorräte aufzufüllen, diesmal mit dem Bus und vor 21:00 h. Eine Tageskarte für 2,75 £ gekauft und wir können über die ganze Halbinsel fahren.

Gibraltar ist zwar klein, aber ganz schön bergig. Selbst mit dem Bus sind das Strecken, ein Fels eben. Durchzogen von Höhlen, welche im Laufe der Jarhunderte von den jeweils herrschenden zur Verteidigung in den Fels geschlagen wurden. Am südlichsten Punkt Europas steigen wir aus und können den Blick auf Afrika genießen. Wie überall auf Gibraltar, sind auch hier riesige Kanonen zu bestaunen. In einem Unterstand befindet sich ein kleines Museum zur Geschichte Gibraltars. Jetzt wissen wir, dass die eurasischen- und die afrikanischen Landmassen, weit vor unserer Zeit zusammenhingen. Vor ca. 150 Millionen Jahren drifteten sie außeinander und der Atlantik stürzte in einem gigantischen Wasserfall in das, zur damaligen Zeit völlig trocken liegende, jetzige Mittelmeerbecken. Das könnte die in der Bibel beschriebene Sinflut gewesen sein. Apropros, Bibel. An der südlichsten Spitze Europas steht nicht etwa eine Kirche, sondern eine große Mosche. Wir verbringen gut 2 h an diesem Fleckchen der Erde. Der Tag klingt, mit einem gemütlichem Abend auf dem Deck der Yssabeau, aus.

Do., 18.09. Heute ist der Affenfelsen dran. Nach meiner morgendlichen „Brötchenkaffeetrinkenstadtgenießenschlenderung“ fahren wir mit der Gondel auf die Spitze des Felsens. Überall sitzen sie ‚rum, die schwanzlosen Affen von Gibraltar. Füttern verboten, sonst werden sie zu frech. Von wegen werden. Sabine hat einen höllen Respekt, gut so. Wir gehen dicht an der Seilbahnstation entlang, im respektvollem Abstand. Plötzlich läßt sich ein Affe, aus 5 m Höhe gezielt auf den Rucksack einer Frau, fallen und fingert an dem Verschluß herum. Abschütteln geht nicht. Ein beherzter Mann greift ihn sich und zerrt ihn vom Rücken der Frau. Soviel zum Thema „frech werden“. Die Aussicht ist aber fantastisch. Die ganze Halbinsel, der Flugplatz, wo die Landebahn die Grenze nach Spanien bildet. Auf der einen Seite der Atlantik, auf der anderen Seite das Mittelmeer, getrennt durch die Straße von Gibraltar und gegenüber Marokko, Afrika.

Jörg fährt mit der Seilbahn und Sabine und ich wandern, durch das Naturschutzgebiet wieder runter. Schon eine Herausforderung. Nicht wegen der Strecke, sondern wegen der Affen. Sie lungern an jeder Stelle an der Touristen sind. Das Gebiß entspricht dem eines Raubtieres mit seinen Reißzähnen. Teilweise ist es so eng, daß wir fast über sie steigen müssen. Nach ein paar hundert Metern lassen die Touristen und somit auch die Affen nach. Es geht ziemlich steil nach unten. Der Fels ist urwaldmäßig bewachsen, ruhige und schöne Landschaft, wo man immer wieder stehen bleiben möchte, um den prachtvollen Ausblick zu genießen. Ich beobachte ein einlaufendes Segelboot, könnten Mario und Simone sein. Wie sich später herausstellt, sind sie es tatsächlich.

In der Stadt angekommen treffen wir uns, wie verabredet, mit Jörg und essen Fish and Chips. Na ja. Hier werden wir nicht mehr essen.

Wir gehen Mario und Simone begrüßen und verabreden uns auf ein gläschen Wein am Abend, bei dem wir dann auch in gemütlicher Runde die neuesten Erlebnisse austauschen. Jörg erzählt ein par Döntjes aus seinem von Segelerlebnissen reichen Leben und schon ist es Schlafenszeit.

Fr., 19.09. Ablegen gegen Mittag. Simone und Mario kommen noch mal vorbei um uns zu verabschieden. Kaum um Gibraltar herum bleibt der Wind aus. Also Angeln raus und fischen. Zum Segeln zu langsam, zum Angeln zu schnell. Der Blinker sinkt nicht ab. Kein Angeln, kein Segeln. Sind wir im Dauerurlaub, leben wir nach dem Spaßprinziep? Also Motor an und den nächsten Hafen anlaufen, Puerto de la Duquesa noch 10 sm.

Wir motoren in den Hafen, nette Marina. Rund um’s Hafenbecken Apartements, Restaurants und natürlich kleine Souvenierläden, eben Costa del Sol.

Sa., 20.09. Das Mittelmeer scheint ein Motormeer zu sein. Kein Wind. Motoren also los. Gute Gelegenheit um mich in den „Keller“ der Yssabeau zu begeben zwecks nachstellen der Stopfbuchse. Jörgs Bett außeinander genommen, Matratzen entfernt, schauen? Schei.., die Kontermutter der Stopfbuchse ist gebrochen. Schaden begutachten, ok., man kann damit weiter motoren, wenn ich den Schaden beobachte. Wir ändern den Kurs auf den nächsten Hafen, Puerto de Estepona. Die Stopfbuchse wandert aber nicht aus und somit besteht keine unmittelbare Gefahr, dass die Yssabeau volläuft.

Puerto de Estepona ist auch ein touristischer Ort, aber schon in den Sechzigern gebaut. Keine 8 – 16 stöckigen Hochhäuser.

Abends gehen Sabine und ich noch etwas am Strand spazieren. Auf dem Rückweg hören wir Lifemusik, den Tönen folgend, landen wir in einer Bar, Irisch Fiddler, gute Mucke. Sabine besetzt einen Tisch, ich hole Jörg.

So viel getanzt habe ich seit Jahren nicht mehr. Klasse Stimmung, viel Bier, nette Leute. Ein, vom Alter her, sehr gemischtes Puplikum, aber auf der Tanzfläche sind Jarhunderte versammelt. Klasse, wenn 80 jährige Irische Damen, völlig von Rod Steward gefangen, abhotten. Ein junger Mann kommt an unseren Tisch und bittet mich, indem er einen Stuhl heran zieht und sich setzt, um eine Zigarette. Er ist Ire und war gestern auf einer irischen Hochzeit. Woher ich käme usw., smal talk eben. Er geht wieder weg, wir gehen tanzen.

Beim letzten Bier erfahren wir, von der Bedienung, daß hier heute eine irische Hochzeit nachgefeiert wird. Wir sind auf einer irischen Hochzeitsfeier, deshalb dieses etwas andere Publikum. Natürlich muß ich der Braut gratulieren. Ich suche meinen „Zigarettenschnorrer“, der mich auch gleich wieder erkennt und mich der Braut und den anderen Gästen, als seinen „german friend“ vorstellt. Wir alle singen irische Volkslieder und als ich gehen möchte, komme ich um ein deutsches Lied nicht herum. Was singt ein Hamburger? „Anne Eck steid ’n Jung mid’n Tüddelband“ natürlich. War ein sehr netter und interessanter Abend.

So., 21.09. Kein Wind, also motoren. Habe die Stopfbuchse im Auge. Der Wassereinbruch hällt sich in Grenzen, ca. 3 Liter in den 5 h. Machen wieder in Bajadilla fest und essen abends lecker Sabines vegetarisches Gericht.

Mo., 22.09. Nach meiner obligatorischen morgendlichen Stadterkundung mit Kaffeechen und Frühstücksbrötchen besorgen, frühstücken wir ausgiebig. Anschließend versucht Jörg auf der hiesigen Werft einen Termien zu bekommen. Sabine und ich schlendern über einen Markt, kaufen hier Nektarinen, da Bohnen, ein kg Gambas, ein paar Callamaris und so füllt sich unser Einkaufsbeutel ganz schnell. Jörg ist erfolgreich gewesen. Der Werftchef war persönlich an Bord und besorgt das passende Werkzeug und kommt bald wieder. Bedeutet im Südland!!!! Heute kommen wir nicht mehr weg, morgen, übermorgen??? Wer weiß. Also faulenzen angesagt. Sabine liest, Jörg schärft die Küchenmesser und ich komme dazu, euch zu schreiben. Noch drei Tage, dann reisen wir ab. Ich denke mal, dies wird der letzte Bericht aus den warmen Gefilden.

Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit (hab ja nicht gemerkt wer die Berichte weggedrückt hat) und hoffe, dass ich euch etwas teilhaben lassen konnte an der Erfüllung eines Traumes. Sollte ich es schaffen, aus dem Fundus meiner Fotos, eine erträgliche Menge auszuwählen, lasse ich es euch wissen.

Peter

 

 

 

Mittwoch, 28. 05. 2014: Reisebeginn

Mittwoch, 28. 05. 2014: Reisebeginn

Der Vortag

Peter und Sabine trafen schon am Dienstagabend bei mir zu Hause ein. Obwohl Sabine erst im September an der Reise teilnehmen konnte, opferte sie ihren freien Mittwoch, um uns zu helfen.

Der kommende Mittwoch sollte einzig und allein der abschließenden Ausrüstung des Schiffes, der Erledigung einiger Restarbeiten und der Verproviantierung dienen.

Aber es gab noch viel zu tun. Abgesehen davon, dass ich kaum irgendeine meiner persönlichen Angelegenheiten erledigt hatte, waren auch noch etliche Arbeiten am Schiff zu erledigen.

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